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Es war eine kalte Novembernacht. Der Wind kam schneidend scharf von den nahen Bergen und warf Schauer feinkörnigen Schnees auf dis Dächer und Gassen des Dorfes, in welchem kein anderes lebendes Wesen als der Nachtwächter zu sehen war, der frierend und gähnend seine Runde machte. Ebe» schlug es zwölf vom Kirchthurm und mit schlaftrunkener Stimme begann er zu fingen: „Hört Ihr Herrn und labt Euch sagen, die Glock hat . . Weiter kam er nicht, denn in einem Fenster der Dorfkirche sah er plötzlich einen rothen Schein aufzucken. „Jesus, Maria und Joseph I" rief er. „Sollte es in der Kirche brennen I" Ein vor dem betreffenden Fenster gelegener Steinhaufen ermöglichte es ihm, von außen in das Innere der Kirche zu sehen; doch war dort Alles dunkel. Beruhigt wollte er wieder von den Steinen herabklettern, da zuckte von neuem der rothe Schein über die bleigefaßten Scheiben hi«. Er wandte sich um und sah aus der Dachluke eines gegenüberliegenden Hauses eins Flamme züngeln. „Heiliger Florian! Es brennt im Pfarrhaus und Hochwürden find nicht daheim!" rief er und eilte herüber, mit aller Kraft an die Thür des Pfarrhauses donnernd. Dann lief er, „Feuerjo, Feuerjo!" schreiend, durch die stillen Dorfgassen und pochte an Thüren und Fenster, die Schläfer zu wecken. Dieser Schreckensruf, den bald viele Stimmen wiederholten, brachte in kurzer Zeit die Dorfbewohner aus ihren Betten an die Brandstätte. Schon kam die Feuerspritze herangeraflelt, aber noch immer schwieg die Thurmglocke, da der Küster den Pfarrer begleitet hatte, der nach einem entfernten Bauernhof in den Bergen gerufen war, um dort einem Sterbenden die letzte Oelung zu geben. Heulend und zeternd trug des Pfarrers alte Magd das Bettzeug und allerlei Habe aus dem brennenden Hause, wobei ihr dis Nachbarinnen eifrig halfen, indeß die besonnensten unter den herbeigeeilten Männern die Spritze richteten und eine Kette bis zum nächsten Brunnen bildeten, um die Wassereimer rasch zu füllen, während Frauen und Kinder, vor Kälte und Aufregung zitternd, in Gruppen umherftanden und laut jammerten. Das Feuer mußte in dem Küchenschornstein des Pfarrhauses entstanden sein, denn von dort schlugen die Flammen hoch über das Dach hin. Jetzt brachen flch zwei Männergestalten hastig Bahn durch die umstehende Menschenmenge. „Der Herr Pfarrer!" ging es plötzlich von Mund zu Mund, während dieser, ein noch junger, bleich aussehender Mann, nach dem brennenden Hause stürzte, angstvoll rufend: «Das Kind, der Aloys, ist er gerettet?" „Hochwürden, ich glaube, dort an der Kirchenmauer steht der Bub," sagte der Küster, welcher dem Pfarrer gefolgt war. „Gottlob!" athmete der Pfarrer auf und wandte sich rasch nach der bezeichneten Stelle, als plötzlich eines der oberen Fenster in dem brennenden Hause aufgerissen ward und ein nur mit dem Hemdchen bekleidetes Kind sich auf die Brüstung schwang und weinend rief: „O kommt und holt mich doch; ich wache eben auf und da schlägt das Feuer durch die Thür in die Stube." Es war der kleine Aloys, den die Magd in ihrem Eifer, den Hausrath zu retten, vergessen hatte, und den nun der Lärm und die Flammen aus dem Schlaf geschreckt. Der Pfarrer stieß einen herzzerreißenden Schrei aus und sprang vorwärts nach der Brandstätte, aber ehe er noch dis Schwelle erreichte, sank der schwächliche Mann, dessen Kräfte der weite Weg in dem Unwetter schon erschöpft hatte, halb ohnmächtig in die Arme des herbeieilenden Küsters. In demselben Augenblick trat ein junger Bursche aus der Reihe der Spritzenleute, und sich voll Mitleid zu dem Geistlichen herabbeugend, sagte er: „Faßt nur Muth, Hochwürden, ich hole den Aloys! Euer Schwesterkind soll da oben nicht elendiglich verbrennen! — "Leitern her, Ihr Leute!" rief er dann den Herumstehenden zu. Die Leitern wurden gebracht, erwiesen sich aber sämmtlich zu kurz. - IVO böse Seuche herrschte, an der sein Vater schwer erkrankt war. Als er dort ankam, traf er diesen bereits tobt, die Mutter sterbend und die Schwester und den Schwager ebenfalls hoff« nungslos darniederliegend, auch fchon von der Krankheit er» griffen, die den ganzen Ort verheerte. In weniger als acht Tagen hatte er so seine ganze Familie begraben müflen bis auf das einzige Kind feiner Schwester, den kleinen Aloyr, an dem nun fein ganzes Herz hing. Er war dann mit dem Knaben in fein Pfarrdorf zurückgekehrt, wo dieser durch sein fröhliches, zutrauliches Wesen bald der allgemeine Liebling wurde, so daß feine Rettung bei Jedermann die größte Freude erregte. _ Inzwischen war man auch des Feuers Herr geworden, und nachdem eine Wache an der Brandstätte zurückgelaffen war, suchten die Dorfbewohner wieder ihre Heimstätten auf, um die unterbrochene Nachtruhe noch ein wenig nachzuholen. Auch der Birkenhofbausr Lorenz Widmet fchlug mit seiner Tochter den Heimweg ein. Eine Weile schritten Beide schweigend nebeneinander hin, dann begann Lisbeth mit etwas zaghafter Stimme: „Es war doch sehr brav von dem Frieder, daß er den kleinen Aloys aus dem brennenden Haus gerettet- Leicht hält's ihm selbst das Leben kosten können." „Na, so gefährlich war's just nicht," brummte Widmer. kD, Vater." rief das Mädchen warm werdend, „Ihr wollt doch dem Frieder feine schöne Thal nicht verkleinern! Es war wahrhaftig ein Heldenstück, durch Rauch und Feuer zu dringen und das Kind zu holen und Keiner außer ihm hätt's gewagt." „Das kannst Du nicht wiffen," sagte unmuthig der Vater, „er stand am nächsten dabei, so war's natürlich, daß er zuerst in das Haus ging. Aber was kommt Dir eigentlich bei, dem Frieder eine so eifrige Lobfprecherin zu machen?" „Ei, däs will ich Euch sagen, Vater," fiel eine höhnische Stimme hinter ihm ein, „die Lisbeth findet gar großes Wohl« gefallen an den braunen Augen und rothen Backen des langen Frieder, hat sie doch auf der letzten Kirmeß, als der verstauchte Fuß Euch im Haufe hielt, fast nur mit ihm getanzt." Der Sprecher, ein untersetzter Bursche von etwa zwei« undzwanzig Jahren, deffen linke Schulter bedeutend höher als die rechte und einen kleinen Höcker bildete, trat an die Seite des Bauern und blickte lauernd in deffen Gesicht, als wolle er die Wirkung seiner Rede erkunden. m f oii Machst wieder den Hetzer und Ohrenbläser, Valentin? sagte das Mädchen, deffen hübsches Gesicht, wie man in dem Schein des eben aus den Wolken getretenen Monde» deutlich sehen konnte, von einer dunklen Röthe übergoffen war- „Hetzer und Ohrenbläser?" wiederholte giftig der Bruder. „Weil ich dem Vater erzähle, was Du doch vor Aller Augen gethan, oder willst Du's etwa leugnen, daß Du auf der Kirmeß kaum mit einem anderen Burschen als dem Frieder I . .1 A .1 U „Ich leugne gar nichts," versetzte sie trotzig, die weißen Zähne in die Unterlippe klemmend. m Der Vater sagte kein Wort, mit finsterer Miene schritt er zwischen seinen beiden Kindern dem etwas außerhalb des Dorfes gelegenen Birkenhof zu, der seinen Namen von dem kleinen Birkenwäldchen hatte, das sich hinter dem Hause hin« zog- Mit einem kurzen „Gute Nacht" ging er dann in seine Schlafkammer, ohne scheinbar den Reden des Sohnes irgend ein Gewicht beizulegen. Am nächsten Morgen aber, al« die Morgensuppe gegessen und Valentin mid den Ehhalten (Dienstboten) an die Arbeit gegangen, rief er Lisbeth, die sich eben in die Küche begeben wollte, zurück. z , „Ich hab' Dir etwa» zu sagen," begann er ruhig, «ich bin am vorigen Sonntag drüben beim Oedhofbauer geMen, im Frühjahr kommt fein Aeltester, der Heiner, von den Soldaten frei, dann soll gleich der feierliche Versprich zwischen Euch Beiden gehalten werden." . f Ohne auf dar Zusammenschrecken und den Farbenwechstt | de» Mädchens zu achten, suhr er in demselben ruhigen, ve« Oben wimmerte in Todesangst der Knabe, sich an das i Fensterkreuz klammernd und zum Sprung bereit machend, während man hinter ihm schon die Flammen durch die aufgesprungene Thür in das Zimmer lecken sah. „Sei stark, Aloy», und rühr' Dich nicht, ich hole Dich gleich I" rief ihm der junge Bursche zu und sprang die Stufen der äußeren Treppe des Pfarrhauses hinauf. „Bleib'zurück, Frieder," riefen ihm Viele zu, „da drinnen ist alles Rauch und Flamme, Du rettest das Kind nicht mehr!" „ , „ r . . Der Bursche hörte aber nicht auf sie, sondern drang entschlossen vorwärts in den bereits von dichtem Qualm er» füllten Flur des Hauses. Der Pfarrer lag auf den Knie en, dre Hände flehend zum Himmel emporgehoben, mit zitternden Lippen Gebete murmelnd. Auch die Augen aller Anderen hafteten in größter Spannung an dem brennenden Hause, in welchem jetzt zwei Menschenleben in Todesgefahr fchwebten und eifriger noch als zuvor arbeiteten jetzt die Spritzenleute, um die Gluth zu dämpfen- Ein neben einem grauköpfigen Bauern stehendes Mädchen hatte einen lauten Schrei ausgestoßen, als Frieder in dem dichten Rauch verschwand, und blickte jetzt mit wsitgeöffneten, starren Augen unverwandt nach der Brandstätte, während ihre ganze Gestalt wie Espenlaub zitterte. „Was zitterst so, Lisbeth?" sagte mürrisch der Bauer- „Wenn ich oder Dein Bruder in Todesgefahr wären, könntest nicht vergsisteitsr aussehen als jetzt." Dar Mädchen hörte offenbar die Worte des Vaters nicht; ihr ganzes Empfinden schien fich in ihren Augen zu concentriren, die mit dem Ausdruck qualvollster Seelenangst in dis eben wieder höher au» dem Dach lodernden Flammen starrten, während zugleich Schindeln und Ziegel in Maffe herabprasselten. m .. Einer der letzteren traf den Mgen Burschen an die Stirn, der in diesem Augenblick mit versengtem Haar und verbrannten Kleidern, das Kind in seinen Armen tragend, aus dem Hause trat, deffen Gebälk unmittelbar hinter ihm zu- sam^Ä^Frieder! Er wankt, er blutet!" schrie Lisbeth und wollte zu dem Verwundeten eilen; aber ihres Vaters Hand legte fich schwer auf ihre Schulter. „Du bleibst," herrschte er ihr zu, „was schert Dichter Friedrich Mattern, für den werden schon Andere sorgen. Die Farbe kehrte in die tief erblaßten Wangen Lisbeths zurück, denn sie sah, daß Frieder wieder fest auf seinen Füßen stand. Der junge Bursche legte da» Kind in die Arme des Pfarrer» und sagte ruhig: „Da habt Ihr den Aloys heil und ganz, Hochwürden." Und dann da» Blut mit seinem Tuch von der Stirn wischend, wehrte er die Weiber, die sich zeternd um ihn drängten und ihn verbinden wollten, von sich fort mit den Worten: „Laßt nur, e» ist blos eine Schramme, nehmt lieber das Kind dem Herrn Pfarrer ab und sorgt, daß das arme Hascherl was Warmes auf den Leib bekommt, es friert sich ja schier zu Tode bei der Kälte im bloßen Hemdchen." „Wie soll ich Dir danken, Aloyr!" sagte der Pfarrer, der das Kind, das er bisher wortlos an feine Brust gedrückt gehalten, jetzt der Magd übergab, „Du hast Dein Leben gewagt, um dem Knaben das seine zu retten, dafür möge Gott Dich belohnen und segnen. Ich kann nur für Dich beten, aber wenn Du je eine Bitte an mich hast, so soll mir kein Opfer zu groß sein, um Dir meine Dankbarkeit zu beweisen." „Hochwürden," sagte der Bursche, verlegen zu Boden blickend, „ich verdiene ja gar nicht so viel Dank; ich konnte doch da» liebe Buberl nicht vor meinen Augen verbrennen laffen!" „Bist ein braver Bursch, Frieder," sagte der Pfarrer, „ich und der Aloy» werden Dir's nie vergeffen, was Du heute für uns gethan hast. Das Kind ist der einzige Blutsverwandte, der mir noch geblieben ist; es wäre zu hart gewesen, wenn ich den auch noch hätte verlieren müssen!" Frieder nickte, er wußte, daß der Pfarrer vor ein paar Monaten plötzlich nach seiner Heimath abgereist war, wo eine - 171 stimmten Tone fort; „Du weißt, daß der Martin Rohnert und ich unsere Kinder von Jugend auf für einander bestimmt haben und die Lisbeth vom Birkenhof wär' wahrhaftig nicht vierundzwanzig Jahre alt geworden, ohne unter der Brautkrone zu gehen, hält' ich nicht mein Wort halten und deshalb auf den Heiner warten wollen. Das hat nun ein wenig lang gedauert; denn da die drei Söhne vom Rohnert schlechte Nummern bei der Musterung gezogen, war's selbst dem reichen Oedhosbauer zu viel, sie alle drei loszukaufen, so that er's nur für die beiden jüngsten, die Zwillinge, die von schwäch' sicherer Leibesbeschaffenheit als der Heiner, vor dem Dienen große Angst hatten, und gegen allen Brauch trat der Aeltests, der sich es überdies sehr schön vorstellte, in der Residenz ein flotter Reiter zu werden, in das Militär. Im Frühjahr ist nun, wie gesagt, seine Dienstzeit um, dann will ihm der Alte, wenn er Dich heimgeführt hat, den Hof übergeben. Der eine Zwillingsbruder heirathet die Erbtochter vom Wiesenbauer — ist also versorgt; der Andere bleibt vorläufig als Oberknecht bei dem Nettesten. Du wirst's gut haben, Lisbeth, als Oed« hofbäuerin, es ist ein schönes Anwesen und der Heiner ist ein braver, ansehnlicher Bursch . . ." „Einaufgeblasener, alberner Flaps ist er!“ brach es von Lisbeths Lippen. «Ich hab' ihn gesehen, al« er voriges Jahr auf Urlaub daheim war - nein, Vater, einen solchen dummen, eitlen Buben mag ich nicht. Die Frau soll Respect vor ihrem Mann haben und den bekomme ich nimmer vor dem Heiner, schon daß er ein ganzer Jahr jünger ist als ich.“ „Komme mir nicht mit solchen Ausreden,“ grollte der Bauer, „Deine selige Mutter war zwei Jahre älter wie ich und kein Ehepaar hat je glücklicher zusammen gehaust als wir. Hör' mich an, Lisbeth,“ fuhr er dann in ungewohnt weichem Tone fort, „ich hab' an Dir, feit Du auf der Welt bist, nur Freude gehabt, willst doch jetzt nicht auch anfangen, mir Kummer zu machen, wie'« der Valentin — Gott fei'« geklagt — Zeit feines Lebens gethan? Ich bin nachsichtig mit ihm, vielleicht zu sehr; aber sein Gebrechen ... Du weißt, wie er dazu kam." Lisbeth wußte das nur zu gut; sie hatte dabei gestanden, als Valentin, damals ein Knabe von acht Jahren, neben dem Vater auf einem Leiterwagen sitzend, diesen durch eine freche Antwort so gereizt, daß er von seinem Jähzorn übermannt, den Buben am Kragen gefaßt und vom Wagen geschleudert hatte. Valentin fiel dabei so unglücklich mit dem Rücken auf einen scharfen Stein, daß er von Stund an im Wachsthum zurückblieb und ganz schief wurde; je älter er wurde, um so bitterer empfand er seine Mißgestalt und seine von Natur aus schon boshafte, störrische Gemüthsart trat immer mehr hervor. Da der Vater in dem Bewußtsein, daß er die Schuld an dem Unglück des Sohnes trug, äußerst nachsichtig gegen ihn war, so that er seinen schlimmen Gelüsten wenig Zwang an, war im Wirthshaus ein häufiger Gast, lag daheim viel auf der faulen Bärenhaut, war hochfahrend und anmaßend gegen die Dienstboten und spielte seiner Schwester, der er ihre schöne Gestalt sowohl wie den Vorzug, den der Vater ihr gab, nicht wenig neidete, so oft er konnte einen ärgerlichen Streich. „Nun, Lisbeth," sagte der Bauer endlich, als diese schweigend zu Boden blickte, „nicht wahr, Du wirst meine gute, gehorsame Tochter sein ? Glaub', ich trag' schwer daran, daß der Valentin so mißrathen ist, so mache Du mir doch nicht auch Kummer durch Widerspenstigkeit." „Vater," sagte sie, all' ihren Muth zusammenraffend, „wenn Ihr mich nicht unglücklich machen wollt, so redet mir nicht mehr von dem Heinrich Rohnert, lieber ging ich in den Tod, als daß ich mit ihm vor den Altar träte. Ich will's Euch nur gestehen, ich hab' einen braven Burschen hier aus dem Dorf gar so viel gern.“ Der Bauer zog die buschigen Brauen finster zusammen. „Da« ist mir ja ein schöne« Geständniß! Auf wen hat die Jungfer denn ihr Äug' geworfen? Ich will doch nicht hoffen, daß der Valentin mit seinen losen Reden gestern recht gehabt hat?" „Ja, Vater, e» ist der Friedrich Mattern, den ich lieb habe." Der Bauer stieß ein kurze«, zornige« Lachen au«. „Den armen Schlucker! Da« wär' mir der rechte Hochzeiter für die Tochter au« dem Birkenhof I Geh', Lisbeth, da« kann Dein Ernst nicht sein! Du heirathest den Heiner und damit basta!" „Netn, Vater, wenn ich den Frieder nicht haben soll, so bleibe ich ledig, denn einen Anderen freie ich nun und nimmer. Ihr habt doch gestern selbst gesehen, was für ein braver, guter Mensch der Frieder ist; wer thnt, was er gethan, der hat gewiß das Herz auf dem rechten Fleck und wird sein Weib glücklich machen. Er ist doch wahrlich ein anderer Mann, als der aufgeblasene, leichtsinnige Heiner, der nur das Eine vor ihm voraus hat, daß er der Erbe eines großen Bauernhofes ist, während der Frieder nur ein kleines Häuschen und schmalen Acker sein eigen nennt. Aber Geld und Gut macht doch nicht allein das Glück au«." „Nein, das thut es nicht und die Armuth des Frieder ist abgesehen davon, daß der Oedbauer mein Wort hat, auch nicht der Hauptgrund, werhalb von einer Heirath zwischen Dir und ihm nimmer die Rede sein kann. Des Frieder« Vater war ein Pascher und hält' ihn dazumal, al« die Zollbeamten die ganze Schmugglerbande fingen, nicht eine Kugel in die Brust getroffen, so wäre er mit seinen Genossen in's Zuchthaus gewandert. Der Frieder aber setzt da« gefährliche Handwerk des Vaters fort und ich will keinen Schwiegersohn, der Über kurz ober lang in's Zuchthaus kommen kann-"*) „Der Frieder ist kein Pascher — wahr und wahrhaftig! Ihr habt ihn in falschem Verdacht, Vater!“ „Nein, ich weiß e« bestimmt, er gehört zu der Schmugglerbande. Aber selbst wenn das nicht wahr wäre und er bi« heute kein Pascher ist, so wird er es sicher werden, denn Art läßt nicht von Art. Wessen Vater ein Wilderer war, der wird ohne Frage auch ein solcher werden und ebenso ist's mit dem Schmuggel. In eine Familie, wo das Handwerk getrieben worden ist, heirathet meine Tochter nicht hinein. Du kennst jetzt meine Meinung, Lisbeth; richte Dich danach. Der Oedhofbauer hat mein Wort und eher fiele der Himmel ein, als daß der Lorenz Widmer fein Wort nicht hielte." Wenn der Vater in dem Ton sprach und seins Augen so unheimlich zu funkeln begannen, dann wußte Lisbeth, daß es gerathen war, zu schweigen, so erwiderte sie denn auch kein Wort mehr und ging mit trotziger Miene aus der Stube. Mit dem leichten, hoffnungsfreudigen Sinn der Jugend rechnete sie auf irgend einen glücklichen Zufall, der sie vor der Heirath mit dem verhaßten Freier bewahren sollte und war sie nur erst von dieser Furcht befreit — so dachte sie — würde es ihr schon gelingen, den Vater günstig für ihren Herzenswunsch zu stimmen. Ein Pascher war ja der Frieder nicht, dessen war sie sicher, und seine Armuth schien ja bei Jenem nicht als ein so großes Hinderniß zu gelten. Bis zur Rückkehr des Heiner waren es ja noch sechs Monate, was konnte in der langen Zeit nicht Alles geschehen? — Und da der Vater seitdem nicht wieder auf seinen Heiraihsplan zurückgekommen war, so befestigte sich mehr und mehr in ihr der Glaube, ihr entschiedener Widerspruch sei doch nicht ohne Eindruck auf ihn geblieben. Der Winter verging ihr deshalb in heiterster Stimmung; es fehlte ihr nicht an mancher Gelegenheit, den Frieder zu sehen und zu sprechen. Der Birkenhof lag, wie gesagt, etwas entfernt vom Dorf und Lisbeth wußte es oft einzurichten, daß sie Abends einen Gang dorthin zu machen hatte, auf dem der Frieder sie dann immer heimbegleitete. Da Valentin die Abende meist im Wirthshaus zubrachte und der Vater zu Hause mit der Pfeife hinter'rn Ofen saß, so waren sie sicher, bei diesen heimlichen Zusammenkünften weder ertappt noch belauscht zu werden. (Fortsetzung folgt.) *) Unsere Geschichte spielt anfangs der dreißiger Jahre, ehe der Zollverein in's Leben trat, und damals wurde der Schmuggel an jeder Grenze eifrig getrieben. m " man man kann Tintenflecke zu entfernen, ohne W Wasche anzugreifen. Man vermengt in einer kleinen Tasse Benzin mit heißem Essig und legt die befleckte Stelle 5 bis 10 Minuten hinein. Dann gibt man das Stück wie gewöhnlich zum Waschen. * * Waschmittel. Vr Liter Rosenwafser und 2 Theelöffel voll weißen Essig geben ein treffliches Waschwaffer gegen Schmerzen im Kopf und Antlitz. * ♦ * _ Eiweiß mit Kattstaub vermengt gibt einen trefflichen Kitt für zerbrochene Porzellangegenfiände. Schuhwerk, welches mit Schimmel behaftet ist, befreit man von der lästigen Pilzensammlung, indem man es mit verdünntem Carbolwaffer abreibt. * » Schmutzige Strohmatten werden wieder!? schön, wenn man sie mittels scharfer Bürste mit ziemlich scharfem, warmen - nicht heißem - Salzwaffer bürstet. ♦ * * Alte Kupfermünzen putzt man mit Wiener Katt, und wenn sie stark oxydirt waren, zunächst mit rn Essig aufgelöstem Salmiak unter Zusatz von Trippel, Bmrs- steinvulver oder feingepulvertem gebranntem Thon. Das gleiche Verfahren gilt auch für die gebräuchlichen Legirungen des Kupfers. - Als Putzmittel für Silber münzen dient zart gepulverte Knochenkohle und gleichviel Weinsteinpulvsr, mit ewas Weingeist befeuchtet. - Für Goldmünzen könnte verdünnte Salpetersäure in Anwendung kommen, woran Mit Waffer abgespült und mit zerfallenem Kalk trocken gebürstet wird. — Glanz ertheilt man den Münzen unter Anwendung einer steifen Bürste mittelst des äußerst zarten Eisenoxyds, das aus dem kleefaueren Eifenoxydul dargestellt wird. Die so gereinigten Münzen müssen trocken ausbewahrt werden. Zwiebelsnppe «ach Brabanter Methode. Drei bi» vier Zwiebeln hackt man grob und läßt sie in Butter, ohne daß sie sich bräunen, so lange schmoren, bis man sie mit Leichtigkeit zerdrücken kann. Nachdem das letztere ge- fchehen, bindet man die Mischung von Butter und Zwiebeln mit einem Löffel Mehl, fügt nach Bedarf aufgelösten Liebigs Fletfchextract hinzu, falzt und gibt ein Lorbeerblatt bei- Nun» mehr läßt man Alles 15 Minuten kochen, gießt die Suppe über in Butter geröstete Brodschnitten und bindet das Ganze in der Suppenschüssel mit J. bi» 2 Eigelb. Brösmelisuppe nach Schweizer Art. 100 Gramm Brod wird zu Brosamen gerieben, dann 50 Gramm Mehl in Fett gelb geröstet, die Brosamen hineingegeben und nachdem man sie noch ei» wenig mit dem Mehl zusammengeröstet, lösch man mit warmem Waffer ab, salzt nach Geschmack nnd koch nochmals 10 bis 15 Minuten auf. Gespickte Rindfleisch-Schnitzel. Man schneide von einem schönen Stück Rindfleisch zwei fingerdicke Schnitze ab, klopfe fie mit dem Messerrücken, salze und spicke sie schon. Dann lege man immer drei aufeinander Md dünste sie recht mürbe mit etwas Mehl und gibt vor dem Anrichten noch etwas saueren Rahm daran- Redsction: A. Schryds. - Druck und Verla, der Brühl'lchm UmverfiMs-Buch- und Stemdruckerei (Pietsch & Scheyda) in «Ließen. Gemeinnütziges. Um Fische länger auszubewahren, öffnet dieselben, bestreut den fleischigen Theil mit Zucker, den zwei bi« drei Tage eindringen läßt- Auf diese Weise man Fische lange frisch und wohlschmeckend erhalten. Bänder und andere seidene Gegenstände müssen zur Aufbewahrung in braunes Packpapier geschlagen werden, indem Chlorkalk, den man zur Fabrikation des weißen Papieres anwendet, den zarten Farben häufig Nachtheil bringt. Ein weißes Atlaskleid muß in blauem Papier mit Nadeln verwahrt werden, und braunes Packpapier bildet dann die äußere Hülle, die an den Rändern zusammengenäht wird. VermMehtes. Zum AhnnngsvermSgen einiger Thiere. Zu den Geschöpfen, die der Storch mit besonderer Wuth verfolgt, und als Leckerbissen verzehrt, gehören die jungen Katzen. Es st, als wenn er wüßte, welche Gefahr seinen eigenen Jungen von ihnen droht. Stellen doch diese Jäger der Dächer mit Vorliebe der Storchenbrut nach, und so ist dieser gegenseitige Vertilgungskampf mehr als dis Befriedigung eine» Gelüstes; Es ist das Bemühen ein feindliches Geschlecht aus- * zurotten, noch ehe es dem eigenen Nachwuchs gefährlich werden kann. Der allmächtige Trieb der Selbsterhaltung und zugleich die Sorge um die kommende Generation bewegt den Storch, die Kätzchen zu fressen, bewegt die alte Katze, die Storchjungen zu vertilgen. — Jener Trieb führt aber -auch in einzelnen Fällen zur Schonung anderer Thiere, dis der Stärkere sonst als willkommene Beute betrachten würde, und davon gibt da» Krokodil ein merkwürdiges Beispiel. Sonst auch alle kleineren Thiere und Vögel verschlingend, die in seinen Bereich kommen, erfährt bei ihm nur ein einziger Vogel von der Größe einer Drossel, bei den Bewohnern jener Küsten Sicsac genannt, eine unbegreifliche Schonung. Wenn das Krokodil wohlig, mit weit geöffnetem Rachen am Lande liegt, fliegt der kleine Vogel ruhig in den Letzteren; das Krokodil duldet es, auch wenn er sich länger in dem gefährlichen Raums aufhält. Und drinnen pickt der Vogel umher, bis er die Gaumenwänds, Zunge und Zähne des großen Thiere« von Blutegeln gesäubert hat, die sich bei dem langen Aufenthalte im Waffer im Rachen angesammelt haben. Wunderbare Wechselseitigkeit der Hilfeleistung I Gerade dieser kleine Vogel, dem die Blutegel willkommene, leichte Beute sind, wird von dem Unthier verschont, und er befreit es dafür, indem er seiner Nahrung nachgeht, von einer schweren Plage. Woher weiß das Vögelchen, daß es sich furchtlos in den Rachen des Unthiers wagen darf und dort die köstlichen Leckerbissen finden wird? Und woher weiß das Krokodil, daß unter den vielen sich mehr oder weniger ähnlichen Vögeln gerade dieser ihm eine Erleichterung gewähren kann und will? Es sind viele Wunderdinge aus dem Buchs der Natur zu lesen- Aus den Fliegenden Blättern. Mutter: „Der kleine Fritz vom Herrn Major nimmt den Leberthran viel lieber wie Du I Ec freut sich sogar immer darauf 1" — Der kleine Hans (verächtlich): „Der Streberl" - - Kühne Vermuthung. Feldwebel (zum Rekruten, der sich freiwillig zum Militär gemeldet): „Was sind Sie?" — Freiwilliger: „Schlachtenmaler l" — Feldwebel: „Aha, deßhalb kommen Sie zu unsl - - . Sie meinen wohl, wir sollten nun gleich Ihnen zulieb einen Krieg anfangen?!" — — Entgegenkommend- Gast: „Gibt's Hasenbraten, Herr Wirth? — Wirth: „Hasenbraten gibt'» nur Sonntags; . . . aber wir haben gerade ein Zimmer frei — wenn Sie vielleicht so lange warten wollen?!" * • Leidend. Zwei Bekannte treffen sich im Wartezimmer eines jungen Arztes. A.: „Na, sind Sie auch leidend? — B.: „Natürlich, ich habe ihm zwei Anzüge geliefert! Der gute Sohn. Vater (mit Frau und dem sechs' jährigen Sohne im Biergarten sitzend, zur Kellnerin): ,,Z«" Maß." — Sohn: „Vater, na und die Mutter?"