me Bedürfnisse tz und sonstige > ftdj manchmal ihalten worden am ihrer doch nen. Gelegen« itigt und habe en immer den ollkommen? — [je acht, finden, n Punkte nicht Dienstboten gegen wir bester, wenig" Schuld taten, so wird aß die Summe »eranbilden und nannigfaltigsten 6 daß vieles in i „Kleinwenig" t obige Punkte achte, in ihrer u Untergebenen e, welche einige »halt ungeeignet [stcke und Ange- ihrer Kindheit it in fast allen Vorgehen ihrer irfrauen müflsn tgs, wer andere 58 1 T Landgerichts- zum Pü-schgang omänenralh ein« h, „daß der un- jt kommt?!" ... ung in Bureau- ägt. — Gesagt, omänenrath das sie alt bist Du !karl: ,,Da habe t hatte sich im der fortfuhr, zu j: «Sie find hecht?" - «Nicht >te nicht darauf." dekreison propagirt t zu dunklen Rücken men ihre Toiletten theils mit Shawl- ttet. Das eben erhält mehrere di ser tese vornehme und wie seinerzeit mit >nnements ä 2 Mk. ration der „Wiener Dienstag den 3. März 188«. LMilisnöl'äslsl- kT>ericr UnterßaltungsdLaU MN Gießener Anzeiger (Oeneral-Anpiger), 'M Q. Nr. 86 Schwester Ilse. Roman von Clarissa Lohde. (Fortsetzung.) Sie preßte ihre Lippen auf de» Pastors Hand. „Sie wissen ja, wie es längst entschieden hat. Geben Sie mir Ihren Segen dazu." Er strich ihr leise über bas Haupt. „Der Herr sei mit Dir und dem, was Du vorhast!" „Dank, tausend Dank!" „Und nun lasse den da drinnen nicht länger warten. Er gehört nicht zu den Geduldigen und ist gewöhnt, Alles zu erreichen, was er will, das habe ich schon in den wenigen Minuten des Zusammenseins erkannt." „Ich werde nur dafür leben, seine Wünsche, seinen Willen zu erfüllen." „Gutes Kind!" Er geleitete fie bis zur Thür, dann schlug er nachdenklich den Heimweg ein. Wie sie hier in Hertheim das Glück des Mädchens preisen, es beneiden werden! Und doch wünschte ich, ihr wäre diese Prüfung erspart geblieben; denn es gehört ein starkes Herz dazu, um sie in der rechten Weise zu bestehen. VI. „Mama, Mama, heute habe ich Dir aber eine Neuigkeit zu erzählen, eine Neuigkeit —" Mit diesen Worten stürmte ein junges Mädchen in das bescheiden eingerichtete Wohnzimmer der Geheimräthin von Willrich, einer Geborenen von Menzelen, und daher Tante zweiten Grades der beiden Vettern, deren so verhängnißvoll ausgefallenes Duell sie selbst in Aller Munde gebracht und fie zu vielgenannten Persönlichkeiten gemacht hatte- „Nur nicht so ungestüm, Elly," mahnte die alte Dame, die, mit einer Handarbeit beschäftigt, am Fenster saß, Dabei ließ sie aber doch lächelnd einen freundlichen Blick über die jugendlich schlanke Gestalt ihrer Tochter gleiten, der einzigen, die sie neben dem in einem auswärtigen Regiment als Offizier stehenden Sohne besaß, die, seit einigen Monaten Schülerin der Hochschule sür Musik, eben aus ihr zur Mittagspause heimkehrte. Sie ahmte im Ausdruck wie in der Form de» Gesichts der Mutter nach, die trotz ihrer grauen Haare durch den freundlich hellen Ausdruck der Augen und das deutlich ausgesprochene Wohlwollen in ihren Zügen noch anziehend und jugendlich erschien. „Nun also, Elly, die Neuigkeit!" „Rathe, Mama, rathe!" Das junge Mädchen hatte sich, nachdem es die Musik« mappe abgelegt, in einen Stuhl geworfen und blickte, das Gesicht in die Hände gestützt, gespannt auf die Mutter. „Wie kann ich rathen?" „Was nur Käthe dazu sagen wird; ist sie zu Hause?" „Ja, sie malt in ihrem Zimmer. Miß Adeline hat wieder einmal Migräne, und da erwarten wir Axel, der un» nach dem Ausstellungspark abholen wird." „Hm!" machte Elly, mit halb listiger, halb unwilliger Miene den Kopf zurückwerfend. „Wenn