t man meyi llt es daraus, bi» der Fleck »öden werden von Perlasche Reinigung der ;en» dazu 6e< am wenigsten rocknets Thee« sen Fußboden . Im Winter Teppichbesen ches Aussehen, trstet sie aus, n Tuche nach in- Art. Man ) schneidet sie Zauerampfer, Berte ziemlich man alsdann nebst einer bei und läßt die erfordere traft beigießt Man richtet in. SamStag den 9. Mai 1896 UnterhaUimgsblatt »im Girßenrr Aiyeiger (Oenrral-An?riger). SS MM ■ deinem neuen i auch so ein vier Abende «gesessen und unseren Chef ch): „sitzen !, imDuMn swester Anna : Schmidt iin : bist ja nicht Hand meiner ie hat aber im Rocke ein fern Frauen« haben?" zum Director m Stück doch 'ein Pulver!" ihn in einer llngeklagten): eidiger!" - gefehlt hat): »g sehen wir n Eitzen. Unter dem Patriarchen. Erzählung aus dem amerikanischen Westen. Frei nach Sealsfield. Von W. H. G einborg. (Fortsetzung.) VIII. Pferdegetrappel und Pferdegewieher waren es, die Fred Houston aus einem beinahe zwanzigfiündigen Schlummer weckten. Auch jetzt mußte er sich erst wieder auf seine Umgebung besinnen; aber es wurde ihm merkwürdigerweise viel schwerer als am verflossenen Morgen. Er hätte sich nach einer so langen Ruhe eigentlich viel gekräftigter fühlen müssen, als es in Wirklichkeit der Fall war. Die Glieder waren ihm viel» mehr noch immer bleischwer und er fühlte einen fatalen, dumpfen Schmerz am Hinterkopfe. Nichtsdestoweniger stand er sofort auf, um sich rasch an. zukleiden, die Theilnahme an dem Schicksal des unglückseligen Bob über das diesen Morgen die Entscheidung fallen sollte, litt rhn nicht langer in seinem Zimmer. Und al» er unsicheren Schritte« auf die Veranda hinaus, trat, war dieser sein Lebensretter das erste menschliche Wesen, dessen er ansichtig wurde. Bob mußte eben erst angekommen sein, denn er stand noch neben seinem Mustang, den Hals de» Pferdes mit beiden Armen umschlingend und sein Gesicht in der struppigen Mähne verbergend. Als Fred ihn anrief, hob er langsam den Kopf und nickte ihm zu. Aber es war kaum noch etwas Menschliches in seinem Antlitz. Diese letzten vierundzwanzig Stunden schienen ihn vollends an den Rand des Wahnsinns getrieben zu haben. „So kommt doch in da« Haus, Bobl" rief der junge Mann, seinen Arm erfassend. „Ihr zittert ja. Ihr müßt Euch niedersetzen und irgend etwas zu Eurer Stärkung nehmen." Einer der Neger sorgte für das Pferd, während Bob schweigend und anscheinend willenlos dem Voranschreitenden , .. In dem großen Zimmer, wo der Alcalde gestern die beiden Besucher empfangen hatte, waren die „Nachbarn" b^eits n" °nimelt, ein Dutzend trotziger, kräftiger Gestalten «l Jagdblousen und hirschledernen Beinkleidern. Es befand sich Keiner unter ihnen, der nicht sein breites Waidmeffer im Gürtel trug, und die stattliche Anzahl von Gewehren, die in Z^mers lehnten, bewies, daß auch wohl Keiner ohne diese treuen Gefährten ausgeritten war, um dem Rufe des Alcalden zu folgen. 1 Das Gemach selbst hatte nun freilich keineswegs dar Aussehen einer feierlich ernsten Gerichtsstätte. Der Tisch war w.e gestern mit allerlei Eßbarem auf Tellern und Schüsseln bKt und seitwärts auf einem Buffet standen Cigarren, Flaschen und Gläser wie bei einem opulenten Jagdfrühstück. Der Squire war noch nicht erschienen und da keiner der Anwesenden Fred Houston kannte, war es wohl begreiflich daß sein Gruß auf eine sehr kalte und mißtrauische Wette erwidert wurde. 1 Die Theilnahme, die er für Bob an den Tag legte, indem er den Schwankenden zu einem Sessel führte und sick» bemühte, ihm ein Glas Whisky aufzudrängen, machte ihn in den Augen dieser Männer wohl verdächtig genug. 9 Glücklicherweise aber trat schon ein paar Minuten später der Hausherr ein und versäumte nicht, nachdem er jedem der Zwölfe kräftig die Hand geschüttelt, die gegenseitige Vorstellung in aller Form zu bewirken. B Dabei erfuhr Fred, daß er vor den Besitzern de« Ayuntamiento von San Felippe de Austin stand, daß zwei der Männer Corregidoren, einer Procurator, die übrigen aber i“o’homl,rttes- das heißt so viel als Freisassen, waren. Doch schienen sie allesammt auf diese Titel und EhrenbereiL. nungen nicht sonderlich viel Gewicht zu legen, da sie sich redeten t g nmaS anberi a[8 mit ihren Familiennamen an. Der Richter gab dem aufwartenden Neger einen Wink, leh%r,rMlrum^r..ei4eM; dann ließ er sich an dem oberen Ende de« Tisches nieder. Die Beisitzer füllten ihre Gläser und da Fred nicht Miene machte, diesem Beispiel zu folgen, rief ihm der Alcalde zu. „Bedient Euch gefälligst, Mister Houston! Und erlaubt mir, mit Euch anzustoßen." s- 214 & wäre?" fünfzig Cents beim Teufel — oder in Johnnys Lasche, was in diesem Fall ganz und gar dasselbe ist." Er hielt inne; aber die Männer, die da über ihn zu Gericht sitzen sollten, warteten schweigend, bis er den Faden seiner Erzählung wieder aufnehmen würde. Bob holte ein paar Mal tief Athem, dann fuhr er fort: „Wurde mir grün und blau vor den Augen, al» auch der letzte Cent fort war. War mir seit langer Zeit nicht mehr so gewesen. Hatte schon viel größere Summen verloren, Hunderte, ja Tausende von Dollars verspielt; aber die Tau« sende hatten mich nicht den zehnten Theil der Mühe gekostet, die ich für diese zwanzig aufgewendet. Hatte dafür zwei volle Monate in Wäldern und Prärieen herumgelegen und hatte mir dafür das Fieber an den Hals geholt. Jetzt hatte ich nur noch das Fieber und keinen Cent mehr in der Tasche. War in einer Laune, um mit dem Teufel selbst anzubinden, dabei so eurios zu Muths, so curios, wie mir in meinem ganzen Leben noch nicht gewesen. Ganz kalt lief es mir über den Leib; war, als ob mir zehntausend böse Geister in die Ohren heulten. Wußte mit einem Mal kaum noch, wo ich war — standen mir bloß noch meine zwanzig Dollars fünfzig Cent» vor Augen und die gespickte Geldkatze dazu. War ganz geistesabwesend, bis ich neben mir die sröhliche Stimme de« Mannes hörte: „Woher des Wege», Landsmann — und Jetzt erst schienen ihn die Anderen wirklich für ihresgleichen anzusehen; denn auch sie hielten ihm ihre Gläser wohin?" „Woher und wohin?" rief ich zurück. „Zum TeufelI — Und dahin mögt Ihr vorausgehen, ihm die Botschaft zu kümmert mich nichts." bringen." , „Das mögt Ihr selber besorgen," lacht er, „mein Weg führt nicht zu ihm." Und nach einer kleinen Weile meint er: „Seid Ihr nicht der Mann, den ich drüben in der Herberge gesehen?" „Und wenn ich's bin, was kümmert es Euch?" „Nichts. Darin mögt Ihr schon Recht Haben. Es könnt Ihr Euch wohl denken. Wie ich eben abreiten will, kommt der Johnny wieder herangsschlichen. „Seid Ihr denn mit einem Mal ganz aus der Art geschlagen, Bob," wispert er, „seid Ihr gar so ein Hasenherz geworden, daß Ihr nicht einmal an die gespickte Geldkatze denkt, die für wenig mehr als eine halbe Unze Blei zu haben entgegen. Eine geraume Zeit verging über all' diesen scheinbar höchst gemüthlichen Vorbereitungen, bis der Richter endlich, feine Cigarre für einen Augenblick aus dem Munde nehmend, mit etwas erhobener Stimme sagte: „Männer!" „Squire!" lautete die zwölffache Antwort. „Haben ein Geschäft vor uns," fuhr er fort, „ein Geschäft, das — meine ich — am besten Der exploitirt, den es angelt! — Bob Rock, oder wie sonst Euer Name sein mag, so Ihr etwas zu sagen habt, so sagt er!" Bob, der bi» dahin völlig regungslos dageseffen hatte, die Ellenbogen auf die Knies gestützt, und das Gesicht in den I Händen, schaute verstört auf. . , „Hab's Euch ja schon gestern gesagt, Squire!" „Ja. Aber müßt es heute wieder sagen. War gestern Sonntag, und ist der Sonntag, wie Ihr wißt, der Tag der Ruhe und nicht der Geschäfte. Sehe das, was Ihr an einem Sonntag gesagt habt, als nicht gesagt an. Kann Euch danach nicht richten oder richten lassen." „Wozu das viele Reden, wenn doch die Sache klar ist! „Klar wie Missisippiwasser, Mann! - Habt Euch an- geklagt, das ist richtig. Hat aber Eure Anklage einen Haken. Ihr habt dar Fieber." Bob sah den Alcalden an und es glitt wahrhaftig für einen Moment etwas wie Rührung über sein verwüstetes Gesicht. Aber er schüttelte dann doch in hoffnungsloser Resignation den Kopf. , , , „Hilft Alles nichts. Sehe wohl, Ihr meint es gut; aber wenn Ihr mich auch retten könnt aus Menschenhänden, könnt Ihr mich doch nicht retten vor mir selbst. Hilft nichts, sage ich. Muß gehängt sein an demselben Patriarchen, wo Der liegt, den ich kalt gemacht habe." Die zwölf Männer sahen ihn an, und düsterer Ernst legte sich über ihre eisernen Gesichter. Der Alcalde bewahrte seine unerschütterliche Ruhe. „Wohl — so erzählt! Es war also an dem Tage, wo ich Euch die zwanzig Dollars und fünfzig Cents ausgezahlt hatte für geschossenes Wild und eingefangene Mustangs. Rieth Euch, das Geld stehen zu lassen, bis Ihr ein paar hundert beisammen hättet für ein Achtel Sitio-Land. Ist aber bei Euch alles Reden umsonst." ~ ,, „Alles umsonst," bestätigte Bob. „Will mich der Teufel nun einmal haben. Wollte hinab nach San Felipps zu den Mexikanern, da mein Glück zu versuchen. Wollte auch den Doctor fragen wegen des Fiebers. Führte mich der Satan an Johnnys Haufe vorbei- Verspürte wohl Lust zu einem Glase, stieg aber doch nicht ab, sondern sah nur durch das offene Fenster hinein in die Stube. Saß da ein Gentleman , »w i« „7 7."* '.77: ~ vor einer Schüssel Steaks und Pataten und einem Glase worden — und wie ich bet dem Palmettofeld bin — Ihr Steifen. Machte mir Appetit — das; stieg aber doch nicht wißt, an dem andern Ufer des Tatinto — höre ich auf ein- ab. Hatte mich indessen der Johnny ausgewittert, kommt mal Pferdegetrappsl hinter meinem Rücken. Und wird mir herausgeschlichen und wispert mir zu, er hätte einen Mann 1 ™ ““"* "* f *- *» im Hause, mit dem etwa» anzufangen wäre, wenn wir's ge- scheidt einfädelten. Hätte eine Geldkatze um den Leib, die schönste und gespickteste Geldkatze, die man sich nur wünschen könne. Und wenn wir Beide de» Spaßes halber ein Spielchen begännen, würde er schon darauf anbeißen. — Hatte nicht recht Lust, aber wie der Johnny gar keine Ruhe ließ mit feinem Reden und Schmeicheln, stieg ich doch endlich ab und ging hinein in die Stube. Hatte kaum die ersten drei Gläser hinunter, als die Karten und Würfel auch schon auf dem Tische lagen. Hatte mit’» zwar abgeschworen, mit Johnny zu spielen, weil er ein Gauner und Erzhallunke ist, rechnete aber auf den Fremden und darum fing ich an. Trank auch dazwischen ein paar Gläser und wurde mit jedem Glase hitziger, wie meine Dollars einer nach dem andern dahingingen. Meinte immer noch, der Fremde sollte eintreten. Saß der aber da, aß und trank, als ob die ganze Sache ihn nicht das Geringste anginge. Ehe eine halbe Stunde vergangen, war ich ganz und gar abgetakelt, meine zwanzig Dollars „Sagte er das?" unterbrach ihn zum ersten Mal, seitdem er zu sprechen begonnen hatte, der Alcalde. „Ja — Ihr hört es doch, Squire!" „Sagte er das wirklich, Mann?" fragte nun auch einer der Besitzer- „Waren das buchstäblich feine Worte?" „Fragt ihn selbst!" lautete Bobs trotzige Entgegnung. „Handelt sich hier nicht um Johnny, wie ich meine. Will bloß für mich reden und für mich gehängt fein." „Nun, und was antwortetet Ihr dem Johnny aus seine Rede?" sagte der Alcalde. „Antwortete ihm, wenn er Lust auf die gespickte Katze habe, so möge er sie sich selber nehmen. Brauchs mich nicht dazu und ich wäre nicht aufgelegt, ihm die Kastanien au» dem Feuer zu holen. Rief ihm zu, er solle verdammt sein und ritt meiner Wege. Ging mir dabei wie eine Tretmühle im Kopfe herum. Die zwanzig Dollars fünfzig Cents lagen mir verflucht auf der Seele. Zu Euch durfte ich nicht, Squire, wußte, Ihr würdet mich gescholten haben." „Würde Euch gescholten haben, Bob — ist ganz richtig. Hätte aber auch eine Jury zusammengerufen, die Johnny citirt und ihm ebenso schnell aus dem Lande vsrholfen als Euch zu Euren zwanzig Dollars. Meine, Ihr hättet doch besser gethan, zu mir zu kommen." „Ist jetzt zu spät, Squire — zu spät." „Wohl — so erzählt weiter." ..Wie ich so reite und reite — es war schon Abend ge- 215 -- „Wohl, so zieht Eures Weges und sagt, Ihr seid da- gewesen." „Nichts für ungut!" meint er. „Ein Wort ist kein Pfeil und es mag Euch wohl Euer Verlust nicht eben in kirchengängerische Laune versetzt haben. Wenn ich an Eurer Stelle wäre, ich würde meine Dollars wahrhaftig nicht an Karten und Würfel setzen." Machte mich doch das, daß er mir meinen Verlust in die Zähne warf, so giftig wie eine wilde Katze. „Seid mir ein sauberer Geselle, mir meinen Verlust unter die Nase zu reiben — ein elender Geselle." Wollte ihn nämlich aufreizen und dann mit ihm anbinden. Er hatte aber keine Lust zu streiten und sagte ganz freund, lich: „Reibe Euch nichts unter die Nase, fällt mir nicht ein. Bedsure Euch vielmehr aufrichtig. Seht mir nicht aus wie Einer, der viele Dollars zu verlieren hat. Seht aus wie ein hort schaffender Mann, der sich sein Brod sauer verdienen muß." „Jawohl, hart schaffender Mann," sagte ich, „und Alles verloren, Alles! Keinen Cent zu einem Bissen Kautabak oder einer Cigarre." „Kann Euch leider mit keinem von Beiden dienen. Ich kaue nicht und sind mir die Cigarren ausgegangen. Aber wenn Ihr Euch selber helfen wollt, Landsmann — das Geld zu Kautabak und einer Handvoll Cigarren könnt Ihr wohl von mir haben." Und so sagend, langte er einen Beutel aus der Tasche, in dem er seine kleine Münze hatte. Ich sah, daß der Beutel ziemlich voll war und daß wohl an die zwanzig Dollars darin steckten. War doch wahrhaftig, als ob mir der Teufel aus dem Beutel heraus zulachte. „Salb Part!" rief ich. Aber der Mann schüttelte den Kopf. „Nein, das nicht! — Gehört nicht mir, das Geld — gehört meinem Kinde. Aber einen halben Dollar, wenn es Euch recht ist." „Halb Part!" tief ich zum zweiten Mal. „Oder —" „Oder ?" fragte er und dabei steckte er den Beutel wieder in die Tasche, um nach dem Gewehr zu greifen, das er über der Schulter hatte. „Zwingt mich nicht, Euch ein Leid an. ruthun, Mann — zwingt mich nicht dazu! Müßte es einer von uns Beiden bitter bereuen. Bringt keinen Segen, was Ihr da vorhabt!" Ich aber sah nicht mehr und hörte nicht mehr. „Halb Part!" schrie ich und wie ich es noch schreie, hopst er auch schon im Sattel auf und fällt zurück, über den Schwanz seines Gaules herab. „Bin ein todter Mann!" röchelt er nur noch. „Gott sei meinem armen Kinde gnädig!" Die Stimme des Erzählers war plötzlich ganz tonlos ge- worden; nun brach er ab und stierte mit dem Blick eines Wahnwitzigen in eine Ecks des Zimmers hinein. „Ihr seid ein gräßlicher Geselle!" sagte nach langem Schweigen einer der Beisitzer. „Ja, ein gräßlicher Geselle," stöhnte Bob, „die Kugel war ihm mitten durch die Brust gegangen." „Vielleicht war Euch der Hahn abgeschnappt, ehe Ihr es wolltet," warf der Alcalde ein. „Nein! Zielte und drückte ab, wie er noch sprach. Habe ihn gemordet. Weiß aber nicht, was dann weiter geschehen ist- Muß nachher erst von Sinnen gewesen sein — ganz von Sinnen. Habe ihn jedenfalls wie im Traum unter den Patriarchen geschleppt und da mit meinem Waidmesser ver- scharrt. Habe ihn wenigstens am nächsten Tage da gefunden." „Habt ihn da gefunden?" riefen verwundert mehrere Stimmen. „Weiß nicht, wie er dahin kam, muß ihn aber wohl selber hingebracht haben; denn habe ihn da gefunden. Wollte nach San Felippe, hatte seinen Beutel zu mir gesteckt, aber seine Geldkatze nicht angerührt, so wenig wie die Flasche Rum und das Brod und die Beefsteaks, die er von Johnny mitgenommen. Wollte also nach San Felippe; aber wie ich am Aoend abstleg, wo glaubt Ihr wohl, daß ich war? Unter dem Patriarchen! Und ließ mich da nicht ruhen, bis ich ihn aus- und wieder eingescharrt hatte. Konnte nicht anders — mußte es thun. Und genau so am nächsten Tag, wo ich nach Anahuac wollte und gerade da ich meinte, die Salzwerke vor mir auftauchen zu sehen, wieder unter dem Patriarchen stand. Mußte ihn abermals ausgraben, von allen Seiten anschauen und von Neuem verscharren." „Quer das!" meinte kopfschüttelnd ein Beisitzer. Und ein Anderer fragte: „Wißt Ihr auch, wer der Mann war?" „Habe ihn nicht gefragt und stand ihm auch nicht auf dem Gesicht geschrieben. Habe wohl in seinen Papieren ge- blättert, die er in der Tasche trug, weiß aber nicht mehr, was darin stand und habe sie wieder mit ihm begraben." „Die Sache muß denn doch untersucht werden, Alcalde," erklärte der eine der beiden Corregidoren. „Das muß sie," bestätigte der Squire- Bob machte eine ungeduldige Bewegung. „Wozu da noch lange untersuchen!" „Weil wir das uns, dem Ermordeten und Euch schuldig sind. Können Niemanden auf sein bloßes Wort hin vrr- dämmen. Müssen zuvor auch das corpus delicti gesehen haben." Die Gesichter der Beisitzer bewiesen, daß sie ihm zu. stimmten. Und nachdem er ein paar Züge aus seiner Cigarre gethan hatte, sprach der Alcalde weiter. „Ist da auch noch ein anderes Bedenken. Insofern nämlich, als Bob diesem Gentleman, Mister Fred Nathanael Houston, in uneigennütziger Weise das Leben gerettet hat." „Hat er das?" ließ sich eine tiefe Baßstimme vernehmen. Fred erhob sich von feinem Sitz. „Ja, Gentlemen," erklärte er. „Und nicht nur dadurch, daß er mich aus dem tiefen Flusse zog, in dem ich sicher er. funken wäre, sondern auch durch die treueste und sorgfältigste Pflege, die er dem Johnny und seiner Mulattin erst mit Drohungen und Gewalt abzwingen mußte. Er hat an mir gehandelt wie ein Christ und wie ein guter Mensch — das will ich beschwören!" Bob warf dem Sprechenden einen erstaunten Blick zu; aber gleich darauf fiel er wieder in seine stumpfe Gleichgiltig. keit zurück. Der Alcalde nickte und wandte sich von neuem an die Jury. „Wir können diesen Bob also nicht hängen, ohne uns zu überzeugen, ob er es auch verdient hat- Was sagt Ihr dazu, Procurator Mister Whyte? Und Ihr, Mister Heart und Stone? — Bedient Euch mit Rum oder Brandy, Mister Bright! Und Ihr, Irmin, eine frische Cigarre. Ist ein ganz leidliches Kraut, wie ich meine- Wohl, Mister Mythe, das in der geschliffenen Flasche ist Brandy. Und war sagt Ihr zu unserer Sache?" Mister Mythe, der Procurator, hatte sich erhoben und war an das Buffet getreten. Indem er langsam und vorsichtig sein Glas füllte, sagte er in bedächtigem Tone: „Ja nun, Squire ober vielmer Alcalde, wenn's so ist und Bob den Mann kalt gemacht hat, meuchlings kalt gemacht hat, so calculire ich, daß Bob, wenn's ihm so recht ist, gehängt werden sollte." Der Alcalde schüttelte den Kopf und sein Gesicht be. schattete sich. Er hatte ohne Zweifel eine andere Sentenz erwartet. Der ruhige Ton seiner Stimme aber war ganz unverändert, als er sagte: „Menn Ihr so meint und das auch die Meinung der Anderen ist, werden wir ihm also den Gefallen thun müssen. Freilich sollte eigentlich das Ganze noch vor die District-Court nach San Antonio hinüber. Aber da es einer der Uns'rigen ist, müssen wir schon ein Auge zu» drücken und Gnade vor Recht ergehen lassen. Sage Euch aber, thue es nicht gern. Und ehe tch's thue, muß der kalt gemachte Mann gefunden und Johnny verhört fein. Das sind wir uns und das sind wir Bob als unferm Mitbürger schuldig." Die Beisitzer stimmten ausnahmslos zu. (Fortsetzung folgt.) 216 — G-nreinnützigeO. Kupferstiche und Holzschnitte zn reinige«. Da» Bild wird auf ein glatter Brett gelegt oder befestigt, dünn mit feingepulvertem Salz bestreut und Citronensaft darauf aurgedrückt, so daß durch denselben ein beträchtlicher Theil der Salzer aufgelöst wird. Dann wird dar eine Ende der Brettchens etwas emporgehoben, so daß es eine geneigte Fläche von etwa 45 Grad bildet und siedendes Wasser auf das Bild gegossen, bis Salz und Citronensaft abgewaschen sind. Das gereinigte Bild wird dann auf dem Brett langsam getrocknet, jedoch nicht am Ofen oder in der Sonne, da sonst dar Papier eine gelbliche Farbe erhält- ♦ » • Zur Behandlung der Bruten. Die Vertreibung des Ungeziefers bei der Bruthenne kann theilweise durch Bestreuen des Nestes und Einstreuung der Henne unter den Flügeln mit Mortem oder pers. Insektenpulver oder sonst einem trockenen Mittel geschehen; außerdem gebe man der Henne zu einem Bad in trockener Erde, die mit Kalkstaub vermischt ist, recht oft Gelegenheit. » ♦ • Wenn die verschiedenen kleinen Sämereien ausgesäet find, bleibt in den meisten Fällen genug übrig, um im nächsten Jahre noch damit aurkommen zu können. Damit aber der Samen seine Keimfähigkeit nicht verliert, schüttet eine praktische Hausfrau denselben in kleine Medictnfläschchen und klebt ein Stückchen weißes Papier an das Gläschen, worauf der Name zu stehen kommt. Hierauf bindet fie eine Schnur um den Hals und hängt das Fläschchen in einem kühlen, luftigen Raume auf. Verkorkt werden die Fläschchen nicht, da die Samen sonst ersticken würden. e • • Die rothe Spinne, welche die Blätter der Zimmerpflanzen mit ihrem feinen Gewebe überzieht und aussaugt, vertilgt man durch Abwaschung der Blätter mit einem in eine Echmierseifenlösung getauchten Schwamm. » $ ♦ Durch wöchentliches Begießen mit warmem Wasser wird, wie mehrfache Versuche ergaben, bei Trauben, die nicht reif werden, zeitig eine vollkommene Reife derselben bezweckt. ♦ Obstbau. Verpflanzte Bäume sind bei trockener Witterung zu begießen. Besonderes Augenmerk muß jetzt auf die Vertilgung der Raupen und sonstigen Jnsecten gerichtet werden. Unter Veredlungsstellen hervorsprossende Triebe sind zu entfernen. Da« Veredeln ist fortzusetzen. Frisch aufgegangene Aepfel- und Birnbäume werden verfingert. * • * Gartenbau. Die Beete find stets rein zu erhalten, Kohlpflanzen aller Art werden versetzt. Hauptsaatzett für Gurken, Bohnen, Kürbisse, Mais und Spätkartoffeln. Zum Winterbedarf find auszusäen: Kohlrabi, Rosenkohl, Winterkohl und Karotten. Von Erbsen, Radieschen, Sommerrettigen, Petersilie und Suppenkräutern macht man weitere Aussaaten. Erbsen find zu behacken und mit Reis zu bestecken, zu dicht aufgehende Saaten find zu verdünnen und das Unkraut auszujäten. Die Spargelernte beginnt jetzt. Die Erdbeerbeete find mit strohigem Miste.oder mit Lohe zu belegen, um den Boden nicht völlig austrocknen zu lassen, und damit die Früchte nicht durch Platzregen beschmutzt werden. Bis Mitte Mai begieße man Abends, später Morgens und Abends. * * ♦ Zweckmäßige Kultur der Gurke«. Zur Saat verwende man 2- bis 4 jährige Kerne; sind solche nicht vorhanden, so läßt man den einjährigen Samen in der Nähe eines warmen Ofens mehrere Wochen lang tüchtig austrocknen. In einer warmen Lage wird womöglich von Osten nach Westen eine Grube gezogen, deren Erde so ausgeworfen wird, daß sie auf der Nordseite eine Art Schutzdamm für die Pflanzen bildet. Diese Grube wird etwa handhoch mit'ckurzem, verrotteten Mist ausgefüllt, worauf 8 cm hoch gute Erde kommt. In diese werden die Kerne ganz seicht, so daß sie kaum bedeckt sind, gesteckt. Darüber kommt dann eine 5 bis 8 cm hohe Lage Sägespähne, welche mit einer Brause angegossen werden. So gelegte Gurken gehen sehr zeitig und sicher auf, leiden weder durch Nässe noch durch Trockenheit und widerstehen auch der Kälte besser, als die ohne Sägespähne ausgesäten. VermMchtes. Aus den Fliegenden Blättern. Im Eifer »erschnappt. Emporkömmling (zu einer noblen Tischgesellschaft): „Sie haben Recht, Frau Baronin, die Dienstboten sind gar nicht« mehr werth! Da hätten Sie mich 'mal sehen sollen — wie ich noch Hausknecht war!"--In der Buchhandlung. Bauer: «... An mein'm Advocate möcht i' schreib'», der ma' an' Proceß verlor'n hat und bä brauchet' i halt an' Briefsteller — aber an' recht grob'«!" --Vor der Börse. A.: „Na, wa« sagst Du dazu, daß die Course so beängstigend fallen?" — B.: „Unverschämter Mensch, wie kommen Sie dazu, zu mir Du zu sagen?" — A.: „Beruhigen Sie sich! Wenn die Course noch so weiter fallen, sind wir doch bald Alle mit einander per—du!" - — Erschwerender Umstand. Fremder: „Entschuldigen Sie gütigst, wohnt hier ein Zimmerherr »amen« Maier?" — Hausherr (ein rechter Protzer): „Nein! Zimmerherrn hat- bet uns net nöthig — und Maier dürft' er schon gar net heißen!" — — Fatales Versprechen. Studiosus: „Fräulein Clara, Sie sind wirklich eine Perle ihres Geschlecht«! Glücklich Derjenige, der Sie dereinst aufs Versatz . . . wollte sagen: Standesamt bringen darf!"--Der gekränkte Dichter. Verleger: „Solchen Unsinn, wie in Ihrem Manu- script, drucken wir nicht!" — Autor: „Na, Sie brauchen sich nicht darauf so viel einzubilden. Sie sind nicht der Erste, der es nichtdrucken will!"--Aus einer Vertheidi- gungsrede. Vertheidiger: „. . . . Und dann bitte ich, zu berücksichtigen, daß der Angeklagte zur Mitnahme des silbernen Tischbesteckes förmlich aufgefordert wurde, da die Worte „Zur Erinnerung" darauf gravirt waren!"--Sein Trost. Commerzienrath (der durch einen Brand empfindliche Verluste erlitten): „Nu, wenigstens hat'« doch geheißen: Beim Commerzienrath war GroßfeuerI" — — Gipfel der Cultur. Herr (zum Missionär!: „. . . Also Sie haben die Eingeborenen schon so weit gebracht, daß einige Geschäftsleute wurden! Finden diese sich denn auch hinein!" — Missionär: „O, ganz gut! Unlängst hat sogar schon einer — Concur» gemacht 1" • * Aus einer Schmiereneinladung. . . Zu der heutigen Vorstellung „Das Verbrechernest" hatten drei soeben aus dem Zuchthause entlassene Herren die Güte, die Hauptrollen zu übernehmen, was den Abend hochinteressant gestalten dürfte." Das Glück. Das Glück ist darum nicht hienieden, Daß Dich allein es stellt zufrieden; Ost kehrt's bei Dem und Jenem ein Und will auch dort gepriesen sein. D'rum, weilt es just bei einem Andern, So freue Dich, daß es schon hier, Denn ist das Glück einmal im Wandern, So kommt es leicht auch bald zu Dir. Satyr. Rrdaetion: A. Gcheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen U«it>erstMs-Buch- und Stcindruckerei iPietsch 8t Kcheydaf in Gieße»,