ftdj nicht nur e Schönheiten n griechischer, je Mythologie Schau stellten. daß fie ihn Salon neben eidewand war n dem Neben« n. agte Barrar, ist ein Mann e die Person, ete der Direc« | le eifersüchtig, nee entworfen ,m vorzulegen, Lasten Deinem ortete Director i." brutal. „Er Todesurtheile lespteire, Ihr chluß folgt ) büchseo. Nachdruck verboten). eher leichtsinnige b Trinken durch erden wir häufig r msere Nahrungs- l mentlich bei den ' ) er von Magen- , i Nachforschungen : russindig machen l nur in den ab- g ohne Nachtheil« ■ halten. en, welche häufi rs Fleisch in den- o zersetzt es sich die von den Ehren zugleich Gasr ßen wölben. So- e einfache Regel, tt noch einmal zu i machen. Hierzu gebohrt werden, e einmal entstan- rige Kochen nicht rals Büchsen mit ist es, wenn d« das Fleisch gleis en sich nach b» it den Deckel ei« Prüfung des In- Büchse muß voll- •T 2. Büchsen mit Sardinenbüchsen :in; 3. Der Büch- t, nach der Oesf- ! ungeeignet zum sich frei von der Niger Weise einer i) in Gießen. der verwittweten Frau vr. Weiler. Steuer, eine hohe, kräftige Gestalt, von edlem Character und mildem, freundlichem Blick, führte vor 22 Jahren feine Frau nach Lindenheim. Für die jungen Leute begann eine glückliche Zeit, eine Zeit des seligsten Glückes im Frieden und Sonnenschein; denn Frau Louise liebte ihren Gatten über Alles und auch Steuer wünschte, daß dieses Glück kein Ende nehmen möchte. Aber wie es auf unserer Erde keine Vollkommenheit gibt, auf Sonnenschein Schatten, auf frohe Stunden oft bittere Tage folgen, so war es auch auf Lindenheim, in diesem Herr- lichen Thale, in diesem Paradiese. Kaum ein Jahr war nach der Hochzeit vergangen, da standen eines Tages die oberen Fenster der großen Stube weit geöffnet, in deren Mitte ein schwarzer Sarg stand. Morgen soll sie zur ewigen Ruhe gebracht werden, sie, die ihrem Manne unendlich viel Glück und nun namenlosen Schmerz verursacht hatte. Sie, die in ihrem größten Glück ihrem Gatten eine Tochter schenkte, mußte dahingehen und Den, den sie über Alles liebte, ließ sie zurück in tiefem, bitterem Schmerz. , t , Wie abwesend ging Steuer tagelang umher, und wie gerne wäre er seiner Frau gefolgt in ein unbekanntes, befferes Land, wo es keine Unbeständigkeit gibt, wo Alles ewig und unvergänglich ist. Aller Trost, den ihm aufrichtige Menschen, mitfühlende Herzen von Nah und Fern brachten, war auch vergebens und dennoch mußte er leben, mußte er weiter arbeiten um feines Kindes, feiner Hertha willen. Ruhe wollte er sich schaffen durch fleißiges Arbeiten, um seinem Herzen wieder den Frieden zu geben. Er las die goldenen Worte feines großen Kaisers: „Bei allem Guten, welches mir zu Theil wird, will ich dankbar auf Gott blicken und bei allen Nebeln, die mich treffen, will ich mich Gott unterwerfen, fest überzeugt, daß er überall mein Bestes beabsichtigt/ Und was der Oberförster so nöthig brauchte, was er bedurfte zum Weiterarbeiten und Vorwärtsstreben, das wurde ihm — ein seliger Trost, eine innige Ruhe, ein stiller Friede. Wenn die lichten Streifen am östlichen Horizont den neuen Tag verkündeten, dann war der Oberförster schon in seinen Forsten, und der Förster Rudow, in deffen Belauf die Oberförsterei lag, hat ihn oft in stiller Andacht unter jener Samstag öm 31. August, 0 Nr. 103. 