nicht um einen Zn dem Saale hligen großen tuber, welcher welcher Werth, Fergger-Saal, kommen, abge- t werden, und itb. Wasserfall beite Webe-Säle! , dem wirbeln- Tausende von Helligkeit durch »ünnes Seiden- m. selbst stehen l den Schaden , die vermittelst V der Seiden- Das wogte und inb, wie benga- lenbender, sinn- stühle, ebenfalls ende Schiffchen, und Hasten in glatte Seiden- wie der Stoff winziges Stück- tuhl täglich. - i großen Zeddel« für den Webe- ector zeigte mir ,on 60 Centim. interessantesten । die Jaquard- mb Brokate ge- für die befferen berg auch eine l Dörfern und mfgestellt haben, ch, d. h. durch in sein Pcivat- Senies; Seiden- und Cigarren- tete der Besitzer, »den zu können, jtte: Ein Stuhl, mein Wirth er* da er gern, um e Unterredungen hen und gehört, noch fähig, eine ttausend Francs, srausgabt. Um den die Marken L Zum Schluffs t ihr einige Bern: ein Couvert c. G. Henneberg ich eingetroffen, chweiz). Ferner rich; An Henne* ieser Brief war :ect nach Zürich nb: „Die Welt- Jch fügte hinzu: (Rundschau.) da) in Gießen. G" Rk. »» 1 7 ckM ff» Schwester Ilse. Roman von Clarissa Lohde. (Fortsetzung.) Frau von Bellin fand Ilse noch in einem Hochrothen, mit cremefarbenen Spitzen besetzten Morgenrocke, auf der Chaiselongue liegend, mit der Lectüre eines Romans beschäftigt. „Ei!" rief sie, sich halb aufrichtend, mit spöttisch verzogenem Munde der eintretenden Tochter entgegen- „Kommt die Frau Baronin wirklich einmal in meine niedere Hütte? Nun, den Tag muß man ja roth ankreiden. Ich dachte schon, Du hättest uns ganz vergeflen; denn auch Bruno hat ja nichts von Euch gehört. Aber es ist gut, daß Du gekom- men bist. Ich habe Dir Mancherlei zu sagen. Setze Dich zu mir, Liebe, — so — und klingle, daß das Mädchen Dir ein Frühstück bereite." „Danke, Mama, danke- Ich habe schon beim Pastor gefrühstückt. Bitte, laß Dich durch mich nicht stören. Du weißt, meine Zeit ist sehr gemessen und ich bin hier, um Dir Lebewohl zu sagen." „Also wirklich? Geht'« schon so bald fort? Ra, wohl bekomm'». Ich bin froh, daß ich nicht mit Euch zu reisen brauche. Und Du dazu mit dem kranken Manne! Na, Ilse, daß Du da» gethan hast! Anfang» freilich hielt ich Deine Heirath wie alle Anderen auch für ein Glück. Du bist nicht hübsch, nicht reich, was konntest Du für Ansprüche machen? Und der Baron von Menzelen, der reiche Erbe und Grundbesitzer, ja, das ließ sich hören, wenn er auch ein kranker Mann war. Hat doch solche Liebesgeschichte am Krankenbette immer etwas Romantisches und wenn ich auch nicht recht begriff, wie es eigentlich möglich war, daß ein verwöhnter Weltmann sich in Dich verlieben konnte, so sagte ich mir doch, die Liebe ist blind und der Geschmack verschieden. Aber nun, da ich so Manches erfahren und Euch Beide zusammen gesehen habe, nun weiß ich ja, baß biese Romantik Einbildung gewesen ist. Der Baron liebt Dich ja gar nicht, hinter feiner Heirath stecken ja ganz andere Gründe." , „Ich bitte Dich, Mama, laß das," bat Ilse, welche iede» Wort der Mutter wie einen Stich in's Herz empfand. — „Uebrigsns irrst Du Dich, wenn Du glaubst, Wolf habe mir bei feiner Werbung von Liebe gesprochen. Ein so kranker Mann, der fest davon überzeugt ist, daß er nicht besser wird —" „Und warum heirath ete er Dich denn? „Um die Pflegerin nicht zu verlieren, an die er sich gewöhnt hat, die ihm lieb geworden ist." „Unsinn, Kind, Unsinn! Pflegerinnen und die vorzüglichsten erhält man überall für fein gutes Geld; und eine so zartbesaitete Seele, die an Gewohnheiten hängt, wird der frühere Garde-Offizier wohl kaum haben. Nein, da spielen ganz andere Interessen hinein. Bruno erzählte mir, was man in der Residenz spricht. Ein Racheact gegen den Vetter, weiter nichts ist seine Heirath. Er gönnt ihm und seiner Zukünftigen die Erbschaft nicht und um sie dem Vetter mit einem Schein des Rechtes entziehen zu können, nahm er eiligst eins Fran, die erste, beste, die ihm gerade in den Weg kam." Ilse war ganz bleich geworden, sie starrte ihre Mutter mit weit geöffneten Augen an. Ihr war, als hätte plötzlich Jemand alles Licht in ihrer Seele ausgelöfcht, ein bitteres Weh zog ihr die Brust zu- fammen. Wenn die Mutter Recht hätte, wenn sie Wolf wirklich nur die erste Beste gewesen, die er als Mittel zum Zwecke benutzen wollte, um Rache zu nehmen! Das wäre gar zu häßlich, gar nicht auszudenken! Wie sollte sie bett Muth unb die Kraft behalten, ihrer schweren Aufgabe zu genügen? Frau von Bellin beobachtete nicht ohne Befriebigung bie Wirkung ihrer Worte. „Siehst Du nun ein, baß ich Grunb hatte, mit Dir so zu sprechen, wie ich gesprochen habe?" fuhr sie nach einer kurzen Pause fort. „Du hast wahrlich nicht Urfache zu gar zu großer Dankbarkeit unb Selbstaufopferung Deinem Gatten gegenüber und noch weniger zur Zurücksetzung Deiner Familie, wie Du e» in letzter Zeit au» Rücksicht für den Kranken, wie Du schriebst, beliebt hast." Ilse saß noch immer starr und regungslos auf ihrem Platze. Sie fand kein Wort der Erwiderung. Endlich erhob sie sich unb trat an's Fenster- „Aber mein Himmel," rief bis Mutter nun verdrießlich, „gar fo tragisch brauchst Du die Sache doch auch nicht zu 114 Wolf saß vor seinem Schreibtisch. Er benutzte Ilses Abwesenheit, um seine Papiere durchzusehen, zu verbrennen, was nach seinem Tode nicht in unberufene Hände gelangen sollte. Auch einige Briefe Adelinen» befanden sich darunter, Aufforderungen, nach der Eisbahn zu kommen, Einladungen in ihr Haus, alle kurz und nichtssagend; aber erhatte sie doch damals im Rausche seiner Leidenschaft al» heilige Reliquien betrachtet, die großen, steilen Schriftzüge, ach, wie so oft an seine Lippen gedrückt. Sein Auge folgte einen Moment der züngelnden Flamme, die jetzt nach der Photographie hin- leckte, die er einst von ihr erbettelt und lange auf dem «erzen getragen und eben auch der Vernichtung preisgegeben hatte. Da zuckte plötzlich feine Hand: dieses schöne Bild, ob auch in so unvollkommener Form, zerstören, war da« nicht Van- dalismu» ^sch^ hgtte er das kleine Blatt ergriffen i und versenkte seinen Blick in diese reizvollen Züge, die sein Herz so bethört hatten, daß er lange Zeit ihren Verlust nicht glaubte überwinden zu können. Und wie hatte er sie verloren? Während er am Kranken« und Letdenabette de» Onkel« saß, hatte man sich ihr Herz, ihr Jawort heimlich zu er- Weichen gewußt. Rein, diese Augen konnten nicht so lügen, sie hatten ihm Liebe versprochen — und doch und doch! Was wäre aus seinem Leben geworden, wie anders, wie herrlich hätte es sich gestaltet, wenn ihm diese Enttäuschung erspart geblieben, wenn er sie, die er heißer geliebt wie je ein Weib aus Erden, deren Bild schon sein Herz auf» Reue heftig klopfen ließ, als sein Weib hier in sein Schloß hätte einführen dürfen I Glücklich, überglücklich wäre er geworden, alle Wonnen de» Leben» hätte er in ihren Armen genoffen, und nun? In Zorn und Verzweiflung hatte er den glücklicheren Nebenbuhler vor seine Waffe gefordert und da» Schicksal hatte gegen ihn entschieden. Ein Siecher war er jetzt, der e» noch wie einen Lichtstrahl von oben begrüßte, daß er in seiner Pflegerin ein mitfühlende» Herz an seine Seite hatte fesseln dürfen, die ihn zugleich von der peinigen- I foen Perspective erlöste, lachende Erben über seine Leiche hinweg in Gattersberg einziehen zu wissen. Welch' armseliger Abschluß eines reichen, so viel versprechenden Lebens. , . , , Aufseufzend stützte er den Kopf in die Hand. Dankbar, von ganzem Herzen dankbar war er Ilse, daß sie ihm da« Opfer, eines todtkranken Mannes Weib zu werden, so freudig, so liebevoll gebracht hatte. Er erkannte alle ihre I Verdienste um ihn an, ihre Selbstlosigkeit, ihre Hingabe und »u wissen, daß nach dieser entschiedenen Erklärung nicht» Weiteres zu erwarten wäre. So ließ sie sich denn an dem Erreichbaren genügen, aber ihre Miene blieb verdrossen und der Abschied zwischen Mutter und Tochter war ein ungemein E^Gebeugt wie unter einer schweren Last verließ Ilse da» heimathltche Hau». Im Garten, ehe sie da» Gitterthor öffnete, blieb sie einen Moment stehen. E» überfiel sie wie ein Schwindel, sie mußte sich aus eine der dort stehenden Bänke niederlaffen. Dann, den Kopf in die Hände beugend, brach sie in ein heftiges, unaufhaltsames Schluchzen aus. Ach, so bittere Thränen wie diese hatte sie ja noch nie geweint I E» war ihr, al» lösten sich mit ihnen alle Hoffnung, alle« Vertrauen, alle Liebe au« ihrem Herzen. Lange dauerte es, ehe sie die Fassnng fand, sich aufzurichten, ihren Weg I s°^Vor"dem Gitterthor draußen harrte bereits der Wagen. Ein Diener in der reichen Livree der Menzelen stand am Schlag und half ihr beim Einsteigen. Sie bemerkte es kaum. Ganz mechanisch ließ sie sich in die Kissen sinken und gab da» Zeichen zum Abfahren. ., . Erst al» der Wagen um eine Waldecke bog, die ihr in wenigen Secunden schon die Villa der Mutter verbergen mußte, wandte sie noch einmal den Blick zurück und nickte ihr ein letztes Lebewohl zu- nehmen! Auf alle Fälle hast Du Aussicht, eine sehr wohl- I fituirte Wittwe zu werden und das ist sicher nicht zu ver- achten Freilich, wer werß, ob der Baron Dir in seinem Testament nicht die Hände bindet. Bei solchem erregbaren, nur seinen Impulsen folgenden Menschen, rofe dem Baron, muß man auf Alles gefaßt sein. Deiner Klugheit wird es überlassen bleiben, Derartiges zu verhindern. Nur kein allzu großes Zartgesühl, keine Schonung, die dieser Mann nicht verdient." Ilse wandte sich jetzt nach ihrer Mutter mit einem Ge- ficht um, in dem sich so merkliche Seelenqual malte, daß diese für einen Moment verstummte. Kein Wort weiter, Mama, e» ist genug, übergenug! Frau von Bellin setzte eine etwas beleidigte Miene aus, spielte mit den Quasten ihrer Morgenrockes und verhielt sich eine Weile wirklich still. Aber sie hatte noch etwa« aus dem Herzen, zu dem alle« Vorhergehende nur die Einleitung ge- wesen war. Als Ilse daher Miene machte, aufzubrechen, hielt sie sie mit einer raschen Handbewegung zurück. Nicht so, Du wirst doch nicht im Groll von mir scheiden I Weh'"thun wollte ich Dir nicht, nur Dich aufmerksam machen auf die Verhältnisse, wie sie nun einmal sind. Auch habe ich noch eine Bitte an Dich, die Du mir letzt gewch nicht abschlagen wirst. Einen kleinen Nutzen dürfen wir doch auch ! aus Deiner opferoollen Ehe ziehen. Du weißt, wie klein dis Zulage ist, die ich Bruno geben kann. Der arme Junge leidet darunter, um so mehr, da er, wie ^^sfiMe, einige Schulden hat, die durchaus getilgt werden müssen. Da könntest Du nun gründlich aushelfen. Die Baronin von Wenzelen braucht, wie es auch kommen möge, das kleine Capital, das ihr vom Vater ausgesetzt ist, nicht mehr. Zeige Dich einmal als liebende, als noble Schwester, und schenke es ihm- Sie hatte im Eifer der Rede nicht gesehen, wie Ilses Gesicht immer schmerzlicher sich verzog. „Verzeihe, Mama," entgegnete sie nun mit leisem Beben in der Stimme, „wenn ich Dir gerade jetzt die Bitte abschlagen muß. Unter anderen Verhältnissen hätte ich i« gern Bruro geholsen, aber nach dem, was Du mir eben gesagt W 'm dem, was ich Dir eben gesagt?" wiederholte Frau von Bellin und schaute ihre Tochter ganz verständntß. Kann ich mich nicht von allen eigenen Mitteln entblößen. Denn" sollte das Schlimmste eintreten, war Gott verhüten möae, und Wolf doch noch seinem Leiden erliegen, dann wirst Du begreifen, daß ich die Erbschaft, die mir unter solchen Voraussetzungen gemacht ist, niemals antreten würde- Zum Werkzeug der Rache lasse ich mich nicht benutzen. Frau von Bellin sah noch immer ganz verdutzt auf ihre Tochter hin. Hatte sie sich doch gerade den entgegengesetzte« Erfolg von ihren Mittheilungen versprochen, daß Ilse sich nun bestimmen lassen würde, ohne zu viel Bedenken ihre Situation mm Nutzen der Familie auszunutzen. Aber sie war ia nicht wie andere Menschen, die Ilse, närrisch war sie, ganz weiß nicht, was ich von Dir denken soll," stieß Frau von Bellin endlich ärgerlich hervor. „Alles habe ich erwartet, nur nicht dar! Meine erste Bitte, die ich an die reiche Tochter richte, mir abzuschlagen! Und aus solchen Gründen! Natürlich ist das nur ein Vorwand; denn so geradezu verrückt kannst Du ja doch nicht handeln. Aber für Deine Familie hast Du nie etwas übrig gehabt, nie. Da opferst Du einer fixen Idee ganz ohne Weiteres die Zukunft und das Glück Deines einzigen Bruders." „Nicht so, Mama, nicht so," wehrte Ilse ernst ab. „Ich werde für Bruno thun, so viel ich vermag. Lasse er mir das Verzeichniß seiner Schulden zusenden ; «en» die Summe nicht zu hoch ist, werde ich sie tilgen, da ich in den letzte« Jahren einige Ersparnisse gemacht habe. Aber von dem Kapital trenne ich mich nicht, das ist mein fester Entschluß! Frau von Bellin kannte ihre Tochter zu genau, um nicht 115 - trotz doch nicht monate« würde, das war ihr klar, zweifellos klar. ,« nervvioringeii " s die er von Tag zu Tag mehr schätzen lernen wird. „Darauf hoffen Sie nicht zu fehr, Doctor. Die junge Frau Baronin ist eben zu liebevoll. So leicht zu erreichende Früchte pflegen gewöhnlich dem Gaumen verwöhnter Lebe» • । männer nicht zu genügen. Indessen theile^ch von Herzen i Ihren Wunsch; es wäre ein Glück für den Baron, wenn es " I y7-.. rv» -tu ..r» _ cr.lt« IX xt. AM QrtWtfTdF. Stebe zu ihm, - ja, Liebe, Liebe, die er nie würde zu er« "^Das? himmelstürmende, beseligende Gefühl, welches ihn in Adelinens Nähe erfüllte, das bange, zagende Verlangen nach einem aller Begehren stillenden Glück, das lag ;a verstorben in ihmsü°Nähe ß[(e5 ihm lieb und angenehm» aber sie war ihm noch immer nicht» mehr als die Pflegerin, darüber hinaus kam sein Empfinden nicht. Er machte sich selbst Vorwürfe darüber, um zuletzt den einzigen Trost stets darin zu finden, daß diese« eigenartige Verhältniß ja ntcht von Dauer sein konnte und mit seinem Tode einen auch sür Mse befriedigenden Abschluß finden mußte! , Aber wenn er doch nicht sterben, wenn er wirklich, wie der Arzt ihr verficherte, wieder gesund werden sollte? Aber nein, Thorheit, so etwas nur zu denken! E ne zerstürte Lung ließ sich nicht heilen, wenn man ihr in mitleidiger Fürsorge auch da» Gegentheil versicherte; er wußte cs besser, er füllte es, daß er sterben müsse, hätte er denn sonst diese Ehe ge« ^^^Georg"klopfte an die Thür des Einsamen und meldete die Ankunft des Justrzrathes Heldreich, seines Recht; belstandes, au» der nahen Residenz an- ,, , ,, „Nur herein," sagte Wolf und steckte die Photographie Adelinens, die er noch in der Hand hielt, hastig in die Seiten» t^^Ein kleines, joviales Männchen, die Brille auf der breiten, etwas aufgestülpten Nase, trat, den Hut in der Hand, ein Actenstück unter dem Arm, mit devotem Gruße herein Wolf hatte ihn zu dieser Stunde bestellt, um noch die letzten Anordnungen vor dem Antritt seiner Reise zu treffen, von der er nimmer wiederzukehren gedachte. „ „Alles in Ordnung, in bester Ordnung, Herr Baron, begrüßte der Justizrath den ihm einige Schritte entgegen» tretenden Hausherrn. „Nur noch die Unterschrift und Ihr letzter Wille ist unanfechtbar festgesetzt, so daß der schlaueste Anwalt kein Tipfelchen daran zu ändern vermag. Indessen, mein Wort darauf, Herr Baron, wenn ich Sie so ansehe mit dem Feuer in den Augen, ob die Wangen auch noch ein wenig schmal und bleich sind, sage ich mir, das ist Alles unnützes Thun. Sie kehren gesund, vielleicht gar mit der Aussicht auf einen Erben zurück und das ganze Testament wird in den „Laffen*Sie das, alter Freund," winkte Wolf, ungeduldig sich auf einen Lehnstuhl sinken lassend. „Sie möchten mich in Ihrer liebenswürdigen Weife über das Dunkel der kommen» den Tage hinwegtäuschen. Ich aber weiß am besten, wie es mit mir steht. Also zur Sache!" Als Ilse von ihrer Ausfahrt zurückkehrte, waren die beiden Herren noch immer im Cabinet des Barons bei der Arbeit. Sie athmete auf, als sie das hörte. Also noch einige Minuten mehr, ehe sie ihm wieder entgegentreten mußte, ihm, der ihr so Bitteres angethan und dem sie sich doch vor dem Altar angelobt hatte, bis der Tod sie trenne - der Tod, der vielleicht trotz aller Sorgfalt und Pflege doch schon vor der Aber wenn er genas, worum sie Golt täglich in heißem Gebete anflehte, wenn er genas, und es wäre ihr nicht gelungen, seine Liebe, sein Herz sich zu gewinnen? Was dann? Seine Usbrreilung ausnutzen, ihn wider seinen Willen fesseln für's Leben — niemals! Dann mußte sie das schwerste, das letzte Opfer ihm bringen und ihm die Freiheit wiedergeben. Dieser hochherzige Entschluß stand fest in ihrer Seele und das gab ihr die verlorene Fassung wieder. Es war ein eigenthümltches Leuchten in ihren Augen, eine eigene Er» regtheit in ihren Zügen, die ihr etwas Verklärter, fast Neber» irdische» gab, als sie in's Speisezimmer trat, wo Wolf m,t dem Justizrath und Doctor Balzer, der sich zur Verabschiedung eingesunden hatte, ihrer bereits harrte. Mit der gewohnten Galanterie trat er ihr entgegen und küßte ihr die Hand, ihr dann den Arm bietend, um sie zu Tische zu führen. Auch er bemerkte Ilse» Erregtheit, ohne jedoch eine Frage zu thun. Der Abschied von der Heimath, die Aussicht auf eine so interessante, der bisher in engenl Ver» hältniffen Lebenden so ungewöhnliche Reise erklärten ihm Alles. Ein allerliebste« Weibchen, diese ehemalige Diaconisnn, meinte der Justizrath, als er mit dem Arzte den Wagen bestieg, um sich nach der eine halbe Stunde entfernten Bahnstation bringen zu lassen, von der sie Beide der Heimweg nach entgegengesetzten Richtungen führte. »Der arme Baron kann sich wirklich glücklich preisen: Frau und Pflegerin zugleich! Natürlich hat er Ihnen das zu danken!" „Durchaus nicht," wehrte der Doctor ab, „ich hätte niemals zugeredet. Alles hinter meinem Rücken abgemacht, nur der Pastor ist zugezogen, der bei dem frommen Kinde ja allem den Ausschlag geben durfte." , m „ „Eine kühne Thal das, ganz un erm Wolf Zutrauen, lachte der Justizrath. „Kenne ihn ja seit seiner Kmdheit. War immer ein Durchgänger, ein verzogener Schlingel, der I mit dem Kopf durch die Wand wollte und den man -- Allem und Allem lieb haben mußte. Schade wäre es um ihn, wenn er daran glauben müßte." „Meine Ueberzeugung ist, er wird gesund. „Im Ernst, Doctor?" „Im vollen Ernst!" Nun lachte der Justizrath leise vor sich hin. „Ich sagte e» ihm ja heute; aber er wollte es glauben Jetzt wird die Geschichte erst interessant." „Interessant, war meinen Sie damit ? „Mein Gott, Mensch, seien Sie nicht so schwer von Begriffen. Glauben Sie denn, wenn der Baron gesund w^d, daß er dann bei dieser stillen Krankenpflegerin aushält? Ich zum mindesten zweifle daran. Glücklich und zufrieden lst der tolle Wolf noch nie gewesen, so sehr er im Grunde auch ein Glückskind ist. Aber bei dieser- Erziehung, ohne Vater, die Mutter kränklich und schwach, der Onkel, der ihn vergötterte und nur daran dachte, jeden seiner Wünsche zu erfüllen! Und der sollte sich genügen lassen an so bescheidenem Eheglück, wie dieses sanfte Geschöpf es ihm zu bieten vermag? Das dürfen Sie nicht von ihm verlangen, wirklich nicht." „Wenn Sie Recht hätten, lieber Justizrath, und diese Ehe kein gutes Ende nehmen sollte, wie Sie vorauszusetzen Höhen, zum Theil im herrlichsten, in die Farbenpracht des Ilse f daß seine letzten Erfahrungen, da» monate» Herbste» gekleideten Buchenwalds war i aufgeregte Seele Angesicht de» Todes, eine Wandlung in ihm willig übernommen hatte, zu Ende führen, ob ihr auch das Herz dabei breche. Er, der Kranke, sollte und durfte za nicht erfahren, was in ihr vorging, was in ihr durch die grau- fame Mittheilung der Mutter zerstört war. Gut zu machen, yas er in der Uebsreilung der Leidenschaft als Kranker getOn hatte, das fiel ihr zu, die zu rafch, , ^^s'-^bl'eibe'ich aber noch ein Zweifler. i« dm WM W ----- * 1° m vorher zu prüfen. Sie hatte zu büßen, sie allem um 811. «z* d.» i ÄÄffiESS SÄ L SÄÄ antI“C” I «d° bei M-m S«-» » 116 hatte keine Bedienung, sie that Alles wie auch sonst allein und Wolf fragte nicht einmal darnach, ob es ihr auch zu schwer würde. So hatte fie ihn schon verwöhnt. Die Entscheidung war nun entgiltig für Corfu gefallen. Man ging mit mehreren Nachtstationen nach Brindisi, um sich von dort auf einem Lloyddampfer nach dem sagenreichen Eilande einzuschiffen. (Fortsetzung folgt.) Gemeinnütziges. Gemüsegarten im März Wenn bas Wetter im Februar Aussaaten nicht gestattet, müffen, sobald der Boden dazu geeignet ist: Früherbsen, Puffbohnen, Schwarzwurzeln, Petersilie, Möhren und Zwiebeln gesäet werden, von Mitt« März ab auch Salat, Spinat, Kohlrabi und Radies