och unter der tt und Gelüste > diese Launen Sarl. Nachr.) y Wortung dieser ist nicht leicht, licht gerade der ze in den Ecken be: Man giebt amm frisch ge« ;r und Thüren. neuem. Wenn d. h. mehr al» feucht und ge« mgen trocken zu mgere Zeit offen durch in Küchen irbunft Feuchtig« r und auf dem nungen würden der Wafferdunst rrt würde. tt wird häufig ? ist, wenn die ! fie im Herbste einem hölzernen ert da» Keimen. üblichen Geschlechts unbestritten ist eS, Die Erziehung für liejenige für einen :n Princip huldigt herausgegeben von sch, Berlin SW., rhefteS ist wieder Statt nur auf das inen tief poetischen Jahrgang mit einer jammen". W. von on", W. Gleim: :r „Ordnungsliebe 19. Jahrhundert." uat" von H. Ort; „Speisezettel" von >e Recepte" von den Anfang einer mntniß der Waaren Artikel, den kern« ahl von practischen reis ist 50 Pfg, atiS von der Belizer Stolz, ist das dies wohl besser sche Modenjournal: ry Schwerin, l zu jeder Nummer 108,000 Familien lbstanfertigung der :tigung des Spiel- losen Abfällen des >er Garderobe Er- letztere umgeändert ilustuschen, Gesell- ndergarderobe' in erteljährlich. le Buchhandlungen t , Berlin W. 35. e) in Gießen. Unterhaltnngsvlatt pntt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger) Nr. 6 1896. W MMWMU 31 Der Sohn des Regiments. Erzählung von E. Heinrichs. ------- (Nachdruck verboten.) I. «Ja, mein bester Herr Lieutenant, leid thut'» mir, sehr leid, aber Sie werden selber einsehen —" „Gewiß, Herr Werner, gewiß," unterbrach ihn der junge Offizier mit einem ungeduldigen Seufzer, „Sie find vollständig in Ihrem Recht, mir die Wohnung schon jetzt vor» zuenthalten, mich sozusagen vor die Thür zu setzen." „Nein, so müssen Sie'» nicht ansehen, Herr LieutenantI" rief der alte Haurwirth gekränkt. „Wenn'» nach mir ginge, da könnten Sie ja meinetwegen immer wohnen bleiben, wünsche mir ja gar keinen besseren Miether. Aber die Familie, lieber junger Herr, die Familie! Meine Frau muß diese beiden Zimmer benutzen, weil wir längeren Besuch bekommen. Sie hat ste Ihnen ja auch nur unter der Bedingung vermiethet. Nun dachte ich, da Sie doch einmal den Dienst quittiert haben —“ »Weil ich mußte," murmelte der Lieutenant, an'» Fenster tretend und minutenlang hinausstarrend. „Wann ist der letzte Termin meines Auszuges, Herr Werner?" wandte er fich dann plötzlich wieder an den Hauswirth. „In acht Tagen, Sie werden bis dahin wohl eine andere Wohnung gefunden haben." „Hoffentlich, Herr Werner! Apropos," setzte der junge Mann, fich besinnend, hinzu, „Sie könnten mir wohl das heutige Tageblatt heraufsenden." «Soll sogleich besorgt werden, Herr Lieut—" „Ach, lassen Sie doch diesen Titel jetzt bei Seite," unterbrach ihn der ehemalige Offizier, dem alten, jovialen Herrn die Hand auf die Schulter legend, „ich heiße fortan schlechtweg Waldmann — Otto Waldmann, der einen Platz sucht, wo nicht allzuviel verlangt wird von ihm." „Und einen solchen Platz wollen Sie in den Spalten der Tageblattes suchen?" fragte Werner, ihn theilnehmend an- blickend. „Weshalb nicht, wenn sich mir vielleicht etwas nach auswärt» bieten sollte? Ginge freilich am liebsten nach Amerika." „Hm, kann ich mir denken, Herr — Waldmann!" meinte der alte Herr nachdenklich. „Fürchte nur, daß dort kein rechter Boden für Sie und Ihresgleichen ist. Habe genug darüber gelesen, wie schlimm es just mit solchen Standes- personen bestellt sein soll. Wird doch nicht Alle, gelogen sein." „Gewiß nicht, Herr Werner!" versetzte der junge Mann, trübe vor fich hinblickend. „Ein mitteloser Offizier, der urplötzlich die Uniform ausziehen muß, ist recht schlimm daran." „Freilich, freilich," seufzte der kleine Herr, „aber wie stets denn mit Ihrer Musik? Sie sollen ja ein wahrer Tausendkünstler darin sein, wie man mir gesagt hat." „Wirklich?" lächelte Waldmann ironisch, „lieber Himmel, ein Tausendkünster allerdings, dem die heilige Göttin deshalb auch leider stets fern blieb." „Na, hören Sie mal, junger Freund," meinte Herr Werner mit einer pfiffigen Miene, „ich bin freilich ein Botoeude, was die Musik anbetrifft, aber meine ehemalige Mündel, die versteht'», das sag' ich Ihnen, und ste hat Sie einmal auf dem Clavier gehört, war ganz hin, das Mädel! Kennen Sie Fräu- lein Stein?" „Habe nicht die Ehre, Herr Werner!" erwiderte'der jmge Mann zerstreut. „Ach, ste ist famos, — klug und talentvoll, dabet ebenso hübsch als gut und sehr reich. Wer diesen Goldfisch einmal angeln kann, ist glücklich zu preisen." „Gott bewahre, Herr Werner, ich würde ihn wahrscheinlich nicht beneiden," rief Waldmann mit komischem Entsetzen, „solche vollkommene Menschenkinder sind mir schrecklich." „Ach, Unsinn," eiferte der alte Herr, „er wäre just eine Frau für Sie — und gerade jetzt, wo eine derartige Partie Ihnen so recht gelegen käme —" „Bitte, Herr Werner," unterbrach Waldmann ihn hastig, „bauen Sie keine Luftschlösser für mich und spinnen Sie den widerwärtigen Gedanken nicht weiter." „Schon gut, schon gut," beruhigte ihn der joviale Hauswirth, „ich denke ja nicht daran, mir einen Kuppelpelz zu verdienen. Aber was andere Offiziere in Ihrer Stellung unbeschadet thun können, dürfte am Ende auch Ihre Ehre nicht schädigen. — Na, nichts für ungut, Herr Waldmann I — Ich schicke Ihnen sogleich da» Blatt herauf V* Er ging und ließ den Offizier mit seinen unerquicklichen Gedanke« allein. II. Der ehemalige Lieutenant Waldmann verdiente in der That die Theilnahme seines braven Hauswirth«, da er sich stets als äußerst solid und ehrenhaft erwiesen hatte und als mustergiltiger Offizier von seinen Vorgesetzten und Untergebenen geachtet und geliebt worden war. Gänzlich mittellos, hatte er wohl wie ein Spartaner leben müffen, um mit seiner schmalen Gage auszukommen und schuldenfrei zu bleiben. Aber der junge Mann war auch wie ein Spartaner erzogen und frühzeitig in der Enthaltsamkeit geübt worden. Er hatte seine Eltern nie gekannt; Pioniere, die ihn als Säugling am Waldsaume gefunden, hatten sich des Verlassenen erbarmt und ihn dem Oberst überbracht, der den Findling, als die Nachforschungen nach seinen Angehörigen erfolglos geblieben, für ein Kind der Artillerie erklärt und einer Unteroffiziersfrau zur Pflege übergeben hatte. So war der arme Findling herangewachsen, hatte frühzeitig einen scharfen Verstand, vortreffliche Anlagen und großen Fleiß offenbart und wurde bald, da seine Geschichte bei den Pionieren traditionell war, der allgemeine Liebling. Der Oberst, welcher so menschenfreundlich für ihn gesorgt, war mittlerweile gestorben, doch wetteiferten die Offiziere jetzt in seiner Erziehung, da der bildhübsche Knabe zu den größten Hoffnungen berechtigte und ehrgeizig genug war, nach den goldenen Epauletten zu streben. Sein eiserner Fleiß, seine Brldungsfähigkeit und eine angeborene Vornehmheit in der Gesinnung wie im äußeren Anstand erhoben ihn, als er als Artillerist in die Armee eintrat, himmelweit über seine Kameraden. Er schien zum Soldaten bestimmt zu sein, man ließ ihn rasch die verschiedenen Grade des unteren Ranges durchlaufen und da« Offiziers« Examen machen, welches er glänzend bestand. Beim Genie-Corps konnte man nur scharfe Köpfe gebrauchen und hier war Lieutenant Otto Waldmann an seinem Platze. Seit einem Jahre war er nach der Residenz versetzt worden, hatte bei dem Rentier Werner eine ebenso billige al- angenehme Wohnung gefunden und muthig seinem Glück und seinem gewohnten Fleiße vertraut. Ja, der Mensch hofft und denkt, das Schicksal zieht aber oft schwarze Striche durch seine anscheinend so verständige und fest vorgezeichnete Lebensbahn. Der Oberst, ein Haudegen von altem Schrot und Korn, hielt große Stücke auf Lieutenant Waldmann und stellte ihn bet jeder Gelegenheit als Master auf. Er schien sogar, wie man im OsfiziercorpS munkelte, nicht abgeneigt zu sein, ihn nach erfolgtem Avancement mit der Hand seiner allerdings schon etwas verblühten Tochter zu beglücken. Der Lieutenant mochte von dieser Aussicht keinesfalls sehr erbaut sein. Als in einer lustigen Gesellschaft, der sich der Spartaner nicht hatte entziehen können, die Rede auf den vermuthlichen künftigen Schwiegersohn der Herrn Oberst kam und die von Wein erhitzten Kameraden den „famosen Findling" mit Neckereien und Spott überschütteten, da riß diesem die Geduld, er verunglimpfte die Tochter seines Chefs in einer Weise, deren er sich nach verflüchtigtem Rausche in tiefster Seele schämte. Wie ein wüster Traum erschien ihm am nächsten Morgen die ganze Geschichte, welche er selber am härtesten verurtheilte, da er einen zu ehrenhaften Character besaß, um irgend eine Entschuldigung für sich gelten zu kaffen. „Und wenn die Kameraden es auch dem Oberst nicht hinterbringen werden," murmelte er, rastlos in seinem Zimmer auf- und abschreitend, „so bin ich doch in ihren Augen —" Ein kurzes, militärisches Klopfen unterbrach seine quälenden Gedanken. Er vermochte kaum „Herein" zu rufen. Der Oberst trat ein und mit ihm sein Verhängniß, wie ein Blick in da- zornsprühende Auge ihm sofort sagte. „Sie haben gestern Abend vor einer ganzen Gesellschaft meine Tochter gröblich beleidigt," begann der alte Herr mit heiserer Stimme. „Verzeihen Sie mir, Herr Oberst!" erwiderte Waldmann bleich, im bittenden Tone. „Ich war meister Sinne nicht mehr mächtig, hatte getrunken und wurde in einer Weise i gereizt —" ,,Daß Ihre ursprünglich rohe Natur, wahrscheinlich ein Erbtheil Ihrer unbekannten Raben-Eltern, sich gewaltsam Bahn gebrochen," fiel der Oberst verächtlich ein. „Sie find i ein Elender!" Lieutenant Waldmann zuckte, wie vom Blitz getroffen, ; zusammen und griff nach seinem Degen. „Nur zu, junger Fant I" sprach der Oberst kalt. „Da ich keinen Sohn habe, um den Beleidiger zu strafen, muß ich mich selber dazu erniedrigen. Ziehen Sie, Lieutenant Wald« mann!" Der junge Mann stand unbeweglich, sein Gesicht war aschfarben. „Ich kann und darf mich nicht mit meinem Vorgesetzten schlagen, Herr Oberst!" „Feigling, Du sollst!" knirschte der alte Herr, seinen Degen herausreißend. Waldmann streckte ihm beide Hände entgegen. „Verzeihen Sie mir, Herr Oberst, was ich im Rausch gefrevelt," bat er mit flehender Stimme. „Ich war zum ersten Mal in meinem Leben unzurechnungsfähig, wußte in jenem Augenblick nicht, was ich that. Keiner kann mich strenger verurtheilen, als ich selbst es thue und der Himmel ist mein Zeuge, daß ich es bitter und tief bereue. Aber eben deshalb muß ich bei meiner Weigerung, mich mit Ihnen zu schlagen, fest beharren, Herr Oberst!" Dieser lachte verächtlich auf und zuckte die Waffe auf dc« i Lieutenants Brust. Der junge Offizier stand unbeweglich. Da stieß der Oberst mit einem Wuthgeschrei die Klinge in die Scheide zurück, ergriff, ehe Waldmann es hindern konnte, den Degen desselben, riß die Klinge heraus und warf sie im f nächsten Augenblick zerbrochen vor des Lieutenants Füße. Der Lieutenant stürzte sich mit einem Wuthschrei auf den Oberst. „Reichen Sie Ihr Abschiedsgesuch ein," sprach dieser kalt, „ich werde cs befürworten." Auf der Schwelle stand sein Hauptmann, welcher Zeuge der ganzen Scene gewesen war. „Sie haben Aller gesehen und gehört, Herr Hauptmann!" wandte sich der Oberst zu ihm. Dieser verbeugte sich schweigend und verließ dann mit seinem Vorgesetzten das. Haus. Lieutenant Waldmann mußte den Dienst quittiren und stand nun urplötzlich ohne Existenzmittel, ohne Stellung vor einer dunklen Zukunft, in einer Welt, welche dem heimath« losen Findlmg kaum eine Berechtigung zum Leben einräumte. III. Der arme junge Mann, welcher Soldat mit Leib und Seele gewesen und mit der Uniform, die sein Stolz und seine Freude gewesen, auch die Thatkcast und Hoffnung verloren zu haben schien, saß mit der Zeitung, die sein Hauswirth ihm gesandt, vor sich und studirte mit einer Art Galgen« Humor die Jns?raten«Spalten. „Personen, die verlangt werden," las er halblaut, — I „Köchinnen, — Hausknechte, — Kellner mir guten Zeug« > niffen, — ob der Oberst mir ein solches ausstellen würde? — Ja so, mein Abschied ist ehrenvoll, also immerhin ein gute« Zeugniß für mich, — das heißt, wenn man so liberal ist, stch nicht nach dem Grunde der Dinge bei dem Herrn Oberst zu erkundigen. Na, im Civilstand wird dieser Grund nicht viel verfangen, weil es hier durchweg wohl nur auf Tüchtigkeit und Ehrlichk.lt ankommt; und ein ehrlicher Kerl bin ich doch trotz alledem, Herr Oberst! — Also weiter: Ein Kutscher, gewesener Cavallertst vorgezogen. — Hm, reiten kann ich, auch fahren, uns meinst Du dazu, Otto? Ein netter Sprung auf den Kutschsrbock. — Alle Wetter, hier kommt ein Heirathr« gesuch, das klingt verlockend in meiner Lage. „Ein junges, ansehnliche» Mädchen mit einem disponiblen Vermögen von 200,000 Mark sucht mit einem jungen, gebildeten Mann im 23 ter Sinne nicht in einer Weise j wahrscheinlich ein sich gewaltsam ein. „Sie sind ' Blitz getroffen, i ierfl kalt. „Da strafen, muß ich leutenant Wald- kein Gestcht war um Vorgesetzten lte Herr, seinen gegen. i ich im Rausch „Ich war zum fähig, wußte in iner kann mich und der Himmel f bereue. Aber mich mit Ihnen le Waffe auf dc» mb unbeweglich- die Klinge in die dern konnte, den nb warf sie im s mants Füße. Wuthschrei auf i ," sprach dieser i, welcher Zeuge J rr Hauptmann 1* erließ bann mit st qaittiren und ne Stellung vor -e dem heimath« Beben einräumte. rt mit Leib und Stolz und seine »ffnung verloren sein Hauswirth let Art Galgen- er halblaut, — s nit guten Zeug- > stellen würbe ? — terhin ein gutes t so liberal ist, im Herrn Oberst iser Grund nicht nur auf Tüchtig- cher Kerl bin ich er: Ein Kutscher, reiten kann ich, n netter Sprung imt ein Heiraihs- „Em junger, n Vermögen von lldeten Mann im Älter von 25 bis 30 Jahren, der guten Gesellschaft angehörig, I behuf« späterer Verehelichung in geistigen Verkehr, beziehung»- i weise in eine anonyme Eorresponbenz zu treten. Vermögen von seiner Seite" nicht erforderlich. Photographie mit Angabe I von Namen und Herkunft unter Chiffre 777 an die Expedition dieses Blattes einzusenden." ; , Waldmann las dieses Heirathsgesuch dreimal aufmerksam durch. I „Gebildet? - Der guten Gesellschaft angehörig?" brummte er nachdenklich. „Das stimmt bei mir, obwohl ich augenblicklich eigentlich keiner Gesellschaft angehöre. Vermögenslosigkeit stimmt ebenfalls ganz famos. Photographie, Name, Herkunft, — ja, das letzte ist eine verzwickte Sache, - Waldmann — Findling - Eltern, also eigentliche Heimath und Herkunft unbekannt. — Bah, am Ende läuft die ganze Geschichte auf eine Mystifieation hinaus. Mit zweimal- hunderttausend Mark Vermögen braucht stch kein Mädchen öffentlich auszubieten. Mag ein nettes Kind fein." Ein kurzes Klopfen an der Thür unterbrach feinen Monolog. „Herein!" Waldmann sprang erfreut auf, al» ein Offizier eintrat. „Alle guten Geister! — Freund Rosenau, was führt Dich von Metz hierher ?" Der Offizier blickte ihn kopfschüttelnd an, legte Mütze und Degen ab, warf stch in's Sopha und versetzte bann lakonisch: „Du!" r in VI \ „Ich also," sagte Waldmann wehmüthig, „so ist die Kunde meine» Schicksals schon über'u Rhein geflogen?" „Ach, mein Sohn, Fran Fama hat eine weittragende Posaune und da» Unheil schnelle Flügel, der kleine Klings- berg sandle mir sogleich einen boshaften Rapport und weil ich keinen Grund hatte, ihm zu mißtrauen, erbat ich mir Urlaub, um per Dampfroß herzureiten. Da bin ich also und sehe, daß die Uniform schon ausgezogen, die Geschichte aus ist. Weshalb hast Du mir nicht selber sofort da» Capont aufgetisLt, Sohn? — Weshalb nicht gleich an mich telegraphtrt: Komm', ich sitz' in der Tinte! — Soll mich Dieser und Jener fricafsiren, wenn ich mir nicht da« Vergnügen gemacht hätte, de» Obersten langes Töchterlein vom Fleck weg zu heirathen. Die gute Ernestine ist gar nicht übel und hat ein leises, sanftes Gemüth." „Weshalb mein Betragen doppelt zu verurtheilen war, seufzte Waldmann. „Sie ist, Gott fei Dank, auf längere Zeit verreist, doch werde ich sie noch fchristlich um Verzeihung bitten." „Das bist Du ihr und der eigenen Ehre schuldig," sagte Rosenau, beifällig nickend. „Ach, mein wackerer Pylades!" fuhr Waldmann rasch fort. „Wie dankbar bin ich Dir, daß Du gekommen bist, da alle Welt mich jetzt verlassen hat, obwohl ich Deine brüder- | liebe Theilnahme nicht verdiene. Zum ersten Male von der bislang so streng innegehaltenen Bahn der Solidität abgewichen, muß mich eine unverzeihliche Uebereilung, eine Dummheit mit einem Schlage so gänzlich um meine ganze Zukunft bringen, daß eine Kugel im Grunde die einzige Lösung au» diesem Wlrrsal von Hoffnungslosigkeit sein könnte." „Diese Furcht eben hat mich hergetrieben, Otto," sagte Rosenau, ihn theilnehmend anblickend, „mir knallten aus der ganzen Fahrt selbstmörderische Revolverschüsse vor den Ohren. — Nun sage mal, lieber Sohn, wie ist denn der Abschied beschaffen?" „Ehrenvoll, ohne weitere Bemerkungen. „Bon, dann ist noch nicht» verloren. Hast Du Dir schon irgend einen Plan gemacht?" „Habe noch nicht die blaffe Idee eine» solchen, ich müßte mich denn al» Pianist auf Tanzböden und dergleichen verdingen." „ „Unsinn, Du bleibst Offizier, wechselst nur die Uniform." „Vielleicht bei den Türken?" „Wäre auf Ehre nicht so übel," meinte Rosenau nachdenklich. „Könntest ja auch in russische Dienste treten oder für die britischen Wollsäcke in Indien streiten." „Keines von Beiden, alter Freund," erwiderte Waldmann, schwermüthlg lächelnd, „am liebsten ginge ich nach Oesterreich, wo ich doch wenigstens im Kriegsfall mit meinen deutschen Brüdern vereint bliebe." „Auf Ehre, da» geht," rief Rosenau triumphirend, „habe in Wien gute Verbindungen, e« kann Dir dort nicht fehlen. Aber wie steht's mit nervus rcrum, he? „Hm, meins Schulden drücken mich nicht." „Weiß wohl, bist ein heillos solider Kerl, — kein Mensch hat's ja begreifen können, wie Du mit der schmalen Bleute» nants-Gage ausgekommen bist. Hast den Civil-Rock denn schon bezahlt?" „Auf Heller und Pfennig — „Es ist erstaunlich," sprach Rosenau kopfschüttelnd, „die reine Hexerei! Meine gute Mama schickt mir allmonatlich eine hübsche Zulage und trotz alledem steck' ich in Schulden." „Ja, lieber Freund, darin steckt auch eben die Hexerei, lachte Waldmann mit einer gewissen Genugtuung, „weil ich keine mütterliche Reserve besitze und mich deshalb nach der Decke strecken muß. Habe mir mein Leben mit mathematischer Genauigkeit vorgezeichnet und mir wunder was darauf ein- gebildet, bi» die erste Probe auf das Exempel da» ganze Fazit umstürzts und ein paar Gläser Wein au» mir einen Dumm- köpf machten." „Wer verleitete Dich dazu?" „Der kleine Klingsberg; er nannte mich, als ich früh aufbrechen wollte, einen Duckmäuser und einen schlechten Kameraden." _ ... ... „Und wer brachte die Neckerei gegen Dich auf? „Natürlich Klingsberg." „Wenn ich'» mir nicht gedacht." rief Rosenau, mit bet Faust auf den Tisch schlagend. „Der Patron hat seine be- stimmte Absicht dabei gehabt, Dich au» der Gunst de» Obersten zu verdrängen und sich dann an Deinen Platz setzen zu wollen. Begreife den Alten nicht, die Enttäuschung mit Dir muß ihn kopflos gemacht haben. Uebrigens brauchtest Du au» Ehr- und Pflichtgefühl da» Duell nicht auszuschlagen. Kerle wie Du wachsen nicht wie Brombeeren, e» ist ja doch im Grunde ein Hridenscandal und wenn der König die Sache der Wahr- heft gemäß erführe —" „Nun höre auf, Hans," unterbrach ihn Waldmann strrn- runzelnd, „ich konnte mich wohl einmal gegen die Gesetze der ritterlichen Ehrenhaftigkeit vergehen, al» der Wein me ne Vernunft in Banden geschlagen hatte. Meinem beleidigten Chef gegenüber, der stch mir stets als väterlicher Freund er- wiesen, die Waffe zu gebrauchen, dazu hätte mich nicht« in der Welt zwingen können- Nein, für so niederträchtig darfst Du mich nicht halten, wenn ich auch al« ein armer Findling nicht« besitze, nicht einmal mit Fug und Recht den Namen, I bcn (ä fftbtc" „Aber einen Freund und Bruder, der Dir treu bleibt bi« in den Tod, Du Undankbarer I" versetzte Rosenau heftig. „Verzeih' mir, Hans," sagte Waldmann, feine Hand mit festem Druck umschließend. „Im Besitz eine» solchen Freunde« bin ich noch immer reich zu nennen. Uebrigen«," setzte er nut einem Anflug von Humor hinzu, „böte sich mir allenfalls noch eine andere verlockende Aussicht dar. Lies das originelle Heirathsgesuch." " (Fortsetzung folgt-) Die tzmgijkttn M EistndG-Mim». ~ Bon Professor Dr. med. Hegelwald in Meiningen. Es wäre angelegentlich zu wünschen, daß Jene, welche an den Elfenbahnstationen über einen Haurgarten zu verfügen haben, darin ein Plätzchen einigen Arzneipflanzen gönnen möchten. ,, TT .. Da haben wir z- B. die Sonnenblume, Helianthus an- I nuus, auch die Eucalyptus globulus, durch ihre antiseptische ; Eigenschaft die Luft reinigend- Die Sonnenblume pflanzt ■ man ;ern in Niederungen, wo sie den feuchten Boden au«» | fangt"; Samen und Blätter sind aurwursbesördernd und wirken Mimetisch. Schüttet man einige Tropfen der Tinctur de» I Kucalxpius in ein Gefäß mit heißem Waffer und athmet den Dunst davon ein, so erfolgt augenblickliche Linderung beim hartnäckigsten Asthma. Ich sah diese Procedur, mit Erfolg gekiönt, bei einem Stationsvorstand in der Riviera Dort lernte ich auch die Vorzüge der Raute, Ruta graveo- lens, in ihrer Anwendung bei Augenschwäche kennen. Die Betreffenden effen sie wie Schnittlauch auf Brod. Au» der Pflanze, die krampfstillende Eigenschaften besitzt und nur in größeren Gaben schädlich wird, ließ ich eine Tinktur bereiten, goß einige Tropfen in eine Schale mit kaltem Waffer, und wusch mehrere Male der Tage» meine geschwächten Augen, war überaus stärkend wirkte, und die Augenschwäche beseitigte. Die rothe Rose, Rosa gallica, die in manchem Hausgarten blüht, leicht tonisch und zusammenziehend wirkend, wird bekanntlich im Rosenwafler bet Augenentzündungen heilsam angewandt. Eine andere Verwendung dagegen hat die bekannte Klatschrose, Papaver Rhoeas, die man überall sieht; sie dient zur Bereitung de» vortrefflichen Brustthee'« der vier Spezies: Klatschrosen, Malvenblätter, Huflatt g und Wollblumen. Am Zaun der Hausgärten erblickt man ost den Hollunderstrauch. Er gibt UN» einen schweißtreibenden Thee, der die Gesäße nicht aufregt und bei Rheumatismus recht dienlich ist. An Stelle dc» Hollunderstrauchs bemerkt man öfter die Pretßel- beere, die in der Haushaltung Verwendung findet. Wenig bekannt ist es, daß im Mörser zerstoßene Preißelbeeren, bei krebsartigen Geschwüren aufgeschlagen, überaus wohlthuend wirken. Ich kenne auch viele Stationsgebäude, wo im Haurgarten der Lattigsalat gebaut wird. Sein abendlicher Genuß wirkt schlafbringend, während der Huflattig, Tussilago Farfara, im Blätteraufguß bei Heiserkeit und Husten anzuempfehlen ist. Es gibt so viele Kräuter, die man der Beachtung so wenig werth hält, und deren Heilkraft sich bet alledem bewährt hat! So haben wir z. B. den Vogelknöterich, da» Polygonum aviculare, beim Blutspeien unersetzlich, das die Geheimmittel-Praxis als Homeriana in der Reclame anpreist. Wenig beachtet wird auch der Edel-Gamander, Teucrium Chamädrys, im Spätsommer blühend, al» Infusion beim Wechselfieber anwendbar; er wäre in den Haurgärten anzupflanzen, wie auch die Valeriana, welche den Baldrtanthee liefert, das beste, erprobte Mittel gegen den Oxyrus verm., die sogenannte Aikaride, ein unerträgliches Uebel in der Kinderwelt und zuweilen auch bei Erwachsenen, wie ich da» au» der Praxi« ersehen habe. , Blickt man vom Hausgarten an der Station auf die umliegenden Felder, so kann man, bei richtigem Verständniß der Arzneipflanzen, eine paffende Auswahl für die Hausapotheke treffen. Ich nenne nur die Brenneffel, Urtica dioica, deren Thee bei Harnverhaltung gute Dienste leistet. Im feuchten Gebüsch sieht man die Lysimachil vulg., da« Wiesengold, die Panacea der Phthisiker, wie der große Boerhaave meinte. Zu derselben Pflanzenordnung gehört auch der rothe Gauchheil, sonst, wie es heißt, mit großem Erfolg gegen die Hundrwuth angewandt, jetzt fast vergeffen. Vom Ruchgras, Anthoxanthum odoratum, weiß man, daß e» da« lästige Heuasthma beseitigt; das zarte, fußhohe Gra» blüht im April und Mai. Bei einem meiner Bekannten ersetzt das Ruchgras den Waldmeister. Er digertrt 90 Gramm davon 24 Stunden lang mit einer Flasche Wein, fügt den vierten Theil Waffer und genügend Zucker hinzu, und damit ist eine vorzügliche Mai-Bowle durch ihn hergestellt. Weil eben vom Wtesengold, der Panacea der Phthisiker die Rede war, so sei mir gestattet auf den Wafferfenchel, Phellandr. aquaticum, aufmerksam zn machen, dessen arzneiliche Wirkung in dem genannten schweren Leiden, nach Dr. Lharge« langjährigen Erfahrungen, nicht hoch genug anzuschlagen wäre. Sehr erwünscht ist es, wenn in der Nähe de» Stations- gebäudes Baumgruppen stehen. Der Baum erzeugt sehr viel Sauerstoff und verwandelt bekanntste die Feuchtigkeit de» Bodens in atmosphärische Feuchtigkeit. Es wäre gewiß ein schöner Gebrauch, wenn der betreffende Stationsbeamte, so oft sich durch ein fröhliche» Familienereigniß der Kreis der Seinen erweiterte, sich dazu verstände, einen Baum in der Nähe seine» Haurgarten» oder in demselben zu pflanzen, al» Zeichen freundlicher Erinnerung, im Gefühle de» Danke». Obstbäume haben, wie selbstverständlich, immer den Vorzug; so, nächst dem Apfel- und Birnbaum, der Kirschenbaum, dessen Ertrag besonder« die Kinderwelt erfreut. Selbst die Kirschen- sttele lassen sich verwenden, denn getrocknet und al« Infusion verwertyet, geben sie ein heilkräftige« Mittel beim Katarrh ab. Wie die Pflanzung de« Kirschenbaumes, so ist die de« Wallnußbaumes, wo es thunlich ist, anzurathen. Bei unseren Vorfahren stand die Wallnuß in großem Rufe für manche« Leiden; heutzutage verwendet man den Aufguß der Wallnußblätter, wie die der Gundelrebe, Ghloechoma hederacea, nur in der Behandlung der Scrophulost«. Der Professor Negrier, Arzt in Angers, hat sogar ein Buch geschrieben über die Behandlung der Scropheln mit Wallnußblättern. Daß die Linde den bekannten Aufguß, die Lindenblüthe bietet, ist wohl bekannt- De« Erdbeerstrauch« ist hier noch gedacht, weil die Erdbeercur noch da« Podagra beseitigt, die Gichtknochen zertheilt und den unliebsamen Zahnstein von den Zähnen löst. Daß man au« den rothen Johannisbeeren ein champagnerähnliche« Getränk bereiten kann, den echten deutschen Champagner, ist ein öffentliches Geheimniß. Daß auch der Birkenwein eine arzneiliche Verwendung findet, habe ich an einem andern Orte nachgewiesen. Zu beglückwünschen ist aber vor Allem der Haurgarten des Stationsgebäudes, wo der Weinstock blüht, wenn auch nur eine seiner 1400 Spielarten unr hier den köstlichen Traubensast giebt. Der Wein ist ein Labetrunk, er dient auch als Arznei. Er regt angenehm die Nerven auf, er gibt ihnen Spannkraft, er erheitert den Geist. Er ist die Milch de« Alter«. Er wirkt wohlthuend in dem ausgeschafften Körper. Alte Weine stärken den Magen, junge Weine machen Magensäure. Dor Wein, sagt ein alter Weiser, erfreut der Menschen Herz; im Wein liegt Wahrheit, sprach ein Anderer. Der Wein erfüllt sogar eine sociale Mission; er rückt die Menschen einander näher, er wirkt wie der Magnet, er zieht an, er öffnet die Herzen und dann» ja oft nur dann erst fitzt den Menschen da« Herz auf der Zunge! Darum schätzen und lieben wir den Wein. Doch sollen wir bei seinem Genuß, wie bei einer Arznei, die wir al« Lebenselixir betrachten, auch hier Maß und Ziel zu halten wissen nach dem alten lateinischen Spruch: „Balnea, Vina, Venus corrumpunt corpora sann, Corpora sana dabunt Balnea, Vina, Venus!" (Aus den „Bayerischen Verkehrsblättern".) Von den vielen in obigem Artikel angegebenen Pflanzen ist unter anderen der Knöterich (Polyg, avic.) als ein unersetzliches Mittel gegen Blutspeien bezeichnet. Seit einer Reihe von Jahren ist in den öffentlichen Blättern ein Knöterich, welcher, aus Rußland stammend, zu einer Höhe von 1 Mter gedeiht und nur dort in seiner Vollkommenheit wächst,'als ein sicheres Mittel gegen alle Brust-, Lungen-und NalS-Krankheiten von E. Weidemann, Liebenburg a. Harz angepriesen und versandt worden. vernmehtes. Verschnappt. Hausfrau: „Also da« war Ihr Bruder, der Sie gestern besucht hat . . . ein netter Mensch I" — Dienstmädchen (erfreut): „Nicht wahr, Madame, da habe ich einen ganz guten Griff gethand" e * * Naiv Vater (im Restaurant): „Karlchen, steh' einmal nach, ob da« Billard besetzt ist!" — Karlchen (zurück- kommend): „Rein, Vater, e« sitzt kein Mensch drauf!" Rttaetion: A. Echeyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen UmverflMs-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in (Biegen,