„Ich erfahre so« e in der Schule inung nicht er» „Ja, Papa, da« :ker ist als ich." hen ja furchtbar ilfe?" — „Der wieder allerlei iben mußte." denn, Bub?" — iu’n und ich laß ltetster: „Na, sei I" s NaSengeschwür, rlich, Sie werden i." timt, Sie find ja mbrn Sie, welche Chirurgischen Ab» : „Ein gutes Herz, henschrift für junge Lübeck erscheint mit irte Zeitung für die illustrirten Blättern en Mädchen im Alter Der Unterhaltungsstoff ttzlichen Handarbeiten, den wäre. Die ersten Jugendfreunde haben fert, so daß das neue ftenliteratur ausfüllt, Die uns vorliegende, md Illustrationen und gnügen gelesen werden ) und der gediegene ld zu einem Lieblings- wünschenswerther er-- üge, seichte und faden- Grundsatze ausgehen: l!" rbft. nicht in Halle hatte ns einen schönen den October hinein md unseres Blatter i: i hoffen — sein? [er! af°ß." at Recht, chlecht! r kann, n. !cheyda) in Gi-ßM. Dsmttstag de« f Oktober 1896 smiliskMffsr KMVWM 18181» Unterhaitungsblatt zum Gießener Anzeiger (Orneral-Anzriger). Falsches Spiel. Roman von E. v. Linden. (Fortsetzung.) „Ach was, wir werden zu alt für die Jagd," bemerkte ein grauhaariger Graf, „müssen das Sportwesen der Jugend überlasten. Ihr Arm wird ein bischen steif sein, lieber Baron! Schade, daß Ihr Neffe fich selber kampfunfähig gemacht hat," setzte er bedauernd hinzu, „ich hätte ihn gar zu gern bet der Jagd beobachtet, und wäre zu diesem Zweck mitgeritten. Er soll ja ei« ausgezeichneter Jäger sein." „Nun, an Tollkühnheit wird's ihm nicht fehlen," er» widerte Alting kurz. „Dann bebaute ich seinen Unfall nicht," rief Römhild scharf dazwischen, „tollkühne Experimente verderben jede Jagd und bringen nutzlos in Gefahr- Ich brauche mich wenigstens jetzt nicht um Sohn und Tochter zu ängstigen." Der brüske Ausfall des alten Landedelmanns verstimmte besonders den feiner organtstrten Grafen, was Baron Alting zu dem Scherz veranlaßte, daß feine Neffe allerdings in dieser Hinficht noch etwa« von einem ungeleckten Bären an fich habe, was man dem Urwald» und Prairie »'Jäger zu Gute halten müsse, aber auch die Aeußerung des Herrn von Römhild voll» ständig rechtfertige. Man erhob fich, um nach dieser Erfrischungspause die Jagd fortzusetzen. „Erichsen," sagte der Baron, seinen Förster auf die Seite ziehend, „Sie könnten vorher meine Flinte mal nach» sehen, es scheint etwas daran nicht in Ordnung zu sein." „Zu Befehl, Herr Rittmeister," erwiderte der Förster, „habe auch zu melden, daß ich den Amerikaner, nämlich den Bedienten vom gnädigen Herrn, vorhin gesehen habe." „So, was will der denn?" fragte der Baron, die Brauen finster zusammenziehend. „Weiß nicht, Herr Rittmeister, er schlängelte fich in den Wald, — weiß der Henker, wie gut fich der Bursche mit den Hunden steht, unsere schlagen nicht an und auch die fremden knurren nicht einmal." „Nun, das thun unsere Jagdhunde überhaupt nicht, — oder trug er keine Jägerkleidung?" „Freilich, er fieht jetzt ganz propper aus, will den Waid» mann herauskehren und die Köter überlisten. Der Bursche wird die richtige Witterung haben." „Behalten Sie ihn, wenn'» angeht, im Auge, Erichsen!" „Zu Befehl, Herr Rittmeister!" Der Förster untersuchte die Flinte. „Hm, ganz richtig scheint» nicht damit zu sein," meinte er kopfschüttelnd, „kann im Augenblick nicht sagen, was es ist, der Lauf scheint etwas verbogen zu sein- Es wäre besser, Herr Rittmeister würden eine von meinen Flinten nehmen." „Gut, geben Sie her, Erichsen, die Sache ist mir völlig räthselhaft." Der Förster brachte ihm seine beste Flinte und lud ste mit Rehposten. „Ich dächte, eine Kugel wäre stcherer," meinte der Baron, „doch kann ich diese Ladung erst verbrauchen. Geben Sie mir nur noch die nöthigen Kugeln, ich habe heute ent» schieden Unglück gehabt und muß die Scharte auswetzen." Mit fröhlichem Hallo ging's wieder in den Wald, da das zur Strecke gebrachte Wild noch nicht bedeutend war. Die Jäger nahmen ihre alten Stellungen ein und bald fielen von verschiedenen Seite« Schüsse, auch Baron Atting hatte Glück, er erlegte einen prächtigen Bock, der flüchtigen Fußes durch die Büsche brach, fich aber wieder aufraffte, um nach einer anderen Seite die Flucht fortzusetzen. Alting lud rasch mit einer Kugel, doch bevor er anlegen konnte, stürzte er mit einem schwachen Schrei zu Boden und blieb hier bewußtlos liegen. Hinter einer alten Eiche lugte in diesem Augenblick ein abscheulich grinsendes Geficht hervor, das blitzschnell ver» schwand, als ein Hund anschlug und der Förster Erichsen, der fich in einiger Entfernung von seinem Herrn postirt hatte, eiligst herankam. „Es war mir doch, al« hörte ich einen Schrei," murmelte er, „mir ist just, als müsse heut ein Unglück pasfiren. Wollte wirklich, ich hätte! mich gleich dicht an ihn herangequetscht — Cäsar, was hast Du zu winseln — Herr Du mein Gott, dort liegt Jemand —" Er stürzte hinzu und stand wie erstarrt neben seinem Herrn, der, die Flinte noch krampfhaft mit der Rechte um» klammernd, blaß und unbeweglich auf dem Boden lag. -- 458 Bevor er ihn anrührte, stieß er mit langgezogenen Tönen in j Der Bursche lief ohne Mütze davon, dieser Auftrag war sein Lorn, daß es wie Rolands Sterberuf bei Ronceval er» ihm nur gar zu angenehm. Er kannte im Walde dis nächsten scholl- Dann kniete er bei ihm nieder, um zu untersuchen, Wege zum Försterhause und kam athemlos dort an. Die ob er sich vielleicht selber verwundet hatte, öffnete ihm vor. Herren standen draußen im leisen Gespräch, wen sollte er sichtig die graue Joppe und schrie entsetzt auf, als er einen fragen, da er ja gleich wieder zurück mußte und vor dem Blutfleck auf dem weißen Flanell-Oberhemd erblickte- jungen Herrn zitterte. „ . „Hülfe! Hülfe 1" schrie er gellend, mit dem ganzen Auf. Der Notar war mit dem Wagen, der die Baronesse und gebot seiner kräftigen Lungen und stieß dann wieder wie den Heilkünstler gebracht hatte, sofort nach der Station ge- wahnsinnig in's Horn. I fahren, um dort ein Telegramm nach T. an den besten Von allen Seiten eilten die Jäger herbei und standen Arzt und Chirurgen auszugebe». nun entsetzlich bei dem Anblick, der sich ihnen darbot. Der Stallbursche vom Schloß wandte sich an den ihm „Da haben wirs," schrie Römhild außer sich, „sagte bekannten Jägerburschen, der aber nichts zu sagen wußte, ich'« nicht vorhin, daß es ein Unglück geben müffe mit seiner als daß der Herr Rittmeister eine Wunde in der Brust habe sabelbasten Unrube?" und wie ein Todtrr aurgesehen hätte, aufschreibe« konnte er s „Das lag an seiner Flinte," brachte der Förster mühsam ihm aber nicht. Von der Furcht vor Hans Zustus getrieben, hervor, „ich vertauschte sie ihm mit meiner besten Büchse, wandte sich der Bursche nun an Herrn von Römhild, zu dem Kann'- nicht fassen, daß er sich damit an der Brust hat er das meiste Vertrauen hatte- verletzen können " „Wer schickt Dich?" fragte der alte Herr, der blaß und „Vor allen Dingen muß der Herr Baron in's Forsthaur traurig aussah, „der junge Herr Baron vom Schloß?" geschafft werden, —" sagte der Notar, der sich rücksichtslos „Ich soll's ihm schriftlich sagen, wies mit unserem Platz gemacht hatte, „und so rasch als möglich ein Arzt her. I gnädigen Herrn Rittmeister stehen thut,' stotterte der arme @Drß®iefere nickte^u^^entfernte fich^so^ eilig er konnte, ^Herr von Römhild schnitt ein grimmiges Gesicht, während der Notar niederkniete und mit seinem Taschentuch | „Schriftlich?" brummte er zwischen den Zähnen hindurch, das unaufhaltsam herorquellende Blut zu stillen suchte. „Warte, das soll er haben." , . Jetzt kam auch wieder Leben in die Gesellschaft- Von I Er zog fein Notizbuch hervor, riß ein Blatt heraus allen Seiten kam man dem Notar mit ^Taschentüchern zu und kritzelte darauf die Worte: „Er lebt noch und hoffentlich Hülfe, während der Jägerbursche schon unterwegs war nach auch noch recht lange." R-" , „ dem Barbier, dem einzigen Heilbeflifsenen in der Nähe. S? ft ' Leider war dem Burschen nicht eingeschärst worden, den Un« Der Bursche lief mit dem Papier davon. fall zu verschweigens, zumal der Barbier einen Wagen vom „Er scheint die Zeit nicht mehr abwarten zu können. Schlöffe nehmen sollte, um rasch nach dem Forsthause zu wo er Herr auf Altinghof sein wird, flüsterte er einem kommen, da die Jaadwagen zurückgeschickt worden waren. I Nachbar zu. , „ Die Nachricht verbreitete sich bitzschnell und erregte „Ich hoffe, daß Alting ein Testament gemacht hat, er- unter der Dienerschaft einen nahezu betäubenden Schrecken, widerte der andere ebenso leise, „sonst sähe es schlimm mit Natürlich mußte auch die Baroneffe davon erfahren, und ob. der Baronesse aus. wohl sie im ersten Augenblick buchstäblich gelähmt davon war, „Hm, sie ist als feine adoptirte Tochter doch sozusagen io aab doch die nächste Minute ihr die Fassung zurück. Der I die Nächste daran, meinte Römhild, „ich denke mir, daß sein Wirtschafterin die nöthigen Anordnungen ertheilend, beschloß Notar auch nicht blos der Jagd halber ^"ft"gekommen ist. sie sofort, selber mit hinaus zu fahren, um den Transport .Mn, ich wünsche von Herzen,!daß; ein■ J“ bes Verletzten nach dem Schlosse zu überwachen. Wie von Gunsten der Baronesse existirt, und daß dieser hereingeschneite einem aebeimnißMen Instinkt'' geleitet, verschloß sie das Reffe wieder dorthin zurückkehrt, woher er gekommen ist. i«W.W »«Simmet b« Siele 6-»« zewßerte Bemerlm, Vaters führte und steckte den Schlüssel zu sich. Mit der wurde mit einem stummen Beifall,nicken beantwortet, da» «einen Hausapotheke; die sie nebst einem Bündel Verband, laut genug die Beliebtheit des famosen Han» Justus in Ler."tr S Ä« SÄ’ M? & 'K"«® - 'S'Äul' Sff brobes, mit ei«, b» „be. SW? llwÄK WÄÄÄ’m’WtÄ ZU W Mit Thränen in den Augen, gab dieser Bescheid. l posten gewesen wären - . fehl „Was, zum Henker, ist der Herr Baron denn tobt?" Er schwieg, während ein finster. brohender Zug sein srägte er überlaut, „ba wirb au» einer