ins freie Land. Für schweren und verunkrauteten Gemüseboden ist Reihensaat da» beste, damit sehr bald gehackt werden kann. Die aufkeimenden Erbsen werden durch überspannte blaue Baumwolle gegen Spatzen geschützt. Spargelbeete werden flach untergraben. Wirsing und Blumenkohl für Frühkultur säe ins freie Land, nur wenn keine Mistbeete vorhanden. — Mistbeetaussaaten werden fortgesetzt. Mistbeete gqätet, ge- goffen, gelüftet. Ende des Monats kommen von Kohlrabi, Salat rc. bei günstigem Wetter die Fenster ab, damit Anfang April ausgepflanzt werden kann. Schnittlauch, Esdragon werden neugepflanzt oder umgepflanzt. Die im Herbste aus- gelegten Erdbeerbeete ausgebeffert und nachgepflanzt. Winter- falat wird gepflanzt, im Herbst gepflanzte Wintersalatbeete nachgebeffert. * ♦ * Das Anfertigen von Frühbeetfenstern ohne Gßas bildet jetzt, wo im Freien noch nicht viel vorgenommen werden kann, eine nützliche Beschäftigung. Man spanne auf ein Lattengestell in Fenstergröße Pergamentpapier, oder starkes in Oel getränktes weißes Papier, oder Muffelin mit Oelfirnts überstrichen. Diese billigen, Licht durchlaffenden Fenster find im März beim Anbau der Gemüsesetzlinge als Schutz gegen Kälte oder zu starke Sonnenstrahlen gut zu verwenden, sie verhindern die Wärmeausstrahlung, geben also in nicht zu kalten Nächten genügenden Schutz; die Auslagen hierfür sind viel geringer als für Glasfenster. * Um Strohmatte«, welche zum Decken der Mistbeete rc- Verwendung finden, außer Gebrauch vor dem Verderben bringenden Mäusefraß zu schützen, verfährt man aus folgende Weise: Die Strohmatten werden in trockenem Zustande alle auftecht dicht aneinander gestellt, auf die oberen Sturzenden wirst man dann eine größere Menge ganz trockenen, feinen Sand. Sobald fich die Mäuse einnisten wollen, rieselt durch die geringste Bewegung der Sand nach unten. Die Mäuse werden sich sofort verziehen, denn fie ertragen es nicht, wenn der Sand in ihre Augen kommt. Sollen die Matten alsdann gebraucht werden, so läßt fich der Sand sehr leicht durch ein paar Schläge herausschütteln. * * Allen Papageiarten, hauptsächlich aber den größeren, wohnt ein ausgezeichneter Nagetrieb inne, der von jden Be- fitzern solcher Thiere leider noch immer zu wenig beachtet wird. Zur Befriedigung dieses Nagetriebes, bezw. zur Beschäftigung für ihre Schnäbel, müffen diese Thiere deßhalb öfters Nagestoffe, wie weiches Holz, Eierschalen, ein Stückchen Sepia oder zuweilen eine Nuß erhalten. Erhält der Vogel diese Stoffe nicht, so greift er schließlich sein eigenes Gefieder an und verstümmelt es aufs Scheußlichste. Das Schlimmste aber bei der ganzen Sache ist, daß man einem solchen Vogel, sobald er erst einmal Federn zu fressen angefangen hat, diese Untugend nur sehr schwer, mitunter gar nicht wieder abgewöhnen kann und der Besitzer desselben ist in der Regel stets geneigt, alle möglichen anderen Ursachen, wie Ungeziefer und dergleichen als Ursache anzunehmen, anstatt seiner eigenen, unrichtigen Behandlungsweise. * . * Den hohen Werth der Geflügelzucht al» Neben- erwerbszweig der Landwirthfchaft hat man in anderen Ländern, wie Frankreich, Belgien, Italien und Ungarn schon längst erkannt. Bei uns aber verschließt man sich noch immer dem Gedanken, daß aus so Kleinem Großes geschaffen werden kann und widmet deßhalb der Sache keine Aufmerksamkeit. „So hat er mein Vater gemacht und es war gut, so kann es auch bei mir bleiben." » » * Die Entenzucht wird in manchen Wirthschaften noch lange nicht in der Weise betrieben, wie sie es ob ihres großen Nutzens eigentlich verdient. Die leichte Aufzucht der Enten, sowohl wie ihr wohlschmeckendes Fleisch sollte schon Veranlassung genug sein, daß die Zucht derselben weit mehr betrieben wird, als es bi« jetzt der Fall ist. Doch nicht dieser Vortheil ist es allein, den uns die Entenzucht bietet, wir erhalten auch sehr schöne, große Eier von diesen Thieren, je nach Ra„e 80—120 Stück, die fetter und nahrhafter al» Hühnereier sind, nur nicht den feinen Geschmack derselben haben. Al» einen Schwimmvogel, von der Natur auf» Wasser angewiesen, muß man der Ente dieses nach Möglichkeit bieten. Und gerade dieser jUmstand scheint bisher der Ausbreitung der Entenzucht sehr im Wege zu stehen. Es ist nun freilich nicht auf jedem Hofe ein kleiner Bach oder Teich vorhanden, doch kann man sich nöthigenfalls durch Herstellung eines gemauerten Bassins in der Nähe eines Brunnens sehr gut helfen. Die» Bassin muß von Zeit zu Zeit mit frischem Brunnenwasser angesüllt werden und eine Vorrichtung zum Ablassen des schmutzigen Wassers haben, ferner muß das Bassin so tief sein, daß die Enten vollständig untertauchen können, und ist der Boden desselben zollhoch mit grobem Kies auszusteuern. Die Enten kann man mit Recht zu den Allesfressern rechnen, denn alles, was sie überhaupt nur finden und verschlucken können, fressen sie auf, obwohl fie die Fleischnahrung jedem anderen Futter vorziehen. Sehr gut ernähren sie fich auf kleinen Gräben oder Pfuhlen, deren Oberfläche mit Meerlinsen bedeckt find, da es in denselben von allerlei Gewürm und Jnsecten wimmelt. Die Enten haben die Gewohnheit, ihre Eier zu verlegen, daher fühle man die Enten in der Legezeit (Februar bis Juli) am frühen Morgen, bevor man sie aus dem Stalle läßt und halte die legenden so lange eingesperrt, bis sie das Ei geworfen haben. Zum Ausbrüten der Eier benutzt man mit Vortheil Hühner oder Puten (Brüte- zeit 28 bis 30 Tage). In den ersten Tagen nach dem Ausschlüpfen erhalten die Küchlein geriebenes Brod, hartgekochte und gehackte Eier, später frischen Schmierkäse mit gekochten und gequetschten Kartoffeln, mit gehacktem Salat vermengt. Nach 8 bi» 14 Tagen können sie mit Gerste und Erbsenschrot, gekochten und gequetschten Kartoffeln und dicker Milch gefüttert werden und muß dieses alle zwei Stunden am Tage geschehen. Als Hauptsache ist für frisches Trinkwaffer zu sorgen. Zum Mästen der Enten sind Maisschrot, Rüben, sowie Gerste zu empfehlen. Am Tage empfiehlt es fich, nur Weichfutter zu füttern, und zwar in warmem Zustande; zur Nacht wird ihnen Gerste vorgeschüttet. Als empfehlenswerthe Raffen sind die Aylesbury-, Peking- und Rouen-Enten anzusehen. ♦ * * Seezungen aus normänische Art. Man salzt die Seezungen, wendet sie in Eiweis und geriebenem Brode, brät sie in Butter und richtet sie mit folgender Sauce an: Drei rohe Eidotter verrührt man auf Eis mit ‘/4 Liter Pco- venceröl, einen Theelöffel Senf, zwei Eßlöffel dicker Auflösung von Liebigs Fleischextract, einem Eßlöffel Estragonessig, dem Safte einer Cttrone, Pfeffer, Salz und gewiegten feinen Kräutern zu einer dicken Sauce° die man kühl stellt und sie apart zu den Seezungen servirt. Redaction: A. Gcheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen UniverfiKts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen.