jsnverstand lidung doch die dabei wir z. B. »erhalb die ril ja auch iessenz aber : doch die Frostschäden i Füße, ob f dem Eise >er jetzigen d es bester i« ängstlich ist, haben Untersucht den Boden, em kurzen ) etwa« in sällen noch ein kleiner t zu untertrockenem rocken und wrher und in gar kein tend heißer tust, leiden boden kann stanzen an ifjaugungs- Beete ver- >gen, dann ertiefungen liefen Worten Mod« und welches der Weltruf ver- ewohnte Erde in auch der in den von :rn, die das in dem viele Zeilage) u. a. fei" und die E. v. Wald- e Holzschnitte , naturgroße ilage „Aerzt- lieles andere Haus", mit lierteljährlich, em", Muster- le Buchhand- erlin W. 35; n der Reise- indige Selbst- an Spitzen, lligster Form, s. w. die im erscheinende ;abe gelangte Reichhaltigkeit orientirenden für die Frau vierteljährlich, e durch den 8 durch erstere Gießen. Aensiag den 14. Juli 1896 MLKW MmWiMMek Unierhattungsblatt ?um Gießener Anzeiger (General-Anzeiger) ff Y\ fei ■:W;.-3S:VV. ■ Die Töchter des Popen. Roman von Marguerite PoradowSka. Deutsch von M. Pillet. (Fortsetzung.) XIV. Hochzeit! Hochzeit! Die Glocken de« Kirchlein« läuteten mit vollem Klange wie an hohen Festtagen; blendender Sonnenschein überfluthete das Land und die Leute plauderten vergnügt und lachend miteinander. »Um welche Zeit geht der Zug los?" »Punkt elf Uhr." „Es soll ja wundervoll werden!" „Und Menschen werden dabei sein!" „Misten Sie, daß der Gutsbesitzer geladen ist?" »Ja, unser gnädiger Herr ist nicht stolz!" Im Pfarrhofe ging Alles drunter und drüber. Seit Morgengrauen schon waren mit Hilfe von Bauern aus dem Dorfe die Betten und andere Möbel unter einen Schuppen gebracht und anstatt ihrer lange Tische auf Böcken hergerichtet worden, um die eine Unzahl von Slühlen gestellt waren, die man, wo es nur denkbar war, geliehen hatte. Man mußte nicht bloß die ganze Geistlichkeit der Nachbarschaft — Männer und Frauen —, sondern auch fast alle Honorationen aus der Stadt unterbringen, den Doctor, den Richter, den Postmeister und den Apotheker, sämmtlich mit ihren Frauen. Daher hatte Diotyma auch sehr gern das freundliche Anerbieten des Gutsbesitzers Wladimir Dobrowolski, eines jovialen Junggesellen und Lebemann», angenommen, der ihr sein Silberzeug, sein Geschirr und sogar seinen Kammerdiener Pavel zur Verfügung gestellt hatte, welch' letzterer sich übrigens von der an ihn gemachten Zumuthung tief gedemüthigt fühlte. Roch niemals hatte er in einem so geringen Hause Dienste geleistet und mit beabsichtigter Unliebenswürdigkeit ordnete er dar schöne, wie mit Goldfäden übersponnene Porzellan und die wappengeschmückten Bestecke aus dem Schlosse auf dem dicken, groben Tischtuchs der Popadia. In der Küche, wo das Festmahl bereitet wurde, war die Aufregung nicht minder groß. Er war ein kleiner, niedriger, heißer Raum. Eine Mengs hilfsbereiter Bäuerinnen drängte »ich um den Ttsch, auf dem das in bunter Unordnung aufgehäufte Fleisch und Geflügel jeden Augenblick unter einem dunklen Schwarm gefräßiger Fliegen verschwand, so oft und eifrig sie auch mit Tüchern fortgejagt wurden. Vor dem Herde stand ein schmutziger Koch, den man eigens aus Stry hatte kommen lassen. Er begoß die Braten und führte den Löffel beständig zum Munde, um die Sauceü /osten. Zu seinen Füßen kauerte eine Frau, deren einzige Beschäftigung darin bestand, die zahllosen Insekten geschickt herauszuziehen, welche mit verbrannten Flügeln um den Bratspieß herum in die Sauce fielen. Hin und wieder gelang es einer hungrigen Katze oder clnrem Egeren Hunde, ein gutes Stück zu erwischen und schleunigst damit fortzulaufen. Geschrei und Verwünschungen folgten dem Diebe. „Kß, kß, Wasser auf den Hund! Ach, die verdammte Bestie, der Teufel hole sie!" * , _ Das Haus hatte nur ein Stockwerk und bestand aus sechs Zimmern. In dem hintersten wurde die Braut an- gekleidet. Sofronyr stand in der Mitte der Stube, so eng wie möglich in ihre Taille von taubenblauer Seide eingeschnürt — denn Weiß wäre zu einfach für eine junge Popadia ge- «e 1 heftig mit den Schwestern wegen ihrer Ungeschicklichkeit. Die fünf jungen Mädchen, die für die festliche Gelegen- heil zu Brautjungfern befördert waren, thaten ihr Bestes, reichten Stecknadeln zu, flochten den Myrthenkranz und banden kleine Sträuße, die unter die Gäste vertheilt werden sollten. m , Die Popadia war aufgelöst in Schweiß. Trotz ihrer Beleibtheit lief sie unablässig von einem Ende des Hauses »um anderen, feuerte den Koch zur Eile an, zupfte eine Schleife dor? ein?n° Rath ° b"^ ^recht, gab hier einen Befehl und finde H unmöglich Zeit, um mich anzuziehen," stöhnte sie. A Mr die Frau Wohltäterin sagen, wo die Tafel- aufsätz^stnd^ufsfragte der Kammerdiener mit spöttischer Miene. Mein Gott, sie hatte keine Ahnung, wozu die wohl sein — 322 —' könnten; sie hatte nie dergleichen gesehen oder davon sprechen hören- „Die Tafelaufsätze — ich erinnere mich wirklich nicht, wo ich sie aufgehoben habe ... in einer Schublade vielleicht," sagte sie heftig erröthend. Zum Glück half ihr ein Wagen, der eben vorfuhr, über die peinliche Situation hinweg. „Seine Ehrwürden Harastm Piesek," meldete Pavel mit tönender Stimme. Aber man sah an dem verächtlichen Ausdruck seines Gesicht», daß sich sein Mund niemals daran gewöhnen würde, solche plebejische Namen auszusprechen. Der Seminarist wurde in das zum Empfangszimmer bestimmte Gemach geführt, wohin Thymoftäus, der aus seiner eigenen Stube vertrieben war, sich geflüchtet hatte, um sich zu rafiren. „Sie entschuldigen, nicht währ? An solch' einem Tage weiß man nicht, wohin man sich verkriechen soll." „Ja, ja, das ist gleichgiltig." Harasim schien etwas auf dem Herzen zu haben. „Ich bin ein wenig früher gekommen, weil ich mit Ihnen allein etwas besprechen wollte. Es handelt sich um meins Verheirathung mit Ihrer zweiten Tochter. Bis jetzt habe ich da» Geheimniß geduldet, mit dem Sie meine Absichten zu umgeben für gut fanden, aber heute wird eine große Zahl von Geistlichen versammelt sein und ich kann Ihnen nicht verhehlen, daß ich es für ungefällig, ja für unzart mir gegen» über halten würde, wenn Sie fernerhin bei diesem Stillschweigen beharren wollten, dar ganz sonderbar ausgelegt werden kann. Ich denke nicht, daß Sie sich einer Verbindung mit mir schämen, aber ich versichere Ihnen, daß man es fast glauben könnte. O, erlauben Sie, ich kenne alle Ihre politischen Bedenken. Da» hindert nicht, daß mir daran liegt, Ihnen allen Beiden hier ganz laut zu versichern, daß meine Familie bestimmt ebenso viel werth ist als diejenige Rayrkis, de» Thierarztes." Alles dies wurde in trockenem Tone und nicht ohne Bitterkeit vorgebracht. Der Priester und seine Frau wechselten entsetzte Blicke. Sie begriffen sehr wohl, daß sich weigern so viel wie brechen hieß. Mit weiblicher Geschmeidigkeit streckte ihm Diotyma sehr herzlich beide Hände entgegen, die er jedoch mit einer gewissen Zurückhaltung ergriff. „Mein lieber Schwiegersohn," sprach sie, das Wort betonend, „Sie kommen unseren Wünschen entgegen. Gerade gestern Abend sagte Thymoftäus zu mir: Was für eine schöne Gelegenheit wäre es, bei Fronyas Hochzeit die Verlobung unserer Binia zu veröffentlichen." „Jä, ja, das sagte ich," murmelte der Priester lächelnd. „Nun gut," erwiderte der Seminarist kalt, „das ist Alles, wa» ich wissen wollte." Dann hüllte er sich bequem in fein weites Amtsgewand, setzte sich Thymoftäus gegenüber und fing eine politische Dis« cusfion mit ihm an. Sogleich begab fich Diotyma mit der ganzen Schnelligkeit, die ihr ungeheurer Umfang zuließ, in das Zimmer der jungen Popadiankas und sank dort aufgeregt und ziemlich außer Athen» in einen Sessel. Eben hatte ein ernster Zwischenfall die jungen Mädchen in Aufruhr versetzt. Sofronya» Taille, die entschieden zu eng war, war an den Nähten geplatzt und die schöne Braut stampfte zornig mit den Füßen. Aber als sie nun vernahm, was ihre Mutter herführte, kannte ihre Wuth keine Grenzen mehr. „Der reine Teufel, dieser Harastm, der bringt uns sicher noch Unglück I Er hat sich einmal vorgenommen, meiner Verheirathung hindernd in den Weg zu treten, denn ich weiß es bestimmt, daß er auf Vincenz eifersüchtig ist, ohne ihn zu kennen. Aber wenn etwa» passtrt, sollst Du mir'» entgelten, Binia!" Und in ihrer Verzweiflung riß sie fast die Haken von ihrer Taille. „Ach, wie viel besser hätte Papa gethan, diesen scheußlichen Unglücksvogel lausen zu lassen und den Anderen anzunehmen, den Förster, für den Herr Thaddäus neulich um Binia angehalten hat; Du weißt doch? Ja, ich hätte einen einfachen Bauern noch tausendmal lieber gehabt, als diesen orthodoxen Herrn, vor dem ich mich fürchte." Und ohne im mindesten die ängstlichen Zeichen zu beachten, mit denen ihre Mutter sie warnte, fuhr sie fort: „Wäre so ein Mann nicht gerade gut gewesen für die einfältige Binia?" „Ich bitte Dich, Fronya," flehte die Mutter, „sei doch ruhig, mein Kind. Ich weiß nicht, was Du von dem Förster sprichst, das hast Du gewiß geträumt." „Geträumt! Als hätte ich nicht neulich alle Deine Geheimnisse mit Papa belauscht." „Sofronya, mein Täubchen, kümmere Dich doch um Deine Toilette, Du wirst zu spät fertig werden; hier, besehe Dich in dem Spiegel, Du bist roth wie ein Krebs. Was werden die Leute dazu sagen? Ach, es wird sich besser machen, als Du denkst. Du weißt, wie klug Papa ist; er wird Piesek noch warnen, dann geht Alles gut." Wagengeraffel auf der Straße unterbrach das Gespräch. „Mein Gott, da kommen schon die Gäste; ich komme wirklich nicht dazu, mich anzuziehen!" Sie stand schnell auf, wischte sich den Schweiß von der Stirn und sagte, sich an Binia wendend, deren leichenhafte Mässe sie gar nicht zu bemerken schien: „Du wirst wohl vorsichtig die Falten in der Taille auftrennen und unter dem Arm einen Finger breit auslassen. Du, Kasinka, mach' den Gürtel zurecht." Dann lies sie hinaus auf die kleine Rampe, um mehrere Popenfamtlien zu bewillkommnen, welche, als sie aus dem Wagen stiegen, alle gleichmäßig ein großes, weißer Tuch zum Vorschein brachten, unter dem eine überzuckerte Torte al- liebenswürdiges Sinnbild der Süßigkeit des Ehestandes verborgen war. Um zehn Uhr erschien endlich mit großem Lärm der Bräutigam, von seinen beiden Brautführern begleitet. Alle Drei trugen die Chamarka mit schwarzen Schnüren und langen Schößen, die viereckige, Confederatka genannte rothe Mütze auf dem Kopf und einen Strauß im Knopfoch. Diese» etwas auf die Spitze getriebene polnische Costüm und der drohend nach aufwärts gedrehte dicke Schnurrbart gab ihnen ein fast theatralisches Aussehen- Der Seminarist, der bis jetzt im Hintergrunds gestanden hatte, näherte sich ihnen schnell und sagte zu dem Popen: „Wollen Sie mich vorstellen?" Thymoftäus war einen Augenblick verlegen, faßte sich aber sofort wieder und stotterte: „Harastm Piesek, mein zukünftiger Schwiegersohn - . - Vincenz Rayrki!" Der Thierarzt glaubte falsch verstanden zu haben und musterte den Seminaristen erstaunt. „Wie, bald Ihr Schwiegersohn, lieber Vater, da haben Sie also deren zwei hier?" Er lachte laut. „Ich hatte die Veröffentlichung der Verlobung unserer Binia bis auf das heutige Fest verschoben," sagte der Priester. Die beiden jungen Leute maßen sich einen Augenblick mit mißtrauischen Blicken, wurden aber plötzlich durch neue Ankömmlinge, die sich in das Zimmer drängten, getrennt. Jetzt strömte Alles herbei. An der Thür meldete die ausdrucksvolle Stimme des Kammerdieners ohne Unterbrechung die eben änlangenden Gäste. „Herr Unteradjunct Cerata, Herr und Frau Apotheker Lulek, Seine Ehrwürden der Pfarrer Sroda nebst Gemahlin, Herr Thaddäus, Graf Wladimir Dobrowolski." Diotyma, die nun endlich in ein schreiend apfelgrünes Kleid gepreßt war, stürzte dem Gutsbesitzer, ganz aufgelöst über die Ehre, entgegen, von der hocherglühenden Sofronya und den fünf in helle Toiletten gekleideten Brautjungfern begleitet. „Nun, Panna Sofronya," rief der alte Herr fröhlich, „ich muß Sie umarmen; bleiben Sie nur ruhig dort, lieber Thierarzt, Ihre Erlaubniß brauche ich nicht." Und er drückte zwei schallende Küsse auf die Wangen des jungen trauliche geselle, Al der Bei solches ( gedenke» D< davon, ' nahm i Glück s himmelt aus S Samme Be Fenster, war die Nähe de gebracht Und die zahllose Compal! und We mit ein Farbe g Di sich die und die Aufregu Di, lichen E welcher mit der mehr ol einander Zeit zu von den Wenig bringen Di dem Do »H ein app, chen! Ui „U was für Stadt i| lacht! E Pa hörte, 61 »C zwischen Kokette, Respect De des Pfa merksam ihm zu geschehe» Appetit- Ziererei, Scherz, hinter d Si, wöhnlich thümlich der Sä Gründer zuziehen. Th und her Einen, । s neulich um ich hätte einen bt, als diesen Zeichen zu be- uhr sie fort: i für die ein- tter, „sei doch m dem Förster llle Deine Ge« )ich doch um i; hier, besehe Krebs. Was besser machen, ist; er wird das Gespräch, te; ich komme hweiß von der m leichenhafte ärst wohl vor- ib unter dem ika, mach' den e, um mehrere sie aus dem ißer Tuch zum rte Torte als hestandes ver- ism Lärm der begleitet. Alls Schnüren und genannte rothe opfoch. Dieser stüm und der >art gab ihnen iinbe gestanden ; dem Popen: en, faßte sich iesek, mein zu- u zu haben und »ter, da haben vbung unserer te der Priester. Augenblick mit urch neue An- getrennt. ir meldete die Unterbrechung rau Apotheker ebst Gemahlin, ll b apfelgrünes ganz aufgelöst iben Sofronyi Brautjungfern Herr fröhlich, >ig dort, lieber ie Wangen des - 323 jungen Mädchens, züm großen Aerger Pavel», der die vertraulichen Manieren, die sein Herr, ein hartgesottener Junggeselle, zuweilen annahm, durchaus nicht billigte. Als der Zug das Pfarrhaus verließ, ging ein Murmeln der Bewunderung durch die Menge. Die Toiletten boten ein solches Gemisch bunter Farben, daß die Bauern seit Menschengedenken etwas Aehnliches nicht gesehen hatten. Den größten Erfolg trug entschieden der Gutsbesitzer davon, um den sich die Damen thatsächltch rissen. Schließlich nahm er eine an jeden Arm, die Apothekersfrau, die vor Glück strahlte und ihn mit den tausend Kräuschen ihrer himmelblauen Toilette überfluthete, und die schöne Popadia aus Stry, deren blühender Teint mit dem dunkelrothen Sammeteinsatz ihres Kleides wetteiferte. Bei Tische herrschte eine sengende Hitze. Trotz der offenen Fenster, durch welche die Neugierigen von außen hereinblickten, war die Luft schwer und raucherfüllt, zweifellos wegen der Nähe der Küche, aus der jedesmal, wenn eine Schüssel herein- gebracht wurde, heißer Bratendunst in den Eßsaal drang. Und dieser Qualm schien Leben bekommen zu haben; denn zahllose Fliegenschwärme tanzten darin und ließen sich auf den Compotschüsseln, den süßen Torten und sogar auf Schädel und Wangen der Gäste nieder. Das ganze Tischtuch war wie mit einem lebendigen Mosaikmuster bedeckt, dessen schwarze Farbe grell von der blendenden Weiße der Leinwand abstach. Die im höchsten Grade dadurch belästigten Gäste jagten sich die störenden Insekten mit buschigen Nußbaumzweigen fort und dieser ununterbrochene Kampf trug noch dazu bei, die Aufregung des Festes zu erhöhen. Die Herren Popen aßen und tranken tüchtig mit fröhlichen Gesichtern und es war ein Vergnügen, zu sehen, mit welcher Geschwindigkeit diese ungehobelten Menschen, die wie mit der Holzaxt zugehauen waren, erstaunliche Massen von mehr oder weniger unverdaulichen Gerichten, die sie durcheinander auf ihren Tellern aufhäuften, verschlangen. Von Zeit zu Zeit wagten sie einen plumpen Spaß ober sprachen von den Angelegenheiten ihrer Gemeinde und des Kreises. — Wenig Todesfälle jetzt, keine Epidemieen- die Begräbnisse bringen nicht viel! — Und darüber großes Gelächter. Die an den Fenstern stehenden neugierigen Frauen aus dem Dorfe tauschten ihre Ansichten aus. „Hast Du den Thierarzt gesehen? Wie gesund er ist, ein appetitlicher Mann, frisch und rosig wie ein junges Mädchen I Unser Fräulein hat Glück!" „Und die Popadia aus Stry, was für eine Toilette, was für Bänder! Man sieht doch gleich, daß sie aus der Stadt ist. Wie ungenirt sie mit unserem gnädigen Herrn lacht! Ein wahres Vergnügen, sie zusammen zu sehen!" Pavel, der im Vorübergehen diese abgerissenen Worte hörte, befand sich wie auf Nadeln. „Sprecht mir nicht von Eurer Popadia," brummte er zwischen den Zähnen, „sie ist mir ein Dorn im Auge. Eine Kokette, eine Intrigantin, eine ... na, wenn mich nicht der Respect vor meinem Herrn zurückhielte!" Der Gutsbesitzer saß bequem in dem einzigen Lehnsessel des Pfarrhauses und war der Gegenstand allgemeiner Auf- merksamkeit. Man überbot sich darin, ihn zu bedienen und ihm zu schmeicheln. Belustigt und gutmüthig ließ er Alles geschehen und aß zu allgemeiner Befriedigung mit großem Appetit. Hin und wieder riskirte er, durch die koketten Zierereien seiner Nachbarinnen angereizt, einen etwas gewagten Scherz, bei dem die Popadias laut auslachten ober die Augen hinter ber vorgehaltenen Hand verbargen. Sie waren fast alle sehr tief ausgeschnitten und ihre gewöhnlichen sonnenverbrannten Gesichter bilbeten einen eigen- thümlichen Gegensatz zu dem helleren Tone de» Halse» und der Schultern. Uebrigen» hatten sie au» naheliegenden Gründen Alle nicht gewagt, ihre Handschuhe beim Essen auszuziehen. Thymoftäus bewegte sich mit unermüdlichem Eifer hin und her wie ein Feldherr auf dem Schlachtfelde, bediente die Einen, goß den Anderen ein und antwortete auf dis Zurufe Aller. Wenn ihn die Ermüdung und die Hitze zu sehr niederdrückten, ruhte er sich einen Augenblick in einem Winkel aus, wo für ihn auf einem winzigen Tischchen gedeckt war, und schlang in Eile ein paar Bissen hinunter. Aber trotz aller Geschäftigkeit entging ihm keine Bewegung, kein Wort des Thierarztes ober des Seminaristen und er beobachtete mit Rührung ihr harmonisches Einvernehmen. Sie bedienten sich gegenseitig mit liebenswürdiger Höflich- keit aus den vor ihnen stehenden Flaschen und ihre Unterhaltung war ganz freundschaftlich. Sie sprachen von Viehseuchen und ließen sich eben in eine Discussion über Strychnin miteinander ein. Thymostäu» war vollständig befriedigt. An die Thür- pfosten gelehnt, von wo au» er das ganze Fest übersehen konnte, freute er sich seines Glücks. Nicht nur vereinigte et an seinem Tische alle Notabilitäten der Gegend, sondern es stand auch zu erwarten, daß ihm dank seiner Klugheit seine Töchter in zwei entgegengesetzten Lagern einen festen Halt geben würden. Thaddäus, der zwischen dem Doctor und dem Richter von Stry saß, war auch sehr vertieft in seine Beobachtungen. Ganz gegen seine sonstige Gewohnheit hatte er diese Einladung in'« Pfanhaus angenommen; er hatte durch Hans von der Verlobung Binias mit einem Seminaristen gehört und wußte, daß der unabänderliche Entschluß seines Mündels, nach Amerika zu gehen, damit zusammenhing; so wollte er sich selbst von der Lage der Dinge überzeugen. „Denken Sie sich," sagte ein dicker Pope mit fetter Stimme, „neulich kommt ein Mensch, der einige Meilen entfernt wohnt, zu mir und bittet mich, ihn mit einem Mädchen seines Dorfes aufzubieten. Da ich wußte, daß er schon ver- heirathet war, frage ich ihn: Deine Frau ist also gestorben, Wastli? — Nein, Ehrwürden, aber die Aermste wird's nicht mehr lange machen, höchstens noch zwei oder drei Tage, sagt der Schäfer. Da ich nun doch der Medicin wegen in die Stadt mußte, habe ich gedacht, wenn Sie mich mit ber Anderen aufbielen wollten, so würde mir das die Mühe, später wieder zu kommen, ersparen. Ich wohne so sehr weit und die Wege sind gar zu schlecht." Die Popen brachen in ein schallendes Gelächter aus über diese Anecdote, deren kleine, mit Tod und Begräbniß zusammenhängende Pointe ganz besonders nach ihrem Geschmack war. Das Dessert wurde jetzt aufgetragen. Diotyma hielt in einer Hand ein Messer und jagte mit ber anderen die Wolken von Fliegen fort, die sich mit Vorliebe auf die überzuckerten Torten setzten und dieselben in pechschwarze Hügelchen verwandelten. Dabei nölhigte sie ihre Gäste mit flehender Stimme zum Essen. „Wollten Euer Gnaden nicht ein Stück von diesem Kuchen nehmen, den unsere theure Sofronya eigenhändig bereitete? Oder würden Eure Herrlichkeit diese Babe kosten, die unsere kleine Paraska eingerührt hat?" Das strahlende Lächeln einer Mutter, die auf der Höhe ihre» Trumphes steht, begleitete ihre Reden. Alle diese Manöver reizten Pavel fürchterlich; nur mit Gewalt vermochte er an sich zu halten. Es war ihm unbegreiflich, wie fein Herr den Muth fand, mit solchem Appetit von allen den Gerichten zu essen, die er, ein einfacher Lakai, um nicht» auf der Welt angerührt hätte. Eben pries die Popadia dem Grafen eine Schüssel Schlagsahne mit Baiserschalen an, die mit Früchten, welche „unsere geliebte Binia eingemacht hat", garnirt war. Run hielt sich der Diener nicht länger, näherte sich schnell seinem Herrn und machte ein nicht mißzuverstehendes Zeichen mit dem Kopf. Der Graf hatte eine kleine Schwäche für Süßigkeiten; er runzelte daher die Stirn und warf seinem Kammerdiener einen wüthenden Blick zu, legte aber doch bett schon erhobenen Löffel wieder auf den Teller. (Fortsetzung folgt.) == 324 Geinernnütziges Litevcrvisches das neueste Roman vor etwa« feingehackte Petersilie Gegen das Gerinnen der Milch. mit in der Sauce kann - Kind: daß wir Billiges Rosenparfüm. In ein gut verschließbares Gefäß schichtet man abwechselnd Rosenblätter von stark duftenden Sorten und Salz, dem einige Tropfen Alkohol zugefügt werden. Da« Gefäß wird gut verschloffen und kühl aufbewahrt. Will man nun das Zimmer mit Rosenduft überfüllen, so wird da« Gefäß auf einige Zeit geöffnet. Himbeersaft. Zur Herstellung von haltbarem Himbeersaft dient folgendes langerprobtes Verfahren: Frische Himbeeren werden in einem irdenen oder hölzernen Gefäße (sehr gut eignen fich alte Rothweinfäßchen) zu einem dünnen Brei gestampft, den man ungefähr eine Woche hindurch offen unter einem Schuppen oder in einem luftigen Raume ohne Umrühren der freiwilligen Gährung überläßt. Nach Beendigung der Gährung, welchen Zeitpunkt man daran erkennt, daß sich aus der Masse keine Blasen mehr entwickeln, preßt man den Saft von den Trebern sorgfältig ab, läßt ihn zur Nach- gährung noch ungefähr 36 Stunden, ohne umzurühren, stehen, fitltrirt ihn alsdann vollkommen klar durch doppeltes Filtrir« papier, wobei man das Durchgelaufene so oft zurückgießen muß, bis der Saft klar abläuft, wägt die gewonnene Saftmenge und kocht sie in einem blankgescheuerten, kupfernen Gefäße mit der doppelten Menge besten Einmachzucker (ultramarinfreier Raffinade) auf, wobei zu beobachten ist, daß ein längeres als einmaliges Auskochen das Aroma des Saftes schädlich beeinflußt. Der fertige Syrup wird noch heiß durch ein Seihtuch aus Flanell gegossen und in die Aufbewahrungs« gefäße gefüllt, denen man dann im Keller einen vor Tageslicht möglichst geschützten Platz anweist. Kohlrabi. Nach dem Abschälen und Wäschen schneide man dieselbe in feine Scheiben oder Streifen und koche fie in gesalzenem kochenden Wasser weich. Alsdann wird Nierenfett oder Butter und Mehl geschwitzt, nach Geschmack frische Milch oder Fleischbrühe, nach Belieben Muskatnuß und Salz dazu gegeben und darin durchgestovt. Sind die Kohlrabi noch recht zart, so werden die Herzblätter fein geschnitten, ebenfalls, jedoch allein, abg kocht, mit Butter und Fleischbrühe durchgeschwenkt und die wie Blumenkohl gestovten und angerichteten Kohlrabi damit ringsumher garnirt. Beilagen: Klops, gebratene Frikandells, Saucischen. Heute haben sich auf unserem Redactionstische zwei weitere Hefte, nämlich Nr. 19 und 20 von dem äußerst spannenden Otfrid Myliusschen Roman Erd«« oder DaS geraubte Testament- eingefunden. Man muß es der Verlagsbuchhandlung nachsagen, daß sie auf die äußere Ausstattung ihrer Hefte alle erdenkliche Sorgfalt verwendet. Auch die Illustrationen beweisen, daß dieselben von hervorragenden Künstlern herrühren. Aber nicht nur die äußeren Vorzüge verdienen alle Anerkennung, auch der textliche Inhalt des Myliusschen Romans ist ein solcher, daß man nur aus innigster Ueberzegung wünschen kann, daß derselbe die allgemeinste Verbreitung in den weitesten Volksschichten findet. Man hat gewöhnlich vor den sogenannten 10 Pfennig- Hs sten em gewisses Mißtrauen, das hauptsächlich durch gewisse littera- rrsche Erscheinungen auf diesem Gebiete (sogen. Schauerromane) mit Recht hervorgerufen worden ist. Wie ganz anders verhält es sich aber mit dem vorliegenden Unternehmen! Dem Verfasser ist eine so spannende Schreibweise eigen, daß man jedem weiteren Hefte mit großem Verlangen entgegen sieht. Die Schriftenvertriebsanstalt in Weimar, die wie bekannt, im Besitze des Vereins für Massenverbreitung guter Schnften daselbst ist, hat mit ihrem neuesten Unternehmen wirklich einen guten Griff gethan, und wir können derselben nur wünschen, daß sie dereinst von dem Myliusschen Roman „Bienenianns Erben oder Das geraubte Testament" einen ungewöhnlich großen Absatz verzeichnen kann, ^ede Sortiments- und Colportagebuchhandlung ist in die Lage gesetzt, Probehefte zur Prüfung abgeben zu können, und wir möchten unseren verehrlrchen Lesern nur anrathen, selbst von der inneren Gediegenheit des hier besprochenen Werkes Kenntniß zu nehmen. Im Anschluß an unsere kürzliche Besprechung über Werk Armands „Der Krösus von Philadelphia", welches IN der WohlfrUen LieferuugSauSgabe bei der »Nm die Speis« unserem (3 »3^, der Graf, unwiderste Rundgang Pfarwkuch« Hund hat und nur s Bor fallen unt gethan, mi Jetzt und ungen begonnen k zuzünden; und ihre 8 plustern zi auf und t Spiegel. Währ der Braut Sofronya geflüchtet u das ihr eh Matrone zi wurde jedo in’« Haus z geschehen II in die des Deine Frc Myrthenkri getragen h« Dioty Redaktion: A. Schehda. — Druck und Verlag der Brühl'fchen UniversttStS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen. gegenwärtig , , —.. —-----___ ... v.rtriebsanstalt itt Weimar erscheint, können wir aus den erhaltenen Lieferungen 23/24 entnehmen, daß der hochinteressante Roman unfern Lesern gewiß eine fesselnde Lectüre bietet: Der ,Pester Lloyd' urtheilt über Armands Ausgewählte Romane wie folgt: „Der unter dem Namen Armand thätige Friedrich Armand Stubberg gehört zu den bekanntesten und gelesensten Schriftstellern. Der beste Beweis hierfür ist der Umstand, daß alle seine Schriften vergriffen sind. Armands Romane können mit Recht als culturhistorische Werke bezeichnet werden sie basiren auf eigenen Anschauungen und persönlichen Erlebnissen des Verfassers. Was Armand schildert, hat er innerhalb 30 Jahren in verschiedenen Staaten jenseits des Oceans und unter den verschiedensten Völkern selbst erlebt. Nicht auf flüchtigen Reisen auf der Eisenbahn hat der berühmte Erzähler Land und Leute oberflächlich beobachtet sondern mit letzteren gelebt, mit ihnen Freud und Leid getheilt. Armands Schriften zeichnen sich durch die darin geschilderten Charactere durch spannende Schreibweise und glühende, farbenprächtige Schilderung der Natur aus, und verdienen auch in dem neuen Gewände bestens empfolen zu werden." — In den bis jetzt vorliegenden 24 Lieferungen ist enthalten: „An der Jndianergrenze oder Treuer Liebe Lohn", „Die alte spanische Urkunde" mit „Die Quadrone" und als Fortsetzung und drittes Werk ab Lieferung 19 „Der Krösus von Philadelphia" Wie uns mitgetheilt wird, ist letzteres Werk auch apart in vier Bogen starken 40 Pfg. Heften zu beziehen, deren es 12 umfassen wird Jede Buch- und Colportagebuchhandlung liefert Probelieferung 1 von Armands Ausgewählte Romano unentgeltlich. Hunrovistisehes. Die zänkische Frau. Arzt: „Ich finde, Ihr Mann ist sehr angestrengt, ich werde ein Schlafmittel verschreiben, damit er etwas zur Ruhe kommt 1" — Gattin des Patienten: „Schön, Herr Doctor, wie soll ich ihm das eingeben?' — Arzt: „Gar nicht; es ist nicht für ihn, es ist für Siel" In der Physik stund*. Lehrer (gelegentlich eines Experiments in der Optik): „Was geschieht, wenn ein Licht in einem Winkel von 45 Grad auf einen Wasserspiegel fällt?' — Schüler: „Es geht aus" * * * Der neue Diener. Herr (beim Engagement eines Dieners): „Eines sag ich Ihnen schon heute: ich bin manch- mal sehr grobl" — Diener: „Und ich erst, gnäd'ger Herr!” Man ziehe scharfem Meerrettig Wasser ab und gebe davon in 1 Liter Milch 2-3 Eßlöffel voll. Die Milch bleibt so 48 Stunden lang süß und gut. — Ein anderes Verfahren besteht in Folgendem: Die frisch gemolkene Milch wird sofort in einem Wasserbade bi« auf 40—50 Grad R. erwärmt und ungefähr zwei Stunden in demselben belassen; alsdann wird sie bis auf 15 Grad R. wieder abgekühlt. So soll sich die Milch 8 Tage lang vollkommen süß erhalten. — Ein drittes Mittel ist Folgender: Ein Stückchen Zucker, in die Milch gethan, macht das Gerinnen derselben unmöglich. Natürlich kann aus der mit Zucker versetzten Milch keine Butter bereitet werden. Butter dünsten lassen. Auch mit holländischer man sie serviren. Kindermund. Mutter: „Lass' Dich hübsch waschen, der Papa wird sonst bös sein, er hat es befohlen." „Weißt Du Mama, er war wirklich ein Fehler, den Papa geheirathet haben." Junge Bohnen, wie Spargel zubereitet. Ganz junge Böhnchen, besonders von Wachsbohnen, werden geputzt, abgewaschen, wie Spargel in Bündelchen gebunden und in vielem Wasser mit dem nöthigen Salz weich gekocht. Dann läßt man sie ablaufen, richtet sie an und gießt recht schön frische, zerlassene Butter darüber. Man kann auch und Semmelkrume