em zweiten ller gleich» i ist dann et sich dar 'eitet, wenn >er für den vimrner? er geworfen urch die es eren Thiere schwimmend rnigstens im »berfläche zu ur nicht im geht, wenn it der Mensch em Tode zu i Retten ge» Unterfinken, heinung da« geräth, sucht m auch bei lchen, wenn Haufen, und ib diese sind Die ersten wenn ihnen n, indem sie e, so wußten nktiv die gr> aber nicht , sondern be- unglückliche en zu Helsen, etzt lebenden chtschwimmer natürlich nie fdttliWi* atnt. Carl llche rückhaltlos it, die Frauen- eit darzustellen, zndividualitäts- tz, das für alle ngeschlecht gilt > ist ein freier rgangenheit, in ber die Zukunft weibliche Wille j gerichtet sein. ! von ihm fort- Nachweis der en und seinen en Gegnern der cch Ausbildung Der Wider- »idmet der Ver- em Schluß, daß Weib und Perlige. Die Ver> Förderung der .da) in Gießen. UnterhaltnngsdLntt pnit Gießener Anzeiger (General-Anzeiger) A ma So Die Vergeltung. Novelle von F. Stöckert. (Fortsetzung.) Herbert hatte sich erhoben- Mit schweren Schritten schwankte er von dannen, an den duftenden Theerofen vorüber. Warum dufteten und blühten sie gerade zu dieser Stunde so schön. Warum ging dort in wundervoller Schönheit der Voll- mond auf? So fragte sich beinahe irrsinnig vor Schmerz Herbert Brand. Mit bebenden Händen riß er die Rosen ab von den Stöcken und streute die zarten gelben Blätter herum, dann blickte er finster drohend zu dem Mond auf. Er leuchtete den Beiden, die da auf den Höhen des Lebens standen, die das Glück ergreifen und festhalten durften, ihm, dem Maler, lächelte fein Licht aber nicht, denn er war ein Betrogener, ein armer Mann, der eine Gräfin geliebt, mit jener sogenannten Dichterliebe! Wie sie ihn umrauschten, all' die süßen Liebeslieder eines Geibel, Lenau, Heine — die Zweige flüsterten sie und die entblätterten Rosen hauchten mit ihren letzten Düften Liebes» gesänge in die stille Abendluft hinaus. Wild und wirr klang es durcheinander; von erster Liebe Glück — und bitteren Trennungsschmerzen, von Übergroßem Weh, von den Blumen, den kleinen, die da mit uns meinen, und der alten Geschichte, die da immer neu bleibt. Und es ist doch Alles Unsinn, Thorheit, Kinderei! Die Blumen welken und der Mond, die holde Luna, die so Viele angesungen, ist ein Himmelskörper und kein Mensch weiß es, wie es auf ihm ausfieht, und die Erde ist ein Stern und wenn das Ende aller Dinge da ist, bann kommen die großen Wasser unb der Mond fällt hinein, die Erde theilt sich aus« einander und die Menschen kommen um in Feuer unb Wasser — so Aehnliches hatte er neulich einmal gelesen. Auch Jsolbe würbe umkommen, bis schöne, falsche Isolde. Freilich, es können auch noch Jahrtausende vergehen, ehe die großen Wasser kommen. Roch manche falsche Isolde kann bis dahin geboren werden und noch mancher arme Narr sich be« trügen lassen. Armer Narr 1 Wie das Wort ihm in der Seele brannte. Es schien überhaupt in seinem Herzen ein Feuer zu brennen, gleich einem Lavastrom, der vernichtend über blühende Gefilde strömt, so daß Alles verdorrt und erstarrt. Wie zauberisch das Mondlicht auf Berg und Felsen lag, wie geheimnißvoll es in den Wäldern rauschte, so war es gestern auch gewesen, als er Isoldens Lockruf gefolgt war. Gestern! Wie lange, lange war das her, er hatte wohl geschlafen dort in dem verwilderten Park, hundert lange Jahre, wie der Mann im Märchen, und nun war Alles verwandelt. Das waren nicht mehr dieselben Berge und Wälder, welche er mit der Geliebten seiner Jugend durchstreift. — Wie hatte der rauschende Gebirgrfluß damals so neckisch geplaudert, wie langweilig plätscherte er heute an ihm vorüber unb bis Bäume an seinem Ufer, sie sahen heute so ganz gewöhnlich aus, und die blauen Vergißmeinnichtblümchen, aus welchen Isolde einst Kränze gewunden, waren doch auch nur ganz einfache Wiesen» blnmen, die man überall findet, wo es ein wenig sumpfig ist. Armer Narr! Die Welt war ihm entnüchtert, die Poesie aus feiner Seele geflohen. Da lag bas Schloß vor ihm, welches er einst für ein Märchenschloß angesehen, in welchem Frau Minne wohnte und wo die Romanlik ihn aus seinen Fenstern träumerisch gegrüßt hatte; und es war doch ein ganz modernes Bauwerk, aller» dings mit Kunst unb Geschmack aufgeführt, Poesie unb Ro» mantik webt aber doch nur um alte, ephen-umsponnene Ruinen. Isoldens Fenster waren noch hell erleuchtet, man war wohl soeben erst von dem Fest zurückgekchrt und sie löste jetzt wohl die welke Rose aus dem duftigen Haar unb besah sich im Spiegel und freute sich ihrer Jugend und ihrer Schönheit, benn sie war jung unb schön geblieben, ihr hatten die hundert Jahre nichts anhaben können, während welchen Herbert Brand in seinen Wahnvorstellungen geschlafen zu haben meinte. Nun wurde bas Licht ausgelöscht, sie ging schlafen. Auch er.wollte schlafen, Sterben — schlafen — Nichts weiter! Und zu wissen, daß ein Schlaf Das .Herzweh und die tausend Stöße endet, Dies unsers Fleisches Erbtheil, — ’S ist am Ziel Auf’S Innigste zu wünschen. Seife murmelte er die Worte des berühmten Dichters 278 vor sich hin und ging dann mit leisen Schritten hinauf auf sein Thurmzimmer im Schloß. Er hätte ja Isoldens Schlummer stören können; und sie war gewiß müde und sehnte sich nach Ruhe. Drittes Capitel. Als die Morgensonne in seine Fenster schien, da rieb sich Herbert verwundert die Augen; er hatte wirklich geschlafen, hatte geträumt von Isolde, von seinem Freunde Hagen, ja, was war es doch? Hatte nicht dieser ihm erzählt, daß auch er Isolde geliebt und ihm bittere Vorwürfe gemacht, daß er ihn dazu verdammt habe, ihr fortwährend in die Ohren zu geigen: „ ,. Wie heißt König Ringals Töchterlein, Rothtraut, schön Rothtraut. Das hätte doch jeder andere Geiger auch thun können, aber er — er — und dazu immerfort ihr süßes Gesicht vor Augen, da» wären Höllenqualen, wie sie ein Teufel nicht schlimmer hätte ersinnen können. So hielten ihn eine Weile noch die Traumbilder gefangen und erst allmälig begann er sich auf die Ereignisie des vergangenen Tages zu besinnen. Als er sich angekleidet hatte, ging er nach dem Musiksaal hinüber. In seiner Kunst allein hoffte er Trost zu finden, wenn ste ihm nur treu blieb, dann war diese Welt ihm noch nicht ganz zur Qual. Aber als er vor seinem Bilde stand, da fühlte er, daß er keinen Pinselstrich mehr daran machen konnte! Heiße Thränen traten ihm in die Augen, dergleichen würde er nie, nie wieder leisten, Jugend und Liebe hatten hier die Farben gemischt, den Pinsel geführt und das war nun Alle» vorbei, die selige, überquellende Jugend und die Liebe, Alles war vorbei- Er kam sich wie ein alter, welker Mann vor. Sinnend nahm er einige Skizzen in die Hand, die er nach den Plänen des Grafen entworfen hatte. Ein Nocturno von Chopin hatte er malen sollen, eine Mondscheinnacht, blühende Rosen, Unsinn! Wie hatte er nur auf die Phantasien des überspannten Herrn eingehen können, ein Nocturno kann man ebensowenig malen wie eine Rhapsodie. — Was er da gemalt, das war seine Jugend, seine fröhliche, lachende Jugend, der Traum einer ersten Liebe! Das Alles hatte er auf die Leinwänd gebannt und nun mochte er Abschied davon nehmen, sich sachte davon schleichen von der Stätte, wo er so selig gewesen. Er begann, von diesem Gedanken geleitet, seine Pinsel und Paletten zusammenzupacken, als der Graf hereintrat. „Run, was soll bas heißen? Wird heute nicht gemalt?" rief dieser, indem er näher trat. Tieferschrocken blickte er dann in das blaffe, verwüstete Gesicht Herberts. „Mein Gott, was ist Ihnen? Sind Sie krank?" fragte der Graf bestürzt. Herbert schlug dis großen blauen Augen zu ihm auf. „Ich tonn nicht mehr malen — nicht hier an dieser Stätte, ich muß fort — heute noch — die Comteß," stammelte er, während er bald roth, bald blaß wurde. „Ah, Sie wiflen schon, daß sich Isolde gestern verlobt hat. Also auch Sie, Sie mußten noch hintergangen, noch betrogen werden von ihr, trotz aller meiner Warnungen. Aber wie war es nur möglich, daß ich von alledem nichts bemerkt habe. Ich war so sorglos, glaubte Sie so ganz von Ihrer Kunst in Anspruch genommen. Nun, ich denke, Sie werden jetzt auch Trost und Vergeffen darin finden." Er nahm beide Hände der jungen Malers in die seinen und sagte: „Behalten Sie den Kops oben, junger Freund, wer ein solches Gut sein eigen nennt, darf nicht verzweifeln. Die Kunst ist ein höheres, ein heiligeres Gut als Frauenliebe." Herbert jedoch schüttelte traurig den Kopf. „Lassen Sie mich ziehen, meine Hand ist wie gelähmt, meine Phantasie ist tobt — Ich — ich habe Comteß Isolde zu sehr geliebt!" „Ich werde meine Tochter zu ihrer Tante schicken, — Isolde soll Ihre Wege hier nicht mehr kreuzen! Sie aber müssen bleiben, ich bitte Sie inständig darum. So wie Ste hat es noch Keiner verstanden, auf meine Pläne einzugehen. Und was wollen Ste auch beginnen, wenn Sie nicht malen wollen?" „Das weiß ich nicht," erwiderte Herbert, „ich weiß nur, daß ich in der Stimmung, in welcher ich mich jetzt befinde, nicht zu malen vermag. Die Kunst verlangt ein unbelastetes Gemüth, Heiterkeit der Seele, Frische des Geistes, einem armen, betrogenen Narren wendet sie den Rücken." „Und das Alles um ein Mädchen wie Isolde!" rief der Graf kopfschüttelnd. „Bemerkten Sie denn nie, daß ste kein Herz hat und gedankenlos durch'« Leben tändelt." „Ich glaubte an ste, wie man an das Evangelium glaubt, liebte ste mit aller Kraft meiner Seele, glaubte mich auch von ihr geliebt und dachte sie zu meiner Frau zu machen!" rief Herbert Brand erregt. Es zuckte ein wenig ironisch um die Mundwinkel der Grafen bei diesem Geständniß Er war doch ein rechter Schwärmer, dieser Jüngling mit dem blonden Lockenhaupt und den blauen, ehrlichen Augen, daß er davon geträumt hatte, die Gräfin Isolde als seine Frau einst besitzen zu können. — Isolde seine Frau! Sich das auszumalen, dazu gehörte wirklich Phantasie. Der Graf konnte es sich jetzt lebhaft vorstellen, wie sich feine schöne Tochter mochte amüsirt haben, dieser arglosen Natur Herberts gegenüber. Welch' ein Unrecht es aber war, gerade solch' eine Natur zu betrügen, davon hatte sie in ihrem gedankenlosen Leichtsinn natürlich keine Ahnung. Schön wie der junge Morgen trat die junge Gräfin jetzt in den Saal- Herbert wurde lodtenblaß, wie abwehrend streckte er beide Hände gegen sie aus. Isolde schaute ihn etwas verwirrt an. Er schien er schon zu wissen, was sie ihm so schonend wie möglich mit* zutheilen gedachte. Sie hatte sich ihre Rede so schön aur- geklügelt, hatte von Standesrückstchten und dergleichen sprechen, ihm sagen wollen, daß sie trotz alledem gute Freunde bleiben könnten. Das Wort erstarb ihr jedoch auf den Lippen diesem blassen, verzweifelten Gesicht gegenüber. Wie schön aber waren diese marmorbleichen Züge in ihrem Schmerz I Es lag etwas von der ewigen Schönheit darüber ausgegossen, wie sie die großen griechischen Künstler ihren Götterbildern verliehen. Gebannt blieb ihr Blick darauf ruhen. Der Zauber, den eine so reine, ursprüngliche Natur auszuüben vermag, machte sich bei ihr geltend. Was hatte sie gethan! „Herbert, o Herbert, vergieb mir!" stammelte ste voll bitterer Reue und hob flehend die Hände zu ihm auf. „Vergeben!" rief er und durch den Saal schallte wieder das irre Lachen, welches sie am vergangenen Abend so er* schreckt hatte. „Ich soll vergeben! Ich, der arme Narr, der Sie mit jener Dichterliebe geliebt, über welche Sie und Ihr Verlobter längst hinaus sind!" „Sie haben das gehört?" fragte ste bestürzt. „Ja gewiß, ich habe Alles gehört. Die Rosen und die Linden dufteten, ich lag träumend im Park des Herrn Barons von Wettern. — Das war das Nachtstück von Chopin, Herr Graf," wandte er stch jetzt an diefen, „ich habe es selbst durchlebt, die Mondfcheinnacht, die duftenden Rosen, die Liebernoth! Malen kann ich es Ihnen aber nicht mehr. Er ist eine Leere hier in meinem Herzen und eine Oede da oben." Er faßte mit einer verzweifelten Geberde an seinen Kopf. „Da kann stch kein Gebild gestalten. Gestern, o, da war meine Phantaste noch so reich, da war die Welt noch so schön, heute aber, da zeigt sie mir ihr traurigstes Alltagsgesicht, auch hier, hier, wo ich so glücklich war, wo ich sonst ein Paradies schaute, ist die Welt ebenso nüchtern, so realistisch und so erbärmlich wie überall; nur die Hoffnung und die Phantasie erhebt uns darüber, aber die ist tobt, tobt, tobt! e „Lebe, falsche ersticke d n Leid 6 eilen. q n er, „I Mann ist in" — wk reiches auf se „Er r bald x wenig nehmen für ih 6 Herbei zeichen € haben' haben' vor se marmc sagte" ruhe x M Gott i fänden tl Graf € e« wa pflegte L zu für er daf liebent sie do, tigam verbro 2 solchen sinnun fchen S achtete, ihm ö: seinen <2 jetzt of auch h Braut Leben' der B einzig des Le liche 2 Liebes! Lebt । nun, d und b( - 279 - Er griff nach seinem Filzhut und rief dann hastig: „Leben Sie wohl, Herr Graf, und Sie auch, Sie schöne, falsche Schlange. Ich kann nicht mehr bleiben, fort, fort, ich ersticke hier!" Er stürmte hinaus aus dem Saal. „Herbert! Herbert! O, mein Gott, erwirb sich doch kein Leid anthun!" rief Isolde leichenblaß und wollte ihm nach» eilen. Ihr Vater aber hielt sie zurück. „Herbert Brand wird zur Besinnung kommen," sagte er, „lassen wir ihn ziehen. Ein so jugendkrästiger, edler Mann wird ja wohl dieses Kummers Herr werden!" „Meinst Du, Papa? Wenn er nun nicht zurückkehrt, er ist in einer so verzweifelten Stimmung, wenn — großer Gott — wenn er sein Leben endete!" „So wahnsinnig wird er Nichtsein, Deinetwegen fein so reiches, vielversprechendes Leben zu enden," sagte der Graf, auf seine Worte eine nicht mißzuverstehende Betonung legend. „Er wird in unseren schönen Bergen herumstreifen und sich bald wieder zur Klarheit des Denkens hindurchringen. Ein wenig ernüchtert wird er wohl die Arbeit hier wieder auf» nehmen, seine Kunst aber, hoffe ich, wird das beste Trostmittel für ihn sein." Viertes Capitel. Gräf Tannen irrte sich jedoch mit seiner Voraussetzung; Herbert kehrte nicht in das Schloß zurück, auch kein Lebenszeichen von ihm gelangte dahin. Sollte Isolde mit ihren Befürchtungen doch Recht gehabt haben? Sollte Herbert in seiner Verzweiflung den Tod gesucht haben? Tag und Nacht stand die herrliche Jünglingsgestalt vor seinen Augen, bald lebensfroh, schön und heiter, bald marmorbleich, starr und kalt. — Ein Todter! „Wir müssen Nachforschungen nach Brand anstellen," sagte er, nachdem mehrere Tage vergangen, von innerer Unruhe gequält, zu Isolde. „Thue es, Papa," rief die junge Gräfin, „ich würde Gott auf den Knieen danken, wenn wir eine Spur von ihm fänden." „Ja, dazu hättest Du auch alle Ursache 1" erwiderte der Graf voll Bitterkeit. Sie wandte sich schweigend ab und trat an das Fenster; e« war die Stunde, in welcher ihr Verlobter zu kommen pflegte, drüben am Waldrand tauchte seine Gestalt jetzt auf. Langsam, mit müdem Schritt wie Einer, der nichts mehr zu fürchten, zu hoffen und zu wagen hat auf der Welt, kam er daher und doch harrte seiner hier oben eine schöne, reiche, liebende und hingebende Braut, denn das war Isolde; meinte sie doch in ihrer reuevollen Stimmung jetzt, an ihrem Bräutigam gut machen zu müssen, was sie an dem armen Brand verbrochen hatte. Der Baron Wettern aber verlangte gar nicht nach einer solchen Braut. Er wünschte zur Lebensgefährtin eine Gesinnungsgenossin, die seine seichten, oberflächlichen, pessimistischen Anschauungen theilte, die Welt und die Menschen verachtete, ohne Glauben und ohne Liebe war, und Isolde war ihm auch in jeder Hinsicht eine verwandte Natur, welche zu seinen Ansichten zu bekehren ihm nicht schwer fallen konnte. Seinem Einfluß gelang es daher auch meistens, ste ihrer jetzt oft trübsinnigen Stimmung zu entreißen. So war es auch heute, als das Gespräch zwischen dem Baron und seiner Braut wieder auf den Maler kam. „Wenn er, was ich noch nicht glaube, sich wirklich das Leben genommen, so trägst Du keine Schuld daran," sagte der Baron in seinem kalten, überzeugenden Ton, „sondern einzig und allein sein schwacher Character, der den Härten des Lebens nicht gewachsen, wäre die Ursache. Eine schwächliche Werthernatur ist eben keine Göthenatur, die aus einem Liebesleid sich zu neuem Schaffen emporzuringen vermag. Lebt aber etwas von solcher Größe in Brands Innerem, nun, dann wird sein Genius auch die Flügel wieder entfalten und dann ist er nur zu beneiden." Das klang Alles klar und überzeugend, aber so ganz vermochten des Barons Reden das Schuldgefühl in Isoldens Herzen nicht zu tilgen. Eine Göthenatur war der Maler Brand sicherlich nicht. Sein verzweifeltes Antlitz, wie sie ihn zuletzt gesehen, stand ihr immerfort vor Augen, Verzweiflung, Ekel am Leben konnten ihn in den Tod getrieben haben und nun lag er vielleicht zerschmettert in irgend einer dunklen Felsenkluft oder der Gebirgsfluß trieb seinen schönen, jugendlichen Körper weiter und weiter, bis er an's Land geschwemmt wurde irgendwo, wo ihn Niemand kannte, Niemand von semem Schicksal etwas wußte. Isolde kam nicht los von solchen Bildern, besonders wenn ihr Weg sie an den Stätten vorüberführte, wo sie einst mit Herbert getändelt und gescherzt hatte. Als Baron Wettern nach einiger Zeit darauf drang/ daß Isolde den Hochzeitstag festsetzen sollte, war sie mit Freuden dazu bereit. Dieser Wechsel ihrer Lebensstellung mußte sie doch auf etwas andere Gedanken bringen und vor Allem die Hochzsits« reife, die auf Wetterns Wunsch eine Meerfahrt werden sollte. An der Küste von Lissabon oder an irgend einer Insel des Mittelländischen Meeres gedachte er zu landen und dann noch mit seiner jungen Frau eine schöne Landreise zu machen. „Diesen Theil Europas kenne ich noch nicht und ich denke, das Neue in Deiner Gesellschaft genossen muß doch noch einigen Reiz für mich haben," meinte er lächelnd zu seiner Braut. Isolde sah verstohlen zu ihm auf und eine Frage lag in ihren Augen. Sollten diese kalten Züge des Barons sich noch einmal beleben können, seine grauen, bleischweren Augen je in so warmer Begeisterung ausleuchten, wie einst die schönen blauen Künstleraugen Herberts? Nein, sie glaubte es nicht, und das Wenige, was ihr noch geblieben an warmem Fühlen und Denken, das würde ihr an des Baron» Seite verloren gehen, mochten sie nun Spanien oder Italien durchstreifen oder auf einer der schönen südlichen Inseln ihre Flitterwochen verleben. Fünftes Capitel. Graf Tannen hatte noch einen Aufruf in mehreren Tagesblättern erlassen, von dem er hoffte, daß er ihm irgend eine Kunde von Herbert Brand bringen würde, aber vergebens, keine einzige Nachricht lief von dem unglücklichen Maler ein. Da streifte der Graf selbst in den Bergen herum, überall fragend, forschend, ob Niemand den Maler, den er genau beschrieb, gesehen; nirgends aber erfuhr der Graf etwas Bestimmtes über den Verschollenen. Da und dort wollte man allerdings einen jungen Maler gesehen haben, es konnte aber auch ein anderer gewesen sein. Junge Leute mit blondem, lockigem Haar und blauen Augen liefen ja genug hier in den Bergen herum, Künstler !zumal, die machten ja jetzt alle Wege unsicher. Endlich führte den Grafen Tannen ein gütiges Geschick eines Abends nach einem einsam im Walde gelegenen Forsthaus. Vor der Thür desselben hielt ein Gefährt — wie es ihm schien, der Wagen eines Arztes. Jetzt wurde die Haus- thür des Forsthauses geöffnet und ein alter Herr, der richtige Typus eines Landarztes, trat, begleitet von einem jungen Mädchen, über die Schwelle. „Verzagen Sie nicht, Aennchen," rief der alte Herr, seine sonore Stimme nur mühsam dämpfend. „Das Schlimmste haben wir einmal wieder überwunden, die gute, gesunde Natur des Kranken hat gesiegt und die frische Waldluft und Ihre Pflege werden noch das Beste thun. Eins aber rathe ich Ihnen, Kind! Schauen Sie nicht zu tief in seine großen, glänzenden Augen, denn dieser junge Künstler hat an den Abgründen der Verzweiflung gestanden, dem hat Gott Amor einen seiner kleinen, dämonischen Streiche gespielt, davon gesundet das Herz nicht so leicht und er könnte ein unberechenbarer Schwärmer sein." (Fortsetzung folgt.) Frische Salate und Gemüse. Eine hygienische Speisestudie. Von Dr. Hans Froehlich. ------- (Nachdruck verboten.) Wenn im Frühjahr alles sproßt und sprießt in Feld und Flur, dann erfreut sich das Auge an dem wohlthuend grünen Kleide, das die Mutter Erde angelegt hat, und in tiefen Zügen athmet der Mensch die herrlichen, ozonreichen Früh- lingsdüste und -!Me ein. Aber sür die sorgende Hausfrau ist der Beginn der warmen Jahreszeit noch von besonderer Bedeutung, denn durch die frischen Salate und Gemüse giebt es wieder mehr Abwechslung im Speisezettel. Hoch erfreut blickt sie auf das zufriedene Antlitz ihres gestrengen Ehcherrn, wenn sie ihm den ersten Salaikopf zum duftenden Braten vorsetzt. Pflegt doch gerade zu Beginn des Sommers der Salat recht zart und weich zu sein „wie Butter," oder nach Goethes Worten:' „wie Milch, lateinisch lac, daher man begreift, warum ihn die Alten lactuca genannt." Späterhin trifft bet ihm zu, was bei den Menschen eigentlich stets der Fall sein sollte: die schonungslosen Einwirkungen von außen machen ihn szwar äußerlich hart aber sein „Herz" bleibt weich und milde. Jedoch nicht nur im Reiz der Neuheit liegt das Angenehme des Salatgenuffes, sondern er ist auch für unfern Körper nützlich und gesund. Die organisch-sauren Salze der Salate und Gemüse bilden ein Hauptersatzmittel sür unsere Blutsalze, das Cali in ihnen befördert den Stoffumsatz, ihre gewürzigen Oele reizen unfern Geschmack und vermehren die Absonderung des Magensaftes. Von großer Wichtigkeit für die Verdaulichkeit der Salate sind die beigegebenen Würzen. Heißt doch Salat - italienisch salato — das „Gewürzte." Eine alte, sehr richtige Kochregel schreibt nun sür die Zubereitung der Salate vor: „Nimm Salz wie ein Werfer, Essig wie ein Geizhalz, Oel wie ein Verschwender und mische wie ein Narr." Das Salz besördert den Umsatz der Eiweiß. Hoffe im Sästestrom unseres Körpers; der Essig löst das schwer verdauliche Bindegewebe des zum Salat genoffenen Fleisches. Wohl sticht bisweilen der Essig mit seinem scharfen, sauren Geschmack gar sehr von dem milden Salatgeschmack ab, so daß die Zähne „stumpf" und „lang" werden. Dem ist aber leicht dadurch abzuhelfen, daß man sich Estragonessig ansetzt, der mit seinem specifischen Aroma den Salat stets beffsrt und mildert. Auch soll man sich „wie ein Geizhalz" des Essigs bedienen. Denn bei länger fortgesetztem Genuffe starken Essig» leidet schließlich die Verdauung, die Ernährung wird mangel- hast, namentlich geht die Fettbildung zurück, die Blutkörperchen werden infolge Alkalescenz des Blutes zu Grunde gerichtet, es tritt allmählich Blutarmuth und Bleichsucht ein. Manche Damen, deren Embonpoint über dieGrenzen reiner Bewunderung hinausgeht, benutzen dies sogar und trinken geradezu Essig. Aber säst stets stellen sich früher oder später Magen- und Darmcatarrhe ein, und ein leidende», erdfahles Gesicht trägt den großen Frevel zur Schau, welchen die Eitelkeit gegen die heiligen Gesetze der Natur begangen. Die dritte Würze, das Oel, ist für die Verdaulichkeit und Bekömmlichkeit des Salates von großer Bedeutung. Alle pflanzlichen Nahrungsmittel enthalten nämlich eine ziemlich reichliche Menge ganz unverdaulicher Substanz, die Cellulose. Diese muß nun durch Bei- Mischung von Oel, oder bei den Gemüsen mit Fett, geschmeidig gemacht werden, damit sie Magen und Darm gut passtren kann und deren Wandungen nicht zu sehr reizt. Uebrigens sind solche unverdaulichen Stoffe in unserer Nahrung keineswegs zu verachten, sondern sie regen sogar bei geringer mechanischer Reizung die Absonderung der Verdauungssäfte an. Sehr leicht verdauliche, breiige Nahrung allein verträgt man in der Regel nicht auf die Dauer, weil sich sehr bald ein Widerwillen dagegen, eine sogenannte „Abgegessenheit" einstellt. Dies zeigt sich namentlich häufig in Gefängniffen bei derartiger Kost. Also die unverdauliche Cellulose der Salate und Gemüse bildet ein ganz gutes Anregungsmittel sür die Verdauungssäfte, nur muß sie eben durch Oel oder Fett zur leichteren Weiterbefbrderung durch den Karm geschmeidig gemacht werden. Daher die Forderung: Nimm Oel wie ein Verschwender. Natürlich muß das Oel stet- rein und frisch sein, darf nicht „ranzig" oder „rauchelich" schmecken. In den frischen Gemüsen sind besonders werthvoll die mineralischen Nährsalze, dieses wichtige Baumaterial für Blut- und Gewebsbildung. Sonst enthalten die grünen pflanzlichen Nahrungsmittel fast keine nennenrwerthen Nährstoffe, sondern hauptsächlich Waffer, nämlich 80 bis 90 Prozent. Die nährsalzigen Gemüse dürfen nun nicht dadurch minderwerthig gemacht werden, daß man sie mit vielem Kochwaffer auslaugt und die löslichen Salze über den Spülstein schüttet. Ueber- Haupt ist gerade bei den Vegetabilien die richtige küchenge- mäße Zubereitung von großer Bedeutung sür ihre Bekömmlichkeit. Zunächst sollen alle Gemüse sauber geputzt und gereinigt werden, was zweckmäßig durch Abspülen und Abwaschen mit Waffer, oder Abreiben mit sauberen Tüchern geschieht. Der Oberfläche dieser Nahrungsmittel hasten nämlich alle möglichen Kleinlebewesen (Bakterien, Bazillen) an, solche, welche im Magen und Darm Fäulniß und Gährung erregen, oder solche, welche geradezu al« gesundheitsschädlich zu erachten sind. Diese werden zwar mit zweifelloser Sicherheit nachher durch da» Kochen getötet, aber für diejenigen Pflanzentheile, welche wir roh genießen, wie Salate, Radieschen und Rettigs, ist die vorherige Entfernung der an der Oberfläche haftenden Mikroorganismen dringend geboten. Auch ist e» keines weg- appetitlich, die säon durch die vielen Hände von Bauern, Händlern und Käufern gegangenen Pflanzen ungereinigt zu effen, zumal man nicht weiß, ob nicht mancher von diesen Leuten mit Hautkrankheiten behaftet war. Ferner glaube ich, daß es den spinnen« und schneckenscheuen Damen wohl nicht angenehm sein dürste, die Rückstände und hinterlassenen Erinnerungen des kribbelnden und krabbelnden Viehzeugs, welches über die Kräuter gekrochen ist, mit ihrem holden Mündchen in Berührung zu bringen. Also reinigt alle pflanzlichen Nahrungsmittel recht gründlich! Wirklich nährende Stoffe enthalten die grünen Gemüse und Kräuter, wie wir vorhin schon bei den Salaten erwähnten, nur sehr wenige, z. B. Eiweis nur gegen 1 Prozent. Daher pflegen wir mit Recht zu den Gemüsen das nahrhafte Fleisch zu genießen und sie mit Fett zu kochen. An manchen Wurzelgewächsen sind noch besonders schätzenswerth die würzigen Substanzen, weshalb auch die Japaner zu ihrem ganz ungesalzenen und ungewürzten Reis stets Retttge effen. Somit enthalten die frischen pflanzlichen Nahrungsmittel namentlich auf das Blut sehr günstig einwirkende Stoffe, wodurch sie zur Vorbeugung und Beseitigung von manchen Er- krankungen, besonders skorbutischen, welche in einer schlechten Blutmischung und in „scharfen Säften" ihren Grund haben, sehr geeignet sind. Viele Personen, auch „Gebildete", rmter- werfen sich alljährlich im Sommer einer sogenannten Blut- reinigungskur mit Pillen, Latwergen und sonstigem Humbug, erschreckt durch die gruseligen Schilderungen von Krankheiten, welche die Kurpfuscher und medizinischen Scharlatane für diese Unterlasiungssünde prophezeien. Weg mit diesem Unsinn! Was der allgütige Schöpfer in Feld und Garten uns dar- bietet, daß genieße der Mensch mit Dank und Freuden, dar bilde, zuberettet nach den Gesetzen der wahrer, hygienischen Wissenschaft, seine naturgemäße Blutreinigungrkur I Erkannt. A.: „Lieber Freund, ich habe Dich herauf rufen kaffen, ich bin momentan . . .!" — B.: „Strenge DH nicht an, ich bin schon seit drei Wochen momentan! Moderne Annonce. Cavalier sucht sich zu »er- heirathen- Coulanteste Gläubiger. ___, Ration - g.sß.: Hermann Elle. - Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) m