eanßa hier ge- Pitfch." al verblüfft zu inanderliegende Dinger, aber rn ein langer, iter ein etwas Schwester." re Unschuld beider von vorn amit aufgehört. und fällt Ditte >t Auserkorene kriegt. Dann st hält stch den »tz dazu — vor üsfig vor. Und die Ditto's nur Putzig war'r Aber auch dar gehabt, wo ich hmittag, wo ich ten Spaziergang >ürfs es jetzt, da zugeben — aus tufmerksamkeiten ne Frau Cölestins ob ich Absichten ch muß mit ihm ahnt, daß Lonny nun--und :! War mir doch avien? Ich sah« nochen knacken- b sieht mir in'r zestohlen hat. ich nur; morgen >enn's nicht wahr n. , uf dem Stettiner fragte Wolflum ibes." , icht! Schon zwei« i kein Schuljunge yda) in Gieße". as sagt man zu Landwirthschaft?» id erregt!" i : --------------- d/S ■'•'V . - ' 8 lii Schwester Ilse. Roman von Clarissa Lohde. (Schluß.) Georg hatte seines Gebieters Abwesenheit auch zu einem Ausflug benutzt, zu dem er sich seines Herrn Erlaubniß noch vor dessen Abfahrt eingeholt hatte. Es galt für ihn, einen lange vorher gefaßten Plan auszuführen. Versuchen wollte er es wenigstens, seinen jungen Gebieter, für dessen Wohl zu sorgen, so lange er lebe, er in des alten verstorbenen Herrn Hand gelobt hatte, davon zurückzuhalten, fein eigenes Glück und seinen Frieden für immer zu zerstören. Noch nie hatte der treue Alte für ein weibliches Wesen, selbst nicht für Wolfs Mutter, eine so zärtliche, hingebende Verehrung gefaßt wie für Ilse. Sie schien ihm der Inbegriff aller Tugend, die Güte und Milde selbst, gerade geschaffen, für ein so unruhiges Herz und heißes Blut wie das seines jungen Herrn ein friedliches häusliches Glück zu begründen. Wie oft hatte er unterwegs in fremden Landen davon geträumt, wie Alles in Gattersberg nun so anders, so geordnet und freundlich werden würde, wenn dort erst eine weibliche Hand in dem lange verwaisten Schlosse waltete. Und nun sollte das Alles wieder zerstört, Alles in Nichts versunken sein? Damit konnte und wollte er sich nicht beruhigen. Daß die Amerikanerin wohl der eigentliche Grund der Trennung der beiden Ehegatten gewesen, das hatte der schlaue Alte gleich gemerkt und sich vorgenommen, so viel an ihm war, dazu zu thun, um die Pläne der schönen Fremden zu durchkreuzen. Und nun war Alles fast ohne sein Zuthun so gekommen, wie er gehofft hatte; Ilse aber blieb dennoch fern. Man sprach von Scheidung und Wolfs verdüsterte Miene, sein unruhiges Wesen kündigte ihm, daß dieses Gerede auf Wahrheit beruhe. Warum aber das? Jetzt hatte ja Ilse keinen Grund mehr, ihrem Gemahl zu zürnen, und Georg konnte sich ihr Verhalten daher nur dadurch erklären, daß sie von dem Bruche des Barons mit der Amerikanerin noch nichts wisse. Der Baron natürlich würde zu stolz fein, sie davon zu unterrichten; dazu kannte er ihn genug, und er würde auch schwerlich das erste Wort zur Versöhnung sprechen. Aber sie, die liebe, gnädige Baronin, wenn er, der alte Georg, ihr das Alle« sagte und auseinandersetzte, dann würde sie doch vielleicht die Hand über's Herz legen und Alles verzeihen und vergessen, auch ohne daß der Baron sie darum bäte. W Als Wolf am Morgen den Wagen bestellt und ihm seinen Entschluß, zum Pastor Seiffard zu fahren, mitgetheilt hatte, war er tief erschrocken gewesen; denn er dachte nicht anders, als daß dort die Scheidung beantragt werden sollte. So entschloß er stch denn rasch und beredete Wolf zu der Fahrt über den Pachthof Jmstedts, um auf directerem Wege nach