1S95. LkMskMUsr k'BCker UntrrhaUmlgsblatt zum Gießener Anzeiger (General-Anzeiger). Ihr Vermächtniß. Roman von Maximilian Moegelin. (Fortsetzung.) Lange gedachten die Freunde noch der schönen Stunden an der Limat, bis sie längst den Rückweg angetreten. „Apropos," sagte Hellmuth, „am nächsten Samstag über acht Tage hat unser Verein einen Maskenball, den wirst Du mitmachen; natürlich gehen wir unmasktrt. Du wirst dort einige alte Freunde und Bekannte wiedersehen. Denke Dir nur, unsere Kanone, der dicke Lenzmann vr. philosophiae et medicinae, bet lange Zeit nicht wußte, in welcher Wiffen- schast er die Welt beglücken sollte, ist jetzt Arzt in Zoppot. Auch Felix Heine, unser langer Jugendfreund, ist kürzlich zum Hauptmann befördert; er steht bei den nämlichen Pionieren, wo auch ich," und Hellmuth warf sich in die Brust, „nach letzter Hebung als Lieutenant hervorgegangen bin." Arthur gratultrte nachträglich und versprach zu kommen. So freuten sich die Freunde des Wiedersehens noch einige Stunden bis zur Zeit der Abfahrt. Auf ewige Freundschaft und frohes Wiedersehen waren ihre letzten Worte und der Ingenieur fuhr froh bewegt zurück nach Danzig. Zweites Capitel. Mitten im Walde, versteckt im herrlichsten Thale, an einem reißenden Bache, über deffen Ufern sich Weiden und Erlen neigten, liegt die Oberförsterei Lindenheim. Zwei hohe, schöngewachsene Linden stehen vor den Haupteingange, über dessen Thür das Geweih eines Achtzehnenders angebracht ist. Rings um das Haus herum, bis ziemlich zum Dach hinauf, hat der wilde Wein feine Ranken ausgebreitet. Nach der Morgenseite zu liegt ein prächtiger Garten, welcher durch einen hohen Tannengang, der sich bi» in den Wald hineinzieht, getheilt wird. Das ganze Lindenheim ist umgeben von einem natürlichen Zaun aus Rothbucheu und Tannen. Hier auf diesem herrlichen Fleckchen Erde, auf welches ein Stückchen Himmel gefallen und das der selige Oberforstmeister Gerhard seine Perle von Westpreußen nannte, lebte der Oberförster Steuer mit seiner Tochter und seiner Cousine, 410 hohen Buche am kleinen Weiher gesehen, die der Lieblings- ä platz seiner Frau war. Dem alten Förster aber wurde sehr weh um's Herz, und mit Thränen wandte er fich weg. Jahrelang bewahrte er dies, sein Geheimniß, denn er liebte seinen Vorgesetzten und ehrte das Andenken jener Frau, die stets lieb und freundlich zu ihm wie auch zu Jedermann war. Wieder ist ein Jahr dahingegangen, und wer den Ober- sörster in dieser Zeit nicht gesehen, wird ihn nur schwer wiedererkannt haben. Vollständig ergraut sah man ihn durch seine Forsten meistens gehen oder reiten. Seine hohe Gestalt mit dem langen grauen Barte gab ihm das Ansehen eines Patriarchen, und obschon ihm die Regierung die Stellung eines revidirenden Forstmeisters angeboten hatte, so lehnte er doch dankend ab, denn er wollte in Lindenheim leben und sterben. Als Hertha vier Jahre alt war, nahm ihr Vater seine Cousine, die Frau Dr. Weiler in Lindenheim zur Erziehung seiner Tochter auf. Tante Doctor, wie sie Hertha nannte, war eine ältere Dame, die vor Jahren ihren Gatten, der Gymnasiallehrer in Königsberg war, verlor. Seit dieser Zeit lebte sie von ihrer geringen Pension bei ihrer Schwester, der verwittweten Frau Kapitän Roberts in Memel. Diese Damen lebten in stiller Zurückgezogenheit, und als auch Frau Roberts starb, hinterließ sie ihr gesammtes Vermögen von ungefähr 35,000 Mark ihrer einzigen Schwester. Frau Dr. Weiler war eine äußerst sparsame und stolze Dame, die sich sehr bald in Lindenheim einlebte. Hertha erhielt eine sorgfältige Erziehung und kam mit dem zwölften Jahre nach Königsberg in Pension. Der Oberförster, der mit ganzer Liebe an seiner Tochter hing, wie auch diese an ihrem Vater, wollte es an ihrer Erziehung an nichts fehlen lassen. In erster Linie sollte sie aber eine tüchtige Hausfrau werden. Nach ihrer Confirmation war sie einige Zeit in Bromberg, wo sie noch besonders in der Musik ausgebildet wurde. Dann lauschte sie dem Lette-Verein in Berlin verschiedene Künste ab und kehrte dann zurück nach ihrem freundlichen Lindenheim, nach dem sie sich auch schon recht sehr sehnte. Mit inniger Freude betrachtete Steuer seine schöne Tochter, die wie die Haideblume heranwuchs und in der ganzen Umgebung die Rose von Lindenheim genannt wurde. Um seine Tochter mit dem gesellschaftlichen Leben und Treiben vertraut zu machen und um die Geselligkeit wieder zu pflegen, wurde mit einigen Nachbarn verabredet, wöchentlich einmal und zwar des Mittwochs Spätnachmittags eine Zusammenkunft zu arrangiren. So verlebte man den ersten Abend beim Rittergutsbesitzer von Wtldenau auf Wildenau; dann folgte der Amtsvorsteher Thielemann, dann schloß sich der Mühlen- befltzer Ribold auf Heydefließ an und den Schluß machte Lindenheim. Diese Abends waren meist froh und heiter. Die Damen des Hauses tauschten ihre Erlebnisse aus, die junge Welt mustzirte, sang oder spielte, und die alten Herren vereinigten sich zum Seat, vergaßen aber auch die Landwirth- schaft und die Politik nicht. Solch ein Mittwoch Abend verging oft nur zu schnell und wenn die Herrschaften schon auf ihren Wagen saßen, dann hieß es gewöhnlich: „Gute Nacht, gute Nacht, auf frohes Wiedersehen am nächsten Mittwoch." Hertha war in der Wtrthschaft sehr thätig; sie half drinnen und draußen, was ihrem Vater wohl gefiel, doch der Tante Doctor gar nicht paßte. Besonders wenn Hertha sich in der Außenwirthschaft thätig zeigte und für jeden Menschen ohne Unterschied freundliche Worte hatte. Als einmal der Kuhjunge erkrankte, brachte sie ihm selbst den Thee und ordnete an, war für seine Gesundheit heilsam war. Tante Doctor schüttelte nur den Kopf, denn wie man sich so weit vergessen konnte, war ihr unklar. — Westlich von Ltndenheim war dichter Laubwald mit vielen fischreichen Seen. Auf dem schönsten Weiher hatte Hertha ihr Boot, in dem sie ohne Furcht ruderte. Oft trieb sie den Nachen in das Schilf, freute sich der Natur und wünschte, daß dieses Glück an der Seite ihres Vaters nie ein Ende nehmen möge- Auf der Ostseite der Oberförsterei zog sich ein prächtiger Nadelwald die Anhöhe hinauf. Herrliche alte Bestände wechselten mit Schonungen verschiedener Jahrgänge, deren jede von einer Birkenrabatte umgeben war. Aber droben auf dem Berge am hohen Holz bietet sich dem Auge ein Panorama, wie man es weit und breit im Lande nicht findet. Unten im tiefen Thals liegen freundliche Ortschaften, an denen die Eisenbahn vorüberzieht, als sähen wir sie gleich^ einem Spielzeug unter'm Weihnachtsbaum. Bäche schlängeln sich wie Silberfäden durch die Flur und bringen ihr Wasser der mächtigen Weichsel. Im fernen Osten, wo der Himmel fich zur Erde neigt, dort, wo matte Streifen waldige Höhen mar- iren, ist die Grenze unseres Vaterlandes, und jene Waldungen gehören schon unfern mächtigen Nachbarn, den Russen. Hier an der Stelle, wo der Grenzstein die Jagen 14 und 15 anzeigt, hier, wo der Wanderer nicht müde wird, hinabzuschauen n's herrliche Thal, unter der hohen Tanne, ist Hertha» Lieblingsplatz. Sobald es die Jahreszeit erlaubt, weilt sie hier fast täglich, aber besonders des Sonntags, wenn sie au» irr Kirche kam, dann mußte der Kutscher rechts abbiegen und allein nach Hause fahren. Im Juli zum Reiherschießen oder zur Zeit der Jagden im Herbst war das stille Lindenheim kaum zu kennen. Da kamen die befreundeten Gutsbesitzer aus Nah und Fern, die ebensowenig fehlten wie die geladenen Offiziere aus den nächsten Garnisonen. Curt von Walten, der schneidige Husarenlteutenant und Neffe des Oberförsters, brachte auch noch Freunde mit, und dann gab es ein lustiges Leben und ein tolles Knallen im weiten Waldrevier. Hertha, die in diesen Tagen keine Festtage erblicken konnte, war gerade das Gegentheil von Tante Doctor. Feine und reiche Leute, die sie mit Liebenswürdigkeiten überschütteten, das war ihr Fall. Aber es konnte auch nicht ausbleiben, daß viele nach den Jagden wiederkamen, um mit ernsten Ab- sichten um Herthas Gunst zu werben. Aber Hertha blieb stets dieselbe; sie trug kein Verlangen, sich an einen Mann zu ketten, und wenn sie trotzdem Curt von Waltens Braut wurde, so war dies ausschließlich Tante Doctors Werk. Curt war ein hübscher Mann, um den sich viele Damen bemühten. In seinen Kreisen war er gern gesehen; er sehlte nur selten auf einem Balle oder in einer Gesellschaft, und manches Herz, das große Hoffnung hatte, einst die Baronin von Walten zu werden, blieb geknickt zurück. Er hatte auch durchaus nicht den sesten Willen sich zu binden, und wenn er sich dennoch mit seiner Cousine verlobte, so war e« ihre große Schönheit und ihr lauterer Character, aber vor Alle» reizte ihn ihre Ruhe und Gleichgültigkeit, denn sie kam ihm nicht so entgegen, wie er es gewohnt war. Hertha entschloß sich nur schwer zu diesem Schritte, denn ihr Herz fühlte noch nicht das Bedürfniß, sich zu binden. Aber Tante Doctor machte es ihr begreiflich, daß sich die Liebe in der Ehe finde, und daß es nicht ewig so auf Lindenheim gehen könne. „Du bist dazu bestimmt, wie jedes andere Mädchen," sagte sie, „das ist nun einmal der Welten Lauf, und eine bessere Partie dürfte sich Dir wohl schwerlich bieten. Bedenke doch, Hertha, Curt ist der einzige Erbe von Schloß Walten mit seinen großen Ländereien und seinem Vermögen; und wenn Du auch sagst, daß Du Dir au» dem Gelbe nichts machst, so weißt Du noch nicht, daß es der einzige Factor ist, m den sich alles dreht. Geld macht das Leben schön und an« genehm. Vertraue mir, Hertha, denn ich bin arm in die Ehe gegangen und durch die lange Krankheit meines Manner waren viele Schulden nach seinem Tode, die ich nach und nach abzahlen mußte von seiner geringen Pension. Heute freilich, nachdem ich meine Schwester beerbte, könnte es mir wohl so leicht nicht schlecht ergehen. Dein Vater kann sterben und wird nicht viel hinterlassen, oder meinst Du vielleicht mit Mustziren, mit Sticken u> s. w. durch die Welt zu kommen?" „ , , ~ Hertha weinte bitterlich, ste erbat sich drei Tage Be denkzeit und gab schließlich ihr Jawort. Der Oberförster, der seinen Neffen wohl sür etwa» leichtbeschwingt, aber sonst sür einen guten Menschen hielt, wollte seiner Tochter freu Wahl lassen. 411 Alsbald wurde auch die Verlobung gefeiert, aber sie war wie ein Feuer, das nicht recht brennen wollte, sie war ein Ereigniß wie so viele im Leben, wo das Herz nicht mitspricht. * • Ein Jahr später saß der Oberförster eines Abends am Ofen und blickte unverwandt auf die Uhr, deren langer Pendel im Gehäuse langsam hin- und herging. „Der Zug scheint sich verspätet zu haben," sagte er zu feiner Cousine, die gerade den Strumpf, an dem sie strickte, auf den anderen legte, um zu messen, ob er bald bis zur Hacke sei. „Curt wird vielleicht auf Walten sein und Hertha kommt dann mit dem Nachtzuge," bemerkte Frau Doctor Weiler, ohne aufzusehen. „Ich kann mir das kaum denken," erwiderte der Oberförster, „denn sonst wäre wohl eine Depesche gekommen." (Fortsetzung folgt.) Madame Sans Gtzne. Jtoman «ich Bictoeie* Sardou unb F. SR#»«««* Deutsch ww Äb«(e Berg««., (Schluß.) „Ich habe die Todesurtheile unterzeichnet, ohne sie zu lesen, so wie Robespierre meine Angriffspläne unterzeichnete, ohne einen Blick darauf zu werfen. Wir haben Jeder der Revolution gedient. Die Nachwelt wird uns richten," bemerkte Carnot. „Geh', Blutdürstiger!" rief Barras. „Adieu, Du, der Du Dich in Ueppigkeit und Gold berauschest," antwortete Carnot. „Ich wiederhole, ich fürchte den Ehrgeiz Bonaparte», aber ich widersetze mich nicht, daß Du ihn zum General in Italien ernennst. Eigentlich war er ja auch ein Terrorist, ein Schützling der Jakobiner, ein Königsmörder wie Du und ich. Belohne ihn, das ist Deine Sache! Aber ich glaube nicht, daß er so tugendhafte Ansichten hat, wie Du annimmst. Am 13. Vendsmiaire hat er nicht Rom gerettet, sondern Byzanz." Und das ehemalige Mitglied des Wohlfahrtsausschusses entfernte sich, indem es heftig die Thür zuschlug. Barras hob die Portiöre und sagte lächelnd zu Josefine: „Schöne Vicomteffe, welche glücklichen Umstände halten Sie von dem Feste ab und was verschafft mir die angenehme Ueberraschung dieser geheimen Unterredung?" Etwas beunruhigt, gestand ihm Josefine den Zweck ihres Kommens. „Mein lieber Director, ich soll mich wieder verheirathen! Was halten Sie davon?" „Ich denke, daß Sie Einen glücklich machen werden. Darf ich wissen, wer der Mann ist, auf den Sie Ihren Blick geworfen haben?" „Sie kennen ihn, es ist der General Vendsmiaire," sagte Josefine lächelnd. „Bonaparte ist ein Mann der Zukunft, ein Artillerist »fier Klaffe — wenn Sie ihn, so wie ich, zu Pferde gesehen hätten, wie er auf den Stufen von St. Roch seine Kanonen gegen die Sectionisten ausfuhr, wären Sie überzeugt, daß ein so tapferer Mann ein ausgezeichneter Gatte sein muß. O, er ist unerschrocken. Ich war an seiner Sette und die Sectionisten unterhielten ein teufliches Feuer," sagte Barras, als spreche er mit sich selbst. „Es ist gut," meinte Josefine, „er will den Waisen Alexander von Beauharnais ein Vater sein und seiner Wittwe ein Gatte." „Das ist sehr lobenswerth; aber lieben Sie ihn?" „Ich will offen gegen Sie sein- Nein, Liebe empfinde ich nicht sür ihn." „Empfinden Sie Widerwillen gegen ihn? Freilich, hübsch ist er nicht." „Ich empfinde gegen ihn weder Widerwillen noch Zuneigung. Ich befinde mich in einem Zustande der Lauheit, der mir mißfällt. Diesen Zustand erachten die Frommen — Sie wissen, in Martinique, meiner Heimath, hängt man sehr an der Religion — sür den schlimmsten. Die Liebe ist auch ein Cultus, Barras! Sie erfordert Glauben und bedarf der Rathschläge, der Aneiferung, um zu glauben, um inbrünstig zu sein. Aus diesem Grunde bitte ich um Ihren Rath. Meiner nachlässigen Natur war es immer ermüdend, einen Entschluß zu faffen, ich habe es mein ganzes Leben bequemer gefunden, dem Willen Anderer zu folgen." „Dann muß ich Ihnen also befehlen, den General zu eine Frau machen heirathen?" „Rathen Sie mir es nur. Ich bewundere den Muth Bonapartes, er hat am 13. Vendsmiaire die Gesellschaft gerettet. Aber ich fürchte mich ein wenig vor ihm." „Sie sind nicht die Einzige, alle meine Collegen scheuen ihn, Carnot, ein Terrorist, ein Blutdürstiger, ein Mitschuldiger Roberpierres, verabscheut ihn, weil er aus ihn eifersüchtig ist und ihn fürchtet." „Wenn er die Directoren einschüchtert, können Sie sich denken, was für einen Eindruck er auf UlUtj» „Sie werden sich daran gewöhnen und außerdem — sagten Sie nicht, daß er Sie liebt?" „Ich glaube, daß er sehr in mich verliebt ist, aber, Barras, unter Freunden kann man sich solche Geständnisse macken: Kann ich, nachdem ich die erste Jugend hinter mir habe, hoffen, diese heftige Zärtlichkeit lange zu bewahren?" „Sorgen Sie nicht um die Zukunft! Sie werden mit ihm den Ruhm theilen können, welcher den Obercommandanten der schönsten Armee der Republik krönen wird." „Mein lieber Barras, was wollen Sie damit sagen," fragte Josefine überrascht, sich des Streites mit Carnot er- innernd, den sie angehört hatte und dessen Gegenstand der General Bonaparte gewesen- „Ich will sagen, daß Sie, wenn Sie Bonaparte heirathen, die glücklichste der Frauen sein werden, so wie Sie jetzt eine der schönsten Königinnen der Schönheit unserer Republik sind — und als Hochzettsgeschenk werde ich, Ihr alter Freund, auch als Dank gegen den General, weil er mir die Aufständischen so gut niedergefeuert hat, in Ihren Hochzeitskorb einen schönen Schmuck legen." „Wirklich? Was denn? Eine goldene Agraffe mit Diamanten, wie die schöne Madame Tallien sie trägt?" „Etwas Besseres — das Obercommando der italienischen Armee I — Aber man muß sich über meine Abwesenheit vom Feste wundern," sagte Barras, sich an dem Erstaunen Josefine«» weidend. „Nehmen Sie meinen Arm und kehren wir in die Salons zurück. Ich will der Erste sein, der Bonaparte zu seiner Heirath und zu seinem neuen Commando gratulirt." Und die Wittwe Beauharnais mit sich ziehend, die über die ihr aufgedrängte Entscheidung und die unschätzbare Gunst, die der allmächtige Director ihrem künftigen Gatten gewährte, ganz erstaunt war, kehrte Barras majestätisch in die lichtfunkelnden, mit Blumen und schönen Frauen geschmückten Salons zurück. Bonaparte 'wurde am 23. Februar 1796 zum General en chef der italienischen Armee ernannt. Carnot hatte stch in den Rath Barras gefügt. Am 9. März, also wenige Tage später, wurde die Hochzeit des Generals und der Wittwe Beauharnais gefeiert. Die ganze Periode des Lebens Bonapartes war nur ein Fieber der Liebe, man steht ihn buchstäblich in Anbetung seiner Josefine versunken. Er überhäufte sie mit seinen Liebkosungen, er vergaß die Sehnsucht nach dem Kriege, nach dem Ruhme, nach der Macht, welche seine Nerven das ganze Leben überreizten. Er war nicht mehr derselbe Mann. Er zitterte, stammelte, lachte und weinte. In dieser Besitzergreifung Josestnens lag etwas wie Wahnsinn und Bezauberung. 412 - In dem Trauungrschein hatte Bonaparte aus Galanterie, um den Altersunterschied auszugleichen, sich um zwei Jahre älter gemacht und Josefine aus Koketterie in ihrem Heimaths- schein, da ein regulärer Geburtsschein fehlte, sich um vier Jahrs verjüngt. Diese List einer hübschen Frau, die neben dem jungen Gatten nicht zu alt erscheinen mochte, sollte für Josefine zur Zett der Scheidung, um die Gesetzlichkeit dieses Vorganges einigermaßen zu rechtfertigen, furchtbare Folgen haben. Bonaparte nahm das Fieber feiner Leidenschaft mit sich, als er nach Italien eilte, wo die wunderbarsten Triumphe ihn erwarteten. Josefine aber weigerte sich lange, sich nach Italien zu begeben, wohin er sie unablässig berief. Bonaparte, durch die Abwesenheit der Geliebten überreizt, kam auf die tollsten Gedanken: Er sprach davon, sein Commando niederzulegen, seine Demission zu geben und nach Paris zu seiner Josefine zu eilen, wenn sie sich nicht entschließen wolle, zu ihm zu kommen. Sie willigte endlich schweren Herzens ein, jenes Paris zu verlassen, das ihr so am Herzen lag, und sich auf den Weg zu machen. Es ist bekannt, daß Napoleon in Italien und dann in Egypten märchenhafte Waffenthaten vollführte und 1799 als ein sieggekrönter Heros nach Frankreich zurückkehrte. Hier bereitete er den ersten Staatsstreich vor, welcher ihn am 18. Brumaire zum ersten Conful machte, eine Würde, die nur eine Staffel zum Kaiserthron bildete. An jenem denkwürdigen 18. Brumaire (dem 9. November 1799) waren schon um 6 Uhr früh die getreuen Generäle um Bonaparte versammelt. Sie waren unentbehrlich zur Ausführung des Staatsstreiches. Napoleon wandte sich mit besonderer Wärme an Lefebvre, dessen republikanische Gesinnung er kannte, und schenkte ihm einen herrlichen, mit Edelsteinen besetzten orientalischen Säbel, eine Trophäe vom egyptischen Feldzug. Der geschmeichelte Lefebvre nahm das Geschenk an. Und der Staatsstreich am 18. Brumaire wurde vollzogen. ... Catherine war entzückt über den herrlichen Säbel. „Es ist nur ein Paradestück," sagte der General, „für die Schlacht behalte ich meinen alten Säbel I Wir Zwei — Du und ich — bleiben, was wir sind. Wir werden keine Höflinge! Bonaparte ist auch nur ein Emporkömmling wie wir." „Donnerwetter," sagte Sans'GSne, „wir werden uns nicht geniren — nicht einmal, wenn Du Marschall wirst." Der General Lefebvre, entzückt von ihrem resoluten Wesen, gab ihr einen derben und zärtlichen Kuß. Ganz so zärtlich und derb hatte er sie geküßt, als sie noch Wäscherin war — die nunmehrige Generalin — Sans-Gene! Hygienische Bedeutung des Obstes. Von Dr. Hans Fröhlich. (Nachdruck verboten). Die zahlreichen wohlduftenden und wohlschmeckenden Obstarten, welche jetzt in Gärten und Wäldern -das Auge erfreuen und den Appetit reizen, sind von der medizinischen Wissenschaft schon frühzeitig in ihren ehemals so überfüllten Arzneischatz aufgenommen worden. Namentlich im Fieber wandten die Aerzte das Obst häufig zur Stillung des Durstes an, ferner bei Verstopfung und zur Regelung der Diät. Im Jahre 1778 schrieb Stolbertus, ein pfälzischer Arzt: „Wie sehr wäre es zu wünschen, daß die Apotheker ihr roth Edelsteinpulver re. aus ihren Offizinen auskehreten, und statt dieser Arlane weißgeflochtene Körbchen mit zeitigem Obst hinsetzten, und auf solche Weise den halben Theil ihrer Apotheken in einen Obstmarkt verwandelten." Die eigentliche Kur mit Obst war bis vor einigen Jahrzenten fast gar nicht gebräuchlich. In neuerer Zeit allerdings hat man den Werth des Obstes immer mehr kennen-und schätzen gelernt, aber doch wird es in manchen Kreisen noch nicht so geachtet, wie es seiner Natur nach verdient; denn ganz entschieden ist es unserem Organismus höchst zuträglich und gesund. Von Nahrungsstoffen enthält das Obst fast nur Zucker und organische Salze, während die Säuren ihm den charakteristischen Geschmack und das eigenthümliche Aroma verleihen. Sehr gering aber sind in den Obstsorten die eiweißhaltigen Stoffe enthalten, also diejenigen, welche bei der Ernährung hauptsächlich zur Bildung der Organe unseres Körpers dienen. Somit läßt sich eine Ernährung mit Obst allein nicht wohl denken, da man eine zu große Menge genießen müßte, z. B. statt eines Hühnereies von ungefähr 45 Gramm mit 5 Gramm Eiweißsubstan<: 550 Gramm Kirschen, 620 Gramm Zwetschen, 1260 Gramm Aepfel, 2000 Gramm Birnen (also 4 Pfund). Es dienen daher die Obstsorten mehr zur Erquickung und Labe, sowie zur Erhaltung der Gesundheit, als zur Ernährung. Wir fragen beim Obste vor allem nach seinem Wohlgeschmack, und schätzen und bezahlen es mehr nach diesem als nach seinem Rahrungs- werthe. Der Wohlgeschmack aber wird bedingt durch das Verhältniß zwischen löslichen und unlöslichen Substanzen. So zergeht einem förmlich auf der Zunge der Pfirsich und die Reineklaude, weil diese Früchte verhältnißmäßig arm sind an unlöslicher Cellulose, während z. B. die daran reiche Heidelbeere ein entgegengesetztes Verhalten zeigt. Von den physiologischen Wirkungen des Obstes auf unseren Organismus gilt im Allgemeinen, daß die saueren und säuerlichen Arten, rote Johannisbeeren und Pflaumen, eine eröffnende, abführende Eigenschaft besitzen, während die süßen, wie die Erdbeeren, Birnen und die süßen, aufklaffenden Weinbeeren leicht verstopfen. Wir besitzen also in den säuerlichen Früchten ein höchst angenehmes, sehr milde wirkendes Abführmittel. Wohl merke man sich aber, daß Obst um so schwerer zu verdauen ist, je mehr Hülsen, Kerne und Zellstoff mit demselben genossen werden. Da diese Stoffe fast ganz unverdaulich sind, so ist es nicht rathsam, sie zu verschlucken, weil sie nicht nur einen unnützen Ballast für Magen und Darmkanal bilden, sondern auch schlimme Verstopfungen veranlassen können. Namentlich sehr gefährlich ist es, wenn die Hülsen und Kerne sich im Blinddarm (und dessen wurmförmigen Fortsatz) einkeilen, wo dann zu ihrer Entfernung schwere Darmoperationen vorgenommen werden müssen. Daher sind besonders die Kinder zu ermahnen, alle Fruchtkerne und Schalen hübsch auszuspeien. Von den Aerzten hat namentlich Professor Uffelmann immer wieder darauf hingewiesen, welchen günstigen Einfluß die Obstkuren haben bei hochgradig darniederliegender Verdauung, bei chronischem Magenkatarrh, bei Hämorrhoiden, bei Blutandrang zum Gehirn, bei Skorbut und bei gewissen Erkrankungen der Leber und der Milz. In allen diesen Fällen sind die organischen Säuren der Früchte mit ihrer gelind abführenden Wirkung von sehr günstigen! Einfluß. Namentlich guten Erfolg hat die Obstkur bei den Hämorrhoidariern, die bei sitzender Lebensweise an gestörter Verdauung, Congestionen und hypochondrischer Gemüthsstimntung leiden. Schon der vorhin erwähnte Arzt Stolbertus sagt: „Van Swieten heilste den schwarzen Milzbruder mit häufigen Kirschen." Für fiebernde Kranke ist die kalte Brühe von gekochtem Obst ein wahres Labsal, und für Jedermann bilden Obstkaltschalen, oder Wasser mit Fruchtsast ein erquickendes und angenehmes Getränk. Auch Apfelwein sollte viel mehr Anerkennung finden, besonders bei Vieltrinkern und Vielessern. Geradezu medizinische Wirkung hat er bei Steinkranken. Zn ärztlichen Kreisen ist es allgemein bekannt, daß in Apfelweingegenden Steinoperationen sehr selten sind. Dr. Denis - Dumont, Arzt in der obstreichen französisch« Normandie, hat mit zuerst hierauf hingewiesen und als Grund angegeben, daß durch den regelmäßigen Genuß dieses Cider (Obstwein) kohlensaures Alkali im Organismus gebildet werde und er daher in gleicher Weise wirke wie die kurgemäße Anwendung der Mineralwasser von Vichy, Vals re. Eine regelmäßige Obstkur wird fast nur mit Weintrauben durchgeführt; denn einerseits wird hartes Obst, wie Aepfel und Birnen, nur in geringer Menge vertragen, anderseits sind die weichen Früchte, z. B alle Beerenarten, nur für die kurze Zeit ihrer Reise verwendbar. Es ist nicht rathsam, die Trauben frisch von den Stöcken zum Essen zu nehmen. Namentlich Morgens sind die Weinberge zu feucht und die Trauben zu kalt. Zudem weiß man dann nicht genau die Menge, die man ißt. Die Trauben, welche ein bis zwei Tage liegen, sind besser temperirt und nachgereift als die frischen. Die Diät, welche bei der Traubenkur zu beobachten ist, richtet sich besonders nach dem Zwecke, den man zu erreichen strebt, d. h. danach, «6 die Kur eine nährende oder eine die Ernährung schmälernde sein sÄ Im ersten Falle sind zu empfehlen süße Trauben und viel mageres Fleisch, im letzten Falle saure Trauben und wenig Fleisch. Ganz zu vermeiden sind aber stets alle Substanzen, welche den Magen irgendwie beschweren, z B. harte, fette, dichte oder rohe Speisen (Schweinefleisch, Käse, schweres Backwerk, fette Mehlspeisen, Schwarzbrod). Wassergenuß ist einzuschränken, etwas Wein erlaubt. Milch kurz vor oder bald nach dem Traubengenuh ist nicht zuträglich. Bewegung im Freien trägt bedeutend zur schnelleren Verdaung bei. Wir können also mit Recht sagen, daß wir im Obste das beste und angenehmste Raturhellmittel besitzen. Möge das immer mehr anerkannt und gewürdigt werden. Zur Reisezeit sollte in jedem Hause auf dem Tisch von früh bis spät ein Teller frischen Obstes stehen zu Nutz und Frommen für Jung und Alt. Denn stets wird wahr bleiben, was schon vor zweiundeinhalb Jahrhundert der Breslauer Dichter Logau sang: „Wie ist es doch gesund, auf Speisen, die da nähren, Zu Zeiten frisches Obst erquicklich zu verzehren!" Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Univerfikäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen-