ii empfindliche |u furchtbaren ter gerichtlich» Beispiel. Eine ingeschlafenen ausgeblasenen le beschränkte oar,. nämlich rpfe und starb, ing in ihrem rächtet haben, l alle Gesund» ksamkeit ver» i dies bei der emacht. Und ygienisch noch oird? geben» rn nach Licht, ibe Anregung eilen. Schon 18 im Drange >ip bas Feuer auf die Erde ach von dem- ethe: ?„Mehr rr Pflege der in der unab- Fingergslenke eworden, der t, die in der Mit Unrecht, hendes Spiel md bei denen in Vorzug ist. ht erlernbare Kleinen da» ) Harmonium :tion der be» i dieser durch 8 ohne Noten» e Begleitung t ohne weitere für die Sache chsten Mustk» verbreitetsten : in Dresden» auszubitten, ifem Büchlein it Jahren ein it Hausmusik, Instrumente Musiker und ibenswürdizen warmen Für- r darin einig oit Poesie in st recht, wenn flsteller Ferd. »sammenfaßt: it die Zukunft ch musikalische überraschende > Handlichkeit zeichnet." i in Siegen. M«staa dm 20« Oktober Nr. 183 189«. p] smilienbläftsr iCßORer Unterhaltungsölatt pun Gießener Anzeiger (General-Anzeiger). s Falsches Spiel. Roman von E. v. Linden. (Fortsetzung.) Melwig betrachtete sie erstaunt. „Was hast Du, mein Kind?" fragte er, ihre Hand faffend, „sieht es so schlimm mit ihm aus? Catton meinte, er hätte nicht» auf sich." Sie entzog ihm ihre Hand und trat langsam zu dem Arzte, der die Augenlider des Bewußtlosen aufhob. „Betrachten Sie erst seinen Hinterkopf, Herr Doctor," sagte sie halblaut, „er muß auf spitzes Gestein gefallen sein." Nun trat auch Melwig neugierig heran, da ihn der seltsame Zustand seiner Nichte mehr beunruhigte als der des Verunglückten. Als der Arzt das Haupt desselben mit sanften Händen erhob, und da» Lampenlicht, das Ebba Regina durch eine brennende Wachskerze, deren silberner Leuchter ihre zitternde Hand hielt, noch verstärkt hatte, auf die klaffende Wunde fiel, da taumelte er einige Schritte zurück und griff wankend nach einer Stütze. Der Arzt sprach kein Wort, er legte den wunden Mann sorgsam auf die Seite, um seine Untersuchung zu beginnen, wozu die junge Dame ihm leuchtete. Ihr Gesicht war geister» hast bleich, die Lippen krampfhaft zusammengepreßt, die Augen starr und glanzlos. Der Arzt warf einen prüfenden Blick auf ste und wandte sich daun zu Melwig. „Wollen Sie mir nicht lieber leuchten? Dies ist kein Anblick für eine junge Dame." „Komm', mein Kind, geh auf Dein Zimmer," bat Melwig, ihr den Leuchter aus der Hand nehmend. „Der Doctor hat Recht, da» ist kein Anblick für Dich." Eie legte ihre Hand auf den Arm des Arzte». „Sagen Sie mir die Wahrheit. Wird er am Leben bleiben oder — ist er schon tobt?" „Das kann ich noch nicht sagen, mein gnäbiges Fräulein!" erwiderte der Arzt, einen raschen Blick mit Melwig wechselnd, .die Untersuchung wirb es lehren. Senben Ste mir gefälligst eine Schüssel tnU Wasser, einen Schwamm und! weiches Seinen. Dann aber legen Sie sich zur Ruhe nieder, Sie find derselben in höchstem Grade benöthigt." „Sobald ein bestimmte» Resultat erfolgt ist, mache ich Dir sogleich davon Mittheilung," setzte Melwig hinzu. Ebba Regina gehorchte. Nach wenigen Minuten erschien der Diener mit bett befohlenen Sachen. Er mußte zur Hülfeleistung dableiben und wäre vor Schauer beinahe ohnmächtig geworden. Der Arzt erklärte, al» er die Kopfwunde, welche stark geblutet haben mußte, doch jetzt nur noch ge» tonnettes Blut aufwies, sorgfältig!! untersucht und ausgewaschen hatte, daß der Verunglückte auf einen spitzen Stein geschleudert worden und auf der Stelle tobt gewesen sei. „Keine ärztliche Hilfe kann ihn ins Leben zurückrufen," setzte er bebauernb hinzu, „ich hätte ihn selbst auch bann nicht mehr retten können, wen« ich gleich zur Stelle gewesen wäre. Sehen Sie, Herr Melwig, der ganze Hinterkopf ist zerschmettert, schabe um ble prächtige Gestalt." Er legte ihm eine breite Binbe um den Kopf, die da» Gesicht frei ließ und heftete ste so geschickt zusammen, baß die schreckliche Wunde nicht mehr fichbar war. „Sie werden die Leiche wohl erst morgen nach Altinghof bringen lassen," fuhr der Arzt dann fort, nachdem er dieselbe wieder in die richtige Lage gebracht hatte. „Ja natürlich," erwiderte Melwig, dem Diener einen Wink gebend, bas Wasser fortzunehmen unb sich zu entfernen. „Ihr braucht noch nichts von betn Tobten zu schwatzen, Henning," gebot er mit strenger Miene, als biefet sich der Thür zuwandte. „Hoffentlich bleiben Sie auch über Nacht, Herr Doctor!" wandte er sich dann bittend an den Arzt. „Meine Nichte kommt mir so ganz anders vor, als sonst, — ich gestehe Ihnen offen, daß ich ste so noch nie gesehen habe." „Das ist ganz natürlich, ihre Nerven find stark et# schlittert worden," beruhigte ihn der Arzt, „wenn keine zarteren Bande durch seinen Tod zerrissen worden sind, dann wird die junge Dame es morgen überwunden haben." Melwig schwieg. Er hielt es für gerathener, den Arzt über diesen Punkt im Dunkeln zu lassen. Sollte Cbba Regina ihn wirklich geliebt haben oder nur um die verlorene Freiherrn- krone trauern? Er konnte au» ihr nicht klug werden. Hätte er nun gar die Geschichte des Stiefbruders schon ge# - 490 - kannt, dann wäre ihm ihr Gebahren noch spanischer vor- gekommen. „Ich weiß nicht, ob ich'» meiner Nichte mittheilen soll," bemerkte er, „sollte ich'» wagen dürfen?“ „Weshalb nicht, Herr Melwig? Wenn'» ihr Verlobter nicht ist, hat'» keine Gefahr. Erfahren muß sie's ja doch." „Freilich, die Ungewißheit wird schlimmer für ste sein. Kommen Sie, Herr Doctor, hier ist ja nichts mehr für Sie zu thun. Ich werde eine Todtenwache herbeiordern, und dann wollen wir uns nach dieser traurigen Arbeit vor'm Schlafengehen noch erst ein wenig erfrischen. Auch vergessen Eie wohl nicht, den Todtenschein aurzustellen." Er schritt bei diesen Worten voran nach dem Wohnzimmer, das bereit« erleuchtet war, klingelte und ertheilte dem eintretenden Diener die nöthigen Befehle. Dann begab er sich zu seiner Nichte. Ebba Regina lag äugekleidet auf einem Ruhebett. Bei seinem Eintritt erhob sie sich mit einer jähen Bewegung und sah ihn starr an- Sie mochte auf seinem Gesicht genug gelesen haben, da ste mit einem unterdrückten Aechzen zurücksank. „Sag' es mir," kam es kaum hörbar von ihren Lippen, „er ist tobt — tobt l* «Kind, so fasse Dich doch," mahnte Melwig, stch über ste beugend, „hast Du ihn denn wirklich so gern gehabt? Es schien mir doch immer, als wäre Dir weniger an seiner Person, als an seiner Stellung, seinem Titel gelegen." „Ja, da» glaubte ich selbst, weil ich seiner so sicher war," erwiderte sie halblaut, und in einem so klagenden