om Sawyer der ersten Hatzs seiner ltck; in der e Welt von heitern und >m Sawyer" es Ergebniß rum sei der bgelauschten m. Er find । in Natur« neisten aber ein. Dieser liftstellerische tersuchungen t Farben zu ig der Fall »adürch kein wird bald : ergötzt und wird Mark kräftigenden n Stuttgart en Schriften rutsche Leser jiebt, ist er Fälle kennen usgabe ent« benteuer und and Fahrten ien auf dem „Im Gold« ne Skizzen", Humoristen, er berechtigt und in den neben ihren igkeit. (Zu 13,50 Mk>, DIL) Möge t Welt auch rtberrt auch als amtlich hat er ltew-Dork, der rk Twain aber ien, um seine die Einnahme a Zweck voran- hnt ist, so hat :1t entschlossen jen Fähigkeiten on den Gläu- werden. Aber :r Zuchtmeister t, den ich auf :sicht, daß ich, den Rest ab- ;i, mein Leben im Keller hohlliegenden e mit Stroh !8 naß wird, sßig in etwa Kisten mit n (Biegen. Untechaltungsdlatt zum Gießener Anzeiger (General-Anzeiger). MevStag dm 13 Oktober ---------- . ■ ...... — ■ Mi ; ” —----t ä&ü. -v ktaSrM l." 8 w ■ •«i Falsches Spiel. Roman von E. v. Linden. (Fortsetzung.) Hans Justus, der indessen mit Ebba Regina geliebäugelt hatte, blickte Melwig überrascht an- „Sie fürchten stch vor Joe Catton?" fragte er köpf« schüttelnd, „das nimmt mich von Ihnen Wunder, Mr. Melwig! — Weshalb aber denn nur? Haben Sie Grund dazu?" „Ja, einen Grund weiß ich just nicht anzugeben," ver« setzte der Lindenhagener, „er ist im Ganzen ein brauchbarer Aufseher, dem nichts entgeht. Daß er aber ein gefährlicher Bursche ist, der mit Revolver und Messer stch vertraut gemacht und kein Bedenken hat, beides gegen seinen besten Freund zu gebrauchen, wenn er Vortheil davon haben kann, davon bin ich überzeugt. Er darf zum Exempel nicht wissen, wo man sein Geld aufbewahrt, und ich möchte Sie bitten, ihn doch lieber in Altinghof unterzubringen. Nehmen Sie'« mir nicht übel, Herr von Alting, aber ich meine, Sie hätten besser daran gethan, diesen Catton drüben in Amerika zu lassen." Hans Justus schwieg eine Weile. Er wußte nicht gleich die rechte Antwort zu finden, da er stch in diesem Punkte vorzusehen hatte. „Sie irren stch," erwiederte er endlich so unbefangen als möglich, „Joe Catton war drüben allerdings als Raufbold und Händelsucher, aber doch auch nur als ein ehrlicher Bursche bekannt. Glauben Sie denn, mein Vater, der ein Gentleman vom Scheitel bis zur Sohle war, hätte mir den Umgang mit ihm gestattet? Joe war mir mehr ein Kamerad als Diener, immer aufgelegt zu tollen Streichen und mir treu ergeben wie ein Hund. Ich habe ihn nicht mithaben wollen, er ist mir aber über'» Meer nachgeschwommen, und da konnte ich den armen Burschen doch nicht verstoßen. Wenn Sie'» aber wünschen, Mr. Melwig, dann will ich ihn dieser Tage wieder nach drüben zurückschicken." „Ja, ich wünsche es," sprach Melwig trocken, „weil er mir trotz alledem unheimlich ist." Sie fuhren schweigend weiter und hatten bald die Lindenhagener Grenze erreicht. 