lder Wasser die Suppe sie gewiegte rbsen wird Alles weich, Butter heiß nifen, rührt ;i und ver- gewünschten ochen läßt, ichts anlegt, l man sechs illiter Milch Salz, fein» l dazu gibt, naus formt iem mit den nan in ge> kochen läßt, siebt. Auch dann in die k. nit Gewürz, es aber vor । Milch zum kehl verdickt, rsser an der mische man hüten. Mit ttttfl. Neun- j Mk. Verlag der Jllustrirten gediehen Die n zwar keines- dennoch halten vissen das uni r als eine No< igender Lösung jen auslausen. nstantinopolita- :sch feiert den Jugendfreund" die sich schließ- ssen; „'s Oberarmer bäuer- dern, während chworene" von eichviel ob das Volksküche, in 3 des Kaukasus, mf den unend- eht es Webers fach anzuregen, dieser billigen gelesen werden . Von Gustav in Pergament . — Wie die das politische >ungen geführt Alten" sind, so Kunst in dem Kunstepoche als in Siegen. UiüechMmgsMatt jum Meßmer Anzeiger (General-Anzeiger). _ Saasiag den 14. Rodemder GAMM Das blaue Herz. Roman von Carl Ed. Klopfer. (Fortsetzung und Schluß.) Der herbeigerufene Arzt kann selbstverständlich nur an» nehmen, baß der Rothlauf der Kopfrose wieder aufgetreten sei -über die eigentliche Natur dieser Krankheit ist die Wissenschaft ja überhaupt noch ziemlich im Unklaren, und Blutvergiftungen find dabei keine so seltene Erscheinung. Wenn Thekla in ihrer fortschreitenden Hinfälligkeit überhaupt noch im Stande ist, dem sranzöstschen Arzte Andeutungen über ihre Lebens» weise in den letzten Tagen zu geben, so fällt es dem Gatten nicht schwer, unliebsame Eröffnungen als Fieberphantasteen der Kranken erscheinen zu lasten. Thekla stirbt — und die Pariser Ktrchhofserde deckt voraussichtlich für alle Ewigkeit das mit ihr begrabene schreckliche Geheimniß . . Degenstein verharrte in langem Schweigen, als der Baron hier mit bebender Stimme abbrach. Ignaz konnte nicht umhin, das marmorbleiche Gesicht des Grafen mit einer Scheu zu betrachten, in welche sich ein gereiftes Mitleid mischte- Auch Effenberg ließ den Blick in tiefen Gedanken auf dem so schwer Beschuldigten ruhen. Er war hierhergekommen — nur von dem dunklen Impuls getrieben, den Mann sich gegen diese fürchterliche Anklage vertheidigen zu sehen- Er hatte sich unterwegs immer noch an die Ueberzeugung geklammert, daß Degenstein irgendwie, durch ganz überraschende, aber klare, gewichtige Argumente, das ganze „Scheingebäude der Judicien" zertrümmern werde. Da war ihm die Vorstellung geradezu absurd erschienen, daß dieser Mann, der in seinem ganzen Wesen so fest und unerschütterlich stand, vor der ihm entaegengeschleuderten Anklage zusammenknicken könne, und immer war ihm das ernste, correcte Gesicht vor Augen gewesen, wie es dem Ungeheuerlichen nur kaltes Staunen entgegenbringen werde, vor dem allein schon Alles, Alles als lächerlicher Unsinn zusammensinken müßte. Was er in diesen fünf Jahren an Degenstein kennen und schätzen gelernt hatte, das war einfach unvereinbar mit den Prämissen jener Schuldargumente- Nein, so, so, hätte sich ein Mörder nie und nimmer geben können, so hätte sich selbst ein Uebermensch im Kreise der freiherrlichen Familie, gegenüber der zweiten Braut, nicht geben können! Und jetzt — sah der arme Baron auf einmal Alles ein- Der Mann, der in seinem Hause Trost gesucht halte, war ein von heimlichen Gereiftensmarlern gepeinigter gewesen! Darum die Flucht aus dem Kreise der alten Verhältnisse, der alten Lebereelt-Genoften! Darum der brennende Schmerz bei den Reminiscenzen an Thekla! Nicht die Reue eines zur Liebe Zurückgekehrten — das nagende Bewußtsein der ungeheuren Schuld hatte ihm den Gedanken an die Verstorbene zur Folter gemacht! „Herr Graf," erinnerte Effenberg den in starres Hin- brüten Versunkenen endlich, „was haben Sie mir — zu erwidern ?1 Die beiden „Ankläger" waren auf Mancherlei vorbereitet: auf ein brutales Aufbrausen oder auf ein irres Gestammel, das krampfhaft nach den vagsten Vertheidigungs- argumenten hascht, vielleicht auch auf thränenreiche Betheuerungen oder erbitterten Trotz. Doch Degenstein zeigte nichts von alledem. Die Miene, mit der er sich jetzt von feinem Sitz erhob, war die eines Weltmannes, der mit ruhiger Hand sein ganzes Hab und Gut der Laune einer — Spielkarte vertraut. Und das war — wahrhaftig, bis in den feinsten Zug eben die Physiognomie, die Effenberg auf dem Wege hierher vor dem geistigen Auge geschwebt: das Antlitz des Grafen Degenstein, dem man wohl Glauben schenken konnte, wenn er die Abenteuer aus seinen Jünglingsjahren schilderte, die Tigerjagden in Bengalen, unter denen er sich zu seiner Kaltblütigkeit erzogen hatte. „Ich sehe meinem Schicksal entgegen — mit der Ruhe, die ein freies Gewissen verleiht! Habe ich gefehlt, indem ich damals dem kurzsichtigen Rathe des Selbsterhaltungstriebes gehorchte und sorgsam verschwieg, daß Thekla möglicherweise durch meine sträfliche Fahrlässigkeit zu dem Rück- fall mit tödtlichem Ausgang kam — so habe ich das reichlich gebüßt durch meine Selbstvorwürfe darüber, und die Pein, darüber vielleicht doch noch einmal Rechenschaft geben zn müssen. Eine gesetzliche Strafe habe ich dafür nicht mehr zu gewärtigen, denn diese meine Schuld ist — verjährt. Unliebsam ist allerdings der Scandal, unter dem ich mich jetzt vor ein Richtertribunal stellen muß. Aber — in Gottes 534 i* n6t[Qn- mick, auf mein gutes Recht, das mich | feit fort: „Es ist das Taschentuch, mit dem ich Ihnen damals » SLanden machen wird." den mit der Tinctur bespritzten Aerrnel abwischte. Die Flecken n Eff-nbera war — perplex. Degenstein imponirte ihm in diesem Tuche hat man chemisch untersucht und . . . so seh? daß er die nüchttrne Ueberligung verlor. Er trat „Erlogen!" schrie da Degenstein mit wahnsinniger Hast »«MM -- °°« im S* mr M »ieb ÄroÄtwÄC 9eRfc£r%äton scheinen einen Umstand vergessen zu haben, jähen Bewegung des Mannes Srstdadurchflog ihnendie fAmerer ins Gewicht fällt als zu Anfang, als der Ahnung zu, daß er sich auf einen haarsträubendem Fehlgriff esorr iSiat noch ableugnete in München gewesen zu sein." ertappt habe. Anders hätten sie seinem Zwischenruf feine ® Gerade die Ruhe und Bescheidenheit in dem Tone des sonderliche Bedeutung geschenft, annehmend, daß er mit dem tarnetStefflnWenZS unheimlich zu berühren, ihnen Beiden gleich unbefannten Fremdworte nur den in der SLWLL. M M. s* w.,f .»6lel„... »’M: KÄÄÄVS « u°b MX* "" "**'* “ SÄS'ÄÄ » Ä* un0 ’ J must mir erlauben, den Herrn Grafen zu fragen, genaue Analyse mehr zuließen. c auS bei einer harmlosen Vergnügungsreise 1 Jetzt eilte Effenberg, der den Burschen faum angehört mSii ttnn aewustt habe daß er später Ursache ! hatte, auf eines der Bücher - Repositorien zu; dort, in einem ka^en würde" fie^abzuleugnen? Wenn es nur ein unglück. reichgeschnitzten offenen Regale, Fensterpfeiler, stand dar, licker Zufall' gewesen wäre, „„bet der Frau Gräfin wög- I was er suchte: ein Conversations - Lcxckon. Blltzschnell griff kL oeßcn nefoSet haben fönnte"“ — warum I er zu und riß den ersten Band aus der Reihe. KtÄ bet Lerr Graf sogleich fich in dem Münchener Da rüttelte sich auch Degenstein aus seiner momentanen Mfifhii^ßotel unter einem — falschen Namen anzumelden?" I Schrecklähmung auf. Er machte eine wrlde Bewegung, als skblua stck vor die Stirne. Degenstein aber I wolle er über den Tisch setzen und dem Freiherrn an die , Eeldkbeberrsckung nicht hindern, daß es Kehle springen. Aber Ignaz stellte sich dazwischen, entschlossen, Se @e unb? £a in ÄZetn. seine Fäuste zu gebrauchen Der Graf gtob.n 6k ba« I» »iS«, Sie Summ«?’ ’ S--md-n Ung M«ie StobtenMk in bet S «--iE. Wter hat «... A«m Mmb. Kr“t«.ro“™ä s-“Ss'S .n ÄS L bn ÄÄ «'«”£« L"b-^i-'L SÄ '4”®Ä»W“ii L-nd-n Staben fei... Mte Ä"' man m!«e anmelbang bei bet B-h°-b- mleriaffe» ta._®U« wat tauber hgm «nute .allo wiebec ein V-B°ß bleie« - W.e®i4 »jun«. mit W«®«iilWeit einige Seilen an« bem naigeWUgenen lässigen Hotelpersonales?" ,A I . «TtitcßVaft bes Antiaris-Brumes, woraus we. SSt fifiÄS'Ä in ÄÄW Upa. - Antiar be.ei.ei »nabet, W..b. w,, bet ®.af Ratde-i Segenüetn, -eine "'-b^.^ , ,Mtak« Schw-igm Milchen Mm ‘ Jgna» »«beugte sich mit einem gemlffen grimmigen nie. Wänden.^ Eenberg nm, be. SntanW. in, unb ®Utt,O8Bo6I - dann bitte ich Sie, Herr Baron, den Grafen winfte Ignaz, ihm zu folgen. Hier blieb ihm ja nichts mehr Norbert v. Degenstein dazu zu veranlassen, daß er Ihnen zu thun übrig- erhebend, sein Münchener^Hotel nenne; die Fremdenbücher der letzten ^rr Braul rief te ber ®rjb wm s «fäsa«.« KJ»«-- Ä5 “me3fln?inbTtttk etfläunt den Kopf über das bereits Lächeln und einer beschwichtigten Pantomime ab und be» g.,ÄÄ™«n.., b«7«tich Uum rn.h. «* Z|£Sä t»ÄÄZ » ÄtÄÄwÄ* Ä®|,VS»»« -b-nb-rn SftÄÄ-fS fein Wort verstand, und fuhr dann mit überstürzter Schnellig- | hervorsuchen. 535 - Erst geraume Weile, nachdem draußen die Thür zu» geklappt war, wandte er sich um — und Effenberg durch- fröstelte es beim Anblick dieses wächsernen Gesichtes. Degenstein deutete auf einen Stuhl, der Baron lehnte mit einem Kopsschütteln ab. „Machen Sie es rasch, Graf! Ich fühle mich schon zu sehr — angegriffen. Was Sie mir mitzuthetlen hätten, das kann doch nur noch ein — Geständniß fein, und dies legen Sie beffer an — anderer Stelle ab." „Ein Geständniß?" sagte Degenstein mit beängstigend wirkender Ruhe. „Nein, damit will ich Sie nicht mehr auf« halten. Ich möchte Sie nur darum bitten, einen — Auftrag an Ihre Tochter zu übernehmen." „O Gott!" ächzte der Freiherr. „Ja — Adele!" Der Klang dieses Namens zerbrach die künstliche Gelassenheit, zu der sich der Graf aufgerafft hatte. Er lehnte sich an die Säule eines nahen Bücherschrankes und bedeckte das Gesicht mit den Händen. „Adele!" rang es sich als ein erstickter Verzweiflungsruf aus feiner schwer athmenden Brust. „O, daß ich ihr noch sagen könnte, was sie mir war!" Seine Hände sanken herab, er suchte sich gewaltsam zu fassen und wandte dem nicht weniger fassungslosen Alten das schmerzverzerrte Gesicht zu. „Sagen Sie ihr, daß ich nie so vermessen war, von ihr — Liebe zu fordern! Nur süßen Frieden, sanfte, erquickende Rast träumte ich mir an ihrer Seite. In ihrer Nähe fühlte ich mich nicht mehr so schuldig. Ich hätte ein stilles Glück darin gefunden, ihr stumm zu Füßen zu liegen, ihr Wesen auf mich wirken zu lassen, das die holde Ruhe selbst ist. Wie köstlich mußte es sein, von ihren milden, kühlen Händen berührt zu werden, einzuschlummern zu labendem, traumlosem Schlaf unter dem nervenstillenden Hauch, der von ihr ausgeht . . ." „Ich werde ihr sagen, daß Sie bereuen und sich ihre Verzeihung erbitten," unterbrach ihn hier der Baron mit einer abwehrenden Geberde. „Das ist Alles, was ich noch für Sie thun kann. Ich wünsche auch aus ganzem Herzen, Gott könne Ihnen vergeben, was Sie auf sich geladen haben." Degenstein riß sich den Hemdkragen auf und trat an's Fenster, als hoffe er, da zu freierem Athem zu kommen. „Sie haben Recht, Baron!" stieß er dann in verändertem Tone hervor. „Jetzt keine verspätete Sentimentalität mehr! Dar Gewinsel des Verdammten darf Sie nicht belästigen. — Gut, also — leben Sie wohl! Trachten Sie rasch über dar wegzukommen, war ich Ihnen angethan habe und — thun Sie auf der Stelle die Schritte, die Ihnen zunächst erübrigen! Vielleicht kann Ihnen auch der Bursche da draußen diese Beschwerde abnehmen. Er braucht ja nur wenige Worte zu den — Acten zu fügen, mit denen er ausgerüstet ist." Effenberg, schon im Begriffe zu gehen, blickte den Grafen zweifelnd an. „Ja, ja, ich rede bei voller Vernunft," versicherte dieser gelassen. „Thun Sie, was jetzt Ihrs Pflicht ist! Ich will indessen — ein umfassendes schriftliches Bekenntniß aufsetzen, das den Gang der Dinge sehr vereinfachen wird." „Thun Sie das!" Effenberg nickte und verließ mit raschen Schritten das Zimmer, während sich Degenstein zum Schreibtisch wandte, als wolle er den eben geäußerten Vorsatz auf der Stelle ausführen. . . . Draußen im Vorzimmer wartete Ignaz. Er athmete erleichtert auf, als er den Baron in leidlicher Haltung heraus- treten sah. „Kommen Siel" flüsterte Effenberg, die bange Frage in der Miene des Burschen beantwortend. „Sie müssen nun wirklich unverzüglich . . ." Eine heftige Detonation schnitt dem Freiherrn hier das Wort ab. Sie war aus dem Bibliothekzimmer gekommen. Dort mußte ein Schuß gefallen fein. . . . • * * Die schlimmen Erwartungen erfüllen sich in diesem Leben weit sicherer als die hoffnungsvollen. Alles, was der Freiherr von Effenberg von dem „Scandal Degenstein" befürchtet hatte, traf ein, nichts blieb der Familie erspart, die in ihre Mitte bald einen — Mörder ausgenommen hätte. Es sah fast so aus, als wolle die „gute Gesellschaft" diesen drei Personen die Sühne auferlegen, der sich der Miffethäter durch seinen Selbstmord entzogen hatte. Aber da sollte dem armen Baron, den die nächsten Tage nach Degensteins Ende schier gebrochen hatten, von einer ganz unerwarteten Seite der tröstliche Beweis zu Theil werden, daß er noch Freunde hatte. Emmerich v. Frövey, der Gesandtschaftsattachs, der stch's einst zugeschworen hatte, keinen Fuß mehr in das freiherrliche Haus zu setzen, hielt es jetzt für feine Pflicht — und zwar noch ohne jeden „Hintergedanken" — der schwergeprüften Familie feine Theilnahme zu bezeigen und um so treuer zu ihr zu stehen, als sie von ihrem sonstigen Bekanntenkreise auf die kränkendste Art gemieden wurde. Ignaz, der Diener, hatte der Entwicklung der Dinge mit bangem Herzen entgegengefehen; als der Herr aber diese erste Visite nach der großen Katastrophe bei bett Effenbergs abstattete, da athmete er wieder im alten Frohmuth auf. Ah! jetzt machte er sich keine Sorge mehr darüber, „wie die G'schtchf ausgehen" würde. So fleißig aber auch der Attache in den nächsten vier Wochen im Hause des Freiherrn verkehrte, so streng hielt sich Ignaz von hort ferne. Freilich, er büßte habet nichts em, denn jenes Paar „Schwarzbeerenaugen', das er dort zu suchen hätte, wurde ihm andernorts zugänglich. Die schönen Sonntagsnachmittage im lustigen Prater, von denen die Wetti geträumt, kamen jetzt wirklich zu Stande. Und der „Nazi" hatte umsomehr Ursache zu feinem Humor zurückzukehren, als er sich davon überzeugen konnte, daß sich fein Herr von Tag zu Tag auffallender von seiner einstigen „schwarzen Melancholie" befreite. Zu Ende des Juni hatte der Freiherr v. Effenberg seine Angelegenheitett endlich bestellt. Sein Gesuch um Entlassung aus dem Staatsdienste war genehmigt, das Hauswesen in Wien so gut wie aufgelöst. In einem idyllrschen Winkel der schönen Steyerrnark aber waren fleißige Arbeits- Hände daran, das neue Heim der Familie auszustatten; es war das Herrenhaus eines bescheidenen Rittergutes, auf dem der Baron fein Leben zu beschließen gedachte. Am Abend vor dem Johannistage kam Herr v. Fröden in sehr gehobener Stimmung nach Hause — hatte aber eine eigenthümliche Art, den neugierigen Augen seines Bedienten auszuweichen. „Pack' meine Koffer!" warf er kurz hin. „In zwei Stunden will ich fort." „Der Herr Attache verreisen?" machte Nazi mit gutgespielter Verwunderung. „Ja — ich habe Urlaub genommen und will eine — Erholungsreise antreten." „Und heute Abend noch? Sehr wohl. Das Gepäck wird pünktlich auf dem Bahnhofs sein." „Auf der Südbahn . . ." „Ich weiß, ich weiß," erlaubte sich Nazi mit biscreter Geberde zu unterbrechen; „zum Grazer Abendschnellzug." „Du weißt? Woher weißt Du?" „Sie werden doch in's steyrische Gebirg' wollen, Herr Attache?" meinte Nazi, mit dem ganzen Gesichte lachend. Fröden gab keine birecte Antwort, sondern murmelte nur was von einem „verfluchten Kerl" zwischen den Zähnen, während er aus dem Fenster blickte. „Bitt' um Verzeihung!" lispelte Ignaz. Seit jenem ereiqnißreichen Abend, wo er Herrn v. Fröden über die „Affaire Degenstein" umfassenden Bericht erstattet hatte, durste er fich's erlauben, mitunter einen fast familiären Ton anzuschlagen. Jetzt sprudelte es ihm förmlich von den Lippen. — „Man hat so seine Verbindungen, durch die man Manches erfahren und noch mehr errathen kann. Wollen mir der 536 - Land, gleich willkommen in Palast und Hütte. Um nun den geschickten Arbeitern für ihren reizenden Weihnachtsschmuck den nöthigen Absatz zu stchern, haben fich unter Führung des Ortsgeistltchen (Pfarrer Roth) einige Männer zusammen« gethan, die ohne jeden Nutzen für sich zu Gunsten der Arbeiter den Vertrieb in die Hand genommen haben. Schon waren die Vorbereitungen für den diesjährigen Versandt getroffen, schon standen Tausende gepackter Kistchen zur Ab» sendung bereit — da wurde plötzlich Mitte October Pfarrer Roth aus diesem Leben abgerusen. Aber das von ihm mit unsäglicher Mühe geschaffene Werk soll fortbestehen und seine treueste und beste Gehilfin, die Frau de» Verstorbenen, hat den Bitten nachgegeben und für dieses Jahr die Leitung der Versandes übernommen. — Es werden Kistchen abgegeben zum Preis von 4, 5 und 10 Mk. und Bahnkisten zu 20 Mk- frei inel. Verpackung. Die Kisten enthalten geschmackvolle Sortimente de» Christbaumschmuckes. Bestellungen, denen man den Betrag beifügen wolle, stnd zu richten an Frau Pfarrer Roth, Steinheid in Thüringen. Die Käufer werden ihre Freude haben an dem herrlichen Christbaumschmuck, der alljährlich wieder von Neuem Verwendung finden kann. Gleichzeitig aber tragen dieselben dazu bei, daß in jenem hochgelegenen Dörslein, welches der!Winter meist t ef in Schnee zu betten pflegt, ein freundliches Wtzihnachtslichtlein am Christabend leuchtet in den kleinen Häuschen, in welchen fleißige und geschickte Hände thätig sind vom srühen Morgen bis zur sinkenden Nacht. Vevn Echtes. Eine Bitte von der Höhe des Thüringer Waldes. Auf der höchsten Höhe de» Thüringer Walde» liegt da» Dorf Steinheid, dessen freundliche» Kirchlein weit hinaus grüßt in's Land. Die fleißigen, in hohem Grad genügsamen Bewohner haben bi» vor wenig Jahren eine Speeialität der Holzwaarenindustrie, die Schachtelmacherei, betrieben. Dieser Industriezweig ist durch die Metallwaaren» Industrie vollständig lahm gelegt worden und al» Ersatz wurde die Anfertigung von Glaswaaren eingeführt. Der reizende Christbaumschmuck au» Gla», dessen Silberspiegel den Schein de» Weihnachtsbaumes tausendfach zurückgiebt oder dessen schöne Farben fich malerisch abheben vom dunklen Tannengrün, ist e», der von dieser Höhe hinauszieht in da» Humoristisches. Schlagfertig. Eine bekannte Wiener Pianistin, die sich auch zugleich durch äußerst schlagfertigen Witz auszeichnet, befand sich jüngst in einer Gesellschaft. Im Laufe de» Abends kam sie neben zwei Damen zu fitzen, die die Künstlerin offenbar nicht kannten. Das Gespräch kam auf Musik. .Sie find wohl Künstlerin?" fragte das etwas ältliche „junge Mädchen , vie « leicht Klavierspielerin?" - „O durchaus nicht" wehrte de Mama, „meine Tochter ist Malerin! Das", setzte sie, stolz den Kopf erhebend, hinzu, „das ist doch wenigstens eine Kunst, die die Ohren nicht beleidigt." - „Aber die Augen!" erwiderte die schlagfertige Vtrtuofin. Sprach» und überließ die verblüffte Person dem Gelächter der Umstehenden. • Wenigstens etwas. Erster Schusterjunge: „Nu Frede, wie gefällt Dir'« denn bei Deinem Meester? Kriegst Du denn ooch satt zu essen V - Zweiter Schusterjunge: „Satt schon, aber niemals Fleesch. Vom Schweine bekomme ich immer nur die Borsten zu sehen, die ich an den Schusterdraht setze - * ♦ Mit eigenenWorten heimgezahlt. Ein Dichterling stürmt in das Zimmer eines Redacteurs hinein, dem er verschiedentlich litterarlsche Arbeiten zugesandt hat, ohne daß sie angenommen wurden. „Nur ein paar Worte, Herr Doctoi: i Ein famoser Gedanke." — Redakteur (ihn unterbrechend): „Gedanke, Geh? Geh, danke!" Herr Attache erlauben, eine weitere Probe davon zu geben? Ich möchte darauf schwören, Herr v. Fröden werden nach Ablauf diese» Urlaubs um die — Wiederversetzung einkommen." , Fröden erröthete jetzt wie ein junges Mädchen. „Nicht übel gerathen!" mußte er zugeben. „Und dann werden Sie mir eine Mittheilung machen, die Ihnen - wie ich mir schmeichle - jetzt im Augenblicke nicht ganz leicht fallen würde. Aber - er muß ja sein, und es ist Ihnen gewiß lieber, wenn ich's selber gleich ausspreche: Herr v. Fröden müssen an meine — Entlassung denken." I tzt war der Attache starr. „Og, ich müßte ja keine Ahnung von - Tact Haben, gnädiger Herr, wenn ich da« nicht ganz selbstverständlich fände I Eo wenig ich Ihnen jetzt auf diese Urlaubsreife folgen darf, so wenig kann ich fernerhin bei Ihnen bleiben. Die gnädige Frau — Frau v. Fröden, mein' ich — kann sich ja durch meine Person nicht immerfort an eine gewisse abscheuliche Geschichte erinnern lassen." Fröden war gerührt. „ m ,, „ . „Schau, schau — so eine delicate Beurtheilung der Dinge härt' ich Dir gar nicht zugetraut . . •!" Dann folgte er seinem augenblicklichen Impulse und — reichte dem Diener zu herzlichem Danke die Hand. „Du bist ein Goldkerl, Nazi! Ich will mich Dir au- erkenntlich zeigen - Dir gebührt ja auch eigentlich noch ein - Advocatenlohn, mindestens aber eine Entschädigung für die Gelder, die Du in einer gewissen Sache aufgewendet hast. Uebermorgen soll Dir mein Bankier zehntausend Mark au», zahlen. Damit kannst Du was anfangen, Dich selbstständig machen. Würdest Du nicht am liebsten zu Deinem Metier zurückkehren — mit einem gut eingeführten Geschäfte in Deiner Heimath, wie?" ~ Nazis Augen leuchteten in trunkener Seligkeit. ,,O Gott, o Gott! Sie sind die Güte selbst, Herr Attachs! Aber wenn's Ihne« gleich ist — dann möcht' ich doch viel lieber hier bleiben." „ , 0„ Was, in Wien? Du wolltest in Wien bleiben? Nazi nickte mit einem seelenverg,rügten Schmunzeln. „Es gefällt mir da famos. Und ich wüßr' auch 'chon ein puffendes Local — gleich da drüben in der Kärthnerstraße ist ein Laven zu vermiethen, wie ich mir ihn schöner nicht denken könnt'. Ja, so ein nettes Friseur - G'fchästerl — und ein nettes Weiberl dabei ..." Hier schlug fich der Bursch auf den Mund und wollte fich zur Seite drücken, aber der Attachs erhaschte ihn noch rechtzeitig und zupfte ihn lachend am Ohrläppchen. „Wie, wa«, Du kleiner Schwerenöther? Du dächtest au'« — Heirathen? Potztausend! Da hast Du vielleicht sogar auch schon — eine Braut dazu?" „Ja, meiner Treu!" gestand der Nazi mit breitem Grinse«. „Die hält' ich auch schon, wenn Sie gestatten... Literarisches Billige Wintermoden. Die Mode vereinfacht sich, die Aermel erhalten wieder normalere Formen, die Röcke sind enger, werden jedoch mit Borden- oder Bandgarnirungen geputzt. Die Abendkleider zeigen sehr häufig plisirte Schöße und originell arrangirte Aermel. Es ist ein großes Verdienst der „Wien«« üRoöt*, diese neuen, elegante Formen durchgesetzt zu haben. (Siehe das soeben erschienene Heft 4 der „Wiener Mode" zu 45 Psg, das in allen Buchhandlungen erhältlich ist.) Das Abonnement dieses Blattes ist auf das Beste z empfehlen, da sich die „Wiener Mode" durch die Gratisschmtte nach Maß billiger als alle anderen Modejournale stellt und den Abonnentinnen hilft, sich elegant, practisch und billig zu kleiden. Nrdaclion: «. Schehda. — Druck und »erlag der Brühl'schm UniverfikStS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Tcheyda) in ®te|en.