Tone, daß es dem herzlosen Wucherer, der nur für die Nichte ein Gefühl empfand, welches seiner Selbstsucht entsprungen und deshalb mit ihm vexwachsen «ar, durch Mark und Bein ging. „Höre mich an, Onkel, und dann urtheile, ob ich diesen Mann wirklich um seiner selbst willen geliebt habe." Sie erzählte ihm mit derselben halblauten Stimme die aufregende« Ereignisse diese» Tages, — von der Ankunft des Stiefbruders aus Amerika bis zu der stürmischen Unterredung zwischen Alting und Harald Römhild, die mit einer Herausforderung geendet. Melwig hatte aufmerksam zugehört, ein ingrimmige« Lächeln verzerrte sein Gesicht und seine Hände ballten sich zornig. Zugleich aber erfüllte ihn doch eine geheime Genug- thuung, den wilden Alting, der nun nichts weiter war als ein gemeiner Abenteurer und Betrüger, in solcher Weise losgeworden zu sein, obwohl es ihm lieber gewesen wäre, wenn die Leiche sogleich vom Unglücksort nach Altinghof gebracht worden wäre. „Also ein Duell auch noch in AussichtI" bemerkte er, als Ebba Regina ihre Erzählung beendet hatte. „Schade, daß er dem übermüthigen Junker nicht einen Denkzettel hat geben können. Was machen wir denn dabei? — Da» Beste wird fein, den Catton morgen oder vielmehr heute bei Tages- Anbruch nach dem Grenzteich zu schicken, um die Todes- Nachricht zu überbringen." „Das darf nicht fein," sprach ste hastig, „dieser Catton, — nun, Du mußt es doch von mir erfahren, hat den alten Baron damals auf der Jagd so schwer verwundet. Der Bursche hat schlecht getroffen, sonst wäre Alles anders gekommen. — Und der will ein amerikanischer Jäger gewesen fein I — Hast Du schon gehört, Onkel, daß der Alte die Krifis wahrscheinlich glücklich überstehen und genesen wird? Höre also weiter, daß dieser Stiefbruder und sein Begleiter den Joe Catton genau kennen, und ficherlich nicht von der besten Seite. Da man nun weiß, daß er als Diener unseres Hans Alting hier bei uns Unterkunst gefunden hat, und da ferner der alte Baron fich erinnern wird, daß eine fremde Hand ihm die Kugel zugesandt hat, so wirst Du ermessen können, daß dieser Catton nicht der Ueberbringer der Todes- Botschaft sein darf. Ich will nicht, daß er verhaftet wird, will nicht, daß man Schmach auf unseres Attings Namen häuft. Ich will es nicht, — hörst Du, Onkel?" fetzte ste fast keuchend hinzu. „Der Name des Mannes, den ich geliebt habe, soll nicht entehrt werden durch die Denuneiatio« einer solchen Buben!" Die Stimme versagte ihr und aufstöhnend sank ste wieder zurück. „So rege Dich doch nicht auf," bat Melwig, „ist den« das meine stolze Ebba Regina, die jeden Mann nur al« Sprosse einer Leiter in der Gesellschaft betrachtete? — Da» hast Du so wiederholt, daß ich mir'« endlich einprägen mußte! — Was konnte dieser Alting Dir jetzt noch bieten? Hat er seinen Namen nicht selber durch Betrug entehrt?" „Wenn auch —" flüsterte ste, „er war der einzige Mann, den ich bewundern und lieben konnte. Auch al» Abenteurer, als Bettler war er allein begehren»werth für mich. Kannst Du jetzt begreifen, was ich leide, Onkel?" „Ja, ja, obschon ich dergleichen am allerwenigsten von Dir verstehen kann, mein Kindl" erwiderte Melwig etwa« ungeduldig. „Er war ein netter Kerl, aber mir viel zu wild und zu unbesonnen, da« hat ihm nun auch