Osten nach oorfsn wird, mm für die nMkurzem, i gute Erde so daß sie l eine 5 bis Kaufe angs. zeitig und Trockenheit ohne Säge» Zm Eifer ! Tifchgefell- Dienstboten mich 'mal --In ’m Advocate hat und da idjt grob'n!" st Du dazu, nverfchämter sagen?" - ch so weiter t—du!" — Lntschuldtgen Naier?" - «Herrn hat» jon gar net Studiosus: Geschlechts! . - . wollte gekränkte Item Manu- Sie brauchen >t der Erste, Zertheidi« bitte ich, zu des silbernen Worte „Zur ein Trost, tche Verluste ßen: Beim ipfel der ie haben die ieschäftsleute Missionär: — Concur» . . Zu der drei soeben die Haupt- iereffant ge- Satyr. , Gießest: UntechaltungsbLatt pini Gießener Anzeiger (General-Anzeiger) _S86. fi. ■! - s !8 Ä /' S----- WH Unter dem Patriarchen. Krzählung aus dem amerikanischen Westen. Frei nach Sealsfield. Von W. H. G e i n b o r g. (Fortsetzung.) „Wenn das mit dem Manne sein muß — meinetwegen!" erNärte Bob. „Aber Johnny — was hat er mit der Geschichte zu thun? Habe Euch doch schon gesagt: Er war nicht dabei und es geht ihn nichts an." „Geht ihn doch an," erwiderte der Alcalde mit Nach- druck. „War zwar nicht dabei, hat Euch aber angestiftet. Wäre Johnny nicht gewesen, hättet Ihr weder Mann noch Geldkatze gesehen, hättet Eure zwanzig Dollars nicht verspielt und wäret also auch nicht auf den Einfall gekommen, des Mannes Beutel gegen ein Loth Blei einzutauschen. Werden Euch also zu Willen sein, aber nur in der gehörigen Ordnung, wie es bei uns Brauch und Rechtens ist. Ich reite nachher mit den Nachbarn zum Patriarchen und morgen kommt Ihr wieder, damit wir der Geschichte auf die eine oder andere Weise ein Ende machen. Seid Jhr's so zufrieden?" „Um welche Zeit?" „Um zehn Uhr herum." „Könnte es nicht ein paar Stunden früher sein?" „Warum früher? Könnt Ihr denn die Zeit gar nicht mehr abwarten?" meinte Mister Heart. „Bin - meines Lebens satt, sagt' es Euch schon. Und daun, wenn ich erst um zehn Uhr komme und Ihr wieder eilt paar Stunden mit Eurem Geschwätz todischlagt und wir reiten dann zu dem Patriarchen, so kommt erst das Fieber —" „Aber wir können doch wegen Eures Fiebers nicht wie die wilden Gänse zusammen und auseinander schießen," rief der Procurator ungeduldig. „So habt doch ein Einsehen, Mann!" „Freilich - freilich!" nickte Bob kleinlaut. Doch der Alcalde sagte: „Ist aber ein schlimmer Gast, das Fieber, Mister Wy!he, und wenn es Euch nicht all' zu quer ist — und weil Ihr es seid, Bob, so meine ich, wir könnten Euch darin wohl zu Willen sein." „Dank' Euch, Squire!" „Nichts zu danken! Aber nun wartet noch einen Augenblick, bevor Ihr Euch wieder davon macht. Sind noch vierundzwanzig ©tunbett, bis Ihr morgen unter dem Patriarchen steht, und kann das nicht so lange in dieser Art mit Euch weitergehen." Er schlug auf den Tisch und rief der eintretenden Diana zu: „Ein tüchtiges Stück Roastbeef für Bob — mit allem Zubehör! Und Du siehst darauf, daß er es gleich in der Küche verzehrt, dazu eine Pinte Rum! Denn Ihr sollt effett und trinken, Mann, wie es einem vernünftigen Geschöpf zukommt, sollt Eurem Geschick wie ein tüchtiger Bursche, nicht wie ein hirnerkrankter Narr entgegengehen. Und dann zieht Euch ordentlich an, wenn Ihr morgen wiederkommt. Gleicht ja mehr einer wilven Rothhaut als einem amerikanischen Bürger. Werdet nicht wie ein Landstreicher in’« Jenseits hinüber wollen. Habt Ihr mich verstanden?" „Ja, Squire! — Und ich danke Euch." „Nichts zu danken — sagt'« Euch schon einmal!" brummte der Alcalde, indem er aufstand und an das Büffet ging, sodaß ihm Keiner in's Gesicht sehen konnte. „Um sieben Uhr früh also, Bob 1 Wir wollen es zeitig machen, Euch zu Liebe." Der Mörder nickte. Es schien, als ob er noch etwas sagen wolle; aber die rechten Worte mochten ihm fehlen oder er hatte auch vielleicht nicht den rechten Muth dazu. Und so ging er mit gesenktem Kopfe stille hinaus. IX. Trotz seiner innigen Theilnahme für den Unseligen hatte Fred Houston während der letzten Viertelstunde all’ seine Kraft zusammennehmen müssen, um der seltsamen Gerichtsverhandlung mit vollem Verständniß zu folgen. Er fühlte sich sehr unwohl; denn die bohrenden Schmerzen im Hinterkopf nahmen mit jeder Minute zu und obwohl in dem überfüllten Zimmer eine drückende Hitze herrschte, wurde er doch zuweilen von Frostschauern geschüttelt. Immer weniger schien die Thätigkeit seines Gehirns sich seinem Wollen zu fügen, während es doch feine Absicht war, angestrengt zu lauschen, um nichts von dem inhaltsschweren Vorgänge zu verlieren, fühlte er sich bald von einer dumpfen 218 Müdigkeit übermannt, bald bewegten sich seine Gedanken in den tollsten und willkürlichsten Sprüngen. Immer aber drangen die Worte, die da um ihn her ge- sprachen wurden, nur wie aus weiter, weiter Ferne an sein Ohr, und seitdem er sich aufgerosft hatte, um sür Bobs menschenfreundliche Handlung Zeugniß abzulegen, sank er unter dem Zwang der lähmenden Schwäche immer mehr in seinem Sessel zusammen. Auch das Pferdegetrappel und Stimmengeschwirr, das bald nach Bobs Entfernung draußen auf dem Hofe laut wurde, hörte er nicht; so wenig er etwas davon gewahrte, daß Ptoly eintrat und dem Alcalden eine Meldung zuflüsterte, die diesen bestimmte, das Zimmer zu verlassen. Die Nennung seines Namens erst erweckte ihn aus dem dumpfen Halbschlaf und ließ ihn fast erschrocken emporfahren. Der Squire stand in der geöffneten Thür und rief ihm mit seiner tiefen, dröhnenden Stimme zu: „Ist ein Besuch für Luch da, Mister Houston! Ein angenehmer Besuch, wie ich hoffe. Möchtet Ihr nicht die Güte haben, auf einen Augenblick heraus zu kommen?" Fred erhob sich vollends, um der Aufforderung Folge zu leisten. Der Kopf schmerzte ihm fast zum Zerspringen und seine Glieder thaten nur widerwillig ihren Dienst. Aber er schämte sich, seine Schwäche zu zeigen und brachte es mit Aufwendung seiner ganzen Energie denn auch wirklich dahin, straff und aufrecht die Schwelle zu überschreiten. Wie festgebannt blieb er stehen, als er sich May Burnet gegenüber sah. Sie trug dasselbe zierlich-kokette Reitcostüm wie bei ihrem verhängnißvollen gemeinschaftlichen Ausflug in die Prairie und sie war sicherlich niemals schöner gewesen, als in diesem Augenblick, wo sich aus ihren Gesichtszügen wohl Beschämung, Freude und Zärtlichkeit, doch nichts mehr von jenem spöitischen Hochmuth sehen ließ, der ihn früher sonst gekränkt und verletzt hatte. „Fred! Lieber Fred! O, wie glücklich bin ich, Sie wiederzusehen!" rief sie, ihm mit ausgestreckten Händen entgegeneilend, und sie hätte sich gewiß ohne Weiteres an feine Brust geworfen, wenn er nur die Arme geöffnet hätte. Fred Houston aber dachte nicht daran, etwas Derartiges zu thun. Die Qualen der letzten Tage hatten feine Liebe für dies verführerische Geschöpf ausgelöscht, wie wenn sich niemals etwas für sie in seinem Herzen geregt hätte. Trotz der holdseligen Hingebung, die jetzt auf ihrem Antlitz lag, sah er darauf nur den kalten, hämischen Ausdruck von früher, und in dem weichen, lockenden Klang ihrer Stimme glaubte er jenes spöttische, herzlose Lachen zu vernehmen, das ihn blind und toll hatte in sein Verderben rennen lassen. Er wich um einen Schritt zurück und machte ihr eine Verbeugung, als hätte er die dargebotenen Hände nicht gesehen. „Er ist eine große Ueberraschung, die mir da widerfährt," sagte er kalt, „aber ich hoffe, Miß Burnet, daß Sie sich nicht um meinetwillen hierher bemüht haben, denn ich fürchte, daß mir die Fähigkeit abgeht, dieses große Opfer seinem ganzen Werthe nach zu würdigen." May ließ die Arme sinken und starrte ihn an, als zweifle sie noch, den Sinn seiner Worte richtig erfaßt zu haben. Das bezaubernde Lächeln verschwand von ihren Lippen und aus ihren Wangen wich die Farbe. Ehe sie die. verblüffende Wirkung dieses unerwarteten Empfange« genugsam überwunden hatte, um ein Wort der Erwiderung zu finden, hatte Fred sich bereits von ihr abgewendet, denn jetzt erst war er inne geworden, daß May nicht allein gekommen sei, wie er im ersten Augenblick geglaubt hatte. Ihre Begleiter schienen sich nur geflissentlich zurückgehalten zu haben, da er ihrer nicht sogleich ansichtig geworden war. Es waren Mister Burnet, der Jäger Anthony und Ellinor, die schüchtern hinter den beiden Männern geblieben war. Fred aber sah von allen Anwesenden jetzt nur noch sie. Er ging auf sie zu und dar Glücksgefühl, das ihn beim Anblick ihres reizenden, blaffen Gesichtchens durchströmte, machte ihn für einen Moment all' seine peinigenden körperliche« Leiden vergeffen. Unbekümmert darum, was die Anderen von solchem Beginnen denken mochten, erfaßte er ihre Hände, um sie wieder und wieder an seine Lippen zu drücken. „Auch Sie sind gekommen, mich zu suchen, Ellinor, — auch Sie? — O, ich kann Ihnen nicht sagen, wie ich mich darüber freue!" Zuerst hatte sie wohl eine kleine, halb unwillkürliche Bewegung gemacht, als ob sie ihm schämig ihre Hände entziehe» wollte und eine dunkle Gluth hatte sich bis in die Schläfen hinauf über ihr zarte» Gesichtchen gebreitet; dann aber, als ihre schönen, seelenvollen Augen den seinigen begegnet waren, hatte sie sich gegen die stürmische Begrüßung nicht mehr ge- wehrt. Und leise, wohl für keinen Andern verständlich al» für ihn, flüsterte sie ihm als Antwort zurück: „Es war hohe Zeit, daß Anthony Ihre Spur entdeckte, denn ich war nahe daran, vor Angst zu sterben. Nun, da wir Sie gefunden haben, nun zweifle ich nicht länger, daß auch mein geliebter Vater bald zu mir zurückkehren wird. Es darf ihm nicht» zugestoßen sein — Gott kann e» nicht zugegeben haben — ich könnte es ja nicht überleben." Ein plötzlicher Gedanke, eine blitzartige Eingebung, di« Vorstellung einer grauenhaften Möglichkeit fuhr durch Fred Houstons Gehirn, so gräßlich und schmerzhaft, wie wenn man seinen Kopf mit einem spitzen Messer durchstochen hätte. „Ihr Vater — er ist noch nicht zurück?" stammelte er. „Aber da ist ja Anthony, der ihn begleitet hat! Wie soll ich mir da» erklären?" „Mein Vater schickte den Jäger gleich nach seiner Ankunst in San Felippe zu Mister Burnet zurück, weil er, wie er sagte, seiner nicht mehr bedurfte." „Und seitdem — seitdem haben Sie nichts mehr von ihm gehört?" „Nein — nichts, al» daß er sich nach einer Unterredung mit dem Obersten Austin aufgemacht hat, um da» für ihn bestimmte Land in Augenschein zu nehmen, bevor er e» kaufte." „Und er ist allein von San Felippe fortgeritten — ohne Führung und Bedeckung?" „Darüber konnte man uns eine bestimmte Auskunft nicht ertheilen. Aber, mein Gott, Mister Houston, was ist Ihnen? Ihre Hände sind plötzlich eiskalt geworden. Sie sind krank?" „Nein — nein — ich bin nicht krank, nur noch ein wenig angegriffen von den ausgestandenen Strapazen. Und ich bitte Sie, sich nicht zu beunruhigen — ich meine, Ihres Vaters wegen. Ec ist ja ein erfahrener und vorsichtiger Mann, der sich schon Ihretwegen gewiß nicht muthwillig in eine Gefahr begeben hat, die er vermeiden konnte. Er wird sich wahrscheinlich in diesem Augenblick wieder auf Mister Burnets Pflanzung befinden " „Glauben Sie das wirklich, Mister Houston? — Aber Ihr Gesicht ist so seltsam — Sie machen mir Angst." Fred ließ ihre Hände los und zwang sich mit übermenschlicher Anstrengung zu einem Lächeln. „Nein, Sie haben keine Ursache, sich zu ängstigen. Am Nachmittag reiten wir Alle nach der Pflanzung zurück, um Ihren Vater dort anzutreffen. Nur für diesen Augenblick — vielleicht für die nächsten beiden Stunden — müssen Sie mich noch entschuldigen. Ich habe hier ein dringendes Geschäft zu verrichten, das sich leider durchaus nicht aufschieben läßt." Er hatte gehört, daß sich die Männer im Nebenzimmer zum Ausbruch rüsteten, und da er sich jetzt, nachdem der schreckliche Argwohn einmal in ihm aufgestiegen war, um jeden Preis Gewißheit verschaffen mußte, durfte er keinen Augenblick mehr verlieren. Er gab dem erstaunten Mister Burnet einen Wink, ihm zu folgen und wandte sich, in den Speisesaal zurückkehrend, sogleich an den Alcalden. „Lassen Sie meinen Mustang satteln! Dieser Gentleman und ich, wir müssen Sie zu dem Patriarchen begleiten." 218 Der Richter sah ihn aufmerksam an; dann schüttelte er rnit ernster Miene den Kopf. „Sollten sich besser in's Bett legen, junger Freund! — Will mir Ihr Gesicht ganz und gar nicht gefallen." „Ich fühle mich stark genug, den Ritt zu machen. Und es muß fein. Gewisse Umstände haben mich auf die Ver- muthung gebracht, daß dieser Ermordete ein Mann sein könnte, den ich gut kenne. Ich kann nicht in dieser entsetzlichen Ungewißheit unthätig auf Ihre Rückkehr warten. Geben Sie sich deshalb keine Mühe, mich an meinem Vorhaben zu verhindern." „Wenn Sie sagen, daß es sein muß. habe ich natürlich nichts dagegen, obwohl es, wie gesagt, besser wäre, Sie ließen Kch nicht auf ein solches Unternehmen ein. Werde sogleich den Befehl wegen Ihres Mustangs geben." In raschen Worten theilte Fred nun auch Mister Burnet mit, zu welchem Zweck sich die Beisitzer des Ayuntarniento hier zusammengefunden und welche Gründe er habe, einen Zusammenhang zwischen Bobs verbrecherischer That und dem räthselhaften Fernbleiben George Neals zu argwöhnen. Burnet war auf diese Aufklärung hin natürlich sofort bereit, den Ritt zu dem Patriarchen;mitzumachen, und er übernahm es, den beiden Damen gegenüber, die unterdessen allein im Hause zurückbleiben mußten, einen glaubhaften Vorwand für diesen Ritt zu erfinden. Noch bevor eine Viertelstunde vergangen war, sprengte die stattliche Cavalcade durch das Gitterthor hinaus. Fred Houston wurde eigentlich nur noch durch seine furchtbare Erregung und Spannung aufrecht erhalten; denn er konnte sich jetzt nicht länger darüber täuschen, daß ihn ein heftiges Fieber gepackt hatte, und jeder Schritt seines Pferdes bereitete ihm fast unerträgliche Schmerzen. Manchmal fürchtete er allen Ernstes, daß er nicht mehr im Stande sein würde, das unheimliche Ziel zu erreichen; aber wenn er dann die Zähne zusammenbiß und für ein paar Secunden die schmerzenden Augen schloß, kam er doch immer wieder glücklich über die fatalen Anwandlungen von Schwäche hinweg. „Dachte rnir's schon vorhin, daß da etwas Apartes fein müsse," meinte der Pcocurator Mister Mythe, als die ungeheure, silberglänzende Pflanzenmasse des Patriarchen vor ihnen auftauchte. „Flog doch, als wir vorbeiritten, eine ganze Nation von Aasvögeln und Geiern und Turkeyluzzards über dem Baume umher. Saht Ihr es nicht auch, Mister Heürt?" „Sah es, Mister Mythe! — Glaubte aber, es müsse ein gefallenes Stück Wild unter dem Baume liegen." Als sie unter dem uralten Baumriesen angelangt waren, von dessen Aesten und Zweigen in einem gewaltigen Umkreise die silberweißen Bartmoose bis zur Erde niederhingen, wurde es ihnen nicht schwer, die rechte Stelle zu finden; die hastig aufgewühlte und nur nothdürftig wieder festgetretene Erde verrieth ihnen auf den ersten Blick das Grab des unglücklichen Opfers. Schweigend machten sich einige der Männer mit den Spaten, die sie vorsorglich mitgeführt hatten, an die traurige Arbeit und nach wenig Minuten schon hatten sie die Gewißheit erlangt, daß Bobs furchtbare Selbstbezichtigung nicht der wüste Fiebertraum eines Deliranten, sondern volle Wahrheit gewesen war. „Armer Mann!" sagte der Alcalde, als man die Leiche des Ermordeten behutsam blosgelegt und von Gras und Erde gesäubert hatte, und alle die rauhen Männer falteten wie unwillkürlich ihre Hände zum Gebet; Fred Houston aber, der bis dahin mit abgewandtem Gesicht an dem Stamme der Lebenseiche gelehnt hatte, raffte sich, den ganzen Rest feiner Kraft zusammennehmend, auf und trat wankenden Schrittes in den Kreis. jVor feinen Augen flimmerte, es, so daß er int ersten Moment überhaupt nichts unterscheiden konnte. Dann aber rang sich ein wilder, herzzerreißender Schrei von seinen Lippen. Er hatte George Neal erkannt! Derselbe Mensch, der ihm das Leben gerettet, hatte den Vater Ellmors getödtet. Der Unglückliche würde nie mehr zu seinem angstvoll harrenden Kinde zurückkehren — nie — nie mehr! Seine freudigen Hoffnungen auf eine gesegnete, glückliche Zukunft hatten ihn betrogen. Er war nur in da» fremde Land gekommen, um hier feinen letzten, langen Schlaf zu thun. „Halloh, Mister Houston — was ist Euch? — Was ficht Euch an?' schallte es plötzlich von verschiedenen Seiten. Und diese Worte waren das Letzte, was Fred vernahm; denn int nächsten Augenblick brach er bewußtlos zusammen. (Schluß folgt.) Gemeinnütziges. Wirksames Mittel großer Erhöhung der Tragfähigkeit der Obstbäume. Jetzt ist es Zeit, daß Landwirthe und Gartenbesitzer daran denken, auf welche Weife sie die Erträge ihrer Obftbäume erhöhen, zumal in dieser Hinsicht viele irrthümlichen Auffassungen existiren. Wenn ein sogenanntes Obstjahr gewesen ist, nehmen viele O rstbaum- besitzer als selbstverständlich an, daß ihre Bäume im folgenden Jahre geringe Fruchtbarkeit zeitigen werden, daß dieselben nun ein Jahr oder mehrere brauchten, um sich von der Anstrengung zu erholen. Diese Ansicht ist jedoch nur zutreffend, wenn man die Bäume vollkommen sich selbst überläßt; wenn der Baum dann zur Ausbildung der Früchte alle vorhandenen Nahrungsstoffe verbraucht, wird natürlich die gleichzeitige Ausbildung der Fruchtknospen verhindert. Die Unregelmäßigkeit in der Tragbarkeit wird aber verhindert, wenn man die Bäume durch Zurückschneiden verjüngt. Em guter verständiger Baumschnitt hat somit die Ausgabe, alle überflüssigen Theile zu beseitigen, und dafür zu sorgen, daß neben der besseren Ernährung der Früchte auch Säst genug übrig bleibt, damit die Entwickelung der Fruchtknofpen für das nächste Jahr vor sich gehen kann. Durch zweckmäßige Düngung muß ferner für Ersatz derjenigen Stoffe gesorgt werden, welche die Ernte dem Boden entzog. Diese Düngung ist so einzurichten, daß sie auch zu den Wurzeln in den Untergrund gelangen kann. Und das kann erreicht werden mit Hilfe eines Locheisens oder eines Erdbohrers. * ♦ * Wenn Obstbäume den Brand haben, was man an der Rinde leicht sieht, so schneide man die abgestorbene Rinde so weg, daß auch etwas von der gesunden mit weggenommen wird. Man entfernt soviel als mö stich das ungesunde Holz mit einem Messer ober Meißel und bestreicht dann die Wunde mit einer Salbe die aus Pech und Schweinefett besteht, beides gleichviel. Diese Rinde wächst in einigen Jahren wieder ganz bei. Manchmal bildet sich im ersten Jahre eine Blase, in welcher Wasser ist (Saft vom Baume). Diese zerdrückt man, so daß das Pech sich wieder fest an das Holz anschließt. * » ♦ Geflügelzucht. Weil jetzt die Hühner täglich legen, müssen die Eier täglich mehrmals gesammelt werden, damit sie nicht angebrütet und zum Aufbewahren untauglich werden. Alle eingesperrten Hühner müssen mit frischem Grün (Gras, Salat ec.) gefüttert werden, welches freien Auslauf habende Hühner sich selbst suchen. Alle Hühner lasse man früh hinaus, Kücken jedoch erst, wenn der Thau eingetreten ist. Sl'te Gänse werden ins Freie geführt. — Der Canarienzüchter hat in diesem Monate in der Vogelstube besonders viel zu beaufsichtigen. Das Futter ist täglich mehrmals und mannigfaltig zu geben, wie wir die Anweisung bereits gegeben haben. Das Stiften geschehe vorsichtig, um die Mittagszeit, Zugluft ist zu vermeiden. Diejenigen Weibchen, welche bis jetzt keine Anstalten zum Nisten machen, kann man aus der Hecke entfernen. Fremdländische Vögel, besonders australische Sittiche und Prachlfinken, kommen zahlreich an, und zur Beschaffung resp. Bervvllständigung der Bewohnerschaft von Vogelstuben 220 und Käfigen ist also genugsam Gelegenheit geboten; doch mutz da« Einbringen neuer Gäste natürlich mit Vorsicht geschehen. Staate, Drosseln, Lerchen und viele andere Vögel haben jetzt schon flügge Jungen. * , Zur Vertilgung der Blattläuse au Obstbäumeu und Rosen werden alljährlich in den verschiedensten Blättern eine Menge von Mitteln angesührt und gewiß könnte mancher unserer Leser zu den tausenden dahingeschiedenen Bäumen, welche in Folge Anwendung untrüglicher Mittel sammt Blattläusen und Ameisen zu Grunde gingen, ein kleines Schärftet« beitragen. Wer seine Bäumchen schon mit flüssigem Theer, mit Petroleum u- s. w. bestrichen hat, wird drese Mittel nicht weiter loben- Der „Practische" besitzt nur ein einziges Mittel, und dieses wendet er mit bestem Erfolg seit Jahren an. Billig, bequem avzuwenden und von Jedermann leicht herzu» stellen, wirksam und unschädlich für die Pflanzen. Das MÜtel besteht in Tabakwafler, das man sich durch Kochen von 1 Kilo Rippen- oder sonstigen geringen Tabak bezw. Ctgarrenstummeln in 8 bis 10 Liter herstellt. Mit diesem Absud bespritzt man die Bäume, kleinere mit einer Gläserbürste, größere mit einer Blumen- oder sogenannten Mehlthauspritze, von unten nach oben, damit die Unterseite der Blätter benetzt wird, wo die Blattläuse sitzen. Nach 5» oder höchstens 10 Minuten, während die Blätter noch naß sind, spritzt man in gleicher Weise mit reinem Wasser nach und so den Tabaksabsud wieder herunter- In dieser Zeit nämlich sind die Blattläuse getödtet; sollten sich hin und wieder nach einigen Tagen doch noch eivige lebende zeigen, dann spritzt man noch einmal. Das Bespritzen fottfcei trübem Wetter oder in den Abendstunden vorgenommen werden. * ♦ Zur Pflanzung der" Stangenbohnen. Man setzt zwei Reihen Stangen auf ein 21/2 Fuß breites Beet in l1/, Fuß gegenseitigem Abstand, oder man setzt im ganzen Gemüsegarten vertheilt je 4 Stangen l!/2 Fuß im Quadrat auseinander, die man oben fist zusammenbtndet, pflanzt hier wie dort später 12 Bohnen um jede Stange und erntet so an den feststehenden Pyramiden, selbstredend durch Dünger und Wasser unterstützt, großartige Erträge Unter diesen Haupt- sächlich auf den Beelen stehenden Bohnevpyramiden kann ruhig jedes andere Gemüse stehen. Diese Doppelcultur hat gute Erfolge. Die Bohnenernte wird durch stetiges Adpflücken der gebrauchsfertigen Früchte sehr in die Länge gezogen; diese Hauptsache sollte doch nie versäumt werden. Zu Samen bestimmte Beete dürfen durchaus nicht gepflückt werden. Blumenpflege. Mit dem Auspflavzsn der Georginenknollen wird fortgefahren, blühende Pflanzen sind anzubinden. Rach Mitte des Monats sind die härteren Topfpflanzen, wie Geranien, Fuchsien, Lantanen, Verbenen, Helilorop, Pentstemon, Lobelien, Cupheen, Knollenbegonien rc. in Gruppen zu vereinigen- Ende Mai Mai werden die feineren Sommerblumen wie Wunderbaum, Perillen, Zinnien u- bergt, ausgepflanzt. Der Rasen ist, wo er nicht zur Heuberettung verwendet wird, mindestens alle 10 Tage zu befchneiden, zu walzen und zu bewässern. Im Zimmerqarten stellt man nach der Mitte des Monats härtere Topfpflanzen auf Blumentragen vor das Fenster, auf Balkone rc. Beste Cacturverpflanzzeit. Die Topfpflanzen sind, je nach der Trockenheit, Morgens und Abends zu begießen, wobei das Ueberfpritzen nicht vergessen werden darf. • • Keller-Ungeziefer kann man vertreiben, wenn man frische Birkenbesen aufrecht stellt. Dieselben werden mit Vorliebe von Tausendfüßlern und Affeln ausgesucht und als Zu- flnchtsortsort benutzt. Schüttelt man von Zeit zu Zeit dre Besen aus und tritt ldie herausfallenden Thiere tobt und taucht man sie schnell in heißes Waffer, fo kann man auf leichte Weise das Ungeziefer vernichten. V-viiMehtes. ♦* Viel genannt wurde dieser Tage die dem Dichter Richard Voß gehörige Villa Frascati bei Rom. Von einem Besuche des ihnen seit Jahren bekannten Dichters zurückkehrend, wurden der Herzog von Sachsen-Meiningen und seine Ge- mahlin von vermummten Räubern angehalten und mußten sich durch Opferung ihrer Baarschaft loskaufen. Wenn auch die Banditen schnell ermittelt und verhaftet wurden, so erregte es doch großes Aufsehen, daß ein solcher Ueb erfüll unmittelbar vor den Thoren Roms geschehen konnte und die Sicherheit der Campagna erscheint in recht trübem Lichte. Ein eigener Zufall nun fügte es, daß zu derselben Zeit, da das Ereigniß stattfand, ein neuer Roman von Richard Voß in Druck ging, deffen Handlung eben auf jenem Boden sich abspielt, welcher der Schauplatz des Raubanfalles war. Natür- lich nimmt der Roman auf jenes Abenteuer keinen Bezug, immerhin aber ist es intereffant, aus den farbenreichen Schilderungen des Dichters diesen Schauplatz kennen zu lernen. Ja der „Deutschen Romanbibliothek ' (Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt) erscheint der feffelnde Roman unter dem Titel „Villa Taverna". Literarisches Das Ba llongesp enst, eine nur den Luftschiffern bekannte Spiegel-Erscheinung im Wolkengebiete, lernen wir in dem von einem sachkundigen Aeronauten verfaßten, sehr gemeinverständlich geschriebenen Artikel „Eine Reise in die Wolken" kennen, der, mit buntfarbigen Illustrationen von der Künstlerhand Ewald Thiels versehen, die allgemeine Aufmerksamkeit in dem soeben erschienenen Hest 21 der beliebten Familienzeitschrift „W AU- SBeit* (Deutsches Verlagshaus B°nz und Co, Berlin W., Preis des Vrerzehntagsheftes 40 Pfg.) auf sich rieht Nicht nur eine Ballonfahrt allein, sondern auch die complizirte Herstellung des Ballons, die Füllung desselben, der Aufstieg, die Landung Entle-rung, Verpackung und der Rücktransport sind auf das Eingehendste beschrieben und farbenprächtig dargestellt. Außerdem enthält dieses Heft eine hochinteressante Skizze von Conrad Alberti „Gefangene Fürsten", die Fortsetzungen der Romane „Glücksspiel am Hofe" von Carl Ed. Klopfer und „In der kleinsten Hütte" von F. v. Kapfs- Essenther einen illustrirten Artikel über Norderney, eine reizende Er- . Ästung von Osear von Krücken, eine kleine Plauderei „Die X-Strahlen im Reichstag" mit einer Originalzeichnung von Fritz Gehrke, einen ein= gehenden Bericht über den Brückeneinsturz in Freiburg i. Br. mit einen, Bilde der eingestürzten Brücke und den Porträts der beiden Opfei jener Katastrophe und viele kleinere, zumeist illustrirte Nachrichten und Mitiheilungen aus allen Interessengebieten. Aus dem reichen Jlluftra- tionsmaterial in diesem Hefte wollen wir nur noch hervorheben das Doppelbild „Die Einführung des Christenthums in Rhätien", nach dem Gemälde von W. Riesstahl, ein reizendes Kinderidyll: „Der deutsche Kronprinz und Prinzeß Victoria Luise", „Hoppe Reiter!" nach dem Gemälde von Franz Dvorak, die Porträts des Generals Baldistera und Kaiser Meneliks, letzterer zu Pferde im Kriegscostüm, dann die Holz- schnittreproduction des SB. Wachsmuth'schen Gemäldes „Trara, trara!1 und eine Originalhumoreske in neun Bildern von W. Grögler, die ungemein drastisch ist. Schon beim Durchblättern des Heftes drangt fich uns die Ueberzeugung auf, daß der textliche und artistische Inhalt von Für Alle Welt" mit Verständniß und Sorgfalt ausgewählt wird, um jedem Geschmacke ohne Ausnahme gerecht zu werden. * * * Schillers Briefe. Herausgegeben und mit Anmerkungen versehen von Fritz Ionas. Kritische Gesammtausgabe. Sechster Band. (Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt.) — Von dem großen nationalen Werk der ersten Gesammtausgabe der Briefe Schillers, die Fritz Ion« mit ebenso viel Fleiß als kritischer Gewisienhaitigkeit herausgrebt, ist soeben der sechste Band erschienen. Er umfaßt die Jahre 1798 1802 die Zeit, in welcher Schiller nach Vollendung der Wallenstem- Trilo'qie „Maria Stuart" und die „Jungfrau von Orleans" schuf un» die „Braut von Messina" und den „Teil" begann. Er steht auf d-r Höhe seines Schaffens und die Genialität des großen Dichters, die Vielseitigkeit und Gedankenfülle des philosophisch geschulten, erfahrenen Denkers, des Menschen- und Weltkenners kommen in keinem Bande I» zum Ausdruck als in diesem. Eine Reihe von Abbildungen: RwÜchei», Schiller- und Goethedenkmal in Weimar, die Porträts von Fiq>°, Jsfland und dem Herzog Earl August von Weimar find dem Ban i zur besonderen Zierde beigegeben. «edaction: «. Sch-Yda. - Druck und Verlag der Brühl'schen UurversMtS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) m ®ießen.