rch Belieben; i in ein Sieb ie die Nacht ngszeit bis in n als Schwindel >zig Jahren hat mus) verfehnit, rfficielle Wissen- isein psychischer, sichen bewiesen. : Täuschung be- eute annehmen, senbaren, deren : wir möglichen- ) sich der 6e< ren italienischen gen beigewohnt: srend er „mit Zmus als Ver- Hoffnung nicht chen auf natiir- des modernen eist ein äußerst weitverbreiteten 57, Deutsches eftes 40 Pfg.) nnes bekannten ' und behandelt Stoff nach allen gt dieses Heft dieses Journal in Versuchung" -s interessanten in glücklicher sten Fortsetzung dem beliebten von kleineren ßerein mit der chendorfss Ge- unsere Frauen" häuslichen An- r zu einer der machen. Fakire in ihrer >ie man sie in hat. Das so- rten Familien- Bong u. Co., thält aus der t Beerdigungen te Abhandlung selbst Arzt ist lau controllirt ° oder wochen- roerben kann, sehen, welches s der wunder- Ferner finden n Nichts" von ui F. v. Kapff- >n C. Weßner, lche den Titel iir führen dar- Otto Gotthilf, . Stufenbahn", nb Schwimm- ^defische" und 10. 20. — Aus e doppelseitige auf dem Kyff« heraus. Da- der Gemälde -rgeßlich" von ing, „Sonder- nalzeichnungen l in Quetta" sich Portraits, daß jeder Ge : werden muß. t VießkN. smilieMMek icRcncr Nr. 78 Dienstag den 7. Juli Untechaltungsblatt )nm Gießener Anzeiger (General-Anzeiger). Die Töchter des Popen. Roman von Marguerite Poradowska. Deutsch von M. Pillet. (Fortsetzung.) „Aber ist es denn nöthig, daß dieser Mensch herkommt, um Binia den Hof zu machen; kann er nicht warten, bis lch verheirathet bin?“ jammerte die hübsche Blondine. „Was Du da sagst, ist unvernünftig und unmöglich aus. zuführen, besonders da er ja nur einige Meilen von hier entfernt wohnen wird. Ihm das Hau» verbieten, wäre einer Absage gleich und die Partie ist zu vortheilhaft, um fie von der Hand zu weisen. Bedenke doch, daß er . . »Ja, ja, zehntausend Gulden hat, ich weiß, ich habe es gehört,“ sagte das junge Mädchen immer noch mit mürrischem Gesicht. Plötzlich hatte der Vater einen erleuchteten Gedanken. „Diotyma," sagte er mit einem Blick des Einverständnisses zu seiner Frau, „geh' doch und mach' die rechte Schub- lade der Commode auf Gieb mir den Carton. Siehst Du, Töchterchen, ich wollte Dir da» Geschenk erst am Hochzeitstage geben, aber da Du so unglücklich bist, ist es mir lieber, Du siehst es schon heute.“ Und beim Sprechen nahm er einen schönen Pelzkragen von grauem Fuchs, mit bunter Seide gefüttert, heraus. Die Ueberraschung hatte die Thränen des jungen Mädchens getrocknet; voller Freude küßte sie dem Vater die Hand und hing sich sofort den kostbaren Pelz zur Probe um. „Er ist aus dem ersten Geschäft in Czernowitz,“ sagte der Priester ganz gerührt, indem er mit Befriedigung da» hübsche Geschöpf bewunderte, da« stolz und glücklich in der Stube auf und ab ging. „Ich habe da« Ausgezeichnetste, was es gab, gewählt, denn ich weiß, was sich für Deine Stellung schickt.“ Binia stand verschüchtert und traurig mit thränenerfüllten Augen in einer Ecke des Zimmer» und wartete auch auf ein freundliches Wort. Aber als sie sah, daß Niemand an sie dachte, zog sie es vor, geräuschlos zu verschwinden. Uebrigens war sie viel »u trostlos und aufgeregt, als daß sie ihre Fassung noch länger hätte behaupten können. Sie empfand nur das Bedürfniß, zu fliehen, fort, weit fort an einen verborgenen Ort, wo sie sicher war vor neugierigen oder gleich- giltigen Augen und ihren bitteren Schmerz ausweinen konnte. Niemand hatte ihr Verschwinden bemerkt; sie lief immer gerade au« bi« an'« Ende des Gartens und blieb erst dort vor einer alten, zerfallenen Bank stehen. Hier sank sie kraftlos nieder, verbarg das Gesicht in den Händen und weinte. Ihr ganzer Körper bebte von unterdrücktem Schluchzen und da« Taschentuch, das sie vor den Mund hielt, erstickte den Aufschrei ihres todtwunden Herzens. Lange flössen die Thränen unaufhaltsam, als entströmten sie einer unversieg- baren Quelle, aber endlich ermattete sie und versank in eine Art Betäubung. Man wollte sie verheirathen an einen Fremden, diesen Seminaristen, der morgen kommen sollte. Jede Fiber ihres Wesens empörte sich dagegen. Mit welchem Recht wurde so über fie verfügt? Dursten die Eltern denn nach Belieben ihr Kind an den ersten Besten verkaufen? Harastm Piesek ... ja ... fie erinnerte stch, voriges Jahr sein strenges, eckiges Gesicht flüchtig gesehen zu haben, bei dessen Anblick stch ihrer eine unheimliche Vorahnung von etwa« Schrecklichem bemächtigt hatte. Also diesem Manne, den sie nicht kannte, nicht liebte, sollte sie für'» Leben angehören? O, wie grausam! Es war im März. Von ihrem Sitz in der Fliederlaube, die noch kaum Knospen zu treiben begann, überblickt man das ganze Land- Dann und wann gingen auf der schmutzigen Straße Bäuerinnen vorüber mit hochgeschürzten Röcken und Stiefeln bis an die Kniee, den Kopf wie die orientaliscben Frauen in weiße Tücher gehüllt; sie keuchten tief gebückt unter der Last ungeheurer Bürden. Von der nahen Kirche her erscholl froher Glockenklang, und während die Hellen Töne sich im Winde zerstreuten, umkreisten schwarze Krähenschwärme mit schnellen Flügelschlägen den kleinen dicken Thurm; fie flatterten bald dicht darum her, bald entfernten fie sich wieder, wie um den Tact zu dem festlichen Geläute anzugeben. Binia horchte trüben Sinnes auf diese Klänge, die von Festesfreude und glücklicher Zukunft sprachen. Plötzlich richtete fie sich aus und wurde kreideweiß. Vor 310 -> ihr aus der Straße hob sich ein nur zu wohlbekanntes Bild von dem grauen Himmel ab: Janek. Gewiß begab er sich in's Dorf, aber was mochte er gerade hier an diesem Orte so eifrig zu beobachten haben, als ob er jeden Schlupfwinkel des Pfarrgärtchens genau erforschen wollte? Sie betrachtete ihn ängstlich mit vorgebeugtem Kopfe, wie er so, sich auf die Fußspitzen hebend, auf seinem Lauscherposten stand. Da kreuzten sich plötzlich ihre Blicke; ein strahlendes Lächeln flog über die jungen Gesichter und verjagte auf einmal wie mit Zauberkraft alle Spuren der bisherigen Besorgniß. „Wie lange haben wir uns nicht getroffen, Binia?" sagte er mit zufriedener Miene. Sie lächelte schelmisch. „Lange? Es war ja gestern." „Ja, in der Kirche, da kann man doch nicht plaudern. Das junge Mädchen verzog den Mund ein wenig, wie I um zu sagen: Versteht man sich nicht auch ohne Worte? Wie merkwürdig Janeks Anblick sie verwandelt hatte! Jetzt fürchtete sie ihren Vater nicht mehr, dachte nicht an die drohende Zukunft, sondern sühlte nur noch Eins, die herrliche, wunderbare Gegenwart. Er betrachtete sie aufmerksam, als sähe er sie das erste Mal in seinem Leben, und bewunderte das zarte Oval ihres Gesichts, ihre großen Augen voll tausend ungelöster Fragen und ihren zierlichen Mund. Wer konnte zu behaupten wagen, daß sie häßlich wäre? Im Gegentheil, noch nie war sie ihm so hübsch erschienen; die dunklen Augensterne glichen den vom Gewittersturm bewegten Waffern des Stry und ihr fast farbloses Antlitz erinnerte ihn an die Blüthenkrone gewtffer Blumen, die sich im Sommer im Waldesdunkel erschließen. „Gestern in der Kirche," begann er, „glaubte ich zuerst, Eie wären krank, weil ich Sie nicht gleich sah; erst nach der Predigt bemerkte ich Sie ganz hinten dicht an der Thür." Sie hob ihre sanften Augen zu ihm auf. O, wie sie sich des gestrigen Tages erinnerte, wie feine ungeduldigen, forschenden Blicke sie überall in der Kirche suchten und wie er dann triumphirend lächelte, als er endlich die hinter den anderen Frauen Knieende entdeckte! Eine bisher unbekannte Seligkeit hatte sie durchfluthet; sie war zerstreut und unruhig und kaum im Stande gewesen, ihre Gedanken zu sammeln, aber dann hatte sie Gott tausendfach um Verzeihung angefleht, ihm ihre Schuld bekannt und sich zahllose Male bekreuzigt, die Stirn bi» zur Erde geneigt. „Ich war ein bischen spät gekommen," sagte sie, „und | wollte mich nicht vordrängen." „Sie dürfen nie mehr so dicht am Eingang stehen bleiben, Binia," sagte er ernsthaft, „es ist gefährlich und Sie sind zart. Denken Sie noch der Erkältung, die Sie sich vor drei Jahren zugezogen hatten?" Es kam ein weicher Zug in sein Gesicht bei dieser Erinnerung. Dann fügte er hinzu: „Und dabei waren Sie gestern so leicht angezogen!" Die Wangen de« jungen Mädchens färbten sich purpurn. War es möglich, daß er es bemerkt hatte, daß er sich fo sehr für ihre unbedeutende Person interesfirte? Noch nie hatte ein Mensch auf der Welt so mit ihr gesprochen. Und eine Fluth von dankbaren Gefühlen stieg ihr aus dem Herzen auf und drängte sich auf ihre Lippen; fast hätte sie ausgesprochen, was sie empfand, so glücklich war sie. „Nicht wahr, Binia, Sie versprechen mir, ein andermal ein Tuch umzuhängen?" Sie bejahte schüchtern. Ihre Augen lachten, aber sie schimmerten seucht. Eie schwiegen eine Zeit lang. Denn sie hatten sich so viel zu sagen seit den drei Jahren der Trennung, daß sie nicht wußten, wo anzufangen sei. „Eie find sehr lange fortgeblieben," sagte fie endlich leise. „Ja; doch wäre ich so gern einmal heimgekommen, aber e» war unmöglich. Sehen Sie, ich war zuerst in Böhmen, bann in Ungarn. O, es ist merkwürdig dort; die Leute kleiden fich nicht wie bei uns und sprechen anders. Eljen, Eljen, Bernten. Hoch, hoch, Brüder! Und dann wird Schmollis ge- Gegend von der Verlobung Ihrer Schwester Sofronya. Ist es denn wahr, heirathet sie und wann ist die Hochzeit?" Sicherlich ahnte er nicht, als er diese alltäglichen Worte aussprach, wie sie der Aermsten da» Herz zerriffen. Ach, ein paar Augenblicke hindurch hatte sie sich dem köstlichen Glück überlassen und ihr Elend vergessen, und nun fiel fie aus ihrem Himmel wieder zur Erde nieder und da« fürchterliche Schreckgespenst ihrer nahen Verlobung stand von Neuem deutlich vor Seele* „Die Hochzeit, ich weiß nicht," flüsterte sie so traurig und müde, daß Janek fie befremdet ansah. „Sofronya macht eine gute Partie," fuhr er fort, „Herr Rayski ist in der ganzen Gegend geachtet." „Ja, eine sehr gute Partie," wiederholte sie mit fast rauhem Ton. Warum war sie denn so ganz verändert? Sollten Eifersucht und Neid Raum haben in dieser scheinbar so durch« sichtigen, klaren Seele? „Aber was geht uns die Verlobung anderer Menschen an!" rief der junge Mann plötzlich. „Sagen Sie mir lieber, Binia, wann wir uns im Walde wiedersehen. Jetzt kommt die schöne Jahreszeit und bald giebt es Veilchen." „Im Walde . . ." Ihr Gesicht verzog sich schmerzlich. „O, niemals mehr," sagte sie schnell mit einer Heftigkeit, die sie sofort bereute, al« । sie es in Janeks Augen finster und blitzartig aufleuchten sah. „Niemals mehr, wirklich?" wiederholte er ironisch. „Sind Sie so stolz geworden, weil Ihre Schwester den Thierarzt heirathet?" Sie verneinte er mit so demüthiger Stimme, daß er fich sofort wieder besänftigte. „Nun, sagen Sie doch, wann kommen Sie? Denken Sie nicht mehr daran, wie wir Drei im Forsthause zusammen vesperten?" O ja, sie dachte daran und sah sich wieder im grünen, fonnendurchleuchteten Walde, an dem gastlichen Tisch, zwischen den beiden guten Menschen, sah den Berg rother Erdbeeren, die goldige Honigscheibe, den dampfenden Samowar und ihre linkische Ungeschicklichkeit beim Thee«Etngießen. Wie weit lag das Alles zurück! Da rief eine scharfe, von ihr allein vernommene | Stimme: „Binia, Binia!" und raubte ihr die letzte Fassung. Fast schien er, als erriethe ihre Mutter drinnen im Pfarrhause die Kämpfe ihres Herzen» und riefe sie zu ihren Pflichten zurück. „Ich komme nie mehr in den Wald, Herr Hans," wiederholte sie mit fester Stimmer, „weil — weil das jetzt unmöglich ist. - ." Hans betrachtete sie überrascht. Ein schneller Wandel vollzog sich in seinem Geiste: Sie schämt sich meiner jetzt, da ihre Schwester eine so gute Partie macht! Diese Heirath hat der ganzen Familie den Kopf verdreht! „O, seien Sie ganz unbesorgt, mein Fräulein," sagte er trocken, „ich werde Sie nicht mehr darum bitten. Eigenllich ist es auch besser, es bleibt Jeder in seinem Kreise. Es giebt Dinge, die man versteht, ohne daß ste ausgesprochen werden- Fürchten Sie nichts, ich werde Sie nicht mehr mit meiner Gegenwart belästigen- Es war einfältig von mir, zu glauben, daß Sie mir ein bischen freundlich gesinnt wären; ich habe mich eben getäuscht, weiter nichts!" Warum antwortete sie ihm nicht, warum sagte sie ihm nicht die Wahrheit? , , Sie war wie gelähmt, unfähig, ein Wort zu sprechen. trunken in Wein und immerfort angestoßen. Und diese Musik, die ste haben! Wenn die Zigeuner eine beliebte, schöne Melodie spielen, werfen die Magyaren Alle« hin, was sie nur bei sich haben, Geld, Uhr, Kette, Schmucksachen; so toll macht fie die Musik!" Binia hing mit entzückter Aufmerksamkeit an seinen Lippen. „Aber," rief der junge Mann, plötzlich dem Gespräch eine andere Wendung gebend, „man spricht allgemein in der Vor ihr entsetzlich niedergesl „Ne Janek. lich, Sie Und entfernte reichen, letzten B! „Ho fich kram und bück! herabzufo auf den Ein, war es t mehr wie getrieben, welchen i sie ihm i kommen: ste ihn v die laute Kräften Sie verwände Erfüllung Ein näher km lich! Es an müßt, Beil Aufruhr. Zwillinge und Rost kleinen L sichte beh während Hervorgel waren, g glänzen c „Ke für Dich schon im heute Ab ja anhali es sich bi Bilder h Streck' d Wanda i „Al Binia, it die sich I rathen, t Wa erste und Bei die auf 1 „Di mal die gelaunt, Wanderr vergeßlic „G daß Du ja geger nöthigen vernünft No, dem Pfc 311 - Vor ihr stiegen die erzürnten Gestchter ihrer Eltern, das entsetzliche Antlitz des Seminaristen auf und ste fühlte sich niedergeschmeltert von dem Bewußtsein ihrer Hilflosigkeit. „Nein, ich werde Sie nicht mehr belästigen," wiederholte Janek. „Leben Sie wohl, Panna Binial Seien Sie glücklich, Sie wenigstens!" Und mit diesem Wunsche, der wie Sterbegeläute klang, entfernte er stch nach dem Dorfe zu, ohne ihr die Hand zu reichen, ohne sich noch einmal umzuwenden oder ihr einen letzten Blick zuzuwerfen. „Hans, Hans!" Sie streckte die Arme aus, sie klammerte sich krampfhaft schluchzend an die Zweige des Fliederbaumes und bückte sich weit über die Böschung, auf die Gefahr hin, herabzufallen; aber er war fort, fort, und so weit ihre Augen auf den Weg hinunterspähten, er war nicht mehr zu sehen. Eine fürchterliche Leere entstand in ihrem Herzen. So war es denn also wirklich wahr, daß er gegangen, um nicht mehr wiederzukommen und ste hatte ihn gewissermaßen fortgetrieben, gerade jetzt, wo sie es erst ganz begriffen hatte, welchen ungeheuren Platz er in ihrem Leben einnahm. Was ste ihm da gesagt hatte, daß ste nicht mehr in den Wald kommen wollte, war doch gar nicht wahr, ebensowenig, daß ste ihn verachtete, wie er zu glauben schien. Aber das war die lautere Wahrheit, daß sie ihn liebte, liebte mit allen Kräften ihrer geknechteten, nach Liebe schmachtenden Seele. Sie erhob sich und schritt durch den Garten, wie zu Eis verwandelt, mit starren Augen und dem Bewußtsein, daß die Erfüllung ihrer Pflicht ihr das Herz gebrochen habe. Ein Fenster des Pfarrhauses stand offen und als sie näher kam, rief ihr die Mutter zu: „Nun, kommst Du endlich! Es ist doch unverantwortlich, so von acht Uhr Morgens an müßig umherzulaufen. Schnell an die Arbeit!" Beim Eintritt in's Hau» fand ste dasselbe in vollem Aufruhr. In der Küche waren die Mägde mit den beiden Zwillingen beschäftigt, Eier zu schlagen, Mandeln zu schälen und Rofinen auszulesen. Im Salon stand Diotyma auf einer kleinen Leiter und reichte Sofronya, die mit mürrischem Ge- stchte behilflich war, die Bilder der polnischen Helden herab, während die russischen Czaren, welche aus ihrem Versteck hervorgeholt und sorgfältig auf dem Fußboden ’ aufgestellt waren, geduldig den Augenblick erwarteten, wo die Reihe zu glänzen an ste gekommen sein würde. „Komm' her, Du faules Ding, stehst Du denn nicht, daß für Dich gearbeitet wird? Eine Stunde lang suche ich Dich schon im ganzen Hause! Weißt Du nicht, daß Harafim Piesek heute Abend kommt, weil er um Deine Hand anhalten will, ja anhalten! So ein unbegreifliches Glück! Und nun handelt es sich darum, fertig zu sein; er darf diese compromitttrenden Bilder hier nicht mehr finden, das könnte Alles verderben. Streck' die Hände aus und nimm mir gefälligst die Königin Wanda ab." „Ach Gott, ach Gott, erbarme Dich meiner," murmelte Binia, indem sie die treue Heldenkönigin in ihre Arme nahm, dis sich lieber selbst geopfert hatte, anstatt den Mann zu hei- rathen, den ste verachtete. War es gestern, daß Hans der kleinen Popadia feine erste und einzige Stunde gegeben hatte? Bei dem Gedanken daran konnte sie sich der Thränen, die auf dar Glas des Bilde« herabfloffen, nicht erwehren. „Das wird ja amüsant sein, wenn das Kunststück zweimal die Woche wiederholt werden muß," rief Sofronya übel gelaunt, „und wie werden die Bilder leiden auf all' diesen Wanderungen! Nun, da bringe Deinen Nicolau«, den Unvergeßlichen." „Gieb doch acht, kleines Gänschen; siehst Du denn nicht, daß Du ihn mir mit dem Kopf nach unten reichst? Das ist ja gegen allen Refpect. Geh' nur lieber und hole den nöthigen Honig und Mohn zu dem Kuchen. Binia wird wohl vernünftiger sein!" X. Noch am Abend desselben Tage« hielt ein Wagen vor dem Pfarrhause. Thymoftäus eilte sogleich dem ersehnten Gast bi« auf die Treppe entgegen und hieß ihn tausendmal willkommen. Dann führte er ihn in sein Zimmer, wo er sich mit ihm einschloß; allerdings nicht so hermetisch, daß Sofronya und ihre Mutter, die gewöhnt waren, an den Thüren zu horchen, der Unterhaltung nicht hätte folgen können, wenn sie das Ohr geschickt an'« Schlüsselloch legten. „Nun, was sagen sie, mein Herzchen?" fragte die Mutter, die sich keuchend in einen großen Armstuhl geworfen hatte. „Ach, ich weiß nicht, Sie sprechen von ihrer Politik, von der Vereinigung mit der Orthodoxie, immer dieselbe Geschichte I Was er für eine Stimme hat, dieser Piesek, ste klingt, al» ob ste aus dem Killer herauskäme; er spricht von Nestoriur, von Sutyches, er nennt die Römischen Ketzer, weil ste zuerst die linke, dann die rechte Schulter berühren, wenn ste dar Kreuzeszeichen machen und well ste stch den Bart rastren. O, wenn Vincenz ihn hörte, der würde ihn an den nächsten Baum am Wege aufhängen." „Ja, ja, mein Liebling, aber zur Sache; spricht er denn nicht von der Verlobung, hält er um ste an? Ach, da ist ja unsere Binia, komm' einmal her, einfältiges Ding; Du bist immer fort, wenn man Dich am nöthigsten braucht. Horch' doch auch, das geht Dich ja viel mehr an al» Deine Schwester. Du machst dabet ein Gesicht wie eine Nachteule, als ob Du vom Begräbntß kämst, während Du doch voller Freude fein solltest. Ich bin nie fröhlicher gewesen als an dem Tage, wo Dein Vater um mich warb. Die Männer haben die weinerlichen Gestchter nicht gern; steh' Deine Schwester an, die gefällt Jedem." „Mama, wenn Du immerfort sprichst, höre ich nichts," sagte Sofronya ärgerlich. Binia hatte stch neben ste gestellt, aber ste versuchte vergebens zu lächeln, und der Sturm in ihrem Innern ließ ste kein Wort von dem verstehen, was in der Nebenstube verhandelt wurde. „Endlich!" rief jetzt Sofronya. „Leifs, leise, sie werden Dich noch hören. Was reden ste denn?" „Nun, er sagt, es ist ihm einerlei, daß Binia keine Mit« gift bekommt." „Gut. . „Eine kleine Ausstattung, Kiffen und Decken, da» würde genügen." „Er spricht gar nicht von Bienenstöcken?" „Nein, nein, er sagt, er wäre nicht eigennützig, e« läge ihm hauptsächlich daran, in eine Familie zu heirathen, welche feine Ueberzeugungen theilte; er trete übrigen» nur au» Princip in den Ehestand, nicht aus irgend einem anderen Grunde und besonders um recht zu bestätigen, daß er ein griechischer und kein römischer Priester sei." „Redet denn der Vater nicht von Deinen Heirathrplänen und von den nöthigen Vorsichtsmaßregeln?" »Ja, ja, gerade jetzt kommt er darauf. Ach, und mit was für Umschweifen und Beschönigungen. Er scheint nicht sehr zufrieden zu sein, der Piesek; Ihr solltet seine Miene sehen! Ich kann ihn gerade von hier au« beobachten, den Dummkopf mit dem gelben, mageren Gesicht. — Nun, da« ist doch zu arg! Papa erzählt ihm, wenn er in meine Ver- heirathung eingewilligt habe, so sei das nur geschehen, um der orthodoxen Sache besser dienen zu können. Was für eine Lüge! Wenn man weiß, wie es sich in Wirklichkeit verhält! So, sagt er, wird man im polnischen Lager nicht mißtrauisch werden und ich werde im Stande sein, Euch ausgezeichnete Dienste zu leisten. — Jetzt strahlt der einfältige Harastm vor Freude und merkt nicht, daß man ihn zum Besten hat. Ich glaube, sie stehen auf und Papa bittet ihn zum Abendessen." Die beiden Frauen und nach ihnen die zitternde Binia begaben sich eilig in die Wohnstube, wo der Tisch gedeckt war. Die Thür zu Thymoftäus Studierzimmer öffnete stch und die Männer traten heraus. (Fortsetzung folgt.) — 312 — DaS Hoffräulein der Königin. Aus London schreibt man über den Dienst der Hofdamen bei der Königin von England Folgendes: Die Königin wählt ihre Ehrenfräu- lein unter den Töchtern der Pairs, die gewöhnlich mit der Königin befreundet stnd. Meistens werden die Eltern der jun» gen Dame, auf die die Wahl der Königin fällt, brieflich von dem Wunsche der Monarchin als einer besonderen Gunstbezeugung verständigt. Es ist kaum jemals vorgekommen, daß die Bitte abgelehnt wurde. Ein Ehrenfräulein der Königin bezieht ein Gehalt von 300 Pfd. Steil Jedes Ehrenfräulein hat fein eigene« Schlafzimmer, muß aber fein Wohnzimmer mit einer Collegin theilen. Jede Dame trägt ihr Abzeichen. Dieses ist ein in Brillanten gefaßtes Miniaturbtldniß der Königin. Das Fräulein, da» den Dienst hat, hat vor den Privatgemächern der Königin zu weilen, während Ihre Majestät sich zum Mahle vorbereitet. Es trägt einen Blumenstrauß in der Hand, den es zur Rechten des Couverts niederlegt, sobald die Königin den Speisesaal betritt. Wenn keine Gäste da stnd, nimmt da» Ehrenfräulein zur Rechten der Königin neben dem Lord - Kammerherrn Platz. Sobald da» Mahl vorüber ist, darf sich da» Ehrenfräulein in seine Gemächer zurückziehen, wenn die Königin e» nicht auffordert, zu singen, Klavier oder Karten zu spielen. Da die Königin niemals Geld annimmt, da» schon im Umlauf gewesen ist, so tragen die Ehrenfräulein stet» eine hübsche Summe neu von der Münze gekommene» Geld bei sich. Sin Ehrenfräulein der Königin Victoria muß hochgebildet sein und Deutsch und Franzößisch fließend sprechen. Ebenso nothwendig ist es, daß es vom Blatt fingen und spielen kann. Auch muß es eine gute Vorleserin sein. Die Königin ist sehr eigen bezüglich der Kleidung ihrer Ehrensräulein. Sie liebt das Einfache und würde eine aufgethürmte Frisur nicht dulden. Den jungen Damen macht sie häufig werthvolle Geschenke; sie redet sie mit ihrem Vornamen an, während die Anrede der Ehren- fräulein „Madame" ist. Gespräche über die persönlichen Angelegenheiten der Königin sind streng verboten. Während der langen Regierungszeit der Königin Victoria ist nur ein Ehrenfräulein entlaffen worden. Das erzeugte zu feiner Zeit mit Recht viel Gerede. Ehrenfräulein haben in der Regel dreimal im Jahre einen Monat Dienst. Und auch dann werden sie nur jeden zweiten Tag zum Dienst befohlen. — Sie haben e» also ganz gut! * Abholzung und Entvölkerung. Amtliche fran- zöstsche Nachforschungen haben ergeben, daß eine gewisse Be- ztehung zwischen der Abholzung der Wälder und der Anzahl der Geburt»« sowie Todesfälle in den betreffenden Departement» besteht. Die Volkszählungen feit 1871 haben klar und deutlich dargelegt, daß in den dreißig Länderstrecken, welche entwaldet sind, die Anzahl der Geburten fortgesetzt zurückgeht, und zwischen bett Jahren 1886 und 1891 ging die Bevölkerung in diesen Departement» um nicht weniger al» 89 682 Per- sonen, da» Plus der Todesfälle über die Geburten, zurück, überdies war die Sterblichkeit in dem entwaldeten Gebiete neunmal größer al» im übrigen Frankreich. Geologische, metereologische und hygieintsche Factoren tragen jedenfalls die Schuld an dieser Thatsache, und schon au» diesem Grunde, ganz von den Ueberschwemmungen abgesehen, von denen diese Departements fortwährend heimgesucht find, wird die Regierung nun wohl endlich die nothwendigen Mittel und Wege finden, um die Wiederbewaldung dieser großen Länderstrecken vorzunehmen. ___________ Stimmungswechsel. Schaubudenbesitzer: „Wollen Sie gefälligst eintreten, junger) Herr?" — Schusterjunge: „So nicht!" — Schaubudenbesitzer: „Dann zieh' Leine, elendige», verschwarzte» Pechgerippe!" Ironie. Gerichtsvollzieher: . Die Pfändung ist bei Ihnen auch jeder Mal fruchtlo»!" — Dichterling: „Wenn Sie ein wenig warten, können Sie mein neueste»ZFrühlings- gedicht pfänden." * .j Immer Waidmann. „Woher kennen Sie denn, Herr Oberförster, den berühmten Ohrenarzt, den Sie soeben grüßten?" — «Ich war diesen Sommer in seiner Löffelklinik in Behandlung." * * Individuell. Junge Dame (auf dem Ball): „Ihr Onkel ist ein reizender alter Herr I". — Studiosus: „Hm I Wie viel hat er Ihnen denn — gepumpt?" Literarisches „Wie tommt man mit Wenigem an»)* so betitelt sich eine kleine, sehr gediegene und instructive Schrift von Julie Ravit, eine praktische Anleitung zur häuslichen Geldwirthschaft und Buchführung (Verlag von Lipsius u. Tischer in Kiel; Preis 50 Pfg., bei 10 Exemplare 30 Pfg.) Die größte Feindin und Zerstörerin häuslichen, ehelichen, ja, irdischen Glücks überhaupt ist, so prosaisch dies auch klingen mag, eine schlechte, oder richtiger gesagt, eine verkehrte häusliche Geldwirthschaft; denn eine gedankenlose Vergeudung und eine übertriebene, unvernünftige Sparsamkeit sind in dieser Beziehung gleichbedeutend. Die Verfasserin gibt überaus beherzigenswerthe Rathschläge, die Alle, welche bei bescheidener Einnahme einen eigenen Hausstand führen wollen, guten Grund haben zu beobachten, und die namentlich Brautleuten, jungen Eheleuten, alleinstehenden einzelnen Personen, sodann aber auch Lehrerinnen an Haushaltungsschulen re. zum Gebrauche beim Unterricht sehr zu empfehlen sind. Für den Fall schwankender Einnahmen ist in praktischer Weise ein der weiteren Rechnung zu Grunde zu legender Mittelwerth abgeleitet, und sodann für den Fall einer im Voraus bestimmten Einnahme ein genauer Voranschlag aufgestellt und zwar füv ein Einkommen von 2000 Mk. und ein solches von 900 Mk. Die Wahl dieser Summen ist eine durchaus glückliche, denn sie dürften wenn nicht das Einkommen der Meisten gerade treffen, doch dasselbe sehr nahe berühren. Das folgende Capitel zeigt das Wirtschaften dem Voranschläge gemäß sowohl für verheirathete als für alleinstehende Personen, ein anderes die Aussteuer und erste Einrichtung, wieder ein anderes die Buchführung, Ersparnisse u. s. w., u. s. w. Im Anhänge finden wir: Eine Aussteuer für 3000 Mk., eine solche für 800 Mk., sowie das Muster eines Hauptbuches und eines Wirthschaftsbuches. Die Lectüre des besprochenen Buches möchten wir sehr empfehlen und glauben schon im Voraus, uns damit den Dank Vieler zu erwerben, der allerdings eigentlich viel mehr der erfahrenen Verfasserin gebührt. Sanvvnch »et «ostümkunde. Von Wolfgang Quincke, Schauspielregisseur der vereinigten Stadttheater zu Frankfurt a. M. Zweite, verbesserte und vermehrte Auflage. Mit 459 Kostümfiguren in 152 Abbildungen. In Original-Leincnband 4 Mk. 50 Pfg. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. In der Sammlung der Weber'schen Illustrierten Katechismen ist in zweiter Auflage das von Wolfgang Quincke verfaßte „Handbuch der Kostümkunde" erschienen, das, zunächst für die Theaterkreise bestimmt, auch allen anderen Kreisen, die irgendwelches Interesse an diesem sehr interessanten Theile der Culturgeschichte nehmen, in hohem Maße zu empfehlen ist. In Folge der Kostspieligkeit der großen Kostümwerke ist die Geschichte der Trachten fast allen Gebildeten ein völlig fremdes Gebiet, und doch verleiht uns eine auch nur flüchtige Kenntniß derselben eine duldsame Ansicht über oft heftig befehdete Thorheiten der augenblicklichen Mode und gießt uns bemerkens- werthe Aufschlüsse über die wechselnden Auffassungen über die Schicklichkeit in der Tracht. Unsere Damen finden in dem Buche eine sehr anregende Seetüre, und diese ist ihnen sehr nutzbar zur Ausbildung eines selbstständigen Geschmacks, den sie bekanntlich in Dingen der Kleidung nicht besitzen. Sie finden d« stets „schön", was eben „modern" ist. Was die Bühne angeht, so nimmt Quincke einen sehr vernünftigen Standpunkt ein. Er betont, daß die „Echtheit" um jeden Preis aus mannigfachen Gründen undurchführbar ist, oft zur Verletzung des modernen Sittlichkeitsgefühls, noch öfter zu einer lächerlichen Wirkung führen würde, und mit Recht weist er darauf hin, daß die Mode von jeher sich geltend gemacht und daß es von jeher Uebertreibungen der Zeittracht, Ausschreitungen gegeben hat. Begehrt er Vorsicht, so begehrt er anderseits auch die heutigen Tages nicht nur manchen Regisseuren, sondern auch Theaterschneidern, Garderobiers re. fehlende Kenntniß der wesentlichen Kennzeichen gewisser Zeitabschnitte und damit die Abstellung von uralten, falschen Gewohnheiten, die sich in dem unausrottbaren Bühnenschlendrian fortpflanzen, wie z. B. hohe Stiefel im Mittelalter, bei der spanischen Tracht, bei den Landsknechten, Plattenrüstungen und Federhüte im Mittelalter und dergleichen. Rtbaction: A. Gchetzda. — Druck und Verlag der Brühl'schen UniverfiMs-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in G"ßeN. ff Z Roman vo Har< Amtskleid „Ick thäterin," Sein an den $ Datei die «34 sagte er t Dan „Kot Haiafim zuhalten." Sie sollte ja strengen H den mattt Sie sie kannte Füßen nie empfunder Anblick st< ganze« S ja fast il lehnte sich nach Rach welche sie ahnen! A horchte, a unmenschli Stnbe, di Böden far Als Mutter gi