1 „Apropos,“ begann Melwig plötzlich auf's Reue, „wie viel ist der junge Römhild Ihnen schuldig?' „Genau weiß ich'» nicht, doch hab' ich die Summen notirt- Es mögen immerhin an die vier« bis fünftausend Mark sein." „Das hab' ich mir gedacht, hören Sie, lieber Alting, überweisen Sie mir diese Schuld in Wechseln, ich gebe Ihnen den vollen Werth in Baar, damit Sie den ehrlichen Catton zurückschicken können. Wissen Sie, ich habe darin einen sicheren Jnstinct und verstehe mich aus die Taxirung der Menschen. Joe Catton ist einer von Denen, die zu fürchten sind, schlagen Sie diesen Wink nicht zu gering an, Herr von Alting I" Hans Justus war verstimmt. Das Uebergewicht dieses wucherischen Geldprotzen, dem er sich wohl oder übel beugen mußte, empörte seinen Stolz, sein souveraines Selbstgefühl, und zum ersten Male in seinem Leben empfand er, wie hoch er sich im Grunde durch seine bevorzugte gesellschaftliche Stellung über diesen elenden Menschen erheben durfte. Ja, wenn Ebba Regina nicht gewesen wäre, deren dämonischer Macht er unrettbar verloren war, und sein eigenes unbezähmbares Temperament, da« ihn mit dem Oheim entzweit und ihn drüben wie hier an den Abgrund des Verbrechens gerissen hatte! — So mußte er die Demüthigung, von diesem gemeinen Menschen bevormundet und zurecht gewiesen zu werden, ruhig hinnehmen, was that's denn auch, da die adelige Gesellschaft ihn ja doch schon al« Abtrünnigen geächtet und zu der „ausgeschlossenen Sippschaft" geworfen zu haben schien. Seitdem der alte Baron im Forsthause mit dem Tode rang, und Han« Justu« den alleinigen Gebieter im Schlosse Altinghof spielte, sah dieser sich plötzlich von dem ganzen Avel in der Runde gemieden und selbst die Junker hielten sich von ihm und von Ltndenhagen fern, ob au« eigenem Antrieb oder auf väterlichen Befehl, blieb sich dieser Thatsache gegenüber völlig gleich. Er mußte in diesem Augenblick, al« der Wagen in die Kastanien-Allee, welche nach dem Herrenhause führte, einbog, daran denken, wobei ein ingrimmige« Lächeln sein Gesicht überflog, und die Idee, daß Ebba Reginas hochmüthtger Plan, sich zum Mittelpunkt dieser Gesellschaft zu machen, 478 - jämmerlich in's Wasser fallen werde, ihm eine Art Trost und Genugthuung gewährte. Kaum hatte er mit ritterlicher Galanterie "die Dame seines Herzens aus dem Wagen gehoben und bis an ihr Zimmer geleitet, als Joe Catton fichtbar wurde und ihm einen verstohlenen Wink gab. „Was glebt's!" fragte er, als er sich ihm näherte. „Eine schlimme Neuigkeit, Sir!" „Folgt mir unauffällig in mein Zimmer!" Hans Justus durfte in der That schon über ein Separat- Zimmer in Lindenhagen verfügen, ? das dem künftigen Neffen des Besitzers bei seiner Anwesenheit zum Privatgebrauch etngeräumt worden war. „Nun?" begann er ungeduldig, als Catton eingetreten war, „was ist denn los? Spukt mein Onkel altz Gespenst umher?" „Der nicht," erwiderte Catton unwirsch, „aber ein anderes Gespenst von drüben, das mehr zu fürchten ist. Ich war nach dem Altinghofer Walde, um dort Umschau zu halten, hoffte den Barbier abzufangen, was mir aber nicht gelang. — Ich sage Euch, John Alting, er ist nicht richtig dort, Ihr müßt Euch mal am Krankenbett sehen laffen und gehörig austrumpfen. Ein heilsamer Schreck thäte noth, wer zum Henker würde es wagen, Euch entgegenzutreten? Aber nun ist'« schon zu spät, dar hättet Ihr früher thun sollen, edler „Ist das Alles, was Ihr mir zu sagen habt?" fuhr Han, Justus ingrimmig auf. „Nur Geduld, das dickste Ende kommt noch," höhnte Catton, ungenirt auf den Teppich spuckend. „Ich schlich mich dort um's Forsthaus herum, und wäre um's Haar von einem bissigen Köter gepackt worden, der mich nicht als Jägersmann respectirte. Die anderen Hunde ließen mich ruhig herangekommen, Ihr wißt ja, daß ich ein Mittel hab', die Thiere zu zähmen. Ich retirirte rasch, wobei ich Glück hatte, weil der Förster just angefahren kam, und der Hund ihm entgegenstürzte. Dann ging die Hausthür auf, ein alter Bursche mit einem nichtsnutzigen Gesicht trat heraus, der Förster nannte ihn ganz höflich: Herr Paulsen!" „Wetter!" herrschte Hans Justus ihm zu, was geht denn dieser Bursche uns an?" „O, ich denke genug, wenn ich hinzusetze, baß es der Graubart von Rombergs Farm ist, der sozusagen zu Eurem Stiefbruder gehört." Hans Justus trat einen Schritt zurück, fein Gesicht war erdfahl geworden. „Er ist nicht wahr," stieß er dann leise hervor, „Ihr habt Euch geirrt, Joe!" „Bah, daran glaubt Ihr selber nicht, John Alting," sagte Catton spöttisch, „ich kann mich auf meine Augen und auf mein Gedächniß verlaffen und ich meine, daß er nicht ohne seinen Herrn herübergekommen ist. Na, mir ist der alte Halunke hier auch verdammt unbequem von wegen der zärtlichen Umarmung, die ich ihm um einen gewißen Brief zu Thell werden ließ. Ich hörte dann auch, wie der Förster ihm zurief, daß Alles glatt abgegangen und er glücklich mitgekommen wäre. Möchte wohl wissen, wer damit gemeint war." „Ich traf den Förster auf der Station," erwiderte Hans Justus erregt, „fragte ihn, was er dort zu schaffen habe und erhielt zur Antwort, daß er einen Freund des Notars in F., der sich nach dem Befinden meines Onkel« erkundigen sollte, nach der Station gebracht habe. Ich fürchte, der Schuft hat mich belogen." „Natürlich hat er da«, edler Sir!" höhnte Joe Catton, den es freute, seinen srüheren Kameraden, der sich jetzt so erhaben fühlte, in solcher Unruhe zu sehen. „Ich calculire, daß es der ehrenwerthe Mr. Romberg gewesen ist, der sich jedenfalls einen Rath bei dem Rechtsverdreher in F. holen soll. Paßt auf, John Alting, ob nicht, ehe Ihr Euch verseht, Eure ganze Herrlichkeit über'« Haufen fällt. Denn wenn der Ateste Sohn Eure« Vaters hier erscheint, dann gute Nacht all' ihr schönen Aussichten als Herr und Gebieter von Altinghof." „Schweigt!" zischte Hans Justus, den diese spöttischen Schilderungen um alle Besinnung zu bringen drohten. Eine solche erschreckende Wuth malte sich auf seinem Antlitz, daß Eatton sich vorsichtig nach der Thür zurückzog. „Ihr thätet besser, mit mir zu überlegen, wie wir dieser drohenden Gefahr begegnen sollen," sprach Hans Justus, der seine Aufregung mühsam bezwungen hatte, mit unsicherer Stimme. „Ich meine, daß wir die Gefahr nicht erst abwarten, sondern uns sobald als möglich nach drüben zurückziehen. Ich sollte denken, daß Ihr die fette Krippe in Altinghof nicht umsonst so ganz allein benutzt haben werdet." „Ach was, der Geldschrank steht mir dort nicht offen," murrte Han» Justus, „und das Geld ist rar bei meinem Onkel, der sein Vermögen von dem Advoeaten verwalten läßt- Mit Documenten ist nichts anzufangen." „All right, old boy,“ meinte Catton, „aber Ihr seid doch hier beim reichen Melwig Hahn im Korbe, — solltet Ihr bei ihm nicht eine namhafte Anleihe machen können? Er ahnt doch nichts von jenem Stiesbruder, hält den Onkel für einen tobten Mann und steht in Euch nicht blos den künftigen Gemahl der schönen Lady, sondern auch den baldigen Gebieter auf Altinghof." Hans Justus schritt einige Male auf und nieder und blieb dann wieder vor Joe Catton stehen. „Euer Rath ist gut, ich werde ihn noch heute befolgen, um mir den Rücken zu decken. Ihr aber, Freund Joe, macht Euch auf und nehmt alle Jägerlist zu Hilfe, um das feindliche Revier zu erforschen. Wenn Ihr den Brief, den mein Alter in unverzeihlicher Schwachsinnigkeit dem deutschen Spion mitgab, nur erwischt hättet, würde ich nichts fürchten, weil der Sohn des Hauptmanns Romberg es nicht beweisen kann, daß er ein Alting ist und dann sollte der Bursche ein Romberg bleiben bis an sein Ende. Aber den Brief von meines Vaters Hand, den mußte ich haben, Joe Catton!" „Wo sollte ich ihn suchen, wenn er ihn nicht bei sich hatte! Schwatzt keinen Unsinn, John Alting, ich that, was Ihr mir geboten und wundere mich, daß der graubärtigs Spion überhaupt noch lebt. Seid kein Narr, vielleicht steht gar nichts Schlimmes für Euch in dem Brief, den Euer Alter ja erst geschrieben haben muß, als er schon halb todt gewesen ist, — wenn mir recht ist, starb er schon am andern Morgen oder in der Nacht. Thut, was ich Euch gerathen habe, Geld in der Tasche ist die Hauptsache. Ich will nach Tisch sofort wieder auf den Anstand gehen, um das Wild zu belauern." Er nickte ihm vertraulich zu und verließ das Zimmer, Hans Justus in einer sehr zerfahrenen Stimmung zurück- lassend. 14. Capitel. Schlimme Berathung. Es war eine kleine, auserlesene Tafel, an welcher sich Herr Melwig und seine schöne Nichte mit ihrem Gaste nieder- ließen. Der Lindenhagener konnte es sich leisten, seine Deli- cateffen und feinsten Weine direct aus Hamburg und vom Rheine kommen zu laffen, — und die feinsten und theuersten Cigarren zu rauchen. Herr Melwig war heute womöglich noch liebenswürdiger als sonst gegen seinen Gast, nöthigte unaufhörlich, da der Diener hinausgefchickt worden war, und füllte immer und immer wieder das Glas seines geschätzten Gastes. , L „Jetzt keinen Tropfen mehr," protestirte dieser, der sich gewaltsam zur Lustigkeit zwang, „ich muß noch heute nach dem Forsthause, um nach meinem Onkel zu sehen, und da heißt es, ganz nüchtern zu sein, um der Sippschaft mein Recht klar zu machen." „Das hätten Sie schon längst thun sollen," bemerkte Ebba Regina, einen Apfel schälend, „ich begreife nicht, wie Sie, der im Grunde kein anderes Gesetz als den eigenen Willen kennt, sich von einem Untergebenen oder meinetwegen 479 — auch von dem Arzte die Thür haben zeigen lassen. Das hätte man mir nicht bieten sollen." „Verzeihung, daß ich Ihnen widerspreche," rief Hans Justus, sich mühsam beherrschend, »am Krankenbette ist der Arzt unumschränkter Gebieter, dies Gesetz wird selbst in Amerika respectirt." „Na, Kinder, streitet Euch nicht um solche Dinge, die mit Gewalt nicht anzufaffen find," mischte sich Melwig jetzt ein, „Alting hat Recht, basta I — Ich muß übrigens anspannen lassen, sonst verpasse ich wieder den Zug, will deshalb auch lieber allein fahren." Er warf einen Blick auf seine kostbare Uhr und erhob sich hastig. „Adieu, zankt Euch nicht, im eigenen Lager muß man Frieden halten." Mit diesen Worten verließ er das Zimmer und schon nach wenigen Minuten fuhr sein kleiner Jagdwagen mit ihm davon. „Du scheinst bei sehr schlechter Laune zu sein, mein Freund," begann Ebba Regina nach einer Werte, in der sie Hans Justus verstohlen beobachtet hatte. „Geht's vielleicht besser mit dem Onkel oder hat sich ein Testament vorgefunden ?" Er schob sein Glas, mit dem er gespielt hatte, heftig von sich und blickte sie verstört an. „Nun," setzte sie erstaunt hinzu, „was hat'S denn sonst gegeben? — So erkläre Dich doch." „Ja," erwiderte Hans Justus, sich müde zurücklehnend, „ich habe Nachrichten erhalten, die ich Dir, wärest Du ein gewöhnliches Weib, vorenthalten müßte und zwar aus Furcht, Dich zu verlieren, Ebba Regina!" „Weiter," sagte sie ruhig, als er schwieg. „Ich will und kann Dich aber nicht verlieren," suhr er halblaut fort, sie mit brennenden Blicken betrachtend. „Und darum sollst Du mit über'- Meer gehen." Sie lächelte, nahm eine Cigarette aus dem silbernen Behälter und zündete sie langsam an- Dann lehnte sie sich auch zurück, blies kunstvolle Ringe in die Luft und sagte gleich- müthig, ohne seine steigende Erregung zu beachten: „Erzähle nur, mein Lieber, ich höre zu." Er stutzte, ihre Ruhe gefiel ihm nicht, war's nicht klüger, ihr seine Geschichte zu verschweigen, bis sich Alles entschieden hatte? Dazu aber war es jetzt schon zu spät, er mußte vorwärts und am Ende war sie auch die Klügere, die nicht so leicht ihre hochstrebenden Pläne aufgeben würde. So erzählte er denn die Geschichte seines Stiefbruders und ihre Folgen, wobei er sich die größte Mühe gab, sich selber in das Licht des Enterbten und Zurückgesetzten zu stellen, was Ebba Regina ein flüchtiges Lächeln entlockte. Als er zu Ende war, warf ste den Rest der Cigarette auf den silbernen Aschenteller und richtete sich auf. „Du bist also nicht der berechtigte Erbe von Altinghof?" fragte sie kurz. „Wenn der jüngere Sohn keine Rechte hat, nein, dann bin ich es nicht." „Das wollte ich nicht wissen, sondern nur darin klar sehen, was ich aus Deiner Erzählung nicht recht verstanden habe, ob Dein Vater Dich oder seinen Erstgeborenen für diese Reise bestimmt hatte." „Ich sagte bereits, daß es mein Stiefbruder fein sollte," stieß Hans Justus trotzig hervor. „Zum Henker, wenn ein Mann plötzlich Furcht vor dem Sterben bekommt und schwach- finnig wird, dann denke ich doch wenigstens das Recht zu haben, ihn oder seine Verrücktheit zu corrigiren. Es mußte um so toller erscheinen, als mein Vater mich stets bei sich behalten und, wie ich wohl sagen darf, bis zur Schwachheit geliebt und verhätschelt hat. Er konnte mir nichts hinterlassen und muthete mir da noch zu, dem unbekannten Stiefbruder die nöthige Legitimation zu überbringen, um ihn zum reichen Manne zu machen. Daß ich dies unterließ, wird meine kluge Ebba Regina mir sicherlich zutrauen." Sie sah ihn nachdenklich an und nickte. „Ich setze voraus, daß es der Geburtsschein der Erstgeborenen gewesen ist, den Du für Dich benutzt hast." „So ist es —" „Ein Tauf- oder Geburtsschein läßt fich allerdings leicht ersetzen," fuhr ste langsam fort. „Besaßest Du keine weitere Legitimation bei Deinem Onkel?" „Nur noch einen Paß und die nicht zu unterschätzende Familten-Aehnlichkeit." „Welche der Erstgeborene also nicht besttzt?" „Leider in einem noch höheren Grade," erwiderte Han- Justus achselzuckend, „meine Mutter war eine Vollblut- Amerikanerin, von der ich nur die Augen geerbt habe, die seinige eine Deutsche, eine Hamburger Patrizier-Tochter. Wir gleichen beide dem Vater, doch soll dieser Stiefbruder die Augen unserer Großmutter besitzen, die als Letzte in der Altinghofer Ahnengallerie hängt. Auch würde ihn der Onkel sicherlich schon als Sohn seiner Mutter bevorzugt haben." „Weshalb?" fragte Ebba Regina rasch. „Ach, die Geschichte betrifft nur meinen Vater," bemerkte er ausweichend. Er kannte die Vergangenheit jener ersten Frau ganz genau und empfand nun plötzlich ein unbehagliche« Gefühl, die eigene Familie unnöthig preiszugeben. „Erzähle mir diese Geschichte, Hans Justus," gebot sie mit sichtlicher Ungeduld, „oder — wie heißest Du denn eigentlich nach Deinem Taufschein?" „Hans Joachim von Alting, wie mein Vater!" antwortete er mit einem gewissen Stolz. „Also Hans, so habe ich Dich im Grunde ja auch schon genannt — nun, ich bin begierig auf die Geschichte Deines Vaters." „Du mußt sie mir heute erlassen, Theuerste!" sprach er bittend. „Es ist hohe Zeit für mich, wenn ich es im Forsthause noch durchsetzen soll, den Kranken zu sehen." „Dahin kommst Du immer noch früh genug, mein lieber Hans," versetzte Ebba Regina kalt, „ich muß die Geschichte wissen." „Es schien der Dame wohl nur daran gelegen zu sein, ihre Macht über diese unbändige Natur zu erproben und sie konnte in diesem Falle damit zufrieden sein. In kurze; Zügen warf er die romantische Liebergeschichte de« tobten later» hin, und zwar in einer Weise, die diesen zum kühnen, rüusichts- losen Helden, den verrathenen Bruder hingegen zu ein. a vertrauensseligen, überspannten Tölpel stempelte, was Ebba Reginas Bewunderung erregte. „Dein Vater war dänischer O'fizier?" fragte sie sichtlich befriedigt. „Ja, sei« Bruder stand auf der anderen Seite, man nannte sie ja wohl Rebellen?" „Ganz recht, ste waren Insurgenten, weshalb hast Du mir das nicht erzählt, Du weißt doch, daß ich eine Vollblut- Dänin bin und dieser Band mich noch fester mit Dir verknüpft." „Du wirst also trotz alledem zu mir halten, Ebba Regina?" fragte John Alting, wie wir ihn fortan nennen müssen und wie ihn auch sein Vater nach amerikanischer Mundart genannt hatte. Er war aufgesprungen, um leidenschaftlich ihre Hände zu ergreifen. „Ruhig, Liebster, ruhig," mahnte sie, „ich halte zu Dir, wenn Du vernünftig bleibst —" „Vernünftig bleiben, wenn Du vor mir sitzest und mich mit diesen Augen anschaust, Ebba Regina?" rief er ungestüm. „Du bringst mich mit Deiner kalten Vernunft zum Wahnsinn I" „Ich dächte doch, daß eine vernünftige Ueberlegung augenblicklich sehr nothwendig wäre," bedeutete sie ihm ruhig, „setze Dich, lieber Hans, und laß uns erwägen, wie wir den Erstgeborenen Deines Vaters, den Sohn der Hamburger Patrizierin, unschädlich machen." John Alting gehorchte schwer athmend. „Woher nimmst Du diese Gewalt über mich?" murmelte er, die Hände ballend. (Fortsetzung folgt.) 480 — Gesundheitspflege im Oktober. Von Dr, Otto Gotthilf. ------- (Nachdruck verboten.) October, der eigentliche Herbstmonat, ist da. Wohl bringt er noch schöne, herrliche Tage, sogar oft die klarsten des ganze» Jahre», wo man von der Berge weitschauenden Gipfeln da» erhebende Naturschauspiel der ausgehenden und untergebenden Sonne in seiner ganzen berückenden Schönheit am besten genießen kann. Aber er bringt auch naßkalte Nebel, welche so leicht durch die Poren der Kleidung bi» auf die empfindliche Haut dringen: und die oft sehr kühlen Abende rufen bei noch sommerlich gekleideten Leuten meist Schnupfen, Husten und andere Erkältungskrankheiten hervor. Schon zwickt und zwackt es die privilegirten Rheumatiker in den Gliedern, schon hört män hier und da munkeln von Influenza und DiphtherUis. Wenn man sich daher nicht schon jetzt in Etubengefangenschaft begeben und sehr bald winterlich-stuben- siech werden will, so muß man bei Zeiten sich wappnen und wehren gegen die Unbilden der Witterung durch Befolgen des hygienischen Grundsatzes: vorsichtig abhärten, warm anziehen, tägliche Bewegung draußen im Freien I Bei Beginn der kälteren Jahreszeit müssen wir zur @r* wärmung unseres Körpers besonders dahin streben, den Stoff« wechsel energisch anzuregen, den Blutkreislauf gehörig zu fördern und namentlich in den Extremitäten die leicht stockende Eirculation in schnelleren Fluß zu bringen. Hierfür gibt es drei Mittel: warme Kleidung, erwärmende Nahrung und körperliche Bewegung. Es ist gesundheitlich ganz falsch, sich jetzt noch mit dünner Sommerkletdung brüsten zu wollen. Besonders bei nebligem Wetter versäume man nie, wollene Unterkleidung anzulegen. Von großer Wichtigkeit ist das sofortige Wechseln nasser Kleidung, namentlich der Strümpfe; wenn die Eltern darauf bei ihren Kindern mit aller Srenge halten, so werden sie manche Erkrankung fernhalten und sich und ihre« kleinen Lieblingen viele schwere Stunden ersparen. Gerade hier gilt das Wort: Kleine Ursachen — große Wirkungen! — Wärmespendende Nahrung besteht hauptsächlich in Fleisch und Fett. Daher sind derartige Speisen jetzt wieder mehr zu genießen als im Sommer. Ebenso leisten zur sofortigen Erwärmung wieder sehr gute Dienste: morgens Kaffee oder Eacao, zum Frühstück Bouillon, mittags Suppen und abend« Thce, in welchen ältere oder schwächliche Leute auch etwas Rum oder Arac nehmen mögen. Diese Genußmittel find wirksamer, gesünder, nahrhafter und billiger als viel Bier und Wein. Das beste und nachhaltigste Erwärmungsmittel aber ist und bleibt körperliche Bewegung. Wer so glücklich ist, ein Gärtchen sein eigen zu nennen, möge darin jetzt die umfangreichen Herbstarbeiten vornehmen, selbst bei Nebel und Regen. Auch Holzhacken möge niemand unter seiner Würde halten: geht doch darin der alte Gladstone, der englische Bismarck, mit gutem Beispiel voran- Im Zimmer aber werden regelmäßige Uebungen mit Hanteln oder mit Lagiaders Brust- stärker stets gute Dienste thun. Freilich darf man darüber das Spazierengehen draußen in der .frischen freien Luft nicht vernachlässigen. Wohl scheuen sich ängstliche Gemüther vor der naßkalten herbstlichen Nebellüst, aber mit Unrecht. Viele bleiben jetzt schon in ihren geheizten, aber wenig oder gar nicht gelüsteten Zimmern, und verlassen die Wohnung nur, wenn es durchaus sein muß. Das ist ganz falsch, denn dadurch werden sie gegen die Witterungseinflüffe nur um so empfindlicher. Was Wunder, wenn dann beim geringsten Luftzuge Schnupfen und Husten als ungebetene Gäste bei diesen Luftscheuen sich einstellen. Man bedenke wohl: Noch haben wir den ganzen langen Winter vor uns, und wissen nicht, welch rauhe Witterung und furchtbare Kälte er uns ' vielleicht bringen wird. Da heißt es bei Zeiten jetzt in der - Uebergangrperiode, fich tüchtig abhärten. Sonst kann man später, wenn erst Schnee und Ei» kommt, gar nicht «ehr hinaus in die frische Luft, sondern wird von Woche zu Woche immer mehr stubenstech, und wenn dann im Winter eine Gelegenheitskrankheit, z. B. Influenza, sich einstellt, so fallen die Luftscheuen „wie Fliegen" um. Darum nur muthig hinaus, auch in den Herbstnebel! Nur muß man draußen nicht stille stehen, sondern sich möglichst kräftige Bewegung machen. Dänn wird sogar die Nebelluft sehr gut bekommen. Man betrachte doch einmal die auch im Herbst im Freien campirenden Zigeunerfamilien, deren Kinder halb nackt in dieser sogenannten „giftigen" Luft herumspringen, ohne daß sie jemals dem Apotheker etwas für Hustensäftchen zu verdienen geben. Dasselbe sah man im größten Maßstabe im Jahre 1873 auf dem Biederizer Anger bei Magdeburg. Mit dem October-Quärtalwechsel erreichte nämlich die Wohnungsnoth eine solche Höhe, daß der Magistrat von Magdeburg fich ge- nöthigt sah, für die Obdachlosen trotz der nebeligen Herbstwitterung vorläufig Zeltwohnungen im städtischen Glacis einzurichten, wo sich dann so etwas wie ein großes Zigeunerbiwak entwickelte. Weit entfernt aber, etwa Krankheit zum Ausbruche zu bringen, übte dies Leben vielmehr den günstigsten Einfluß auf den Gesundheitszustand Aller aus und bekam namentlich der „armen, zarten" Kinderwelt so vortresflich, daß man sehr wohl von einer improvisirten Feriencolonie reden konnte. Der dortige Kreisphysiku«, Medicinalrath Dr. Voigt, schrieb damals an Dr. P. Niemeyer: „Bestimmt weiß ich, daß von sämmtlichen Insassen dieses Lager» jeden Alters und Geschlechtes nicht ein Einziger erkrankte. Bei den Kindern konnte man sogar aus der Röthung der vorher blassen Gesichter den ganz positiven Nutzen dieses Zeltlebens nachweisen." Wir wissen nicht, ob uns nicht ein sehr rauher und kalter Winter bevorsteht, welcher wochenlang alle schwächlichen und kränklichen Personen zwingt, die Stube zu hüten und ihr Lebenselement, die frische Luft zu entbehren. Die jetzt kommenden, hoffentlich noch recht zahlreichen Herbsttage bieten uns nun gleichsam eine letzte Gnadenfrist dar, welche wir in Gottes freier Natur voll und ganz ausnützen müssen, um das pa- bulum vitae, die Lebenslust, in unser edelstes Organ, die Lunge, recht oft in vollen tiefen Zügen einzuathmen. Dabei soll man keineswegs in sportsmäßigem Leichtsinn mit dünner Sommerkleidung seine Haut den schädlichen Witterungsumschlägen preisgeben, sondern man möge sich warm anziehen, und möge nur bei milder Witterung und in warmer Stube durch kalte Abreibungen seinen Körper stählen und kräftigen. Dann kann man sorglos auch dem rauhesten Winter entgegensehen und wird sich und den Seinen viel Kummer und Mühe ersparen! „Gesund an Leib und Seele sein, Das ist der Quell des Lebens; Es strömet Lust durch Mark und Bein, Die Lust des töpfern Strebens Was man mit frischem Herzensblut Und keckem Wohlbehagen thut, Das thut man nicht vergebens." Boß. Humoristisches. Zweideutig. (Aus einer Preisliste.) . Es erhielten solche Maschinen von mir: Herr Schulze in Berlin, Herr Müller in Hamburg, Herr Schmitt in Köln a. Rh. u. s. w. und ich bin sowohl, wie auch bei den drei angeführten Herren, zu weiterer Auskunft gern bereit." ♦ * Klassisch. Professorsgattin (in Rom anlangend): „Hierher führen also alle Wege?" * ♦ Deutlicher Wink. Alte Kokette (jugendlich aufgeputzt, sich entzückt im Spiegel betrachtend): „Es ist zu traurig, wenn eine Frau einmal merkt, daß sie alt wird!" — Manu: „Aber noch trauriger, wenn sie'» nicht merkt!" Redaction: L. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schm UniversttötS-Buch- und Stnndruckerci (Pietsch Ä Scheyda) in Gießen.