den Tod gebracht. Raffe Dich auf und bezwing' den Kummer um diesen Tobten, den Du mit Deiner Liebe nicht wieder lebendig machen kannst. Ich habe auch einen aufregenden Tag hinter mir, worüber wir morgen früh, wenn Du wieder vernünftig geworden bist, reden wollen. Versuche jetzt zu schlafen. Ich will dem Catton die Tobten - Wache übergeben, und dann noch ein wenig dem Doctor bei einem Glase Wein Gesellschaft leisten.' „Komme nachher noch einmal zu mir, Onkel!" bat sie, „schlafen kann ich doch nicht." Er nickte und verließ fie mit besorgtem Gesicht. Unten auf dem hallenartigen Flur, der mit Jagd - Trophäen aller Art, die noch von dem letzten adeligen Gutsherrn herstammten, ausgeschmückt war, trat Joe Catton ihm entgegen. „Entschuldigen Sie, Herr Melwig," sagte er; „wie geht es meinem gnädigen Herrn? — Doch besser, wie ich hoffe?" „Ja, wie man's nehmen will," lautete die kurze Antwort. Er ist tobt!" Catton starrte ihn entsetzt an, sein Gesicht war aschgrau geworden. „Er ist schon tobt gewesen, als man ihn herbrachte," setzte Melwig hinzu. „Begreife nicht, daß Ihr, ein so alter Practicus, das nicht gleich gesehen habt. Bei dieser grüß' lichen Wunde am Hinterkopf muß er ja auf der Stelle tobt gewesen sein. Ihr hätte ihn vernünftigerweise gleich nach Altinghof schaffen lassen müssen, nun hat man noch, Gott weiß, welche Scherereien davon. Es ist gut, daß Ihr Zeugniß ablegen könnt, wie Ihr ihn gefunden habt." Er wollte fich der Wohnstube zuwenden, al» er stch besann und wieder auf Catton zutrat. „Euer Herr liegt in seinem Euch bekannten Zimmer. E» wäre mir lieb, wenn Ihr die Todtenwache übernehmen wolltet, weil sich keiner von meinen Leuten dazu verstehen wirb. Habt Ihr verstanden, Mann?" Catton nickte mechanisch und begab sich dann mit schweren Schritten in den ersten Stock hinauf, wo er erst einige Augenblicke wie betäubt vor der Thür de» Tobten- zimmer» stehen blieb. Al» er dann endlich eintrat unb bie noch vor wenigen Stunden in voller Jugendkraft strotzende Gestalt de» unbändigen Manne» starr und kalt dort liegen sah, wie eine vom Blitz gefällte Eiche, da sank er schwer aufstöhnend auf einen Stuhl, wilde Schmerzenstöne ausstoßenb. Lange starrte er in das weiße Todtengesicht, wobei er wiederholt den Kopf schüttelte und halblaute Worte vor sich hinmurmelte, bis der betäubende Schmerz nach und nach von ihm wich und der kalten gewohnten Überlegung Raum gab. Joe Catton calculirte, daß mit John Alting» Tod auch fein Abschied von Lindenhagen fest besiegelt, und daß e» vortheilhafter sei, diesen Boden, der jedenfalls für seine Sicherheit jetzt zu heiß werden könnte, ja eher desto besser zu verlassen. Zuerst mußte er unzweifelhaft al« Zeuge bei einer polizeilichen Todtenschau fungiren, und von da an war'» ein Schritt nur bis zur Verhaftung. Der alte Baron hatte ihn jedenfall« schon genau beschrieben, da« Unglück hatte er ferner gewollt, daß er an jenem Jagdtage im Walde ge- - 491 - Diesen Vorzug genießen äußer gekrönten Häuptern, son- stigen Fürstlichkeiten und sehr reichen und vornehmen Familien !®ft-nur noch die Landbewohner, die in ihren zumeist weitläufigen Gebäuden, ost noch von Hof und Garten begrenzt, freie Leute sind und nie jene Einschränkungen kennen lernen welche das Zusammenleben mit fremden Personen in dem- selben Hause vielen Andern auferlegt. Die von Jahr zu bedeutend mehrende Bevölkerung der Großstädte läßt die statte Nachfrage nach Wohnungen begreifen. Infolge I vermehrten Bedürfnisse« wird Grund und Boden immer thrurer k.nbM«ök^efen kostspieligen Boden möglichst auszunützen, wird m Ä* L^aut. Mit erstaunlicher Schnelligkeit werden diese thurmartigen Gebäude fertiggestellt und ebenso rasch sind m t3cUutes Dach bevölkert. Nun tritt an jede Familie irie Anforderung heran, mit einer größeren oder kleineren An« r!r,mrx Menschen friedlich dahinzuleben und ganz leicht gestaltet sich diese Lage wahrlich nicht immer! Der bevorzugten, reichen Frau der Großstadt, die mit Familie und Dienerschaft ein Haus allein bewohnt, ist es I leicht gemacht, unter solch' normalen Verhältnissen ruhig und ausgeglichen dahinzuleben, denn Aller, was im Hause geschieht, hr eigenes Interesse: die gegenseitige Rücksichtnahme auf die Essens-, Berufs-, Gesellschaft«- und Ruhezeit u. s. w ^s selbstverständlich erscheint und ihre Anordnungen, ohne auf Schwierigkeiten oder Widerstand zu stoßen, ausgeführt werden. Ungleich schwieriger tndeß gestaltet sich das Verhältniß der Hausfrau in den sogenannten Miethshäusern. Sier muß Mefeibe mit Umsicht das Terrain fondiren, um zunächst einen Gefammtüberblick über das Haus zu gewinnen, in dem sie und die Ihrigen ein Asyl gefunden. Das Schicksal hat sie mit einer Anzahl Menschen unter einem Dache zusammengeführt, die vorerst gar keine Fühlung mit ihr haben und doch tritt sie mit denselben unleugbar in eine gewisse Beziehung, da sich ein gemeinsames Dach über ihnen wölbt. 9 Nun aber tritt an die Frau die Aufgabe heran, diese Ä$E«abU^ u?bf?ord$t ru pflegen und dadurch Übliches Nebeneinanderleben zu ermöglichen, denn es ist ° ^anntlich vorzugsweise die Frau, die den Stempel ihres inneren Wesens, ihrer Grundsätze ihrem Haushalte aufdrückt Hatton hätte sich sagen müssen, daß der Arzt augenblicklich die wichtigste Person für den Lindenhagener Gutsherrn sein müße, weil sein bestimmter Zeugniß ihn vor vielen Unannehmlichkeiten, die ihn durch den jähen Tod des zungen Herrn von Alting besonder« abseiten des Gerichts bedrohten, zu behüten vermochte. Aber Joe dachte nur an dar viele Geld des Wuchere» und ahnte es auch wohl nicht badMelwig eine entsetzliche Angst vor Polizei und Gericht besaß, und nicht knickerig gegen Diejenigen war, die ihn vor Berührung mit diesen beiden Gewalten zu schützen Jetzt endlich wurden unten Stühle geschoben. Melwig sprach, d« Mensch hatte jawohl stets das Wort, wie Catton dachte. Schade, daß er nicht verstehen konnte, was er sagte, doch wurde er unwillkürlich unruhig dabei. u r . 3hnen Ihr Zimmer anweisen, Herr Doctorl" lauteten Melwigs Worte, „es bleibt also dabei, mit Tagesanbruchreisen und mir die Gefälligkeit erzeigen, die Herren Duellanten von dem Tode des Gegners in Kenntniß zu setzen. Ich möchte nicht gern damit zu thun haben, die Sache ist sowieso unangenehm genug für mich. Wenn Sie in meinem Namen die Bitte an Herrn von Römhild richten wollten, die Alting schen Verwandten davon zu benachrichtigen, um die Leiche abholen zu lassen -* u ' .. -Sie können sich auf mich verlassen, Herr Melwig," I fiel bw Arzt ein, der ein