!N. Schon als nden — Heller. ld bei mir fest: out prix nicht 1 e und gnädige iend. Und die türlich, 's war tten die Ditto'r in aller Frühe e auf feine An» vittor 'was an, >eßhalb kurz ab, en, und so'war Schluß folgt.) Vor Gericht i einer, Ihrem von zehn Mark f ich, Herr, dir ter: „Neinl Sie egebenl"-- st Du nun mit Buch gegen die »eine Anna hei« eßhalb bezweifelst einer Familie?" 5, jahrein gesund erath (zu seiner i die Herrenwelt ,d dritter Instanz roderner Dame»' ken und mache Stoff zu einem ute habe ich Dir itet l . . . Aber, ch erwarte „dar ;nb die ägyptischen Sie sind in einer schen Hausindustrie eben erschienenen z über diese hoch- rch Herstellen eines sselbe Heft enthält für die Frühjahrs- efte, das in allen neues Abonnement. einen so wichtigen aß alle Eltern und h in dieser Hinsicht ndung zu bringen, ienlich und fördernd »e Jugendpost' ein Organ, das es und Liebe und das izubringen. Selbst der „Musikalischen iat die musikalische Gedichten, Erzäh- ,d den vielen mir i Vierteljahr bringt nur Mk. 1,50. - kostenfrei. > a) in Gießen. Lmnnßiag de« 9. April Nr. « ümiffekMffsr k'KeRer UnterßaltungsbLatt MM Gießener Anzeiger (General Anpiger) WEM 6" Schwester Ilse. Rom an von Clarissa Lohde. (Fortsetzung.) Mit solchen trüben Gedanken «ächte Wolf eines Morgens nach fieberhaftem Schlafe auf und befahl das Anspannen. Der alte Georg sah seinem Gebieter bei diesem Befehle voll steigender Angst in's Antlitz. «Wohin wollen der Herr Baron fahren? Sie-sehen gar so elend eusl" „Bist Du mein Vormund?" verwies Wolf ärgerlich des Alten Dreistigkeit. „Doch ist's kein Geheimniß, ich will nach Hertheim zum Pastor Seiffard fahren." Die Augen des Alten, die bei dem Namen Hertheim einen Moment freudig aufgeleuchtet hatten, — hoffte er doch immer, sein junger Herr würde endlich doch zur Befinnung kommen und seine Frau sich von der Mutter wiederholen — blickten nur noch trüber und verzagter. „Wenn der Herr Baron unterwegs einmal bei dem Jmstedt vorfahren wollten," bemerkte er dann nach einer Pause. „Da steht es auch nicht gut." Der Jmstedt war ein Pächter Wolfs und früherer Spiel» kamerad von ihm. „Was soll's mit dem?" fragte Wolf, den Alten verwundert anschauend. „Ach, der hat das letzte Jahr auch nicht gut gethan, eine Liebschaft angefangen und die Frau ist dahinter gekommen und hat ihn verlaffen. Seitdem irrt er wie ein Gestörter umher und man sagt, er wolle außer Lande» gehen oder schlimmer noch, sich ein Leid anthun." Wolf blickte den Alten einen Augenblick forschend an. War das Wahrheit oder redete er nur so, den Jmstedt nennend und ihn selber meinend? Aber nein, er hatte ja schon von dieser traurigen Angelegenheit gehört und Georgs Miene war so ernst und treuherzig dabei. „Gut, daß Du mich daran erinnerst," erwiderte er dann. «Ja, gut, ich werde einmal mit ihm sprechen." Dabei ging e<* Wolf durch den Sinn: Wie seltsam, daß sie Beide, er und der junge Gespiele seiner Kindheit, dasselbe Schicksal theilten. Beide waren von ihren Frauen verlassen. Und warum? Weil ein andere» Weib die Eva gespielt hatte, die dem Manne den Apfel gereicht, um deflentwillen er au» dem Paradiese vertrieben wurde. Es war kein Umweg für Wolf, wenn er nach Hertheim über den Hof de» Pächters Jmstedt fuhr. Der Mann empfing ihn vor der Thüre seines Gehöftes mit scheuem Gruß. „Der Herr Baron erweisen mir die Ehre?" „Ja, ich komme, einmal nach Dir zu sehen, alter Freund!" Damit trat Wolf, von dem Manne gefolgt, in dessen kleine», aber schmuckes, von Epheu und Kletterrosen umrankte» Haus. In der großen Stube am Flur empfing ihn eine dumpfe Lust, als wenn lange Zeit keine Fenster geöffnet worden wären. Und wie verändert der einst so trauliche Raum war. Es war ersichtlich, die ordnende weibliche Hand fehlte ihm. Auf dem Sopha und den Stühlen lagen Kleidungsstücke umher, gebrauchte Teller und Gläser standen auf dem Tische, der mit durcheinander geworfenen Schriftstücken bedeckt war. Jmstedt bemerkte den Blick, den der Baron um sich warf, und sagte mit einem bitteren Auflachen: „Der Herr Baron finden hier Vieles verändert. Sie haben wohl auch schon von meinem Unglück gehört- Aber ich will dem Herrn Baron auch nicht länger zur Last fallen, ich weiß, es geht zu Ende mit mir und Sie sollen für Ihre Güte, mit der der verstorbene gnädige Baron mir auf Ihr Fürwort ein freundliches Heim gründete, nicht zu Schaden kommen. Sobald der Herr Baron einen anderen Pächter finden oder vielleicht haben Sie schon einen?" fragte er, sich plötzlich unterbrechend, nun doch mit einem leichten Erschrecken. „Woran denkst Du? Haus und Hof zu verlaffen um eines Weibes willen? Sei kein Thor!" „Ach, Herr Baron, ich halt'» ja hier nicht aus; ich habe sie ja geliebt, meine Marie, und sie war ein gutes, treue» Weib. Aber der Teufel hat mich geritten, daß ich sie um einer Anderen willen vergaß. Ach, es war ja gar nicht so schlimm, eine kurze Täuschung. Aber als sie es erfuhr, war fie unerbittlich und verließ mich mit den Kindern. Und sehen 162 - Sie, Herr Baron, diese Schmach, und hier von allen Leuten sich darauf ansehen zu lassen, nein, das ist zu viel. Hier endet es nicht gut mit mir. Ich will fort nach Amerika und wenn der Herr Baron ein gutes Werk thun wollen, helfen Sie mir dazu." Einen Augenblick sah Wolf nachdenklich vor sich hin, dann sagte er, und ihm war es plötzlich, als spräche er nicht allein zu jenem verzweifelten Manne, sondern auch zu sich selber: „Wäre es nicht besser, Du versöhntest Dich mit Deiner Frau?" ,,Al« ob ich nicht schon Alles versucht hätte," klagte nun der Mann; „aber sie will nichts mehr von mir wissen." „Und wo hält sie sich jetzt auf?" „Bei ihren Eltern in Hertheim, die dort ein kleine» Haue und etwas Land besitzen. Es find wohlhabende und angesehene Leute. Ich habe auch schon den Herrn Pastor um Vermittelung angehen wollen, aber ich wag'» nicht recht- Meine Verschuldung ist zu groß." „Doch nicht so groß, daß sie nicht vergeben werden könnte! Kopf oben, Kamerad, laß mich einmal für Dich eintreten, Dein Fürsprecher werden. Ich bin gerade auf dem Wege zum Pastor Setffard, da will ich einmal Deinetwegen ein ernstes Wort mit ihm sprechen. Wir haben ja so manchen tollkühnen Streich in unserer Jugend gemeinsam ausgeführt und dem Tode kühn in's Antlitz gesehen, sollten wir jetzt verzagen und kleinmüthig werden, weil ein Weib uns verächtlich angesehen hat? Nein, Muth, alter Geselle, es muß besser werden mit mir und mit Dir. Die Achtung, die sie uns versagen, wollen wir wieder zu erringen suchen, das ist die beste Sühne für unsere Schuld." Mit großen Augen blickte der Pächter ihn an. Ihm zog es durch den Sinn, daß man ja auch von dem Baron sage, er wolle sich von seiner Frau scheiden lassen. Daran hatte er noch gar nicht gedacht. Daß fein vornehmer Jugend- genoffe und Wohlthäter da« gleiche Loos mit ihm theile, hob ihn in den eigenen Augen, gab ihm den verlorenen Muth, das Selbstvertrauen wieder, und feine Hand fest in die dargebotene Wolfs legend, sagte er mit aufleuchtendem Blicke: „Ja, das wollen wir, Herr Baron!" Und auch Wolf hatte, während er dem alten Spielkameraden gut zuredete, sich selbst in etwas von dem Drucke befreit, der auf seiner Seele so lange gelastet. Wie eine Offenbarung war es über ihn gekommen: Die verlorene Achtung sich wieder zu gewinnen, das war die einzig mögliche Sühne für die begangene Schuld. Pastor Seiffard war nicht wenig erstaunt, als er den Wagen Wolfs vor seiner Thür halten sah. Doch empfing er ihn mit zuvorkommender Höflichkeit und nöthigte ihn in sein Arbeitszimmer, wohin die vorsorgliche Hausfrau sofort einen Imbiß hinsandte. Wolf fühlte fich erleichtert, daß er nicht gleich mit der eigenen Sache, sondern zuerst mit der des Jugendkameraden vorkommen konnte. Das gab ihm mehr Ruhe und machte ihm die Anknüpfung leichter. Mit beweglichen Worten schilderte er dem Pastor des Mannes Reue und Verzweiflung. „Ich habe ihm so viel als möglich Muth eingesprochen," schloß er, „aber ein zerstörtes Leben würde es doch immer für den Aermsten bleiben, wenn seine Frau auf ihrem Trotze beharrte." , »Da haben Sie recht," entgegnete der Pastor, mit seinen klaren, klugen Augen dasjenige Wolfs suchend. „Ich rathe immer zur Versöhnung, wenn ich es nur irgend mit meinem Gewissen vereinbaren kann. Und auch in diesem Falle habe ich er schon gethan, wenn auch die Schuld de« Mannes gegen seine Frau eine große ist und sie wohl ein Recht hat, ihm zu zürnen. Wenn Sie aber sagen, Herr Baron, daß Jmstedt so aufrichtig und tief bereut, so darf man wohl auch hoffen, daß er sich wirklich bessern und künftighin seiner Frau treu bleiben werde." „Davon bin ich überzeugt, Herr Pastor, denn er liebt seine Frau und erlag mehr einer Verirrung der Sinne als desMerzens." „Ja, wenn es mir gelänge, das arme Weib von dieser Liebe zu überzeugen, an die sie den Glauben verloren hat! Bis jetzt war sie noch jedem Versöhnungrversuch gegenüber ziemlich unnahbar. Aber ich werde jedenfalls noch einmal mit ihr sprechen und hoffe mit dem Beistand der Eltern, die der Versöhnung nicht abgeneigt sind, daß es mir doch noch gelingen wird, sie zum Nachgeben zu bewegen. Nur Geduld muß der Mann haben und nicht sogleich die Flinte in's Korn werfen wollen und davongehen!" „Das sagte ich ihm auch, und er hat mir das Versprechen gegeben, nichts zu übereilen." Der Pastor hatte Wolf eine Cigarre gereicht und betrachtete ihn nun nachdenklich, als er fich sie anzündete und, in Schweigen versinkend, den Rauchwolken nachbltckte, dis feine Lippen bildeten. „Ich darf wohl annehmen, Herr Baron," begann er dann wieder, „daß Sie nicht allein des Jmstedt wegen zu mir gekommen sind." „Sie haben recht gerathen, Herr Pastor," entgegnete Wolf nun, sich in ernster Haltung gerade aufrichtend. „Der eigene traurige Conflict, in dem ich mich befinde, führt mich her und die stille Hoffnung, durch mein persönliches Aus- sprechen mit Ihnen in etwas wenigstens das Dunkel der Zukunft zu lichten. Es bedrückt mich, wie Sie denken können, daß Ilse," — er zögerte ein wenig, als er ihren Namen aursprach, — „sich so standhaft weigert, anzunehmen, was von meiner Seite doch nur die Erfüllung einer Pflicht ist." „Auch ich bedaure das lebhaft," stimmte der Pastor zu. «Glauben Sie mir, Herr Baron, ich habe das Meinige ge- than, sie von diesem, sie selber am meisten schädigenden Entschlüsse abzubringen. Aber sie erklärt, es sei unmöglich, von einem Manne, der ihre Person nicht begehrt, Geld anzunehmen und Sie wissen, Herr Baron, mit Empfindungen läßt sich nicht rechten." Wolf seufzte tief auf. „Es ist grausam von ihr," murmelte er, „mich so doppelt in'» Unrecht zu setzen." Der Pastor zuckte bedauernd die Achseln. „Als ich damals vor nun einem Jahre Ihre Ehe ein- segnete," bemerkte er, „hoffte ich freilich, daß Alles ander» kommen würde." «Daß es aber so gekommen, ist doch nicht ganz allein meine Schuld. Ilse hat zu rasch den Stab über mich gebrochen." „Das gebe ich zu. Auch habe ich ihr Vorstellungen darüber gemacht. Aber die heftige Aufregung, in die sie durch die Verhältnisse gerathen ist, entschuldigt ihr vorschnelles Handeln- Und ich konnte nicht anders als ihr Recht geben, daß Sie unter den obwaltenden Umständen von einer Ehe mit ihr hätten absehen müssen." „Ja, ja," nickte Wolf trübe, „meine Heirath war eben der letzte Streich des tollen Wolf, den er nun schwer genug büßen muß." „Ein frivoler Streich, Herr Baron — verzeihen Sie meine Offenheit, — wenn Sie sich nicht fest dabei vorgenommen hatten, wie es auch kommen möge, die Folgen zu tragen und sich Mühe zu geben, das Herz der Frau zu gewinnen, die Ihnen mit so viel Hingabe und so freudig ihr Leben widmete I" «Und wer sagt Ihnen, daß ich das nicht gethan habe?" Der Pastor sah ihn betroffen an. „Wer mir das sagte? Wer anders als Ilse. Sie haben sie stets mit kühler Gleichgiltigkeit behandelt, sie stets fühlen lassen, daß sie Ihnen nichts als die Pflegerin fei, gegen die Sie Rücksichten dankbarer Höflichkeit hätten." „Ja, lieber Herr Pastor, darin mögen Sie recht berichtet fein. Es liegt wohl in der menschlichen Schwäche, daß man oft erst dann ein Gut ganz zu würdigen weiß, wenn man es verloren hat." „Wie, Herr Baron, und das wäre bei Ihnen der Fall? Ich bitte, sagen Sie die volle Wahrheit. Ich glaubte und Ilse glaubt es auch, Sie wünschten eine Scheidung, um sich 163 schwirrt von Bitten und Vorwürfen einer Mutter, die sie nicht versteht, nicht verstehen kann und die sich durch die vornehme Denkungsart ihrer Tochter beeinträchtigt wähnt und Alles daran fetzt, ste zur Vernunft zu bekehren, wie sie sagt, das heißt zur möglichsten pecuniären Ausnützung ihrer Lage Ihnen gegenüber. O, es ist haarsträubend, oft nur anzu- sehen und keine Hilfe, keinen Ausweg zu wissen! Aber jetzt ist dieser Ausweg gefunden und ich eile, Ilse herzuholen1" »Nicht so, verehrter Herr. Sie zu mir? Nimmermehr! Der Schuldige muß den ersten Schritt thun, das darf ich mir nicht erlassen. Gehen wir zusammen zu ihr, Herr Pastor." Der Pastor schüttelte den Kopf. „Trotzdem sie Ste verheirathet wußte!" »Lieber Herr Pastor, Sie sind ein Diener der Kirche und haben sich seit Jugend auf geübt, Ihre Leidenschaften zu beherrschen, vaher werden Sie mir auf dieses Gebiet schwer folgen, nicht begreifen können, wie man sich von dem Sturm seiner Gefühle fortreißen lassen, die Schranken übersehen kann, die Ehre und Besonnenheit zwischen unseren Wünschen und ihrer Erfüllung aufrichten. Ich sah ein mir verwandtes Wesen in Adeline und ein Rausch überkam mich, der mich momentan Alles vergessen ließ. Was dann folgte, das Alles werden Sie aus Ilses Munde besser wissen, als ich es Ihnen erzählen kann. Genug, sie ging, verließ mich trotz aller Bitten, aller Widerrede —" „ . »Auch sie, die besonnens Frau," fiel der Pastor ein, »ließ sich von dem Sturm ihrer Gefühle fortreißen. Wenn auch unbewußt, gab sie der aufsteigenden Eifersucht Gewalt über sich. Denn sie liebt Sie, Herr Baron. Doch warum sage ich das? Sie wissen es ja selbst am besten." »Sie liebte mich, ja, und daß ich das weiß und mir bewußt geworden bin, was ich besessen, daß ich einen Diamant für einen Kiesel hingegeben habe, bas ist meine härteste Strafe. Sagen Sie das Ilse, sagen Sie ihr, daß ich auch noch, ehe die schöne Amerikanerin sich mir in ihrer ganzen ungeschminkten Selbstsucht und Oberflächlichkeit offenbarte, ihren vollen Werth erkannt, mich nach ihr gesehnt, sie zurück- gewünscht habe, leider zu spät I Sie wendet sich von mir und will mir grausam selbst das Gefühl rauben, auch nur noch äußerlich mit ihr in Zusammenhang zu bleiben. Sogar meine Pflichten gegen sie will sie mir nicht erlauben zu erfüllen und nach dieser Richtung hin, Herr Pastor, möchte ich Sie um Ihre Vermittelung bitten. Mag ste es genug sein lassen an der Strafe, die ich durch ihren Verlust erleide; so tief in meiner Ehre mich niederdrücken, daß sie nicht einmal das elende Geld, das ich ihr schulde, annehmen will, das geht zu weit!" 0 „Ja, beim Himmel, bas sagte ich ihr auch," rief der Pastor erregt. „Doch noch eine Frage, Herr Baron. Sie haben Miß Graham in Rom wiedergetroffen, so erzählte man hier, so hat es auch Ilse gehört." „Ja, ich traf sie dort wieder," entgegnete Wolf bitter, »um den Präliminarien ihrer Verlobung mit dem russischen Fürsten Naradin beizuwohnen." f. »ENe, Miß Graham hat sich mit einem Anderen verlobt?" rief der Pastor, erregt von seinem Sitze emporschnellend, unl dem Baron beide Hände entgegen, „o, dann kann noch Alles gut werden!" „O, Herr Pastor, Sie hoffen noch?" n »Daß Ilse Ihnen verzeiht! Wie sollte sie, wie könnte sie anders ihrer Natur nach, wenn sie erfährt, was ich erfahrenhabe, daß Sie sie lieben, wirklich lieben, Herr Baron!" ,l£ i °r blieb stehen und sah nochmals mit ernstem Prüfen in Wolfs Augen. „Ob ich sie liebe, Herr Pastor? Wenn auch nicht mit der heißen Leidenschaft, mit dem wilden Begehren, das Adelinen« sinnverwirrende Schönheit in mir erregte; aber mit der besseren, dauernden, stillen Liebe, die auf der Erkenntniß des Weither beruht, die langsam erwächst, um für alle Zeit zu dauern." M „Wenn es so steht, Herr Baron," rief der Pastor freudig, »dann mahne ich nicht wie vorhin in dem Falle Jmstedts zur Geduld, nein, ich sage, die Versöhnung muß gleich in's Werk I sKWKSMSW I begehrt hatte, sah sie unerwartet wieder, frei, und las in ihrem Auge oder glaubte doch, das gleiche Empfinden in ihm zu lesen. Und ste bekannte mir dann auch offen, daß ste gewußt habe, ich sei in Corfu, daß sie um meinetwillen hingekommen sei." vermäblen^?" W 3^rem Herzen zu I gesetzt werden. O, Sie wissen ja nicht, was Ihre arme ™ - - - 1 Fwu zu leiden hat, welche heroische Standhaftigkeit dazu „Wie und Sie wollen in Frau von Bellins Gegenwart —" „Auch das lege ich mir zur Buße auf. Wie leicht wiegt diese kleine Demüthigung gegen das, was ich mir von Ilse erflehen will: Sie selbst, ihr edles, schöner Selbst als mein Eigenthum in Zett und Ewigkeit!" Der Pastor widersprach nicht mehr und bald eilten die beiden Herren schweigend mit raschen Schritten dem wohlbekannten Wege der Billa von Frau von B-llin zu. (Schluß folgt.) Wimm der Major tiott Pitsch nicht heirathrte. Humoreske von Hermann Birkenfeld. (Schluß.) Apel schaute mich so'n bischen lauernd von der Seite an, Dittos guckten vor sich in ihre Schüsseln, und Lonny sah eigentlich nirgendhin. Jedenfalls nicht auf mich. War mir ordentlich 'ne Erholung, als die Damen aufstanden. Der Weg hätte sie ermüdet und morgen wären wir ja wieder zusammen, meinte Frau Cölestins. „Nun nimmst Du Dir den Apel 'mal gehörig coram," I denke ich. «Was ist eigentlich mit Dir los, Pitsch?" fragt er, als das Gutenachtbieten aus und sein Zakunftsschwager Ditto noch draußen bei den Damen war. „Apel," stöhne ich, „Du kannst ste nicht heirathen." Er mich angeglotzt, als ob ich meinen Verstand verloren hätte. Mußte aber doch sehr wohl fühlen, daß ich's ehrlich meinte. „Warum - was ist?" fragt er und seine Stimme bebt ein bischen. Er that mir - weiß Gott! — recht leid, aber heraus mußte es. „Sie schnarcht, alter Junge. Sie schnarcht! — Hab'» selber--" Er greift nach meinem Arm und rüttelt mich einmal leicht durch. „Du hast--" Weiter kriegt er im Augenblick nicht» 'rau». Ich nicke so mit dem Kopfe. „Habe im Zimmer nebenan geschlafen; weiß Bescheid. Sie sägt Bohlen." Er den Kopf in die Hand gestützt und mich angesehen wie ein verlorener Mann. Er war zum Heulen. So'ne Pracht- seele! „Lonny!" murmelt er leise, und dann beißt er die Zähne aufeinander. »Sie hat mein Wort," stöhnt er endlich; „hatte'» eigent- lich schon längst. Und ohne sie —" Sollte ich ihm nun sagen, daß ich selbst vierundzwanzig Stunden vorher ungefähr accurat so philosophirt hatte: „ohne sie?" Nee, Pitsch, calculire ich, da» thust Du nicht. „Weißt Du wa», alter Schwede?" sage ich. „Laß uns in die Falle kriechen. Morgen früh mit dem ersten Dampfer nach Stettin--kannst ihr ja irgend eine plausible Botschaft hier lassen von Nothwendigkett plötzlicher Abreise — iulffitiae NaLriLt aettieai--- in Romanen kommen in l solchen Fällen immer Depeschen an oder Eilbriefe - probier« mit der Depesche — hernach ihr geschrieben--am Ende verwindet sie'«, wer weiß, wie bald!" Nun kam ich mir mit diesem Vorschläge selber als ein niederträchtiger Heuchler vor; denn Sonny schien mir gar nicht danach geschnitten, ihre Liebe rasch über Bord zu wersen. Aber — sacre bleu — man mußte doch 'was sagen I Sitzen also noch und starren uns an wie ein paar Oel- götzen, da kommt der Kellner und setzt «e Bowle auf den Tisch. Rothspohn und Sect auf Ananas. Und gleich mit ihm Mte°'sich eigentlich schon längst nach 'ner soliden Kneip' gelegenheit gesehnt, und wenn'» auch nur Trauersect gäbe, weil er nun die brave Schwägerin so bald missen wurde I fUt$' ,Me^nd"ja"ohnchi/ein saßhafter Herr, wie ich heute früh schon bemerkte; so geben Sie mir gewiß keinen Korb, sagte^er^frischwe^ib^ _ meinte er mich natürlich. I Scheusal I dachte ich. Was Apel dachte, konnte ich ihm nicht genau anmerken. Wir mußten aber bleiben. War ein verrücktes ^^"undheit des Brautpaares noch 'mal begossen, dann die übliche glückliche Zukunft der beiden, und dann Frau Cölesttne und dann — na, egal weiter. Wie der Ditto die Lonny 'rausstrich I Was haste, was krieaste l Und wir zwei ihm Alles geglaubt, nur zu gern, blos mit dem niederträchtigen „Aber" als Hintergedanken: Einmal" kam's mir so vor, als ob aus dem Kerl nur die Freude spräche, die Schwägerin aus dem Hause zu kriegen, Er konnte ja auch Nerven haben, und ihr nächtliches Gesäge jetzt in der Sommersrische — 's kam aber anders. So beim sechsten Glase kam er auf den Hotelwechsel zu sprechem^s Nacht nicht aushalten können, weil neben, an ein Mensch rumort hätte, als stände Saßnitz in Flammen. K»