rren Bowiemesser i mit der treuen ;ner vorgehen zu Zittern durchflog Löwe neben dem auf den Boden fand zu meiner Wunden, die er an der rechten fchlug. Schnell oolvers ab, um ückzurufen, und Seide auch bald auf, ihnen lange machen, sondern i zurückzubringen, htopf zu nehmen, lchen, zu welchem > Talent gezeigt te Charles denn ; bis zum Rande außerdem brachte ;r mit, die der ieren Saft nach e Verwundungen fein sollte. sorgfältig aus, brachten Kräuter erband dann die Verwundete auf« itt an der Stelle, glücklicher Weise undenen Pferden Ich Redboy schon gen Körperconsii« Iräutersafte- Da teigen vermochte, achen wir, lang« Achtung nach der g des Bakalahary unseres jüngsten i Sattel meiner ! ich wohl kaum mser kleiner Zug f der erwähnten ahme fanden und ltig pflegte, daß zestellt war. spielt die Uhr im i selten hängt das . Am schärfsten zu reckt sich diese große Jebiet. Eine inter- eine Skizze in der A. O. Klaußmann, ebenso sachkundiger nosität halber mag irecher die Gewohn- rbruch verüben, die in criminalistischen t, weshalb die Ein- 'N von Verbrechern Gebrauch ergeben t Anspannung aller ird durch das Ticken um desto besser aus mken die Einbrecher Gang zu bringen, ;es Moment, indem >eftimmen kann, an Iba) in Gießen. 1896. ümMMMek ICKCIkT ?.v Untcchaltungsblatt zum Gießener Anzeiger lWenerai-Anzeiger) Die Töchter des Popen. Roman von Marguerite Poradowska. Deutsch von M. Pillet (Fortsetzung.) Aber Thymoftäu« war doch sehr in Verlegenheit, wie er einen derartig beschaffenen Bräutigam unter seinem Dache empfangen sollte. Er hatte nicht daran gedacht, daß nichts weniger polnisch oder patriotisch war als die Bilder, welche die Wände des Pfarrhauses schmückten. Da hingen zuerst, in vergoldete Holzleisten gefaßt, die grobcolorirten Porträts der russtschen Czaren mit folgenden Unterschriften: Nicolaus I., der Unvergeßliche; Paul L, unser Vater und Wohlthäter; Alexander II., unser gnädiger Herr« scher und Vater der Kirche. Ferner gab es brennende Lampen vor Heiligenbildern, die einen durchaus chismatischen Ursprung hatten. „Das muß Alles geändert werden," sagte bet Priester bestürzt, „und doch können wir die Wände nicht ganz kahl lassen." „Beruhige Dich," antwortete Diotyma, „ich werde es schon machen." Und am anderen Tage war sie zu früher Stunde nach Stry gefahren und hatte eine ganze, geheimnißvolle Ladung mit heimgebracht. Als Thymoftäus einige Stunden später von seinen Amts- gängen zurückkehrte, war er sehr überrascht, an den weiß« getünchten Wänden eine Reihe von Bildern glänzen zu sehen: Zuerst eine herrliche Chromolitographie des heiligen Vaters und dann alle die Lteblingshelden Polens, Stephan Batory, die Huldigung seiner russtschen Vasallen entgegennehmend, Johann Sobteski, der Wien vor dem Einfall der Türken rettete, Ponjatowskis Tod in der Elster, Kosciurzko an der Spitze der Bauern und die schöne Königin Wanda, wie ste stch in die Weichsel stürzt. „Aber wo stnd denn die anderen geblieben?" fragte der Geistliche ganz befriedigt. „Die habe ich auf dem Futterboden versteckt," antwortete Diotyma ruhig. „Aber nimm Dich in Acht, sie nicht zu beschädigen, weil . . ." „Du fürchtest die Bemerkungen Deiner andereniFceunde," flüsterte sie, denn sie kannte die geheimen Beziehungen ihrer Mannes zu der entgegengesetzten Partei. Er runzelte die Stirn. „Pst, Frau, kein Wort davon! Kümmere Dich um Deine Sachen. Habe ich mein Schifflein nicht bis jetzt klug gelenkt? Es handelt sich nur darum, geschickt zu laviren. Uebrigens kennst Du mich; ich bin ebenso wenig Pole wie Ruthene, Ruffs oder Deutscher; ich habe immer gefunden, daß es hinderlich ist, ein guter Patriot zu fein; aber man muß den unschuldigen Manieren der Leuts schmeicheln. Ich wünsche ja nichts weiter, als einige kleine Vortheile in meiner Carriöre zu erreichen und besonders dis ganze Mädchenschaar, dis uns das Haus füllt, oortheilhaft unterzubringen." „Ich weiß, aber um Himmels willen Vorsicht!" Bei dem ersten Besuchs des jungen Thierarzte» im Pfarrhause hatte ihn der unerwartete Anblick der polnischen Nationalhelden an der Wand zu Thränen gerührt. Eine solche Entfaltung von Patriotismus war er bei einem griechisch- unirten Priester nicht gewöhnt. Daher hatte er sich auch mit dankbarer Begeisterung in die Arme seins» künftigen Schwiegervater» gestürzt und mit seiner mächtigen Stimme, die ihre Wirkung niemals verfehlte, gerufen: „Ach, ich wußte es wohl, daß Sie ganz der Unsere sind." Vincenz Rayski wählte die Sonntagsnachmittage, um seiner schönen Braut den Hof zu machen. Nach dem gemüth- lichen Spaziergangs durch den Garten wurde das Abendessen im Familienkreise des Pfarrhauses eingenommen. Dann war bis braune Wachsleinwand mit Torten, Baben und Kuchen jeglicher Form bedeckt und die Flaschen mit Msth und gewürztem Branntwein kreisten ungehindert um den Tisch. An einem Herbstabend, als Vincenz vielleicht ein bischen zu viel des Guten an diesen berauschenden Getränken gethan hatte, erhob er sich plötzlich, schlug mit der Faust dröhnend auf den Tisch, daß alles Geschirr zitterte und schrie: „Mir ist heute versichert worden, daß gewisse Priester aus unserem Bezirk geheime Mitglieder der orthodoxen Geistlichkeit in der Bukowina unter ihrem Dache aufnehmen und es sich zur Aufgabe machen, unsere Gegend für das Schisma zu gewinnen. Donnerwetter! Wenn das wäre, den Leuten sollte es schlecht gehen; ich würde ihnen alle Knochen im Leibe zerschlagen und sie am ersten Baum am Wege aushängen!" Bei diesen Worten hatte die Popadia erschreckt um sich geblickt, während Thymoftäus ein dringendes Geschäft in der Gemeinde vorschützte und sich vorsichtig au« dem Staube machte. Als er eine Stunde später wieder in das Zimmer trat, fand er die ganze Familie um seinen künftigen Schwiegersohn versammelt, aus vollem Halse revolutionäre Lieder singend, die Sofronya auf der Guitarre begleitete. „Vorwärts, vorwärts! Laßt uns unsere Sensen schärfen, Sie werden uns wohl genügen Gegen die schismatischen Säbel." Geschmeidig und salbungsvoll trat der Pope hinzu, schloß sich mit etwas erzwungenen, Lächeln dem Gesänge an und wetteiferte an Energie und Kraft mit dem überzeugungsvollen Nachdruck des Thierarztes. VIII. Es schneite an einem Novembersonntage. Auf dem reinen Weiß der Straßen bildeten die kleinen, niedrigen Bauern» schlitten bewegliche schwarze Flecke, auf denen die weißen und rothen gestickten Pelze wie bunte Punkte erschienen. Alle diese schnellen Gefährte strebten dem kleinen Kirchthurm von Dolina zu, der mit dem vollstimmigen Geläute seiner Glocken zum Allerheiligenfeste rief. Ein Mann in hohen Stiefeln, die Mütze in die Stirn gedrückt und in einen dicken Pelz von schwarzem Schaffell gewickelt, klomm mühsam den glatten Abhang hinan. Als er vor der Kirche angekommen war, beschleunigte er seine Schritte, drückte sich durch die Menge und blieb dann in dem dunkelsten Winkel der kleinen Capelle stehen. In diesem Augenblick erschien Diolyma mit ihren Töch» lern in ihrer gewohnten geräuschvollen Weise. Mit gesuchter Frömmigkeit warf sie sich zuerst auf den Boden nieder, so daß ihre Stirn die Erde berührte, bekreuzigte sich zahllose Male von links nach rechts und nahm dann in ihrem Chorstuhle Platz. Die Messe begann. Binia