litur unter ber fließen, ine«, bezw. । empfohlen itinspiritur Die ganzen möglichster en und im ie Wurzeln önnen ganz re aufrecht fließende« eine noch isnkohl bi« !bare Köpfe Wasser um regelmäßige mstücke im he ohne schuhe ohne in Seife in da« halbe ten Eidotter zuzumischen, und mittelst t wird, ab« un Trocknen r der land« dieser Tage eben. Sein n war sehr : Forderung itt dem kurz- ib ber Herr aler." Heute gibt« t so verliebt itt." l (von den ine Ballnacht raus warmen : „Gnädige» cters drängt erläßt ein in SikßtN- Nr. HO roiKilieRbläfter k'Mer MM Gießener Anzeiger (General-Anpiger). , GamStag 6t» 19. September L Falsches Spiel. Roman von E. v. Linden. (Fortsetzung.) „Unstnn, mein Freund!" unterbrach Ebba Regina Hans Justus lächelnd, „lassen wir alle unnöthigen Phrasen bei Seite, und reden wir vernünftig. Sie lieben mich und wollen mich heirathen. Ist es so?" „Nun freilich ist es so," erwiderte Hans Justus leiden« schaftlich, „ich kann nicht von Dir lassen, — aber Du — Du — wie stehst's mit Deiner Liebe, Ebba Regina? — Ich kann den Gedanken nicht ertragen, daß ich Dir nicht» bin, daß Deine Liebe nur dem künftigen Gebieter von Altinghof, und der Freiherrn-Krone gilt." „Schätzest Du Deine äußeren Vorzüge selber so gering, mein theurer Freund?" fragte ste schmeichelnd. „Sei fein Thor, Du weißt, daß ich'» nicht nöthig habe, bei meinem künftigen Gatten auf Reichthum zu sehen, leugne aber nicht, daß ich Ehrgeiz besitze, und glaube, daß uns Beiden die Freiherr««Krone gut stehen würde. Meinst Du nicht auch, mein Geliebter?" Seine Auge« flammten auf, er flüsterte: „Du hast recht, es ist das Wenigste, was ich Dir bieten kann. Pah, könnte ich Dir ein fürstliches Diadem auf das Haupt drücken, ich würde es mit Freuden thun." „Sei klug, Hans Justus!" sprach sie leise, „wir haben jetzt keine Zeit zu Tändeleien, weil Großes für Dich auf dem Spiele steht- Sage mir vor allen Dingen, welches Verhältniß Dich mit diesem Menschen verbindet, den Du uns hierher geschickt hast." „Hm, er war drüben einer meiner Kameraden, — man nimmt es dort nicht so genau damit." „Sprich leise, die Grotte ist nicht sicher," flüsterte Ebba Regina mahnend, „weshalb ist er Dir über'» Meer gefolgt?" „Weil er von meinen neuen Verhältnissen zu profitiren gedenkt." „Ich habe e» mir gleich gedacht, man wittert in diesem Burschen auf zehn Schritte den Schuft. Und ihn hast Du zu Deinem Vertrauten, ihn zum Werkzeug Deiner gefährlichen Pläne gemacht?" „Weil er hier gänzlich von mir abhängt und wie kein anderer dafür paßt," sagte Han» Justus zuversichtlich. „Wen, zum Henker, sollte ich denn sonst hierMnden? Er ist mir just zur rechten Stunde gekommen." „Mag sein, daß er für solche Dinge sich ganz besonder» eignet," flüsterte Ebba Regina kopfschüttelnd, „ich traue ihm dennoch nicht und bin überzeugt, daß er Dich bei der ersten besten Gelegenheit verräth und sich dem Meistbietenden ver« kauft." „Aber ich kann'» doch nicht selber thun," grollte Han» Justus. „Damit ist'» überhaupt jetzt zu spät, mein Freund," erwiderte sie achselzuckend. „Kannst Du mir etwas Besserer rathen? Ich schwöre, Dir blindlings zu folgen." „Gut, es ist jedenfalls für uns das Beste. Du sollst ihm doch sür seine Leistung ein schriftliches Versprechen geben, — habe ich recht verstanden?" „Freilich," lachte Hans Justus höhnisch auf, „und mich damit gebunden seinen Händen überliefern- O, nein, so dumm bin ich denn doch nicht." „Er will es aber vorher haben, was nützt es ihm denn auch sonst, da der Erb« und Gerichtsherr von Altinghof ihn später doch leicht unschädlich machen könnte. Selbstverständlich wirst Du ihm das Schriftstück geben, mein Freund, dann bist Du ganz sicher vor Verrath von seiner Sette. Er verlangt viel, wenn ich recht gehört habe." „Ra, blöde war Joe Catton nie," lachte Hans Justus spöttisch, „er hat mir großmüthig die Wahl gelassen, ihm entweder die runde Summe von zwanzigtausend Dollars, macht ja wohl in deutschem Gelbe an 85,000 Mark, gleich baar gegen Rückgabe meine» Scheine» zu zahlen, oder ihm einen guten Posten zu geben und ihn zeitlebens in Ältinghof als meinen Wärwolf zu füttern." „In welchem Falle er natürlich den Schein behält —" „Versteht sich, meine kluge Ebba Regina!" erwiderte Häns Justus, „nun rathe Du mir, was ich wählen soll?" „Er behält den Schein und bleibt hier —" „Um mir, — ja uns Beiden, — da Du alsdann - 438 „Et 's en Hellhund," (Höllenhund) verbesserte der erste Hosknecht. „Jo, ut dat Moargenland," stimmte der Kutscher bei, ein Urtheil, das Alles, was zum Gefinde gehörte, still« chweigend unterschrieben hatte. ,He is nog en beten netter, obschon he »ich moal von Adel is," lautete das allgemeine Urtheil über Melwig, „awers veel »ich, he deit man so." Man wagte nicht mehr zu denken, geschweige denn zu sagen, zumal seit der Stunde, wo sich Joe Catton in Lindenhagen zeigte und ein Jeder das Gefühl hatte, als ob er in ihm einen Sclaven-Aufseher und Spion erblickten müßte. Hans Justus ließ den Wagen ungefähr eine Viertelstunde von Altinghof halten und befahl dem Kutscher, da er den kurzen Weg zu Fuß zurücklegen wollte, rasch heimzufahren. Er horchte eine geraume Weile, bis das Rollen der Räder verhallte, worauf er sich seitwärts nach einer dichten Tannen- Anpflanzung begab, um hier im Dunkel der Nacht, in tiesster Einsamkeit eine seltsame Handlung vorzunehmen. Die Jagd, flinte ablegend, zog er ein kleines Tsrzerol, ein sogenanntes Teschin hervor, dessen Mündung er gegen seine linke Schulter hielt. Ein leichter, gedämpfer Knall, nicht lauter, als ihn der herausfltegende Kork einer Champagnerflasche hervorbringt, erfolgte, und Han» Justus wußte genau, welche ungefährliche Blessur er sich beigebracht hatte. Leise lachend verbarg er die kleine Waffe in einer Vertiefung, die er mit einem Stein und mit welkem Laub bedeckte, nahm die Flinte in die rechte Hand und schritt rasch heimwärts. Es gelang ihm, unbemerkt durch den Park in den Thurm zu kommen und sein Zimmer zu erreichen, wo er rasch die Rollgardinen herabließ, bevor er Licht anzündetr, um seine Wunde zu untersuchen. „Bist ein famoser Schütze, John Alling," murmelte er, als er den Roa abgeworfen und den linken Hemdärmel bis zur Schulter hinaufgestreift hatte. „Ein regelrechter Streifschuß, dem ich die nöthige Zeit zur Heilung gönnen muß. Goddam, welche capitale Idee von meinem Liebchen, — klug ist sie, meine Ebba Regina, ebenso klug als schön!" Er wusch die ziemlich lange blutige Fletschwunde, lächelte über ihre Ungefährlichkeit und bewunderte aufs Neue die eigene Kunstfertigkeit. Nachdem er sich kaltblütig ein Taschentuch darum gewickelt, setzte er «sich aufs Sopha, lehnte den Kopf zurück und schloß die Augen. Wenigstens blieb er in diesem Zu« stände doch wohl mit der Moral oder Strafpredigt in Betreff des tobten Fuchses verschont, dachte er mit einem ingrimmigen Lächeln. Man schien vom Hofe aus das Licht in seinem Zimmer bemerkt und dem alten Herrn Mittheilung dävon gemacht zu haben!, daß dieser nach einer Weile bei ihm erschien- Der Baron, welcher kurz geklopft und dann ohne Weiteres eingetreten war, fuhr bei dem Anblick seine» Neffen erschrocken zurück. , „Großer Gott, was fehlt Dir? — Was ist geschehen? fragte er hastig. „O, nichts von Bedeutung, lieber Onkel," erwiderte Hans Justus, sich, wie es schien, etwas mühsam erhebend. „Ich hatte unterwegs einen kleinen Unfall. Beim Neber- springen eines Graben» entlud sich meine Flinte und riß mir einen Fetzen Fleisch aus der Schulter, sogar der Rock zeigt eine Brandspur. E» hätte schlimmer werden können, dieser kleine Riß wird bald heilen." „Das ist mir unbegreiflich bei Deiner Geschicklichkeit, mit dem Gewehr umzugehen," bemerkte der Baron- „Laß doch einmal sehen, mit solchen Wunden ist nicht zu spassen. „Nun ja, ich war unvorsichtig," gab Hans Justus sehr demuthsvoll zu, indem er das Tuch abnahm. „Alle Wetter, das ist ein böser Riß," rief der alte Herr, „wir müssen den Chirurgen holen lassen. Einstweilen will ich Dich aus meiner Haus - Apotheke, so gut ich s vermag, verbinden. Gedulde Dich nur einige Minuten. Schloßherrin von Altinghof sein wirst -■ jede Minute unseres Lebens zu vergiften?" „Du wolltest mir ja blindlings folgen, Hans Justus!" erinnerte ihn Ebba Regina ruhig. „Ja, ja, Du bist die ältere, also auch die klügere," murmelte er schwerathmend, „er bekommt den Schein und bleibt hier. Was dann aber weiter?" „Dafür laß mich sorgen, Liebster," lächelte sie scheinbar harmlos. Aber es war ein grausames Lächeln, wie es selbst der cynische Amerikaner mit einem unheimlichen Gefühl empfand. ®r, der schöne, rücksichtslose Abenteurer, sah sich zum ersten Male in einem Netze gefangen, au» dem es für ihn kein Entrinnen gab, well die eigene Leidenschaft es geflochten hatte. Mit Zähneknirschen empfand er seine Ohnmacht, da seine herrische, unbändige Natur sich dagegen sträubte, sich von einem Weibe beherrschen zu lassen. „So, mein theurer Hans Justus, wir wissen genau, daß unsere Interessen von nun an Hand in Hand gehen müssen, und daß es mein Wille ist, Dich als Erben von Altinghof und Ltndenhagen, mich aber als Schloßherrin mit der freiherrliche« Krone zu sehen. Wähnst Du vielleicht, daß e» der Erbin von Lindenhagen nicht auch eine Kleinigkeit wäre, an jedem Finger einen adeligen Bewerber sich einzufangen? Von dieser Sorte laufen genug umher, die einen Goldfisch angeln möchten. Aber ich will nur den Einen, Dich, Hans Justus, weil Du ein Mann nach meinem Herzen bist, der seine Zeit nicht mit leere» Liebes-Tändeleien vergeudet, sondern furchtlos alle Hindernisse aus dem Wege räumt, die fich seinem Ziele entgegenstemmen. Ich hätte es deshalb lieber gesehen, wenn Du keinen Dritten zum Vertrauten gemacht, sondern allein gehandelt hättest." „Dann würde der Verdacht sofort auf mich fallen," wandte Haus Justus ein, „nein, nein, Geliebte, höre meinen Plan." Er flüsterte ihr einige Worte ins Ohr, wozu sts lächelnd nickte. Ebba Regina verstand es eben, bei den grausamsten Dingen zu lächeln. Für sie gab es nur zwei Gegensätze in der Welt: reich und arm, was in ihren Augen gleichbedeutend war mit klug und dumm oder Herr und Knecht. Die kluge Dame beherrschte ihren schlauen Onkel, der ein Raubsystem betrieb, — doch sollte ihr der Reichthum nur als Mittel zu dem eigenllichen Zweck und dem Endziel ihrer Wünsche dienen, ein gleichberechtigtes, ja, wo möglich bevorzugtes Mitglied jener höheren Kreisen zu werden, die sich weit erhaben dünken über dem großen Troß der Menschheit. Sie wußte er ganz genau, daß kein Junker in der ganzen Gegend es wagen durfte, ihr seinen Namen zu geben, wußte aber auch, daß sie als Schloßfrau von Altinghof und Erbin von Lindenhagen nicht blos eine der reichsten und angesehensten, sondern voraussichtlich auch, der siegreichen Macht ihrer Schönheit und Verstellungskunst vertrauend, eine der gefeiertsten Persönlichkeiten jener Kreise werden mußte. Und zur Er- reichung dieses großen Zieles war Hans Justus der rechte Mann, aber auch der rechte Zeitpunkt jetzt gekommen. Das würdige Paar verließ die Einsiedelei und Grotte, um sich auf einem anderen Wege dem Hsrrenhaufe zuzuwenden. Hier hatten sie noch eine geheime Unterredung mit einander, da Melwig verreist war, und auch er von ihrem bräutlichen Verhältniß noch keine Kenntniß haben sollte. Als mitllerweile die Dunkelheit ganz hereingebrochen, und der Abend bedeutend vorgerückt war, erinnerte sich Hans Justus, daß er kein Pferd zum Heimreiten befaß. Ebba Regina ließ anspannen, nahm zärtlich Abschied von ihm und schritt dann lächelnd in ihr Zimmer, um Wirthschafts-Gegenstände zu erledigen. Das alte Dienstpersonal des Freiherrn von Below, welche» der Nachsolger zum größten Thetle mit übernommen hatte, haßte das „gnädige Fräulein", wie man sie auf Befehl titultren mußte, aus Herzensgründe, „weil hinter ihrer freundlichen Maske der leibhaftige Teufel sitze," wie die alte Wirtschafterin behauptete. 439 - Hans Justus sah dem Onkel nach, als dieser eiligst das Zimmer verließ. Es war ein häßlicher Blick, den er ihm nachsandte, obwohl der gute Baron Hans Justus jetzt kein Wort des Vorwurfs für die grausame Handlung des Neffen fand, sondern ihm nur hilfbereite Theilnahme erwies. Der junge Mann hatte kein Verständniß für einen solchen Character, den er verächtlich fand. Dieser Mann, der seines Vaters Erbe an sich genommen hatte, mußte ihm weichen, das war einfach genug und vor seiner Moral gerechtfertigt. Der alte Herr kehrte mit dem Diener zurück, welcher einen verschließbaren Kasten mit allen möglichen Medicamenten, Pflastern, Salben und Heilkräutern, sowie ein Bündel mit weichen Leinenbinden trug. „So, unser Barbier, der zugleich ein Heilkünstler ist, wird gleich kommen," sagte er, „dies hier ist meine Haus- Apotheke, die in einfachen Fällen treffliche Dienste thut. Leuchte mal, Niclas, es wird nöthig fein, die Wunde tüchtig aurzuwafchen." „Das ist nicht nöthig, lieber ONkel," wehrte Hans Justus ab, „legen Sie mir nur eine Binde um, dann kann der Pflasterschmierer seine Kunst daran probiren. Ich habe schon mehr Riffe in meinem Leben gehabt als diesen da." Baron Justus schwieg. Die Ausdrucksweise seines Neffen in Gegenwart des Dieners mißfiel ihm unsäglich. Die Wunde noch einmal untersuchend, wusch er sie mit Carbolwaffer vorsichtig aus und legte dann, so gut es ging, die Binde darum. „Dein Abendbrod soll Niclas Dir hier serviren," sagte er hierauf, den Arzneikasten sorgsam schließend. „Ich danke, habe keinen Appetit, lieber Onkel! Niclas kann nachher, wenn der Barbier hier gewesen ist, mal wieder kommen. Im Uebrigen aber brauchen Sie keine Sorge zu haben." Er schloß die Augen, als ob er schlasen wollte, worauf sich der alte Herr mit dem Diener entfernte. Der Barbier, welcher sich am liebsten Chirurg nennen hörte, war in solchen Fällen wie hier ganz an seinem Platze. Er legte einen regelrechten Verband an und empfahl die größte Ruhe und Schonung. „Gefahr ist durchaus nicht vorhanden," sagte er beruhigend zu dem alten Baron gewendet. „In acht bis vierzehn Tagen kann der gnädige Herr wieder mobil sein." »Ich hoffe er," erwiderte Baron Justus, der den Neffen sobald als möglich nach Amerika zurückzusenden wünschte, und diesen Zwischenfall für sehr ungelegen hielt. „Ich wollte in den nächsten Tagen eine Jagd-Gesellschaft einladen," setzte er hinzu, „was ich nun doch lieber bis nach Deiner Wiederherstellung verschieben will. Als großer Nimrod wird es Dir «Nein, nein," unterbrach Hans Justus ihn mit fast ängstlicher Hast, „um meinetwillen soll nichts unterbleiben oder gestört werden. Dadurch würden Sie mich ja zu einem Schwerkranken oder gar zu einem Muttersöhnchen stempeln, lieber Onkel! — Den Schimpf dürfen Sie mir nicht an- thun. Wenn ich auch nicht mitjagen kann, so werde ich doch jedenfalls im Stande sein, die Gesellschaft zu begrüßen." Der alte Herr nickte freundlich, weil ihm dies nun wieder gefiel und er auch ungern auf die Gesellschaft, hauptsächlich wohl des Notars halber, verzichtet haben würde. Er ging, während Niclas in der Nähe de» Verwundeten blieb, um stets zu seinen Diensten zu sein. „Vierzehn Tage, — bah — wie soll ich denn das aushalten," dachte Hans Justus, sich von dem Diener auskleiden lassend, um im Schlaf die Langeweile und die Gedanken zu vergessen, welche sich ungerufen einstellen. Wie Gespenster drängten sie sich jedoch in seine Seele und ließen ihn nicht los, bis er plötzlich stechende Schmerzen empfand, und die Wunde wie höllisches Feuer brannte. Oder wars die Wunde nicht? — Brannten ihm die Gedanken das Gehirn aus und bohrten sich ihm dann wie glühende Pfeile in die Brust? — Ein traumloser Schlaf, wie ihn die Tobten schlafen, da» war es, was er jetzt ersehnte. Es war ein unerträglicher Zustand, wie er ihn noch nie empfunden hatte, denn solche Riffe, wie dieser, waren Mher kaum von ihm beachtet worden. Nein, das konnte es nicht sein, — so kamen die Gespenster vielleicht von drüben. Bah, wenn Joe Catton nicht gekommen wäre, dann hätten diese ihm nichts änhaben können. Und doch stiegen sie jetzt wieder vor ihm auf und wollten sich nicht vertreiben laffen. Sie zerrten ihn aufs Neue übers Weltmeer zurück an jenes Sterbebett, wo ein Vater mit dem Tode rang, der ihm nur Liebe erzeigt, und dessen letzte Bitte auf Erden er nicht erfüllt hatte. In die väterliche Hand hatte er ein feierliches Gelöbniß abgelegt, das er wenige Stunden später, bevor noch der Tode die Augen für immer geschlossen, schon gebrochen hatte. „Zum Henker damit," murmelte er zähneknirschend. „Ein Jeder ist sich selbst der Nächste, der Alte war nicht mehr bet Sinnen, sonst hätte er das nicht von mir verlangt. Aber daß ich Joe Catton ins Vertrauen zog, war dumm, ste hätte klüger gehandelt. Es ist gut, daß sie ihn dort überwacht, und was ists denn weiter? Er hat» gethan drüben und wird» auch hier thun, meine Hände bleiben rein und das Uebrige wird sie besorgen. Göttliches Weib! — bleib bei mir, auch im Traum — ich schmücke Dich — mit — der Freiherrn—" Die letzten Worte murmelte er noch unverständlich, dann war er eingeschlafen. In seinen wflden Träumen war Ebba Regina ihm fern wie eine düstere Nebelgestalt, und wa» er auch anstellte, um zu ihr zu gelangen, e» war Alles vergeblich, er fühlte sich gefesselt von fremder Gewalt und ohnmächtig gegen eine Gestalt, die ihm wie sein eigene« Spiegelbild erschien, was ihn mit Furcht und Entsetzen erfüllte. Als er erwachte, drang ein Lichtstrahl in seine Augen, Niclas, der Diener, stand vor seinem Bett, um nach seinem Begehr zu fragen, da der gnädige Herr ganz laut geschrieen habe. „Ich werde geträumt haben," sagte Han» Justu« mit einem leichten Schauder, „Du kannst da» Licht hier lassen, und mir etwa» zu trinken geben." Der Diener gehorchte und verließ dann da» Zimmer. Han» Justus aber starrte unverwandt in dar Licht, bis ihm die Augen zufielen zu einem tiefen, traumlosen Schlaf. (Fortsetzung folgt.) Zwerg-Ehe«. Von Hans Möbius. ----— (Nachdruck »erbot«.) Im Mittelalter hielt sich eine jede Familie, welche sich diesen Luxus gestatten durfte, einen Zwerg, dessen Hauptpflichten darin bestanden, so häßlich wie nur irgend möglich auszusehen und mit gleicher Dankbarkeit die Liebkosungen seiner Herrin und die Schläge und Spötteleien der Gäste entgegenzunehmen. Nie galt eine Hofhaltung ohne einen Zwerg für vollständig. Dieser mußte al» Hofspaßmacher die Gäste durch seine Witze belustigen oder ihren Späßen al» Zielscheibe dienen. Zu den berühmtesten Zwergen aller Zeiten gehört Richard Gibson, der am Hofe Carls I. von England die Stellung eines Pagen inne hatte. Zahlreiche Geschichten werden von ihm erzählt; wie er bei Tisch in einer Pastete servirt wurde; wie er ein ernste» Duell mit einem türkischen Hahn ausfocht und wie er einen Höfling, der ihn beleidigt hatte, zum Zweikampf herausforderte und seinen Gegner mit seinem Pistol — er soll ein ausgezeichneter Schütze gewesen sein — niederschoß. Ferner erzählt die Chronik, daß er sein kleine», aber männliches Herz einer Mtniaturdame Namens Anny Shephard zu Füßen legte und daß sein königlicher Herr die Hochzeit mit seiner Gegenwart beehrte und der Braut ein kostbare« Geschenk überreichte. Der Hochzeit folgte eine große Festlichkeit 440 und der Dichter Waller widmete dem kleinen Paar eine begeisterte Hymne. Bräutigam und Braut waren nur 3'/, Fuß hoch, doch sollen die zahlreichen Kinder, mit denen ihre Ehe gesegnet war, normal gebaut gewesen sein. Das kleine Paar, dar unter fünf Königen gelebt, wurde steinalt; er starb im Alter von 93, ste von 89 Jahren. Auch Peter I. interesfirte sich in hohem Maße für Zwerge, und alr einst ein am Hofe lebendes Pärchen sich zu vermählen beschloß, traf der Zar große Vorbereitungen, um das Ereigniß auf das glänzendste zu feiern. Alle Zwerge, die zwanzig Meilen im Umkreise von St. Petersburg lebten, erhielten den Befehl, am Hofe zu erscheinen und man sandte Wagen aus, um sie zur Hauptstadt zu bringen. Am Hochzeitstage verursachte die große Anzahl von Wagen, in welchen sich bis zu 15 Persönchen befanden, eine lebhafte Aufregung unter den Einwohnern und der Zug wurde von einer zahlreichen Menschenmenge begleitet. Im Ganzen zählte man 72 Zwerge. Jeder Gegenstand, der zur Hochzeit gebraucht wurde, war in Miniaturformat eigens angefertigt worden und Peter befahl, daß die kleinen Gäste den Ehrenplatz bei Tische einnehmen sollten. Die Tischordnung brachte indeß einige Verwirrung hervor, denn Keiner wollte der letzte sein; und da Jeder auch den Ehrenplatz — diesen sollte der Kleinste erhalten — zurückwies, 2fo wäre die Sache beinahe in eine vergnügte Prügelei ausgeartet, jedoch gelang es schließlich den Hofbeamten, die streitsüchtigen Liliputaner zu besänftigen. An das Mahl schloß sich ein Ball, den das glückliche Paar, das nur wenig mehr denn 3 Fuß maß, mit einem zierlichen Menuett eröffnete. Diese Hochzeit wirkte übrigens ansteckend, denn von den 72 eingeladenen Gästen vermählten sich kurze Zeit darauf neun Paare. Ein englischer Zwerg, Charles Stretton, der hauptsächlich in Amerika unter dem Namen General Tom Thumb austrat, verliebte sich in eine junge Dame, Lavonia Warden, welche allerdings noch einen zweiten Anbeter in der Person eines anderen Zwerges, den Commodore Natt, hatte. Der Letztere war eine äußerst leidenschaftliche Natur und seine Eifersucht veranlaßte ihn eines schönen Tages, seinen Rivalen fürchterlich zu verhauen. Trotzdem trug der Letztere den Sieg davon, was er allerdings weniger seinen körperlichen Reizen, als seinem Wohlstand zu verdanken hatte. Als er nämlich seiner Angebeteten seine Liebe erklärte, überreichte er ihr gleichzeitig ein Document, aus dem hervorging, daß er sich in Massa- chusetts ein Gut gekauft hatte. Kurze Zeit darauf fand die Hochzeit statt. Ihrs Ehe währte zwölf Jahre, dann starb er. Seine untröstliche Wittwe vermählte sich ein Jahr später auf's Neue mit dem Grafen Magri, ebenfalls ein Zwerg, mit dem sie ganz Nordamerika bereiste. Ein anderer Militär — merkwürdigerweise gaben sich die Zwerge im Punkte der Titulaturen nie mit Kleinigkeiten ab — war der General Mite, ein geborener Amerikaner, der vorzugsweise Frankreich und England bereiste, aber auch in Deutschland aufgetreten ist. Als er großjährig wurde, hatte er mehr Jahre als Zoll aufzuweisen. Ein günstiges Geschick führte ihm ein weibliches Nippfigürchen zu, das geradezu für ihn geschaffen zu sein schien, denn sie war nur zwei Zoll kleiner als er. Die Hochzeit fand in Manchester in der St. James-Kirche statt unter dem Zulauf einer zahlreichen Menge, die das glückliche Paar bis zu ihrem Heim escortirte. Ein polnischer Zwerg Bornlawski wurde im Jahre 1739 der Schützling der Gräfin Humjeskt. Sonderbarerweise verliebte er fich in eine Dame, die ihre fünf Fuß maß und die ihn infolge seiner Stellung bei der Gräfin auch heirathete. Diese aber entzog ihm ihren Schutz und Bornlawski war ge- nöthigt, auf Märkte und Messen zu ziehen, um für sich und sein Weib den Lebensunterhalt zu verdienen. Obgleich er i seine Gattin sehr liebte und alles Erdenkliche für sie that, * scheint sie doch keine besondere Achtung vor ihm gehabt zu t haben, denn wenn sie ärgerlich war, so pflegte ste ihn auf den Kaminsims zu stellen, wo sie ihn entsetzt um Hilfe schreien ließ. Auch der Zwerg Lölkes, ein geborener Holländer, war mit einer normal gewachsenen Dame verheirathet. Es muß ein rührender Anblick gewesen sein, wenn Frau Lölkes mit ihrem Gatten durch die Straßen spazierte und ihn an der Hand hielt, gleichsam als ob sie ihn zur Schule sührte. Dieser Zwerg war übrigens ein muthizes Kerlchen, denn eine« Tages hielt er ein scheues Pferd auf der Westminster-Brücke in London auf und rettete dadurch dem König Georg III., der auf dem rasenden Thiers saß, das Leben. Ein bedauernswerthes Geschöpf war der Engländer Matthes Buchanger, der ohne Arme und Beine geboren wurde und eine Höhe von 29 Zoll erreichte. Er ernährte fich durch sein musikalisches Talent, und fast unglaublich erscheint die Thatsache, daß dieser Unglückliche viermal verheirathet war und elf Kinder hatte. Ein unglücklicher Liebhaber war ein Zwerg, der unter dem Namen „Seb6" am Hofe des Königs Stanislaus von Polen lebte und von seinem königlichen Herrn unter den Schutz einer Prinzessin gestellt wurde. Böbö verliebte sich leiden- schaftlich in die Prinzessin, welche diese Liebe jedoch nicht erwiderte. Der kleine „Romeo* gerieth darüber eines Tages, als er den Gegenstand seiner Liebe einen Hund streicheln sah, in solche Verzweiflung, daß er unter Thränen ausrief und das Thier mit den Worten aus dem Fenster warf: „Warum lieben Sie diesen Köter mehr als mich?" Auch der Zwerg Andrew Whiston, ein Engländer, liebte unglücklich. Er hatte fich durch die Ausübung seines Berufes — er bettelte nämlich auf der Waterloo-Brücke in London - ein hübsches Vermögen erworben und gedachte fich von dm Geschäften zurückzuziehen. Seine Wahl fiel auf eine Wittwe, Mrs. Marshall, die den ehrsamen Beruf einer Fischhändlerin ausübte. Sie nahm den Antrag des kleinen Mannes an und ließ sich von ihm verschiedene Geschenke machen. Das Aufgebot wurde bestellt, doch die Spötteleien ihrer Bekannten veranlaßten sie, die Heirath rückgängig zu machen und so blieb Andrew Junggeselle. Zum Schluß unserer kleinen Skizze wollen wir noch eine Truppe von Zwergen erwähnen, die im Jahre 1888 zu Parts auftrat, wo sie durch ihre Liebeshändel das Publikum eine Zeit lang erheiterte. Ein Mitglied der Gesellschaft verehrte der Gattin eines anderen Mitgliedes der Truppe einen Ring, den die Dame an ihrer — großen Zehe trug. Ihr Gatte, rem diese Schaustellung nicht besonders erfreulich sein mochte, schwor dem Miniaturliebhaber Rache und ging ihm mit einem Revolver zu Leibe. Die Sache nahm schließlich eine so gefährliche Ausdehnung an, daß die Truppe von der Pariser Polizei während ihres Aufenthalts in der Hauptstadt scharf überwacht werden mußte. Von amerikanischer Gesundheitslehre wird wieder einmal eine hübsche Probe mitgetheilt. Den Freunden des Küssens empfiehlt nämlich der Gesundheitsrath von Chicago, die Lippen vor dem Küssen mit carbolisirtem Rosenwaffer abzureiben. Guten Appetit I * * ♦ Im Regen. Herr: „Mein Fräulein, darf ich Ihnen meinen Regenschirm anbieten?" — Fräulein: „Sie sehen ja, ich hab' selber einen." — Herr: „Nun, den können wir ja zumachen." ♦ ♦ ♦ Moderne Anschauung. „Mein Schwiegersohn hatte, wie er um meine Tochter freite, keinen Pfennig Schulden!" — „Da hat er also wohl aus reinem Uebermuth geheirathet?" Äebaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen UniverstMS-Buch- und Stemdruckerei (Pietsch L'Scheyda) in Gießen.