zählte Ur. nein misch« )er Mann ihm selbst welche zum bei San lten rüstig haut glich ar turban- tete zuvor« n und er» auf seiner im Trinken am Tage," die mich oft urchgegeffen ner halben t verdauen -dermal am ann so viel h laste die mb schreibe Elster im »dem er das t al» Knabe r war auch it Elster ein» hr populäre und Trinken i Athemzuge. in Gießen 4t« Unter dem senkte principisll ff. Groß 80.« ls deutsche 8»lk n in Lichtdruck, eis & S Mark. ie rechtzeitig zur n zu Versailles lt-Reichskanzlers t 24 Lieferungen lbünden liegt sie Fleißes, worin Hermann Jahnke Schriften einen : eine so große t ihm die Aner- enzen, die einem Ein Mann wie , man lernt ihn che schildert, die mt allen großen ebstuhl der Zeit Lebensbild eines ismarck eigentlich und nach diesem vorden, für die sind, zum Thell au8 dem Besitze J ng ertheilt hat. i den vornehmsten tattung in Druck :tn Vorzug dieser 1, daß auch Fürst . so oft h-rbeig-- , und feinsinnig, igeit Mannes ge- Werk mit gutem t) in Gießen. ^omerstag den 6. Februar 1886. LmilisMsällöF UnterhMmgsblatt jinii Gießener Anzeiger Menrral-Anzeiger). Flammen aus der Asche. Novelle von L. Haid heim. (Fortsetzung.) „Nein, nein, — da» nicht!" rief Heinrich Tornegg. „Diese Reserve ist Natur der Neegenhart'schen Damen, Mutter und Tochter schienen nur kalt, — sie waren es nicht. Großer Gott, daß Erich kein Verständniß hatte für den unendlichen Reichthum in der Seele diese» Mädchen»." „Du hattest also die» Verständniß, Heinrich?" „Ich habe sie geliebt, seit ich sie kenne; aber sie wurde Erichs Braut —" „Und wenn sie doch so kalt war, wie diese Leute da bei Tisch behaupteten, so liebte sie Deinen Bruder wohl nicht?" „Sie lieble ihn, wie nur ein solche» Herz voll glühender Innigkeit zu lieben versteht. Da« ganze Mädchen war liebende Anbetung des Geliebten. — Hast Du edelsten Marmor in starkem Lichterglanz gesehen? So war sie — durchsichtig, durchleuchtet, tiefste», heimliche» Seelenleben. — O, und die» goldene Herz trat der Unmensch mit Füßen I Weil er e» nicht verstand!" „Heinrich! Heinrich! Du liebst sie — geh' und biete ihr Ersatz!' rief der Regierung«rath. „Ersatz? Ich?" — Der Professor lachte bitter traurig auf. Dann erzählte er leise: „Sie ist fast gestorben, al» er sie ruchlos verließ, — fast unmittelbar vor der Hochzeit verließ. Und ich habe wohl gehört, daß sie all' die Jahre still und sanft einhergegangen ist mit einem tobten Herzen. — £), man braucht, um ein Mörder zu sein, den Menschen nicht gleich mausetodt zu schlagen, man braucht nur den Götterfunken in ihm auszulöschen. — Und das hat Erich gethan wie ein Bube. Und an diesem — diesem Mädchen I" Der Professor erhob sich ungestüm und trat an'« Fenster, lehnte die Stirn gegen die Scheiben und sein Freund sah, wie die ganze Gestalt de« Mannes bebte vor unterdrückter Erregung. Er hatte Erich Tornegg, den eleganten, glänzenden Erich Tornegg gekannt, den gefeierten Helden der Salons, der zu» «ich trotz seiner Jugend ein anerkannt tüchtiger National» Oeconom war. Birmarck hatte ihn mit Vorliebe zu vsrschie» denen diplomatischen Verhandlungen verwendet, — zu jener Zeit einmal in Rom. Und dort war es gewesen, wo der sonst so verständige junge Attache Alle« vergaß, was er bis j"tzt seine Leitsterne genannt: Ehre und Ehrgeiz, Rechts» und Anstandsgefühl. Die Entführung der bildschönen Pensionärin der Schwestern vom saci-6 coeur de« Klosters Trintta bei Monti durch einen vornehmen jungen Herrn der deutschen Gesandtschaft hatte damals einen Sturm von Entrüstung in allen kirchlichen Kreisen Roms und Italien» hervorgerufen, nicht minder aber auch in dem Gesellschaftskreise des Uebelthäter». Welche« Resultat für den verliebten Mann diese Ehe gebracht, hatte erst eben der Regierungsrath ausführlich von Heinrich Tornegg erfahren. Armer Heinrich! Wie hoch stand er mit seinem unscheinbaren Aeußern über dem glänzenden Bruder! E» war beschlossene Sache, der Präsident blieb nicht in Castellamare. Al« Vater und Tochter in frühester Morgenstunde in dem noch ganz leeren Spsisesaale ihr Frühstück etnnahmen, kündigte er Paula seinen Willen an und sie versuchte auch nicht den leisesten Widerspruch. E« war ihr sehr weh dabei um'» Herz, — denn hier auf diesem zauberisch schönen Erdenfleckchen hätte ihr wohl sein können wie nur irgend. Sie hätte weinen mögen, al» sie neben dem Vater auf die Terrasse hinaustrat, weinen und jauchzen zugleich Das von Orangengärten umgebene Hau» mit seinem Ausblick auf das tiefblaue Meer, welches mit kleinen weißen Segeln wie besäet erschien, auf den Vesuv, der in wunderbar lilaröthlichem Farbenton sich w e ein unheildrohender Gigant auf dem Hintergrund de« blauen Himmel» über dem entzückenden Ufersaum erhob, — der felsige, starre Monte Sant' Angelo auf der anderen Seite, mit den sanft geschwungenen Linien seiner grünen Vorberge, — und über dem Allen da» Licht, der Farbenschmelz, welche de» Nordländer» Augen auf heimischem Boden nie erblicken; — dar Alle» zu sehen, nur um er wieder zu missen!" dem Herrn, was soeben beschloßen worben. „Aber Sie? Aber Sie, gnädige« Fräulein? Wie werden Sie dort existiren?" rief er unruhig. „Ich habe meine Pflicht, ich habe der armen Mama ge< lobt, den Vater treu zu pflegen," sagte sie. Leichten Herzens ging sie doch nicht. Damit trat er durch die Glasthür bereits auf bU Terrasse- Die Anderen blickten ihm aufgeregt «ach. „Neegenhart? Der Vielbesprochene und Vielbekritelte, der Minister des Fürsten von S.? Der während der steten Abwesenheit Seiner Durchlaucht den Alleinherrscher des reichen Landes gespielt und jetzt in Ungnade gefallen war, we l er gar zu despotisch geherrscht und sich seiner Macht über- &°ben„9ta — das ist Partei-Urtheil," wandte ein Herr ein und zwei andere stimmten ihm zu. Die Sache hatte jedenfalls viel Staub aufgewirbelt und war in der Zeit von den Blättern aller Parteien besprochen ro°KbUnteM hatte der Maler sich dem Präsidenten genähert. „Willkommen in Castellamare, Excellenzl" Der alte Herr stutzte, erkannte den sreundschaftlich mit ausgestreckter Hand auf ihn Zukommenden — und wandte sich plötzlich eilig ab. - Ohne Gruß, ohne ein Wort schritt er von der Terraffe in den Garten und dann verschwand er. Seine Tochter und Herr Schwarze blickten ihm ganz bestürzt nach, ebenso der Maler, und dann nahm Paula besten herubsinkendSiHandr Ensisberg, rechnen Sie ihm seine Sonderbarkeiten nicht an. Die Nerven — seine bitteren Erlebnifle, - laßen Sie mich Ihr Willkommen mit Dank Ihr herzlicher Ton, die tiefe Bangigkeit und Nieder- geschlagenheit in ihren Mienen weckten dar Mitleid der jene Gegend^^ «ine menschenmögliche Wohnung dort?" fragte bang die Tochter. ... _ _ Paula von Neegenhart