ein entschieden e Land und ilbe eine Reihe die noch dem zeren kreise der sie zum Altäre ^gegebene Num- rtige Serie dar, der ersten, so h die deutschen ehende" Landes- KeseUigkrit!* eine Sammlung ngen, geselligen ljahr, sowie im u6 Abel heraus- -m Gesellschafter sind dem mo- len einen Humor nds angetroffen durch eine Rede Was wir dem le abgedroschenen ; reichen Schatz- bietet. Gerade ginnt, wird der Jlt. 1.20, elegant in der Roth fein, mz glaubwürdige • Fakir steht auf in. Er wirst ein en Lust hängen, et in der Luft; hnen, ihm nach uttriefenbe Glieddicht neben dem ent Seile herüber in die richtige Teppiche zu. In ad, indem er sich ten Taschenspieler i, und doch geht ist es mit einem >se springen vor mbes Eisen über [ Fleisches wahr, chädigt. Einiges irierte Familien- sum in Dresden), dem Gebiete bet >. Ein Großfolio- 18 Mark Verlag der Holzschneide- benfoDtelc Bände lichungen Deutsch - auswärts gleich ts dem doppelten t in vorzüglichen dem gediegenen Vervielfältigungs- wahren, sind sie sichern Ernst und haben sie neben usgebehnteste Beende Werke ver- Gebiet modernen l der Plastik und er wie dort nach ig bet Zeit zum zahr augewachsene »er Darstellungen >en, bis in einer Kunstschdpfungen "cher Entwickelung unb Ausstellungen ünstlerischen Leben ’e Holzschnittfolgen nzen hinaus eine unb der gleichen als bas Interesse ganz unverkennbar o) in Äiktzm. 1896 Lm-müstag den 9. Januar öfntS SW, W MW SB MG M MW MM Untrrhaitmtgsblatt;um Gichrnrr Anzeiger (Generai-Aiuriger) ttHtilkTiPläfleV Rr. 3 Ein Dämon Novelle von I. Pia. (Fortsetzung.) IV. So erregt hatte Liffa ihren Onkel noch nie gesehen — selbst nicht in jener Stunde, wie er dereinst auf Deck seine« bereits für verloren gehaltenen Schiffes gestanden hatte- Auf seinen Krückstock gestützt, starrte der alte Velten das Mädchen sprachlos an, wie dasselbe athemlos in da» Zimmer gestürzt kam und in abgebrochenen Worten das eben Gehörte wiederholte- Einen Moment ruhten ihre Augen mit angstvoll- forschendem Blick auf ihm, dann warf sie sich ihm mit einem lauten Aufschrei an die Brust. „Onkel Martin — o sag', daß es nicht wahr — daß es eine Lüge ist — daß ich Deine Nichte bin!" schluchzte sie. Martin Velten blieb aber noch immer stumm, nur seine rauhe Hand strich liebkosend über da» dichte, seidenweiche Haar. „Ach, sie sagten mir so schreckliche Dinge," stöhnte Liffa und schmiegte sich fester an den treuen Alten, „ich hätte kein Anrecht an Dich, sagten sie, ich sei ein arme» Findelkind, da» von Deiner Güte lebe. Ach, wenn da» wahr wäre — ich ertrüge er nicht!" Dreimal setzte der alte Seemann an, ehe er sich genügend gefaßt hatte, um seiner Stimme Herr zu werden. „Maat!" kam e» dumpf von seinen Lippen- „Zu Befehl, Capitän!" antwortete sie mit kläglicher, von Schluchzen erstickter Stimme. „Muth, Maat! - Nimm Dich zusammen, sei ein Mann 1" ermahnte Velten. Trotz des Mitleids und des Kummers seiner Seele ward seine Stimme immer fester. Von jeher an strenge seemännische Disciplin gewöhnt, richtete Liffa sich stramm auf und stand mit traurigem, noch thränenüberströmtem Gesicht vor ihrem Vorgesetzten. „Ich hatte gehofft, Dir, meinem Getreuen, mein Logbuch nicht eher vorlegen zu brauchen, al» bis ich dem letzten Hafen zusteuerte, wo es keine Stürme, keine Schiffbrüche giebt; aber es scheint, die lose, naseweise Zunge der Frau, welche mir ewiges Schweigen über die Sache gelobte, hat meine Pläne durchkreuzt." Einen Moment zog sich die Stirn des alten Seemanns in finstere Falten, dann fuhr er in ach, so innig zärtlichem Tone fort: „Komm', Kind, setze Dich her zu mir und laß Dir erzählen." Stumm nahm Liffa auf dem einen Holzschemel an seiner Seite Platz, stumm lehnte sie ihre weiche, thränenfeuchte — trotz des warmen Sonnenscheins kalte Wange gegen seine schwielige Hand, die fie ihr ganzes Leben hindurch mit der Liebe und Zärtlichkeit einer Mutter gepflegt und geschützt hatte. „Vorerst, bevor ich mit meiner Erzählung beginne, muß ich Dir sagen, Mädchen, daß Du mir von der Stunde an, wo ich Dich als halb verhungertes kleines Ding von kaum einem Jahre aufnahm, theurer bist, al« eigene Kinder mir fein könnten, mehr an'« Herz gewachsen, al« irgend ein anderes lebendes Wesen auf der Welt. Meine Freunde da draußen," fuhr der alte Seemann auf die tanzenden und glitzernden Wellen zeigend fort, „haben mir manchen bösen Streich gespielt, — aber ich kann ihnen Alles vergeben — denn sie haben mich reichlich entschädigt, al« sie Dich mir in die Arme warfen. Damals lebte meine Schwester noch und hielt mir Hau« — schon wie ich Dich al« kleine« braunes, halbläugiges Ge- schöpfchen vom Strande Heimtrug, stahlst Du Dich in mein Herz und hast Deinen Platz da immer behauptet. Daß Du nicht mein eigen Fleisch und Blut warst, sagte ich Dir nicht — anfangs, weil Du noch zu jung warst, mich zu verstehen und wie Du älter warst, sah ich wohl, daß Du mit derselben Liebe an dem alten Manne hingst, wie er an Dir — und da fürchtete ich, Dir mit meiner Mittheilung wehe zu thun. So schwieg ich, unbesorgt, daß Du von fremden Lippen die Wahrheit erfahren könntest; denn gewöhnlich warst Du mit mir auf dem weiten Meere; daheim war Fräulein Valerie Deine einzige Gefährtin — deren Tante hatte mir versprochen, weder Dir noch ihrer Richte etwa« über die Sache zu ver« rathen — und ich baute auf ihr Wort," 10 zeigen. V. „Quäle Dich jetzt nicht weiter mit solchen Gedanken — die Sache ist vorbei — lasten wir sie ruhen. Meine einzige Hoffnung ist, Kind, daß Dich das Bewußtsein, von Haus aus einer höheren gesellschaftlichen Sphäre anzugehören, al» ich sie Dir bieten kann, mit Deinem alten Onkel und Deinem be« scheidens» Leben, das Du hier führst, nicht unzuftieden macht." Es glänzte feltfam in des alten Seemanns Augen. Seine Worte weckten Liffa aus tiefem Sinnen. Mit dem Ausdruck zärtlichster Liebe, durch die leidenschaftliche Dankbarkeit, die sie nach dem eben Gehörten empfand, noch erhöht, sprang sie auf, schlang beide Arme um den treuen Alten und schmiegte sich mit einer Zärtlichkeit an ihn, die einen verdächtigen Schleier vor seinen Augen heraufbeschwor und er mußte all' seine Kraft und Würde als echter See» mann zu Hilfe nehmen, um sich nicht al» Schwächling zu zu sehen, war dieselbe fort." „Fort!" wiederholte Liffa bestürzt. „Wohin? Weshalb?" „Darüber sind wir uns nie klar geworden. Entweder ist sie in der Fieberhitze davongelaufen oder sie hatte aus irgend welchem Grunde nichts über ihre Persönlichkeit ver- rathen wollen. Wir fragten, wir forschten nach ihr, aber vergebens! Wir haben nie wieder von ihr gehört." „Wie sonderbar!" meinte Liffa und sah träumerisch vor sich hin. „Und Du bist, sagst Du, überzeugt, daß ich da» Kind I gewesen, nach dem sie so lebhaft sich erkundigte?" Hub sie nach längerer Pause wieder an. „Weshalb glaubst Du das?" „Sie hatte eine kleine Ledertafche bei sich, die sie bei ihrer plötzlichen Flucht vermuthlich vergaß. Ich untersuchte dieselbe und . . * „Nun, was fand sich darin?" fiel Liffa ihm eifrig in'» Wort. „Nichts, was irgend welchen Aufschluß über Deine Herkunft hätte geben können. Ich kann mir nicht anders denken, als daß dis Frau in der Aufregung und Bestürzung nach der ersten besten Handtasche gegriffen hat. Dieselbe enthielt nichts weiter, al» ein paar Kinderröckchen und ein wundervolles Spitzenkleid, das vermuthlich der Mutter des Kindes gehört hatte. Gelegentlich zeige ich es Dir einmal, — das mußt Du zu Deiner Hochzeit tragen! — In irgend welcher Beziehung mußte die Frau zu Dir stehen, denn ihre Kleider waren in Schnitt und Stoff genau wie die Deinigen. Außerdem steckte an dem Spitzenkleid noch eine kleine Brillantbrosche, auf deren Innenseite dieselben Worte eingravirt waren, wie in dem goldenen Ringe." „Dann ist freilich kaum noch daran zu zweifeln," versetzte Liffa sinnend, „konnte sie meine Mutter gewesen sein? — Das kann ich mir kaum denken, aber — was that sie dann mit dem Eigenthum meiner Mutter?" „Wer kann das wiffen," sagte Velten achselzuckend. — „Hast Du mir Alles gesagt, Onkel Martin?" kam es I nach kurzer Pause von Liffas Lippen. „Noch nicht. — Trotz all' meines Bemühens konnte ich nichts über Deine Herkunft erfahren, doch einen Ring, den Du an einem Bande um den Hals trugst, habe ich sorgsam bewahrt in der Hoffnung, derselbe könnte Dir dereinst helfen, zu Deinem Rechte zu kommen; denn daß Du das Kind reicher Eltern bist, unterliegt, dem feinen Gewebe Deiner Kleider nach zu urtheilen, keinem Zweifel. — Einen Moment, ich will Dir den Ring holen." Rach wenigen Augenblicken kehrte er mit demselben zurück. Mit sehr widerstreitenden Gefühlen betrachtete Liffa den einfachen breiten Goldreif. I „Im Innern steht etwas geschrieben!" rief sie plötzlich. „Ganz recht — ein altlateinischer Spruch, der, wie mir gesagt ward, so viel heißt als: Bis an's Ende — jedenfalls das Losungswort Deiner Eltern." Kurzes Schweigen — dann Hub Velten von neuem an: „Wenige Stunden, nachdem die Wogen Dich an's Land gespült hatten, wurde durch eins der Boote eine Frau gerettet, — die, sobald sie geborgen war, sich nach mehreren Personen erkundigte, die sie genau beschrieb — unter ihnen auch ein kleines Kind — ob dieselben gerettet seien; da man meinte, das Kind, das ich ausgenommen hatte — Du — könntest dasselbe sein, brachte man die Frau zu mir." „Und war ich'» nicht?" fragte Liffa athemlos. „Jetzt kommt das Wunderbarste von der ganzen Geschichte," fuhr der alte Seemann ohne directe Antwort auf des Mädchens Frage fort. „Ich hätte darauf fchwören mögen, daß Du es warst, wiewohl die Frau meinte, Du feist es nicht. Sie war indeß so matt und erschöpft von der schrecklichen Katastrophe, daß wir uns vorläufig jeglicher Fragen enthalten mußten. Am folgenden Tage, wenn sie sich kräftiger fühlen würde, hofften wir Näheres von ihr zu erfahren. — Als aber am folgenden Morgen meine Schwester in das unten im Erdgeschoß gelegene Zimmer trat, um nach der Fremden Gegen Abend ging Liffa nach ihrer Kranken sehen- Guilda, mit der sie überfallenden Müdigkeit kämpfend, saß halb nickend am Bett, während sich durch das kleine Fenster ein paar einzelne goldene Strahlen der untergehenden Sonne stahlen. , , Liffa hatte erwartet, die Kranke schlafend oder in Fieberträumen zu finden; zu ihrer Ueberraschung aber ruhten der Fremden Augen klar und ruhig auf ihr, als ste fich derselben näherte. Nachdem sie Guilda fortgeschickt hatte, damit dieselbe ein wenig der Ruhe pflegte,-beugte sie sich über die Kranke. „Ist Ihnen besser?" fragte ste weich. „Ich — ich glaube," hauchte Jene matt. „Wo — wo bin ich eigentlich?" „ L 4 . „Bei Freunden," gab Lissa ausweichend zur Antwort, um dis Kranke durch die Wahrheit des Geschehenen nicht gleich zu erregen. t , „Ah — jetzt entsinne ich mich, daß ich an Bord de» Dampfers erkrankte. Was ist seitdem mit mir geschehen? — Bin ich hier in L . . .?" L „ „Nein — dies ist der Leuchtthurm an der H . . . er Küste," antwortete Liffa. Der Kranken Augen nahmen einen seltsamen Ausdruck I an. Sie lag eine Weils still, den Blick halb ängstlich dem Fenster zugewendet. „Was . . . was soll ich hier in H . . .?" fragte sie mit unsicherer Stimme- „Wie bin ich hierher gekommen? „Der Dampfer, auf dem Sie sich befanden, scheiterte nicht fern von dieser Küste." E» währte eine volle Minute, bevor der Kranken farblose Lippen sich öffneten und fast unhörbar hauchten: „Das Schicksal hat es so gewollt." „Arme Seele!" dachte Lissa. „Sie fängt schon wieder an zu fiebern." Laut aber sragte sie: „Haben Sie Niemand, dem Sie Nachricht von sich geben möchten? — Keine Freunde, die sich um Sie sorgen? — Ich ... ich mag nicht neugierig erscheinen, doch wollen Sie mir nicht sagen, wie Sie heißen? Die Frau wandte den Kopf und sah Lissa mit fieberhaft glänzenden Augen an. „Nennen Sie mich meinetwegen bei meinem Vornamen Martha. — Freunde? Nein, ich habe keine Freunde," setzte sie tonlos hinzu. „Wollen Sie Näheres über den Schiffbruch hören? Es knüpft sich eine merkwürdige Geschichte daran. Heute früh waren schon mehrere Beamte hier, um sich ganz genau über alle Einzelheiten dieser seltsamen Affaire zu informiren." Auf der Kranken zustimmende Bewegung erzählte Liffa von dem Fremden, der sich in den Thurm geschlichen und durch sein frevelhaftes Beginnen das ganze furchtbare Unglück angestiftet hatte. „Sie find eine mitleidige, muthige Seele und gut dazu, hauchte die Kranke, als Liffa mit ihrer Erzählung zu Ende I war; „Sie sind auch gegen mich so gut, so freundlich — - LI wollen Sie mir, so lange ich Ihre Gastfreundschaft noch in I Anspruch nehmen muß, auch ferner treu zur Seite stehen?" „Von Herzen gern, wo und wie ich nur immer kann," entgegnete Liffa lebhaft. „Gut. So versprechen Sie mir, Jeden, wer es auch sei, von mir fern zu halten — versprechen Sie mir, daß keine Seele außer Ihnen — sich mir nahe, gleichviel unter welchem Vorwand. Versprechen Sie mir das — schwören Sie es mir — es hängt mehr davon ab, als Ihre junge unschuldige Seele ahnen kann." „Ich verspreche es — verspreche es feierlichstl" gelobte Liffa mit vor Erregung zitternden Lippen. Eine halbe Stunde später schritt sie — wie gewöhnlich von ihrem Hunde Leone begleitet — der Dönhoff'schen Besitzung zu. Sie war noch nicht weit gegangen, als Asten sie einholte und sich ihr anschloß. Anfangs plauderte sie munter und unbefangen, wie es ihre Art war. Aber je mehr sie sich ihrem Ziele näherten, um so stiller ward sie, bis sie schließlich ganz verstummte. „Wiffen Sie, Fräulein Liffa," bemerkte Asten, „daß man Ihnen Ihre Gedanken fast von der Stirne ablesen kann? — Wollen Sie mir sagen, was Sie plötzlich so umgestimmt, so ernst gemacht hat?" Leicht senkte fich des Mädchens stolzer Kopf und doch vermochte sie nicht, so kurz ihre Bekanntschaft war, ihm seine Bitte abzuschlagen. „Ich dachte an Valerie und deren Tante," Hub sie leise an, „ich hatte heute Morgen einen kleinen Disput mit ihnen," — ein belustigtes Lächeln glitt über Astens Gesicht — „dabei . . . dabei vergaß ich mich und . . . ließ mich zu häßlichen Worten hinreißen. Ach, es würde mich ganz unglücklich machen, wenn sie mir das nicht vergeffen könnten I" Inzwischen hatten sie sich dem eisernen Gitterthore genähert, in geringer Entfernung, dem Hause zu, tauchten Valerie und ihre Tante auf- Wie Valeries Augen die zwei, vom Hellen Mond Beschienenen daherkommen sah, krampfte ihr Herz sich bitter zusammen. Da also war er — in trauter Unterhaltung mit ihr, mit dieser Liffa, während sie selbst voll Ungeduld seiner ersehnten Rückkehr harrte I Sobald Liffa die Freundin gewahrte, kam sie lebhaft auf dieselbe zu und bat in schlichten, beredten Worten, ihr zu verzeihen. „Ich kann Dir nicht sagen, wie ich meine Unart von heute Morgen bereue — sag', daß Du mir nicht darum böse bist. — Und nicht wahr, auch Sie vergeben mir?" wandte sie sich, die Augen voll Thränen, mit bittend ausgestreckter Hand zu Frau Dönhoff. „Begreife ich doch selbst nicht, wie ich mich zu solcher Heftigkeit habe hinreißen lassen." „Kleine Thörin," sagte Valerie und strich mit ihrer weißen, diamantengeschmückten Hand wie liebkosend über Liffas vor Erregung höher gerötheten Wangen, „wer denkt noch daran — das ist schon längst wieder vergeffen." Darauf ließen sie sich plaudernd auf der Veranda vor dem Hause nieder; alsbald lenkte sich die Unterhaltung auf das bevorstehende Fest und als Liffa fich verabschiedete, bat man fie dringend, sich ja recht pünktlich dazu einzufinden. VI. Endlich war der längstersehnte Tag der Gesellschaft ge- kommen und als Liffa an das kleine Fenster ihrer Schlaf- kammer trat, sah sie mit frohklopfendem Herzen, daß der klare Himmel, die frische, reine Luft sehr vielversprechend waren — schnell aber glitt eine leichte Wolke über ihr frohes Gesicht — was sollte sie anziehen? — Während fie sich mit dieser wichtigen Frage beschäftigt, steckte der alte Velten seinen ergrauten Kopf zur Thüre herein. „Ach, Onkel Martin, weißt Du vielleicht eine Zauber- forme!, durch welche sich dieses Kattunfähnchen in ein passen- des Gesellschaftskleid verwandelt, sonst —" Und mit einem halb traurigen Lächeln zuckte sie die Achseln. Der alte Leuchtthurmwärter trat näher und betrachtete mit kritischem Auge das schon viel getragene, verwaschene Kleid. Wie er dann den Kopf hob und Guildas verständniß- innigem Blick begegnete, händigte er derselben mit einem stummen, aber vielsagenden Wink einen Schlüssel ein. Sie nahm denselben und verließ das Zimmer. Inzwischen wandte der alte Velten fich wieder seinem Pflegling zu. „Ich erzählte Dir ja erst gestern von dem Kleide, da» fich unter den Habseligkeiten der Fremden fand," Hub er an; „ich hatte es als Dein Hochzeitskleid bestimmt — weshalb aber sollst Du es nicht schon jetzt tragen? — Ich habe Guilds eben geschickt, es zu holen." Dieselbe trat wieder ei« und übergab Liffa ein großes Packet. Mit vor Erregung zitternden Fingern löste diese die Umhüllung. Ein leiser Ausruf des Staunens und der Freude entschlüpfte ihr beim Anblick dieses feinen, duftigen, seidenartigen Gewebes. „O, wie schönt Wie wunderbar schön! — Eine Stunde Mühe und keine der vornehmen Damen, die ich bei Dönhoffs treffen werde, soll ahnen, daß dar Kleid nicht erst für diese Gelegenheit gemacht worden ist." „Und hier ist die Brosche, von der ich Dir sagte." Er war eine kleine antike, zierliche goldene Brosche, ringsum von Diamanten umgeben, in der Mitte ein großer Rubin gleich einem Blutstropfen und auf der Rückseite die Worte: Ad finem. „Du hast, scheint mir, wirklich den Zauberstab gefunden, I Onkel Martin," sagte Liffa endlich, „schöner konnte selbst Aschenbrödel nicht ausgestattet sein." Die Gesellschaft im Dönhoff'schen Hause war ziemlich vollzählig, als Liffa als eine der letzten eintrat. Unwillkürlich stutzte Valerie, als ihr Auge auf der geradezu märchenhaften Erscheinung haften blieb, unwiffentlich schweifte ihr Blick zu Asten hin und von bitterem Reid ergriffen, preßte sie zornig die schmalen Lippen auseinander, als sie gewahrte, wie der junge Mann ganz in Bewunderung von Liffas reizender Erscheinung verloren, alles Uebrige um sich herum vergaß. Von wilder Leidenschaft erfaßt, hatte Valerie den ganzen Abend über nur einen Gedanken: die Zwei so viel al» irgend möglich fern von einander zu halten und das gelang ihr so trefflich, daß Asten Liffa für falsch, flatterhaft und wankel- müthig hielt, während diese seine auffallende Zurückhaltung schmerzlich empfand und sich wiederholt fragte: „Kann ich ihm etwa« zu leide gethan haben, weshalb er mir zürnt?" Doch ihr Stolz kam ihr zu Hilfe. dachte sie, „dieser vornehme Herr soll sehen, daß fein Mich-Uebersehen mich wenig kümmert." Als die abendliche Kühle die Gesellschaft aus dem Garten in das Haus trieb, bat St. Clair die Wirthin, ihn für den übrigen Abend zu entschuldigen — er fühle fich nicht wohl und wolle sich zeitig zur Ruhe begeben. Statt dessen aber lenkte er seine Schritte dem Leuchtthurm zu. Auf der Hälfte des Weges dahin, nahe an einem dichten Gestrüpp, bemerkte er eine Frau, die den Rücken ihm zu- gekehrt, ihr Auge mit traurigem Ausdruck hinausschweifen ließ auf das weite Meer. In offenbar traurigen Gedanken vertieft, bemerkte sie den Näherkommenden nicht eher, als bis derselbe seine schöngeformte Rechte auf ihre Schulter legte. „Martha!" Betroffen wandte die Frau den Kopf, als sie aber St. Clairs halb lächelndem Blick begegnete, wich sie unwillkürlich ein paar Schritte vor ihm zurück. Noch blieben ihre Lippen stumm, aber aus den tief in ihren Höhlen liegenden Augen traf ihn eine furchtbare Anklage. „Du?" stieß sie endlich mit bebenden Lippen hervor. I „So hat mich meine Ahnung nicht getäuscht! Mir war, al» 12 müßte ich Dich heute treffen, wenn ich die Kraft hatte, aus- zugehen." „War thust Du hier? Wo verbirgst Du Dich feit dem Schiffbruch? — Ich habe drei Tage lang vergeben» nach Dir gesucht." Die Frau blickte ihn mit zornfunkelnden Augen an. »Lügner I — Mörder!" stieß sie athemlos hervor. „Du wußtest, daß ich krank im Leuchtthurm lag — Liffa selbst sagte mir, Du habest Dich wiederholt bei ihr nach mir erkundigt!" „Wie ich sehe, bist Du noch immer scharfsichtig wie sonst!" bemerkte St. Clair verächtlich. (Fortsetzung folgt.) Gemeinnütziges. Für die Wäsche. Ein sehr gutes Mittel, die Wäsche schön weiß zu machen, ist gereinigter Borax. Man nimmt auf etwa 30 Liter Wasser eine Handvoll Borax; bei feiner Wäsche, wie Vorhänge, Spitzen und dergleichen, kann man noch mehr nehmen. Der Borax muß wie die Soda zuvor in heißem Wasser aufgelöst und dann mit dem Waschwasser vermischt werden. Er greift die Wäsche nicht im mindesten an, macht das härteste Wasser weich und erspart viel Seife. Einen Beweis für die Vortrefflichkeit des Borax haben wir an der holländischen Wäsche, die ja wegen ihrer Sauberkeit und Weiße bekannt ist. Und in Holland nimmt man nie Soda zur Wäsche, sondern^stets gereinigten Borax. Kalbschnitzel. Vom Kalbschlegel, Bug oder Schulter schneide man zweifingerbreite und fingerdicke Stücke, befreie sie von aller Haut, klopfe sie ein wenig, bestreue sie mit Pfeffer und Salz, tauche sie in Eiweiß, dann in Paniermehl und backe sie in Butter. Beim Anrichten drücke man etwas Citronensaft auf die Schnitzel und gebe etwas Cotelettsauce dazu. — Cotelettsauce, ein Eßlöffel Butter, sowie den Saft einer halben Citrone lasse man mit etwa« feingehackter Petersilie auf starkem Feuer schnell auskochen. * * ♦ Königseier. Drei ganze Eier nebst drei Eigelb werden mit einer Taffe Milch oder Fleischbrühe verrührt, mit Salz und Muskatnuß gewürzt, in eine Schüssel gefüllt und in kochendem Wasser im Bratofen wie Pudding gekocht. Wenn die Masse fertig ist, wird sie herausgestürzt, zu viereckigen Stückchen geschnitten und anstatt KlöZchen in die Suppe gegeben. * * Kartoffelklötze. Kalte mehlige Kartoffeln werden gerieben, einige Brödchen klein gewürfelt, in Butter geröstet, erkalten lassen und an die Kartoffeln gethan, sowie einige Eier, Zwiebeln, Petersilie fein gewiegt, in Butter gedämpft, Salz, Muskatnuß und Pfeffer hinzugefügt. Die Masse wird sodann tüchtig durch einander gemengt, bis sie so glatt ist wie ein gewöhnlicher Teig. Sodann werden große Klöße geformt, in Salzwaffer eine halbe Stunde gekocht, jedoch nicht zugedeckt, mit Butter abgeschmälzt und saurer Braten dazu gegeben. Griespudding. Pfund Gries wird in einem Maß Milch dick gekocht und erkalten lassen; in die Masse rührt man 4 Loth Butter nebst Zucker nach Belieben, kleine und große Rosinen, 8 Eigelb, das Weiße zu Schnee geschlagen und läßt sie eine Stunde kochen. VernMehtes. Streng militärisch. Wachtmeister (zum Beritt): „Ich bitte mir aus, daß nicht heute wieder, wie neulich, so Viele aus dem Sattel fliegen und die Beine breche«; ich werde überhaupt von nun an Jeden mit Arrest bestrafen, der seine königlichen Dienstknochen nicht besser in Acht nimmt." Nobel. Borgmann: „Sie schulden mir schon seit einem halben Jahre 100 Mark, Herr Pumpmeier. Geben Sie mir jetzt 50 Mark und wir sind quitt!" — Pumpmeier (entrüstet): „Was fällt Ihnen denn ein? Denken Sie, ich mache Wuchergeschäfte?" ♦ * Alles Geschäft. Schwiegersohn in spe: „Lieber wärs mir schon, wen« wir statt in drei Monaten gleich heirathen würden!" — Vater der Braut: „Mir auch recht; aber dann mit dem üblichen ©conto!“ Literarisches Unter allen Liebhabereien, die heutzutage auf den verschiedensten Gebieten gepflegt werden, sind jene, die sich mit den Gebieten der uns umgebenden Natur befassen, ohne Frage die auf Geist und Gemüth am edelsten wirkenden. Im Interesse der Volksbildung kann es daher nur liegen, wenn Liebhabereien wie die Blumenpflege — die Vogelzucht — die Aquarien- und Terrarienkunde — das Sammeln von Naturalien u. s. w. nachhaltige Förderung erfahren und weite Verbreitung im Volke finden. Diese Aufgabe hat sich die illustrirte Zeitschrift für Naturfreunde „Skat«« «Md 6an6* gestellt und bereits durch drei Jahre bewiesen, daß es ihr Ernst damit ist. Ein Blick in das erste Heft des vierten Jahrgangs genügt bereits, um die Ueber- zeugung zu gewinnen, daß diese Zeitschrift ein Volksbildungsmittel von hohem sittlichen und practischen Werthe ist. In Wort und Bild versteht sie es gleich vortrefflich in gemeinverständlicher Weise alle Gebiete der Naturkunde zu behandeln, anregend und lehrreich zu wirken und auch der practischen Nutzanwendung zu dienen. Einen besonders werthvollen Schmuck hat das Heft durch eine farbenprächtige Tafel „Brasilianische Farbenvögel" nach einem Aquarell von P. Mangelsdorff erhalten. Außerdem enthält das Heft folgende interessante Aufsätze: „Fremdländische thierfangende Sumpfpflanzen." Vom Herausgeber. — „Der gestreifte Panzerwels". Von Prof. K. Lampert. — „Krötenechsen." Von I. Berg. — „Die Falter des Herbstes." Von I. Stephan. — Kleine Mittheilungen. — Fragen und Antworten. — Herausgegeben wird die Zeitschriit von dem bewährten Fachmann Max Hesdörffer in Verbindung mit Professor Dr. K. Lampert, Vorstand des Kgl. Natura- lienkabinets in Stuttgart, und P. Matschie, Kustos an der zoologischen Sammlung des Kgl. Museums für Naturkunde in Berlin, eine Vereinigung von vortrefflichen Kräften, die für die lebendige Gestaltung des Programms die beste Gewähr bietet. Der billige Preis von Mk 1,50 für das Vierteljahr ermöglicht allen Naturfreunden die Anschaffung. Lasse sich jeder das schöne Probeheft kommen, das der „Verlag von Natur und Haus" Berlin SW. 45 gratis und franco versendet. „De« de« Weisen. E Die Leistungen dieser allbeliebten illustrirten Halbmonatschrift, welche seit sieben Jahren mit wachsendem Erfolge das populär-wissenschaftliche Genre pflegt uud sich darin unstreitig eine führende Rolle errungen hat, sind zu bekannt, um darüber viele Worte zu verlieren. Das vorliegende 1. Heft des neuen (8.) Jahrganges führt sich aber in so ansprechender Weise ein, daß wir mit Vergnügen Anlaß nehmen, die Aufmerksamkeit unserer Leser auf dasselbe zu lenken. Besonders reich ist — in gewohnter Weise — das Bildwerk in Form von Anschauungsmittteln, welches den größeren Abhandlungen — Deutsches Seewesen, Die Instrumente der modernen Sternwarten, Mikrophotographien von Schneekrystallen, Momentphotographien eines fliegenden Projectils, und anderer merkwürdiger Objecte — beigegeben ist. Kleinere technische Mittheilungen (gleichfalls illustrirt) behandeln das Trainirfahrrad, einen sehr practischen tragbaren Electrischen Propeller für Boote, ein Instrument von R. Falb zum Messen der Erdbebenstöße, Electrische Taschenlampen u. s. w. Bemerkenswerth sind ferner „Ein Wolkenmeer" und das Vollbild einer „Electrischen Rresenlocomotive." Wenn das Gebotene auch fernerhin sich auf gleicher Höhe hält, sind wir überzeugt, daß die Zeitschrift (A. Hartleben's Verlag, Wien) sich einer wachsenden Verbreitung erfreuen wird. gfamos r De« neu« Aamilten» und Bereins-Humorist. Eine fortlaufende Sammlung von humoristischen Vorträgen und Aufführungen, Schwänken, Couplets (mit Noten), Pantomimen u. s. w. für eine oder mehrere Personen (Damen und Herren). Mit faßlicher Anleitung zum wirksamen Vortrage sowie practischen Winken für Regie, Costüm, Maske, Dekoration und Requisiten. Herausgegeben von Paul Rüthling,Kg. Hofschauspieler und Hermann Förtsch, Salonhumorist. Stuttgart, Verlag von Levy & Müller. Heft 38, 39 (IV. Jahrgang Heft 2, 3.) je 48 Seiten Großoctav. Einzelpreis je 90 Pfg., im Abonnement je 75'Pfg. Redaction: A. Gcheyda, — Druck und »erlag der Brühl'schen UniverstMS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen,