doch heute rr, indessen schützen mit mdtheit im Schußwaffe und Bogen arte Bogen» ite Schwert, s, gebräuch- die Dsraya, mit sich. Tapferkeit in Grausamkeit am meisten den Freund, Tücke und körperlichen n entwickelt, s Gehör bei lt er groß« retteifert, im rr, ohne ein» legen, und er- ib Durst mit it Raub und das Bestellen den Sklaven ferdes, aber zugt er dar । Schnelligkeit dieses Restlich ungemein Beute durch- >r drei Mann ne Karawane s Lager oder trupp in der des Handels- uheit und Ge- rankommenden geln oder in erkt bis zum > nachher die »reg überfallen ihren Angriff, in wenigen titglieder hin« »eichen die An- । diesen Punkt l einander ab. Schätzung der icht unmöglich, entheils unter- fen. Indessen r zufolge alle Köpfe zählen »gerechnet; als [6t im Westen rde von seinem sei. Er ant- rinnern könne; ching sich" " c Examinator- Antwort. i) in Ließt». Uiitrrhaltungsbtatt zum Gkrßenrr Anzeiger (Grurral-Anzeiger). Dienstag »cn 21. InN 1 . i w I l L W MW O WM z?'- Die Töchter des Popen. Roman von Marguerite Poradowska. Deutsch von M. Ptllet. (Fortsetzung.) Uebrigen» war Binia viel zu erschöpft, um noch gegen irgend etwa» anzukämpfen; die Anstrengung, die sie gemacht hatte, lag so wenig in ihrem Character, daß sie sich ganz gebrochen davon fühlte. Und sie empfand eine unendliche Erleichterung darin, sich endlich auf eine starke Kraft zu stützen, zu der sie unbedingte» Vertrauen hatte. Hans, der durch bas Glück ganz verwandelt war, legte u Je tt~ deinen Freundin in den seinigen und rief mit fröhlicher Stimme nach Komar; dann verschwanden sie bald im Hochwald, Beide von unbeschreiblichen Gefühlen bewegt. ■ In dem Augenblick erscholl eine Stimme au» dem Wirth«, hause: „Heda, Janek, Janek I Schwabe ist da und ruft Sie." Aber der junge Mann machte nur eine verächtliche Geberde, ohne zu antworten. « 7?°r Teufel hole den Werber und Amerika und die Reiset" rief er später. Jetzt, da Binia ihn liebte, mußte sich ein anderer Ausweg finden. XVIII. Am anderen Morgen früh trat Hans mit strahlendem Gesicht in das Zimmer de» Oberförsters, den er noch ganz aufgeregt über die Scene fand, bei der er am Abend vorher im Pfarrhause Zeuge gewesen war. „Dann ist Binia ja frei," rief Janek, „und hat nicht» mehr zu fürchten." Und in wenigen Worten unterrichtete er seinen Meister von Allem, was geschehen war. Thaddäus antwortete mit ungläubigem Lächeln: „Man kann nie genau vorher wissen, wie ein Mann von des Popen Schlage handeln wird! Alles hängt davon ab, was der Thier» arzt thut- Bleibt er dabei, seine Ehe für ungiltig erklären zu lassen, so ist Thymoftäus viel zu klug, um sich zwei Schwiegersöhne auf einmal entschlüpfen zu lassen und wird itch dann um so fester an Piesek klammern. Wenn Vincenz sich dagegen erweichen läßt, dann wird er den Seminaristen sofort aufgeben, was durchaus nicht sagen will, daß Du in Gnaden angenommen wirst." „Wieso denn? Wir halten ja Binia in der Hand!« „Höre, lieber Freund, da» kann unmöglich Dein Ernst , » , ,®u beabsichtigst doch nicht etwa, die Kleine tage», ja vielleicht wochenlang unter Deinem Dache zu verbergen? Bedenke, daß, wenn der Pope von der Sache erführe — und er hat eine gute Polizei, — er da» Recht hätte, Dir die Gen» barmen auf den Hals zu schicken. Da» wäre ganz einfach Entführung einer Minderjährigen. Du siehst darin nur ein romantische» Unternehmen, aber e« ist viel ernsthafter, al» Du glaubst." „Es erschien mir so einfach," murmelte Han», „zum Popen zu gehen und ihm zu sagen: Ich weiß, wo Binia ist; wenn Sie sie mir zur Frau geben wollen, bringe ich sie Ihnen wieder. „Du bist sehr harmlos, armer Junge; jetzt, da Du Dich von Binia geliebt weißt, stehst Du keine Hindernisse mehr für Deine Wünsche. Nun, der schlaue Pope würde Dich schön abfertigen oder Dich anführen wie die Anderen." Han» war ganz verzweifelt. „Ich habe Binia versprochen, sie nicht mehr in's Pfarr» hau» zurückzuführen. Wenn ich mein Versprechen nicht halten kann, so gehen wir Beide nach Amerika. Ich hätte diese »ble Ausflucht gcrn^ vermieden, aber wenn e» nöthig ist, sind Thaddäus, der eben einen Aermel seiner Szamarka über» gestreift hatte, hielt einen Augenblick ganz verblüfft inne, mit dem Arm in der Luft. „Ausgezeichnet! Weiter, genire Dich nicht! Also eins regelrechte Entführung! Wie danke ich der Vorsehung, die mich davor bewahrt hat, mich jemals zu verlieben. Ein Weiser hat irgendwo gesagt, daß die Liebe die erste Stufe zu geistiger Umnachtung ist. Er hat tausendmal Recht. Ich erkenne Dich nicht mehr; Du bist toll, rasend I Und Du behauptest, st« zu lieben, Deine Binia? Wenn es der Fall wäre, so wie ich mir das vorstelle, würdest Du, scheint mir, etwa» mehr an ihren guten Ruf denken. Glaubst Du denn, daß ein Mensch von jähriges'Mädchens?" paffenber fflt e,n achtzehn» 334 „Die ist ja bei meiner Mutter!" „Ja, ja, die bösen Zungen werden den Sohn bald hinter der Mutter und Großmutter entdecken!" Der Oberförster hatte seinen Anzug beendet, die Schnalle zugemacht, den Gürtel zurechtgeschoben und nahm nun seinen Hut- „Du kommst mit mir, Han», ich werde selbst mit Binia sprechen. Sie hat ein gute» Herz und gesunden Verstand und weiß, daß ich nur ihr und Dein Glück will. In einer Stunde muß fie wieder unter dem väterlichen Dache sein. Dann laß mich nur machen, ich habe einen Plan. Besonders darf aber der Pope nicht erfahren, wo Binia Aufnahme gefunden hat- Er muß glauben, war ja auch der Wahrheit entspricht, sie fei geflohen, um den Grobheiten des Seminaristen zu ent« gehen und dann die ganze Nacht umhergeirrt. Nun, bist Du einverstanden? Hast Du Vertrauen zu mir? Komm' und sage Jlko, daß er anfpannt und uns an Deinem Hause erwartet." XIX. Der plötzliche Bruch zwischen dem Thierarzt und der Tochter des Popen hatte eine große Aufregung im Stäbchen X. hervorgerufen. Die Neuigkeit war schleunigst von den bei der Hochzeit Anwesenden verbreitet worden und nun schon in Aller Munde. Daher sah man auf den Thürschwellen, in den Läden oder an den niedrigen, halbgeöffneten Fenstern ganze Gruppen von Menschen, deren Gesichter Erstaunen und brennende Neugier ausdrückten. Jeder gab seine Meinung ab, wußte noch Einzelheiten mitzutheilen, tadelte oder lobte. Die Meisten nahmen Partei für den Thierarzt; so ein guter Junge und wie ihn dieser Pope überlistet hatte! Alle erklärten sich einstimmig gegen Thymostäus. Was für eine Idee aber auch von Rayski, sich um eine Pfarrerstochter zu bewerben! Das war doch keine Partie für ihn. Mögen sie doch untereinander heirathen, diefe Leute, wie es ihre Gewohnheit ist! Gab es denn nicht genug hübsche Mädchen in der Umgegend? Es war Markttag, so daß die ganze Stadt in Bewegung war. Zahllose Bauernwagen kamen auf den Landstraßen heran und der Marktplatz wimmelte von Gefährten, die mit Gemüse und anderen Lebensmitteln beladen waren. Bergbewohner in bunten Costümen breiteten ihre Maaren aus und riefen die Vorübergehenden an; kleine Juden im langen Kaftan, der bis an die Füße reichte, liefen geschäftig hin und her: Das Haus des Thierarztes lag gerade in der Mitte des Platzes. Es war ein großes, einstöckiges Gebäude, von Bäumen umgeben. Ein weites, zweiflügeliges Thor, vor dem zwei Stucksäulen standen, gewährte Einlaß. Hinten in dem ausgedehnten Obstgarten weideten eine Anzahl Pferde, deren Füße mit einem Stricke gefeffelt waren. Vincenz Rayski war sehr beliebt bei bei Leuten in der Gegend, denen er stets zu helfen und zu dienen bereit war. Da fie von der Hochzeit wußten, hatten fie sich, um ihre Dankbarkeit zu beweisen, am heutigen Morgen zahlreich ein- gefunden; der Eine mit einem Schock schöner Eier, der Andere mit einem Tönnchen Schaskäse, der tüchtig mit Kümmel gewürzt war, der Dritte mit einer Scheibe Honig. Gewöhnlich fanden fie den Thorweg weit offen stehen, um Menschen und Thiere einzulaffen, aber heute blieben zu ihrem großen Erstaunen die beiden Flügel fest verschlossen. Verschiedene Leute, die den Rath des Thierarztes für ihr krankes Vieh begehrten, hatten sich der ersten Gruppe an- geschloffen, so daß um das Haus herum eine Masse Menschen versammelt waren; einige trugen schwere Tragkörbe auf dem Rücken, andere zogen Ochsen oder Kühe, welche ein jämmerliches Gewimmer ausstießen, an einem Stricke hinter sich her. „Wird er denn nicht aufmachen?" fragten sich die Bauern untereinander. „Ich möchte gern vor der großen Hitze wieder zu Hause sein." „Er ist vielleicht krank," sagte ein Anderer. „Nein, er hat ja gestern geheirathet, er verschläft nur die Zeit." „Geheirathet schon, aber es heißt, er soll StrMrNit dSm Schwiegervater bekommen und seine Frau sitzen gelassen haben." „Das ist eine schöne Geschichte!" „Ja, aber .... was soll ich denn mit meiner Kuh machen? Seit drei Tagen schwillt fie immer mehr an, bald wird sie platzen." Während die Bauern so ihre Bemerkungen austauschten, sah man plötzlich auf dem Marktplatz einen glänzenden Zug von Männern in weißen Röcken mit rothen Aufschlägen und in viereckigen Mützen von derselben Farbe erscheinen. Vor ihnen her laute Musik und über ihren Köpfen eine wehende Fahne, auf der zwei ineinander gelegte Hände gemalt waren; darunter stand mit großen Buchstaben: „Polen und Ruthenen." Der kleine Trupp, dem Bauern und Bürger folgten, brach sich, so gut es ging, Bahn zwischen den losgespannten Wagen und den Haufen von Säcken, die mit Gerste und Mehl bis obenhin gefüllt waren. Nun stellten sie sich in guter Ordnung gerade gegenüber von Rayrkis Fenstern auf und stimmten laut den berühmten Marfch von Dombrowski an. Es waren die Psrrwren LÜS 5t? Stadt Strv. welche noch nichts von den Ereignissen des Vorabends wußten und kamen, um nach polnischer Sitte der jungen Gattin ihres Freundes Brod und Salz barzubieten und ihr ein Morgen« ständchen zu bringen. Fünf Minuten waren noch nicht vergangen, als ein neuer Zug, ebenfalls von Blechinstrumenten begleitet und „Verein der Patrioten" genannt, auf dem Platze zum Vorschein kam, während von der anderen Seite der Straße eine dritte Gesellschaft, deren Standarte sie mit dem Namen „Die Zukunft Galiziens" bezeichnete, in bester Ordnung heranrückte und sich gleichfalls vor dem Haufe des Thierarztes aufstellte. Jede dieser Deputationen spielte eine andere Melodie und die so entstehenden Mißklänge bildeten zusammen mit dem Geschrei der Leute und dem langgedehnten Brüllen des Viehs die betäubendste Katzenmusik. Die Anführer der Vereine schienen überrascht zu sein, daß trotz des Lärms die Thür so hartnäckig verschlossen blieb und fingen an, die umstehenden Bauern zu fragen, von denen fie aber nur ganz ungenügende Antworten erhielten. Endlich wagte es einer von ihnen, ein starker Mann im bunten Jupan, mit herabhängendem Schnurrbart und neuen Handschuhen, kräftig an die Thür zu klopfen, und als er keine Antwort bekam, durch den Obstgarten um das Hau« herum« zugehen. Da er seinen L Uten einen Zeichen gegeben hatte, folgten fie ihm Alle Schritt für Schritt und verschwanden unter den großen Bäumen. XX. Vincenz, der unglückliche Held dieser Nacht, hatte sich nach der traurigen Heimkehr in sein Arbeitszimmer geflüchtet. Als die Dienstleute das Rollen der Räder auf der Land« straßs hörten, welches die Ankunft ihres Herrn verkündete, hatten sie eilig die Hauptzimmer de» Hauses erleuchtet, wie ihnen befohlen war. Dann hatten sie sich ehrfurchtsvoll unten an der Rampe, gegenüber dem Obstgarten, ausgestellt; der älteste Diener hielt einen Teller mit Brod und Salz in den Händen und wiederholte im Stillen die kleine Ansprache, die er vorbereitet hatte. Bei der Annäherung der Britschka zitterten die braven Leute vor Ungeduld und Rührung; aber wie groß war ihr Erstaunen, als sie anstatt des erwarteten jungen Ehepaares ihren Herrn allein, nur von den beiden Brautführern begleitet, aussteigen sahen. Dem Alten blieb vor Ueberraschung der Mund offen stehen und er verschluckte die Rede, die ihm schon aus der Zunge schwebte. Dann rief er unehrerbietig: „Run, die gnädige Frau ist wohl unterwegs geblieben!" Sofort machte ihm eine derbe Ohrfeige im Verein mit einem wohlbekannten Fluche die Situation klar und schickte zugleich Brod und Salz zum Teufel. Der Thierarzt war dann in seine Wohnung gegangen, aber der Anblick der festlich erleuchteten Zimmer hatte ihm da» Herz zusammengeschnürt. Möbel fi von poli und dan Links, i unter de Betten, von eine war, sch All von Glü Stacheln Gott, es um das so sorgst in alle 5 Stimme mal« ihr ruhen! Bin was um Euenöoge sicht gesä Ihn Brautfüh loch, und Wei gekommer Lage, uni Scheidung Die vergeblich Die des Ham sich gerär Partie P wohnheit« und Run Tief nur das ! auf den ! „Coeur? Alln Tages bn zu dem g Dra werden und auf I Hauses st Vinc gefchwollei Kampf, bi mit jener gesteigerte dem Sem nochmals faffungslo Schaar vi Dam die Ueberl beeinflussen der Strei glück nicht an seiner Heim entg Pferde zu ihr Haus, Aber und der 8 verrathen. Sofronya als Frau 'MM bim assen haben." meiner Kuh chr an, bald austauschten, tnzenden Zug sschlägen und Heinen. Vor eine wehende malt waren; d Ruthenen." rger folgten, losgespannten Gerste und sich in guter irn auf und rowski an. Strv. welche wußten Üiiu Gattin ihres ein Morgen« al« ein neuer und „Verein Erschein kam, dritte Gesell« ,Die Zukunft täte und sich lllte. Melodie und teil mit dem en des Viehs scht zu sein, schloffen blieb n, von denen len. 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Alle diese Einzelheiten, die von freudiger Erwartung, von Glück und Frieden sprachen, drangen jetzt wie ebensovtele Stacheln in das Herz des unglücklichen Ehemannes. Ach Gott, es hatte nur einer einzigen stürmischen Stunde bedurft, um das kleine, reizende, warme Rest, zu deffen Ausbau Alles - '"^faltig zusammengetragen worden war, zu zerstören und in alle Winde zu verstreuen. Niemals würde die lachende Stimme der jungen Popadia in diesen Mauern ertönen, niemals ihr blondes Haupt unter dem Schutze dieser Madonna ruhen! Vincenz hatte sich, müde und gleichgiltig gegen Alles, was um ihn her vorging, in einen Lehnstuhl geworfen, die Euenoogen Güf tii UNd die Lände vor das Ge- sicht geschlagen. Ihm zur Seite standen wie zwei Leibwächter die beiden Brautführer, noch mit ihren verwelkten Sträußen im Knopfloch, und ermahnten ihn zur Festigkeit. Weiterhin besprachen einige Kameraden, die ihnen nach- gekommen waren, sehr laut und mit lebhaften Geberden die Lage, und die Worte: „Solidarität, politische Partei, Rom, Scheidung" kehrten jeden Augenblick in ihren Reden wieder. Die ab und zu gehenden wehklagenden Diener versuchten vergeblich, der wirklichen Sachlage auf den Grund zu kommen. Die Freunde wurden endlich des hartnäckigen Schweigens des Hausherrn müde; sie erblickten einen Spieltisch, setzten sich geräuschlos herum, vertheilten die Karten und fingen eine Partie Preference an, während die mit den gastlichen Gewohnheiten des Hauses vertrauten Diener Cigaretten, Thee und Rum herumreichten. Tiefe Stille herrschte jetzt in dem Zimmer; man hörte nur das Ticken der Wanduhr und das Aufschlagen der Karten auf den Tisch, unterbrochen von den Ausrufen der Spieler: „Coeur Aß, Pique Dame! — Ich hebe ab." Allmälig stiehlt sich das fahle Licht des anbrechenden Tages durch die Vorhänge und bildet einen düsteren Gegensatz zu dem gelben Schein der Kerzen. Draußen auf dem Hühnerhofe beginnt es lebendig zu werden. Die Hähne krähen einander zu, die Tauben girren, und auf dem großen Kirschbaum, deffen Zweige das Dach des Hauses streifen, zwitschert lustig das Volk der Sperlinge. Vincenz rührt sich noch immer nicht, aber die dick angeschwollenen Adern auf seiner Stirn zeugen von dem heftigen Kampf, der in seinem Innern tobt. Und wieder und wieder, mit jener erbarmungslosen Deutlichkeit, welche der auf's höchste gesteigerte Kummer mit sich bringt, durchlebt er die Scene mit dem Seminaristen, schleudert Denen, die ihn betrogen haben, nochmals Worte der Vernichtung in'« Gesicht und stößt die faffungslose Sofronya, ihre Mutter und Schwestern, die ganze Schaar von Frauen, die sich an ihn klammern, zurück. Dann aber drängt sich ihm sofort mit unerbittlicher Logik die Ueberlegung auf, daß, wenn er sich nicht hätte vom Wein beeinfluffen lassen, wenn er ruhig beim Tanz geblieben wäre, der Streit mit Piesek nicht stattgefunden hätte und da« Unglück nicht geschehen wäre. Dann würde Sofronya jetzt dicht an seiner Seite in dem leichten Tarantaß fröhlich dem neuen Heim entgegenfahren und er mit kräftigem Peitschenhiebe seine Pferde zum schnelleren Ausgreifen antreiben, damit sie bald ihr Haus, das Ziel ihrer Sehnsucht, erreichten. Aber dann, antwortete sein Gewissen, hätten der Pope und der Seminarist triumphirt und seine eigene Partei wäre verrathen. Und wenn auch, wer hätte behaupten können, daß Sofronya die Ansichten Jener theile? Sobald er sie einmal als Frau im Hause gehabt hätte, wäre wohl ein anderer Ausweg zu finden gewesen. Man hätte sich einfach vö» Schwiegervater, Schwager und der ganzen Familie losgesagt, und damit gut! Während er so nachdenkt, übermannt ihn der Schlaf. Der Kopf sinkt ihm schwer auf die Brust; aber er findet auch jetzt noch keine Ruhe; der drückende Alp verfolgt ihn unaufhörlich. Er träumt, daß er, während seine Kameraden nicht Hinsehen, behend entwischt und mit großen Schritten über die Felder dahineilt. Gott, wie schwer sind seine Stiefel und die Erde, die daran hängen bleibt! Mit großer Mühe erreicht er das Pfarrhaus und schleicht auf leisen Sohlen hinein. Alles ist dunkel, nur ein Mondstrahl, der durch das Fenster dringt, erlaubt ihm, etwas zu unterscheiden. Auf den längs den Mauern ausgebreiteten Strohsäcken liegen die Mitglieder der Familie ausgestreckt, aber sie schlafen nicht. Dumpfes Stöhnen, halbersticktes Klagen tönt von ihren Lippen; aus dem ganzen Hause scheint ein einziger, ungeheurer, todestrauriger Seufzer aufzusteigen. Mit Fieberhaft tastet er vorwärts und neigt sich über dis unglücklichen Menschen, die ihn nicht erkennen. Er sucht Sofronya, seine Sofronya, seine Frau. Wo ist sie? Eine lange, seidenweiche Flechte schlingt sich plötzlich um seine Füße, er fällt auf die Kniee: „Fronya, mein Weib, meine Geliebte! Ich bin es — still, sag' ea Nie- mandem, daß ich ;urüÄgekebrt bin; komm', für uns giebt es keine Trennung mehr! Komm' mit mir, Deinem Gatten, Deinem Vincenz! Wie schwer Dein Kopf ist und die Hände wie kalt!" Er versucht sie in seine Arme zu nehmen, aber vergebens. Ihr Körper ist schwer und eisig wie Marmor. „Fronya, Fronya," schreit er, „mein Weib!" Plötzlich erwacht er und sieht sich ganz verwirrt um, er hat geträumt. Seine Stirn ist von Schweiß bedeckt; die Preferencespieler neben ihm haben sich nicht einmal gerührt. Der Morgen war jetzt da. Die zitternden Kerzen waren eine nach der anderen zusammengesunken und warfen nur noch ein unsicheres Licht um sich. Von außen drangen die Laute des erwachenden Lebens immer deutlicher herein, das Rollen der Wagen auf der Straße, das Geschrei der Leute, welche das Vieh heranführten, das Wiehern eines Pferdes oder da« Brüllen eines widerspenstigen Ochsen. Alle diese bekannten Töne, die ihn regelmäßig zweimal in der Woche an Markttagen aufweckten, waren ihm heute fürchterlich. Er errieth, daß diese wimmelnde Menge von Neugier und Klatschsucht bewegt war. Ob sie ihm freundlich oder feindlich gesinnt war, schien ihm gleichgiltig. Nur daß sich Jeder berechtigt glaubte, ohne Scham die tiefsten Winkel seines Lebens zu erforschen, seine Schande an'« Tageslicht zu ziehen, die geheime Wunoe seines Herzens bloß zu legen, das brachte ihn zur Verzweif- lung. Und wem konnte er deshalb zürnen? Nur sich selbst. Lin schwacher Fanfarenklang traf unbestimmt sein Ohr. Er runzelte erstaunt die Stirn und hob den Kopf. Dann wandte er unwillkürlich die Augen nach den Spielern und hörte Denjenigen, welcher gerade die Karten gab, nachlässig sagen: „Es wird gar nicht einmal nöthig sein, bis nach Rom zu gehen; ich mache mich anheischig, im Sturm die Erlaubniß der Bischofs zu erringen ... Sie geben, Augustowski . . . Der arme Junge, der Rayski, was für ein Thor er ist! Erst läßt er sich auf eine so unpassende Partie ein und dann muß er einen solchen Scandal erleben... So, falsch gegeben!" Ein Fluch erstarb auf Vincenz Lippen. Um was kümmerten sich die Leute denn? Es war sehr leicht für sie, während sie, die Cigarette im Munde, behaglich ihren Thee schlürften und Karten spielten, über seine Qual hin und her zu dispu- tiren, ihn zu tadeln, ihre Meinung abzugeben. Die entfernten Fanfarenklänge wurden jetzt stärker und nun entstand auf dem Platze verworrener Lärm. Vincenz rieb sich die Augen; was war denn los? Plötzlich ertönte der Schall der Blechinstrumente gerade unter den Fenstern und in einem Augenblick war der ganze Obstgarten von einer Masse rother Czapkas angefüllt, so daß er aussah wie ein ungeheures blühendes Mohnfeld. (Fortsetzung folgt.) Kor Thoresschluß. Aus den Erinnerungen eines alten Seemannes. —--- (Nachdruck verboten.) Dreißig Jahre mögen nun wohl bald verflossen sein, daß ich Capitän des „Nordstern" war. Der ^Nordstern, eine kaum mittelgroße, aber gut gebaute und vortrefflich segelnde Brigg, gehörte der alten Rhederfirma Barwicks und Sühne in Hüll an, und hatte unter meinem Commando schon ver- schiebens Fahrten nach der Ostseeküste und nach Spanien aus« gesührt. Jetzt aber sollte ich mit ihr dar erste Mal den Atlantischen Ocean kreuzen, denn ich hatte von meinen Chefs den Auftrag erhalten, eine starke Parthie Stahl- und Effen- waaren nach Montevideo zu bringen und dann auf der Rückfahrt Rio de Janeiro anzulaufen, um daselbst als Ruck,rächt Kaffee und Baumwolle, welche Ladung sür ein Londoner Haus bestimmt war, mit nach England zu nehmen. Nachdem ich die letzten Instructionen entgegengenommen, lief ich an einem schönen Frühlingsmorgen mit dem „Nordstern' von Hüll aus und erreichte mein nächstes Ziel Montevideo nach einer von Wind und Wetter ungemein begünstigten raschen Fahrt. Dieselbe war indessen dafür in anderer Weise beeinträchtigt worden. Mein bei Antritt der Reise neu engagirter Steuer- mann, ein Schotte Namens Max Clearce, vermochte mit der Mannschaft durchaus nicht auszukommen, in Folgs dry-n wiederholt unangenehme, ja, häßliche Scenen während der Ueberfahrt entstanden waren. Aber die Schuld an diesem unleidlichen Verhältniß trug offenbar der Steuermann, wie sich bald genug herausgestellt hatte. Er trank stark und war von leidenschaftlichem, aufbrausendem Character, und unter dem Banne dieser Leidenschaften sprang er mit den Matrosen in einer Art um, die mich mehr als einmal zum Einschreiten nöthigte, obwohl ich dies äußerst ungern that. Denn für einen richtigen Capitän ist e» immer sehr verdrießlich, sich in Differenzen zwischen Steuermann und Mannschaften einmischen zu müffen, und dies Geschäft war mir um so pein- kicher, als ich Max Clearce wegen seiner Eigenschaften als tüchtiger Seemann hochschätzte. Die Löschung der Ladung in Montevideo vollzog sich glatt, so daß ich nach nur kurzem Aufenthalt nach Rio de Janeiro weitersegeln konnte, um daselbst die sür das Londoner Haus bestimmten Kaffeesäcke und Baumwollenballen aufzunehmen. Aber in der brasililanischen Hauptstadt passirte mir ein höchst fatales Mißgeschick. Er waren nämlich in der benachbarten Provinz Minas Geraes neue Diamantengruben aufgefunden worden, in Folge dessen sich aus Rio de Janeiro und Umgend ein wahrer Strom von allerhand Leuten nach den "neu entdeckten Diamantendistricten ergoß. Auch die Matrosen vieler im Hafen liegenden Schiffe desertirten trotz aller Vorsichtsmaßregeln der Capitäne, um ihr Glück in den Diamantgruben zu versuchen, und die Mannschaft der „Nordstern" ließ sich von der Gier nach den lockenden Diamanten- schätzen ebenfalls verleiten, auszufliegen". Eines schönen Morgens waren an Bord des „Nordstern" außer mir und dem Steuermann nur noch zwei Matrosen und der Schiffsjunge, sowie Neptun, der schwarze Koch, vorhanden, die anderen hatten sich während der Nacht gedrückt. Von den beiden zurückgebliebenen „Deckhänden" lag der eine, ein Ire, der den seemännischen Allerweltsnamen Tom führte, krank in seiner Koje, indeß der andere, Charter,, ein Portsmouther Kind, vermuthlich der Geschichte mit der Diamantenherrlichkeit nicht recht getraut haben mochte. Jedenfalls sah ich mich aber zunächst außer Stande, mit einer so zusammengeschmolzenen Mannschaft wieder in See zu gehen, ich bedurfte zur Bedienung des Schiffes wenigstens noch vier Mann, denn selbst dann fehlten an dem ursprünglichen Effectivstande der Schiffs- besatzung noch immer weitere süns Köpfe. Glücklicher Weise gelang es mir durch das Zusammenwirken verschiedener günstiger Umstände, die nöthigen vier Matrosen rascher, als ich dachte, an Bord zu bekommen; es waren dies zwei Engländer, ein Amerikaner und ein Franzose Da die nach London bestimmte Ladung sich längst int Schiffsräume des „Nordstern" befand und sich zudem ein kräftiger Südwestwind einstellte, so ging ich ohne Zögern mit dem Curse auf die Cap-Verde-Jnseln in See. Indessen schrahlte der Wind bald um und pfiff uns von Norden entgegen, so daß das Schiff nur sehr langsam Fortgang machte; nur die ausgezeichnete Bauart des „Nordstern" und seine gute Tacke- lung ermöglichten es überhaupt, daß wir bei dem schwierigen Laviren gegen den Wind noch vorwärts kamen. Viel widriger noch gestaltete sich aber die Fahrt durch die unangenehmen Scenen, zu denen es in Folge des rohen, gewältthätigen Auf- tretens de» Steuermannes gegenüber der Mannschaft aufs Neue kam. Max Clearce stand gar bald auch mit den in Rio auf das Schiff gekommenen frischen Leuten ebenso aus schlechtem Fuß, wie dies schon mit der bisherigen Mannschaft der Fall gewesen war, und kaum vergingen einmal ein paar Stunden, während derer nicht das Tauende in der kräftigen Hand des Schotten auf dem Rücken dieses oder jenes Matro'en getanzt hätte. Ganz besonders war es aber immer wieder Charter,, der unter den Wuthausbrüchen des jähzornigen Steuermannes am meisten zu leiden hatte, dessen Grimm schon auf der Ausreise «** Enrevweo ftwUft 'oen genannten Matrosen gerichtet gewesen war. Unter vier Augen machte ich dem Schotten zwar des öfteren Vorhaltungen wegen seiner Handlungsweise, aber er wußte mir immer die Noth- wendigkeit seiner Strenge so überzeugend darzustellen, daß ich mich genöthigt sah, ihm den Willen zu lassen. Bei fortdauernd widrigem Winde waren wir in der Nähe der Canarischen Inseln angelangt. Ich hatte mich, ermüdet durch einen ungewöhnlich anstrengenden Tagesdienst, etwas zeitiger wie gewöhnlich in meine Cajüte zurückgezogen und lag im ersten Schlummer, als mich die im höchsten Zorne ertönende Stimme des Steuermannes aufschreckte. Deutlich hörte ich ihn direct über mir auf Deck brüllen. (Schluß folgt.) lieber die politische Hörigkeit der Frau. Es dürfte wenig bekannt sein, daß einige Staaten den Frauen die politische Gleichberechtigung schon längst verliehen haben. Im Territorium Wyoming besitzen die Frauen seit dem Jahre 1869 das politische Wahlrecht. Von größerem Werthe ist die politische Mündigkeitserklärung der Frauen in Neu-Seeland, denn dieser Staat ist vollständig unabhängig, während Wyoming dem großen Gesammtwesen „Vereinigte Staaten von Nordamerika" angehört. Erstaunlich ist es, daß zu Ende des vorigen JahreS Utah, der Mormonenstaat, wo vor einigen Jahren noch Vielweiberei herrschte, seiner neuen Constitution das politische Wahlrecht den Frauen einverleibte. Wir entnehmen diese interessanten Thatsachen dem Aufsatze „Die politische Hörigkeit der Frau" , der im letzt erschienenen Heft 20 der »Wiener Mode* publicirt wurde. Diese Nummer der vortrefflich redigirten Zeitschrift bringt in ihrem Modetheile originelle und elegante Toiletten sür die verschiedenen Festlichkeiten geeignet, wie sie in Bade- und Erholungsorten arrangirt werden, ferner hübsche Sommerkleider, practische Hausroben, Sportcostüme, verschiedene andere Garderobestücke und geschmackvolle, leicht auszusührende Handarbeiten. Die „Wiener Mode" kostet per Quartal 2 Mk. 50 Pfg. (einzelne Hefte ä 45 Pfg.) und ist in allen Buchhandlungen erhältlich. »Deutsche» Soldaleuhort^, Jllustrirte Zeitschrift für das deutsche Heer und Volk. Herausgeber: General-Lieutenant z. D. H. v. Below. Preis pro Quartal 1,80 Mk. Verlag von Karl Sigismund, Berlin W., Mauerstraße 68. VII. Jahrgang erschien soeben und enthält: Bootles Baby. Eine Erzählung aus englischen Offizier-Kreisen. Von Strange Winter. (Deutsch bearbeitet von Elisabeth v. P.) (Schluß.) — Achtundvierziger. Humoreske von Carl Paeske. — Die Einnahme Berlins durch die Russen und Oesterreicher im Jahre 1760. Von B. Steinbrink. (Mit Abbildungen.) — Unsere Feldzeichen. Von General der Infanterie z. D. v. Kretschman. — Dienstmädchen - Parade. (Mit Abb.) — Aus den bayerischen Bergen. Von I. — Der Luftballon im Kriege. Von v R. — Abfahrt der Schutztruppe für Westafrika am 31. Mai 1896. (Mit Abb.) — Vaterländische Gedenktage. — Vermischtes: Berliner Gewerbe - Ausstellung 1896. — Splitter und Funken. — Briefkasten. — Inserate. Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen UmversttRS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießt". Roman von Endlich mit lauter i gleich dahinl kunft Galizi Jeder Brod in Fo O, das auf die Fr, genossen! 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