die Braut versagt, muß natürlich die Freundin heran- Nein, ich an Käthes Stelle würde mich bedanken, solch' Lückenbüßer zu sein." „Er holt ja nicht Käthe allein ab, sondern un» Alle." „Weil e» nicht anders geht. Im Grunde sind wir, wenn die Beiden zusammen sind, höchst überflüssig und ich begreife eigentlich nicht, warum Axel, wenn er so viel von Käthe hält, nicht sie heirathet statt der koketten Amerikanerin I" „Ach, Kind, Du weißt, Axel kann eine Frau ohne Vermögen nicht gebrauchen — oder konnte e» doch nicht." Ehe Elly etwa» auf die Aeußerung der Mutter einzuwenden vermochte, öffnete sich die Thür de» Nebenzimmers und die Besprochene trat herein, eine zierliche, auf den ersten Blick durch einen eigenen Reiz auffallende Erscheinung, nicht schön, auch nicht einmal hübsch, aber pikant und interessant. Dunkle Augen und Teint, das braune Haar kurz verschnitten, in leichtem Gelock auf die schön gebildete Stirn herabfallend. Ihr Vater war Rath unter dem Präsidenten von Menzelen, Axel» Vater, gewesen; sie und Axel waren fast wie Geschwister ausgewachsen, da die beiden Familien im engsten Verkehr gestanden hatten. Das gleiche Schicksal, da» sie Beide betroffen, so früh zu verwaisen, hatte sie einander noch näher gebracht. da) in Gießen. - 102 Auch in Berlin hielten sie treu zusammen und Axel hatte sie gleich nach seiner Verlobung bei seiner Braut und deren Mutter eingeführt, welche letztere sie mit dem angenehmen Auftrag beehrt hatte, ihre schöne Tochter zu malen. Da Käthe ziemlich unbemittelt war und von ihrer Kunst dereinst leben mußte, war ihr dieser Auftrag hoch willkommen, besonders da die Schönheit Abelinens ihr eine schwere, aber auch im Falle des Gelingens sehr lohnende Aufgabe bot. Leider war die verwöhnte Amerikanerin launisch und sagte^nur zu oft, besonders in letzter Zeit wie auch heute, die Sitzungen ab, was Käthe stets sehr verdroß. „Gut, daß Du zu Hause bist, Käthe," rief Elly ihr schon beim Eintritt heiter entgegen, „so kannst Du er doch auch gleich erfahren, das große Ereigniß —" Käthe sah bald Elly, bald die Tante an. „Welch' großes Ereigniß?" Die Geheimräthin lachte. „Es ist gewiß nicht viel dahinter, sie will uns nur ein wenig auf die Folter spannen." „Ach, Elly, dazu bin ich heute gar nicht gestimmt." „Weil Miß Adelina wieder einmal abgesagt hat? Aber daran mußt Du Dich doch schon gewöhnt haben." Käthe zuckte die Achseln. „An Unangenehmes gewöhnt man sich nie- Doch jetzt rede; das Mädchen deckt schon den Tisch, also heraus mit Deiner Neuigkeit!" „Es betrifft Wolf, Vetter Wolf," fuhr Elly nun fort und sah triumphirend von Einer zur Andern. „Die Eva von Strachwitz hat es mir in der Hochschule erzählt und sie hat es durch einen Brief ihrer Eltern erfahren, deren Gut ja dicht bei Gattersberg liegt." „Da Du solch' ein fröhliches Gesicht machst, muß die Nachricht wohl eine gute fein," meinte di« Mutter; „es geht dem armen Wolf also besser?" „Dem armen Wolf? Mama, Du brauchst ihn gar nicht mehr zu bedauern. Einen glücklichen Bräutigam wirst Du doch nicht mehr arm nennen?" Jetzt ließ die Geheimräthin wirklich vor Ueberraschung die Stickerei in den Schooß fallen und auch Käthes Augen öffneten sich groß vor Verwunderung. „Unsinn, Elly," stieß sie hervor. „Das ist ein Märchen." „Das glaube ich auch," fügte die Geheimräthin hinzu, „und ich bitte Dich, es nicht weiter zu verbreiten, auch gegen Axel zu schweigen. Ihn verstimmt jede Erwähnung seines Vetters Wolf." „Wäre die Nachricht wahr, so würde sie ihm nur angenehm sein," warf Käthe ein, „da ich das aber bezweifle, meine ich auch, wir schwiegen lieber- Ein Todescandidat, wie man allgemein sagt, heirathen — undenkbar. Und wer sollte die Erwählte sein?" „Ja, das ist ja eben das Romantische bei der Sachs. Der hochmüthige Wolf, dem Keine schön und vornehm genug war, hat sich jetzt ganz plebejisch in seine Pflegerin verliebt, die freilich auch ein Mädchen von Adel sein soll, aber aus ganz unbemittelter Familie —" Die Geheimräthin schüttelte den Kopf. „Nein, nein, das klingt ganz unglaublich. So etwa» sieht Wolf gar nicht ähnlich." Im Eßzimmer, wo der Tisch bereits gedeckt stand, wurde jetzt ein Klappern von Tellern hörbar, das Dienstmädchen rief zu Tische. Als »ach beendetem Mahle die Geheimräthin sich zu ihrem Nachmittagrfchläfchen zurückgezogen hatte, faßte Elly die Cousine unter dem Arm und zog sie mit sich in den Erker. „Jetzt aber beichte Du einmal, Käthe. Ich wollte es vor der Mama nicht sagen; denn die liebt, wie sie immer sagt, solch' Gerede über Dinge nicht, die uns direct nichts angehen. Du kennst doch Mrs. Graham und ihre Tochter näher. Weißt Du, daß man sich allerhand über sie erzählt, hier und da hörte ich schon ein Wort fallen wie Abenteurerinnen —" Käthe sah sehr ernst aus. „Freilich, auch mir kommen manchmal solche Gedanken; aber ich verscheuche sie gleich wieder. Um Axels willen würde mir das furchtbar leid thun." „Liebt er sie denn wirklich? Mir schien in der letzten Zeit öfters, als stimmte es dort nicht mehr recht." „Wohin denkst Du? Axel hat fein Wort gegeben und es ist kein Mann, der ein gegebenes Wort bricht." „Wenn aber nun ihr Reichthum auch ein wenig Schwindel wäre? Du weißt, Axel ist auf ihr Vermögen mit angewiesen, um heirathen zu können, besonders wenn Wolf wirklich, wie man doch annimmt, wieder gesund werden sollte. Weißt Du, daß man übrigen» Miß Adeline mit als Ursache zu dem Duell der Vettern vermuthet? Wolf soll sich ja auch heftig um sie beworben hüben." „Ja, auch ich hörte davon." „Und glaubst Du nicht, daß etwas Wahres daran ist?" Käthe zuckte die Achseln, ohne zu antworten. „Aha, Du willst nichts sagen. Gut, so nehme ich an, es ist so. Dann wundert mich aber nur Eines, daß Wolf nicht der Erwählte wurde." „Ganz einfach, er kam zu spät- Axel hatte sich schon in Kisfingen gebunden, wo er mit den Grahams bekannt geworden ist. Miß Adeline hat ihn geradezu bezaubert und sie kam ihm außerordentlich entgegen. Seinetwegen find die beiden Damen für den Winter nach Berlin übergefiedelt. Amerikanischer Sitte ist die öffentliche Verkündung einer Verlobung eigentlich unbekannt. Weder Mrs. noch Miß Graham drangen deshalb darauf, und Axel kam das um so gelegener, als er den Wunsch hegte, seiner zukünftigen Gattin gleich eine ihrer würdige Stellung in der Gesellschaft bieten zu können." „Und er ging doch davon ab; denn meines Wissens hat er noch immer keine feste Anstellung." „Aber die begründete Aussicht, bald eine zu erhalten; und er wird jede annehmen, die sich ihm bietet, sei es auch als Conful in dem entferntesten Theile der Welt." „Womit aber die schöne und an Triumphe gewöhnte Miß Adeline wenig zufrieden sein dürfte." „Vielleicht ja! Ich zweifle, ob selbst ihre Liebe so weit reicht und deshalb, deshalb thut mir Axel so sehr von Herzen leid." „O, mein Himmel,' er wird sich ja am Ende auch trösten lassen, wenn es so kommen sollte und ich weiß Eine," fügte Elly, sich an Käthe schmiegend, flüsternd hinzu, „die ihn gewiß gern trösten würde." „Elly!" Unmuthig stieß diese die Uebermüthige von sich. „Du scheinst gar nicht zu wissen, wie sehr Du mich durch solche unbedachten Reden beleidigst." „Aber Käthe," lenkte diese nun eingeschüchtert ei«, „verstehe doch nur einen Scherz!" „Auch Scherze verletzen, wenn sie tactlos sind," fuhr Käthe noch immer heftig erregt fort. „Eines wenigstens sollte Dir klar geworden sein während unseres Zusammen» lebens, daß ich nicht zu dem Heere von Mädchen gehöre, die nach einem Manne schmachten- Meine Kunst ist meine einzige Liebe und wird sie immer bleiben, wie oft soll ich es Dir wiederholen?" „Käthe, Käthe, wenn das Wort eine Brücke wäre, ich ginge nicht hinüber." Ein abweisender Blick traf die Unverbesserliche. „Denke, was Du willst; mir aber gestatte, daß ich das Gespräch abbreche und an meine Arbeit gehe. Ich habe noch einige Striche an meinem Bilde zu machen, ehe die Farben trocken werden und möchte Euch nicht auf mich warten lassen." Damit drehte sie sich, den Kopf hochgehoben, von der Cousine ab und trat in ihr Zimmer, die Thür fest hinter sich zuziehend. yn Die Ausstellung war eben erst geöffnet worden. Käthe hatte sie nur einmal flüchtig gesehen. Jetzt stand sie in dem Saale der Secesflonisten, ganz vertieft in das Studium dieser neuesten Malerei. , , , . „Mein Himmel, so halte Dich doch nicht so lange bei 103 - bentern« ^""f"des Onkel» Liebling und der in Aussicht genommene Erbe von Gattersberg sei, das hatte er stets gewußt. Doch glaubte er nach der kurz vor dem Tode seines Vaters erfolgten Versöhnung der Brüder, daß der Onkel ihn aus seinem Kapitalvermögen entschädigen würde, um so mehr, als er genau wußte, wie wenig ihm von seinen Eltern hinterlassen worden war, wie er schon von seinem kleinen Kapital zehren mußte, um sich durch die gehaltlose Assessorzeit durchzubringen. Und er gehörte nicht zu Denen, die wenig gebrauchen. Der Präsident hatte ein vornehmes Haus geführt und den einzigen Sohn etwas verwöhnt. Axel hatte sich selbst verinögend geglaubt, besonders da der Vater auch einige Schulden, die er während seiner Universitätszeit in Heidelberg gemacht, unbeanstandet getilgt hatte. Erst nach dem Tode des Präsidenten war er über dessen wirkliche Verhältnisse aufgeklärt worden, Verhältnisse wie man sie oft in den höheren Beamtenkretsen findet. Das Gehalt ist gewöhnlich nicht hoch genug, um den Reprasentations- pflichten nach Wunsch zu genügen, und da wird allmälig das Privatvermögen, wenn es nicht sehr bedeutend ist, hinzugesetzt, so daß nach dem Tode des Hauptes der Familie oft Mangel und Roth das Erbtheil der Hinterbliebenen wird. Die Eröffnung des Testamentes feines Onkels war daher für Axel ganz niederschmetternd gewesen. Statt de» erhofften, ihn über alle Sorgen hinweghebenden Vermögensantheils eins Rente von wenigen hundert Thalern jährlich, die der begünstigte Vetter ihm auszuzahlen hatte, so lange er diese Zulage noch bedürfen würde. Das war hart, und eine gewisse Mißstimmung gegen Wolf, für den er fo niemals Sympathien gehegt hatte, nur erklärlich. , Dennoch hätte er jetzt Alles darum gegeben, daß dieses Duell vermieden, Wolf nicht von seiner Kugel tödtlich getroffen worden wäre. Er, der jeden Eclat haßte, jetzt in aller Leute Mund, von den Einen verurtheilt, von den Anderen bedauert; beides war ihm in der Seele zuwider. Und dazu das Verhalten seiner Braut, die schon nach der Mttthetlung über den Wortlaut des Testamentes eine gewisse Enttäuschung nicht hatte verhehlen können, jetzt aber geradezu den Verlobten anklagte, daß er den Vetter nicht geschont habe. 9 Ihr Verhalten gegen ihn war in letzter Zeit so laumsch, so veränderlich geworden, daß er sich oft fragte, ob er sich fach vorkam. „ , , „ ,, Die Geheimräthin und Elly hatten bereits eine Anzahl der Hauptsäle durchschritten, als Käthe und Axel noch immer bet den Secesstonisten weilten. m Hier und da hatten sich vor einzelnen Gemälden Gruppen gebildet, in denen lebhaft diseutirt und gelacht wurde. Einer oder der Anders wandte sich indignirt ab. Mancher gab in ihren Gefühlen doch nicht getäuscht und sie für Wolf, wie er eine Zeit lang gefürchtet, mehr empfunden habe, al» für ihn selber I Dann war e» immer Mrs. Graham, die zwischen ihm und ihrer Tochter wieder ausglich und es zu keinem Bruche kommen ließ. Seine Verstimmung aber wurde dadurch doch nicht gehoben, und nur in Käthes Gegenwart, die einen eigenen besänftigenden Einfluß auf ihn übte, verschwand sie zuweikn^^lb er auch wie heute ihre Gesellschaft mit Vorliebe auf, so oft er von seiner Braut getrennt sein mußte, wie es jetzt bei häufig wiederkshrenden Mtgränezuständen, viel- der ganzen Kunst 1 _ „ „Die Technik ist in manchem Bilde ganz erstaunenswerth, - ' Sieh' nur hier, Axel, das ist von einem dieser häßlichen Nacktheit auf," flüsterte Elly ihr zu und zupfte an ihrem Aermel. „Du erregst schon Aufmerksamkeit." Käthe schüttelte den Kopf. „Bitte, geh' mit der Tante zu einem andern Saal, wenn Dein zartes Gemüth durch die neue Kunst sich verletzt fühlen sollte. Mir ist sie interessant und Axel, wenn ich glaube, auch oder nicht?" Sie wandte sich an den Genannten, der neben ihr stand und mit Aufmerksamkeit das von Elly beanstandete Gemälde P „Von der Seele freilich will man da nichts wissen," meinte Käthe. Man strebt nur danach, der Natur auch in ihren Zufälligkeiten gerecht zu werden und das führt zuweilen zu Jrrthümern." , ... „Von denen Du Dich doch aber fern zu halten fuchst, Käthe, wie ich zu meiner Freude an dem Bilde meiner Braut bemerke." t Sie sah ihn lächelnd von der Seite an. „Findest Du es gut und find dis Grahams auch damit zufrieden?" „Muß denn die Kunst immer schön sein? Wenn sie nur interessant ist —" , „ „Und wahr; daran aber lassen e» diese Herren gewöhnlich fehlen, obwohl ste sich Naturalisten nennen." Sie sehen eben Welt und Menschen mit ihren Augen. 'Das heißt mit kranken Augen; unsere großen Meister sahen anders. Weißt Du, was die Griechen als Höchsts Kunst erkannten? Die Jedem im Volke verständlich war und an der sich nicht nur Künstler und Kunstverständige, sondern Ackersleute, Fischer und Vogelsteller freuten. Wen aber erfreuen diese sogenannten Farbensymphonien, diese häßlichen, verrenkten, stierenden Menschen, diese grellgrünen Wiesen mit den unge- wöhnlich großen Schafen und Schweinen, den violetten Kühen? Ich denke, Niemanden. Nein, da» ist keine Kunst mehr, da» sind Kunststückchen, wie die Zauberkünstler sie uns vormachen, wenn sie durch ihre Fingerfertigkeit Wunder vorführen, die doch keine Wunder sind." Käthe lachte. „Und was ist nach Deiner Ansicht wahre Kunst? „Suchen wir sie, Käthe! Sie ist noch nicht tobt und lebt auch noch unter uns." „Ja, suchen wir," sägte sie, den hübschen Kopf mti herausforderndem Ausdruck nach ihm hindrehend. Schon in einem der nächstliegenden Säle blieb Axel vor dem Porträt einer Dame stehen. „Das also genügt Deinen Kunstansprüchen?" fragte I $ „Sa, denn es giebt Natur, doch nicht abgeschrieben wie eine Photographie, sondern in ihrer Individualität aufgefaßt, die Wahrheit in ihrer vollendetsten Form. Der Kopf ist durchaus nicht schön; aber er spricht aus diesen Zügen etwas, was uns den feinen Beobachter und denkenden Künstler ver- räth: Seele! Wo findest Du die in den Porträts der Natura- Axel von Wenzelen war im Gegensatz zu seinem Vetter Wolf eher klein al» groß von Gestalt, mit einem feinen, aus- drucksvollen Kopf und durchaus gemessen vornehmer Haltung. Er sah klug aus und war es auch, doch lag. eins gewisse Kühle auf feinen Zügen, eine gewollte Zurückhaltung, die eine '«■* iS- Mr dieOhren ^verliebt. Vielleicht hätte er sich aber doch etwas Neues, etwas herandämmernd Großes, ein Umschwung gleich nach dem Bekanntwerden von ihr losgerissen, wmn man """"" ausgestreut iebr übertrieben war „Wenn der Himmel nur nicht am Horizont so grellroth Umständen eine bedeutende jährliche Zulage, um an s Heirathen 104 ~ „Ach, da trauest Du Amerikanerinnen zu viel zu. Alles, was Kunst heißt, ist ihnen ein völlig unbekanntes Gebiet. Sie werden Beide zufrieden fein, wenn er Dir gelingt, Adelinens Schönheit gerecht zu werden." „Das ist schwer, umsomehr, al» ich alle Augenblicke, wie auch heute erst, Absagen wegen Migräne erhalte." „Leider," meinte Axel, zu Boden blickend, „befindet fich Adeline seit letzter Zeit nicht ganz wohl." (Fortsetzung folgt.) GeM-innütziges. Um Feuer zu beleben. Ein vorzügliches Mittel, um das im Ausgehen begriffene Feuer sofort wieder zu beleben und die nur noch schwach glimmenden Kohlen in Helle Gluth zu bringen, ist — wie uns das Internationale Patentbureau von Heimann u. Co- in Oppeln mittheilt — Kolophonium, und jede Hausfrau sollte von diesem leicht zu aufzubewahrenden, äußerst wohlfeilen Stoffe einen Vorrath halten. Ein kleines Stückchen reicht hin. um die verglimmenden Kohlen in Gluth zu versetzen, da da» Kolophonium schmilzt und sich über das glimmende Feuerungsmaterial ergießt, wodurch Flamme und Hitze in kürzester Zeit zunehmen. ttm Gläser, Lampencylinder u. dergl. vor dem Zerspringen zu fichern, bringt man das Glas in ein mit kaltem Wasser gefülltes Gefäß, mengt etwas Salz hinzu und läßt da» Wasser über Feuer kochen. Hat das Wasser einige Zeit gekocht, so läßt man es möglichst langsam erkalten. Das so behandelte Glas springt nicht bei der schnellsten Abwease- lung von Wärme und Kälte. Dieses Mittel läßt fich auch bei Töpfergeschirr, Porzellan und Figuren anwenden. Reinigung der Weinflaschen. Uureine schmutzige Flaschen reinigt man gründlich durch Umschütrein mit kleinen Stückchen zerschlagenen, gewaschenen Quarzes und etwas Wasser- Die spitzen Ecken und scharfen Kanten de» Quarze» nehmen jeden Schutz, welcher in den Flaschen haftet, ab. * • Reinigung der Flaschen von Moder- nnd Schimmelgeruch. Man vermischt frisch geglühte Holzkohle in gepulvertem Zustande mit Wasser, spült damit die Flaschen und läßt das Wasser längere Zeit unter öfterem Umschütteln in der Flasche stehen, bis der Moder- und Schimmelgeruch völlig verschwunden ist. * ♦ Reinigung übelriechender Flaschen, Ballons re. Fertige, unreine und übelriechende Flaschen und Ballon» reinigt man gründlich, wenn man reine Sägespäne in dieselben gibt und diese mit ganz wenig Wasser zu einer dickbreiigen Masse rührt und tü dtig umschüttelt. Wenn nach der ersten Prozedur eine vollständige Reinigung nicht eingetreten ist, wird dieselbe bi» zur gründlichen Reinigung wiederholt. Rostflecke« aus Kammgaruwaare« (Trieot, Strickwaaren) zu entferne«. Die Rostflecken in Kamm- garnwaaren werden mit Wasser angefeuchtet und durch Betasten mit einer Lösung von 10 Gramm Oxalsäure (giftig I) in 100 Gramm Wasser entfernt, worauf mau den betreffenden Theil des Gegenstandes sorgfältig mit Wasser auswäscht, damit keine Säure in demselben