war etwas weiter zurück mit gefalteten Händen und traumverlorenen Augen stehen geblieben; sie war in ein stummes Gebet versunken, zu dem der schlichte Gesang der Gemeinde die Begleitung abgab. Warum fanden ihre Lippen nicht die bekannten Worte des Liede»? Warum schlug ihr Herz so heftig; warum be» harrte ihre Seele in dieser seltsamen Entzückung, wie gebannt von der unerklärlichen Ahnung eines kommenden großen Glücks ? Welche Freude, welches Wunder erwartete sie? Drei Jahre waren es her, daß sie Janek nicht mehr gesehen hatte, drei volle Jahre auch, seit sie versprochen hatte, nicht mehr an ihn zu denken, und trotz der Drohungen und Zornausbrüche ihres Vaters tönte in ihrem Innern eine jubelnde Stimme, die mit triumphirender Gewißheit von seiner baldigen Rückkehr sprach. O, ihn wiederzusehen, sei e» auch nur von weitem, zwar getrennt von ihm zu leben, aber doch von Zeit zu Zeit einen Blick, wenn schon kein Wort mit ihm zu wechseln, da« war Alles, was fie zu hoffen wagte, Alles, was ihr demüthiges Herz begehrte. Ihre Mutter hatte stch plötzlich umgedreht. „Aber Binia, Du fingst ja nicht mit, ich höre Deine Stimme gar nicht." Ein Schauder überlief ihren ganzen Körper. Sie er» wachte beschämt und mit brennenden Wangen au« ihrem tiefen Traum. Al» fie nun den Kopf hob und versuchte, ihre Gedanken auf die Worte de« angefangenen Liedes zu lenken, empfand fie plötzlich wie einen gewaltigen Stoß gerade in'» Herz hinein. Zwischen den gleichgiltigen Bauerngesichtern, welche von langen, mit ranziger Butter eingefetteten Haaren umgeben waren, schauten sie zwei feurige Augen aus dem Halbdunkel an. Sie schloß die Lider, wurde bleich wie der Tod und sank zitternd und fieberglühend auf die Kniee. Al» der Schlußgesang die Wölbung der kleinen Kirche mit betäubendem Schall erfüllte, sand sie endlich Kraft, sich zu erheben und sich halb bewußtlos umzusehsn. Dann glitt ein trauriges Lächeln über ihre weißen Lippen, während Janek, der Heißersehnte, sie mit Augen betrachtete, die von unendlicher Freude strahlten. Der Gesang schwieg plötzlich, die Bauern drängten sich in dem Portal; eine dichte Rauchwolke stieg von den aus» gelöschten Kerzen auf und verbarg einen Augenblick die beiden Menschenkinder vor einander, die stch eben erst wiedergefunden hatten. Als stch der Dunst vertheilt hatte, suchte Janek ver» gebens nach dem verklärten Gesicht seiner kleinen Freundin. Binia befand stch schon mit ihrer Mutter auf dem Wege zum Pfarrhause und er sah nur, wie ihre zierliche Figur sich auf der weißen, schneebedeckten Straße anmuthig abhob.. Während der folgenden Woche fanden die jungen Leute keine Gelegenheit zur Annäherung; sie blieb im Pfarrhause, mit niedrigen häuslichen Arbeiten beschäftigt, und er hatte sein Amt als Förster wieder angetreten. Am nächsten Sonntage fühlte Binia, als sie mit gesenkten Augen und klopfendem Herzen in die Kirchs trat, von neuem durch dis Menschenmenge hindurch jenen geheimnißvollen Anruf der Seele und wieder sah sie den gespannten flammenden Blick auf sich gerichtet, der sie die ganze Woche hindurch so köstlich in ihren Gedanken begleitet hatte. So verging der Winter. Ihre reinen Seelen schmolzen unbewußt zu stummem Einverständniß zusammen und sie gaben sich willig der süßen Freude hin, sich zu sehen und wieder zu sehen, ohne etwas Anderes zu hoffen und zu wünschen. Hans freilich dachte oft an die kommende fchöne Jahreszeit und die damit natürlich verbundenen Streifereien durch Wald und Feld, und daß sich dann ein Plauderstündchen ermöglichen lassen würde. Der Schnee auf den Hügeln schmolz endlich unter den