ohne dieselben s für Verstand t Verwundeter Scherer öffnete >ann öffnete er löschen könnte." stet« am ge« , im Geheimen verifirte Mieß leichen Theilen stet und inner« Wunde stillen! krast des Mieß nd de» großen Straßburg und . Er hatte es nmelt, und er« und ernst die längtet wachsen iraxis noch nie m hielten das e für das heil« chluß folgt.) !on Georg Aster, rt Wohngebäuden Text gedruckten Meinend and 5 Mk. ;gen interessanten leichung zwischen icht verständlicher Einrichtung und zu beobachtenden ung, so daß man i einen in allen n Mann erkennt, eine reiche Aus- nter, Handwerker, kleineren Villen, seren Villen und n der Regel im licher Holzschnitte j beigegebene Be- : Bauherr in den ause nach seinem -n selbst zu ent< mit Abbildungen ;e von 2150 bis 11 e u r s ist ein ichen Leben eines über die beiden gesetzt äußernden en Heft (21) der ttt* (Stuttgart, i 75 Pfg.). Der Verfasser kommt em Schlüsse, daß m unsere Straf- aus den Reihen Hilfstruppen und ft formell einzn- els zu bedienen, Wir empfehlen und möchten bei hohem Maße die siegen sein läß*, heutigen Cultur- ich der von dem Gerechtigkeit" von fesselnden Stoff, ischen Textes geht tung des Blattes, m Unterhaltung^- Nr. BO Semätog den 11. Juli 1896. k'Deiicr dHiilictibluller ?um Gießener Anzeiger (Oenrrai Anzeiger). Die Töchter des Popen. Roman von Marguerite Poradowska. Deutsch von M. Pillet. (Fortsetzung.) Nach zwei Stunden erschien die stattliche Figur de« Oberförster» am Fuße des Hügels, aber je näher sie kam, desto bestimmter errieth Hans aus dem langsamen, gedrückten Gange seines Herrn, daß der Versuch fehlgeschlagen war. ftr. weiter nach Einzelheiten zu forschen, nahm er seine Flinte, pfiff dem Hund und schlug stch in da« grüne Dickicht. Was für ein Mensch, dieser Jvanickt! dachte der Ober« sörster, al« er in seiner Wohnung angekommen war, noch ganz außer sich über den Empfang, der ihm zu Theil geworden. Han» hatte Recht, der Priester war durch und durch hoch« müthtg und eitel, und wie verstand er e», mit honigsüßen Reden geschickt aurzuweichen! Mit welcher Verachtung hatte er von dem Sohne des armen Brunnenmachers gesprochen — ein Bursche, der „außerhalb des Gesetzes steht"! Rein, er war sich seiner Pflichten zu wohl bewußt, um seine geliebte Tochter in eine so schiefe Stellung zu bringen; er mußte sich sogar wundern, daß ein Mann wie Thaddäus sich der Sache annehmen könnte! Wie überzeugungsvoll das Alles vorgebracht wurde; er geberdete stch wahrhaftig wie ein guter Familien« toter, dem nur dar Glück seiner Kinder am Herzen liegt. Nachdem Thaddäus das Pfarrhaus verlassen, hatte er an der Wendung eines schmalen, von Hecken eingefaßten Weges Binia getroffen; sie war so verändert, mager und mit tiefen Schatten unter den Augen. Warum war sie bei seinem Anblick so jäh erblaßt? Sie hatte den Kopf gesenkt wie eine Verbrecherin und war kaum zu einer Antwort zu bewegen. Als er endlich wr Gesicht hatte sehen können, war er erschrocken über den Ausdruck namenloser Angst, der in ihren Zügen lag. Was ging in ihr vor? War das Mädchen krank oder verzweifelt, und bemerkte es Keiner der Ihrigen? »Binia, liebste Binia, Sie leiden! Was ist Ihnen? Ich will Sie nicht quälen, aber wenn Sie mich brauchen, so wissen Sie, wo ich zu finden bin, nicht wahr?" Sie hatte ihm einen so dankbaren und zugleich einen so herzzerreißenden Blick zugeworfen, daß er bis auf den Grund seiner Seele davon gerührt wär, und jetzt lag ihm der Gedanke an das arme Kind wie ein drückender Alp auf der Seele. Er machte sich Vorwürfe, nicht weiter in sie gedrungen zu sein; vielleicht hatte sie nur auf ein Wort von ihm gewartet, um r kleines, gebrochenes Herz auszuschütten. Des Abends, als er mit Hans allein war, erzählte er ihm nichts von feiner Begegnung mit dem jungen Mädchen, sondern berichttte ihm nur über die Unterredung, die er mit dem schlauen Priester gehabt hatte. XIII. «nrr6J£)ra?0^ei^t,0t6terretilut,9en im Pfarrhofe waren jetzt in vollem Gange. Ein halbes Dutzend Arbeiterinnen, die sich mLSH?“ Hause breit machten, waren unablässig mit Zu« schästigt ' Uttb Drbnen der Aurstattungswäsche be« , . Schon seit Wochen war im Dorfe Alles mit Beschlag belegt worden und Diolyma hatte in der ganzen Gemeinde ein£ Nazzia auf Alles, was Federn trug, veranstaltet und auch Butter und Eier, Käse und Honig nicht vergessen. In der Pfarre würde man auf diese Art schwelgen können; dafür mußte freilich beim Bauern die Suppe etwas maj?etreI' das Brod etwas schwärzer gegessen werden. Aber was schadete das, wenn nur die Ehre des Dorfes gerettet "ar und man auf zwanzig Meilen in der Runde sagen konnte, die Hochzeit der Popentochter wäre die reichste und feinste, die man seit lange in der Gegend gesehen hätte! Da viele ruthenische Priester zum Uebernachten erwartet ^.deU' hatte Diotyma den Getreideboden in einen allgemeinen Schlafsaal verwandeln lassen, wie es bei ihren Eltern und in anderen Pfarrhäusern Brauch war. Zuerst wurde der tannene Fußboden sorafältia rein aekeat ba?nrlnt ^der Abteilung eine Streu wohlriechenden Heus aufgeschüttet, auf dem die Betttücher und Kopfkissen symetrisch jeorbnet wurden. Für die Decken zu sorgen, überließ man SefSh mi?k"N^ieser Abteilungen hing ein ein« odjes ©(§1(1) mit der Bezeichnung der darin aufzubewährenden ^39en' Mais - und unter dieser W di« von den Geistern des Weins Ä ft e nigermaßen betäubten Popen und Popa« dias nach dem Hochzeitsfeste Ruhe finden. ) in Sicßerr. "■ 318 „Wir werden es doch nicht vermeiden können, Harasim zur Hochzeit einzuladen," sagte der Priester zu seiner Frau. „Ja, es wird wohl nicht anders gehen," erwiderte Diotyma sorgenvoll. „Es steht ihm ja auch nicht auf dem Gesicht geschrieben," meinte der Gatte, „daß er Btnias Verlobter ist, und dann, wenn man ihm Vorsicht anräth.....Uebrigens denkt doch an einem solchen Tage Niemand daran, von Politik zu sprechen; da hat Jeder andere« im Kopfe." Eine Sache beunruhigte den ehrwürdigen Herrn noch: Da sich die beiden Gegner nun doch einmal treffen mußten, sollte man da die Russen oder die Polen vom Nagel nehmen, die Czaren oder die polnischen Nationalhelden auf den Boden verbannen? Oder wäre es nicht besser, sie alle zusammen in voller Eintracht an der Wand aufzuhängen, was jedenfalls die Pracht der Decorätion sehr erhöhen würde? Aber nach reiflicher Ueberlegung und auf den Rath der klugen Diotyma beschloß er doch, auf die Gefahr hin, die Wände ganz leer zu haben, alle die großen Männer ohne Unterschied in den Holzschuppen wandern zu lassen; auf diese Art könnte wenigstens Niemand an ihnen Anstoß nehmen. Alle diese Festvorbereitungen beängstigten Binia auf's Furchtbarste. Sie wußte, daß, wenn Sofronya einmal ver- heirathet war, kein Grund mehr vorlag, ihre Verlobung zu verheimlichen und die Hochzeit noch lange aufzuschieben. O, wie ihre Pulse schlugen bei diesem unerträglichen Gedanken! Des Abends, wenn ihre Schwestern sich weich und warm in ihre Betten schmiegten und sofort einschlummerten, sehnte sie vergebens den Schlaf herbei. Meist vergrub sie dann ihr armes Köpfchen in die Kiffen und weinte leise, ihre Seufzer unter der Decke erstickend. Oder auch sie erwachte mitten in der pechfinsteren Nacht, keuchend, in Schweiß gebadet, von dem Schreckbild dieser verhaßten Verbindung verfolgt, und rief angsterfüllt mit gerungenen Händen: „Nein, nein, ich kann nicht! Gott, erbarme Dich meiner!" Der Tag vor der Hochzeit war endlich gekommen. An dem Morgen war Binia ganz geknickt aufgestanden. Die Furcht vor dem unerbittlichen Schicksal, das sie erwartete, tödtete sie langsam. „Nein, es ist unmöglich," murmelte sie, ihre rothen Augen waschend, „ein solches Opfer kann man von keinem Menschen verlangen." Warum sollte sie nicht vor ihre Eltern treten, ihnen ihre unüberwindliche Abneigung erklären, ihren Wunsch ausdrücken, sich nie zu verheiratheu, sich ganz ihnen zu widmen und ihrem Glück? Sie mußten sie ja verstehen, sie konnten nicht so unmenschlich sein, waren sie doch auch jung gewesen. Nachdem sie diesen heldenhaften Entschluß gefaßt hatte, fühlte sie sich stark, durchschritt eilig den sonnendurchleuchteten Saal und klopfte an die Thür des väterlichen Arbeitszimmers. „Was willst Du?" rief die Mutter. „Du siehst, daß wir zu reden haben." „Ich wollte nur ein paar Worte mit Euch sprechen." „Später. . ." „Nein, ich möchte es lieber gleich thun." Ihre Stimme klang so entschlossen, daß die Eltern betroffen aussahen. „Nun, was giebt's? Komm' her, sag' schnell!" „Von meiner Verheirathung wollte ich mit Euch reden." „Von Deiner Verheirathung? In war mischst Du Dich? Denkst Du etwa, daß Dich das etwas angeht? Da irrst Du Dich sehr! Das ist eine Sache, die zwischen Piesek und Deinem Vater abgemacht wird. Wenn der Augenblick gekommen ist, wo Du Deine kleine Rolle dabei zu spielen hast, wirst Du es schon erfahren. Bis dahin hast Du Dich um nichts zu küm- mern. Und nun geh' auf den Hof und füttere das Federvieh, hörst Du? Hier find die Schlüssel." Binia rührte sich nicht. „Ich will nicht heirathen," sagte sie, ihre Eltern offen ansehend. Der Vater zuckte die Achseln. Er saß am Tisch und machte Rechnungen für die Gemeinde. „Wird diese Comödie noch lange dauern? Ich habe Anderes zu thun." „Ich will nicht heirathen," wiederholte die Kleine mit fester Stimme. „Und warum nicht? Ich bitte Dich," rief die Mutter. Binia hatte sich den Eltern genähert, ließ sich langsam auf die Kniee nieder, ergriff ihre Hände und küßte sie. „Zwingt mich nicht," bat sie mit ruhiger Stimme. „Ich liebe Harafim nicht; ich würde so unglücklich werden! Ach, wenn Ihr wüßtet, wie ich ihn hasse und fürchte zugleich! In der Nacht, wenn Alles schläft, träume ich, daß er mich weit, weit fortführt und es scheint mir, als müßte ich sterben. Es kann Euch doch nicht betrüben, wenn ich darum bitte, immer bei Euch bleiben zu dürfen; ich will Euch pflegen, Euch dienen wie eine Magd. Lieber Papa, geliebtes Mütterchen, habt doch Mitleid mit Eurer kleinen Binia, die Euch ihr ganzes Leben lang nie um etwas gebeten hat." Ein Hohngelächter schloß ihr den Mund. „Gott, wie dumm bist Du," rief der Vater, „wie dumm! Sie sind alle gleich, diese Mädchen, lauter Zieraffen! Weißt Du, an wen ich dabei denken muß? An den tauben Roman, den früheren Küster, wenn er von Musik spricht. Was verstehst Du von der Musik der Ehe, daß Du Dich so davor fürchtest?" „Nicht vor dem Heirathen an sich, sondern vor dem Seminaristen habe ich Angst," flüsterte Binia mit thränen- erstickter Stimme. „Ach, ich bitte Euch, zwingt mich nicht, Ihr macht mich unglücklich für'« ganze Leben." Sie lag schluchzend auf den Knieen vor ihren Eltern. „Genug davon," sagte jetzt der Vater, indem er sie rauh fortstieß, „meine Geduld ist zu Ende. Sei froh, daß Gott Dir vorsorgliche Eltern gegeben hat. Dank ihrer Fürsorge wirst Du wie Deine Schwester ein Haus, eine Stellung in der Welt haben. Wenn Du doch Sofronya ein bischen ähnlicher wärest! Wie freundlich und lächelnd begrüßt sie stets ihren Bräutigam — Du dagegen! Und doch solltest Du Dich rrkenntlich gegen einen Mann zeigen, der Dich ohne jede Mitgift nimmt und der Dir ein Glück bietet, das kein Mädchen in der Runde ausschlagen würde. Denn ich wiederhole es Dir, er ist reich und kann es durch seine Verbindungen weit bringen. Aber wozu meine Zeit verlieren, um Dir Aller dies auseinanderzusetzen? Bei den Mädchen hilft nichts als befehlen. Alle Vernunftgründe nutzen nichts. Und jetzt geh' und thu', was Dir die Mutter gesagt; gteb den Hühnern Futter. Nimmst Du nicht die Schlüssel?" Sie war schon an der Thür, nun kehrte sie in düsterem Schweigen noch einmal um. Ihr Gesicht war bleich wie der Tod. Sie nahm mechanisch das dargereichte Schlüsselbund und ging hinaus. Die Gleichgiltigkeit ihrer Eltern brachte sie ganz außer Fassung. Verzweifelt und rathlos trat sie in den Hof. Nachdem sie dem Hühnervolk feine Ration zugetheilt hatte, ergriff sie eine unüberwindliche Abscheu davor, in's Pfarrhaus zurückzukehren und dort ihre tägliche Arbeit aufzunehmen; zugleich empfand sie ein tiefes Bedürfniß, ihre arme Seele in der friedenbringenden Dämmerung des kleinen Gotteshauses aufzurichten. Flüchtig eilte sie durch den Obstgarten, zwischen den fruchtbeladenen Stachelbeerhecken hindurch, stieß die Thür der Kirchleins auf und kniete nieder. „Heilige Maria," flüsterte sie, „hilf mir, daß ich mich fügen lerne. Gieb mir die Kraft, zu gehorchen, räume mir die Versuchungen aus dem Wege, laß mich nicht mehr an Han« denken l" Sie drückte ihr tief erröthetes Gesicht in die glühenden Hände. „Maria, Maria, thue ein Wunder I Erbarme Dich eines armen, schwachen Geschöpfes, das nur leiden, gehorchen und schweigen kann." Sie war kraftlos niedergesunken und ihre Thränen flössen jetzt unaufhaltsam, von ersticktem Schluchzen begleitet. Ue! spärlich um dere hingen i herabbli, Pli der Fuß Sie erzi dem Ha! Bel zweiflunl mit wei Herr He schreckt I Die »31 gerade r sehen, ka suchte S Sie Er sah । und erg getröstet: „3< ich beabs „EI Sie nehmen ■ drohte ik „3< war zue, billigt er Jahre, den Cow Bla ging forl schickte, vergessen „Si doch vor böse dar Bös von ihm „Ui bald fori Sie es also! Geheim« sie hätte ihm? Si sich so mußte. Sie dürs ich den s schlüpfte Ich beug vorüberg nahe, da nicht alle October war nich Ja, kam ihr Gestrüpp Thier ni Han« ihi Oh, an. So widersetzt nach Am — 319 — Ueber dem von einer Reihe kleiner, brauner Kerzen spärlich erleuchteten Altar befand sich eine gemalte Madonna, um deren Hals zahlreiche Ketten von Corallen und Glasperlen hingen und die mit großen, runden, blauen Augen beängstigend herabblickte. Plötzlich knarrte die Thür und es schien Binia, als habe der Fußboden unter den Schritten eines Menschen gekracht. Sie erzitterte, wischte sich schnell die Thränen ab und sah in dem Halbdunkel einen Schatten sich zögernd nähern. Beschämt darüber, daß sie in einem Augenblick der Verzweiflung überrascht wurde, stand sie eilig auf und sagte dann mit weit aufgeriffenen Augen: „Mein Gott, Sie sind es, Herr Hansl" Das Herz stand ihr still. „Wie Sie mich er- schreckt haben I" fügte sie leiser hinzu. Die Dunkelheit in der Capelle verbarg ihm ihre Bläffe. «Ich bitte sehr um Verzeihung," sagte er sanft, „ich ging gerade vorüber und da ich Sie von Weitem hatte eintreten sehen, kam ich Ihnen nach; denn die Wahrheit zu sagen, ich suchte Sie, Binia." Sie hatte den Kopf gehoben und schaute ihn erstaunt an. Er sah gar nicht zornig aus, sondern sein Gesicht war ruhig und ergeben, so daß sie sich sagte: Er hat sich vollständig getröstet; es ist ihm einerlei jetzt. Um so beffer, mein Gott! „Ich komme, um Ihnen Lebewohl zu sagen, Binia; denn ich beabsichtige, eine große Reise anzutreten." „Eine Reise?" Sie versuchte zu lächeln, eine gleichgiltige Miene anzunehmen wie er; aber sie vermochte es nicht und das Herz drohte ihr dabei zu zerspringen. „Ja, eine große Reise nach Amerika, Herr Thaddäus war zuerst wohl ein bischen dagegen, aber jetzt versteht und billigt er meinen Entschluß; es ist ja auch nur auf drei Jahre. Ich habe mich gestern entschieden und werde morgen den Contract in der Kreuzschenke von Raftowa unterzeichnen." Blaß und starr hörte sie ihn mit irren Blicken an. Er ging fort; das war zweifellos die Hilfe, die ihr die Madonna schickte. Wenn er weg war, mußte sie sich wohl fügen, mußte vergeffen lernen. „So wollte ich," fuhr der junge Mann fort, „Ihnen doch vor meiner Abreise Lebewohl sagen. Sie sind mir nicht böse darüber, Binia, nicht wahr?" Böse sein? Warum? Es war im Gegentheil sehr gut von ihm. „Um so mehr," fügte Hans hinzu, „als Sie nun auch bald fortgehen, da Sie sich verheirathen." Sie warf ihm einen erschrockenen Blick zu. Er wußte es also! Wie hatte er von der Sache erfahren, die noch ein Gehetmniß war, die sie wie eine Schande betrachtete und die sie hätte verbergen mögen vor aller Welt, besonders aber vor ihm? So war denn also die Unglücksstunde gekommen, wo sie sich so tief vor Hans erniedrigen und vor ihm erröthen mußte. „Sie wundern sich, daß ich es weiß," sagte er, „aber Sie dürfen mir deshalb nicht zürnen. Neulich Abends, als ich den Fußsteg ganz dicht an Ihrem Garten entlang ging, schlüpfte Komar durch die Hecke, ohne daß ich es bemerkte. Ich beugte mich vor, um ihn herbeizupfeifen, al« Sie gerade vorübergingen. Der Mond schien hell und ich war Ihnen so nahe, daß ich Ihr Haar hätte berühren können. Sie waren nicht allein und er sagte zu Ihnen: Ich werde den ersten October ordinirt, wir müssen kurz vorher heirathen. — Das war nicht mißzuverstehen." Ja, sie erinnerte sich dessen; vier Tage war es her. Es kam ihr vor, als hörte sie noch, wie der Hund in dem dürren Gestrüpp der Beete herumschnüffelte. Und sie hatte dar treue Thier nicht erkannt, ihr Herz hatte es nicht errathen, daß Han» ihr so nahe war? Ohne ein Wort zu sagen, sah sie ihn nur unverwandt an. So wußte er denn Alles und war nicht unglücklich, widersetzte sich nicht, sondern konnte ihr ruhig seine Absicht, nach Amerika zu gehen, mittheilen und sie sich selbst und ihrem Elend überlassen I Ach, es war zu grausam, er liebte sie nicht; das war ihr jetzt ganz klar! Aber da nun Alles vorüber, da der schwache Faden, der ihr Leben kurze Zeit an das seinige geknüpft hatte, zerrissen war, warum beunruhigte er sie da noch weiter, sie, die so viel Mühe hatte, ihre Pflicht zu thun, zu gehorchen und zu vergessen? Wie verwünschte sie dies elende Leben, das ihr nur Thränen brachte; wie verachtete sie die Welt und die Ihrigen, die ihrem Schmerze so gleichgiltig gegenüberstanden! Der Blick ihrer Augen wurde hart und ihre Lippen zitterten ungeduldig, als wollten sie sagen: Run, auf was warten Sie noch? Machen Sie ein Ende 1 Was haben wir noch miteinander zu thun? Hans sah sie traurig und überrascht an, als verstände er sie nicht. Vielleicht hatte er ihr noch viel zu sagen, aber er reichte ihr nur die Hand und flüsterte: „Golt segne Sie, Binia, und gebe Ihnen alles Gute." „Danke und viel Glück drüben, Hans!" Das war Aller. Dann ging er. Noch einen Augenblick, und sie hätte sich nicht mehr beherrschen können. Nun lehnte sie halb ohnmächtig an dem kleinen Portal und sah ihm nach. Auf der Landstraße fuhr ein mit zinnernen Milchkannen beladenes Wägelchen, an dem hinten ein ganz kleiner, weißer Kindersarg angebunden war. Die Kannen tanzten hin und her und glänzten in der Sonne, und der winzige, mit Silberpapier überzogene Sarg tanzte auch, so daß sich auf der glatten Straße ein länglicher, blendender Fleck, der wie ein Stern aursah, bildete. In der Mitte des Hügels wandte Hans sich um und als er plötzlich Binia bemerkte, wie sie ihm nachsah, zögerte er einen Augenblick. Würde er zurückkommen, halten sie sich nicht Beide noch etwas zu sagen? Er stand einige Seeunden unentschlossen und das Herz des jungen Mädchens klopfte stürmisch. Ja wirklich, er kam, er besann sich. „Maria, hilf mir! Wie soll ich ihm widerstehen, wenn er zurückkehrt; wie soll ich es verhindern, daß er auf meinem Gesicht die Wahrheit liest!" Aber Hans schwankte nicht lange; nachdem er, den Blick nach der Kirche gewandt, vorübergehend gezaudert hatte, drehte er plötzlich um und setzte seinen Weg fort. Das Wägelchen rollte immer weiter auf der grauen Landstraße. Jetzt bildete es nur noch ein kleines, funkelndes, herüber- und hinüberschwankendes Fleckchen. Und auch Janek war blos ein winziger, fast unbemerkbarer Punkt, der endlich ganz verschwand. Binia neigte das Haupt; sie wußte, daß er nun den ersten Schritt in die unbekannte, gehetmniß volle Welt gethan hatte, wo er von nun an ohne sie leben würde. Ach, warum erfüllte das Bewußtsein gethaner Pflicht ihr Herz mit so viel Bitterkeit? (Fortsetzung folgt.) Aberglaube in der Wundarznei früherer Jahrhunderte. Von Dr. Grumbach. (Schluß.) Außer der Blutstillung war für den Wundarzt, nament- ltch im Kriege, das Entfernen der eingedrungenen Geschosse eine schwierige Aufgabe. Da man weder die nöthigen Kenntnisse noch Instrumente besaß, um auf natürlichem Wege eine regelrechte Extraction der Waffen zu bewirken, so spielte selbst, verständlich wieder der Aberglaube eine große Rolle. Zunächst nahm man die geheimen Kräfte der edeln Gesteine, der Zeichen und Wörter zu Hülfe, „denn durch solche Kräfte werden die Hakenpfeile und die verfallenen Büchsenkugeln ausgezogen." Außerdem waren gebräuchlich: zerschnittene Eidechsen und ge- röstete Krebse, „denn wie der Krebs hinter sich kreucht, also geht auch der Pfeil aus der Wunde zurück." Hiermit und mit den anderen Salben wurde nun aber keineswegs die Wunde selbst, sondern vielmehr die Waffe, welche die Wunde hervorgebracht, bestrichen. Konnte man, wie es doch oft im Kriege geschah, der Waffe nicht habhaft werden, so wurde nur ein mit dem Blute des Verwundeten benutzter Stecken damit verbunden. Ja, später wurde man auch dieses müh' samen Gebrauches überdrüssig und begnügte sich damit, ein wenig Blut des Verwundeten in Fett aufzubewahren. Gerade das war aber für die Heilung sehr vortheilhaft. Denn während nun die Waffe aufs sorgfältigste mit der Salbe beschmiert wurde, spülte man die Wunde täglich nur mit Waffer oder Weiu aus und bedeckte sie jedesmal nur mit einem gemeinen Tüchlein, d. h. mit einem reinen und nicht mit der unreinen Schmiere bestrichenen. Das tiefe, aber unbekannte Geheimniß dieser ganzen Wundbehandlung lag also offenbar darin, daß bei der einfachen, reinlichen, natürgemäßen Be- Handlung die Wunden beffer heilten, als bei der sonst üblichen Application von Pflastern und Salben. Gerade weil die Aerzte die Wunden nur so nebenbei behandelten und ihre ganze Aufmerksamkeit bei der üblichen Wunderschmierkur den Waffen zuwandten, wurde der natürliche Heilungsproceß nicht gewaltsam unterbrochen, und an den Waffen konnten sie ja glücklicherweise nichts verderben. Der Arzt Purmann erzählt: Im Mai 1674 übernachtete er mit zwei Fremden in einem Gasthause eines Städtchens nahe bei Halberstadt. Als in der Nacht einer der Fremden, welche wacker gezecht hatten, aufstand, fiel er auf ein Hirschgeweih und trieb sich einen Zacken desselben in den Leib. Purmann wurde gerufen, stillte das Blut, spülte die Wunde aus und verband das Geweih sehr sorgfältig mit einer Wundsalbe. Anderen Tages reisten die Fremden weiter. Purmann aber zog mit dem Geweih nach Halberstadt, es dort noch vier Wochen täglich auf's Sorgsältigste verbindend. Wie sich später herausstellte, war die Wunde ohne Schmerzen und Beschwerden schnell geheilt. Sehr wunderbar ist er, daß trotz des Aberglaubens die Heilkunde in manchen Dingen schon weit vorgeschritten war, z. B. daß sie schon die Rhinoplastik, das Ansetzen von Nasen aus der Haut eines Anderen, ausführte. Dieses spsciellen Gebietes bemächtigte sich nun aber auch die Sympathie mit ganz besonderer Vorliebe. Man war fest versichert, daß der betreffende Patient das körperliche Befinden des Anderen mit all seinem Wohl und Wehe theilen muffe, was nicht selten zu großen Fatalsten führte. Pfeizer, Stadtphysikus von Nürn- berg, erzählt, wie ein Edelmann sich aus dem Arme eines seiner Knechte eine neue Nase machen ließ. Alles ging nach Wunsch. Als aber der Knecht drei Jahre später erkrankte, „empfand der Edelmann, wiewohl abwesend, eben zu jener Zeit nicht geringe Schmerzen an seiner Nase, von welchen er sich nicht ersinnen konnte, woher solche kommen müßten, bis der Knecht starb, da denn zugleich die Nase des Edelmannes mit erstarb und seinem ersten Herrn im Tod Gesellschaft leistete, zum großen Wehklagen des Edelmannes." Besonders verbreitet war natürlich, auch unter den Aerzten der Glaube an das persönliche Eingreifen des Teufels. So hat Fabrizlu» eine Art von Todtenschein ausgestellt, worin er den 1583 in Düsseldorf plötzlich eingetretenen Tod eines Mannes durch „eine vom Teufel ausgeführte Verrenkung des Rückgrats" erklärt. Es gab eben in der Wundarznei der früheren Jahrhunderte kaum eine Krankheit, für welche nicht irgend ein „Arkanum" oder eine sympathische Kur exlstirte. Manches lehnte stch unmittelbar an den Volksglauben an, und — gestehen wir es offen — steht auch heute noch in Ansehn- Oder giebt es Niemand mehr, der sich z. B- bei Halsschmerzen „um Gotterwillen nicht" den rechten Strumpf umbindet, sondern stets nur den linken, weil nur der allein hilft, denn — „er kommt von der Hsrzseits des Körpers?" Ich glaube aber auch, daß es keine noch so thörichte Wunderkur oder noch so albernes sympathetisches Heilmittel giebt oder gegeben hat, 320 — dem nicht einst ein Körnchen von gesundem Menschenverstand zu Grunde gelegen hätte, durch welches seine Anwendung doch den Schein der Begründung erhält. Freilich waren die dabei leitenden Gedanken oft sehr seltsame. Dies sahen wir z. B. bei dem Krebspulver, bei dessen Anwendung sich deshalb die Fremdkörper aus der Wunde zurückziehen sollten, weil ja auch die Krebse rückwärts zu gehen pflegen. Die Quintessenz aber aller damaligen medicinischen Weisheit scheint mir doch die Begründung der Anwendung des Gänsefetts gegen Frostschäden zu sein: „weil nicht leicht erfriert eine Gan« die Füße, ob sie gleich oftmalen im kalten Wasser ist und auf dem Eise wandert und spazieren geht." Gemeinnütziges. Das Gießen der Gemüsebeete in der jetzigen Jahreszeit muß durchdringend geschehen, sonst wird es beffer unterlaßen. Leider wird aber hierbei immer viel zu ängstlich verfahren; man meint, wenn der Boden oben feucht ist, haben die Pflanzen schon hinreichend genug Wasser. Untersucht man aber nach einem derart oberflächlichen Gießen den Boden, so wird man finden, daß ebenso wie nach einem kurzen Regen der Boden oben naß ist; gräbt man jedoch etwa« in die Tiefe, so wird der Boden in den meisten Fällen noch vollkommen trocken fein. Es ist demnach auch ein kleiner Regenschauer durchaus kein Grund, das Gießen zu unterlassen; ebenso ist nach oberflächlichem Gießen bei trockenem Wetter die feuchte Schicht in kurzer Zeit wieder trocken und dadurch die Oberfläche noch stärker verkrustet als vorher und nimmt in Folge dessen bei einem folgenden Regen gar kein Waffer mehr an. Und selbst wenn man bei anhaltend heißer Witterung jeden Abend gießt, bi« das Wasser abläuft, leiden trotzdem die Pflanzen noth. Gewöhnlicher Gartenboden kann eben nicht auf einmal aufsaugen, was die Pflanzen an Feuchtigkeit gebrauchen. Man muß deshalb die Aufsaugungs- fähigkeit des Bodens durch häufiges Hacken der Beete vermehren. Soll das Waffer aber tiefer eindringen, dann müssen mit der Hacke gleichmäßig vertheilte Vertiefungen gemacht werden, in denen das Waffer stehen bleibt. Literarisches. „Fort soll's gehen in die weite Welt!" Mit diesen Worten beginnt der Modenbericht in der neuesten Nummer von „Mode «Nd jenen, herrlichen Moden- und Familienjournal, welches der Firma John Henry Schwerin, Berlin W. 35, einen Weltruf verschafft und welches selbst eine Wanderung über die ganze bewohnte Erde angetreten hat. Diesen Einleitungsworten entspricht denn auch der gesammte, überaus reiche Inhalt dieser Nummer, sowohl in den von Künstlerhänden geschaffenen, herrlichen Moden-Genrebildern, die das Reise- und Badeleben zum Hintergrund haben, wie auch in dem viele Seiten füllenden Text, in welchem (in der belletristischen Beilage) u. a. die neueste Novelle von Max Kretzer „Die steinerne Insel" und die Autobiographie des jüngst verstorbenen Romanschriftstellers E. v. Wald- Zedtwitz (mit Bild) enthalten sind. Mehrere seitengroße Holzschnitte von künstlerischem Werth, ein großer Schnittmusterbogen, Naturgröße Stickereivorlagen, das Damen-Witzblatt „Humor", eine Beilage „Aerzt- licher Rathgeber", der große, vielseitige Haustheil und vieles andere zeichnen diese Nummer besonders aus. „Mode und Haus", mit 36 Seiten reich illustrirtem Text, kostet nur eine Mark vierteljährlich, und mit Colorits, 8fettiger Romanbeilage „Aus besten Federn", Musterfrisuren rc. nur 1,25 Mk. Gratis-Probenummern durch alle Buchhandlungen und durch den Verlag John Henry Schwerin, Berlin W. 35; Abonnements durch erstere und durch die Post. Zu den angenehmsten Beschäftigungen in der Reise- und Badezeit zählen unsere Damen die theilweise ober vollständige Selbstanfertigung der Wäsche mit all' ihrem reichen Zubehör an Spitzen, Kanten, Häkelarbeiten rc., und alles das umfaßt in gefälligster Form, in Hunderten von Mustern, Schnitten, Anleitungen u. s. w. die im Verlage von John Henry Schwerin, Berkin W. 35, erscheinende „gattStricte WLsche-ZeiiNNg". Die eben zur Ausgabe gelangte Juli-Nummer zeichnet sich hervorragend aus durch ihre Reichhaltigkeit sowie durch ihre Beilage, enthaltend Klöppelbrief und orientirenben Wäschebericht. Die „Jllustrirte Wäsche-Zeitung", welche für bie Frau jeben Standes von höchstem Nutzen ist, kostet nur 60 Pfg. vierteljährlich. Gratis-Probenummern burch alle Buchhanblungen, sowie burch ben Verlag John Henry Schwerin, Berlin W. 35; Abonnements durch erstere und durch die Post. Redaction: A. Echeyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen UniverfNRS-Buch- und Steinbruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gieße«. ff KW» '4 r Roman von Hochze Die @ wie an hoh das Land u einander. „Um i »Punk »Es f< „Und »Wisse »Ja, i Im P Morgengran Dorfe die ' gebracht uni worden, um man, wo e< ja nicht bl Männer un ans der Stz Postmeister Daher Anerbieten jovialen Im fein Silberze Pavel zur 8 von der an Noch niemal geleistet und das schöne, die wappsng dicken, grobem In der Aufregung ti