Hertheim zu Ilse und ihm zuvorzukommen. Frau von Bellin saß mit Ilse und Bruno, der zum Besuche für einige Stunden aus der Residenz herübergekommen war, auf der Veranda beim Kaffeetisch und horchte auf des Sohnes Mittheilungen über die bevorstehende Ernennung Axels zum Botschaftsrath in Constantinopel und dessen Verlobung mit des Grafen einziger Tochter. „Ein Glückspilz ist dieser Menzelen!" rief Bruno. „Alles schlägt für ihn zum Guten aus, selbst das Duell. Und nun fürchtete man gar noch, er werde sich verplempern und mit seiner Cousine, der hübschen Malerin, hereinfallen; aber ich sagte gleich, dazu wäre er viel zu klug, die hätte er ja schon lange haben können, wenn er sie gewollt —" „3a," mischte sich nun Frau von Bellin mit einem an- klagenden Seitenblick auf ihre Tochter ein, „Gott sei gedankt, giebt es noch nicht viel so idealistische Narren, die, wie meine Frau Tochter hier, das Geld meinen verachten zu können." „Ich verachte es ja nicht, liebe Mutter," entgegnete Ilse mit der von ihr jetzt immer geübten stillen Ergebung, „sondern betrachte es nur nicht als Hauptsache im Leben und begnüge mich lieber mit Wenigem, wenn die Ehre das von mir fordert." „Hoho," lachte Bruno auf. „Du scheinst einen ganz besonderen Begriff von Frauenehre zu haben, Schwesterlein. Ich denke, Eure Ehre liegt in Eurer Tugend. Geld, da« Du annimmst, weil Du er fordern kannst, vermag sie nicht zu beflecken." „Die Begriffe darüber sind verschieden, Bruno, ich lasse Dir die Deinen, lasse Du mir die meinen." Frau von Bellin zuckte die Achseln. „Ja, mit ihr ist nichts anzufangen. Erzähle lieber noch — 166 — von der kleinen Ny- Daß das unbedeutende Ding noch einen Mann und einen ganz ansehnlichen bekommen hat, setzt mich wirklich in Erstaunen." Bruno lachte. „Ja, der Geschmack ist verschieden; ich hätte ste mir auch nie erwählt. Aber was soll ich da erzählen? Sie haben fich verlobt und werden bald Hochzeit feiern; der alltägliche Lauf der Dinge." „Und gehen nach Porto Allegre; na, für die Geheim- räthin ist das auch eine bittere Nuß," meinte Frau von Bellin mit stiller Befriedigung, da ste der Geheimräthin im Innern das Glück, einen angenehmen Schwiegersohn gefunden zu haben, neidete." Jetzt wurde Georgs etwas gebeugte Gestalt in der kost- baren Livree der Menzelens vor der Gartenthür sichtbar. Ilse schnellte empor. Eine plötzliche Furcht überfiel sie: Wenn Wolf wieder krank geworden wärel Denn sonst käme Georg wohl nicht hierher; und sie fern von ihm, die doch allein mit seiner Natur Bescheid wußte! Mutter und Bruder, die fich gleichfalls erhoben hatten und neugierig hinausschauten, mit einem Blicke bittend, sie allein gehen zu lasten, eilte fie dem Alten beklommen entgegen. „Was ist geschehen, Georg, was bringen Sie?" Der alte Mann, dem das Steigen schon schwer wurde, sank erschöpft auf eine Bank. „Nichts, gnädigste Frau Baronin, nichts Schlimmes, nur daß ich Sie einmal unter vier Augen sprechen wollte." „Im Auftrage des Barons?" „Nein, gnädige Frau Baronin, der Herr Baron weiß nichts davon, daß ich hergefahren bin; doch ich konnte nicht anders, ich mußte Ihnen sagen, was mir auf dem Herzen liegt." Ilse hatte sich wieder völlig gefaßt. „Was denn, Georg; haben Sie einen besonderen Wunsch, den ich Ihnen zu erfüllen vermag?" „Nur den einen, gnädigste Frau Baronin, daß Sie meinen Herrn nicht verlaffen, sondern zu ihm zurückkehren." Dabei sank der Alte tief erschüttert in die Knies