meine Ohren in Liebe. «bet an Leib u erringen." setzt er hinzu: )ie elektrische , er siebt in in ein Paar mben Menge Niebersttzen. >en, Geliebte, ,e Dich noch n, ein neue» könnte ich er mch mir bar e» gibt kein en, Du wirst iir uns zwei, it, sind nicht 18 strahlende, npf gereifter, rch macht er !N schimmern» er kannte j» Zm Zwielicht rt auf» neue aut Wagner. inal-Leinenband Die „Kranken- ien die Grund- d verständlicher berufsmäßigen, i, ist kurz an- rr'schen illustrir- pflege -die Ver- mt beiden zum Verfasser die tteä geschildert; :ge und Ernähr z und über die ach von Laienheile findet vor ^besondere bei wobei nament- -etionSverfahren 1897. Preis einer reizenden g ihre Freunde; e der modernen ter dem Titel: z von Caspari ld schließt sich sprechende Jllu- hen Verständniß icht weniger ist jeften Vertreter nhe greifen mir mischen Kaisers narck für April, ung der Hirten Einblick in den smiliktMWek MnStag des 10. November Nr. 133 r . ~ -- MMW Unterhaitungsirlatt junt Mrßrnrr AnMger (Wenerai-Anpiger)^ Das blaue Herz. Roman von Carl Ed. Klopfer. (Fortsetzung.) Jetzt lächelten bie Damen, unb selbst auf dem Antlitze de» würdevollen Eectionschefs erschien ein freundlicherer Schimmer. Das Gemisch von gezwungenem Hochdeutsch und heimathlichem Dialekt in dieser „Verthetdigungsrede" kam so treuherzig heraus, daß man dem Burschen auch ohne tiefere Menschenkenntniß Glauben schenken konnte. „Um so bester!" erklärte Degenstein unb drängte Nazi jetzt mit ungeduldiger Geberde den Kaffenschein auf. „Sie find in unseren Augen glänzend gerechtfertigt. Da nehmen Sie endlich — und gehoben Sie sich wohl!" Ignaz steckte die Note mechanisch ein, den Grafen dabei noch immer unverwandt ansehend, daß er sogar den Dank vergaß. Einige Sekunden verstrichen unter lautlosem Schweigen auf allen Seiten. „Wollen Sie noch etwas?" fragte dann die Baronin. „Net — ein," stammelte Ignaz, erschrocken aus seinen Gedanken auffahrend; „bitt' um Verzeihung!" Und mit einer linkischen Verbeugung, die mit seiner sonstigen Agilität in kraffem Widerspruch stand, concentrirte er sich nach rückwärts, wobei er durch seinen abermaligen Rückblick nach dem Grafen beinahe an den Thürpfosten an* gerannt wäre. • „Ein kurioser KauzI" murmelte der Freiherr, als der junge Mann draußen war. „Der scheint am lichten Tag zu träumen. Ich begreife nur nicht, wie sich Herr v. Fröden einen so ungeschickten Menschen halten mag." „In der That," sagte Adele lächelnd; „er machte schon gestern den Eindruck eines sonderbaren Schwärmers auf mich. Das Portrait Theklas schien ihn in eine förmliche Extase versetzt zu haben." Und sie erzählte, wie sie ihn gestern überrascht habe — auf ihrem Schretbpult knieend, bas Gemälde mit den Händen betastend. ; Degenstein schnitt diese Erörterungen mit einer Entschiedenheit ab, bie man mit bem Verdruß darüber erklären konnte, daß dieser Lakai sich hier in die Erinnerungen an Thekla eingedrängt hatte. Im Vorzimmer empfing Wetti den heraustretenden Bedienten mit verwunderter Miene- Der kurze Abstand zwischen ihr und der Salonthür ließ darauf schließen, daß ihr die Vorgänge da drinnen „zu Ohren gekommen wären". „Was machen Sie denn für ein Gesicht?" flüsterte sie dem Burschen zu. „Die Geschichte ist ja sehr günstig für Eie abgelaufen. Das blaue Herzel werden Sie jetzt doch verschmerzen können. . Ignaz fiel es aber merkwürdiger Weise gar nicht ein, an diesen unvollendeten Schlußsatz