stieg einsam den von prächttgen alten Steineichen beschatteten Weg nach der königlichen Villa hinauf, welche in den Schooß der grünen Berge gebettet auf Castellamare herabsieht. Quistsana nannte man sie jetzt. Ja __ jQ, - hier hätte man gesunden können! Seit das geeinigte Italien den letzten König von Neapel verjagt, stand das Schloß leer; - man wollte es zu einem großen Hotel umbauen; seine Gärten verwilderten inzwischen, aber die Poesie der Verlassenheit hatte die Schönheit dieser Auf Äer^e? höchsten Terraflen saß Paula und konnte sich nicht satt sehen an dem zauberischen Bilde, welches davon den Dichtern aller Zeiten besungene Meer mit seinen Ein wonnevolles Schwelgen im Genuß der unendlichen Schönheit und Harmonie dieses Blicke« erfüllte sie ganz — und dabei der Schmerz, die« Alles nur einen einzigen Tag gen.eß^n ru^sollem Träumerei. Heinrich Tornegg I — Sie erhob sich in peinlicher Betroffenheit. _ r ,1O Hatte er sie hier aufgesucht? Doch nein I Er stammelte erschrocken eine Entschuldigung und wollte sich eilig zurückziehen. „Wie konnte ich auch ahnen? - Verzeihen Sie nur, Paula! Ach, daß ich Ihnen mit meinem Anblick nun auch I da» bischen Freude trüben muß!" I Nun that er ihr plötzlich leid. Auch er hatte sich ver I ändert, seit sie ihn zuletzt gesehen. Er hatte sie al» Student u- bs „A)ie Gnädige finden es wohl auch noch anderwärts I wieder," tröstete Herr Schwarze, dem der Präsident, höflicher und friedlicher al» gestern gelaunt, inzwischen die Nothwendig» feit seiner baldigsten Abreise angekündigt. „Ich ertrage den Menschenverkehr für jetzt nicht. Meine Nerven sind auf dem Punkte, zu zerreißen, wenn ich nicht ein Asyl finde, welche» mir sichere» Alleinsein, — völliges, ungestörte» Alleinsein bietet," hatte er gesagt und in der Tochter stillen, freudlosen Augen schimmerte es feucht durch. „Aber wo, Vater? Wo? — Wißen Sie uns nicht Rath zu geben, Herr Schwarze?" bat sie. „Es kann eine Einöde fein, — ein Dorf, — nur — o, bitte, Vater, — keine Wüste, nachdem ich hier war!" „ . „Ein Dorf? — Ich weiß eins, Gnädige, — fast so schön gelegen wie dieser Platz hier; aber so eins, in welches die Civilisation kaum je gedrungen. Einmal vor zwanzig Jahren freilich — aber das war auch nur so ein Versuch und die Civilisation zog den Kürzeren dabei." Ja — ja — das wäre das Rechte!" rief der Präsident- I „Solche Einsamkeit! Die Bauern — pah! — Sie würden mich für einen verrückten Jnglese halten und mich gehen laßen. Aber kann man Unterkunst finden? Wo ist es?" „Dort oben hoch im Gebirge, auf der anderen Seite des Monte Sant' Angelo — ein paar taufend Fuß hoch über dem Meere und Amalfi; Agerala heißt'» und morgen muß ich dorthin, Wein einzukaufen. Fremde kommen fast nie in 35“bm SÄ&fi’ÄÄI«*>- liegt beim Dorfschulzen. Er wird es Ihnen vermiethen „Und kann man Lebensmittel erhalten?" „Das Nothwendigste wohl, Herr Präfident, Geflügel, Milch, Eier, Brod —" „Das genügt. Wollen Sie die Güte haben, uns morgen mit hinauf zu nehmen?" . Herr Schwarze verneigte sich höflich zustimmend. Das Wie und Wann war bald besprochen. Die anderen Pensionsgäste kamen nach und nach herunter, Grund genug für den alten Herrn, sich zu flüchten. „Ich werde an's Meer hinabgehen," sagte er zu Paula- " Sie gingen selten nur zusammen; — er brauchte ja Alleinsein. ,, „Ich? Ich will nach der Villa Reale