Noch aus möchte ich beim Früh, i der heißen ischen Arbeit j wird. De des ganzen eggespült ist an fühlt sich kt l Dasselbe mlocale oder en eine kalte : nur leichter >ung — und d Gliedern! e Genuß von , keineswegs er eins vsr> idealen Ver« liche Leben«» n anknüpfend erst wird und lg haben und der Menschen ehr rathsaui, icht durch er- durch kühlende kalten Kaffee, lein von de» hmackes" nicht ruchtsäste noch Getränk zur end auf Fuß' Citronensäure, stet, löse bie|t : Zucker hinzu, xonenlimonadt, Glase frische» ieht mit einem istäbchen- Ein rbstanzen anzu' Binder dasselbe ien nach seinem etränkes besteht aß man durch etränf hat und u. s. w. warten Baffer nehmen, frisches, kühler, Außerdem ist l. Sie enthält anischen Salzen I als Heilmittel heritis, Gelenl' echt. Ferner sei Zucker nahrhaft lensäurehaltigen Flasche solche« te daher Jeder mtung nach, sei >len, Nachts die teste gesundheit«' nichtig gemacht, verpestete Aur< ien Lungen und eder einathmed eit, sich an 0«' wöhnen. Heyda) in Gieß^ IlttterhaltungskLatt zum Gießener Anzeiger (General-Anzeiger). 'S' ciinihertblaneF "1^-: MA M Mr 'ix£> MZ Die Vergeltung. Novelle von F. Stöckert. lFortsetzung.) „Es ist so langweilig," klagte Isolde und sagte dann zu Herbert Brand: „Die Gesellschaft ist im Sommer so schläfrig, so eintönig, die Damen und Herren wissen nichts zu reden, Theater und Opern besucht man nicht, auch die Politik schweigt. Es ist wie ein erfrischender Lufthauch, wenn Sie darunter sind mit ihrem ursprünglichen frischen künstlerischen Wesen." Wie gerne folgte er, wie liebenswürdig fand er es von ihr, wenn sie ihn stets in den Vordergrund stellte. Sie verstand es, ihm kluge Worte, geistreiche Reden auf die Lippen zu zaubern, daß er sich selbst darüber wunderte, woher ihm das Alles kam. Nach und nach begann dann noch Brands Selbstbewußt- fein zu erwachen, er fragte sich halb zagend noch, aber doch von heißen Wünschen erfüllt, ob all' die Liebenswürdigkeit Isoldens nur der feine Tact der Aristokratie oder vielleicht gar eine aufrichtige tiefe Liebe zu ihm sei? — Ihm schwindelte vor bett kühnen, verwegenen Gedanken, die da in seinem Herzen sich befestigen wollten und trotz aller Gegengründe von Tag zu Tag in seinem Innern doch mehr Wurzel faßten. War es denn möglich, konnte es fein! Sie, die hoch- aristokratische Dame, sollte wirklich Interesse für ihn gefaßt haben, für ihn, der nichts weiter besaß als den Adel seiner Kunst. Und dann kam ein Tag, da schwanden ihm alle Zweifel, ein Tag so hohen, übermächtigen Glücks, daß er das Gefühl hatte, er stände auf schwindelnder Höhe und müsse unrettbar in die Tiefe stürzen, wenn er nur noch einen Schritt vorwärts wage. Herbert und Isolde saßen ganz allein auf einsamer Bergeshöhe; unter ihnen brauste der Gebirgsbach, über ihnen wölbte eine mächtige Linde ihre blühenden Zweigs; die sanfte, stille Luft war wie in Blüthenduft getaucht. Durch das Weltall aber ging ein sehnender Klang, als ob die Sterne einander grüßten. Ferne schönere Welten, auf welchen vielleicht die Seligen weilten, sandten Grüße de« Friedens und der ewigen Liebs herab auf unsere friedlose Erde. „Herbert," erklang es da plötzlich. Die junge Gräfin hatte seinen Namen leise, wie selbstvergessen geflüstert. Jetzt sah sie zu ihm auf und ein jähes Roth stieg in sein Gesicht. Das war nicht mehr die hochgeborene Gräfin, das war ein einfaches, liebendes Mädchen, die da mit dem Geliebten auf einsamer Bergeshöhe faß und sich mür berte, daß er nicht bie Arme um sie schlang, unb es jubelnd in die Welt hinaus rief: „Sie ist mein, mein!" „Kennen Sie nicht das alte Lied von schön Rothtraut?" fragte sie ihn nun. Nein, er kannte es nicht. „Soll ich es Ihnen Vorsingen?" Mit leiser, süßer Stimme begann Isolde zu fingen: „Wie heißt König Ringels Töchterlein? Rothtraut, schön Rothtraut. Was thut sie denn den ganzen Tag, Da sie nicht spinnen und nähen mag? Thut fischen und jagen. Ach, daß ich doch ein Jägersmann wär', Rothtraut, schön Rothtraut lieb' ich so sehr. Schweig' still, mein Herze. Was siehst mich an so wonniglich, Wenn Du das Herz hast, so küsse mich, —" schloß sie jetzt und blickte ihn dabei schelmisch und glückverheißend an. Den jungen Maler aber erfaßte es wie ein Rausch in dieser Frühlingseinsamkeit unter dem blühenden Lindenbaum. Er breitete die Arme aus. „Darf ich? Darf ich, Isolde?" Willig bot sie ihm die frischen Lippen bar. „O, mein Gott, welch ein großes, übermächtiges Glück!" jubelte er. „Du, bie hochgeborene Gräfin, steigst so tief herab, herab zu mir, dem armen Maler, der nichts weiter besitzt al« feine Kunst." „Den aber bisse Kunst abelt unb ber Geistesadel ist am Ende mehr werth, als der Adel der Geburt!" „O, Isolde, wenn Du so groß denkst, dann wage ich es noch heute, mit Deinem Vater zu sprechen, ihn um Deine Hand zu bitten." "* 274 Ein Helles, übermüthiges Lachen Isoldens unterbrach aber bei diesen Worten Herbert Brands Rede- »Nein über diese Ehrbarkeiti" rief sie belustigt. „Und wenn dann mein Papa Dich als Schwiegersohn willkommen geheißen, dann führst Du mich nach dem stillen kleinen Hause Deine» Vaters und Deine Schwestern winden mir den Myrthenkranz. Ich ziehe ein weißes Mullkleid an, leider ist ein solches Idyll nicht mehr ganz zeitgemäß, kein Dichter befaßt stch mehr mit diesem Thema, und wir anderen Sterblichen sind auch längst darüber hinaus." Herbert stutzte einen Augenblick über diese seltsamen Worte Isolden», dann fuhr er aber gutherzig fort: „Aber warum sollen wir nicht nach meiner Eltern Hau» ? Ein Mullkleid würde allerdings nicht für Dich als Brautgewand paffen, Deine schöne, vornehme Erscheinung bedarf dann doch eines anderen Gewandes." „Vielleicht Atlas?" meinte Isolde mit schelmischem Lachen. „Und kleine, weißgekleidete Mädchen streuen uns dann Blumen, das ganze Städtchen versammelt sich vor den Kirchthüren, nachher giebt es ein solennes Mittagseffen, die Amtscollegen des lieben Schwiegerpapas bringen jeder einen Toast aus, es wird rührend I" „Aber ich weiß wirklich nicht, warum Du das Alles so komisch auffaßt," sagte jetzt Herbert verstimmt. „Und ich weiß nicht, warum wir überhaupt schon von dergleichen reden. ES braucht ja noch Niemand auf der Welt zu wiffen, daß wir uns lieben. Wozu soll es aber Papa schon erfahren?" „Weil es unehrenhaft von mir wäre, heimlich hinter seinem Rücken mich mit Dir zu verlobenl" „Verloben! Huh! Wie feierlich und wie verhängnißvoll das klingt. Eine heimliche Liebe, von der Niemand nichts weiß, ist doch tausendmal schöner als solche spießbürgerliche Verlobung, wo dann jeder langweilige Vetter mit seinem Segen kommt. Gerade solch' Geheimniß hat sür mich unend, lichen Reiz. Ich werde mich schon mit Dir verständigen durch Zeichen und Blicke. Wenn ich leise die Melodie summe: Was stehst mich an so wonniglich, dann magst Du mir folgen. Ich weiß hier in der Umgegend mehr wie ein lauschiges Versteck für Zwei, die sich lieben." „Der Herr Graf, Dein von mir verehrter Vater, mußte es doch einmal erfahren," versuchte Herbert noch einzuwenden. Isolde jedoch nahm ihn lachend beim Kopf und zerzauste ihm mit den feinen weißen Fingern voll Uebermuth die glänzenden Locken. Dann sagte sie halb ernst, halb schelmisch: „Aber beruhige Dich doch, Du gute Seele, und laß Du mich nur selbst zur gelegenen Zeit mit Papa über unsere Verlobung sprechen. Daß Du aber etwas feierlich um mich anhältst, vielleicht gar im Frack und Cylinderhut, das gebe ich auf keinen Fall zu, das wäre auch wirklich zu komisch. Und nun sieh' mich an, glücklich, strahlend, wie es sich für meinen Geliebten geziemt. Wozu, wenn das sonnige Heute so schön ist, schon an ein vielleicht trübes Morgen denken!" Herbert mußte ihr, wenn auch zögernd, schließlich doch Recht geben, doch blieb bei seiner tadellosen Ehrenhaftigkeit und bei seiner Verehrung für Isoldens Vater über diese heim- liche Liebe doch ein Stachel in seinem ehrlichen Herzen sitzen. Aber wie es nun einmal in solchen Fällen ist, so gerieth er rasch in die Feffeln der koketten und verschlagenen Comteß und dies war ja das uneingestandene Ziel, welches sie in ihrer leidenschaftlichen und ehrgeizigen Gefallsucht erreichen wollte. Vor allen Dingen dachte Herbert früh und Abends: „Isolde liebt mich!" Vor diesem ihn beseligenden Gedanken schwanden schließlich alle Bedenken. Wenn sie an diesem süßen Geheimniß Gefallen fand, warum sollte er ihr dann den im Grunde doch eigentlich harmlosen Wunsch nicht erfüllen. Plaudernd und scherzend verließen sie jetzt die Anhöhe; erst al» sie sich dem Schlöffe näherten, legte Isolde die Finger auf die Lippen und verwandelte sich wieder zur hochgeborenen Gräfin, an deren Seite der junge Maler nun fein demüthig einherschritt. Noch viele selige Stunden folgten dieser ersten. Gar oft ertönte der süße Lockruf: „Was siehst mich an so wonniglich." Und dann ging es hinaus in die grünende, blühende Welt; bei all' diesem Liebesspiel wurde die Kunst aber nicht von Herbert vernachlässigt. Seine Stimmung wär eine so gehobene, daß er mit einer Begeisterung an seinem Werke arbeitete wie kaum je in fernem Leben. Wollte er doch mit dieser großen, meisterhasten Arbeit auch das Herz des Grafen gewinnen. Das große Wandgemälde Herberts gestaltete sich in der That zu einem Kunstwerk ersten Ranges und der Graf stand oft bewundernd davor- Woher kamen nur diesem noch so jungen Künstler diese Genialität, dieser sichere Geschmack von Farbenschönheit, die an die größten Meister der Malerkunst erinnerte? so'fragte sich voll Staunen oft der Graf. Sollte Isolde den jungen Maler doch inspirirt haben? Welch' ein schönes, fesselndes Bild hatte Brand aus den Zügen Isoldens, dieses leichtlebigen Weltkindes, zu gestalten gewußt. Das war nicht Isolde, die kokette Comteß, nein, das war ein echtes, reines Naturkind, befangen von dem Traume einer ersten Liebe, das da halb schüchtern, halb hingebend zu dem Geliebten aufbltckte. — War ihm Isolde so erschienen, hatte sie ihm gegenüber die Schüchterne, die Naive gespielt? Fähig war sie ja zu allen derartigen Koketterien, nun, dann mochte der Himmel sich des armen Malers erbarmen, durchschaut hatte er sie schwerlich, denn so wie hier Isolde gemalt war, so malt die Liebe allein. In solchen Betrachtnngen verloren, stand der Graf heute vor dem Bilde, als Isolde zu ihm herantrat. „Nun, bist Du zufrieden, Papa?" fragte sie, indem sie schmeichelnd ihren Arm in den seinen legte. „Habe ich nicht recht gehabt, daß des Malers Seele in meiner Nähe die Flügel entfalten wird, daß ich ihn zu Hohem begeistern würde?" „Hoffentlich hat sich der kühne Falter die Flügel nicht verbrannt?" sagte dann ernst der Graf und sah seine Tochter prüfend an, wandte sich aber dann wieder dem Bilde zu. Einige Augenblicke später sagte er zu seiner Tochter: „Die Züge des Geigenspielers quälen mich schon seit einigen Tagen, sie kommen mir so bekannt vor, aber ich weiß nicht wohin damit." „Den hast Du nicht erkannt, Papa? Es ist ja Hagen Er ist ein Freund von Herbert Brand," erklärte Isolde. „Hagen!" rief der Gras erschrocken. „Und Du konntest es dulden, daß Ihr Beide hier so eng auf dem Gemälde vereint wurdet?" „Mein Gott, was ist da dabei, er bekommt das Bild jedenfalls nie zu sehen und ich — nun, ich bin das eigentlich doch nicht." Sie erröthete ein wenig, sinnend betrachtete sie das süße Mädchengesicht, das ihre Züge trug und ihr doch so w'enig glich. „So wie dieses Bild erscheine ich ihm! — Ich!" dachte sie und um ihre Lippen spielte das ihr eigene lose Lachen- „Der Thor, der Idealist, ich glaube, es wird Zeit, daß man ihn aus feinem Wahne reißt, denn es könnte sonst gefährlich für diese brave Seele werden. Ich bin des Schäferspiels auch einmal wieder müde und sehne mich nach anderen Zerstreuungen." Isolde schlüpfte aus dem Saal, da sie Herbert kommen hörte, und begab sich nach ihrem Zimmer, um sich dort von ihrer Kammerjungfer zu einer Gesellschaft ankleiden zu lassen- Mit großer Sorgfalt wählte sie ihre Toilette aus und erschien dann schön und holdselig wie eine Fee am Portal der Schlosses, wo soeben der Wagen vorfuhr. Herbert, den man nicht zu der Gesellschaft geladen hatt^ beobachtete sie verstohlen von einem Fenster aus, wie sie sich mit all' den ausgesuchten Bewegungen einer vornehmen Dame in die Kissen des Wagens schmiegte. Kein einziger Blick von ihr flog nach seinen Fenstern hinauf und sie war doch seine Braut! Wilde Eifersucht erfaßte da plötzlich Herbert Brand und er ahnte zum ersten Male, daß sie ein böses Spiel mit ihm getrieben hatte. — Wozu hatte sie sich so geschmückt, da es doch nicht für ihn - 275 Gar oft inniglich." ibe Welt; nicht von gehobene, eitete wie ir großen, sinnen, ich in der Zraf stand n noch so hmack von Nalerkunst ,f. Sollte Welch' ein t Isoldens, Das war ein echtes, ner ersten Geliebten ;te sie ihm fähig war mochte der haut hatte r, so malt Sraf heute indem sie e ich nicht die Flügel itttbe?" lüget nicht ine Tochter Ibe zu. r Tochter: seit einigen weiß nicht ja Hagen Zsolbe. Du konntest n Gemälde t bas Bild das eigent« le bas süße i so w'enig !ch!" bachte ose Lachen, t, baß man t gefährlich -chäferspiels iberen Zer- ert kommen H bort von i zu taffen- mb erschien Portal der laben hatte, wie sie sich hmen Dame en Fenster« ifersucht erzürn ersten n hatte. — cht für ihn war I Wie viele bewundernde Blicke würben heute von anderen i Herren auf ihr ruhen und er, der ihr doch näher stand wie alle anderen, er mußte fern von dem Feste bleiben. Voll innerem Groll dachte er an all' die vornehmen jungen Herren, die der jungen Gräfin huldigten. O, da war ja Einer mit blaffen, mit interessanten Zügen und etwas müden, verschleierten Augen, der bei den verschiedenen Gesellschaften, Partieen und Sommerfesten beständig in ihrer Nähe war. Noch nie war Herbert Brand eingefallen, daß dieser Herr Isolden Interesse abgewinnen könne. Heute aber sah er alle Dinge in einem andern Lichte, er erinnerte sich, wie es in den müden Augen des Herrn Barons v. Wettern so eigen aufleuchtete, wenn Isolde in ihrer fesselnden Art mit l ihm lachte und plauderte, und heute war dieser Herr ja selbst ; der Gastgeber und das Fest in seinem Schlosse, es war wohl nur Isolden zu Ehren veranstaltet und ihn hatte