und küßte flehend die Hand Ilses. Diese sah sich erschrocken um. Ein Glück, daß die Bank hinter Buschwerk versteckt war und von der Veranda aus nicht beobachtet werden konnte. „Guter, treuer Georg," erwiderte sie tiefbewegt, „nicht an mir liegt es, daß ich nicht zurückkehren kann und darf." „Vielleicht, weil die Frau Baronin glauben, daß der Herr Baron sind Andere heirathen will; aber dem ist ja nicht so. Es ist Alles aus mit der Amerikanerin; war schon in Rom au», und sie hat sich mit einem Rusten verlobt." Ilse wechselte jede Farbe. „Sie täuschen mich nicht, Georg?" „Wie sollte ich, Frau Baronin, bei einer so heiligen Säche?" Ilse seufzte auf. „Wenn auch, guter Georg; der Baron liebt mich nicht und ohne Liebe an seiner Seite zu leben, das reicht über meine Kraft." «Du irrst, er liebt Dich doch," erscholl da eine Stimme an ihr Ohr, bet deren Klang ihr ganzer Körper erbebte. „Du Edle, Gute, er liebt Dich und gelobt Dir, Deiner würdig zu werden." Zwei Arme umschlangen fie, zwei, ach, so heißgeliebte Augen schauten bittend in die ihren. War es Traum, war es Wirklichkeit? „Wolf, — es ist nicht möglich! Du, Du?" «Ich bitte demüthig, meine Heilige, mir vergeben zu wollen." Georg hatte auf einen Wink des Pastors stch zurückgezogen und schritt jetzt, mit Thränen der Rührung in den alten Augen, neben ihm den Gartenweg hinauf. „Wenn Sie das erwirkt haben, Herr Pastor, so segne Sie Gott, Sie haben meinem Herrn mehr gerettet al» das Leben, seiner Seelen Seligkeit." „Still, Georg, still! Sein gutes Herz hat es gethan, Hoffen wir das Beste." Frau von Bellin und ihr Sohn waren nicht wenig überrascht, als wenige Minuten darauf der Baron mit Ilse am Arm, vom Pastor und Georg gefolgt, zu ihnen in die Veranda traten. „Ich komme, um mir meine Frau heimzuholen," sagte der Baron, sich mit ritterlichem Anstand über die vor Erregung leicht zitternde Hand der Dame neigend, „und Ihnen Dank für die Gastfreundschaft zu sagen, die Sie ihr länger freilich, als es mir lieb war, gewährt haben." Frau von Bellin, die sonst um Worte nie verlegen war, fand plötzlich kein einziges, so betroffen war sie. „Wie, Ilse," stammelte sie endlich, sich zu der Tochter wendend, „Du willst wirklich —" „Meines Gemahls Güte annehmen, ja, liebe Mama." „Und heute noch?" Wolf hatte Georg einen Wink gegeben, der sich eiligst mit vor Freude hochgeröthetem Antlitz entfernte. „Ja, heute noch, verehrte Frau Schwiegermutter," antwortete Wolf statt seiner Frau, „der Wagen wird gleich hier sein." „Aber Deine Sachen, Du hast nichts gepackt." „Das wird Alles die Jungfer besorgen, ich schicke sie morgen." Und sich zu Ilse neigend, fügte er leise und zärtlich hinzu: „Das Beste führst Du ja mit Dir, Dein goldener Herz!" * ♦ * Einige Tage darauf wurde im Schlöffe Gattersberg zum ersten Male nach langer, langer Zeit ein frohes Fest gefeiert, zu dem nicht allein Mutter und Bruder der Hausfrau, sondern auch die Pfarrersfamilie aus Hertheim anwesend waren. Die Fenster des stolzen Herrensitzes strahlten heiter in das Dunkel, der Himmel wölbte stch in tiefem Blau darüber, als die Nacht mit ihrem Sternenheere heranzog. Friede, Freude, wohin das Auge schaute, und Frühling in den Herzen. Es erhöhte nicht wenig die Wethe des Tages, daß der Pastor dem Hausherrn die gute Nachricht brachte, auch auf dem Hofe beim Pächter Jmstedt werde heute Versöhnung gefeiert. „Alles Dein Werk," sagte Wolf, seiner Gattin liebevoll in die