' Meyer, haben Ich, den ganzen imen mit einem 30 Schritt vor auf welchen ich haben Sie dann auf den falschen." Hatz an Gesund- 5 glänzendste Zeug- nur dieses, sondern die im Verlage von mde »JUustrirle llte keine sparsame : bei irgend einer itungen kommen zu emoden, ihren mehr en Text enthaltenen ummer), mit ihrem den als Beilage tenlegen bietet auf " das Umfassendste ntspreis von nur tnng zu lohnendem ^bstanfertigung der ’i allen Buchhand- Zllustrirten Wäsche- smiiiskkiMer HW iMr -"e Nr. Dirrrstag den 7. Januar 1896. (?) UnterhaltungsbLatt zum Gießener Anzeiger (General-Anzeiger) rinnen das Abonne- «HSrtder Ha«»> . — Dieses Blatt leibt aber unerreicht HteS. „Dies Blatt -itungen zuerst die und ist heute das Modenblättern, in läuterten Geschmack Sparsamkeit überall chritt auf dem Ge- in der Ausführung, n dabei die Selbst- ■ das Prinzip des ng des Practischen Wirken fördernder erhoben werden!" reib" und zu Ort- im Laufe dieses it: „Das neue Ge- i Frauen sicherlich nnselben Blatte er- 1 einer Dame nicht ent der ,®ienct - zu haben ist und ruck bestätigt wird. Rode" in farbigen mmsterbogen, zahl- nitte für sich und iber 350j müster- Sie ist ihrer nun- nnte Lieblingsblatt s p i e l s dürfte es erschienene Zither- r „Neuen Musik- ! übergegangen ist. llerkreisen vortheil- as Blatt, das die nenden und Unterprogramme, welche en, und in jeder Oer Abonnementsummern versendet tuttgart auf Ver- Ein Dämon. Novelle von I. Pia. (Fortsetzung.) Wie von einer geheimen Macht angezogen, beugte sich Liffa tiefer herab zu der von mattem Fackelschein beleuchteten leblosen Gestalt. Jemand berührte ihre Schulter. Sie schreckte leicht zusammen, richiete sich auf und wandte den Kopf; aber mit einem unterdrückten Aufschrei wich sie heftig zurück. Angst und Schrecken malten sich auf ihren Zügen. „Bei Gott, das ist wenig schmeichelhaft für mich, meine Verehrte — weshalb entsetzt Sie mein Anblick so?" Bei dem offenbar geklänkten Ton dieser Stimme richtete Lrffa sich langsam auf und starrte den Mann halb forschend, halb furchtsam an. Es war eine hohe, schlanke, geschmeidige Gestalt mit schwarzem, kurzgeschorenem Haar und ebensolchem Bart. Gewaltsam raffte Liffa sich auf. „Verzeihung," stammelte sie und glitt mit zitternder Hand über die Stirn, wie um die Nebel zu bannen, die ihre Sinne zu umfangen schienen, „bevor ich Ihr Gesicht sah, wie ich bei dem matten Lichtschein nur erst Ihre Umriffe erkennen konnte, hielt ich Sie für ... für ... jenen entsetzlichen Menschen . . Ueberwältigt von innerer Erregung über die unerklärliche Aehnlichkett dieses Manne» mit jenem Teufel in Menschengestalt, stockte sie. „Sie sehen ganz anders aus als er," murmelte sie, . und doch — Ihre Augen — Ihre Stimme — wie erinnern die mich an ihn!" Bei dem kalten, cynischen Lächeln, ba-5 um die schmalen Lippen des ihr Unbekannten spielte, durchschauerte es sie von Neuem, als hätte ein kalter Strahl ihr Herz berührt. „Vielleicht vermag mein Name Jynen Aufschluß über meine Persönlichkeit zu geben. Ich heiße Armand St. Clair und weile momentan als Gast in Frau Paula Dönhoff- Hause." Ein Ausruf der Ueberraschung entschlüpfte Ltffa- Armand St. Clair! Der reiche, liebenswürdige Caoalier, den Valerie ihr gegenüber heute Morgen so in teu Himmel gehoben hatte — und den hatte sie — wenn auch nur für eine kurze Minute — für einen Elenden, für einen gemeinen Mörder halten können! „Ich Dummkopf! Ich Thörin! schalt sie sich. Und doch — und doch — seltsam, immer und immer wieder erinnerte et sie an jenen Schurken- „O — ich bitte nochmals um Verzeihung!" stammelte sie. „Nie wäre ein solches Wort über meine Lippen gekommen, wenn ich dar hätte ahnen können! Ist Valencie Dönhoff doch meine beste Freundin!" Jetzt war das Staunen auf des Anderen Seite. Eine kleine Falte zeigte sich zwischen seinen gewölbten Brauen, klänge es nicht gar zu lächerlich, man hätte meinen können, er schiene bestürzt. „Davon hatte ich keine Ahnung!" rief er lebhaft. „Ich habe Ihren Namen dort niemals nennen hören." „Woher wollen Sie das wiffen? Sie haben mich doch noch nie gesehen? Wiffen noch gar nicht, wer ich bin?" versetzte Liffa, auf'S höchste erstaunt. Der Angeredete war sichtlich verwirrt „Allerdings," Hub er an, „doch. . . doch, wir vergeuden unsere kostbare Zeit! Der Arme hier . . . aber was sehe ich? Bei Gott, das ist ja Curt von Osten! — Der muß sofort — ohne Säumen in's Dönhoff'sche Hau» gebracht werden!" Welch' wunderbarer Zufall! Dieser schöne Mann mit dem dichten blonden Haar und Bart, da« war Curt von Osten, den Valerie zwar erst dem Bilde nach kannte, aber — wie es Liffa nach der Freundin Reden öfter schon geschienen — doch schon ein seltsam warmes Interesse für den vornehmen jungen Mann hegte. — Da schlug derselbe die Augen auf- „Ah, er kommt zu sich!" rief Liffa und ergriff in ihrer kindlichen Freude seine Rechte. Mit sichtlichem I tereffe sah Osten empor zu dem über sich gebeugten Antlitz. „Wer? Was sind Sie?" fragte er lebhaft. Gleichzeitig versuchte er sich auszurichten und ließ sein Auge voll Bestem« a) in Bietzen. den auf der seltsamen Scene, den flackernden Fackeln, den jammernden Frauen und den geschäftigen Fischern und Boots« leuten ruhen. „Wo bin ich denn?" rief er. — „Ach, jetzt besinne ich mich — der Dampfer — er scheiterte!" Und mit erneutem Interesse blickte er sich um. Nun erst trat St. Clair dicht an ihn heran und legte seine Hand auf dessen Schulter. „Osten, mein alter Freund, die Sache ist nicht so schlimm, wie sie aussteht," hob er mit seiner milden Stimme in so aufrichtig herzlichem Tone an, wie er wohl nur gegen diesen anschlug — der einzige Mensch, den er wirklich liebte, so weit St. Clair zu lieben vermochte. „St. Clair!" rief Osten. „Welcher Glückszufall führt Sie hierher?" „Ich bin schon seit längerer Zeit Gast im Dönhoff'schen Hause, wo man ja auch Sie erwartet. Das Schiff scheiterte ganz in der Nähe de» H .... er Hafens. Als ich die Nothschüsse hörte, eilte ich hierher, zu hören, was los sei." Lissa stand schweigend ein wenig zur Seite; mit warmem Interesse folgte sie der Unterhaltung der beiden Männer. „Wozu find wir unthätig hier? — Leisten wir dort lieber hilfreiche Hand!" sagte Osten und wollte forteilen. St. Clair aber hielt ihn zurück. „Vor Allem denken Sie an sich selbst. Lassen Sie ein« mal Ihre Wunde sehen — wie Sie ja wissen, verstehe ich ein wenig von dergleichen," meinte er lächelnd. „Ach, nichts weiter als eine Schramme," wehrte Osten. „Die einem solchen Athleten da« Bewußtsein raubt?" lächelte sein Freund. „Nein, nein, lassen Sie einmal sehen." Widerwillig gehorchte Jener und bas Resultat der Unter« suchung war, daß St. Clair erklärte, die Wunde bedürfe der sorgfältigsten Pflege, wenn fie nicht schlimmere Folgen nach sich ziehen sollte. Während Osten fich noch de» Freundes Befehl, sich sofort in'r DSnhoff'sche Hau» zu begeben, zu widersetzen suchte, landete ein zweites Boot mit Geretteten. Sofort wandte St. Clairs ganzer Interesse fich diesen zu — meist Frauen und Kinder, von denen eine — ebenso wie Osten — ohn« mächtig in den Sand hingelegt wurde. Die Frau war schon zu Anfang der Fahrt erkrankt, ihr Zustand hatte sich stündlich verschlimmert, seit diesem Morgen lag fie in heftigem Fieberdelirium. Al» die Kranke, in Decken und Tücher gehüllt, am Strande lag, während Vorkehrungen zu ihrer Weiterbeförderung getroffen wurden, trat Lissa heran. Voll Mitleid betrachtete fie die Fieberkranke. „Die arme Frau! So krank und verlassen," murmelte fie und ihre Augen füllten fich mit Thränen. Doch schnell wandte fie sich, als ste St. Clair neben fich bemerkte. „Die Frau ist krank — sehr krank," sagte er und seine Stimme klang seltsam gepreßt, „nach all' der Aufregung und dem, was fie jetzt durchmacht, wird sie schwerlich den morgenden Tag erleben." Dann zu Osten gewendet, der mit einem von der Mannschaft sprach, fuhr er fort: „Alle sind gerettet — wir können hier nichts weiter nützen; kommen Sie, wir wollen heimgehen und Ihren armen Kopf in Pflege nehmen." Ernst sinnend folgten Liffas Augen den beiden Arm in Arm sich entfernenden Männern. Zum ersten Mal in ihrem Leben empfand ste den Unterschied zwischen ihrer und Valeries Stellung. Wie schön, dachte sie, muß es sein, wenn man so reich und vornehm ist, um solche Gäste in seinem Hause empfangen zu dürfen. Wie ein Druck legte es fich ihr auf'« Herz — was bedeutete dieser seltsame Schmerz? War e» Eifersucht au Valeries Vorzüge? Oder Neid, die Gesellschaft eines Manne» wie diese» Curt von Osten genießen zu können? — So von ernsten Gedanken erfüllt, überwachte sie den Transport der Fieberkranken nach dem Lsuchtthurms- 111. Wie zum Hohn des gestrigen, durch Sturm und Unwetter von ernstem Unglück heimgesuchten Tages leuchtete am olgenden Morgen die Sonne klar und hell auf die friedlich »aliegende Erde herab. Um neun Uhr war Lissa in ihrem eigenen kleinen Boote auf dem Wege nach dem Dönhoff'schen Hause. Es drängte ie, der Freundin die aufregenden Ereigniffe des gestrigen Tages mitzutheilen. In der Bucht angelangt, band sie ihr Fahrzeug fest und eilte durch die Besitzung dem nahen Haufe zu, als sie plötzlich durch eine Stimme erschreckt wurde. „Guten Morgen, Fräulein Velten. Schon so früh unterwegs — trotz der Aufregungen des gestrigen Abends?" Ganz unerwartet sah Lissa sich St. Clair gegenüber. Bei ihrer sichtlichen Bestürzung umspielte seine Lippen ein feines, geheimnißvoller Lächeln. „Ich wünschte, mein Anblick jagte Ihnen nicht immer einen solchen Schrecke« ein," bemerkte er mit leichtem Spott. „Es ist recht .... recht thöricht von mir," stammelte Lissa verlegen, „aber so oft ich Sie sehe, muß ich unwillkürlich an den Anderen denken." „Mein Doppelgänger? Wer mag der sein?" meinte St. Clair belustigt. Trotz des warmen, sonnigen Morgen» durchschüttelte e» Lissa; instinetiv fühlte ste, daß sie fich nie in der Nähe diese» kalten, höhnischen Manne», der dem Uugeheuer des gestrigen Abends so erschreckend ähnelte, wohl fühlen würde. „Wenn Ste es mir nicht sagen mögen, will ich nicht weiter in Ste dringen," bemerkt« er, als er keine Antwort erhielt; „die Schiffbrüchigen find doch wohl Alle gerettet?" „Ja, Allel" versetzte Lissa, gewaltsam bemüht, ein Gefühl des Unbehagens, das sie stets in der Nähe dieses Mannes überkam, von sich abzuschütteln. „Und die arme Frau, für welche Sie sich so sehr zu in# teressiren schienen — was wurde aus ihr? ' „Ich habe sie zu uns in den Leuchtthurm bringen lassen, da kann ich sie pflegen — die arme Seele!" St. Clairs Blick ruhte forschend und mit keineswegs freundlichem Ausdruck auf ihr. „Sie ist Ihnen doch wohl fremd?" fragte er begierig. „Vollständig fremd. Um so mehr ist es meine Pflicht, mich ihrer anzunehmen," erwiderte Ltffa kurz. „Ich glaube nicht, daß ste Ste lange bemühen wird," bemerkte St. Clair in eigenthümlichem Tone. „O, ich hoffe, ste stirbt nicht," rief Lissa erregt, „ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie die Arme mir leid thut — wie ich mich zu ihr hingezogen fühle!" „Fiebert fie immer noch so heftig?" »Ja — sie spricht beständig. Wissen Sie, ich habe eine sonderbare Idee —* Während Liffas rothen Lippen plötzlich diese Worte entschlüpften, sah St. Clair, gleichsam wie unter dem Eindruck einer höheren Gewalt, mit fast feindlichem Ausdruck in den unergründlichen dunklen Augen in ihr zu ihm aufschauende» unschuldiges Gesicht. „Nun?" „Ich glaube, es lastet irgend ein schweres Verbrechen auf der Armen." Eine volle Minute verging, ehe St. Clair in kurzem, strengem Tone fragte: „Warum?" „Weil fie immer etwas von Büßen und Bereuen stammelt — ste spricht noch mehr, das können wir aber nicht verstehen," antwortete Lissa und dämpfte unwillkürlich ihre Stimme, „sie muß irgend ein großes Unrecht begangen haben, was sie jetzt im Delirium quält." Rücksichtslos schlug St. Clair mit seinem Stocke auf das dicht am Wege befindliche Beet voll blühender Narzissen los, dann lüftete er seinen Hut und entfernte fich ziemlich rasch. Lissa eilte schnell dem Haufe zu und traf beide Damen in dem Balkonzimmer. Ohne die ziemlich kühle Begrüßung derselben zu bemerken, - 1 berichtete sie alsbald in athemlosem Eifer von ihrem Aben- I teuer im Thurm. Die beiden Damen lauschten ihrer Erzählung mit utt* »erkennbarem Interesse. „Da hast Du ja das Haus voll Patienten," bemerkte Valerie halb scherzend. „Du hast ja auch einen!'' erwiderte Liffa lebhaft und sah mit leuchtenden Augen von dem niedrigen Sessel, auf dem sie Platz genommen hatte, zu der Freundin auf. Valerie zog die Brauen zusammen und Paula Dönhoff warf ihrer Nichte einen bedeutsamen Blick zu. Asten hatte den beiden Damen schon genugsam von dem reizenden Ge- schöpf, das sich, als er das Bewußtsein wiederfand, über ihn beugte, vorgeschwärmt; seiner Beschreibung nach konnte es keine Andere als Liffa gewesen sein. — Wie Valerie jetzt in das mit lieblichem Lächeln zu ihr aufblickende Gesicht sah, beschlich sie ein solches Gefühl des Neides, ja, des Haffes, daß sie nicht begreifen konnte, wie sie dieses Mädchens Gesell« schäft bisher nicht nur geduldet, sondern thatsächlich gesucht hatte. „Herrn von Asten meinst Du?" versetzte sie gleichgiltig. „Den kann man kaum krank nennen. Johann sagte uns, er fühle sich heute wieder wohler, allerdings haben wir ihn noch nicht gesehen." „Dann wird er zu Eurer Gesellschaft jedenfalls wieder ganz gesund sein!" rief Liffa mit verrätherisch strahlenden Augen. Valerie biß zornig die Zähne zusammen. Wie hatte sie nur so thöricht sein können, dieser Mädchen mit seiner bestrickenden Schönheit dazu einladen zu können! Sie sah nach ihrer Tante hin. Dieselbe stand am Fenster und starrte in die Ferne. In ihren kalten, strengen Mienen aber las VÄerie deutlich, daß die noch immer hübsche Wittwe er geradezu empörend fand, daß der Wärters Nichte an der Gesellschaft lhellnehme« follte. Valerie war rathlos. Was thun? Die Einladung direct zurückziehen verbot ihr die Höflichkeit und doch — und doch — sie mußte Asien von dem Mädchen fernhalten. „Weißt Du, Liffa," Hub sie endlich, sich gewaltsam zu scheinbarer Ruhe zwingend, an, „das ist diesmal ganz anders wie sonst; wir erwarten zu dieser Gesellschaft verschiedene sehr vornehme Leute aus der Residenz." „O, das ist ja herrlich!" rief Liffa und klatschte vor Vergnügen in die Hände. Plötzlich sprang Valerie auf und trat zwischen Jene und die offene Balkonthüre. Aber zu spät! Curt von Asten, den sie ganz unerwartet draußen einher« promeniren sah, hatte Liffa bereits bemerkt. Ingrimmig biß Valerie sich auf die Unterlippe, als sie beobachtete, wie es in den so ruhig, fast phlegmatisch dreinschauenden grauen Augen plötzlich aufleuchtete und dieselben mit unverhohlener Bewunderung auf Liffas graeiöser Gestalt haften blieben. In diesem Moment erstarb der letzte Hauch von Freundschaft in Valeriens Brust; statt dessen erwachte ein Gefühl bittersten Hasses, wie nur so kalte, selbstsüchtige Naturen wie die ihre empfinden können. Einen kurzen Moment blieb Osten zögernd an der Thüre stehen, sichtlich erwartend, man werde ihn auffordern, näher zu treten, dann wandte er sich, warf die Cigarre weg, that noch wenige Schritte und lehnte gegen eine der steinernen Säulen, ohne von Liffa bemerkt worden zu sein. Obwohl den Rücken dem Zimmer zugekehrt, entging ihm doch kein laut gesprochenes Wort der drinnen geführten Unterhaltung. „ „p, pt „Wirst Du Dich auch in so vornehmer Gesellschaft zu benehmen verstehen, Liffa?" setzte Valerie in plötzlich gedämpftem Tone die Unterhaltung fort. „Ist Dir nicht bang. Dich ungeschickt zu benehmen und dadurch Dich — und mich mit — in Verlegenheit zu bringen?" GeMKinnNtziges. Syphon-Bier, d. h. Bier, welchem der Consument im Augenblick des Gebrauches nach Bedarf die erforderliche Kohlensäure zusetzen kann, ist eine Neuerung, die auch vom gesundheitlichen Standpunkte alles Interesse verdient. Sollten sich die bisherigen Versuche bewähren, so würde das jetzige Flaschenbier bald dem Syphon-Bier Platz machen. Das letztere wird in Krügen von 6 Litern und darüber zu 30 bis 50 Pfg. das Liter, je nach Art des Biere», abgegeben. Der Liffa meinte nicht ander», al» die Freundin sei nur schlecht gelaunt. „Wo Du Dich richtig zu benehmen weißt, werde ich mir wohl auch keine Blößen geben," versetzte sie daher mit ihrem silberhellen Lachen. „Du weißt ja, ich habe die halbe Welt durchreist, habe in den verschiedenen Ländern die verschiedensten Menschen kennen gelernt — und erinnerst Du Dich, wie Monsieur de Soi immer meinte, daß man sich dadurch besser als auf irgend eine andere Weise gesellschaftliche Routine aneigne?" Valerie hatte diesen von ihrem ftanzösischen Lehrer ost gethanen Ausspruch nicht vergessen, aber gerade jetzt und von dieser Mädchens Lippen daran erinnert zu werden, brachte sie halb von Sinnen. Ihre mattblauen Augen blitzten wie die einer Natter und ihrs Züge färbten sich dunkelroth, wie sie sich über die ahnungslos lächelnde Liffa beugte. „Du kleine, boshafte Kreatur!" zischte sie voll Ingrimm. „Wie kannst Du Dich erdreiste«, so zu reden?" Erschrocken über da» unheimliche Blitzen in Valeries Augen wich Liffa scheu zurück. Wie? Hatte die Freundin den Verstand verloren? Jetzt trat auch Frau von Dönhoff hinzu und sah streng verweisend auf die Erstaunte herab. „Zügle Deine Zunge, mein Kind," sprach sie. „Wie darfst Du — ein Findelkind, das von der Güte eines armen, alten Krüppels lebt, dem es an jeglicher Bildung fehlt, dessen dritte» Wort ein Fluch ist — wie darfst Du wagen, so zu uns zu reden!" Liffa hörte von dem Allen nur die schändliche Verleumdung ihre» geliebten Onkels. Mit funkelnden Augen und vor Erregung leidenschaftlich flammenden Zügen sprang sie auf. „Das ist nicht wahr!" rief sie heftig. „Sie find die Erste, die an meinem guten, geliebten Onkel etwas auszufetze« hat! Ich bin stolz darauf, feinen Namen zu tragen!" Wer weiß, zu welch' unüberlegten Worten ste sich noch hätte hinreißen lassen» wäre in dem Moment nicht St. Clair eingetreten. Mit einem Blick erfaßte er sofort die Situation und ei« sarkastisches Lächeln umspielte feine Lippen. Frau Dönhoff, blaß vor Zorn, daß er Zeuge dieses Auftrittes ward, verlor den letzten Rest von Selbstbeherrschung. „Es ist wohl an der Zeit, Liffa, Dich über etwa«, das Dir völlig fremd zu fein scheint, aufzuklären," Hub ste mit vor innerem Grimm erstickter Stimme an. „Du sagst, Du seist stolz auf Deinen Namen, weißt aber wohl gar nicht, daß Du selbst auf diesen, so werthlos er ist, gar kein Recht hast? Du hast überhaupt keinen Namen, bist ein armer Findling, den die See ausgeworfen hat!" Schreck und Bestürzung malten sich bei diesen Worten auf Liffas Zügen, fie wurde leichenblaß und starrte mit wildem, verstörtem Blick von Einer zur Anderen. Einen Moment war sie versteinert, dann erschütterte krampfbaftes Zucken ihren ganzen Körper und ohne noch einen Blick, ohne ein Wort des Abschieds floh fie durch die Balkon- thüre die Stufen hinab und lief durch den Garten nach der Bucht, wo fie ihr Boot gelassen hatte. (Fortsetzung folgt.) 8 Krug besitzt, wie „Das Rothe Kreuz" mittheilt, ein eigen- artiges Verschlußstück, das aus einem Zapfhahn und einer kleinen F'asche mit flüssiger Kohlensäure besteht. Die Füllung reicht zum Ausschank von etwa 7 Litern. Das Bier wird unter Druck durch den Hahn in das Trinkglas gepreßt. Die dem Bier stetig beigegebene Kohlensäure erhält dasselbe bis zum letzten Tropfen frisch und schmackhaft. Künstliche Milch herzustellen, ist bereit» von vielen Forschern versucht worden, ohne daß man bisher zu nennens- werthen Resultaten gelangt wäre. Mehr Erfolg fchetnen die neuerdings von Dr. Klimont angestellten Versuche zu versprechen. Derselbe stellt zunächst aus Waffer, Milchzucker und Cassin unter weiterem Zusatz von Eidotter und einer Lösung vborphorsaurem Kalium, Kalk und Kochsalz ein Milchserum her. Dasselbe erhält nach längerem tüchtigen Schütteln durch ein Rührwerk eine, wie „Das Rothe Kreuz" mitcheilt, der natürlichen Milch gleichende Farbe und behält dieselbe nach dem zur völligen Herstellung noch erforderlichen Fettzusatz in Gestalt von Margarine und Sesamöl. Das der Milch nach Aussehen und Gehalt ähnliche Präparat hält sich im ün- stigen Falle zwei bis drei Tage bei Zimmertemperatur, setzt viel stärkere Rahmschicht ab als natürliche Milch und wird durchschnittlich nach sechs Tagen sauer. Der Geschmack soll milchähnlich sein. Der Kostenpunkt dürfte bei den gegenwärtigen Preisen de« Casöin« und des Milchzuckers der Her- stellung im Großen vorläufig Hindernifle in den Weg legen ♦ Makrelen in Wein. (Flämisches Gericht ) Man schwitzt 15 Gramm Mehl in 100 Gramm Butter gelb, fügt eine Tasse aufgelöste» Liebig» Fletschextraet, drei Gla» Bur- gunder, Salz, Pfeffer und ein wenig Muscatblüthe hinzu und läßt in dieser Sauce die Makrelen 10 bi» 15 Minuten dünsten, worauf man unter die erstere etwas Champignonextract rührt und sie über die auf einer heißen Schüffel angerichteten Fische gießt. In Flandern werden aus vorstehende Weite hauptsächlich Seemakrelen zubereitet, indeffen läßt sich viese Zu- dereitungsart auch auf Flußmakrelen anwenden. Verm.Echtes. Sprichwörtlich ist schon die Angewohnheit aller Frauen geworden, vor jedem Schaufenster, hinter dessen Glasscheiben Damenmoden und insbeso? dere Hüte zum Besichtigen anlocken, stehen zu bleiben und die Auslagen mit begehrlichen Augen zu betrachten. Namentlich sind es Hüte, welche schön geschwungene weiße oder schwarze Straußenfedern al« Aufputz tragen, die so manchem Frauenmunde ein „Ahl" und „pr und in der Folge manchem Ehegatten und Vater manch' glänzenden Goldfuchs entlocken. Straußenfedern, die Königin unter den Federn! Sie war es von jeher, von den Zetten der Pharaonen an, wo Sclavinnen mit umfangreichen Federwedeln ihren Gebietern Kühlung zufächelten, bis auf das Mittelalter, wo die Straußenfeder nicht nur die Hüte der Evelfräulein schmückte, sondern auch von den Rittern, vom Helm oder Barett lang herabwallend, al» Kopfschmuck vielfach Verwendung fand - endlich bis auf die Jetztzeit, wo die Straußen- feder ein so beliebter Mode-Art'kel geworden ist, daß zur Deckung des Bedarfs umfangreiche Straußenzüchtereien angelegt werden mußten. Hebet die Menge der gewonnenen Federn, ihre Bearbeitung und den Werth, welchen sie auf dem „Markt" repräfentiren, giebt uns eine interessante „Epistel über Straußenfedern" in der illustrirten Familienzeitschrist „Universum" (Dresden) ausführliche Auskunft. Als bezeichnend für den gewaltigen Bedarf heben wir die Thatsache hervor, daß auf den sechs Londoner Auctionen des Jahres 1894 sür nicht weniger als ca. 12 Millionen Mark Straußenfedern versteigert wurden. Literarisches. Die Jugend unserer Fürstenhöfe. E8 war ein entschieden glücklicher Gedanke, als die illustrirte Zeitung ,Uet»ee Land und tjHeer* es kürzlich unternahm, ihrem Leserkreise im Bilde eine Reihe von deutschen Prinzessinnen und Prinzen vorzuführen, die noch dem „Heranwachsenden Geschlechte" angehören und dem größeren kreise der Oessentlichkeit erst bekannter zu werden pflegen, wenn sie zum Altäre treten oder zum Throne gelangen. Auch die soeben ausgegebene Num- mer 13 des genannten Blattes bietet wieder eine derartige Serie dar, die zweite Reihe der deutschen Prinzessinnen. Wie bei der ersten, so zeigt sich auch bei dieser, über wieviel Reiz und Anmuth die deutschen Fürstenkinder verfügen, die wir einstweilen erst als „angehende" Landesmütter zu betrachten haben. Unter dem Titel »Hoch Freundschaft «nd GeseUigkrit l* erschien im Verlage von Levy L Müller in Stuttgart eine Sammlung ausgewählter Reden und Trinksprüche, bei Einladungen, geselligen Abenden, bei Spiel und Tanz, zu Sylvester und Neujahr, sowie im engeren Freundeskreise zu verwenden. Das von Justirus Abel hetaus- gegebene Buch bringt so ziemlich alles, was von einem Gesellschafter verlangt werden kann. Sämmtliche Reden und Toaste sind dem modernen Leben angepaßt und entfalten an passenden Stellen einen Humor und Witz, wie er in andern derartigen Werken nirgends angetroffen wird, und wie er doch durchaus nothwendig ist, roenit durch eine Rede „Stimmung" in die Gesellschaft gebracht werden soll. Was wir dem Verfasser recht hoch anrechnen, ist der Umstand, daß er alle abgedroschenen und trivialen Redewendungen verschmäht und aus der reichen Schatzkammer seines Geistes nur das Beste und Originellste bietet. Gerade jetzt, wo das gesellichaftliche Leben reger zu pulstren beginnt, wird der gefällige Band von 112 Seiten — er kostet broschiert nur Mk. 1.20, elegant kartoniert Mk. 1.50 — vielen ein hochwillkommener Helfer in der Roth fein. Gräßliche Zauberkunststücke werden durch ganz glaubwürdige Reisende von den indischen Fakirs erzählt. Ein solcher Fakir steht auf einem Teppich, dicht umringt von einer Menge Menschen. Er wirst ein Seil in die Höhe und — das Seil bleibt in der freien Luft hängen. Ein Knabe klettert daran in die Höhe und verschwindet in der Lust; der Fakier klettert, ein großes Messer zwischen den Zähnen, ihm nach und verschwindet ebenfalls. Plötzlich fallen einzelne bluttriefende Gliedmaßen, der Körper und endlich der Kopf des Knaben dicht neben dem Seile herab. Ihnen folgt der Fakier, langsam an dem Seile herabgleitend. Unten angelangt, bringt er die einzelnen Glieder in die richtige Lage, murmelt Beschwörungen und deckt alles mit dem Teppiche zu. In diesem Augenblicke erscheint der Knabe frisch und gesund, indem er sich von draußen durch die Menge drängt. — Unsere größten Taschenspieler dürften es unmöglich finden, dieses Stück nachzumachen, und doch geht diese „Zauberei" ganz mit rechten Dingen zu. Ebenso ist es mit einem beliebten Kunststück der burätischen Schamanen. Diese springen vor den Augen der Zuschauer ins Feuer und ziehen glühendes Eisen über die Zunge; man nimmt den Geruch des verbrannten Fleisches wahr, und doch erscheint der Thäter selbst nachher nicht beschädigt. Einiges Licht in diese rätselhaften Vorgänge bringt die illustrierte Familien- Zeitschrift »Heimchen m Herd* (Verlag des Universum in Dresden), die wöchentlich nur 10 Pfg kostet. Meisterwerk« der Hoizschneidekanft aus dem Gebiete del Architektur, Skulptur und Malerei. Siebzehnter Band. Ein Großwlio- band mit 108 Holzichnitt-Tafeln. In Prachteinband 18 Mark Verlag von I. I. Weber in Leipzig. — Die „Meisterwerke der Holzichnetde- kunst," von denen bisher im Lause von 17 Jahren ebensoviele Bände erschienen sind, haben unter den künstlerischen Veröffentlichungen Deutschlands sich längst einen festen Platz, eine daheim wie auswärts gleich sehr geachtete Stellung errungen. Hervorgegangen aus dem doppelten Bestreben, die Schöpfungen bildender Kunst jeder Art in vorzüglichen Nachbildungen in weiteste Kreise zu tragen und dabei dem gediegenen und vornehmen Holzschnitt gegenüber den mechanischen Vervielsälügungs- weisen photographischer Technik sein altes Ansehen zu wahren, sind sie der gestellten Aufgabe nach beiden Seiten hin mit gleichem Ernst und Eifer gerecht geworden. Frei von jeder Einseitigkeit, haben sie neben der zeitgenössischen Kunst, die selbstverständlich die ausgedehnteste Berücksichtigung fand, von Zeit zu Zeit auch hervorragende Werke vergangener Perioden in ihren Kreis gezogen, auf dem Gebiet modernen Schaffens aber neben der nächstliegenden Malerei auch der Plastik und Architektur den gebührenden Raum gewährt und hier wie dort nach Möglichkeit jede bemerkenswerthe künstlerische Richtung der Zeit zum Ausdruck gelangen lassen. So ist eine von Jahr zu Jahr augewachsene Sammlung von denkbar größter Mannigfaltigkeit der Darstellungen sowohl wie der künstlerischen Anschauungen entstanden, die in einer langen R>ihe ansprechender, zum Theil bedeutender Kunstschöpsungen verschiedendster Art ein stattliches Stück künstlerischer Entwickelung widerspiegelt und auch dem, der größere Galerien und Ausstellungen nur selten sieht, ooch eine ständige Theilnahme am künstlerischen Leben ermöglicht. Nach ihrem ersten Auftreten haben diese Holzschnittfolgen denn auch in Deutschland und weit über dessen Grenzen hinaus eine von Jahr zu Jahr gesteigerte Verbreitung gefunden, und der gleichen Theilnahme dürfen sie fernerhin um so gewisser fein, als das Jntereffe am Schaffen der bild-nden Künste in unseren Tagen ganz unverkennbar in ständig wachsender Zunahme begriffen ist. Bebaction: A. Scheyba. — Druck und Verla, der Brühl'schen UniverMtS-Buch- unb Steinbruckerei (Pietsch * Scheyba) in »'-tzm.