hinauf, von welcher die Cameriera sprach." . „Gut, mein Kind! Und sollte Heinrich Tornegg etwa nicht so viel Tact haben, uns zu vermeiden, — so speisen „Er wird un» nicht suchen, Vater! Wie bedrückt sah er gestern aus, als er mich erkannte." Im Speifesaal flüsterte man in einer Gruppe von Herren und Damen schon von den intereffanten „Neuen", die man auf der Terraffe beobachten konnte. Offenbar distinguirte Erscheinungen, der Vater sowohl wie die Tochter! — Wer mochten sie nur sein? An die Adreffentafel hatten sie ihre Karten noch nicht gesteckt- Der alte Herr sah au» wie ein Mann, der keinen Widerspruch erträgt. „Rasend selbstherrlich!" warf die Gräfin dazwischen. Dann kam ein Herr, der gestern an der Tafel fehlte und den man lebhaft begrüßte und befragte. Er hatte eine Tour auf den Monte Sant' Angelo gemacht. „Gleich, gleich sollen Sie Alles wiffen- Ich muß erst alte Bekannte begrüßen, die ich soeben von meinem Fenster aus entdeckte, Präsident von Neegenhart au» S. und Tochter. Die Mutter habe ich einst gemalt, war die schönste Frau de» Landes. Sind wohl gestern angekommen?" -üM angebelet, damals war er ein schmächtiger, unreifer Jüngling gewesen, der seinem stattlichen, schönen Bruder wenig glich. Und mit diesem Bruder hatte sie sich dann verlobt. Das Alles flog ihr durch den Kopf, während er fich anklagte, ihr auch diese Freude zu stören. „Das thun Sie nicht. Bleiben Sie ruhig bei mir, Heinrich I Es ist so wonnevoll schön hier. Sehen Sie nur. Und — bitte, ängstigen Sie sich nicht, Heinrich, ich habe es überwunden. — Ich hörte gern von Erich. — Sie sollen mir erzählen. Es ist lange, lange, seit wir uns zuletzt sahen. Seit sechs Jahren weiß ich nichts von Ihnen und Erich." Der blonde Mann sah mit tiefem, fragendem Interesse die Sprecherin an. „Also immer noch Liebe zu dem Unwürdigen?" dachte er zornig. „Nein," antwortete sie, in seinem Blick lesend, „Liebe nicht, Heinrich; aber sehen Sie, — ich hörte gestern — er sei nicht glücklich geworden." „Hätte er das verdient?" fuhr der Bruder auf. „D, er geht im Leben nicht immer nach Verdienst und Würdigkeit. Sehen Sie nur meinen Vater! Lebenslang ist er dem Fürsten Alles gewesen, was ein treuer, tüchtiger Mann ihm fein konnte; — das Volk beschuldigt« ihn dafür, den Minister, es seinem Herrn mit dem Regieren allzu leicht zu machen, — und nun sehen Sie, wie der Fürst ihm dankt, weil man in Berlin mit meines Vaters Energie eben nicht zufrieden war." „Arme Paula! Sie leiden nun auch dadurch! Ich hörte schon zu Haus, wie verbittert Ihr Vater ist." „Er wird es nach und nach überwinden. Erzählen Sie mir von Erich, Heinrich!" „Ich würde es natürlicher finden, Sie haßten ihn, Paula! Sie gönnten ihm, was er sich bereitet. Seine Frau ist schön wie eine Teufelin. „Satanella" haben ihre Mitper.sionärinnen sie schon bei den Nonnen heimlich genannt. E-ne Teufelin ist sie durch und durch, putzsüchtig und kokett, roh, cynisch, keine Spur von innerer Vornehmheit! Aus der Votkshefe entsprossen, ist sie nichts al» das Product der Niedrigkeit. Schön aber und verführerisch und ihrer Macht über ihn sich bewußt; — o — ein ganz schlechtes Weib." „Der Unglückliche!" „Er hat den Lohn seine» Verrathr an Ihnen dahin." „Sie find hart gegen Ihren einzigen Bruder. Giebt es denn nicht die beste aller Entschuldigungen für ihn — die Liebe?" „Großer Gott, Paula! Liebe? — Aber gut, wenn Sie denn eine Entschuldigung gelten lassen wollen, so weiß ich eine! — Sagen Sie ehrlich, Paula, haben Sie Erich wirklich geliebt?" E» trat ein ganz eigener Ausdruck in fein Gesicht. Sie sah dies, aber sie konnte doch unmöglich denken, daß diese erregte Spannung ihrer Antwort galt. „Ob ich -?" „Paula — er klagte bitter über Ihre Kälte, Ihre immer gleiche, steife Zurückhaltung. Aber freilich, er klagte erst, als er der Schuldige geworden." „Er klagte? Und über meine Kälte?" Sie schlug die Hände zusammen in tiefstem Schrecken und wurde sehr blaß. „Liebten Sie Erich denn wirklich so sehr, Paula? O, sagen Sie er mir I Sie nannten mich damals Bruder. Paula — liebten Sie ihn denn?" „Aber Heinrich 1 Mit meiner ganzen Seele — mit allen Kräften I" j „Ach, — Paula, — und dabei immer so reservirt?" Sie sah ihn ganz verstört an. „Warum denn so? Warum?" drang er in sie. „Weil ich ihn gar so leidenschaftlich lieb hatte — und und ich mich schämte, ihm mein Herz zu zeigen!" „Also Verstellung, Paula? Zwang? Und er •— er wurde dadurch irre an Ihnen?" „Nein! Nein! Er ward nicht irre! Er vergaß mich nur über der Anderen, — die so teuflisch schön ist, sagen Sie." „Aber Sie hätten ihn gefesselt durch die Wahrheit. — O, Paula, warum zeigten Sie ihm ihre ganze Liebe nicht?" „Weil — weil meine Mutter mich von früh auf lehrte, daß eine Braut ihre Liebe wie ein köstliches Geheimniß hüten solle." Er seufzte schmerzlich, ungeduldig. „Warum lehrte diese edle Frau ihre Tochter nicht Natur, Wahrheit?" Aber das Alles waren Erwägungen und Erklärungen, die jetzt viel zu spät kamen. Warum nahm er sich nur ihre Antwort so zu Herzen? Er sah ganz krank aus und fuhr sich mehrfach mit der Hand wild durch das dunkle Haar. „Und wo lebt Erich jetzt?" fragte nach einer Weile Paula, deren Lippen noch immer vor Erregung bebten. Er fuhr auf aus seinem schmerzlichen Sinnen. „Ich weiß e« nicht- Unstät und flüchtig irrt er mit Weib und Kind umher. Wir schreiben uns längst nicht mehr — sind ganz zerfallen. Die Frau hat ihm sein Amt und seine gesellschaftliche Stellung von Anfang an gekostet; aber ich hörte erzählen, daß sie ihn selbst in jedem Hotel compro« mittirt durch ihre ungebändigte Leidenschaftlichkeit. An Verkehr mit Gebildeten ist kein Gedanke. Wäre das Kind nicht, er könnte fich von ihr trennen; aber das Kind liebt sie fanatisch — und er kann und will es ihr nicht überlassen." „Und Sie, Heinrich?" „Ich lebe so hin, Paula!" „Aber nicht glücklich, Heinrich? Und Sie wären so sehr der Mensch, der ein volles Glück verdiente!" Er nahm ergriffen ihre Hand und küßte dieselbe. Ach, sie sprach so harmlos von seinem Glück, — sie ahnte nicht einmal, daß sie allein es war, die ihm Glück geben konnte. Sie sprachen dann weiter noch Vieles; — es gab tausend vor sechs Jahren durch Erich schnöde zerrissene Fäden zwischen ihnen, — tausend gemeinsame Beziehungen, die ihnen mehr oder minder lieb und interessant waren. Und was früher schon zwischen ihnen sich entwickelt, eine große Uebereinstimmung des Denken» und Empfinden», da» knüpfte fich heute wieder an und sie wurden fich dieser Sympathie von neuem freudig bewußt. Ach, sie war seit der Mutter Tode so grenzenlos einsam gewesen. Wie zu einem heimgekehrten geliebten Bruder konnte sie zu Heinrich Tornegg von Allem sprechen, was sie bewegte und ihr Herz that sich weit auf und strömte seinen ganzen Reichthum au» — bekannte das tiefe, schmerzvolle Entbehren. „Denn," sagte sie auch jetzt in ihrer einfachen Weise, „mein Herz ist damals gestorben, Heinrich; — sechs Jahre trage ich es nun so tobt in der Brust und nie — nie hat sich darin wieder ein Fünkchen Leben offenbart. Ich bin oft so traurig darüber, — aber das Lieben und das Leben läßt sich das Herz nicht abzwingen. Der Schlag traf mich zu hart." Sie gingen zusammen heim; — er, mitten in der Freude, sie zu sehen, neben ihr zu sein, sie sprechen zu hören, immer den bitteren Schmerz empfindend, daß sie so schwesterlich zu ihm war und daß sie sich jetzt — jetzt schon wieder trennen mußten. Denn bereit» hatten sie die Villa Coticelli erreicht und Heinrich Tornegg wollte sich dem Blick de» Prästventen entziehen. Paulas Dankbarkeit dafür war sein schmerzvoller Lohn. In der Morgenfrühe des nächsten Tages fuhren sie schon auf dem Wege nach Gragnano dem Gebirge zu. Ja der Pension hatte noch Alles im tiefen Schlafe gelegen. Durch Herrn Schwarze war für zwei dieser kleinen, einspännigen Wagen gesorgt, die außer für den Kutscher nur für zwei Menschen Raum bieten. In dem ersten saß der Präsident allein, — er mußte ja Alleinsein haben. In dem zweiten Wagen befand sich Herr Schwarze neben dem gnädigen Fräulein. „Seien Sie ohne Sorge, Gnädige; ich ordne Ihnen &0 Mac«»«: A. «chehd«. — lstcht das Wiethe« dort/ halt« »r. ihre« bangenBlickbe. aeanend, getröstet. Vater und Tochter empfanden dankbar die gute Absicht und nahmen gern die Begleitung de« liebenr- würdigen Landsmannes^ an^(Fortsetzung folgt.) Wie lebten die UeberhundertjLhrigen Leute? Bon Dr. Otto Gotthilf. *on . — (Nachdruck »erboten.) snügen, wobei er die Polonaise eröffnete. Professor vr Büchner bat auf feine briefliche Anfrage an den Amtevorsteher in Rehorst ein amtlicher Schreiben am 13. März 1891 erhalten mit der Mittheilung, daß Dohse noch am Leben fet Diese Beispiele von Ueberhundertjährigen könnten noch bedeutend vermehrt werden, aber wir wollen nur diese wohlverbürgten, ärztlich beglaubigten Fälle in Betracht ziehen. War nun die Lebensweise all dieser alten Leute eine gleich- Eine? — Nein! — Waren sie schon von Kindheit an in besonder« guten V-rhältnisien, so daß sie ihren Körper schonen und pflegen konnten? — Keineswegs! Sondern die Wersten haben sich recht schwer durch'» Leben ringen müsien! - Auch wird von keinem derselben gemeldet, daß er von besonders kräftiger Constitution war. - Wir erkennen also «ar und deutlich, daß die Kunst der Lebensverlängerung nicht in besonderen, diesem Zweck dienenden Mitteln oder Veranstaltungen, ! oder gar in sog Spec.ficis zu suchen ist, sondern in Beobachtung der naturgemäßen Regeln, welche langjährige Erfahrung, sowie Wisienschast und Vernunft, diese höchsten Güter de» Menschengeiste« sestgestellt haben. Auch gibt eine starke Constitution keineswegs besonders Aussicht auf lange Lebensdauer; denn e, wäre auch traurig, wenn Jedem schon bei der Geburt die Zahl seiner Lebensjahre auf die Stirn geschrieben stände! E» kann vielmehr ein Mensch mit einer schwachen oder schwächlichen Constitution, der dieselbe zu schonen versieht, länger leben, al» ein solcher mit einer sehr starken Constitution, der da» Gegentheil thut. Ja, e» kann eine kräftige Constitution schon an und Dr sich nachtheilig werden, wenn ihr Besitzer dadurch zum Leichtsinn verführt wird und glaubt, auf seine „gute Natur hin nach Belreben sündigen oder sich alles erlauben zu dürfen. Auch lehrt die Erfahrung, daß ost sog. „schwache Naturen eine weit größere Widerstandsfähigkeit gegen Krankheit und sonstige Schädlichkeiten an den Tag legen al« starke. Namentlich ailt die» für die Kinderwelt, bei welcher angeborene Schwächlichkeit durchaus nicht immer als ein schlechte« Zeichen für die Zukunft angesehen werden darf. Gesundheit und Körperkrast sind eben ein Kapital, welche« um so länger vorhält, je hau«- bäuerischer damit umgegangen wird, «ährend Verschwendung sich nicht nur am Geldbeutel, sondern auch °n der Leben«- bauet rächt. Wer in allen Dingen da« rechte Maß hält, kann Alle» erreichen, was dem Menschen überhaupt möglich ist, ohne sein Leben muthwillig zu verkürzen. Literarisches. Die Statistik der Lieb«. ES ist nachgewiesen, daß von Weihnachten bis Aschermittwoch mehr Verlobungen und Eheschlre^ngen stattfinden, alS sonst im ganzen Jahre. Den Bedürfnissen dieser Saison entsprechend, bringt die Mode" 'N ihrem eben erschienenen Leit Nr. 9 eine gediegene Brautausstattung, bestehend aus eleganter practfich r Wätche und zahlreichen Kleidern für alle Gelegenheiten. DaS Heft enthält außerdem kleidsame, englische Toiletten, originelle Ball- und Soirse-Roben, bei denen besonders neue elegante Taillenformen auffallen, zusammen mit der Gratisbeilage „Wiener Kender-Mode über 140 musterhafte Garderobestücke und Handarbeiten. In dem Schaufenster unserer Buch- und Kunsthand- lunaen ist seit einiger Zeit ein interessantes Blatt m buntem Holz- chnitt zu sehen: Kaiser Wilhelm II. in der prächtigen Galauniform eines ungarischen Generals der Cavallerie darstellend, das der wunschnümmer von Land «Nd »«<«' -»r wahren Z'--d „„eicht. Wie au» einem Beigefügten Vermerk zu ersehen, soll da» Qriainalbild, ein Oelgemälde von Adolf Wald, im Werthe von SOO^Mark in eigens cvmpvnirtem Rahmen im Werthe von weiteren 100 Mark' zum Preise eines ganz originellen Wettbewerbes unter den Abonnenten dieses Blattes gemacht werden. Redaetion und Ver a«, £ klären, daß es als Ehrengabe demiemgen zufallen wird, derde be te Lösung von vier Preisfragen erbringt, die m origineller Weise »um Gegenstand haben: 1. eine knappe Anleitung, den Blumentisch das I ganze Jahr hindurch mit geringem Aufwande alS dauernden Zimmer schmuck zu erhaltens 2. einen Wahlspruch für „Ueber Land und W° in gebundener Form; 3. ein geistvolles noch mcht veröffentlichtes Rätsel, und 4. ein neues, noch nicht veröffentlichtes Gesellschaftsspiel. Di Bedingungen zum Bewerben um daS Oelgemälde werden m Nr. 19 von „Ueber Land und Meer» bekannt gegeben; auch ertheil dessen Redact on in Stuttgart bereitwillig nähere Auskunft. Dem Verlauf dieses Wett Bewerbes, der am 1. Juni d. I. zur Entscheidung kommen wird, darf I man mit Spannung entgegensehen. Besonder« merkwürdig auch durch feine sonstige Berühmt- beit ist der am 9. April 1889 in Paris in entern Alter von 102 Jahren, 7 Monaten und 9 Tagen verstorbene ausge- I widmete französische Chemiker Chevreul. Ueber die Lebensweise dieses berühmten Mokrobioten berichteten damals die Zeitungen folgendes: Er pflegt um 5 Uhr Morgens aufzu- wachem ißt gleich darauf eine warme Suppe, liest die Zsitung im Bette empfängt einige Besuche, nimmt um 11 Uhr ein wesies kräftige« Frühstück: Suppe, Fletsch . Milchkaffee mi Butterbrod zu sich, verdaut behaglich, steht um 1 uyr aus Ueidet sich an und ist um 2 Uhr zur Ausfahrt bereU. Sein treuer Kutscher Josef fährt ihn manchmal nach b«»i W Monceou und, wenn da« Wetter e« erlaubt bi« nach dem Marrfelde spazieren, wo der alte Herr an dem „achten Wel wunder« dem Eifelthurme seine Freude hat. UmSUhrist ,r wieder zu Hause, trinkt eine Taffe Milch,. sucht fein Bett auf, diniert um 7 Uhr mit gesundem Appetit, trinkt aber iiemtr Wasser und verfällt dann in einen tiefen Dchlas. «r-nn ihn de» Morgen» sein Gehilfe im Museum, Herr Arnaud?fragt, ob er eine gute Nacht ilehabt habe , envtdert | Herr Chevreul regelmäßig, er habe niemals schlecht geschl fen. * Weit älter al« Chevreul wurde die älteste Frau von Wien die am 20. Februar 1889 in einem Alter von HÖ Jahren in Wien verstorbene Magdalena Ponza. Ihre Mutter hatte sie schon verloren, al« sie kaum ein halbe» c»abr zählte: da eine Stiefmutter in» Hau» kam, »erlebte sie chre Jugend recht bittet. Sie heirathete einen Weber und bekam sieben Kmder. Al« sie Wittwe wurde, btadjte Re sich „nd ihre zahlreiche Familie durch Hausieren mit Obst und Gemüse kümmerlich durch, bi» ihre jüngste Tochter sich ver- K,6,auVlio^W«e^w«, st- .um b-r Leiden wegen, die da« hohe Alter mit sich bringt, sondern weil sie verunglückt war. Sie war übe;- die Trepp-- gestürzt und mußte zu Bett gebracht werden. In 14 -Lagen war sie vollständig kuriert. Seither war sie wiederrüstigund gesund, sogar gesprächig und bei bestem Appetit. Noch in den letzten Tagen ihre« Leben« zeigte sie entsprechende Rüstig leit und G-isteSsrische. In kaum 48 Stunden vollzog sich der Körperversall, und der Eintritt de« Tode« erfolgte sanft unb X wie”1?« scheint, noch lebender Makrobiot ist der alte Vater Dohse in Rehorst bei Reinfeld in Holstein.welcher, wie die Zeitungen berichteten, am 15. Februar 1890 seinen 107. Geburtstag gefeiert. Anfang« betrieb er die Landwirt bschast, nachher erlernte er die Kunst eine« HeildienerS und wurde dann dänischer Husar, al« welcher er: 1812 den oUQ »och Rußland mitmochte. In diesem Feldzuge, sowie Wäter in der Schlackt bei Leipzig wurde er schwer verwundet, worauf er fernen Abschied nahm. Zur Heimathzuiückgekehrt, verheiratheie er sich und hatte mit ferner 8"" 15 Kmder. Mrt 103 Jahren reiste er nach Berlin, um den Kaffer zu sehen und zu sprechen; e« wurde ihm auch eine Audienz, be- williat. Im Lause der Zeit ist er zwar etwa« schwerhörig und llrumm geworden, erfreut sich aber trotzdem im Ganzen einer auffallend körperlichen Frifche und wandert noch alle 14 Tage, wenn da« Wetter e« gestattet, ganz allein nach dem anderthalb Stunden von seinem Wohnorte entfernten Solchen Reinfeld. An seinem 106. Geburtstage veran- stalteten einige Freunde ihm zu Ehren ein kleine» Tanzver- Bruck und V«k«g der Brühl'schen Uni»erfikStS°D«ch> und Steindruckmi (Pi-tfch Ä bch.Yda) in G'-ßM, G- Wär darauf fd über die, zücken Üb- Dis Blätter h einem lei< erfüllt vc und die! Weges in Blüthen. von den der Veget und Clet bildeten, Wald, V Dörfer ui großartig Es i Dte und messt au«; — sicher Und strebten ni — Frau weißen S Wolle kü Haar, — und da e feuriges i Alle waren bei und Lam; die Freud Hint