ersten Strahlen der Frühlingssonne; die blendend weiße Decke, die der Winter über die Flur gebreitet hatte, verwandelte stch in schwärzlichen Schlamm, in dem sich die Schlitten mühsam vorwärts quälten. Eines Sonntags wurde Han» in der Kirche durch die ungewohnte Anwesenheit eines großen, schönen, jungen Manner beunruhigt, der sehr aufmerksam um die Popadia und ihre Töchter bemüht war und den er sogleich als den Thierarzt Bircenz Rayrki erkannte. Auf dem Nachhausewege begleitete Han» der Verwalter vom Schlosse, ein stämmiger, kleiner, schwatzhafter Mensch. „Nun, haben Sie gesehen?" sragte er mit geheimniß- voller Miene. „Was denn?" entgegnete Hans, sich hoch aufrichtend, von Eifersucht geplagt. „Nun, Vincenz Rayski, der Verlobte, wie es scheint. Wissen Sie noch nicht, daß der Pope seine Tochter ver- heirathet?" Er antwortete, daß er nicht» wüßte; übrigens sähe er so wenig von den Menschen, er verbrächte seine Zeit im Walde und käme niemals in die Stadt. Aber während er sprach, wurde er ihm dunkel vor den Augen und eine furchtbare Angst schnürte ihm das Herz zusammen. „Die Hochzeit wird diesen Sommer sein . . " „Diesen Sommer? ' „Es ist ein allerliebstes Geschöpf," fuhr der Verwalter fort, „und gut erzogen I Sie spricht französisch, spielt Guitarre und sogar etwas Flügel; ein bedeutendes Mädchen!" „Sie sprechen wohl von der Aeltesten?" ries Hans, dem eine Riesenlast vom Herzen fiel. „Von wem denn sonst? Doch stcher nicht von den fünf Anderen, den häßlichen, kleinen, schwarzen Dingern, die unvermeidlich dazu bestimmt sind, irgend eines Dorfpopen Freude zu werden. Nein, nein, ich spreche von Sofronya, der blonden, reizenden kleinen Sofronya. Ach, der Thierarzt wird viel beneidet! Was ist es aber auch für ein herrliches Mädchen, was für Farben, was für Augen!" Der begeisterte Verwalter hätte noch lange so rede« können; Hans hörte schon lange nicht mehr auf ihn. Die verächtliche Art, wie Jener den Rest der kleinen Popadias in einen Topf warf, hatte ihn augenscheinlich geärgert, denn er lüftete seine Pelzmütze, wandte seinem Begleiter den Rücken und ging mit finsterer Miene davon. IX. Es war schon spät am Abend. Nach und nach hatten sich die Dienstboten des Hauses zurückgezogen und tiefes Schweigen lag über dem Pfarrhofs. Der Pope, der noch wach war, erhob sich endlich von seinem Stuhl, machte die Thür der Küche ein wenig auf und überzeugte sich, daß die Mägde, halb angekleidet und in ihre groben, haarigen Wolldecken gewickelt, auf den gemauerten Stufen des Ofens schliefen. In dem Zimmer der jungen Popadias war das Schreien und fröhliche Lachen, welches das Zubettgehen zu begleiten pflegte, längst verstummt. Mit leisen Schritten begab sich der Pops in die Schlafstube, wo Dioiyma mit hochgehobenen Armen dabei war, ihre Haare zu wickeln. „Frau, ich habe Dir eine ernste Mittheilung zu machen." Sie erblaßte ein wenig. „Ach, mein Gott, was ist denn nun wieder los? Ich zittere immer, wenn Du diese tragische Miene aussetzest I" „Es ist nichts Tragisches an dem, was ich Dir sagen will, mein Herzchen; es handelt sich um eine unserer Töchter, um Binia, und ich möchte deshalb mit Dir berathen. Aber vor allen Dingen antworte mir offen: Glaubst Du, daß Vincenz Rayski gar keinen Argwohn mehr hat?" Die Popadia warf einen mißtrauischen Blick auf ihren Gatten. „Was meinst Du? Argwohn wegen Deiner schismatifchen Beziehungen?" „Ja." „Der ist sicher keiner Verstellung fähig und wenn er etwas auf dem Herzen hätte, würde er es Dir schon längst gesagt haben. Aber was machst Du wieder für Anschläge, ThymoftäuS, Du wirst mich noch tödten." „Nun," stotterte der Pope, „aus Czernowitz wird mir für morgen die Ankunft ..." Er hielt inne und horchte an der Thür zu dem Zimmer seiner Töchter- „Sie schlafen hoffentlich gut," flüsterte er. „Für morgen wird mir die Ankunft eines jungen Seminaristen gemeldet, Harasim Piesek; Du hast ihn, glaube ich, vorigen Herbst gesehen. Man schreibt mir, dem jungen Manne stehe eine große Zukunft bevor. Es liegt ihm daran, in eine Familie zu heirathen, die seine Meinungen theilt und er scheint ganz geneigt, unsere Binia zu nehmen. Ich war ohne Dein Wissen seit längerer Zeit mit dem Pfarrer Gurktewicz in Unterhandlungen, aber eben wegen der Ansichten des jungen Mannes zögerte ich." „Welche Ansichten?" fragte die Popadia noch immer unruhig. „Nun, seine sehr bestimmte Hinneigung zur Orthodoxie. Er ist ein Anhänger der Vereinigung der griechischen mit der unirten Kirche und predigt den Abfall von Rom. Kurz, gerade das Gsgevtheil von Rayrki und das eben quält mich. Wenn die Beiden zusammen kämen, würde es unfehlbar Streit geben, ja Schlimmeres! Da habe ich gedacht . . ." „Was ist da zu bedenken?" sagte seine Frau aufgeregt. „Du mußt diese Heirath aufgeben, hörst Du, wenn Du nicht Sofronya« Unglück willst." „Mag er doch warten, dieser Piesek. Wenn die Hochzeit vorüber ist, können wir sehen . . „Warten I .... Du bist einzig 1 Glaubst Du, daß ein reicher, entschlossener Mensch wie er warten wird? Er würde ja gleich zehn, zwanzig Predigerfamilien finden, die nur zu glücklich wären, mit ihm in Verbindung zu treten. Bedenke, er hat irgendwo ein Gut, das über zehntausend Gulden werth ist, und nimmt unsere Binia ohne jede Mitgift! Wo willst Du in unseren Kreisen einen derartigen Schwiegersohn finden? Von Rayrki natürlich nicht zu sprechen!" „Ja freilich," stotterte Diotyma halb überzeugt, „aber wie sollen wir das machen?" „Nun, ganz einfach. Man muß es nur geschickt anfangen, es fo elnrichten, daß die beiden Candidaten sich nicht begegne«. Vincenz kommt immer Sonntags; da könnten wir für Piesek den Mittwoch bestimmen. Da dies Markttag,ist, find wir ganz sicher vor dem Thierarzt, der an diesem Tage mit Arbeit überhäuft ist." „Bist Du denn aber sicher, daß Binia ihm gefallen wird?" „O, davon bin ich überzeugt. Er ist ein kalter, gesetzter Mensch, den der ernsthafte Character der Kleinen ansprechen wird; übrigens ist sie seit einigen Monaten sehr viel hübscher geworden, sie wird stärker und ihre Figur entwickelt sich." „Wir werden sehr vorsichtig sein müssen," murmelte Diotyma, welche von ihrer ersten Idee noch immer nicht lassen konnte. „Ja, und gerade auf Dich rechne ich dabei, mein Fischchen," sagte der Pope lachend, denn er war froh, zu sehen, wie seine Frau nun auf seine Pläne einging. „Du bist ja schlau, liebe Diotyma, da kann ich sehr ruhig sein." „Ja, bis Du durch irgend eine Ungeschicklichkeit Alle» verdirbst. Und dann, was wird dann werden?" „Nein, sieh' nur nicht Alles schwarz. Es wird uns gelingen, glaube mir, nur wer wagt, gewinnt." „Es ist einerlei," sprach die Popadia, als sie in ihr schmales, kleines Bett schlüpfte, „heute ist mir die ganze Nacht dadurch verdorben." Am anderen Morgen, als sie kaum angezogen waren, riefen der Pope und seine Frau ihre beiden Nettesten in ihre Stube. Sie kamen sofort blaß, mit rothen Augen und zerzausten Haaren herbei. „Was bedeuten denn diese Gesichter?" rief der Pope aus. „Wir haben Euch eine angenehme Mittheilung zu machen." „O, das ist nicht nöthig," sagte Sofronya dreist, mit glühenden Wangen, „wir haben Alle» gehört gestern Abend." „Alles gehört! Was heißt das?" „Nun ja, durch's Schlüsselloch, übrigens