der kleinen Kokette in der erwarteten Art anzuknüpfen. Es war wirklich, als wandle er in Träumen. „Sagen Sie," rannte er ihr dann ganz unvermittelt zu, „kannten Sie die selige Gräfin Degenstein?" „Nein, ich kam erst ein Jahr nach ihrem Tode zu meiner Baroneß. Aber warum —" „Haben Sie niemals gehört — woran sie eigentlich gestorben ist?" „Ach ja, das hab' ich just gestern erfahren — die Herrschaften haben beim Souper mit dem Grafen darüber viel geredet; so viel ich hab' hören können, hat die Gräfin an der Kopf — Kopf — warten Sie — es war noch was dabei — es hat wie Rosen geklungen. Haben Sie schon was von einer Kopfrose gehört?" „An der Kopfrose?" entschlüpfte es dem Gehege von Nazis Zähnen, und seine Sehorgane erlitten wieder eine außerordentliche Vergrößerung. „Das ist eine Krankheit am Kopf, nicht wahr?" „3a, ja, das ist — eine — Kopf-Krankheit," murmelte Ignaz unter stockendem Athem. Wetti wollte gegenüber diesem sonderbaren Gebahren aufs Neue erforschen, „was denn der Herr Ignaz habe," aber er winkte ihr zu schweigen und ihn fortzulaffen. Ma» dürfe ihn nicht mehr hier antreffen, und die Herrschaften würden ja bald heraustreten. Dann empfahl er sich mit einem einfachen Kopfnicken, ohne zu versuchen, ob Mamsell Wetti nicht einem Händedruck zu- in Ließen. 526 gänzlich gewesen wäre, und machte sich mit raschen Schritten davon. Auf der Straße angelangt, verminderte er seine Eile, blieb sogar zögernd stehen und nahm seinen Weg dann nicht seitwärts, sondern nach dem gegenüberliegenden Trottoir. Unter einem Thorwege der jenseitigen Häuserzeile, im Schatten eines steinernen Bogens, wartete er, bi« die Equipage des Freiherrn, die er im Hofe halten gesehen, gegenüber herauskam. Graf Degenstein ging neben dem langsam herausfahrenden Wagen einher, mit den Insassen desselben noch im lebhaftesten Geplauder. Er hatte es abgelehnt, mitzufahren, und verabschiedete sich vor dem Thore von der Braut und ihren Elter«. Nazi beguckte sich während dieses kurzen Auftrittes den Grafen mit lauerndem Interesse, und als der Herr dann dis Straße hinabschritt, während der Landauer der freiherrlichen Familie in der entgegengesetzten Richtung dahtnrollte, folgte er ihm noch so lange als möglich mit seinen forschenden Blicken. ♦ « ♦ „Herr Machs . . . ." „Was soll'« I" fragte Flöden, von seiner Zeitungslectüre in dem bequemen Schaukelstuhle aufsehend und dem vor ihm stehenden Bedienten eine Rauchwolke aus seiner Havanna entgegenblasend. „Nehmen es mir der gnädige Herr gütigst nicht übel, wenn ich so frei bin, eine Frage zu stellen „Heraus damit — ohne weitere Präambeln — mit militärischer Kürze!" »Nicht wahr, es giebt in Pari» doch auch ein — Meldewesen?" Der Attache sah den seltsamen Fragesteller verständniß- los an. „IS meine — ob man er noch nach Jahren heraus- kriegen könnte, an welchem Tags eine Person dort einge- troffen und angemeldet worden ist?" „Hm! Das glaub' ich wohl, denn die Polizei bewahrt doch die Melderegister auf . . - ." „Und würde unsereins da Auskunft erhalten, wenn man mit aller Bescheidenheit anfragen thäte?" „Warum nicht? Aber was willst Du damit?" Nazi holte tief Athem und war schon im Begriff, sein übervolles Herz auszuschütten, als ihn der Gebieters sich plötzlich verfinsternde Miene wieder innehalten machte. Er schlang ein unsichtbares Etwas hinab und suchte einen Vorwand herbeizuzerren. „Sprich, Satanssohn!" rückte ihm der Attache unerbittlich auf den Leib. „Du suchst Ausflüchte — also geht mein Jnstinct auf der rechten Fährte. War für einen dummen Streich hast Du wieder im Sinn?" „Ja — ich kann'« nicht sagen!" platzte Ignaz da heraus. „Eine gescheidte Lüge fällt mir 'grab nicht ein — weil ich dem gnädigen Herrn ja eben die Wahrheit hab' erzählen wollen. Aber da ist's mir plötzlich erst klar worden, daß ich ein rechter Dummkopf war, wie ich geglaubt hab', der Herr Attachö könnten sich — für eine Geschichte intet* esstren, die mir — dieser Tage aufgestoben ist. Er ist nämlich — bitt' um Verzeihung! ich bin wahrhaftig nicht unverschämt, wenn ich mich so ausdrücke — es ist nämlich eine Angelegenheit, die dem gnädigen Herrn später einmal schon interessant sein wird. Aber heute erfordert e» — wie ich mich eben besinne — der Tact, Sie noch in Unkenntniß zu lassen — bitte gnädigst zu entschuldigen." „Was weißt Du von Tact, Du schnurriger Kerl? Wie kommst Du mir überhaupt vor? Du hast ja eine Hofraths- miene aufgesteckt, als ob Du einem Haupt- und Staats- geheimniß auf der Spur wärest . . . ." „Damit haben der gnädige Herr — mit Verlaub gesagt — sehr richtig gerathen. Ich hoffe, mich in der Sache bald offen erklären zu können." Fröden lachte geringschätzig auf. Der Bursche hatte ihm schon ost viel Spaß gemacht und durfte sich dämm Manches herausnehmen. „Na, ich will mich nicht in Dein Vertrauen drängen, Du Holzkopf I Laß mich nur hoffen, daß Dir keine Narreteien in der Gehirnkammer spuken I Du hast oft haarsträubende Ideen, ich weiß, das kommt vom Romanlesen, und das solltest Du Dir abgewöhnen." Nazi nahm diese Mahnung mit etwa» heuchlerischer Zerknirschung entgegen, räumte das silberne Kaffeeservice vom Tisch und zog sich auf geräuschlosen Sohlen zurück. IV. Die Wetti mußte nachgerade doch zu der Meinung kommen, daß ihr der Bediente de« Herrn v. Fröden ob jener „Herzens-Angelegenheit" unversöhnlich grolle, denn sie bekam die nächsten zwei Wochen weder ihn selbst vor die Augen, noch eine Zeile von ihm, und hatte doch so sicher darauf gerechnet, daß er sich alsbald nach ihrem nächsten „Ausgang" erkundigen werde, und sie hatte sich schon einen wunderschönen Sonntag-Nachmittag im Prater ausgemalt, bei Musik und Tanz . . . Ignaz hatte in der Zeit in Wahrheit sehr oft der nied- lichen Kleinen gedacht, aber es für besser erachtet, sich ihr erst dann wieder zu nähern, bis dis „dis große Sache", dis ihn jetzt beschäftigte, halbwegs entschieden sei. Bis dahin hielt er es mit seinem Gebieter, der sich seither auch nicht mehr in dem freiherrltchen Hause hatte blicken lassen und eine zweite Einladung mit verbindlichen Ausflüchten ausgs- schlagen hatte. Der Attache hatte freilich keine Ahnung von de« „Unternehmungen" seines Kammerdiener»; er hatte längst vergessen, daß der Bursch' ihm eine „interessante Mittheilung" versprochen, und war weniger als früher in der Laune, sich um dessen Streiche zu kümmern. So war'» ihm auch gar nicht aufgefallen, daß der sonst so muntere Ignaz von Tag zu Tag ernster und geheimnißvoller geworden war. Ignaz war indessen förmlich gewachsen, geistig wenigstens. Zuweilen staunte er über sich selbst und griff mit einem gelinden Schauer an die Stirn. Immer mehr befestigte sich in ihm da» Gefühl, daß er ein ganzes Schicksal in den Händen halte. Der Leichtmuth, mit dem er Anfang« an seine geheime Aufgabe gegangen, war dahin. Immer drückender verspürte er die ungeheure Verantwortung, die er auf stch genommen. Zuerst hatte er sich in der Vorstellung gefallen, Herrn v. Fröden zu beweisen, daß die „dichterische Phantasie", die man ihm so spöttisch vorgeworfen, keine so unnütze Gabe sei. Jetzt begann ihm bange zu werden, je mehr eine gewisse „Roman - Idee", die er verfolgte, in die Sphäre einer unheimlichen Wirklichkeit rückte. Er hatte sich sogar schon einmal die Frage vorgelegt, ob e« am Ende nicht besser sei, die Finger aus dem Werks zu zieh«, und mit geschloffenen Augen wieder in'» Reich der alten Sorglosigkeit zurückzuhüpfen, die die Dinge dieser Welt ruhig al» das hinnahm, was sie schienen, und Alles wohlgethan fand, war Zeit und Umstände in ihr Gewebe spannen. Da hatte ihn aber ein einzige» Wort wieder angespornt, den einmal betretenen Pfad weiterzuschreiten. Diese« einzige Wort war et« Name — leise im Traum gesprochen von Herrn v. Fröden. Da war r ihm klar geworden, daß der Attache noch immer an der geheimen Wunde litt, und noch mehr: jetzt wurde Ignaz er sich bewußt, daß er selbst eine schwere Schuld auf sich fle* nommen hätte, hätte er jetzt noch „Alles laufen" lassen, rote e« mochte. „Adele!" das drang ihm jetzt als ein gewaltiger Mahnruf zu Gemüth; e« war einfach eins — Menschenpflicht, was er gegen diese Adele zu üben hatte. Und so ging er weiter den Weg, auf dem er nicht mehr umkehren durfte. ... Er hatte alle seine Ersparnisse mobil gemacht, um Die Dienste eines juristischen Auskunftsbureau« in Anspruch zu nehmen, und bezahlte pünktlich, war man von ihm forderte. Täglich benützte er die Stunden, wo er sich freimacheu konnte, um sich nach dem Verlaufe der eingeleiteten Forschungen zu 527 erkundigen, und fast jedesmal kam er mit neuen Schriftstücken heim: Depeschen, kurzen amtlichen Acten, Auszügen und Notificatiouen von den verschiedensten Seiten; das sammelte er Aller sehr sorgfältig. Endlich blieben weitere Resultate aus, und Ignaz mußte stch die Frage stellen, was ihm jetzt zu thun obliege. Das Bündelchen seiner „Acten" säuberlich zusammenschnüren und — an die Wiener Staatsanwaltschaft adressiren? Der Gedanke durchprickelte ihn recht peinlich. — Endlich glaubte er einen Mittelweg gefunden zu haben: Andere sollten die letzte Entscheidung treffen; er hatte genug gethan, wenn er ihnen einfach sagte: „So liegen die Dinge — thut nun, was Euch beliebt und Ihr vor Eurem Gewissen verantworten zu können glaubt!" .... So erschien Herr Ignaz eines Spätnachmittags wieder im Vorzimmer des Freiherrn v- Effenberg, diesmal aber nicht in Livree, sondern in bescheidenem Bürgerkleide, in seinem schwarzen „Ausgeh-Gewande". Wetti, die ihm in den Weg kam, wollte Anfangs sehr „fremd" thun, aber sein feierliches Auftreten flößte ihr die Meinung' ein, daß fie damit keinen besonderen Eindruck machen würde. So entschloß ste sich zu freundschaftlicher Vertraulichkeit, umsomehr als sie dadurch hoffen konnte, in dis hochwichtigen Angelegenheiten eingeweiht zu werden, dis ihn augenscheinlich hierhersührten. „Ah, der Musjöh Ignaz! Was verschafft uns denn wieder einmal die Ehre?" „Ich möchte den Herrn Baron sprechen. Man sagte mir, daß er um diese Stunde zu treffen sei." „Hu! Sie thun ja gerade so, als wollten Sie den gnä' Herrn zu einer Leich'*) einladen . . . „Lassen Sie die Spassetten bei Seit', Mamsell Wetti! Mir ist meiner Seel' nicht darnach zu Muth." „Et, eil Was ist Ihnen denn dann über die Leber gelaufen?" Ignaz seufzte und wollte kopfschüttelnd ablehnen, dann besann er stch doch eine« Anderen. „Ich kann Ihnen jetzt mein Herz noch nicht aurschütten. Aber meine Pflicht wird mir doch etwas leichter werden, wenn ich weiß, daß ich auf Ihre Theilnahme rechnen kann. Mamsell Wetti, geben Ste mir Ihre Hand und glauben Sie mir, daß es nur meine Schuldigkeit vor Gott und den Menschen ist, wenn ich Ihrem Herzen jetzt eine Geschichte erzähle, die — in einem schauderhaften Scandal ausarten wird." Wetti wußte nicht, ob sie lachen oder sich entsetzen sollte Dann entschied fie sich für dar L tztere. „Hören S' auf, Sie reden ja, daß einem angst und bang' werden könnt'! Was ist denn geschehen? — Und wie blaß als Sie ausschau'n!" „Kein Wunder! Ich bin so aufgeregt," flüsterte Ignaz und faßte ste an der Hand, die ste ihm wie in momentaner Zerstreuung überließ. „Fragen Sie jetzt nichts weiter, ich bitt' Eie! Es wird ja Alles ohnedies nur zu bald — für Alle offenbar werden." Er hauchte einen Kuß auf ihre rundliche Hand, drückte dieselbe dann an feine Brust und riß stch in etwas pathetischer Pose von ihr los. „So — jetzt geh' ich meinem Schicksal mit Fassung entgegen! Melden Sie msch, geliebte Wetti! — Wir sehen uns dann in freundlicheren Stunden wieder, um — ein gewisses Tauschgeschäft miteinander zu ordnen." Der „poetische Schwung" in Nazis ganzem Wesen übte auf Wettis empfindsames Herz eine gewaltige Wirkung aus. Obgleich fie andererseits vor Wißbegterde schirr platzte, unterdrückte fie weitere Fragen, nickte dem Burschen th eilnehmend zu und lenkte ihre Schritte nach dem Arbeitszimmer des Freiherrn. „Ah — der Bediente des Herrn von Fröden 1" sagte der Baron, als Nazi auf der Schwelle erschien. ») Im Wiener Volksmund ist „die Leich'" gleichbedeutend mit Begrtbniß und Leichengepränze. „Mit Verlaub — nein," entgegnete dieser. „Ich komme nicht als der Lakai des Attaches — mein Herr hat mit dem, was ich dem Herrn Baron mitzutheilen habe, nicht das Geringste zu thun.. Er weiß nicht einmal, daß ich hierher gegangen bin. Ich Habs in Allem, wozu ich mir das Gehör des Herrn Barons erbitte, ganz auf eigene Faust gehandelt." „Erklären Sie sich näher!" befahl der Freiherr sehr befremdet. „Wen betrifft denn die Sache?" „In erster Linie den Grafen Degenstein." „Meinen Sie wieder die leidige Geschichte mit jenem goldenen Berlok, dann begreife ich nicht, warum Sie sich nicht gleich an den Grafen selbst wenden." „Dies wollte ich eben — Ihnen, Herr Baron, überlassen, sobald Sie mich vernommen hätten. Von dem blauen Herzen könnte ich allerdings anfangen — indem ich zu behaupten wage, daß ich jene zwei Personen, von denen das Medaillon damals in München verloren wurde, jetzt bestimmt bezeichnen kann." „Schön- Das wird den Grafen wohl freuen, aber —" „Pardon!" unterbrach Ignaz mit einem verbindlichen Kratzfuß. „Das glaube ich kaum, denn ich werde ihm in's Gesicht sagen müssen, daß jene zwei Personen wirklich — Graf und Gräfin Degenstetn gewesen sind." Effenberg machte verwunderte Augen, weniger vielleicht über diese Behauptung selbst, als über den drgagirtsn Ton und die geradezu weltmännische Haltung dieses jungen Menschen, den er neulich fast für einen Tölpel erklärt hätte. Ignaz ließ sich auch nicht mehr aus der Fassung bringen. Jetzt stand er wahrhaftig nicht als Bedienter da, sondern als freier Mann gegenüber dem andern, völlig durchdrungen von der Mission, deren Vorbereitungen ihm nach und nach eine höhere moralische Reife verliehen hatten. Und nun, wo er wußte, was er wollte und sollte, war mit einem Male auch alle Bangigkeit von ihm genommen, und die Worte flössen ihm wohlgeordnet und treff'Nd von der Zunge. „Ich hätte schon neulich dabei bleiben sollen, aber der Graf schüchterte mich durch sein ganzes Auftreten ein. Ich konnte den Widerspruch nicht lösen zwischen seiner Ableugnung, deren Zweck ich nicht begriff, und meiner Ueberzeugung, daß doch — er, er jener Herr sei, der damals die maskirte Dame als feine Schwester in den Frtseurladen brachte." „Ich begreife nicht — wozu, warum — hm! Ueberhaupt — wenn Sie Ihrer Sache doch so gewiß waren — und ihn sofort wiedererkannt haben . . ." »Ja — ganz dieselbe Erscheinung war es nicht. Der Herr von damals hatte sich — den Spaß gemacht, schwarze» Haar, schwarzen Bart und eine aparte Gesichtsfarbe anzunehmen — vielleicht zu seiner Maskerade al» altitalienischer Edelmann; da« paßte ja auch Alle» sehr gut zusammen. Aber sofort als ich ihn neulich wtedersah, schien mir seine Gestalt und seine Bewegung mit dem jene» Fremden in München übereinzustimmen. Besonders als er mich so scharf ansah und — mit Respeet zu sagen — so schnodderigen Ton gebrauchte, um mich au» dem Gleichgewicht zu bringen. Das waren eben die grauen Augen jenes Fremden, die Alles so durchdringend ansahen — und jene Stimme, die Alle» so verächtlich behandelte. E« gtebt auch gewisse Geberden, die einem ursprünglich gar nicht auffallen, an die man stch aber, sobald ste einem später wieder unterkommen, sofort erinnert. Ich habe mir schließlich auch noch den Gang des Herrn Grafen angesehen — und fand Alles zutreffend. Rechne ich dazu noch alle die Sehnlichkeiten, die mir im Portrait der Gräfin Degenstein mit jener Dame sofort aufgefallen sind — so wäre es schon bis hierher sehr seltsam, daß diese Aehnlichkeiten nur zufällige fein sollten. Nun sagten aber die gnädige Baroneß und Graf Degenstein selbst, daß das blaue Herz unzweifelhafte Beweise dafür enthalten habe, daß es das Eigenthum der mittlerweile verstorbenen Gräfin Thekla gewesen sei, und da — soll ich noch eine Minute zögern, fest und bestimmt zu erklären: die Gräfin selbst war e«, die das Medaillon in München verlor, und ihr Gemahl war ihr Begleiter?" — 528 „Erlauben Sie, mein Bester, erlauben Siel Sie machen «ich wirbeln mit Ihren angeblichen Beweisen, von denen ich, beiläufig gesagt, auch immer noch nicht begreife, warum Sie fie gerade mir vorlegen. Waren Degenstein und seine Frau jenes Paar, so sehe ich nicht ein, warum er das leugnen sollte. Aber fie können es nicht gewesen sein, denn ste befanden fich — wie wir ja gehört haben — zur Zeit schon in Pnis." ... „Das bin ich so frei eben als — unwahr zu erklären. Und für das Verhalten des Grafen damals und jetzt wüßte ich wohl einen Grund. Ehe ich darauf eingehe, bitte ich, diese Papiere zu prüfen, die ich in letzter Zeit gesammelt habe." (Fortsetzung folgt.) GeML rnAtziger. Wie werden Pnenrnatte-Reifen während des Winters behandelt? Wohl nicht allen Radfahrern ist es hinreichend bekannt, daß mehr oder weniger alle Gummi- waaren hart und schließlich brüchig werden, mit anderen Worten: ihre Elasticität nach und nach verlieren, wenn dieselben längere Zeit nicht benützt und trocken aufbewahrt werden. Nur hart gewordene Gümmisachen werden meistens wieder weich und elastisch, wenn fie in wo möglich recht warmes Waffer gelegt und dann mit einiger Äorstcht grknetet und gedehnt werden Wenn Gummi bereits brüchig geworden, ist feine Elasticität zum größten Theile unrettbar verloren. Die gleichen Ver- hältniffe find bei unseren Pneumatic-Reifen zutreffend. Je häufiger ein Rad gebraucht wird und damit die Gummireifen gedehnt werden und je öfter die Resten mit Waffer, wo möglich mit warmem Waffer, in Berührung kommen, um so öeffrr und länger bleiben fie plastisch. Darum fahre man im Sommer, so ost man Gelegenheit dazu hat, durch eine Gras- ebene die vom Thau oder Regen ordentlich angefeuchtet ist, im Winter fahre man, so oft Ue Witterung dies erlaubt. Bei klarM Irostwetter und auch bei Glatteis fährt es fich vorzüglich. Wenn man wegen ungünstiger Witterung längere Zett nicht fahren kann, werden die Reifen ab und zu mit warmem Waffer gewaschen und dann mit der ganzen Hand gewalkt und geknetet. Bei diesem einfachen Verfahren bleiben die Reifen weich und elastisch. * Warme Winterstiefel, welche man, wenn dieselben sauber gearbeitet find, auch außer dem Hause tragen kann, find für manchs Dame, Leiche fick mit Hausschuhen verwöhnt hat, ein dringendes Betürßniß, «m durch nMstehende lWte Strickarbeit leicht abaehosten werden kanstM DieWMende L Men, Men Knicht umpf- g von 80 Maschen, auf welchen man zunächst stets 8 Touren in dis Runde strickt. Von stun an werden In jeder Tour, doch stets an derselben Stelle, 2 Maschenfi. affgsnommen. Man strickt zu dem Zwecke ditz beiden letzten Maschen der letzten Radel zusammen, strickt an der nächsten Nadel die erste Masche links ab und die beiden folgenden Mieder zusammen, wodurch bei pünktlicher Wiederholung die Naht der Stiefels gebildet wird. In dieser Weise arbeitet man gleichmäßig weiter, bis man durch dies« Verringerung der Maschen die Knöchelweite erreicht hat, doch muß man bei ungewöhnlich hohem Fuß im letzten Drittel dieser Arbeit nach jeder Abnahmetour erst eine glatte Tour stricken. Nachdem man nun die Knöchelweite erreicht hat,strickt man noch ein ganzes Ende 2 Maschen rechts, 2 Maschen links, so hoch wie man eben die Stiefel zu haben wünscht. Das Fußblatt kann nach Belieben mit Leinwand oder Flanell Beschreibung ist für einen gewöhnlichen nicht zu groW berechnet, doch muß man die Stricknadel bedeutend feinerW wie man ste sonst zu derselben Wolle bei Strümpfen verr würde, damst 'ne Arbeit recht fest und gleichmäßig uni K groß aursällt Mst schwarzer, harter, mittelstarker St wolle macht man auf vier Stricknadeln je einen Anschlc gefüttert werde« und es ist nun Sach« des Schuhmachers, die Stiefel mit Sohlen, Absätzen, Lackspitzen und Ballenleder sauber herzustellen. * » Kitt für Stubenöfen. Unter eine« nicht zu fetten Lehmklumpen knete man einen Bogen graues, grobes Löschpapier, welches man vorher mit Milch naßgemacht hat, mit den Händen solange durcheinander, bis die Fasern des Löschpapiers sich mit dem Lehm ganz verbunden haben. So erhält man eine Papier- machomaffe, unter die man noch 20 Gramm gepulvertes Eisenvitriol mischt und wobei man der Sonststenz durch Zusatz von Milch nachhilft. Solcher Ofenkitt bekommt keine Sprünge und ist dauerhaft. Zuletzt mischt man ein Eiweiß mit soviel Schlämmkreide dazu, daß man einen weichen Teig erhält. Mit diesem verstreicht man die Fugen der Kacheln, läßt ste eine Stunde trocknen und polirt dann mit einem weichen Tuche. £iter