bildet einen >e kalte Luft, letdung noch daher eine »ls z. B. in en Frühling cd uns wohl it wir unsere ihlen. Denn ie natürliche i, macht da» es Gesammt« noch weniger. Panzerkleid; Procent de» iu leisten al» nur ein ganz iffc möglichst :ngt auch die hen und Be» t, namentlich leichte Ober« n schützt ein egenschirm in sonders auch csonen können ere, denn ste te sehr warm n ist es nicht peratur leicht terlaunen un> ach bei diesen st mit diesen ir zu finden. die Ursache, , welche den rls eigentlich richt gekleidete meverlust der viel thuereren oegs practisch l zu sehr von it. Dies fleht ige von einer heilen sind er der Himmel« t ersten Male ter die Witte« Berechtigung mmerkleidung en; und im n Winterüber« in er nur erst juten Beispiel ir Gesundheit Ueidung indi« n Constitution Wohlbefinden ißtg gewählte icher Erkrank« n Leiden und äige Kleidung ße verrechnen i§e Rolle eine eit. in Gießen- Nr. 45. 1886. m - U-MU1.-TTI Gawstag den 18. April LmNiskkl'äNek Unterhaltungsblatt;um Gießener Anzeiger (General Anzeiger) SEB. Q Dennoch. SrMlung von Franz Eugen. (Fortsetzung.) Einer der besten Träger der Schmugglerbande war plötzlich erkrankt, als gerade ein besonder« werthvoller Waarentranrport über die Grenze geschafft werden sollte; dem Kaufmann, für dessen Rechnung das geschah, lag sehr viel daran, die Waaren zu einem bestimmten Termin zu haben und er hatte deshalb einen außergewöhnlich hohen Tragelohn versprochen und der Müller, der nothwendig einen Ersatz für den erkrankten Träger haben mußte, bot bem Frieder 3Thaler, wenn er in der nächsten Nacht für diesen eintreten wolle. Die Silberstücke, die ihm der Müller zeigte, verwandelten sich in Frieders Augen gleich in Wein und Braten für Lisbeth und er sah schon im Geist, wie ihre schmalen, bleichen Wangen sich runden und röthen, und sie wieder frisch und kräftig werden würde wie sonst. Der Müller sah den begehrlichen Blick, den Frieder auf das Geld warf, und da er ihn als ehrlich und zuverlässig kannte, händigte er ihm dasselbe ein, indem er sagte: „Sonst ist es üblich, den Lohn erst nach Ablieferung der Waaren zu zahlen, Dir gebe ich ihn aber gleich; es soll das Handgeld sein darauf, daß Du nicht nur für diese Nacht, sondern auch künftig unser Genosse sein willst." Frieder versprach mit Handschlag, stets bereit zu sein, wenn der Müller ihn riefe, und eilte dann nach Hause, um Lisbeth den abgeschlossenen guten Handel, über den sie sich, wie er meinte, freuen würde, mitzutheilen. Sie aber war sehr erschreckt über das, was er gethan und gab sich die größte Mühe, ihn von seinem Vorhaben abzubringen ; aber es war vergeblich, er blieb einmal bei seinem Entschluß. „Der Müller treibt das Schmugglergewerbe seit Jahren," entgegnete er auf ihre warnenden Vorstellungen, „und es ist ihm noch nie etwas geschehen, warum sollte ich nun gerade gleich gefaßt werden? Drei Thaler find ein schöner Verdienst, dafür kaufe ich Dir morgen Braten und Wein, und bald wirst Du wieder so frisch und kräftig sein wie früher." So nahm er, als der Abend kam, frohen Muthes Abschied von Lisbeth. „Bis um fünf Uhr morgen früh bin ich wieder da," rief er ihr noch in der Thürs zu, „steh', daß Du bi» dahin gut schläfst, so daß Du erst aufwachst, wenn ich heil und gesund vor Deinem Bette stehe." Der Schlaf floh aber die Augen des jungen Weibes. Es war eine stürmische, dunkle Märznacht; am Himmel trieb der heulende Orkan die Wolken in wildem Tanze vor stch her und oft fuhr ein Windstoß so heftig in den Kamin, daß die Flammen de» noch glimmenden Herdfeuers hoch aufschlugen. Wenn dann in dem rothen Schein die Silberstücke, die Frieder auf den Tisch gelegt, erglänzten, seufzte Lisbeth jedesmal von einer bangen Ahnung erfaßt: „O, mein Heiland, nun ist der Frieder doch ein Schmuggler geworden, wie mein Vater prophezeit I" . . . Von Müdigkeit überwältigt, schlief sie nach Mitternacht endlich doch ein; als ste aufwachte, schien die Sonne schon hell durch bas Fenster und vom Kirchthurm schlug es sechs. Mit banger Unruhe dachte Lisbeth, während ste das Frühstück bereitete und das Kind versorgte, daran, daß Frieder nun schon über die bestimmte Zeit ausgeblieben war und immer mehr wuchs ihre Angst, als Stunde um Stunde verging, ohne daß der sehnlichst Erwartete kam. Schon wollte sie ausgehen und in der Mühle fragen, ob noch Niemand zurück fei, als eine Nachbarin eintrat und hastig erzählte, im Dorf gehe das Gerücht, heute Nacht fei eine Schmugglerbande von Zollbeamten und Gendarmen überfallen worden und die Mehrzahl, darunter der Müller, wären gefangen. Lisbeth beherrschte stch mit Mühe der Frau gegenüber, der ste nicht sagen wollte, daß ihr Mann unter den Schmugglern gewesen; es war ja doch möglich, daß er einer von Denen war, die das Glück gehabt, zu entkommen, sie ließ die Nachbarin daher in dem Glauben, Frieder sei wie sonst heute schon früh zur Arbeit in den Wald gegangen. Aber bald erfuhr ste, daß ihre schlimmsten Befürchtungen noch durch die Wirklichkeit überboten wurden- Die Zollbeamten, welche durch einen Verräther Kunde von der beabsichtigten Expedition der Schmuggler erhalten, hatten dieselben, verstärkt durch Gendarmen, nahe an der 178 - an dem Gendarmen vsr« der Aerzte nicht mit dem Anklage des Mordes stand Schmuggler nur eine Ge« wahrscheinlich hingerichtet begreife sie den Sinn der Grenze überfallen und nur wenigen war: er gelungen, zu ent» kommen. Den Frieder aber hatte von allen seinen Genossen das härteste Schicksal getroffen; ein Gendarm hatte ihn, als er schon fast jenseits der Grenze war, gepackt und er, in dem heißen Wunsch, sich um jeden Preis durch die Flucht der ®e« fängnißstrafe zu entziehen, entriß mit der Kraft der Verzweif« lung seinem Angreifer den Säbel und gab ihm damit einen so wuchtigen Hieb über den Kopf, daß er leblos zu Boden sank- Aber ehe er das Weite gewinnen konnte, faßten ihn zwei Gendarmen, die ihrem Kameraden zu Hilfe eilten, von rückwärts, die Arme wurden ihm gebunden und er mit den anderen Schmugglern nach der nächsten Stadt in Gewahrsam gebracht. Als Lisbeth dies Alles nach und nach erfuhr, war sie von Schmerz und Jammer wie versteinert, ihr Auge hatte keine Thräne, ihr Mund keinen Laut der Klage, stumm und theilnahmslos saß sie Tag für Tag in dumpfem Hinbrüten an der Wiege ihres Kindes, das nur allein noch für sie exiflirte; die übrige Welt schien nicht mehr für sie da. Ueber seins vergrämten, bleichen Züge flog ein Heller Freudenstrahl. Nun sahen sie sich Beide lange an, als wolle jeder die Züge des Andern, in die er zum letzten Mal blickte, für alle Zett fest einprägen. Für alle die mächtigen, widerstreitenden Gefühle, die ihre Brust in der Scheidestunde bewegten, fehiten diesen einfachen Naturen die Worte. Der Schließer kam und mahnte Lisbeth zum Aufbruch, die bewilligte Zeit fei verstrichen. Noch einmal preßte Frieder sie in feine Arme, dann winkte er ihr selbst, zu gehen, er konnte den Schmerz des Abschied» nicht länger ertragen. Wie Lisbeth damals den Weg von der Stadt nach dem Dorf zurückgelegt, wußte sie später nicht zu sagen, er war ihr gewesen, als käme sie gar nicht von der Stelle, als läge eine Centnerlast auf ihren Schultern, die sie zu Boden drückte. Endlich aber war sie doch daheim, und ihr schlafendes Kind auf dem Schooß, faß sie vor dem kalten Herd und hatte keinen anderen Wunsch, als den, mit Frieder und dem Knaben zusammen in einem Grabe zu liegen. Da öffnete sich die Thür; eine hohe Männergestalt trat ein, eine Hand legte sich auf ihre Schulter und ausblickend sah sie ihren Vater vor sich stehen. „Ich bin gekommen, Dich heimzuholen, Lisbeth," sagte I er, „Du und Dein Kind sollen jetzt in meinem Hause wohnen. Dein Mann ist auf Lebenszeit verurtheilt, ich sehe Dich also als eine Wittwe an und für eins solche muß ja der Vater sorgen." „O, Vater, Vater," murmelte Lisbeth, „Euer Fluch hat sich schrecklich an mir erfüllt, schwer muß ich büßen für meinen Ungehorsam gegen Euch . . ." „Still, still," sagte der Bauer, indem er mit seiner harten, einer Liebkosung nicht gewöhnten Hand ungeschickt über ihren Scheitel strich, „laß das Vergangene ruhen, ich will vergeffen, was geschehen ist. Du bist wieder meine Tochter und bleibst bei mir. Nimm Dein Kind und komm' gleich mit mir, die Wiege und Deine Sachen mag der Kleinknecht nachher holen." So war Lisbeth denn wieder im Vaterhaus. Noth und Sorge waren von ihr genommen, und wäre nicht das Kind gewesen, sie hätte das letzte Jahr ihres Lebens für einen Traum halten können, so genau war es Alles wie vordem in I ihrer Mädchenzeit gewesen, sie war wieder die Lieblingstochter des Vaters, die an Stelle der tobten Mutter die Wirthschaft führte, die im Haus als Herrin befahl, der die Ehhalten gern gehorchten und die wieder daheim zu sehen sich Jeder freute. Der Einzige, den ihre Rückkehr mit stillem Grimm er« füllte, weil er sich dadurch in allen seinen Berechnungen ge« täuscht sah, war Valentin. Daß sein Vater jetzt, wo Lisbeth wieder den Haushalt führte und er ihr und ihrem Knaben eine Heimath auf dem Birkenhof gewährt, weniger als je daran denken würde, sich auf das Altenthetl zu setzen und dem Sohn das Gut zu übergeben, war diesem sehr klar und erfüllte ihn mit stiller Wuth, denn er sehnte sich so heiß danach, endlich einmal den Herrn zu spielen und eine vermögende Bauerntochter aus dem nächsten Dorf heimzuführen, die ganz geneigt war, über seine schiefe Schulter hinwegzusehen, wenn er den Birkenhof dagegen in die Wagschale legen konnte. Sein Grimm gegen die Schwester stieg noch mehr, als er erfuhr, daß der Bauer das zu feinen Gunsten gemachte Testament vernichtet hatte und er gewahrte, wie der Enkel von Tag zu Tag des Großvaters Herz mehr gewann, so daß ihn die Furcht beschlich, dieser werde bei der Erbtheilung dem Kinde der Tochter gleiche Rechte wie dem eigenen Sohn ein« räumen. Der kleine Peter war aber auch ein prächtiger Junge; fröhlich, gutherzig und voll drolliger Einfälle, wurde er, als er heranwuchs, bald der Sonnenschein des Hauses und da» Herzblatt des Großvaters, der ihn in jeder Weise verzog und den Knaben kaum von seiner Seite ließ. Dieser hing denn auch mehr an dem alten Mann, der ihm keine Bitte abschlug, Nach Art der Dorfleute machte man ihr kein Hehl daraus, daß Frieder, weil er sich thätlich griffen hatte, der nach Ausspruch Leben davonkommen werde, unter Ganz im Gegensatz zu der langsamen Gerichtspflege jener Zeit wurde der Proceß gegen Frieder und seine Genoffen sehr rasch betrieben. Man war höheren Orts schon lange sehr ungehalten ge« wesen, daß man dem Treiben der Schmuggler in dortiger Gegend nicht auf die Spur kommen konnte, und da man nun endlich den größten Theil der Bande sammt dem Haupt der« felben, den Müller, gefangen, wollte man schnelle Gerechtigkeit üben, um die, welche sich durch Flucht gerettet, von etwaigen Versuchen, ihr lichtscheues Handwerk fortzusetzen, abzuschrecken. Bald brachte das Regierungsblatt, das den Weg auch in Lisbeths Hütte fand, das Urtheil über die Schmuggler, das auf mehr oder minder lange Haft für die Einzelnen lautete; Friedrich Mattern aber hatte lebenslängliche Zuchthausstrafe erhalten. Nur der Umstand, daß der Gendarm, obwohl von den Aerzten aufgegeben, doch noch am Leben war, hatte ihn vor der Hinrichtung bewahrt. Als Lisbeth das Urtheil las, wich die dumpfe Starrheit, die so lange wie ein Bann auf ihr gelegen, von ihr; sie übergab ihren Knaben einer Nachbarin und begab sich nach der Stadt, um ihren Gatten noch einmal zu sehen, ehe man ihn in das Gefängniß der entfernten Hauptstadt brachte, wo er seine Strafe verbüßen mußte. Die erbetene letzte Zusammenkunft wurde ihr bewilligt. Es war ein erschütterndes Wiedersehen. Aufgelöst in Thränen hing Lisbeth an Frieders Halse, der mit zuckenden Lippen sie fort und fort um Verzeihung bat, daß er so viel Leid über sie gebracht und sich auf das Bitterste anklagte, daß er ihren Warnungen kein Gehör gegeben. »Mach' Dir keine Vorwürfe, Frieder," sagte sie, als sie endlich wieder zu sprechen vermochte, „war Du gethan hast, geschah au» Liebe zu mir; Gott sei dafür, daß ich Dich darum anklagen sollte." „Das ist ein gutes Wort, das Du mir da mitgiebst auf den langen, dunklen Lebensweg, der nun vor mir liegt O wie hat es mich gequält, daß ich glaubte, Du dächtest meiner in Haß und Groll." „Ich Dir zürnen, armer Frieder! O, wie schlecht kennst Du mein Herz, wenn Du dar glauben konntest." „So hast Du mich noch lieb?" fragte er zaghaft. „Heute noch so, wie vor einem Jahr und bi« an mein Lebensende." und daß er, während die anderen fängnißstrafe zu verbüßen hätten, würde. Sie hörte das Alles an, als Rede nicht und die Leute meinten endlich, sie fei wohl nicht ganz richtig im Kopf und ließen sie allein. — 179 als an der stillen Mutter, die immer ernst und traurig war, den Gömüthsdswegungen ganz erschöpft war, auf einen um« nie mit ihm spielte und oft in für ihn unerklärlicherffidfe Z w erschöpft war, auf einen um« ubsäS.-A-yr-■;-SiS“'”7 ^N-r?V-?»«L-s- a-<=l=fö& te&?£ Pfeife rauchend, am Tisch sitzend fand. (Schluß folgt) Uhland. Die Glocken läuten, und die Hochzeitswagen rollen. Durch die dämmerigen Räume der Kirche, in deren Bänken sich statt der sonntäglichen Gemeinde nur hie und da ein Häufchen Bekannter oder Neugieriger eingefunden hat, schreitet langsam und feierlich der Brautzug auf den Altar zu. Leise treten die Anderen zurück, das Brautpaar allein bleibt vor den Altarstufen stehen, Sie, das H-upt gesenkt unter dem Kranze von Myrthen und Orangen, umwogt von dem leise knisternden Brautkleids und den duftigen Wellen de« zarten Spitzsnschleiers, Er, stolz aufgertchtet und so glücklich darein« schauend, als ihm das unbehagliche Gefühl, Aller Augen auf sich gerichtet zu wisien, nur immer erlaubt. Dis Orgel erbraust I Gesang ertönt, dis Rede des Predigers dringt erbaulich zum Herzen der Anwesenden, nur nicht zu dem de» aufgeregten Brautpaares, vor bessern Ohre die Worte anfänglich wie leerer Schall vorüberrauschten. Doch allmählich sammelt sich ihr Geist und erschließt sich der Bedeutung des zu ihnen Gesprochenen. Sie weint, und Er blickt ernst und ergriffen darein und vergißt für diesen Augen« blick sogar die Qualen, welche die engen Lrckstiefeln, die Er zu Egren des Tages trägt, ihm bereiten. Die Ringe werden gewechselt und das Ja gesprochen von ihm in einer ihn selbst erschreckenden, seltsam durch die leere Kirche hallenden Deutlichkeit, von Ihr so leise gehaucht daß der practtsche Brautführer sich die Zeit mit der F?age verkurzt, ob er wohl unter seinem Eide behaupten könne er gehört zu haben. ' Der Geistliche vereinigt ihre Hände und spricht den Segen über ste. Orgel und Gesang verstummen, die Verwandten drängen sich beglückwünschend heran. Mit unsicherer Hand werden die Namen ins Kirchenbuch eingetragen, dann verlassen sie die Kirche, nicht mehr Braut und Bräutigam, sondern Gatte und Gattin, nicht mehr St- und Er, sondem Ec und Sie für die ganze Lebenszeit. Wie im Traume hört Sie sich mit Seinem Namen an« reden, der nun der Ihre sein soll; wie im Traume läßt Sie, an der rerch geschmückten Tafel sitzend, die schönen Reden und die schönen Gerichte an sich vorübergehen. Die Abschiedsstande naht. Die Brautjungfern lösen Kranz uud Schleier aus dem Haare der leise Erschauernden, das Brautkleid wird mit dem Reiseanzuge vertauscht, dann kommt dec Aufbruch Eine *) dem Buche: Er, Sie und Es. Heitere und ernste Silhouetten des häuslichen Lebens von Helene Stökl. Dritte Auflage Dresden 6. A. Koch's Verlag, eleg. geb. Preis 2,40 Mk. Das Buck tvr Air ftirfmonf ritt* Sft. ... r.r...... r , mit gleichem Bedauern den Zeitpunkt herannahen, wo der letztere in die Schule mußte und nicht mehr den ganzen Tag mit Jenem in Feld und Flur herumgehen und stehen tonnte Lisbeth hatte es daher für nöthig gehalten, selbst die Initiative zu Peters Schulbesuch zu ergreifen und kam eben in der Abenddämmerung eines trüben Frühlingstages aus dem Dorf zurück, wo sie ihren Knaben bei dem Lehrer für Ostern als A-B-C-Schütze angemeldet hatte. Sie war heute besonders traurig gestimmt, denn er war der Jahrestag ihrer Trauung, und mit zu Boden gesenktem Blick ging sie, in schmerzliche Gedanken verloren, ihres Weges, als plötzlich unweit des Birkenhofes eine Männergestalt hinter einem Baumstamm hervor und dicht vor sie hintrat. „Was wollt Ihr von mir?" fragte sie, einen Schritt zurückw.eichend. „Kennst Du mich nicht mehr, Lisbeth?" fragte eine Stimme, die ihr Herz erbeben ließ und mit Mühe erkannte sie in dem gebeugten Mann mit den eingefallenen Wangen und den schon mit Grau gemischten Locken ihren Gatten „Frieder!" schrie sie auf. „Um aller Heiligen willen, bist Du aus dem Gefängniß ausgebrochen?" Er schüttelte den Kopf. „Nein, sie haben mich freigegeben. Unser Landesherr ist gestorben und sein Sohn hat, als er zur Regierung kam, sine Amnestie, wie ste's nennen, erlassen und weil der Gen« darm, dem ich den Hieb versetzt, doch wieder gesund geworden, und ich mich während meiner Strafzeit gut geführt, hat mich der Gefängnißdirector zur Begnadigung empfohlen. — Ich bleib' nicht hier, Lisbeth." fuhr er mit einem bitteren Lächeln fort, „brauchst nicht bange zu sein, daß ich Dir die Schande anthue, als entlassener Sträfling hier herumzugehen. Ich j will nach Amerika, wo mich Niemand kennt und ich nicht fürchten muß, daß die Leute mit Fingern auf mich deuten; das Geld, das ich mir im Gefängniß erarbeitet, reicht zur Usberfahrt. Ich konnte aber nicht fortgehen, ohne Abschied von Dir zu nehmen und mein Kind noch einmal zu sehen." Da schlang Lisbeth die Arme um seinen Hals und sagte: „Und Du denkst, ich ließe Dich allein gehen, Dich, meinen Frieder, meinen Herzensschatz!" „Lisbeth! " stammelte er weinend und lehnte wie gebrochen ""ihrer Brust, so hatte die Freude ihn übermannt. „Das willst Du für mich thun! .... Aber nein," fuhr er, sich fassend, fort, „bas Opfer darf ich nicht annehmen, Du bist wohl geborgen vor aller Roth in Deines Vaters Haus und an meiner Seite erwartet Dich nur Mangel und Sorge." . "Da» ist mir gleich," sagte sie fest, „ich gehöre zu Dir und lasse Dich nicht mehr. Es ist in all' den Jahren kein Tag vergangen, an dem ich nicht um Dich geweint. Saß ich am wohlbesetzten Tisch, quoll mir der Bissen im Munde, ge« dachte ich der kargen Gefängnißkost, die nun Dein Theil war; lag ich im weichen Bett, fiel mir Dein hartes Lager ein, und zog ich die warmen, schönen Kleider an, die des Vaters Güte mir gab, so dachte ich, daß Du in der schlechten Sträflings« tracht vielleicht Frost und Kälte leiden müßtest." Er schloß sie fester an seine Brust. „Mein treues, braves Weib! ... Und Du willst wirklich mit mir gehen über das große Wasser in das ferne, fremde Land?" „Bis ans Ende der Welt ginge ich mit Dir! Aber nun bleib' hier und warte auf mich, ich muß zum Vater und ihm sagen, daß Du frei bist, und ..." Sie stockte. „Er ist ein schwerer Gang," fuhr sie dann in festem Tone fort, „aber wenn ich wählen muß zwischen Dir und dem Vater, so thue ich, wie ich schon einmal gethan, ich wähle Dich!" durch die lange Haft geschwächt?von dem wetten Äang"und | P 7ls°Grfth-n1>nr Mäutkund A'e Fram?fth?'z! SUS? Hochzeit, Hochzeitsreise und erstes Einlebe« daheim?) Motto: „Ich bin vor dem Haus gestanden, Dem Hellen Hochzeitshaus; Und Festesjubel schallte Verhallend zu mir heraus. Ich sah die Diener rennen, Geschäftig durch Gang und Saal, Ich sah die Gäste sitzen Am schwelgerischen Mahl. Ich sah die Gäste kommen, Ich sah die Gäste gehn, Ich hab' in Nacht und Dämmern, Die Lichter verlöschen sehn!" — Halm. „So hab' ich endlich Dich gerettet Mir aus der Menge wilden Rechn! Du bist in meinen Arm gekettet, Du bist nun mein, nun einzig mein." Fluth »on Wünschen und Abschiedsworten, Umarmungen und Thränen, Betheuerungen und Segensworten- Er hebt Sie in den Wagen, die Thür wird hinter ihnen zugeschlagen, und während die Zurückbleibenden mit dem sie plötzlich überkommenden Gefühl der Leere und Vereinsamung ihnen nachsehen, geht er fort in die weite Welt hinein. „Und dort im Reisewagen, Hei, wie das Posthorn tönt, Und wie vom Räderrasseln Di» "Erde bebt und dröhnt — Und dort im Reisewagen, Da beben zwei Herzen mit; Sie beben vom Lenzenshauche, Der flüsternd sie durchzieht. Still sitzen sie beisammen, Stumm Hand geschmiegt in Hand Die Augen halb geschlossen, Die Wangen Fieberbrand; Und drüber blauer Himmel Und gold'nes Abendlicht! — Ich leg' den Pinsel nieder — Kennt ihr die Gegend nicht?" Halm. Sie mit Ihm, und Er mit Ihr, allein, ganz allein' Eines dem Andern Alles zu fein, in guten und bösen Tagen, kor better and kor worse, wie 68 in der englischen Trauungsformel heißt, für das ganze Lebe«, bis der Tod sie von einander scheidet. Welches Glück, das diesem Glücke gliche, wenn die Liebe es war, die ihre Herzen für immer zusammenführte 1 Wohin die Reise geht? War kommt es den Beiden darauf an? Zwar versichert das Lied in Uebereinstimmung mit dem Gebrauch fafhionabler Kreise, daß das Land, wo die Eitronen blühen, da» Reiseziel sei: „Kirchenglocken, Kirchenglocken, Myrthenzweige in den Locken — Vollgepackte Kosfer-Wagen, Kühne Minne süßes Zagen, Freudenthränen rinnen leise, Nach Italien geht die Reise"-- den Betreffenden selber aber ist es ziemlich gleichgültig, ob sie diese Tage überschwenglichen Glückes, in denen sie jedes Hineinragen der Außenwelt als lästige Störung betrachten, in Italien oder der Lüneburger Haide, am Rhein oder tn Hinter- pommern verleben. Haben doch die schönsten Gegenden für sie höchstens die Bedeutung von Couliffen, zwischen denen sich die ersten entzückenden ©eenen des Ehestandsstückes, dessen beide Hauptrollen sie so bereitwillig übernahmen, abspielen. Allmählich aber erschließt sich ihr Blick auch der Umgebung und macht sich vertraut mit der Welt, welche die alte und doch eine neue ist, und in der sie, dem ersten Menschenpaare gleich, ein von aller Vergangenheit losgelöstes, verheißungsvolles Leben beginnen sollen. Alles um sie her hat eine so ganz veränderte, tiefere und schönere Bedeutung gewonnen, daß die Frage des Dichter» sich immer wieder auf ihre Lippen drängt: „Haben.die Blumen denn schon Früher geblühet? Hat denn in Lüften die Sonn' Früher geglühet? Lebt' ich schon zwanzig Jahr' Vor diesem Jahr'?" Jmmermann. Wohl ist e» eine Wonne, wie das Leben sie in demselben Maße nur einmal bietet, an der Seite des Geliebten oder der Geliebten die herrliche Welt zu durchstiegen, mit Ihm oder Ihr von sonniger Bergeshöhe herab auf die Lande zu ihren Füßen zu schauen, im lauschigen Thale der Stimme des Waldes und des eigenen Herzen» zu lauschen, sich anderen frohen Menschen anzuschließen, nur dann das köstliche Alleinsein um so lebhafter zu genießen. „O schönes Bild, zu sehen ' Boni Ring der Lieb' umspannt Die Erde und den Himmel, Die Menschen und ihr Land." Grün. „Rückkehr« dann au« ettec Mu»d«s«ner In ihrer Augen heimathlichc Sterne." Aterm. Doch wa» sollen wir weiter die Süßigkeiten de« Honigmonds zu schildern suchen! „Wenn zwei Leute," sagt eine englische Schriftstellerin, „den Gipfel wahnsinniger Seligkeit erklommen haben, ist es am besten, sie dort allein zu lassen. Sie werden auch ohne Beihülfe früh genug wieder Hinabstetgen." ________ (Schluß folgt.) VermMchtes. Unter Commilitonen. „Was machst Du denn für ein trübseliges Gesicht, Schlauch?" — „Ach, mein Alter hat wieder einmal geschrieben, er verlangt, daß ich endlich mein Examen machen soll." — „Run und Du?" — „Ich sitz' in der Klemme und weiß nicht, was ich vor sechs Jahren mit dem Alten abgemacht hab', ob ich Jura studieren sollte oder Medicinl" • • e Eine Seltenheit. Erster Student: „Du, Spund, heute Morgen ist mir was Originelles passtrt." — Zweiter Student: „So, wa» denn?" — Erster Student: „Wie ich aufgewacht bin, hab' ich in meinem Bette gelegen." ♦ * Gemüthlich. Gast: „HerrWirth, der Ochs, von dem ich mein Beefsteak bekommen soll, wartet wohl noch auf da» Geschlachtetwerden?" — Wirth: „No, san's z'frieden, da warten'» halt zu zweit!" ♦ Vom Kasernenhof. Lieutenant: „Treten Sie mal vor, Huber! . . . Der Schmierfink steht heute wieder au» wie ein moderne».Gemälde!" • * • Zweideutig. Onkel: „Nun, mein lieber Neffe, macht die hehre Wissenschaft auf Dich zuweilen nicht einen überwältigenden Eindruck?" — Studios»»: „O, Onkel — ich bin oft ganz berauscht!" * • * Annonce. „Hausknecht sucht seine Stelle zu verändern. NB. Handschuhnummer 9>/z!" • * ♦ Der Weinkenner. Bauer (dem seine Frau eine Flasche Wein von der Stadt mitbringt, die in rosa Seidenpapier eingewickelt ist): „Sacra, der muß aber fein fei’!" Wieder Einer. A.: „Wann haben Sie Ihre Frau kennen gelernt?" — B-: „Auf meiner Schweizerreise; wir haben zusammen den Ortler bestiegen!" — A.: „Hm, hm, also wieder ein Opfer de» Alpensports!" ♦ ♦ ♦ Zweckentsprechend. Reisender (im Bahnhofsrestaurant): „Die belegten Brödchen sind aber furchtbar klein!" — Wirth: „Die Züge halten hier auch meist nur eine Minute!" Warum? Du siehst bett Frühling wiederkehren, Natur und Menschen sich verjüngen; Doch dieses Räthsel zu erklären, Wird Deiner Weisheit nicht gelingen. Unzählige Wunder schaut Dein Auge — Doch denkst Du nicht darüber nach, Fragst nicht, wie aus dem kahlen Strauche Ent Rosenflor erblühen mag. Sanft scheint der Mond, lau weht der Wind, Du hörst die Nachtigallen schlagen — Und wenn zwei Herzen gut sich sind, Wer hat nach dem Warum zu fragen? Satyr. Redaktion: A. Gcheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen UniverfiMS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch * Scheyda) in Gießen.