man nicht geladen. O, warum stand ihm nicht das Recht zu, ihr zu sagen: Bleibe hier, ich will es nicht, daß Du an diesem Feste theil- nimmst. Warum hatte er ihr auch nachgegeben und nicht schon längst mit dem Grafen, ihrem Vater, gesprochen, dann wäre jetzt Alles gut und er brauchte sich nicht mit eifersüchtigen Gedanken zu quälen I Morgen sollte das auch nun bestimmt geschehen, nicht einen Tag wollte er länger säumen. Herbert Brand zweifelte nicht im Geringsten daran, daß der Graf seine und seiner Tochter Wünsche erfüllen würde. Die Kunst adelt! hatte Isolde gesagt, diesem Ausspruch würde er sicher beistimmen, so kunstbegeistert und kunstverständig, wie er war. Und er, der junge Künstler, er würde auch sicher an der Seite des geliebten Weibes noch Großes leisten, von seinem Genius getragen die Höhen des Ruhmes erreichen. Nur heute vermochte er nichts zu leisten in seiner Kunst. Immerfort stand Isolde vor seinen Augen in der blaßrosa Setbenrobe, eine Rose in dem schwarzen Haar, wie er sie 1 vorhin gesehen, und neben ihr das blaffe, hochmüthige Gesicht des Herrn v. Wettern, in welchem so Mancherlei zu lesen stand von wilden Leidenschaften, vom Genießen bis zur Blastrt- heit alles deffen, was das Leben nur bietet. Mißmuthig warf er Pinsel und Palette bet Seite und fuhr mit beiden Händen durch das lockige Haar, was Isolde so oft im kindischen Uebermuth zerzaust; es war ihm, als würde das nie, nie wieder geschehen, als vernehme er schon aus der Ferne das Rauschen des wilden, wüsten Stromes, von dem der Dichter singt: Ein wilder, wüster Strom fließt jetzt dazwischen, Doch aller Elemente zorn'ge Schaar Vermag wohl immer gänzlich zu verwischen Die holde Spur von dem, was einstens war. Sollte dieser Strom auch zwischen ihnen rauschen? Sie trennend für alle Zeiten! Nein, das war nicht möglich, denn nirgends schienen Gefahren ihrer Liebe ernstlich zu drohen. Woher kamen ihm nur all' die trüben, eifersüchtigen Gedanken, und wozu saß er auch hier in den heißen Räumen. Hinaus in die Berge, in Gottes freie Natur, da würde die trübe Stimmung schon vergehen. _ c Er stürmte fort, aber die dummen Gedanken wollten nicht weichen. . , . c Zweck- und ziellos irrte er umher und befand stch plötzlich in einem etwas verwilderten Park, der dicht an dem Walde lag, den er soeben durchstreist. Schwüle Blumendüfte strömten ihm entgegen, er ging ihnen nach, in reicher Fülle blühten Theerofen und Reseda aus einigen, von dichten Taxushecken etngeschlosseuen Beeten. Hier in dieser schwülen, balsamischen Luft schien es ihm gut zu ruhen und zu träumen, er warf sich auf eine Rasenbank, träumerisch schloß er die Augen und dachte an Isolde. War er nicht ein rechter Narr, stch mit so albernen Gedanken und Vorstellungen zu quälen, an ihrer Liebe zu zweifeln. Hatte sie nicht gestern erst ihren Lockruf erschallen lassen und er war ihr gefolgt bis zu jenem lauschigen Plätz- chen am Fluß. Wie hatten sie dort gescherzt und gelacht, die Zeit vertändelt gleich zwei glücklichen Kindern, die an keine Zukunft denken — und heute sollte das Alles vorüber, Isolde ihm verloren sein! Das war ja unmöglich 1 Wie würde Isolde ihn auslachen und verhöhnen, wenn sie es wüßte. O wenn sie jetzt bei ihm wäre, wie demüthig würde er Abbitte leisten für alle seins Gedankensünden. Vielleicht war die Besitzung des Herrn v. Wettern nicht mehr weit von hier und ein süßes Ahnen trieb ste hierher nach diesem rosendurchdufteten, lauschigen Plätzchen. Wie schön müßte das sein, wenn ste dann seinen Kopf zwischen ihre schlanken Finger nahm und ihm eine tüchtige Straspredigt hielt über seine thörichte Eifersucht. Sie ihm treulos sein, ihn vergessen in Gesellschaft Anderer! Hatte ste es ihm nicht unzähligemal gesagt, wie sehr ste ihn liebe; hatte er dennoch zweifeln können, so verdiente er solche Liebe gar nicht! „Vergieb mir, Isolde! Vergieb mir!" rief er hinaus in den stillen, schwülen Sommerabend und klang da nicht wie eine Antwort auf seinen reuevollen Ruf ihr Lachen dort hinter den Taxushecken. Lauschend richtete er stch auf. Wirklich, ein mattrosafarbenes Gewand schimmerte dort durch das Grün, ste war es und er befand stch also im Park des Herrn Barons von Wettern. Sollte er ihr entgegenetlen? Nein, das ging nicht an, denn ste war nicht allein; ein Herr ging neben ihr und wie es schien, waren sie in sehr lebhafter Unterhaltung be- ^^Sefct erkannte er auch die Stimme ihres Begleiters, es | war der Baron von Wettern, der da in sehr erregtem Ton rief: „Lachen Sie nicht, Isolde, es ist wahr, ich bin grenzenlos eifersüchtig auf den jungen Maler, Sie verkehren in einer Weise mit ihm, die mir durchaus ni tzt gefällt!" „Und mir gefällt Deine Art und Weife nicht, mit meiner Braut zu verkehren!" bachte Herbert in seinem noch hoffnungsvollen Herzen und lauschte dann gespannt auf Isoldens Ant- wort. Würde sie ihm die Wahrheit sagen? Eigentlich konnte sie wohl kaum anders. — Da — Herbert zuckte zusammen, eine Todtenblässe breitete sich über sein Gesicht. Klar und deutlich vernahm er Isoldens Stimme. „Der arme Narr!" rief sie lachend. „Ja, ich glaube wohl, daß er mich liebt mit solcher sogenannten Dichterltebe, Ste verstehen mich schon, Herr Baron — nun, wir Beide find ja längst über Dergleichen hinaus." „Ja, ja, ich verstehe Sie," erwiderte Wettern. „Wir, die wir auf der Höhe des Lebens stehen, leben etwas schneller wie solche Erbensöhne, auch wenn sie hübsch malen können. Wir schmachten nicht mehr von ferne, wir ergreifen bar Glück, halten es fest, wo es sich uns bietet. So halte ich Dich fest, Du Schöne, Du Geliebte! Du bist mein, Isolde, und wehe diesem Maler, sollte er die Augen anders als voll scheuer Ehrfurcht und Bewunderung zu Dir erheben." „Nur nicht so stürmisch, lieber Baron!" wehrte da die junge Gräfin und nahm plötzlich eine sehr ehrbare, züchtige Miene an. „Sie müssen doch erst mit meinem Papa sprechen." - „Das soll heute noch geschehen, aber dann — dann, Isolde?" „Nun, dann werden wir uns wohl der Welt als Brautpaar vorstellen müssen." Sie gingen weiter; Herbert starrte ihnen mit irren Blicken nach. Er hatte wohl nur geträumt, es war ja nicht möglich, daß Isolde so schlecht, so falsch handeln konnte; aber da schimmerte ja das rosafarbene Kleid Isoldens noch zwischen den Sträuchern und jetzt vernahm er auch ihr Lachen wieder. — Es war kein Traum, es war bittere Wirklichkeit, er war betrogen, betrogen! Ein wildes Lachen drängte sich von seinen Lippen; schauerlich tönte es durch die sommerliche Schwüle. Isolde schreckte zusammen. v m _ „Was war das? Es klang wie das Lachen eines Wahnsinnigen," sagte ste und schmiegte sich angstvoll an ihren Be- I gleitet. - 276 — Vevnnschtes c Literarisches schwa Warr schön, mond Herbi Stöck blicktk Leben ihm, ein $ mit ji Geibe entblö gesäNl Glück Weh, und i Blum anges wie e wenn Waff einan - sc Frei!» große dahin trügen Warum ist der Mensch kein Naturschwimmer? Jedes vierfüßige Thier macht, wenn es ins Waffer geworfen wird, mehr oder weniger geschickte Bewegungen, durch die es vor dem Unterstnken bewahrt wird; dis geschickteren Thiere wiffen sich so gut zu bewegen, daß ste richtig schwimmend auf» Trockene gelangen, die ungeschickteren sind wenigstens im Stande, sich durch ihre Bewegungen auf der Oberfläche zu erhalten — nur der Mensch ist dazu von der Natur nicht im Stande. Wer das Schwimmen nicht gelernt hat, geht, wenn er ins Wafler geräth, unfehlbar unter, denn wenn der Mensch in der Todesangst, in dem Wunsch, sich vor dem Tode zu retten, Bewegungen macht, so sind diese nicht zum Retten ge- eignet, sondern beschleunigen im Gegentheil das Unterfinken. Die Anthropologen erklären diese auffällige Erscheinung dadurch, daß ste sagen, jedes Thier, das in« Waffer geräth, sucht stch durch dieselbe Thätigkeit zu retten, die ihm auch bei anderen Gefahren hilft. Die Vierfüßler nun suchen, wenn ihnen eine Gefahr naht, ihr Heil instinktiv im Entlaufen, und so machen ste auch im Waffer Laufbewegungen, und diese sind in derThat geeignet, sie über Waffer zu erhalten. Die ersten Menschen dagegen wohnten auf Baumzweigen und wenn ihnen eine Gefahr nahte, so suchten ste ihr zu entgehen, indem sie auf die Bäume kletterten; fielen ste nun ins Waffer, so wußten ste sich auch hier keine Hilfe, als indem sie instinktiv die ge- wohnten Kletterbewegungen machten; diese sind aber nicht im Stande, den Körper über Waffer zu erhalten, sondern befördern im Gegentheil das Untersinken. Diese unglückliche Neigung, sich im Waffer durch Kletterbewegungen zu Helsen, hat sich von den ersten Menschen bi» auf die jetzt lebenden vererbt, und in der That steht man, daß ein Nichtschwimmer im Waffer stet» Kletterbewegungen macht — natürlich nie mit günstigem Erfolg. Etwas von leere« Garnrolle«. Aus vierzig mittelgroßen Garnrollen kann man sich eine hübsche Hänge» Etagöre für die Küche bauen, auf der sich die beliebten Porzellantönnchen für mancherlei Vorräthe befinden. Dazu läßt man sich vom Tischler drei gleiche, ungefähr einen Centi« mster dicke Bretter schneiden und in jede Ecke derselben ein kleine« Loch bohren. Außerdem braucht man vier Meter stärksten Eisendraht (das Meter 4Pfg.). Nachdem man diesen Draht in vier gleich lange Stücke getheilt hat, schiebt man diese Theile in vier Löcher des einen Brettes und biegt mit Hammer und Zange eine Oese unter dasselbe. Dann reiht man sünf Rollen auf jeden Draht, schiebt sie fest zusammen und sügt das zweite Brett darauf, wieder je fünf Rollen und das dritte Brett. Ueber diesem letzteren biegt man wieder vier Oesen von dem Draht und zieht eine starke Schnur durch jede, mit der man die Etagere an der Wand befestigt. Das fertige Möbel bestreiche man dann mit gelbem Lack und befestigt an dem Rande jedes Brettes eine hübsche, gehäkelte Spitze. ♦ Braun angestrichene Fußböden, die durch vieles Aufwischen matt geworden sind, werden wieder wie neu durch Einreiben mit Leinöl und Eiweiß. Ein Teller Leinöl wird mit dem Eiweiß von zwei Eiern tüchtig vermischt und es wird mit einem wollenen Lappen der vorher gereinigte trockene Boden damit fest eingerieben, dann wird mit einem zweiten reinen Lappen nochmals nachgerieben, damit alle« gleich» mäßig schön glänzt und trocknet. Der Boden ist dann wieder wie neu. Für vielbenützte Zimmer eignet sich da« Verfahren weniger, weil man Anfang« leicht ausgleitet, wenn man schnell durch das Zimmer geht, desto mehr aber für den Salon. „Das Lachen eines Wahnsinnigen! Welche Idee!" erwiderte Baron Wettern. „Ein Bogel oder irgend ein lustiges Menschenkind war es." (Fortsetzung folgt.) Gustav Thudichum: ,W«ib »der PttsSNttchkeit^ München, Staegmeyr'sche Verlagshandlung. Ant. Carl Staegmey r. Preis Mk. 1.—. Die kleine Schrift, welche rückhaltlos die Frauenrechte vertritt, ist in erster Linie dazu bestimmt die Frauen- beweaung als eine entwicklungsgeschichtliche Nothwendigkelt darzustellen. Sie ist dem Verfasser nichts anderes, als ein Stück Jndwidualitats- entwickelung, und diese selbst erscheint ihm ein Naturgesetz, das für allhöheren Organismen, jedenfalls für das ganze Menschengeschlecht gm. Jene Entwickelung erfolgt unaufhörlich und frei; sie ist em freier Willensact. Demgemäß ist der Schluß von der Vergangenheit, welcher das Weib keine Persönlichkeit gezeigt habe, aber die Zukunf unstatthaft. In der Gegenwart und Zukunft kann der weMche WUl anders als bisher, d. h. er kann individuell, persönlich gerichtet fern, «um Beweis seiner Ausführungen zieht der Verfasser die von ihm fon- qebildete Willenstheorie Schopenhauers heran unter Nachweis Widersprüche zwischen den Grundlehren der Philosophen und sein speciellen Folgerungen. Der Titel weist auf die von den Gegnern Frauenbewegung ausgesprochene Befürchtung hm, durch Ausbildung einer Persönlichkeit verliere das Weib an Weiblichkeit. Der Wider legung dieser und anderer gegnerischen Behauptungen widmet der fassen eingehende Ausführungen und kommt dann zu dem Schluß, M das Vollweib allein in der Frau zu erkennen fei, welche Weib und sönlichkeit zu einem harmonischen Gesammtcharacter vereinige. breitung dieser Schrift dürfte von großer Wichtigkeit zur Forderung der ! Zwecke der Frauenvereine sein. , Redaction: I. V.: Hermann Elle. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch L Scheyda) m Gießen. GenrrinnNtziges. Pflege der ObstbLume im Sommer. An den im Frühjahr gepfropften Obstbäumen haben sich ohne Zweifel allerlei Wildschoffe angesetzt, die dem Edelreis den Saft stehlen. Dieselben waren anfänglich allerdings gut genug dazu, um vermöge ihrer Blätter den Saft heranzuleiten, also zum Vor. theile des Edelreises. Aber jetzt braucht das Edelreis selbst den Saft, darum fort jetzt mit den Wildgeschoffen! Alles ist sauber und glatt wegzuschneiden, und wo größere Wunden sind, sind sie mit Baumsalbe zu bestreichen. Oft brechen Raven, Krähen, Staare oder sonstige Vögel, die sich ohne Arg auf die Edelreifer setzen, dieselben ab. Die verhindert man, indem man an den umgepfropften Ast oder Stamm eine Weiden, ruthe, die über die Veredlungen im Bogen hinausragt, anbindet und sie an dem unteren Ende mit zwei Bändern be» festigt, nun werden stch die Vögel stet- auf dieses Hölzchen setzen, nie aber auf die Edelzweige. » ♦ ♦ Ueber die Wurzelaustriebe der Stei«obst- bäume. Häufig können wir die Erfahrung machen, daß rings um Steinobstbäume, als Pflaumen, Zwetschgen, Mira- bellen, Kirschen u. s. w. eine Menge junger Triebe stehen, welche aus den Wurzeln geschlagen sind. Dadurch wird das Wachsthum der Bäume gehemmt und diese sterben frühe ab. ^kenes Ausschlagen wird gewöhnlich dem Umstande zugeschrieben, daß der Baum aus einem Ausläufer gezogen fei. In der That aber liegt er nur daran, wenn um die betreffenden Bäume zu tief gehackt oder gegraben wurde. Bekanntlich darf ein Steinobstbaum nur flach und nicht so tief als ein Kern- obstbaum gepflanzt werden, soll er gut gedeihen und reichliche Früchte tragen. So kann man beim Graben leicht die Wurzeln beschädigen, und jedes Mal da, wo die Wurzeln durch einen Spaten oder durch eine Hacke eine Wunde erhalten, bildet sich eine Wulst, die später austreibt. Es ist deßhalb zu empfehlen, um einen Obstbaum herum nur flach und nie zu tief zu graben.