Mücke wohl wieder sorgenvoll-tranrige» Geftcht überflog. ein Elevbant aemacht!" „Wie mag'» nur zugegangen sein, mein lieber Erichsen? Die Leute, welche in einer Gruppe zusammengestanden fragte Herr von Römhttd, den Förster bei Seite ziehend, hatten, blickten scheu zu ihm empor und gingen dann eiligst ihrer „wie^ Sie^sagen, haben Sie Ihrem Herrn eine andere Flinte ich nur Gewißheit hätte," murmelte Han» Justus, Aa, gnädiger Herr, mit einer Rehposten - La^ fick die Cigarre hinausschleudernd, und langsam durch'» Zimmer der Förster mit heiserer St mme en, ''er verlangte auch schretteud, „der Würfel ist gefallen, wüßte ich nur', ob ich Kugeln, eine derselben, diezenige, welche anderverabfolgten n-mannen hätte" Zahl fehlt, steckt noch in der von mir untersuchten Flinte. 6 Er dachte einen Augenblick nach, setzte dann seine leichte Herr von Römhild legte erschreckt die Hand auf seinen „fiebft 1"tief er^draußen einem Stallburschen zu, „komm «Erichsen, um Gotteswillen," flüsterte er erregt; „war «inmal ber l" soll dar heißen? Glauben Sie nicht an eine Selbstverletzung ? D« Bursche gehorchte. Der Förster sah ihn fest an und erwidert, dann leise: -Lauf, so schnell Du kannst, nach dem Forsthause und „Nein, gnädiger Herr!" , bring' mit Nachricht, wie's mit dem Herrn Baron steht, - „Aber wer kann diesen unseligen Schuß abgegeben aber ich rathe Dir, die Beine zu gebrauchen. Man soll's Dir haben ? Können Sie den Thäter bezeichnen ? änsschreiben, hörst Du?" Erichsen zuckte die Achseln- " Za gnädiger Herr!" — I „Sie glauben aber doch nur an einen Unglücksfall, an - 459 — irgend eine Ungeschicklichkeit oder Sorglosigkeit?- fuhr Römhild erregt fort. „Von der Jagdgesellschaft hat's sicherlich Niemand ge- than, gnädiger Herr!" erwiderte der Förster im bestimmten Tone. „Darüber können Sie sich beruhigen, was ich sozusagen wittere, ist ein Verdacht, der sich wohl bestätigen könnte, den ich aber nicht beweisen, folglich auch nicht aussprechen kann. Sie werden mir das zu Gute halten, gnädiger Herr!" „Gewiß, mein alter Freund, Gedanken sind zollfrei, so lange wir sie bei uns behalten. — Auch ich würde solchen Verdacht haben', wenn nicht gewichtige Gründe dagegen sprächen. Wünschen wir nur, daß der Baron ein Testament gemacht und fremden Gelüsten einen Riegel vorgeschoben hat." „Ja, gnädiger Herr," seufzte der Förster, „wünschen wir aber vor allen Dingen, daß mein guter Herr Rittmeister am Leben bleiben möge. Das aber schwöre ich," setzte er feierlich hinzu, „daß ich nämlich die Spur des mörderischen Buben, der die Kugel abgeschoflen hat, unablässig verfolgen werde, bi» ich ihn überführt habe." Herr von Römhild sah dem Alten, der in's Haus zurück- kehrte, mit großer Unruhe und Erregung nach. — Wen konnte er nur meinen? Es war kein Zweifel, daß er einen Verdacht gefaßt hatte, der auf eine bestimmte Spur leitete. „Wenn ich nicht wüßte, daß der famose Hans Justus an einer Selbstverletzung daheim vor Anker läge," murmelte er, schwer athmend, „dann wäre ich am Ende im Stande —" Er verstummte plötzlich, wie von einem neuen Gedanken erfaßt, der sein Gesicht aschfahl machte. „Zum Henker, so was habe ich ja nie gehabt," dachte er, sich gewaltsam zusammennshmend, „ich glaube meiner Treu, ich werde nervös wie ein zimperliches Frauenzimmer." Er ging mit heftigen Schritten in den Wald hinein, um das ungewohnte Gefühl erst abzuschütteln. Den Kopf gesenkt, die Hände auf dem Rücken, verfolgte er seinen Weg, von seinem großen Jagdhund begleitet, der die Ohren betrübt hängen ließ, al« theile er den Kummer seines Herrn. Plötzlich aber richtete der Hund den Kopf äufmerksam empor und knurrte zornig, worauf er gegen ein Gebüsch anfuhr und es mit wüthendem Gekläff umkreiste. Herr von Römhild wurde aufmerksam. „Was hast Du, alter Trump?" fragte er. „Laß die Jagd nur sein, es ist für heut' zu Ende. — Na, wer sind denn Sie?" setzte er mit gefalteter Stirn hinzu, als er eines Mannes in grober, doch anständiger Jägerjoppe gewahr wurde, der soeben hinter dem Gebüsch hervortrat und seinen dicken Stock zur Abwehr gegen den wüthend auf ihn eindringenden Hund benutzte. „Hierher, Trump!" Der Hund gehorchte knurrend. „Was haben Sie hier umherzulungern und zu suchen?" fuhr Herr von Römhild, den Fremden, der seine Jagdkappe abgezogen hatte, scharf musternd, in barschem Tone fort. „Um Verzeihung," erwiderte der Jäger, der kein anderer war al» Joe Eatton, „ich stehe im Dienste des Mr. Melwig auf Linbenhagen und habe nur einen Auftrag für den jungen Sir auf Alttnghof." „Weshalb suchen Sie ihn hier und erkundigen sich nicht erst auf dem Schlöffe nach ihm?" „Ich hörte doch unterwegs von der großen Jagd," grinste Joe mit einer wahren Galgenmiene, „wo konnte ich ihn denn anders suchen als hier?" „Sie scheinen auch aus Amerika zu stammen, wie Ihre Sprache verräth," bemerkte Römhild, ihn fest im Auge behaltend. „Yes, Sir, bin Vollblut-Amerikaner - hab' aber viel mit Dutchmen verkehrt und ihre Sprache erlernt." „So sind Sie also mit dem jungen Herrn von Alting herübergekommen?" inquirirte der alte Edelmann weiter. Dem braven Joe schien dieses Verhör nicht zu behagen, wie er überhaupt in diesem Augenblick eine solche Begegnung nicht erwartet haben mochte. Wenn nur der bissige Köter nicht gewesen wäre, der auch nicht die geringste Freundschaft für ihn zu empfinden schien, welche die Hunde ihm in der Regel zu Theil werden ließen, was er mit Blick und Wort oft genug erprobt halte. Trump, der neben seinem Herr« kauerte, bewachte jede seiner Bewegungen, wobei e» dem frechen Gesellen sehr ungemüthlich wurde- „Mit dem jungen Sir herübergekommen?" wiederholte er nachlässig, „nein, Sir, ich kam später, Mr- Melwig ist mein Herr — Sie können mir nun wohl sagen, wo ich den jungen Gentleman finden kann?" „Ich Schlöffe seines Oheims," erwiderte Römhild langsam. „Ein wunderlicher Zufall fürwahr, daß der junge Herr sich selbst verwundet und von der Jagd fernbleiben muß, während der alte Herr Baron hier im Walde angeschoffeu wird." „By Jove, das ist ein böser Zufall," rief Joe, eine betrübte Miene aufsetzend, „meinte, daß Beide gute Jäger sein müßten und calculire, daß fle ein Glas Wein oder Brandy zu viel getrunken haben. Steht's denn schlimm mit dem Gentleman?" „Der junge Herr hat's gut mit sich gemeint," versetzte Römhild, „der alte Herr Baron aber scheint mehr weggekriegt zu haben." „Na, zum Tode wird'» nicht sein," meinte Eatjon lauernd, „ein kleiner Streifschuß heilt bald. Ich calculire —" „Daß er durchkommt," fiel Herr von Römhild, sich dem Forsthause wieder zuwendend, ruhig ein, „ja, das hoffe auch ich und mit mir wünscht es ein jeder seiner Freunde und Untergebenen in der ganzen Runde." Er schritt zurück, von Truwp, der dem Gegner die fletschenden Zähne zeigte, knurrend gefolgt. Der alte Edelmann, der über diese Begegnung nach- grübelte, hielt es nicht sür rathsam, seinen schrecklichen Ver- dacht, den der Förster erregt und der durch den so unerwartet im Walde aufgetauchten fremden Amerikaner neue Nahrung erhalten hatte, irgend einem seiner vielen Freunde mitzuthelle«. Man würde ihn auslachen, ihm vielleicht gar einen Spitznamen beilegen. Nein, das ging nicht. Erichsen war so wie so von vornherein überzeugt, daß die Kugel in der Flinte, welche die durch ihn übergebene Zahl vervollständigte, ein Thatbeweis war, der jeden Glauben an eine Selbstverletzung ausschloß. Diese Gewißheit folterte den einfachen Landedelmann wie ein Verbrechen, bis ihm plötzlich wie eine Erleuchtung der Gedanke an den Notar -kam. Dieser Jurist, der das volle Vertrauen, ja, sogar die Freundschaft des alten Barons von Alting in einem hohen Grade befeffen hatte, konnte am besten das Für und Wider der entsetzlichen Verdachtes, dem der Förster einen festen Untergrund gegeben hatte, beurtheilen. Der Notar war aber noch nicht wieder zurückgekehrt, weil er auf der Station hatte bleiben müssen, um den Arzt im Wagen mitzubringen. Es hatte sich. glücklich getroffen, daß dieser sogleich nach Empfang des Telegramm« einen zur Abfahrt bereitstehenden Zug hatte benutzen können und somit früher eintraf, als zu erwarten war. Die Herren, welche ohne das ärztliche Resultat nicht heimkehren wollten, athmeten auf, al» der Erwartete mit dem Notar erschien. Es mochte sicherlich die höchste Zeit sein, da der Verwundete noch nicht zum Bewußtsein, ja, nicht einmal zu der leisesten Lebenr-Aeußerung gelangt war. Als die geschickt geführte Sonde des Arztes die Kugel herauszog, zuckte der Baron unmerklich zusammen. Dann wurde der Verband angelegt und der Verwundete in's Bewußtsein zurückgebracht. Doch war sein Blick wirr und trübe, kein verständnißvoller Strahl für seine Umgebung darin zu finden. „Haben wir Hoffnung?" fragte Ellen mit zitternden Lippen- „Danken wir Gott, daß noch Leben vorhanden ist, Baronesse!" erwiderte der Arzt sehr ernst. „Sie werden doch nicht wieder abreisen, Herr Doctor?" „Nein, ich habe bereits auf der Station ein Telegramm nach F. gesandt, um mein Hierbletben zu melden, da meine Gegenwart hier dringend nothwendig ist." - 460 Auch der Barbier mußte zur besonderen Dienstleistung | und Krankenpflege im Forsthause bleiben, weil ein Transport des Barons gänzlich ausgeschlossen war. Der Förster, der bei der Operation zugegen gewesen, hatte die Kugel sofort an sich genommen und den Herren, die draußen aus Bänken und Stühlen Platz genommen hatten und Kaffee tranken, später die nöthige Mittheilung gemacht. „Er kommt also durch, Gott sei Dankl" Das war das erste Gefühl, das sich jetzt Bahn brach. „Er lebt wenigstens noch, meine Herren," setzte der Notar mit einem Seufzer hinzu, „hoffen wir das Beste." (Fortsetzung folgt.) GeineinnÄtziges. AllzuhLustges Begießen der Zimmerpflanzen vermeide man. Man überzeuge sich zuerst, ob wirklich die Trockenheit der Topferde eine derartige ist, daß sie eine Bewässerung nöthig hat- Dies läßt sich dadurch prüfen, daß man ein wenig Erde zwischen den Fingern zerreibt, die sich wie trockener Staub anfühlen muß, wenn sie wirklich aus- getrocknet ist. Das Grau-Aussehen der Erde ist kein sicheres Merkmal dafür, daß sie gänzlich trocken geworden ist, denn ein sehr sandiger, überhaupt mehr leichter Topfpflanzenboden erhält leicht, wenn seine oberste Schicht bereits trocken zu werden beginnt, eine grüne Farbe. Bei frisch verpflanzten oder neu etngetopften Gewächsen verwende man nur eine feinlöcherige Gießkannenbrause, außerdem würde die noch fein- krümelige Erde sehr bald durch das harte Ausprallen des aus dem Gießkannenrohre hervorsprudelnden Wasserstrahls zu- sammengedrückt werden, eine bindige, undurchlässige, oberste Schicht bilden. ♦ Birnen brau« zu rochen- Gute Birnen werden geschält, in der Mitte durchgeschnitten und, nachdem das Kerngehäuse entfernt, in Wasser gelegt. Dann thut man etwas frische Butter nebst etwas Zucker in eine Kasserole und legt die Birnen ohne weitere Flüssigkeit als das Wasser, das daran geblieben ist, hinein. So läßt man sie langsam dämpfen und streut, wenn sie anfangen braun zu werden, noch etwas Zucker darüber. # e * Schwarzer Lack für Metall uud Holz. Ein solcher wird hergestellt, indem man 500 Gramm Methylalkohol und 90 bis 100 Gramm Gummilack (pulverisirt) in einem Gefäße und 500 Gramm Benzol (Steinkohlenbenzin) mit 100 Gramm gepulvertem Asphalt in einem anderen Gefäße mischt. Diese Mischungen bleiben unter öfterem Umrühren zwei bis drei Tage stehen, worauf man dieselben zu gleichen Theilen vereinigt und mit feinem Ruß vermischt; ist die Farbe zu dick, so kann man dieselbe mit einer Mischung aus gleichen Theilen Alkohol und Benzol verdünnen. Um alte Häringstonnen als Pflanzenkübel benutzen zu können, braucht man sie nut so lange mit mehrmals erneutem Wasser, z. B. unter einer Dachtraufe, auszulaugen, bis sie nicht mehr nach Häring riechen. Will man ein Uebriges thun, so rühre man in das letzte Wasser noch etwas gelöschten Kalk ein und schwenke die nach einigen Tagen wieder rein gespülte Tonne schließlich mit etwas in Wasser aufgeschlämmtem Superphosphat aus. Humoristisches. Zartes Spiel. Clavierlehrer: „Aber, mein Fräulein, Sie'spielen das Notturno noch viel zu stark! Sie müssen diese Stelle so hinhauchen, daß die Fensterscheiben anlaufen l" ♦ Collegial. Arzt: „Morgen hab' ich etwas Wichtiges vor, ich werde um die Hand einer reichen Erbin anhalten I" — College: „Das wird jedenfalls Deine rentabelste Sprechstunde fein!" * # ♦ Pietätvoll. Köchin: „Hier haben Sie einen Groschen, guter Mann. Aber sagen Sie 'mal, wer ist denn der andre Mann, den man beständig in Ihrer Begleitung steht?" — Fechtbruder: „Das ist mein alter Fechtlehrer I" ♦ Selbstbewußt. Lieutenant: „Was haben denn gnädiges Fräulein für ein interessantes Buch?" — Fräulein: „Das ist mein Tagebuch!" — Lieutenant: „Dann lesen gnädiger Fräulein einmal.etwas von mir vor!" Schlagfertig. Mann: „Weib, Du hast einen richtigen Dickkopf!" - Frau: „Und der bist Du!" ♦ Selbsterkenntniß. Erster Gast: „Ich glaube wirklich, daß es viele Hunde gibt, die mehr Verstand haben als ihre Herren!" — Zweiter Gast: „Ja, darin haben Sie freilich recht! So ein Hund ist eben mein Hector!" Literarisches Das Kind im Elternhause. Die medicinische Wissenschaft hat eS schon längst aufgegeben, als eine Geheimkunst betrachtet werden zu wollen, die sich hinter lateinischen Ausdrücken verschanzt und sich in die Nebelschleier zünftigen Geheimnisses hüllt. Gerade die besten und edelsten Geister der ärztlichen Welt, die hervorragendsten Führer auf dem Gebiete der Heilwissenschaft haben es sich angelegen sein lassen, das medicinische Wissen wenigstens in seinen Grundzügen volksthümlich zu gestalten und auch dem Laien verständlich zu machen. Sie haben mit autem Rechte als eine Hauptaufgabe der Heilkunde nicht nur die Gesundung Kranker, sondern vielmehr die Verhütung von Krankheiten erkannt. Nicht nur den kranken Menschen gesund zu machen, sondern den gesunden Menschen gesund zu erhalten, ist Zweck und Ziel des ärztlichen Berufes. Um dahin zu gelangen, ist es aber nothwendig, daß die ganze Constitution des Menschen von allem Anfänge an auf eine vernünftige Grundlage gestellt werde — von Kindheit an muß darauf gesehen werden, daß die Naturkräfte im Menschen sich ungehemmt entwickeln. Und da ist es nun mit großer Freude zu begrüßen, daß ein anerkannter Fachmann den Eltern mit Rathschlägen an die Hand geht, wie sie ihr Kind gesund erhalten und zu kräftiger Entfaltung gelangen lassen können. Dr. Carl Hochsinger, der Abtheilungsvorstand im ersten öffentlichen Kinder-Krankeninstitute in Wien, hat soeben bei Franz Deut icke in Wien ein Buch erscheinen lassen, das sich »EestMvheiiS« pfleg« des Kinde» im Elternhause" betitelt und in klarer und liebenswürdiger Form, ohne Pathos und Phrase der jungen Mutter den Weg weist, wie sie das Gedeihen ihres Kindes von seiner Geburt an bis über die Schulzeit hinaus durch moderne und practische Hygiene fördern kann. Das Buch soll absolut nicht ein gedruckter „Hausarzt" sein, der den Kinderarzt überflüssig zu machen glaubt — im Gegen- theile, zu wiederholten Malen wird die Nothwendigkeit der Heranziehung eines Arztes betont. Energisch rückt Dr. Hochsinger gewissen Aberglauben und Vorurtheilen in der Kindererziehung an den Leib, so erklärt er die krankmachenden Einflüsse der Zahnung als Ammenmärchen, bekämpft überzeugend die seit Generationen eingebürgerte Hebammenweisheit, ist gegen das frühzeitige Abhärten des Säuglings und verurtheilt die allzufrühe Inanspruchnahme der geistigen Sphäre des Kindes re. Seine Rathschläge lassen den erfahrenen Kinderarzt erkennen, der ein gesundes, kräftiges Geschlecht heranziehen will. Getrost kann sich jede noch so unerfahrene junge Mutter vom ersten bis zum letzten Capitel Rath und Hilfe aus dem Buche holen. Es ist ein Buch für Mütter, dessen Seetüre nicht nur amüsant, sondern auch von wirklichem Nutzen sein wird. Wir wünschen nur, daß dieses Buch nicht das Schicksal vieler ernst zu nehmender Werke theilen möge; es verdient, daß die Mütter es loben und lesen. Preis des Buches Mk. 3,60, elegant gebunden Mk. 4,60. Anstrich und Verzinkung. Ein dreimal mit Men- niae gestrichenes Schwarzblech hält etwa zwanzig Jahre und muß während dieser Zeit alle drei bis vier Jahre neu gestrichen werden. Die Kosten sind dann gleich einem verzinkten Blech, aber für das letztere kann man sicher auf eine hundertjährige Dauer rechnen. Redaction: A. Gcheyda. — Druck und «erlag der Brühl'scheu UniverstMS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Stegen.