nicht mehr ie zu Woche er eine Ge» t, so fallen chig hinaus, i nicht stille tzen. Dann st im Freien »ckt in dieser daß ste je» i verdienen : im Jahre Mit dem chmmgrnoth arg sich ge» gen Herbst» Glacis ein» i Zigeuner» ankheit zum t günstigsten und bekam vortrefflich, eriencolonie ialrath Dr. iimmt weiß leben Alters den Kindern blaffen Ge» Nachweisen." r und kalter chlichen und !N und ihr rtzt kommen» bieten uns ir in Gottes im das pa- Organ, die ien. Dabei mit dünner tterungsum» m anziehen, rmer Stube ;b kräftigen, er entgegen» : unb Mühe Bsß. . . Es er» in Berlin, Rh. u. s. w. eführten anlangenb): mblich auf» „Es ist zu ; wird!"- erktl" Stegen. 189« 1 i /r M -EM UnterhaltMgsdLaLt zum Gießener Anzeiger (General-Anzeiger). Mch MW * HW Falsches Spiel. Roman von E. ». Linden. (Fortsetzung.) Sie achtete nicht barauf, sonbern begann auf's Neue mit halblauter Stimme: „Dein Stiefbruder nennt sich Romberg?" „Drüben kannte man ihn nur unter diesem Namen." „Er soll diesen Namen behalten, wenn wir Beide es wollen, mein lieber Hans!" sprach sie mit starker Betonung. „Und wir wollen es, Geliebte, nicht ich allein, sondern auch Du, nicht wahr?" flüsterte er, sich zu ihr neigend. «Ich sagte er — und mein Wort ist ein Schwur. — Doch merke auf, Hans Joachim von Alting, da» Wort kann nur zur Wahrheit werden, wenn der ehemalige Insurgent stirbt" „Du meinst damit meinen Onkel?" „Wen anders denn, Du scheinst sehr schwer zu begreifen," bemerkte sie wegwerfend, „ich hasse diese Barone und Grafen, die Unseresgleichen verachten, Deinen Onkel aber am meisten, da doch gutes bürgeltches Blut in Euren Adern fließt, und von der Raffe bei Dir, Hans Joachim, davon nicht viel mehr vorhanden ist. Ueberzeuge Dich, ob er bei Besinnung ist, sonst laß' ihn nicht mehr dazu kommen, weil es sehr wahrscheinlich ist, daß der Stiefbruder den Notar in F. be» sucht und mit diesem zurückkehrt. Hast Du mich verstanden?" John Alting sah sie entsetzt an und machte dann eine abwehrende Bewegung. „Nein, nein," stieß er keuchend hervor, „ich bin kein Bandit, der einen Kranken —" „Schwachkopf," unterbrach sie ihn verächtlich, „weffen Schuld ist es denn, daß er die Wunde empfangen hat? Sollte er sterben ober nur angeschoffen werben? Bist Du so gewissenhaft wie ein Quäker, bann binge keine Banditen, mein lieber Hans, sondern wirf Dich dem Erstgebornen zu Füßen und bitte ihn um Reisegeld zur Heimkehr in Dein Aankeeland. Mich aber laß aus Deiner Berechnung, feige Männer find mir ein Abscheu I" Tiefe Stille folgte diesen sehr kühl und ruhig gesprochenen Worten- Der wilde Alting war wie von einem Peitschenhieb getroffen, zusammengezuckt, eine tödtliche Bläffe überzog sein Gesicht und die Augen funkelten wie die eines Raubthieres. Ebba Regina blickte ihn furchtlos an, ste blieb äußerlich ganz ruhig, obwohl ihr Herz doch rascher zu klopfen begann und ein unruhiges Gefühl sich ihrer bemächtigte. „Du bist sehr kühn, sehr rücksichtslos, weil Du Deiner Macht vertraust," erwiderte er endlich mit heiserer Stimme. „Weißt Du, was es heißt, einen Mann von meinem Schlage der Feigheit zu beschuldigen? — Sage, daß ich dem Sohne meines Vater», der gekommen ist, um mir mein Erbe zu entreißen, mit der Waffe in der Hand entgegentreten soll, — ich will mit ihm kämpfen auf Leben und Tod, ohne mit deu Wimpern zu zucken, obwohl er mein Bruder ist. Gebiete mir, mit jedem Junker in der Runde um Deinen Besitz zu kämpfen, ober auch nur um Deine Laune zu beliebigen, ich gehorche mit Freuben. Aber den todtwunden Greis, — nein, nein, das wäre kein Heldenstück, sondern die feige That einer Bedientenseele." Ebba Regina sah ihn verwundert an, weil sie diese Regung nicht begriff- Ihre niedrige Natur liebte es ganz besonder», au» dem Hinterhalte ihre Pfeile abzuschießen und den Feind unschädlich zu machen, weil sie sich bet jeder Handlung eine» bestimmten gewinnbringenden Zwecke» bewußt war. Diesmal hatte sie sich also in John Alting verrechnet, Er, der kein Bedenken getragen, seinen Complicen Joe Catton zum Morde des Oheims anzusttsten, scheute vor der Vollendung derselben entsetzt zurück, al» die eigene Hand sie ausführen sollte. Da» war der Zwiespalt in seiner Brust, da» Alting'sche Blut, welche» sich bei solchen Gelegenheiten aufbäumte. „Verzieh mir, Geliebte!" bat er nach einer Pause, „daß ich Dir hierin nicht gehorchen kann. Ersinne etwa» Anderes, Du bist klüger als ich und wirst mir einen besseren Rath geben können." „Ich weiß keinen anderen," versetzte sie achselzuckend, „laffe die Gefahr an Dich herankommen, vielleicht triffst Du selber das Rechte, sonst hast Du ja auch noch Deinen Catton, der in solchen Dingen ein weiterer Gewissen besitzt." Sie erhob sich, um zu klingeln unb abtragen zu lassen, ba der Diener nicht ohne Befehl da» Zimmer zu betreten - 482 — Wagte, al» geklopft wurde und jener ängstlich eintrat, um eine Karte auf silbernem Teller zu präfentiren. „Für den Herrn Baron!" sagte er, sich an Alting wendend. Dieser nahm die Karte, warf einen Blick darauf und fragte: „Wo ist Herr von Römhild?" „Im Salon, — gnädiger Herr! — Er wollte unseren gnädigen Herrn sprechen, und al» er dann hörte, daß der Herr Baron —" „Schon gut," unterbrach ihn Alting zerstreut, „melden Sie ihm, daß ich gleich erscheinen werde." „Sie können später abtragen!" befahl Ebba Regina, worauf der Diener rasch da» Speisezimmer verließ. „Harald Römhild wollte also meinen Onkel sprechen und nicht Dich', dessen Schuldner er ist?" — bemerkte die junge Dame verwundert. „Hm, vielleicht braucht er Geld," erwiderte John Alting, „sonst wüßte ich nicht, weshalb er — ah, mir geht ein Licht auf, Dein Onkel will seinen Bruder, den flotten Ulanen» Lieutenant, verhaften lassen, und nun wird der Alte nach Hause telegraphirt haben und um gutes Wetter bitten." „Verhaften lassen wegen Schulden? Das ist ja Unsinn, mein lieber Hans!" „Rein, wegen Betrug, wir sprechen später davon, nun muß ich wohl zu dem guten Harald, der mir gleich die nöthigen Wechsel für seine Schuld ausstellen soll." John Alting lachte boshaft und begab sich nach dem prunkhaften Salon, während Ebba Regina geräuschlos in ein Cabinet trat, das an den Salon stieß. Es besaß die zweifelhafte Eigenschaft, daß man hier jedes Wort, das drinnen laut gesprochen wurde, ganz deutlich verstehen konnte. Die beiden jungen Herren hatten sich höflich begrüßt, als Harald Römhild sofort mit erregte Stimme in einer wahren Fluth von Vorwürfen gegen Melwig sich erging. „Dieser Mensch, der sich hier durch unehrenhafte Handlungen, die an Verbrechen streifen» bei uns eingenistet hat wie ein Vampyr," rief er mit zornbebender Stimme, „dieser elende Wucherer und Halsabschneider wagt es —" „Halt!" unterbrach John Alting ihn gebieterisch, „kein Wort weiter, mein Herr Junker, oder ich breche Ihnen die Knochen entzwei." „Ah, dazu gehört etwas mehr, als Prahlerei," keuchte Römhild, drohend die Hände ballend, „leider vergaß ich, daß Sie zu diesem Menschen gehören, daß Sie Ihren alten Namen schänden und Gemeinschaft machen mit einem Melwig, daß Sie e» waren, der mich und meine Freunde in dieses unsaubere Haus gelockt, wo ein blutiges Gespenst umgeht —" „Nun ist's genug, verdammter Narr!" knirschte Alting, „Lump, bezahle erst Deine sogenannten Ehrenschulden, bevor ich Dir den Garaus mache!" Harald Römhild taumelte zurück, als ob er einen Schlag erhalten hätte. «Es geschieht mir Recht," murmelte er, „aber zahlen will ich, und sei'» auch mit meinem Blutt Morgen irüh treffen wir un» mit Sonnen - Ausgang am Grenzteich. — Ich bringe meinen Secundanten als Zeugen mit, sorgen Sie für den Ihrigen. Einen Arzt brauchen wir nicht, da nur einer von uns den Platz lebendig verlassen darf. Und noch eins," setzte er, als er das Zimmer verlassen wollte, hinzu, „theilen Sie Ihrem Freunde Melwig mit, daß, falls ich fallen sollte, jeder Einzelne meiner Standes - Genossen für mich in die Bresche treten wird, um die Schmach, welche er uns zugefügt, zu rächen." Ohne Grub verließ er nach diesen Worten das Zimmer. John Alting starrte mit einem gewissen Erstaunen nach der Thür, weil er sich selbst nicht begreifen konnte. Wie hatte dieser adelige Junker ihn nur so tödtlich beleidigen können, ohne dafür auf der Stelle niedergeschlagen zu werden? — War er denn hier ein Anderer geworden? „Morgen früh also, old boy," murmelte er auflachend, „bann sollst Du die alte und die neue Schuld mit Deinem Leben bezahlen." Eine Hand legte sich auf seine Schulter. Erschreckt wandte er sich um. „Du bist es, Ebba Regina? Wie bist Du hierher- gekommen? — Ah so, durch jene Cabinetthür. — Run, dann hast Du wohl unsere Unterhaltung mit angehört." „Ja, ich hörte jedes Wort. Der Bube muß gezüchtigt werden, Du wirst ihn zum Krüppel schießen." „Ich werde ihn tödten, verlaß Dich darauf," erwiderte Alting finster. „Das wäre Unsinn, Du würdest unbedingt mit der ganzen Strenge des Gesetzes bestraft werden. — Ich habe mich über Deine Selbstbeherrschung gefreut, der Du diesen ritterlichen Ausgang verdankst, beweise sie morgen aufs Neue. Ich rathe Dir, Hans, tödte ihn nicht." „Du hast doch gehört, daß er einen solchen Ausgang haben will. Soll ich etwa der Tobte sein?" „Nein, das wäre zuviel verlangt, mein Geliebter! — Eure Secundanten werden schon dafür sorgen, daß die Geschichte in Ordnung verläuft. Auch müßte ein Arzt zur Stelle sein, wie unsere Duelle es vorschreiben. Und nun reite beim, es wird bald dunkel, also die beste Zeit sein, Deinem Onkel bett Krankenbesuch zu machen." „Gute Nacht, meine schöne Herrin!" sagte er halblaut, sie leidenschaftlich an sich ziehend. „Du böse Zauberin, machst aus mir, was Du willst." „Nur keinen Feigling," flüsterte sie, seine ungestüme Zärtlichkeit wie einen Sturm über sich ergehen lassend. Sie blickte ihm nach, als er im dämmernden Abend im Galopp davon sprengt.e „Und wenn er auch nicht der Herr von Altinghof werden sollte," sprach sie halblaut, „so ist er doch der rechte Mann sür mich und wird unter allen Umständen mein Gemahl." 15. Capitel. Verlorenes Spiel. John Alting ritt heimwärts durch den dunkelnden Abend, doch immer im Galopp, um die bösen Gedanken zu bannen. Er jagte am Schlosse des Oheims vorbei wie der roilbe Jäger und ließ das gehetzte Roß erst im Schritt sollen, als es den Wald erreicht hatte. Unter den noch ziemlich belaubten Bäumen herrschte tiefe Finsterniß, den Retter ergriff ein seltsam unbehagliches Gefühl, und zum ersten Male mußte er an Joe Catton denken, von dem er seit der Unterredung nichts wieder gesehen und gehört hatte. Er war hierhergegangen, um zu spähen und umherzuhorchen nach den neuen gefährlichen Ankömmlingen aus Amerika. Wo mochte der alte Bursche stecken? Immer unbehaglicher wurde es ihm bei diesem Gedanken und eine Furcht, al» ob überall im nächtlichen Dunkel, hinter jedem Baume eine unheimliche Gefahr lauere, begann stch wie eine Alp auf seine Brust zu legen. Es war für den tollkühnen Mann ein so unerträgliches Gefühl, daß er plötzlich sein Pferd zügelte und e» dann mit einem heftigem Ruck herumwarf, um wieder heimzureiten. Halt, was war das? Er horchte angestrengt, jetzt vernahm er deutlich das Rollen eines Wagens und mehrere Stimmen. Richtig, dort auf dem graben Wege leuchtete etwas auf, es mußten Laternen fein, die an dem Wagen befestigt waren. Ah, es war der Jagdwagen, welcher solche besaß, jetzt hieß es, vorsichtig fein, um nicht entdeckt zn werden. Sich rasch aus dem Sattel schwingend, zog er das Pferd seitwärts eine Strecke in den Wald zurück, befestigte den Zügel um einen jungen Baum und schlich dann geräuschlos aus dem moosbedeckten Boden wieder vorsichtig bis an den Weg heran, wo er stch hinter einem dicken Stamm verbarg. Derj Wagen war mittlerweile langsam näher gekommen- John Alting erkannte den Förster, welcher kutschirte, den Herrensitz nahmen zwei männliche Gestalten ein, die er nicht zu erkennen vermochte. „Wollen wir uns nicht lieber zu Fuß nach Ihrem Hause begeben?" fragte eine Stimme, die ihm bekannt vorkam. „Weshalb, Herr Notar?" erwiderte Erichsen, «Sie . Erschreckt vu hierher« — Nun, lehört." iß gezüchtigt erwiderte igt mit der - Ich habe ir Du diesen i aufs Neue. jen Ausgang beliebter I — daß die Ge« :zt zur Stelle i reite heim, einem Onkel er halblaut, berin, machst e ungestüme affend. n Abend im ighof werden rechte Mann Gemahl." -luden Abend, t zu bannen, e der wilde t fallen, allen herrschte unbehagliches latton denken, gesehen und ; spähen und lnkömmlingen len? diesem Ge« n nächtlichen efahr lauere, rn. Es war Gefühl, daß nem heftigem strengt, jetzt und mehrere lege leuchtete t Wagen be« oelcher solche ckt zn werden. >r das Pferd »efestigte den n geräuschlos s an den Weg rbarg. >r gekommen- tschirte, den die er nicht nach Ihrem lannt vorkam- ichsen, »Sie 483 ÄSäÄÄ M »Darin muß ich dem Förster Recht geben," bemerkte eine Stimme, deren Klang dem Lauscher durch Mark und Beine fuhr. War's ihm doch, als höre er dis Stimme seines verstorbenen Vaters. Das war der Mann, der ihm die reiche Zukunft rauben und ihn — John Alting — zum Betrüger stempeln wollte. Höll nnd Tod I Er wühlte in den Taschen, warum mußte er nur heute ohne Waffen sein, da er sonst doch nie ohne seinen geladenen Revolver da» Haus verließ. Der Stiefbruder mochte stch bei dem Zufall bedanken, der ihm das Leben gerettet hatte I Fast eine Viertelstunde lang stand der unselige Mann regungslos an den Eichbaum gelehnt, den stieren Blick ins Dunkel gerichtet. Es war, als zwinge ihn eine unsichtbare Macht, hier Stand zu halten, um die nächste Zukunft an sich vorübergleiten zu taffen. Joe Catton hatte Recht gehabt, mit diesem Advokaten zur Seite hatte sein Feind gewonnen, zumal Alle zu ihm stehen würden, die ihn John Alting jetzt haßten und verachteten um Melwigs willen- ... , »Der Spiel ist verloren," murmelte er dumpf, „und diese fürchterliche Niederlage habe ich Dir zu danken, Vater! - Warum hast Du mir da» in Deiner Sterbestunde angethan?" Er stöhnte wie ein auf den Tod verwundetes Thier, weil er an die volle Liebe des Vaters geglaubt und schließlich den letzten Brief, der bei Paulsen nicht gefunden worden war, für ein Product feinet eigenen Einbildung gehalten hatte. John Alting war ein so großer Egoist, daß er den Stiefbruder bei seinem betrügerischen Spiel niemals in Betracht gezogen, nie mit ihm gerechnet hatte. In seiner souverainen Selbstsucht hatte er den Vater für sich allein beansprucht und es garnicht für möglich gehalten, daß dieser zuletzt so schwach werden könnte, jenes Sohnes zu gedenken, dessen Mutter das Unglück seines Lebens geworden war, wie er seinem Liebling Hans Joachim so oft versichert hatte. Und nun konnte dieser von seiner Geburt an verstoßene Sohn ihn aus einem reichen Besitz vertreiben, ihn als Betrüger brandmarken. Wie er den Stiefbruder haßte, der ihm selbst die letzte Erinnerung an den Vater vergiftet hatte und nun gekommen war, ihm jede Aussicht zu rauben, vielleicht auch die auf Ebba Reginas Befltz. Weshalb hatte er gerade heute die Waffe daheim gelassen? Langsam tastete er sich endlich zu dem Pferde zurück, das sich bereits durch ungeduldiges Scharren bemerkbar machte, löste den Zügel und führte es auf den Fahrweg zurück. Dann schwang er sich in den Sattel und überließ es dem klugen Thier, das diesen Weg schon oft im Dunkel zurück- gelegt hatte, sich zurecht zu finden. Diese Vorsicht entsprach jedoch nicht seiner Ueberlegung, sondern einzig einer lähmenden Zerstreutheit, die sich seiner plötzlich bemächtigt hatte und ihn augenblicklich in eine Art hypnotischer Betäubung versetzte. Langsam, ohne auf da» Pferd zu achten, hatte er die Landstraße erreicht, und dachte auch jetzt noch nicht daran, es in eine schnellere Gangart zu bringen. Mit sicherem Jnstinet, in den heimischen Stall bald zu kommen und der sonderbaren Ruhe seines Reiters nicht trauend, setzte das kluge Thier sich endlich aus freier Entschließung in einen kurzen Trab und wieherte freudig auf, als der Schloßhof erreicht war und fein Reiter es ohne irgend welche Mißhandlung verlassen hatte. John Alting ging, den Diener gebieterisch abwinkend, auf fein Thurmzimmer. Er bemerkte es in seiner sonder- naren GemÜthrvetfassung nicht, daß dieser ihm irgend eine Meldung machen wollte, mit der er nun, aus Furcht, unversehens einen Peitschenhieb zu empfangen, sich scheu zurückzog. Auf der Schwelle des Thurzimmers stehend, stutzte der Heim- gekehrte, daß die Lampe auf dem vor dem Sopha befindlichen Tische bereits brannte, noch mehr aber darüber, daß der die Köpfe an den Bäumen einrennen. Meinen Sie nicht auch, Herr Romberg?" „Nichts für ungut, old boldl" tönte eine Stimme von der Kammer her, aus welcher Joe Catton hervortrat. „Ich mußte mit Euch sprechen, und suchte Euch natürlich hier auf. — War's nicht hübsch von mir, Euch mit einem gedeckten Tisch zu empfangen?" „Weder hübsch noch klug, sollt ich meinen," erwiderte Alting, Hut und Reitpeitsche in einen Winkel schleudernd, und sich dann wie erschlafft aufs Sopha niederlaffend. „Weshalb seid Ihr nicht nach Lindenhagen gekommen, wo ich bis Dunkelwerden auf Euch gewartet habe?" Joe Catton näherte stch dem Tisch und zog stch einen Sessel heran. Dann betrachtete er aufmerksam den vor ihm Sitzenden. «Bei meiner Ehre, — John Alting, — und ich denke der Schwur gilt was - Ihr seht ja aus, als hättet Ihr irgend ein Gespenst gesehen!" «Wird wohl so etwas gewesen sein," erwiderte Alting halblaut, „thut mir den Gefallen, und sprecht leise, old boy, es braucht das Gesindel hier nicht zu wissen , daß es mit meiner Herrschaft zu Ende geht." „Aha, das wißt Ihr also schon genau?" Joe Catton machte sich bei dieser Frage über da» Rühr- Ei und den delicaten Schinken her, öffnete eine Weinflasche und füllte die Gläser. „Eurer Lady!" sagte er, sein Glas erhebend und es in einem Zuge leerend. Alting erhob hastig das seine und stürzte den Wein schweigend hinunter. „ „ "Was habt Ihr mir denn eigentlich so Wichtiges mitzu- theilen?' begann er dann, nervös mit fernem Messer spielend. „Ihr mußtet Euch doch sagen, daß Ihr mich durch Euer unverschämte» Auftreten hier im Schlosse bei der ganzen Dienershaft herabsetztet, mir den Respeet raubet —" 21 Sir, ich auch sonst nicht gewagt," fiel Joe, mit beiden Backen kauend, kaltblütig ein, „calculire aber, daß ich Euch hier am fichersten treffen konnte, und daß ich mich wenigstens doch einmal bei Euch zu Gaste laden durste, weil die Herrlichkeit morgen schon aus sein wird. Was scheert uns denn da noch das BedientemPack?" „Erzählt vernünftig!" befahl Alting kurz. » £J'WrC11«' ®irI T, Hab' mich den ganzen Tag beim Forsthause herumgetrieben, und mich sogar mit meinem Feinde, dem bissigen Köter angefreunbet. Nebenbei gesagt, der einzige unter den vierbeinigen Wächtern, der in mir den Fuchs wittert. Na, Ihr wißt, ich versteh' mich auf die Hundedressur, diese Feinde sind mir nicht gefährlich. — Hab' den Barbier ab« gefangen, der ganz aufgebläht war von Heiner Kunst und frech behauptete, er allein habe de« alten Herrn gerettet." »Mein Onkel bleibt also am Leben?" fragte Altina mit heiserer Stimme. „Er hat die Krisis glücklich überstanden und ist bei vollem Bewußtsein- Na, freut Ihr Euch nicht, edler John?" Dieser hob die geballte Faust zähneknirschend empor, ließ sie dann aber kraftlos sinken und stieß nur die Worts hervor: „Ihr seid ein erbärmlicher Schütze, Joe Catton!" „Freilich, Ihr hattet es daheim bequem," erwiderte Catton, spöttisch lachend, „der Riß, den Ihr Euch beigebracht hattet, war jedenfalls ungefährlicher als mein Stand - Ort, zumal ich auf dergleichen Wild noch nicht besonder» eingeübt bin. Ich war ein Narr, für Euch die Kastanien au» dem Feuer zu holen zu wollen. Hätte bedenken sollen, „daß Undank der Welt Lohn ist. Was meint Ihr wohl, wenn Euer Onkel nun behauptet, daß er sich selber nicht angeschossen haben kann, weil er mich gesehen hat, mich, old boy, just in dem Augenblick, als ich mein Schießrohr auf ihn anlegte." „Himmel und Hölle!" ' (Fortsetzung folgt.) mehrere Weinflaschen bereits angebrochen zu fein schienen. " „Sunt Henker, was hat denn dieser Spuck zu bedeuten?' stieß er zornig hervor, rasch eintretend und die Thür hinter sich zuziehend. — 484 — 1 9 Durch Fortleiten der Entzündung in den Zahnhöhlen auf die Mundschleimhaut können Katarrh- und Geschwürsbildungen entstehen, welche den Appetit aufheben, das Essen durch die tarken Schmerzen fast unmöglich machen und den damit Belasteten durch einen beständigen widerlichen Geschmack im Munde quälen. Noch bedenklicher ist ein Uebergretfen des Proeesses auf die Knochenhaut des Kiefers; wohl jedem sind vom Hörensagen oder durch eigene Anschauung die Schrecken eines Zahngeschwür» oder einer Zahnfistel bekannt, die den unglücklichen Inhaber nicht nur vorübergehend zu einem chmerzhaften Krankenlager verdammen, sondern ihn dauernd entstellen und in schlimmen Fällen selbst das Leben bedrohen können. Schon vorhin wurde der Cardinalpunkt der vorbeugenden Maßregeln erwähnt: Reinhaltung des Mundes durch Aus- spülen und Zahnreinigen — am besten mit Hilfe eines nicht zu scharfen Zahnpulvers — nach jeder größeren Mahlzeit, besonder« auch vor dem Schlafengehen und nach dem Aufstehen, da durch das Aushören der Kaubewegungen während des Schlafs die Zerfetzungsthätigkeit der kleinen Lebewesen begünstigt wird. — Der Ausgangspunkt der Zahnentzündung ist immer der Untergang des Schmelzüberzugs; wie durch Products der Mundgährung und -Zersetzung wird derselbe auch durch saure und scharfe Stoffe angegriffen, die bittet mit den Speisen eingesührt werden. Wer daher empfindliche Zähne besitzt, muß sich vor allem vor sehr sauren und scharfen Zuthaten zu den Speisen, z- B. scharfen Salaten, Gurken re. hüten. Einen schädigenden Einfluß auf den Zahnschmelz übt ferner eine extreme Temperatur der Speisen aus; es sind daher sehr heiße wie sehr kalte Speisen, namentlich aber der rasche Wechsel beider durchaus zu vermeiden. Zum Schluß möchte ich noch auf einen wichtigen Punkt Hinweisen; das ist der Unfug — man darf es so nennen der vielfach mit dem übereiligen Ausziehen angegriffener Zähne, sobald sie schmerzhaft werden, getrieben wird. Sehr häufig wäre es durch das Einsetzen einer nicht einmal theuren Plompe möglich, den Zahn dauernd zu erhalten; natürlich ist nicht jeder in der Lage, einen geschickten Zahnarzt zu consultiren, und so wird es nur allzu oft vorgezogen, den Zahn zu opfern. Wohl aber kann Jeder einen in geringem Grade schadhaft gewordenen Zahn durch die oben angeführten Maßregeln in seinem weiteren Zerfall wesentlich aufzuhalten, re,p. dem schädlichen Einfluß desselben wirksam entgegenarbeiten. Ein Zahn, selbst ein nicht vollständig gesunder, ist ein durch keine noch so geschickte Nachahmung vollständig ersetzlicher Besitz - dar sollte Jeder, Patient sowohl wie Zahntechniker, stet» bedenken, bevor er sich zum Ausziehen desselben entschließt. Gemeinnütziges. Aepfel vor dem Einschrumpfen zu bewahren, das ihnen da» Aussehen, den Geschmack und somit den Werth raubt. Man packt solche Aepfel und Birnen, welche Neigung zum Einschrumpfen haben, in Fässer, Kisten oder dergl. unv füllt die Zwischenräume mit trockenem Sande au». Der Sand hindert den Luftzutritt und somit da» Vertrocknen der Früchte, er muß aber selbst trocken sein, damit er nicht Fäulniß erzeugt. Diese Behälter müssen an einem trockenen, kühlen Orte aufbewahrt werden. Jo in wild, „T „W wieder ' nicht so einander abpeitsä „T Altingh, und der närrisch ,,E ,,3i nicht di hab' ihi verfehlt, abgeben „SS Alting i dürst I gehen u Euch fü «I wenn I mit mir „calculi „5 mein £ sicheren zweihun ja Alles Ca n 3 Humoristisches. Sehr einfach. Unteroffizier (in der Jnstructions- stunde): „In welchem Jahrs wurde dis Hermannsschlacht geschlagen?" Keiner antwortet. „Aber Kerls, denkt docy an die zwölf Apostel und zählt drei ab l" Die Zähne und ihre Pflege. Von Dr. med. Bollmann. ------- ^Nachdruck verboten.) In dem großen wohlgeordneten Arbeitsstaat der menschlichen Körpers fällt den Zähnen «ine für die Ernährung höchst bedeutsame Aufgabe zu. Sie ermöglichen erst durch eine sorgfältige Zerkleinerung der eingeführten Speisen die Einwirkung der Verdauungssäfte auf dieselben, wie sie nachreinünder im Mund, Magen und Darm zur Ausscheidung gelangen. Ohne die ausgiebige Wirksamkeit der Zähne ist eine geordnete Ernährung undenkbar; nicht "ur werden mangelhaft gekaute Speisen für den Organismus nicht hinreichend augsnutzt, es üben vielmehr Speifrtheile, die wegen ungenügender Zerkleinerung den Verdauungssäften nicht zugänglich, also unverdaulich sind, einen schädlichen Retz auf die Schleimhäute des Magen-Darmkanals aus und führen zu K^arrhen desselben mit Schädigung ihrer Leistungsfähigkeit. Die Ursache manches chronischen Magen-Katarrhs, der dem Patienten jeden Lebensgenuß verbittert, ist zuweilen in schlechten Zähm« oder aber in mangelhaftem, weil zu hastigem Kauen zu suchem Gerade letzter Nunkt ist von nicht zu unterschätzender Wichtigkeit. SJTwi!; „i AA* l». ww* infolge gewohnheitsmäßigen hastigen Hinunterschlingens der Speisen, Verdauungsstörungen besonders ausgesetzt find. Schon diese wenigen Andeutungen lassen für jeden, der Gesundheit und Wohlbefinden zu schätzen weiß, die sorgsame Pflege der Zähne als gebieterische Pflicht erscheinen. In glücklichster Weise trifft diese hygienische Forderung zusammen mit einer rein ästhetischen; denn ein schönes, tadelloses Gebiß ist eine unersetzliche Zierde für den Träger, und gar mancher erfüllt in naiver Einfalt zugleich eine gesundheitliche Vorschrift, während er nur der lieben Eitelkeit dient. Es ist nicht zu leugnen, daß außer der Lebensweise auch eine gewisse Veranlagung beim Entstehen von Zahnkrmckhelten eine Rolle spielt. Es gibt Familien, in denen fast sämmtliche Mitglieder an Wechten Zähnen leiden, und manche Personen können wegen solch krankhafter Disposition dem Verfall hres Gebisses selbst durch größte Sorgfalt nicht Einhalt thun, während hinwiederum anders ungestraft gegen alle Rgeln der Hygiene fündigen. In der überwiegenden^Mehrzahl der Fälle aber lassen sich bestimmte greifbare Ursachen für Zahnerkrankungen auffinden und entsprechende Vorschriften zu ihrer Verhütung ableiten. Jeder Mensch, auch der gesundeste, beherbergt in seiner Mundhöhle Milliarden kleiner Lebewesen, welche eine Gährung oder Zesetzung der im Munde liegen bleibenden Speisetheilchen Hervorrufen können. Wei ent* stehen starke, säureartige auf den Zahnschmelz einwirkende Säfte, welche letzteren auflösen und damit dem darunter liegenden, sehr empfindlichen Zahnbein feinen wichtigsten Schutz gegen die zerstörende Wirkung der Mundbacterien entziehen; er ver- fällt dem Untergang, der sich äußerlich durch mattgelbe oder schwarze Flecken am Zahn kund gibt; diese Stellen bröckeln allmählich ab, e» entstehen Unebenheiten, Löcher »m Zahn, die wiederum Speiseresten den willkommensten Schlupfwinkel b.eten und damit den schädlichen Kreislauf aufs neue eröffnen. Es muß daher die oberste Vorschrift für die Pflege der Zahne sein, nach dem Essen den Mund durch Au«spülen und Abrsiben der Zähne mit einer weichen Bürste von allen Speiseresten zu säubern; energischer kann allen Zersetzungsvorgängen durch sogenannte deslnficirende Mittel, wie übermangansauren Kalt, Thymol u. s. f. vorgebeugt werden (nur nicht Salicylsäure, die selbst die Zähne stark angreift). So lästig und entstellens schadhafte Zähne an sich sind, fo unangenehm für den Träger und seine Umgebung der fast stets damit verbundene unangenehme Geruch aus dem Munde wirkt, — die Reihe der Störungen ist damit noch nicht erschöpft. Das Uebel beschränkt sich nämlich nicht immer auf die kranken Zähne allein, sondern diese werden auch verhängnißvoll für ihre Umgebung. Nebaction: H. Sch «»da. — Druck und Verlag der Brühl'sch-n UniverfiMS-Buck- und Steindruckerei lPieNL & Scheyda) m ®'^n-