Augen blickend. „Was ein gutes Weib aus uns bösen Männern doch machen kann." „Ja, ja," nickte der Pastor, „auf den Frauen ruht unsere Zukunft und so lange sie sich noch in Sitte und Tugend halten, steht's mit unserer Zeit noch nicht zu schlecht. Goethes Wort behält auch heute noch seine Giltigkeit: Das ewig Weibliche zieht uns hinan." Hygienische Friihjahrsbetrachtung. Von Dr. Otto Gotthilf. ------- (Nachdruck verboten.) Vom Eise befreit sind Strom und Bäche Durch des Frühlings holden belebenden Blick; Im Thals grünet Hoffnungsglück! Der alte Winter, in seiner Schwäche, Zog fich in rauhe Berge zurück. Erleichtert athmet der Mensch auf: Der Frühling hält seinen Einzug! Neue» Leben und neue Gesundheitsfreudigkeit erfüllt Jung und Alt. Aber gerade jetzt müffen stch Schwächliche und Kranke vor den gefährlichen Wetterlaunen sehr in acht nehmen. Ist e» doch eine bekannte Thatsache, daß namentlich unter den Schwindsüchtigen der Tod im Frühjahr und im Herbst seine reichste Ernte hält. Hatten ste den Sommer bei gleichmäßiger, warmer Witterung glücklich überstanden, so rafften die rauhen Stürme des Spätherbstes gar Viele dahin. Für die Ueberlebenden kam dann der „trostlose", lange, lange Winter, wo sie ihren Lebensquell, die reine, frische Außenluft, fast ganz entbehren mußten und allen Schädlich! rom schö eine im heit nau hau heit, und Ten sent Sp! Wei dies wäh auch Lebe The! gebr freie ohne Stof iststi verä viele Folg und bede> Herrn Spq tism nicht ment sund zeit । Ende sein! welch jetzt schein Bruf und weite Krast welch oder welch Volk! die b des j hinan lebem depde mense und! erwär dem Grün linge Säng stimm der S Aerm straur Verla - 16*7 - Weiten des Stubenklimas bis zum Uebermaße ausaefebt waren. Zum Tods schwach werden sie nun in den ersten schonen Frühlingstagen hinausgebracht, aber nur zu oft aib > eine Laune des wetterwendischen April oder ein Frostrückial im Mai ihnen den letzten Stoß. Aehnlich verhält es sich mit den anderen Lungenkrank- heiten, namentlich mit der Lungenentzündung. Nach den ae» Berechnungen von Professor Hirsch kommen in den hauptsächlichsten Orten Europas und Amerikas auf 100 Krankheitsfälle an Lungenentzündung im Frühling 35, im Sommer und Herbst dagegen nur 18. Hieran sind zunächst die plötzlichen Temperaturschwankungen des Frühlings schuld. Daher reprä- sentirt auch in den wärmeren und subtropischen Ländern, wie Spanien, Italien, Griechenland, in welchen jener Einfluß des Wetters vorwiegend im Winter sich fühlbar macht, gerade diese Jahreszeit die eigentliche Saison der Lungenentzündungen, während diejenigen Landschaften tropischer Breiten, welche sich großer Gleichmäßigkeit in der täglichen Temperatur erfreuen, z. B. Egypten, Birma, Californien, von Lungenentzündung fast gar nicht heimgesucht werden. Durch die Statistik ist aber auch nachgewiesen, daß sich die Lungenerkcankungen nach der Lebensweise im Winter richten. Wer den Winter zum größten Theile in staubigen, überheizten, wenig gelüfteten Räumen zugebracht hat, ohne öfters durch recht tiefes Athmen in der freien Natur seiner Lunge den nöthigen Sauerstoff zuzuführen, Ke durch körperliche Bewegung die Blutcirkulation und den Stoffwechsel zu erneuter, energischer Thätigkeit anzuregen, der ist stubensiech geworden und wird sehr leicht einer Witterungs- Veränderung im Frühling zum Opfer fallen. Die verweichlichende ungesunde Lebensweise, welche von vielen Menschen im Winter geführt wird, zeigt ihre Übeln Folgen auch in einer großen Empfindlichkeit der Muskeln und Hautnerven gegen Witterungsumschläge, wodurch eins bedeutende Vermehrung der rheumatischen Leiden im Frühjahr hervorgerufen wird. Ein plötzlicher Regenschauer auf dem Spaziergange erzeugt bet Vielen schon ein tüchtiger Rheuma- tismus- Deßhalb soll man zwar vorsichtig sein, aber doch nicht verweichlichen. Achtsame Vorsicht gegen die wetter- wendischen Launen des Frühlings muß mit zielbewußter Ge- sundheitskrästigung gepaart sein. Auch wer die kalte Jahreszeit ohne besonderes Kranksein überstanden hat, ist doch am Ende derselben meist in seiner Constitution etwas geschwächt, sein Körper befindet sich in jenem widerstandsfähigen Zustand, welcher zu Krankheiten besonders disponirt. Da kommt nun jetzt die herrliche Frühlingszeit mit ihrem lachenden Sonnen- schein. In diesem soll der geschwächte Organismus, die lahme Brust sich gesund baden. Mit tiefen Zügen möge man immer und immer wieder die frische, würzige Luft eiuathmen. Das weitet die Brust und erquickt das Herz, das „macht neue Kraft durch Mark und Adern rinnen!" Wir wissen nicht, welch schwere Epidemien im Spätsommer uns von der Cholera oder von anderen Seuchen bevorstehen, wir wissen auch nicht, welch langer, grimmer Winter mit Influenza und anderen Volkskrankheiten uns dräut, daher ist es überaus nothwendig, die bevorstehende milde Jahreszeit zum Stählen und Kräftigen des Körpers voll und ganz auszunützen. Frisch auf und hinaus aus dem engen Dunstkreis des winterlichen Vegetations- lebens in das freie, frische Luftmeer, in die gesundheitsspen- depden Strahlen des Himmelslichtes i Während dieser Naturtrieb bei uns erwachsenen Cultur- Menschen vielfach künstlich unterdrückt wird, tritt er bei Kindern und Thieren noch unverfälscht zu Tage. Wenn des Frühlings erwärmende Sonnenstrahlen die leiblichen Kinder Floras aus dem Winterschlafs wachküffen und zu neuem Leben, zum Grünen und Blühen erwecken, wenn die schillernden Schmetterlinge von Blume zu Blume schweben, und die gefiederten Sänger ihre Liebesduette, ihr Jubiliren und Tiriliren an- stimmen, dann ist es auch vorbei mit dem „Feinstillesttzeu" der Kinder im Zimmer; die ganz Kleinen stecken sehrsüchtig ^ermchen und Oberköper nach dem geöffneten Fenster und strampeln und kreischen vor Lust und Freude sobald man ihr Verlangen erfüllt. Die größeren Kinder aber strömen wildEine geniale Schriftstellerin. Bei dem gebildeten Theil des Publikums pflegt der Criminalroman öfters auf das Vorurtheil zu stoßen, als fei er nichts als ein Mittel, die Zeit in fieberhafter, ungesunder Aufregung zu tödten, und somit völlig verwerflich. Dies mag für die große Masse der Erzeugnisse dieser Gattung zutreffen, durch welche das Behagen am Grausigen und Widerwärtigen künstlich genährt wird und bei denen das Haschen nach rohen, unsauberen Effecten die Hauptsache bildet. Dem guten Criminalroman wird man aber, neben der pannenden Unterhaltung, auch den sittlichen Werth nicht ab- prechen dürfen. Er führt uns durch die Labyrinthe und Räthsel de» Lebens bis zurück zu der Quells der Schuld, au» fröhlich hinaus in die freie Natur, sie springen und Hüpfen wie Lämmlein oder Fohlen, wenn sie aus dem dumpfen Stalle gelassen werden. Und bei den Thieren sollte doch z. B. die Ausgelassenheit, und da» freudige Bellen, womit der Haushund zum Spazierengehen mitgenommen, seinen Herrn umkreist, die Menschen erkennen lassen, wie tief allen lebenden Wesen der Trieb nach Bewegung im Freien eingepflanzt ist. Namentlich sehr zu empfehlen sind die Morgenspazier- gänge, wo Mann und Frau mit Kind und Kegel weit hinaus- schweifen durch Wälder und Auen. Früh Morgens, besonders jetzt im Frühling, offenbart sich uns die Natur noch in ihrer ganzen keuschen Jungfräulichkeit, und die frisch sprießenden und sprossenden Blätter der Bäume und Sträucher hauchen uns im Uebermaße den lebenden Sauerstoff zu. Alles ist erfüllt von jener paradiesifch-reinen, würzigen Luft, welche schon der Altvater der Heilkunde, Hippokrates, al» das pabulum Vitae, als unsere eigentliche jLebensspeise preist. Auch ist damit das sehr gesunde und höchst vortheilhafte Frühaufstehen verbunden. Der Kernspruch: „Morgenstunde hat Gold im Munde", scheint mir ursprünglich einer hygienischen Ueber« legung entsprossen, jdenn wer darnach lebt, wird sattsam an sich selbst erfahren, wie man viel „aufgeweckter" und frischer ist, wie die ganze Körpermaschine gleichsam um 25 Pulrschläge schneller arbeitet, al» wenn man nach dem ersten Erwachen sich noch für eine oder zwei Stunden „auf die andere Seite legt." Solchen sommerlichen Langschläfern sieht man nach dem Aufstehen ihre Trägheit meist auf den ersten Blick im gedunsenen, mattfarbigen Gesichte geschrieben, wenn sie schläfrig, gähnend, schwerfällig, — „es liegt ihnen wie Blei in den Gliedern," — dahergeschlendert kommen. Dies ist namentlich für Solche zu empfehlen, denen ihr Beruf keinen vormittägigen Spaziergang gestattet. Und wer früh sehr wenig Zeit hat, der suche sich wenigsten» daheim Morgens ordentlich auszuarbeiten durch Graben und Gießen im Garten, durch Hsrumwirthschaften im Hofe, oder durch Hanteln und Turnübungen am offenen Fenster. Dann wird es nie mehr geschehen, daß man „nicht recht aufgelegt" ist, sondern neue Gefundheitsfreudtgkeit und frischer Arbeitsmuth wird Mark und Nerven beleben. Sicherlich kommt die heil- kräftige Wirkung der Brunnencuren hauptsächlich auf Rechnung des Umstandes, daß man Morgens ganz früh zur Heilquelle wandern und dann mehrere Stunden spazieren gehen muß. Ein Gesundheitslehrer sagt: Werdaheim die vollen52Wochen sich Morgens Bewegung macht, verbindet da» Nützliche mit dem Gesunden in so vortheilhafter Weise, daß er nicht nöthig hat, 6 Wochen lang gänzlich auszuspannen, um am dritten Orte unter fremden Leuten, brunnenärztlicher Polizei, serviettenschwingenden Kellnerns, geldsammelnden Musikanten erst zu lernen, daß Frühaufstehen und Spazierengehen gesund macht. Frisch auf drum, frisch auf im Hellen Sonnenstrahl, Wohl über die Berge, wohl durch da» tiefe Thal; Die Quellen erklingen, die Bäume rauschen all, Mein Herz ist wie 'ne Lerche und stimmet ein mit Schall. der alles Elend der Gesellschaft, alle menschlichen Irrwege entspringen. Dabei hat er noch den unbestreitbar großen Reiz, daß er uns unwiderstehlich antreibt, den eigenen Scharfsinn zu gebrauchen und den geheimnißvollen Zusammenhang der Dinge zu ergründen, den festgeschlungenen Knoten zu lösen. Kein Wunder daher, daß es Biele giebt, denen das Lesen von geistreichen Criminalromanen eine willkommene Erholung nach schwerer, angestrengter Arbeit ist. Hat doch selbst Fürst Bismarck sich einmal im Reichstag als ein Freund der Gaboriau'schen Romane bekannt- — Alles aber, was die Geschichten dieses berühmten Franzosen auszeichnet und noch weit mehr bieten uns die Criminalromane der Amerikanerin A. K. Green, deren beste Werks gegenwärtig in einer billigen Lieferungsausgabe unter dem Titel: „A. K. Greens ausgewählte Criminal-Romane" im Verlag von Robert Lutz in Stuttgart erschienen. Daß eine Frau sich gerade dieser literarischen Specialiiät gewidmet hat, darf uns mit Recht wundernehmen; aber die Verfafferin besitzt hierfür eine ganz ausgesprochene natürliche Begabung und entwickelt in ihrem Fach ein wahres Genie. Ihr Plan ist durchgängig klug und kühn angelegt und das Geheimniß, in das er sich hüllt, offenbart sich zuletzt, wenn auch unter noch so räthselhaften Umständen, doch immer auf wahrscheinlichen, wenigstens möglichen Wegen. Die Charactere, die sie geschaffen hat, sind psychologisch richtig gezeichnet und durchgesührt; es befinden sich höchst mannigfaltige und sympathische Gestalten darunter, für deren Schicksale wir uns erwärmen und deren Eigenart selbst in den leidenschaftlichsten und erschütterndsten Scenen nicht in's Schwanken geräth. Die größte Anerkennung verdient auch die Art und Weise, wie diese gestaltenreichen und verschlungenen Lebensbilder, die sich vor dem Leser aufrollen, einen gerechten und moralisch befriedigenden Abschluß finden. Das böse Princip wirkt meist nur aus dem Hintergründe wie der Schatten des Gemäldes; oft entstehen die tragischsten Conflicte auch aus den Schwächen und Fehlern der handelnden Personen selbst. Nirgends aber stößt man auf jene Schlüpfrigkeit und Sittenlosigkeit, welche andere Schriftsteller als Zuthat bei dem Criminalroman nicht glauben entbehren zu können. Und doch weiß uns Frau Green vortrefflich zu feffeln und zu unterhalten. Schon in ihrem ersten berühmten Werke „Schein und Schuld" (the Leavenworth Gase) begegnen wir dem liebenswürdigen Detectiv Gryce, der mit Meisterhand selbst die verwickeltsten Fäden der räthselhaften Vorgänge zu entwirren versteht. Wir wünschten wahrlich unserer Polizei und Justiz ebenso thatkräftige, kluge und dabei wohlwollende Beamte. — Bei der Hochachtung und aufrichtigen Freundschaft, die wir für Gryce empfinden, freuen wir uns, daß wir ihn auch in den andern Romanen begrüßen und im Verein mit seinen Gehilfen in Thätigkeit sehen dürfen. Unter letzteren ist besonders der junge Byrd, der in dem feffeinbett Buche „Hand und Ring" eine so hervorragende Rolle spielt, die anziehendste Persönlichkeit. Zu den eigentlichen Detectiv- romanen der Sammlung zählen außerdem noch „Endlich gefunden", „Um Millionen", „Hinter verschloffenen Thüren", in denen sowohl großartig angelegte weibliche Gestalten wie Imogen, Luttra, Genoveva und Mildred, als auch lebensvolle männliche Charactere, j. B. die Doctoren Kameron und Moles- worth, Craik Mansell, Blaks und Anders, unser größtes In- tereffe in Anspruch nehmen. Bücher etwas anderer Art, weniger auf dem Boden der Wirklichkeit stehend, als aus der blühenden Phantasie der Verfasserin geschöpft, sind: „Das verlassene Gasthaus", „Der Tag der Vergeltung" und die kürzere Erzählung „Das Geheimniß des alten Hauses". Doch finden wir auch hier dieselbe Verschiedenartigkeit und Originalität der Darstellung, welche die Werks A. K. Green« auszeichnen. Daß sie auch Minder- werthiges geschrieben hat, versteht sich bei ihrer großen Fruchtbarkeit von selbst. Die hier erwähnten Romane aber sind in ihrer Art vorzüglich, und wir können es der Verlagsbuchhandlung von Robert Lutz in Stuttgart nur Bank wissen, daß sie dieselben herausgiebt, um sie auf diese Weise einem größeren Publikum zugänglich zu machen. Die oben erwähnte Ausgabe wird sämmtliche der hier besonders genannten Romane und Erzählungen umfassen und in 35 Lieferungen L 30 Pfg., die zusammen sieben Bände bilden werden, erscheinen. Eigenthümlichs ist, daß Deutschland seit Temme keinen namhaften Schriftsteller auf diesem Gebiet hervorgebracht hat, während Frankreich, England und Amerika hervorragende Meister des genannten Faches aufweisen, worunter Frau Green dis bedeutendste ist. VeriiMehtes. Unbestimmt. Hauswirthin (zu dem neu eingezogenen Studenten): „Wann wünschen Sie morgen geweckt zu werden . . . um sieben?" — „Meinetwegen; ich kann Ihnen aber nicht versprechen, daß ich dann schon zu Hause binl" * » ♦ Combinirt. Guido Tastenhammer: „Zum Besten der Abgebrannten beabsichtige ich ein Wohlthätigkeitsconcert zn geben, in welchem ich den ganzen Abend solo Clavier spielen werde." — Kritiker: „Ja, es kommt eben kein Unglück allein I" ♦ * « Steigerung. „Nicht wahr, alter Junge, wir haben so manche Dummheit miteinander gemacht!" — „Das will ich meinen! Wenn ich nicht irre, haben wir sogar an demselben Tage geheirathet!" ♦ * e Man muß es nur verstehen. Gras: „Wie lange dauert es, bi» Dir diese Waldanpflanzung Nutzen trägt?" - Baron: „Gar nicht lange! Vor zwei Jahren hab' ich sie angelegt und in diesem Jahre hab' ich mir schon fünftausend Mark darauf gepumpt!" » * • Zarte Rücksicht. Frau (zu ihrem Manne, der vergeblich versucht, eine Fliege todtzuschlagen): „Hör' doch endlich auf, Du machst das Thier ja noch ganz nervös!" ♦ ♦ • Fürchterliche Drohung. Tochter eines Vegetarianers: „Papa, wenn Du mir nicht einen neuen Hut kaufst heirath' ich einen — Wurstfabrikanten! ' Literarisches Ein Lebensbild von fesselnder Wirkung entrollt der vielgenannte Romandichter Arthur Zapp in seiner neuesten Schöpfung „Bei fremden Leuten", welche soeben in der neuen hochinteressanten Romanbeilage „Aus besten Federn" von »Mode «Ud 6aul* zum Abdruck gelangt. Das treffliche Blatt erscheint alle 14 Tage, 36 Seiten stark, ist mit vielen künstlerischen Illustrationen versehen und seine Lectüre ist äußerst nutzbringend, denn sein Inhalt ersetzt zwölf Specialblätter. Die Abonnenten von „Mode und Haus" — Abonne- mentspreis vierteljährlich Mk. 1,—, mit farbigen Stahlstichcolorits ic. Mk. 1'/« bei allen Buchhandlungen und der Post — haben den Rechtsanwalt sowie den Hausarzt umsonst, sie erhalten ein vorzügliches, umfangreiches, achtseitiges Modenblatt, sowie eine reichillustrirte achtseitige Belletristik (erste Autoren) und eine vierseitige Hausfrauenzeitung mit jeder lätägigen Nummer, außerdem monatlich ein originelles Damenwitzblatt „Humor" 2C. Handarbeiten mannigfaltigster Art in jeder Nummer. — Für Mütter und Kinderfreundinnen ganz besonders zn empfehlen ist ferner das im gleichen Verlag erscheinende Monatsblatt mit der Beilage „Für die Jugend", vierteljährlich 60 Pfg., welches Selbstanfertigung der Kindergarderobe mittels zahlreicher Illustrationen und Schnittbogen und Selbstanfertigung des Spielzeuges (aus Resten des Haushaltes), sowie Unterhaltung der Kleinen bezweckt. Gratis-Probenummern beider vorzüglichen Blätter durch den Verlag: John Henry Schwerin, Berlin W. 35, und die Buchhandlungen. Kedaetion: A. Gcheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen UniverstkAs-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in