fürstliches Honorar erhalten hatte, «ich werde die Sache zu Ihrer Zufriedenheit arrangiren. Vor allen Dingen aber sorgen Sie dafür, daß der Mann, der den Verunglückten gefunden hat, am Platze bleibt, er ist im Grunde der wichtigste Zeuge." »34 werde ihn schon festhalten," erwiderte Melwig, »der alte Bursche, fein ehemaliger Diener in Amerika, ist ihm hierher gefolgt. Er thut mir leid." 3°e Catton, der sich am Ende für sein Mitleid bedankt vätte, hörte jetzt, wie beide das Zimmer verließen und jeden« falls zur Ruhe gingen. Er erhob,' sich, fetzte sich wieder auf seinen Stuhl und hielt die Todtenwache. Dieser John Alting war nicht mehr gefährlich, aber die verglasten Augen des Tobten, die sich halb geöffnet hatten, besaßen etwas Ge« spenstisches, was selbst die starken Nerven dieses rohen! Amerikaner» nicht zu ertragen vermochten. (Fortsetzung folgt.) .. Wech ein Gegensatz zu unserer modernen Zeit, welche die Menschen in größeren Städten oft in bedeutender Anzahl unter demseMen Dache bunt zusammenführt, durch Stand, Erziehung, Culturstufe und pecuniäre Verhältnisse zuweilen ganz verschieden! Fast illusorisch macht die Neuzeit da» alte Sprüchwort: „Mein Hau» ist meine Burg", und wahrlich, Ä^uÄ- W°U, eine nicht hoch genug anzuschlagende An- nehmlichkeit de« Lebens, in solch' ungetheiltem Heim seine Tage verbringen zu können! sehen und erkannt worden war, Grund aenua Mr ibn mtf i der Hut zu sein, denn jetzt würde "man^ mit noch wen§ I $ie Hausfrau im modernen Miethshause. Federlesen« machen. (Aus dem „Darmst. Tägl. Anz-iqer") Woher aber die Mittel zur Flucht nehmen? TÄÄ™« *ÄÄiÄSÄS Teppich spuckend Ä"Je»bten Heime nach Belieben schalten und walten durfte und * gSV&ÄTM Ä Ä föatfet Ä ’S wtfÄi «* tt IÄbT"? “ÄW” 5Ü&SS.äfsS konnte, unbekümmert ein viereckiges Stück heraus, um besser horchen zu können, da er genau wußte, daß sich das Wohn« mmu6 ^"d. Und richtig, er konnte, wenn auch Worte, so genau Melwig« Stimme unterscheiden. fa6en?W($ e ** W°$ 0 anae mit dem Arzt zu verhandeln 492 - und somit Manches beitragen kann zur Aufrechterhaltung der Ordnung im ganzen Hause. Auch trifft ste mehr als der Mann, den zumeist sein Beruf tagsüber von seiner Wohnung fernhält und ihn daher vom intimeren Verkehr mit den Hausgenossen abschneidet, mit den anderen Frauen zusammen im Garten, in Waschküche, Bleichplatz re., und noch manche andere Gelegenheit zu einer Aussprache möge sie vorsichtig benützen, um tactvoll manche Klippe zu umschiffen, die zum Stranden des Friedens führen könnte. Wohnt der Eigenthümer im Hause, so bahne er durch streng einzuhaltende Gesetze und Vorschriften in Betreff der allgemeinen Hausordnung den Weg zur Einigkeit und Zufriedenheit und lasse sich nicht verleiten, ein offenbares Unrecht von einer Seite gegen eine andere zu beschönigen oder geradezu in Schutz nehmen zu wollen, weil die betreffende Partie vielleicht eine höhere Mieths zahltl Ebensowenig nehme sich der Hausherr größere Rechte heraus als die übrigen Hausgenossen; gerade er sei mit seiner Familie gewissermaßen ein Vorbild für das Verhalten der Anderen, sowohl durch strenge Aufrechterhaltung der Ordnung als auch durch Ruhe und anständige Sitten; er sei der feste Halt, an dem Jeder, welchem Unrecht geschieht, eine Stütze finden soll, bann ist er in Wahrheit der Herr des Hauses, bei dem man gern wohnt! Wer eine neue Wohnung bezieht, thut gut daran, sich anzumelden; find es nicht allzuviel Partien, durch einen kurzen Besuch, andernfalls mittelst einer Karte oder auch gelegentlich durch ein freundliches Wort. So hoch steht ja schließlich doch Keiner über dem Anderen, daß er sich etwas vergeben würde, wenn er ein Wort mit einem Menschen wechselt, den er nun öfter sieht, sollten auch Stand und Bildung ungleich sein, denn ein freundliches Wort sichert dem ganz fremd Ankommenden zunächst eine vertrauensvolle Aufnahme. Intime Freundschaften in demselben Hause find zu vermeiden, ebenso die allzuhäufigen gegenseitigen Besuche, da man sich im Hause vor solchen Ueberfällen zu allen Tageszeiten, die mitunter recht störend sind, nicht genug schützen kann. Niemals dränge man sich in Familiengeheimniffe oder erzähle weiter, was man im Vertrauen mitgetheilt bekam. Im Falls eine Mißstimmung eingetreten ist, so suche man sich, erscheinen die Betreffenden dazu geeignet, auszusprechen, andernfalls lasse man die Dinge gehen, grüße verbindlich weiter, als sei nichts vorgefallen und setze keine beleidigte oder kalte Miene auf, denn es wirkt lächerlich, wenn Erwachsene wie eigensinnige Kinder miteinander verkehren. Man hüte sich ja, Kinder in Streitigkeiten mit Hausgenossen zu verwickeln; es ist dies höchst tadelnswerth, da es deren Character- bildung schädigt. Man halte sie vielmehr dazu an, älteren Personen des Hauses ehrerbietig und achtungsvoll zu begegnen und ihr Verhalten wird ehrend auf die Eltern zurückfallen, denn nur wer selbst erzogen ist, versteht es, Kinder zu erziehen. Kleine Gefälligkeiten und Aufmerksamkeiten sind stets ein Beweis von Wohlwollen und freundlicher Gesinnung, die man dankend annehmen und gelegentlich erwidern mag. Solche Gelegenheit findet sich leicht: eine Probe frisch abgefüllten Weines ober Bieres, ein wohlgerathenes Backwerk, ein anspruchsloses Reisegeschenk und dergl., und es sähe schlimm aus mit der feineren Lebensart einer Familie, die solche Aufmerksamkeiten ohne jede Uebertreibung nicht auszugleichen fuchte. Außerdem treten im menschlichen Leben so manche Fälle heran, wo uns ein gefälliger, hilfsbereiter Hausgenosse von größerem Werthe ist, als ein naher Verwandter in London oder Paris, der uns im Augenblick nichts nützen kann, und da Zeit und Stunde ungleich und Alles dem Wechsel unterworfen ist, fo gebietet uns schon die Klugheit, selbst wenn wir von dem Wohlwollen absehen, das jeder Gebildete für seine Mitmenschen empfinden sollte, Diejenigen, die unter demfelben Dache mit «ns wohnen, nicht anzusehen, als seien sie Wesen ganz anderer Art und gingen ganz anderen Zielen entgegen. Familien- ereigniffe freudiger und betrübender Art, Krankheit, Verluste und Tod können an Jeden herantreten, für Alles aber sollen wir ein Wort der Theilnahme, des Trostes, der Mitfreude haben, auch helfend eintreten, soweit dies thunlich ist. Nur rohe Selbstsucht und Herzlosigkeit wird sich mit Hausgenossen auf ganz fremden Fuß stellen. Daß man in Ausübung feiner häuslichen und gesellschaftlichen Verpflichtungen Rücksicht auf feine Mitbewohner zu nehmen hat, daran braucht man wohl keinen Menschen zu erinnern, für den dar Wort Gerechtigkeit nicht bloß ein leerer Begriff ist. Daß Alles in ruhiger und anständiger Weise geschehe, sollte für Jeden obligatorisch sein, denn gerade in unserm Zeitalter, da» man ja vorzugsweise das „nervöse" nennt, der Zeit de« Dampfe», des Maschinengeräusches, der Electricität, kurz, der rastlofen Unruhe, die an den Einzelnen vermehrte Anforderungen an seine Kräfte und Nerven stellt, sollte doch Jeder, der nach der Arbeit und Anstrengung des Tages endlich in seinem Heim angekommen, die ihm so nöthige Ruhe finden und nicht duöch Rücksichtslosigkeiten Anderer, die vielleicht weniger ihre Kräfte im Kampfe um's Dasein in's Treffen zu führen brauchen, in dieser Ruhe gestört werden. Was man von Leuten zu halten hat, welche fortgesetzt die Thür en krachend in's Schloß werfen, daß das ganze Haus erzittert, die Treppen polternd und johlend herauf und herunter rasen, oder solches von ihren Kindern dulden, vielleicht auch noch zum Nutzen und Frommen ihrer lieben Nachkommenschaft diese stundenlang mit bellenden Hunden (ein wahrer Ohrenschmaus für schwache Nerven) sich die Zeit vertreiben lassen, das mag unerörtert bleiben — sapienti sat! Bei den in der Jetztzeit so sehr erschwerten Wohnverhältnissen sollte ein Uebereinkommen der Mitbewohner desselben Hauses getroffen werden und die Anregung dazu vom Eigenthümer selbst ausgehen, daß nach zehn Uhr de« Abends angemessene bürgerliche Ruhe einzutreten habe und Tagesarbeit und Tageslärm nicht bis in die Nacht ausgedehnt werde. So unmöglich es ist, die Menschheit jemals unter einen politischen Hut, einen Herrscher zu bringen, ebensowenig wird man eine allgemeine Haushaltungsschablone erreichen, doch sollte jeder wirklich gebildete und gerechte Mensch Tag von Nacht zu unterscheiden wissen und nach genannter Stunde störende Arbeiten, laute Unterhaltungen, geräuschvolle« Fenster- und Thürschließen, Elavierspiel und dergl. nicht mehr vornehmen. Wer sich erst daran gewöhnt hat, wird den Segen dieser Hausordnung empfinden, und es hängt das Wichtigste von der richtigen Zeiteintheilung der Frau ab. Man braucht keine geistreichen Abhandlungen über „Umgang mit Menschen" gelesen zu haben, um zu wissen, was sich geziemt. Angeborene Güte und Gefühl für das, was Anderen wohl und wehe thut, besitzen oft ganz einfache Leute. Mit unfeinen, launenhaften und bösartigen Leuten unter demselben Dache sei man äußerst vorsichtig und genieße sie wie Salz: nicht mehr als man muß. Hat man aber das Mißgeschick, sich in einem Hause niedergelassen zu haben, wo durchweg der Geist starrer Selbstsucht herrscht, Herzensrohheit und Rücksichtslosigkeit ihre giftigen Blüthen treiben und kein noch so warmes Entgegenkommen das Eis der rohen Gleichgiltigkeit an dem Geschicke Anderer aufzuthauen vermag, da halte man sich zu werth, um noch länger mit solchen Selbstlingen unter einem Dache zu wohnen. Es findet fich noch immer eine Stätte, wo gute, herzliche Menschen zusammen wohnen, unter denen e« dem Fremdling wohl und gemüthlich wird und er im behaglichen Heim mit Goethes „Faust" ausrufen kann: „Hier bin ich Mensch, hier darf ich's fein!” Mathilde Rieger. Rebaction: A. Sch-Yb a. — Druck und Verlag ber Brühl'scheu UniverMW^Such- unb Stembruckerei (Pietsch & Schehba) in Gießen.