zurückbleibt. ♦ * • Uhrkette« zu reinigen. Ein Weinglas voll starker Essig und ein Eßlöffel voll Salz werden in eine Schüffel gegeben, die Kette htneingelegt uub 10 bis 15 Minuten darin liegen gelassen, bis der anhängende Schmutz aufgelöst ist. Darauf wird die Kette herausgenommen und gut zwischen den Händen gerieben; endlich mit reinem Wasser gewaschen und mit einem feinen Tuch gut abgetrocknet. Durch dieses einfache und billige Verfahren wird sie schön glänzend. e * • Begonteu-Kuolle« pflanzt man im März im Töpfe in kräftige Garten- oder Mistbeeterde und stellt dieselben im wgrmen Zimmer (10—15 Grad R.) am Hellen Fenster auf, und pflanzt sie, sobald man sie nach und nach an die freie Luft gewöhnt hat, Mitte Mat, nachdem keine Nachtfröste mehr zu fürchten sind, an eine sonnige Stelle des Gartens oder kultivirt sie im Topfe weiter. Sie gedeihen in jeder sandigen, lockeren Erde. • * ♦ Korkmosaik. Vielleicht kennen unsere lieben Leserinnen die hübsche Arbeit, welche man mit dem Namen Korkmosaik bezeichnet. Es ist eine Arbeit, wie sie einfacher kaum gedacht werden kann. Man macht zuerst die Grundform zu einem beliebigen Gegenstands (z. B. Bilderrahmen, Wandbehälter für schwedische Zündhölzer, kleine Etagöre u. s. w.), aus dünnem Holze oder aus Pappe und beklebt diese dicht mit unregelmäßig geschnittenen Korkstückchen etwa von der Größe eines 20-Pfennigstücke». Nachdem die» mit nicht zu dünnem Leim geschehen, überzieht man da» Ganze mit Kopallack. Sehr niedlich sieht e» aus, wenn man einige Spitzen der Rande» mit Goldfarbe bestreicht, jedoch vor dem Lackiren. Man kann auch kleine Bouquets von getrockneten Gräsern und Blumen in geeigneter Weise anbringen. • Käsetorte. Man mache einen Butterteig von 550 Gramm Mehl, 125 Gramm Butter, 125 Gramm Zucker und einem Ei und lege sodann die bestrichene Form damit au». Von 3/i Liter Milch und zwei Eßlöffel Mehl koche man einen Brei, lasse ihn einstweilen erkalten, rühre 60 Gramm Butter leicht, bringe 3/i Kilogramm weißen Käse, 125 Gramm Zucker, 5 Eigelb, eine Messerspitze Zimmt, den Saft und da» Abgeriebene einer Cttrone in den Mehlbrei, sowie da» zu Schnee geschlagene Eiweiß, vermenge Alle» gut, fülle die Tortenform und lasse e» eine halbe Stunde backen. Der Käse reicht zu zwei Torten. Kathederweisheit. „Verehrtester, das Speisepulver scheinen Sie nicht erfunden zu haben!" — „Sitzt schon wieder einer dieser Schlingel am offenen Fenster! Wenn aber einer vom zweiten Stock hinunterstürzt, dann will'» wieder keiner gewesen sein!" — Lehrer: „Da die ganze Klasse heute so unartig war, so werden zur Strafe Alle die Ausgabe zehnmal — auswendig lernen!" * * Auch ein Vergleich. Der kleine Karl: „Papa, denke Dir nur, ich habe in der Menagerie ein Rinocero» gesehen, da» war noch viel.dicker und größer als Du." Baugrund. Erster Schusterjunge: „Wer hat Dir Deine Haars verschnitten?" — Zweiter: „Meine Meestern." — Erster: „Na, die hat sich's aber leicht gemacht." — Zweiter: „Wieso denn?" — Erster: „Na, die hat Dir ja lauter Treppen geschnitten, daß sie Dir leichter auf die Bude steigen kann." ♦ Anspruchslos. Bräutigam: „. . . In drei Wochen sind wir verheirathet!" — Millionärstochter: „Ist dann aber auch Italien bereits für unsere Hochzeitsreise reservirt?" • Ein Wink. Sergeant: „Natürlich, wenn man jede Woche eine ganze Kiste Fressalien bekommt und sie alleine verschlingt — dann geht der Bauchaufschwung freilich nicht!" Redaktion: A. Scheyda. — Druck und Berlag der Brühl'schen Univcrsikats-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen.