wie der von Reise hen, wird reizenden ein. ihnachts- tuns: „In artige söge« die Musikiesen in den n lassen und etes Musik« leichten Er« reine Gunst den Wunsch, ,6et auf die m Zeit und e und Aus« Fertigkeit zu nn man sich n die hierzu aufgeweckten ermöglicht, geht schon i spielen ist, Drücken auf cht werden, rn Ton, der wird. Alle ja dadurch, cht zur Er« gesetzt wird, m Familien« i prächtigen, Die Gerste g umgerührt nöthig, wird or dem An« itwas kaltem das Gericht Ganze durch Eidotter ge« ; kräftiges man zolldicke breit, wälzt jt und Salz, ten Kasserole gießt man so weit, daß mzen Pfeffer, :rübe, Peter« damit ganz i Sauce, die Dame soll etwas!" — ffins I" in Gießen. UnterlMungMatt MM Gießener Anzeiger (General Anzeiger) Nr. 15Ö. 8 MEag Btn 22 December _gV-7- _____________ AM- »» WMMsWM -jnrir*Tr/; «s Ein Brief an's EhriMnd. Von Sophie Heim. i——- (Nachdruck verboten.) Han« überlegt. Nein doch — wie schwer das ist! Da sitzt er nun vor seinem großen, sauberen Blatt Papier — die Aermchen auf der Tischplatte — den Bleistift im Mund — und will „ans Christkind schreiben." Ja, aber wenn Ihr denkt, da« wär' so leicht, da irrt Ihr Euch. Kaum sieben Jahr, und ganz allein — ganz ohne Hilfe von Mama und Schwester Käthe schreiben — einen Brief --denkt! Welch eine Leistung! Ja—a! Wenn Mama — aber Mama? Nein — die darf nichts, garnicht» davon wiffen- Und erst Käthe!! Der Kleine sinnt und sinnt; das Lockenköpfchen sinkt endlich muthlos auf den Tisch herab, der naffe Bleistift malt große, runde Kreise auf den Tisch. Wenn er nur wüßte! Ach, wenn er doch nur wüßte! Ja — was er schreiben, was er bitten will, das weiß er schon; aber wie! Wie anfangen! Und es ist auch so viel--wo soll er nur beginnen? Das Christkind muß doch Alles wiffen. Es muß doch wiffen erst, warum Hans einen Schlitten haben möchte. Erst muß er ihm erzählen, daß--- „Aa—ach — aber sowa«!" Hans fährt empor — er lacht — und schämt sich. „Ha!" „Das Christkind weiß es ja — es hat'« ja doch gesehen, ha! Das Christkind sieht ja Alle«, weiß ja Alles!" Wie gut! Jetzt hat er's leicht!---- Im Zimmer tst's still. Rur die Uhr tickt — eintönig . . . schläfrig . . . und ab und zu, wenn ein Windstoß durch den Schornstein fegt, praflelt im Ofen das Feuer auf. Der Knabe sitzt und schreibt. Er hört'» nicht stürmen, hört nicht das Tick—tack, nicht des Feuers Knistern. Er glüht vor Eifer. Und während das gekrümmte Ftngerchen sorgfältig Buchstaben an Buchstaben, Silbe an Silbe reiht, spricht unbewußt der kleine Mund die Worte halblaut mit „Liebe« Christkindchen," so fängt er an. „Die Käthe hat gesagt, Du wüßtest Aller, und Du könntest auch Alles sehen. Liebes Christkindchen, dann hast Du ja auch gesehen, wie die Käthe heute Morgen so geweint hat, und dann weißt Du ja auch, warum sie so geweint hat, und warum sie jeden Tag so weint- Liebes Christkindchen, die Käthe hat gesagt, sie hätte Dir'» schon gesagt, aber Du könntest keine Menschen verschenken. Weil Du keine Menschen verschenken kannst, und weil die Käthe sich gar nicht« andere« zu Weihnachten wünscht und so geweint hat, weil sie denkt, sie kriegt e» nicht, so wollte ich Dich nur hitte», liebe« Christkindchen, daß Du mir doch zu Weihnachten einen Schlitten bescheerst und ein Pferd, da» den Weg nach Beerbach weiß. Wenn ich den Schlitten kriege, liebe« Christkindchen, dann will ich am heiligen Abend nach Beerbach fahren und den Onkel Rudolf holen. Die Käthe wird sehr froh sei«. Ich will auch seine Mama recht bitten, daß sie ihn fortläßt. Ich habe den Onkel Rudolf sehr gern, und seine Mama und die vielen Pferde und Kühe habe ich auch sehr gern. Und meine Mama und mein Papa haben den Onkel Rudolf auch sehr gern, und Käthe weint nur, weil sie ihn immer so ärgert und weil er jetzt gar nicht mehr zu uns kommt, und weil der Onkel Rudolf denkt, daß sie ihn garnicht lieb hat. Liebes Christkindchen, bitte, schenke mir doch den Schlitte», bitte, bitte! Du weißt ja, wo ich wohne- Dein Hans." Ach--da! Wie gut, daß er g'rad fertig ist. i« hat geschellt-- Mama!-------------- — Und nun ist's Abend! Hans weiß: Spät Abends kommt da» Christkind vor die Häuser geflogen und sieht durch'» Fenster. Und fleht es, daß die Kinder artig sind und schlaien, dann holt e» heimlich die Briefe, dis sie ihm geschrieben, vom Fensterbrett und nimmt sie mit. Und Hans hat vorgesorgt. Hier liegt sein Brief, da - unterm Kopfkissen. Er fühlt nach ihm und nimmt ihn in die Hand. Käthe hat'« wirklich beim Auskleiden vorhin garnicht bemerkt, wie er - ihn drunterschob. 598 Jetzt fitzen sie Alle drüben in Papa'« Studirstube; Käthe liest die Zeitung vor. Jetzt also — jetzt gilt'«. Sin« — zwei — drei:--hopp ist er aus dem Bett gesprungen, — und steht am Fenster. Schnell auf den Stuhl — den Riegel auf — Suhl Wie kalt! Nun noch den Laden; aber sachte, ein Ritzchen nur-- So; nun schiebt die kleine rund« Knabenhand mit dem Brief sich durch und legt ihn behutsam auf's Fensterbrett. L Ach! Alle» voll Schnee! Das Christkind wird den Brief womöglich gar nicht sehen! Nur die großen, schwarzen Krackelbuchstaben lassen noch erkennen, wo er liegt. Das Rißchen wird allmälich größer; Hans lugt hindurch. Schnee — nichts al» Schnee! Die ganze Chaussee liegt voll; und da» Hofthor, und die Laterne — Alles weiß! Da — et lauscht: Sind das nicht Schritte? Es kommt Jemand die Chaussee herunter---1 Hui! Da schlägt auch schon der Wind die Läden zu. Oder war'» nur da» Rauschen von Flügeln? Von Christkinds goldenen Flügeln? Han« hört und sieht nichts mehr — schon liegt er wieder im Bett und verkriecht sich hochklopfenden Herzens unter die Decke. Tief — ganz tief --Md kneift die Augen zu. Das Christkind naht!------- ♦ * * Wie die Tage fliegen! Und Jeder hat feine Bestimmung. Das muß heute — — da» morgen--und das muß übermorgen fertig «erden. Ganz schön! Sehr richtig — in der Theorie! Aber in der Praxi»?? Jeden Abend dasselbe: Die Mutter seufzt — klagt — jammert: „Jetzt sind wir heut' wieder nicht fertig geworden!" Bi« der Vater ste sanft am Arm faßt, sie neben sich auf's Sopha zieht. „Morgen, Frauchen, ist auch noch ein Tag!" Und wenn man dann einmal sitzt — ach! da kann man wahrhaftig gar nicht wieder aufstehen. Mit einem tiefen Seufzer (nicht klar zu unterscheiden, ob es Kummer oder--Erleichterung) — bekommt das „Morgen" zu seinem ihm zugedachten Theil der Arbeit noch da» „Nichtfertiggewordene" von heute zugeschoben. Sin Wunder wohl, daß dann am letzten vor dem Feste am 24., sich Alles zusammenhäuft? Auch bet Dockor» geht'» so. „Liese, Du machst vor allen Dingen drin in der Stube Feuer an. Dann rupf' schon die Gans für morgen," sagt Frau Doclor. Liese kramt Papier und Holz hervor und trollt davon. „Du, Käthe —" fragend streift der mütterliche Blick das fürchterlich melancholisch dreinschauende Töchterlein — „ist da» Kopfweh so schlimm? Den Kuchen wirst Du wohl noch rühren können. Da — Milch, Eier, Rosinen. Gieb aber acht, daß der andere im Ofen nicht anbrennt." Käthe nickt — die Mutter geht. Milch — Eier — Rosinen; Rosinen — Eier — Milch Käthe — die Rosinen wäscht man erst I Und die Milch gießt man hübsch langsam---Käthe!! Aber Käthe — fünf Ster hat die Mutter gesagt — und jetzt schlägst Du schon da» achte auf! Umsonst! Sie — träumt. Von wa»? O — diese Frage! Wenn man von Käthe'» Träumen spricht, sieht unwill- kürlich Jedermann im Geiste dasselbe — nein „denselben". Nur: einmal hier — und einmal in Beerbach; einmal auf der Chaussee und einmal im Casino. Heute im leichten Hausrock — morgen im Frack; diesmal im Pelzmantel — ein andermal im „entzückenden Havelock". Aber immer gleich schön, gleich liebenswürdig, aufmerksam — kurz — einfach „ideal". Dies „Ideal" - o Gott! Was hat es nicht schon Alles auf dem Gewissen I Zerbrochene Vasen — Schelte — Asrger — Thränen — sogar ein „'mal im Zorn zerrissenes Taschentuch". Damals im Augenblick des ersten Sehens. O l Käthe weiß es noch so gut! Castnoball; — Saal — Lichter — Walzerklänge — — und plötzlich er! A—ach — da — ihr „Ideal". So sah e« au» — so hat sie sich's geträumt — die Nebel weichen —1 Er lächelt? Ha — wie dumm — sie kehrt ihm schnell den Rücken. O, dumme Käthe! Er hüt'» gemerkt — was starrt'st Du ihn so an? . . Und Tags darauf — ein zerrissenes Taschentuch . . ,i Die Schnelligkeit, mit der der Löffel zuerst seine Kreise im Kuchenteich beschrieb, nimmt bedenklich ab — wird immer — immer geringer. O! wie ste sich geärgert hat! Ganz schmählich! „Aber warte! Du sollst nicht mehr lachen" — und plötzlich dreht sich das Rührinstrument wieder mit rasender Geschwindigkeit — „ich werde sortfahren, Dir zu beweisen, daß - daß--" Na ja! Sah ich'» doch kommen! Um ein Haar — Schüssel und Kuchen lagen auf der Erde. O Käthe! Mit beiden Händen greift ste an das Herz. Gott, ist sie erschrocken!- Und geschrieen hat sie, daß der Hans auf dem Hof draußen es gehört hat. Natürlich — gleich gucken, was los ist; auf Peter's Schulter — die Nass an dis Scheiben ge. drückt--Käthe!!! Ein Schrei--Mama---sie dreht sich um — ach! Himmel! Warum, o Erde, thust Du Dich nicht auf? Oh — thätest Du Dich auf — mich zu verschlingen. Mich — sammt dem pestartigen, erstickenden Dust — und dem jammervoll anzuschauenden, schreckenerregenden schwarzen Ungeheuer, das sich einst Kuchen nannte. Und sie „die all' dies Herrliche vollendet?" Sie preßt — ausschluchzend — die Hände an die Schläfen--zu viel ist da« — zu viel! — Macht Kehrt — und läuft — und läuft-- Die Treppe hinauf — in die Bodenkammer. Und da oben will sie sich dann halbtodt weinen-- • * Ein Uhr! Heut muß es rasch gehen mit dem Essen. „Das wird noch eine schöne Hetzjagd geben," seufzt Frau Doctor. „Die Festung, Männchen; Du wolltest mir doch helfen aufbauen, gelt? Und die Lichter! Die neuen Lichthalter tauchen nichts." Und so geht's fort. Die arme Frau Doctor! „Wenn Käthe wenigstens nicht so verdreht wär', heute. Dis reinste lebendige Trauerweide. Geheult hat sie —! Zwei Stunden lang, — über den Kuchen. Und statt, daß sie nun fragen würde, wie der andere geworden ist — nein! Kein Wort! Sie schämt sich wohl. Was ste nur haben mag jetzt immer?" Der Vater lächelt — sie sieht ihn an — dann lächeln alle Beide. Und Hans? Gott! Dieser Junge. Halbtodt noch macht er einen mit seinen Fragen. Ob's schon bald Abend sei? Und immer am Fenster horchen. Auf was nur? Gegen Käthe ist er stürmisch zärtlich; manchmal. Manchmal läuft er weg, wenn sie kommt, oder versteckt sich. Wo steckt er eben nur jetzt wieder? Käthe soll ihn doch holen, ihm sein Sonntagrwämrchen anziehen, für heute Abend. Hans!! Da — unter dem Tisch. „Komm, schnell." Sie faßt ihn bei der Hand, zieht ihn hervor--und dann hinter sich her, in die Schlafstube .... So. Und nun steht er vor ihr, der kleine Kerl. Frisch gewaschen — frisch gekämmt; dar rothe Schlipschen steht ihm 'mal gut. - 599 - „M Hans?" Der Knabe hat sich an die Schwester geschmiegt; sein kleines Händchen schiebt sich in die ihre. „Käthe," fragt er zögernd, zu ihr aufschauend, — „freust Du Dich?" Sie wendet den Kopf und seufzt. Soll sie sagen: Han», Du weißt Doch, daß ich mich nicht freuen kann? Ach wa»I Der Kleine hat dar ja schon längst vergessen I „Käthe I" Da schlingen plötzlich sich zwei Aermchen fest um ihren Hal« — ziehen sie herunter, und eine glühende kleine Wange lehnte sich an die ihre. „Käthe I" — Er möchte etwa« sagen — so gern, ach — gar so gern, so gern möcht er es sagen; aber — Und plötzlich reißt er sich los — kneift Mund und Augen zu — und läuft davon. Was hat der Junge nur? * * Christabend I Befcheerungl Nicht wahr — wie ein Zauberstab wirken diese Worte! Da liegt sie plötzlich vor uns ausgebreitet, diese Märchen-, diese Zauberwelt; mit all ihrer glitzernden, flimmernden, buntschillernden Pracht, und liebliche Düfte wehen uns entgegen bei unserem Eintritt in das Paradies der Kindheit. Noch sind wir geblendet von all' diesem Glanze, wie berauscht vo» dem uns umfluthenden, strahlenden Lichtmeer, in das Christkindleins silberner Glockenton uns soeben gerufen; — wie betäubt von dem auf uns einstürmenden, undefintr» baren Gemisch all' jener süßen Weihnachtsdüfte, die die Atmosphäre des Bescheerzimmers erfüllen und ihm jenen eigenen, die Seele so festlich durchziehenden Reiz verleihen. EH nach und nach — ja l Jetzt allmälich find' ich mich wieder zurecht. Da — all' die fauber - «eißgedeckten Tische. Der — Bater — o! Seht — im neuen Schlafrock schon. Sieh' mal einer an: wie eitel! Mama? Ach — von ihren eigenen Geschenken hat sie noch kaum 'was gesehen; fie muß erst hören, was der Junge sagt. Das Glück und diese Augen —! Die Festung — die Pistole — und das Schaukelpferd — und all' die vielen, vielen anderen Sachen-- Ja — aber Hans — wo ist denn — Hans! Hast Du denn ganz und gar vergessen — Hans!!! Er sieht — er merkt es nicht einmal. Er denkt nicht mehr daran. Es war zu viel, was da mit einem Male Alles auf ihn eingestürmt. Sein Kinderfinn — ja, — Hans ist eben noch ein Kind! „Na, Hans?" Zu ihm, ihm sanft die Locken streichelnd, ist plötzlich Käthe eingetreten. Käthe!!! — Jäh zusammen zuckt der Knabe, der Bleisoldat in seiner Hand fällt auf die Erde. Er starrt die Schwester an — sieht ihre trüben Augen — und brennende Röthe bedeckt sein Gesicht. Käthe, ach! — Der Schlitten — Onkel Rudolf — Auf einmal kommt ihm Alles wieder zum Bewußtsein. Er wollte doch — da« Christkind soll' ihm doch — Und — ja, — echt kindlich, ganz natürlich; das Einzige, was einem überhaupt noch übrig bleibt, wenn man in solcher Lage sich befindet, wie eben Hans: Getäuscht — beschämt — errregt — und augenblicklich so bestürzt, verwirrt — Die kleinen Mundwinkel zucken — ein verdächtige« Zittern von Augenwimpern, Kinn und Unterlippe -- dann ein paar glucksende, schlürfende Töne-- Und instinctiv greift Alles nach den Ohren. „Hans!" Zum Eteinerbarmen klingt sein Geheul. „Hans! Aber Junge, Kind — was ist denn los!" Ein Durcheinanderrufen, Staunen, Fragen. „Hans — aber Hans!" Und neues Streicheln, Trostversuche. „Junge, Junge!" Doch nicht« vermag den Strom seiner Thränen zu hemmen. Sie rollen langsam, unaufhaltsam über seine Wangen, - immer neue; und Käthe wischt sie — immer wieder — mit dem Zipfel ihrer Schürze ab. „Ruhig, Junge." Sie hält ihm 'den Mund zu; — aber das Schluchzen dauert fort. Halb erstickt zwar — hinter der Schürze hervor — aber es hört und hört nicht auf. „Hans — horch mal! Ein Schlitten!' Da horcht der Kleine plötzlich auf---- Durch die Stille der Nacht — aus der Ferne noch — aber deutlich vernehmbar — dringt Schellengeläut. Kling — ltng Klinglingling — — näher, immer näher-- Hans muckst sich nicht mehr. Oh — dies Gesichtchen! Augen — so—o weit geöffnet, das Mündchen auch. Ueber die erhitzten Wangen — lange, feuchte Straßen hinterlassend — rollen noch die letztvergoff'nen Thränen. (Schluß folgt.) Die Hochzeitsreise. Eine kleine Plauderei für die Frauenwelt. Von Julius Rößler. (Schluß.) Dar tägliche Einerlei und die manchmal auch fragwürdigen Erfolge der Kochkunst der jungen Hausfrau können und wollen dann nicht recht munden, und dadurch ist gar oftmals der Grund zur ersten Unzufriedenheit gelegt. — „Du gönnst uns wohl nicht einmal die ungetrübten Flitterwochen?" fragt hier vielleicht die eine oder andere unserer Leserinnen, welche sich in diesem glücklichen Stadium befindet. Gewiß, meine Ver- ehrteste, ich wünsche Ihnen nicht nur die glücklichsten Flitterwochen, sondern auch, daß Ihr späteres Leben ein Abglanz dieser ungetrübten Tage sei. Das eigene, traute Heim ist aber allein nur der passendste Ort für die Flitterwochen; Eisenbahnwagen, Dampfschiff oder Wirthrhaustafel sind durchaus ungeeignet dafür. Die überschwänglichen ehelichen Zärtlichkeiten, welche die Schwiegermutter nun nicht mehr im Z^ume halten kann, haben zu Hause wohl ihre Berechtigung, vor aller Welt zur Schau gestellt, werden fie aber läppisch, geniren unsere Mitmenschen oder fordern deren Spottlust heraus. Andernfalls kann eine hübsche, junge Frau leicht der gesuchte Mittel- punkt der Reisegesellschafter werden; wollte sie aber auf diese Auszeichnung stolz sein, dann müssen wir ihr warnend sagen, daß der Geschmack an solchen Huldigungen ein guter Theil Eitelkeit bekundet, die unter Umständen ihrem ehelichen Glück einen argen Stoß geben kann. An einem schönen Aussichtspunkte sagte eine junge Frau: „Ach, Arthur, eine Hochzeitsreise ist doch zu schön und ich wünschte, ich könnte alle Jahre eine machen!" was doch ein höchst lebensgefährlicher Wunsch für den Herrn Gemahl bleibt. , „ Außer diesen gesellschaftlichen und ethischen Uebelstänben kann eine Hochzeitsreise aber auch sanitäre tm Gefolge haben. Richt allein sind dies aber alltägliche Erkältungen oder leichte Verstimmungen des Magens, sondern das Zusammentreffen von Unruhe und Erregung der Reisetage mit den ersten Tagen des ehelichen Lebens. Ein Sturz, ein Schreck oder die ungewohnte Anstrengung, wie sie eine Gebirgstour leichter als däs Hausleben mit sich bringt, können selbst auf den Fall des ehelichen Lebens störend einwirken, von welchem der Tiroler Hochzsitsbttter sagt: „Un is halt a Joahr vorbei, so wearn aus zwei gewöhnli drei!" Die verehrten Mütter werden für diesen Fall aber an unsere Stelle treten, um mit ihrem sachkundigen Wissen und mit ihrer reichen Lebenserfahrung Töchter und Enkelinnen zu berathen und zu unterweisen. Zum Schluß noch eine kleine Geschichte. Den Besucher« des Königrsees wird von dem Fährmann am schroffsten Felsenabhang ein Kreuz gezeigt, ein trauriges memento mori für Hochzeitsreisende. Dort oben am Klippenrande stand auch einmal Arm in Arm ein Ehepaar von wenigen Stunden, — 600 — al« ein verhängnißvolles Schicksal ein Felsstück loslöste und die Aermsten mit in die Tiefe riß, wo fis vereint in den Fluthen des Sees ein jähes Ende fanden. Wenn dieser unglückliche Zufall auch vereinzelt dastehen dürfte, so führt die Hochzeitsreise doch bei vielen jungen Eheleuten zu einem solchen imaginären Felsstück, das sich loslösen und ihr junges Glück auf einmal begraben kann. Wenn Benedix in einem Lustspiel ein Loblied auf die Hochzeitsreise singt und sagt, „daß sie die beste Einleitung der Ehe sei", dann mag der Dichter dies mit sich selbst abmachen; wir aber sind anderer Ansicht und meinen: Es ist das Hochzeitsfsst des Brautstandes wohlschmeckender Rest, die Hochzeitsreise aber ist eine ungesunde Speise. Gemeinnütziges. Vergoldungspulver. Ein Vergoldungspulver, womit man Kupfer, Messing, Silber u. s. w. durch einfaches Abreiben vergolden kann, wird durch Mischen von 12 Theilen Cyankalt, 4 Theilen Goldchlorid, 1 Theil Weinstein, 20 Theilen Wasser und 20 Theilen Schlemmkreide hergestellt. Die zu vergoldenden Gegenstände werden gut gereinigt, durch eine Mineralsäure (am besten Salzsäure) gezogen oder damit befeuchtet und das Pulver mit Wolllappen aufgerieben. Baseler Lebkuchen. *Ein Pfund Honig wird einige Minuten gekocht und dann vom Feuer genommen, ein Pfund Zucker und zwei Pfund Weizenmehl darunter gerührt und der Teig einen Tag stehen gelassen. Dann kommen hinzu 6 Eidotter, 16 Gramm Kaneel, 16 Gramm Nelken, 5 Gramm Kardamom, Citronenschale, 125 Gramm grobgeschnittene Mandeln und l*/2 Quentchen kohlensaurer Ammoniak mit Wasser aufgelöst, Alles gut durchgerübrt und stark geklopft, dann wird der Teig ausgerollt, in Stücke geschnitten und bei starker Hitze gebacken. • * « Choeolademuschelu. 8 Eiweiß werden mit IPfund Zucker und etwas Vanillezucker 1 Stunde gerührt, 125 Gramm gute geriebene Chocolade, 125 Gramm Cacao, 1 Pfund unabgezogene, fein geriebene Mandeln damit vermengt. Dann nimmt man die Masse aufs Backbrett, schneidet kleine StückHen davon ab, welche man in die mit Zucker bestreute Muschelform drückt. Auf einem mit Speck bestrichenen Blech werden sie in schwacher Hitze gebacken. * ♦ * Gefüllte Datteln find ein so apartes, wohlschmeckendes, dabei hübsch aursehendes Naschwerk, daß ste sich auch zur Füllung von Bonbonnieren und zu feinem Dessert eignen. Appetitlich aussehende Datteln (man wähle die beste Sorte, von der ein Pfund etwa 3 Pfund gefüllte Datteln gibt) werden der Länge nach dreiviertel ausgeschnitten und mit einem länglich runden Stück guter Marzipanmaffe so gefüllt, daß die Hälften nicht wieder schließen, sondern die Fülle sichtbar bleibt. Man drückt die Frucht in die richtige Form, bindet eventuell provisorisch einen Faden darum, bis die Marzipanmasse trocken ist. * * ♦ Damit die Kerzen in Kron» und Tafelleuchtern, ebenso die Kerzen am Weihnachtsbaume recht lange brennen, lege man sie, nachdem für jeden Leuchter und Halter die passenden herausgesucht sind und der Docht angebrannt ist, im Sommer einige Stunden in den Eiskasten, im Winter dagegen vors Fenster und bringe sie nur unmittelbar vor dem Anzünden in die warme Stube. Da die Masse eiskalt ist, schmelzen Wachs und Stearin nur sehr langsam, die Flamme dagegen brennt hell wie gewöhnlich. ♦ • Kauiuchensuppe. Zu dieser Suppe wird das Kaninchenfleisch in passende Stücke geschnitten, mit kochendem Z Wasser und Salz ausgeschäumt, einige Zwiebeln, Kohlrabi, eine Petersilienwurzel und ein Stück Buttter hineingethan und je nach dem Alter des Kaninchens l1/» bis 2 Stunden langsam gekocht, doch darf das Fleisch nicht zu weich werden. In der Suppe kann Reis oder Gries gekocht werden, sodaß sie gebunden wird- Beim Anrichten kann ein frische» Eidotter, feingeschnittene Petersilie oder etwa« Muscatblüthe hinzugefügt werden, was der Suppe nur zum Lortheil dient. Das Suppenfleisch ist zu heißen Kartoffeln mit einer Zwiebel- saucs zu essen. * ♦ Richtiges Einheizen. Auch da» Etnheizen ist eine Kunst, die gelernt sein will. Vor Allem verfalle man nicht in den weitverbreiteten Fehler, die Kohlen anzufeuchten. Feuchte Brennmaterialien geben weniger Wärme als trockene, denn das vonßihnen angenommene Wasser muß erst ver> dampfen und die Wärme, die in diesem Wafferdampfe aus. gespeichert ist, geht verloren. Dann kommt er auch auf bas richtige Nachlegen an. Die frischen Kohlen dürfen nicht aus die glühenden geschüttet, diese müssen vielmehr zurückgeschoben und die frischen Kohlen vorn auf die Roste vor die glühenden geschichtet werden. Wenn man diese beiden Punkte beobachtet, wird man eine große Ersparung an Feuerungsmaterial erzielen. O * • Schutzmittel gegen das Ausgleiten bei Glatteis. 50 Gramm dicken Terpentin, 200 Gramm Kolophonium, 50 Gramm Benzin und 50 Gramm Epiritur läßt man in einer Flasche an einem warmen Orte so lange stehen, bi» ein« Lösung de» Terpentins und Kolophonium erfolgt ist. Mit dieser Lösung bestreicht man einige Male die Schuhsolen und läßt die Flüssigkeit eintrocknen. Diese» Mittel conservirt auch das Leder. In jeder Drogusnhandlung erhält man da« ebenso wirksame als billige Mittel bereitet. Humoristisches. Im Heirathsbureau. Stößl: Herr Mayer, die», mal hab' ich aber etwa» für Sie! Wissen Sie, was sie hat? 30,000 Mark hat sie!" Mayer: „Wer tst's denn, Herr Stößl? Kenn' ich sie vielleicht?" „No, wenn Sie die nicht kennen! Josef Sperber» einzige Tochter, Fräulein Melanie!" Mayer: „Was, die alte Schachtel?' Stößl: „Alte Schachtel? Nu, Sie brauchen ja nicht auszugehen mit ihr!" ♦ * ♦ Nach der Hochzeit. Junger Ehemann: „Wie, 3000 Mark besitzest Du nur? In der Heirethaannonce hattest Du doch angegeben, 30 000!" — Frau: „Ach Fritz, ich habe mich auf der Zeitungsexpedition geniert, so wenig zu schreiben!" * ♦ * Vorsorglich. Unteroffizier (im Jnstruetionsbuche lesend): »Dieser Punkt befindet stch 1000 Meter über der Adria .. . Streicht mal das Wort aus und schreibt adriatische» Meer dafür — sonst meint wieder einer, da» wär' eine Herrschaft», köchin!" ♦ ♦ ♦ Gedankensplitter. Wenn sich zwei Todfeinde in einer Gesellschaft begegnen so ignoriren ste sich, aber zwei Todfeindinnen küssen sich auf da» Zärtlichste- ♦ Schrecklich. Hänschen (der im zoologischen Garten dem Elephanten eine Kirsche gegeben): „O weh, Mama, jetzt hat der Elephant den Kern mit 'nuntergeschluckt!" Burschikos. „Darf ich fragen, wieviel Sie auf Ihrer Uhr haben?" — „Sechs Mark fünfzig, mein Herr, wollen Sie mirs vielleicht auslösen?" Siebaction: A. Gcheyba. — Druck und »erlag der Brühl'schm UntverfiMS-Buch- und ©teinbrutferei (Pietsch & Echeyba) in (Biegen.