habt Ihr auch laut genug gesprochen. Ach, Papa, Du wirst uns schön in Verlegenheit bringen! Willst Du denn durchaus meine Heirath unmöglich machen?" „Gerade im Gegentheil, anstatt einer Hochzeit giebt es zwei, Du hast mich nur falsch verstanden." „Nein, ich verstehe sehr gut und kenne Vincenz Character. Du wirst sehen, das nimmt ein schlechtes Ende." Sie warf sich schluchzend in die Arme ihrer Mutter. „Beruhige Dich, meine geliebte Fronya," flüsterte die Popadia, ihre Netteste liebkosend. „Du mußt nicht Deiner Schwester aus Eigensinn eine vortheilhafte Partie verderben. Sei nur still; es wird Alles auf'» Beste eingerichtet. Wenn Binias Bewerber kommt, werden wir ihm Vorsicht anempfehlen und ich verspreche Dir, daß ihre Verlobung erst nach Deiner Hochzeit veröffentlicht werden soll. Dann wird man freier und unbehinderter handeln können." „Ihr werdet also zugeben, daß meine Schwester zur orthodoxen Kirche übergeht?" fragte Sofronya verächtlich. Seit ihrer Verlobung theilte und vertheidtgte sie die Ansichten ihres Bräutigams mit Nachdruck. „Meine Tochter," sagte die Popadia und erhob sich mit Würde, „ich sage dasselbe wie Dein Vater. Wir sind nicht reich genug, um uns den Luxus, gute Patrioten zu sein, ge- statten zu können. Nun quäle Dich nicht weiter, mein Täubchen, Du verdirbst Dir Deine schönen Augen mit Weinen. Wir werden ihn so umstricken, den guten Thierarzt, daß er nicht aus noch ein kann. Wir wollen ja doch nur Dein Glück, nicht wahr?" Sofronya war aus den Armen ihrer Mutter in die ihres Vaters gesunken, der sie auch zu beruhigen suchte. „Und übrigens," sagte er mit schlauem Lächeln, „werden wir die Hochzeit beschleunigen, kleine Sofronya; heute in drei Monaten muß Alle» vorüber sein." (Fortsetzung folgt.) - Z0s K-M-inniitziges. Ci« gutes Mittel, um Feuer zu beleben. Ein vorzügliches Mittel, um das im Ausgehen begriffene Feuer sofort wieder zu beleben und die nur noch schwach glimmenden Kohlen in Helle Gluth zu bringen, ist Kolophonium und jede Hausfrau sollte von diesem leicht aufzubewahrenden, äußerst wohlfeilen Stoffe einen Vorrath halten. Ein kleines Stückchen reicht hin, um die verglimmenden Kohlen in Gluth zu versetzen, da das Kolophonium schmilzt und stch über das glimmende Feuerungsmaterial ergießt, wodurch Flammen und Hitze in kürzester Zeit zunehmen. ♦ ♦ O Kitt zum Verbinden von Messing mit Glas oder Porzellan erhält man, wenn man zwei Theile Hausenblase in der achtfachen Menge Waffer erweicht, dann das Wasser abgießt und die Hausenblase durch acht Theile 96-proeentigen Alkohols (im Wafferbade) und die Lösung durch Leinwand filtrirt. In einem zweiten Gefäße löst man einen Theil Mastix in sechs Theilen Alkohol, setzt einen halben Theil Chlorammonium hinzu und bringt beide Lösungen in warmem Zustande zusammen. Beim Verkitten werden Porzellan und Metall leicht angewärmt, ebenso der Kitt, um ihn dünnflüssig zu machen. Das Trocknen des Kittes erfordert einen halben Tag. Der Kitt ist unzerstörlich und wird mit der Zeit immer haltbarer. Da der Kitt durch Verdunsten de« Alkohols allmälig dickflüssig wird, setzt man zuweilen frischen Alkohol zu. ♦ * Cigarrerrasche entfernt aus polirten Möbeln die weißen Flecke, welche dadurch entstanden sind, daß heiße Gefäße darauf gesetzt wurden, oder daß irgend welche Flüssigkeit auf der polirten Fläche gestanden hat. ♦ * s Schuhwerk, welches mit Schimmel behaftet ist, befreit man von der lästigen Pilzensammlung, indem man es mit verdünntem Carbolwasser abreibt. ♦ » ♦ Zunge Möhrchen ä la mßnagSre. (Französisches Recept.) Die Möhrchen werden geschabt, in Scheibchen geschnitten und in eine Casserole gelegt. Dann gießt man einige Glas Weißwein und einige Lassen aufgelösten Liebigs Fleischextract hinzu, fügt Salz, Pfeffer, Muskat, Zwiebel und die üblichen Küchenkräuter bei und läßt die Möhrchen gar kochen. Aus der eingekochten Brühe nimmt man später Kräuter und Zwiebel heraus und bindet die erstere mit Mehl und einem tüchtigen Stück Butter zu einer sämigen Sauce, die man von Neuem über die Möhrchen gießt. ♦ * ♦ Butterklötzcheir iu Fleischbrühe. 100 Gramm Butterschmalz oder frische Butter rührt man schaumig, bringt allmälig 4 bis 5 Eier und eben so viel Hand voll gesiebtes Semmelmehl, etwas geriebene Muskatnuß, fein geschnittenen Schnittlauch und Salz dazu. Nachdem man diese Masse 15 bis 20 Minuten hat anziehen lassen, wird ein Probeklößchen geformt und in kochende Fleischbrühe gebracht. Sollte es noch nicht zusammenhalten, ist noch etwas Semmelmehl zuzufügen. Haben die Klößchen eine Viertelstunde gekocht, kann die fertige Suppe aufgetragen werden. • * ♦ Käse-Auslauf. 5 Eidotter, 5 Löffel dicke Sahne, 3 Löffel Parmesan und 3 Löffel Schweizerkäse werden gut verrührt, der Eiweißschnee dazu gegeben und die Maffe eine halbe Stunde gelinde gebacken. * * * Schrreekäse Man nehme ein halbes Liter dicken Rahm, den Saft von zwei Citronen und die mit Zucker abgeriebene Schale, ein Glas Madeirawein und Zucker nach Belieben; schlage daraus einen festen Schnee und setze dann in ein Sieb irgend eine beliebige Gestalt davon und lasse sie die Nacht vor dem Gebrauche abtropfen. Literarisches Horoskope. In der sogenannten Ausklärungszeit bis in unsere Tage glaubte man alle übernatürlichen Erscheinungen als Schwindel und Aberglauben belächeln zu dürfen. Seit etwa zwanzig Jahren hat der Hypnotismus, früher als blöder Unfug (Magnetismus) verfehmt siegreich alle Bedenken vor sich niedergeworfen und die osficielle Wissenschaft erkennt ihn an. Hiermit aber ist das Vorhandensein psychischer vom materiellen Körperleben losgelöster Kräfte im Menschen bewiesen' Ob der Spiritismus in seiner drastischen Consequenz auf Täuschung beruht, lassen wir dahingestellt; jedenfalls dürfen wir heute annehmen daß in seinen Manifestationen sich geheime Kräfte offenbaren, deren natürliche (d. h. im Naturorganismus erklärbare) Ursache wir möglichenfalls noch enträthseln werden. In diesem Sinne sprach sich der berühmte Psychiater Lombroso aus, nachdem er mit elf anderen italienischen Naturforschern eine Woche lang mediumistischen Vorstellungen beigewohnt-, alle Anderen schieden als überzeugte Spiritisten, während er „mit Schmerz und Scham" seine Ausfälle wider den Spiritismus als Verirrungen früherer Unwissenheit zugestand, dagegen die Hoffnung nicht aufgab, dereinst diese an sich völlig unerklärlichen Thatsachen auf natür- ttchem Wege ableiten zu können. Die Beziehungen des modernen Spiritismus nun zu der Astrologie der früheren Zeiten weist ein äußerst rnteressanter Aufsatz nach, der in dem neuesten Hefte der weitverbreiteten Famüienzeitschrift „Zur guten Stunde"' (Berlin W. 57, Deutsches Verlagshaus Bong u. Co-, Preis des Vierzehntagsheftes 40 Pfg.) eben erschienen ist. Ein zweiter Artikel aus der Feder eines bekannten Psychiaters bespricht „Die Hypnotisirbarkeit des Menschen" und behandelt diesen' Männer und Frauen gleichmäßig interesffrenden Stoff nach allen Richtungen hin in eingehendster Weise. Ueberhaupt legt dieses Heft wiederum beredtes Zeugniß ab, für die Höhe, auf welcher dieses Journal angelangt ist. Der Roman von Annie Mock „Führe uns in Versuchung" nähert sich in spannendster Weise dem Gipfelpunkt des interessanten Conflicts, während B. Ernst's „Prüfe wer sich ewig bindet" in glücklicher Lösung harmonisch ausklingt. Als neuer, gleich in der ersten Fortsetzung volltönig einsetzender Roman tritt „Vergeltung" von dem beliebten Autor Hans Richter hinzu, an welchen sich eine Fülle von kleineren Artikeln, glänzenden Illustrationen anschließt, um im Verein mit der Gratisbeigabe „Jllustrirte Classikerbibliothek", welche Eichendorff's Gedichte fortsetzt, und mit der werthoollen Abtheilung „Für unsere Frauen" die sich zu einer unentbehrlichen Rathgeberin in allen häuslichen Angelegenheiten ausgestaltet hat, auch dieses Heft wiederum zu einer der glanzvollsten Erscheinungen unserer Journallitteratur zu machen. Lebendig begraben lassen sich die indischen Fakire in ihrer Heimath ohne Anwendung irgend welcher Luftzufuhr, wie man sie in Budapest bei den dort aufgetretenen Fakiren angewendet hat. Das soeben erschienene Heft 26 der bekannten großen illustrirten Familien- zeitschrift »Mr alle Welt-» (Deutsches Verlagshaus Bong u. Co Berlin W. Preis des Vierzehntagsheftes 40 Pfg.) enthält aus der Feder eines bekannten Orientreisenden, der wiederholt solchen Beerdigunqen und Wiederausgrabungen beigewohnt hat, eine hochinteressante Abhandlnnq über diesen Gegenstand, in welcher der Verfasser, der selbst Arzt ist und alle Vorgänge bei der wunderbaren Procedur genau controllirt hat, nachweist, daß dem Begrabenen während der tage- oder wochenlangen Grabeszeit auch nicht ein Hauch Luft zugeführt werden kann. Der Artikel ist sogar mit dem Portrait eines Fakirs versehen, welches Verfasser von demselben photographisch ausgenommen, als der wunderliche Heilige eben wieder dem Grabe entstiegen war. Ferner finden wir in demselben Hest neben den beiden Romanen „Um Nichts" von David Christie Murray und „In der kleinsten Hütte" von F. v. Kapff- Estenther und einer Novelette „Eine Schreckensnacht" von C. Weßner, eme ganze Reihe nicht minder interessanter Artikel, welche den Titel dieses besten Familienblattes vollkommen rechtfertigen. Wir führen daraus nur an: „Ist Selterswasser gesund?" von Dr. Otto Gotthilf, «Die deutsche Hochseefischerei" von Karstensen, „Die. Stufenbahn", „Spe.seeis", „Technische Neuheiten", „Schwimmsport und Schwimmfeste", „Die russischen Krönungsbecher", „Puffer für Ölfische" und noch viele kleine Mittheilungen, Gedichte, Plaudereien rc. re — Aus den Illustrationen in Bunt- und Schwarzdruck hebt sich die doppelseitiqe Origmalzsichnung des Denkmals für Kaiser Wilhelm I. auf dem Kyff- häuser, das soeben enthüllt worden ist, ganz besonders heraus. Da- f*n^en ro*r vorzügliche Holzschnittreproductionen der Gemälde vereinten Kräften" von Antonio Paoletti, „Unvergeßlich" von R. Konopa, „Arbeiter und Bummler" von Heinrich Sperling, „Sonder- bares Angebot" von B. Genzmer, sowie die Originalzeichnungen „Drohende Gefahr" von L. Dettmann, „Ein Reiterspiel in Quetta" und eine reiche Zahl von drastischen Humorbildern, an die sich Portraits, technische Zeichnungen und Texlillustrationen, reihen so daß jeder Ge chmack und jede Interessensphäre durch das Heft befriedigt werden muß. Redaktion: S. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen UniverstkStS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen. Ronian von „Abe um Binia verheirath »Wa zuführen, 1 fernt woh Absage gli der Hand „Ja, gehört," fi Gesicht. Plötz! „Dtoi niffes zu s lade der ß Töchterche» tage geben Du siehst Und I von grauei Die 1 chens getr, und hing | Er i der Priesti hübsche Gc Stube auf was es ga Stellung fi Binia Augen in । freundlicher dachte, zog war sie vi Fassung nc