H nWML^MckM tsAMiMMWUL. ^MUWMLM CF"F/‘ ^*?.' i^Mi MD MZ "'W>{> y-v v Asier?erer Müt r i I ic r b 1511cr UntkrhaUnngsblatt ?u»i Meßmer Anzeigm (Oenrral-AnMger). * ’ ' ................................ ............................... X- (Fortsetzung.) Die Worte des alten Dieners erinnerten die unglückliche Cora an Lady Marian Biddulphs freundliches Anerbieten. Dieselbe hatte sie gebeten, sich in der Stunde der Roth an sie zu wenden und sie konnte es als ein Zeichen der Vorsehung ansehen, daß des Lords Tochter ein gewisses Interesse an ihr genommen hatte. Sollte sie die Wahrheit von Lady Marian Biddulphs Worten auf die Probe stellen? Sollte sie Lord Faro verlassen? „Kommen Sie, Miß Cora! Seien Sie nicht eigensinnig!" sagte der alte Mitchell wieder. „Mir ist ja nichts daran ge- legen,Z ob Sie eine Schmucksache mehr oder weniger haben, wenn es sich, wie ich fast fürchte, für meinen armen Herrn gleich bleibt. Doch als alter Diener de» Hauses bin ich gewissermaßen verpflichtet, zu sagen, was ich hier gesehen habe, wenn Sie darauf bestehen, hier bleiben zu wollen." Das Mädchen stieß plötzlich einen Schrei aus. „Mitchell! Mitchell! Sie werden, Sie können mich unmöglich für eine . . . Diebin halten!" „Vielleicht nicht, Miß Cora," lautete die ruhige Antwort, „sehen Sie, ich habe überhaupt nicht Lust, daran zu denken, aber wenn etwas fehlen sollte, würbe auf mich die Schuld fallen," setzte er in bedeutsamem Tone hinzu. „Wenn Sie sich von mir leiten lassen wollen, werde ich dafür sorgen, daß Sie zu Ihrem Rechte kommen, wenn Lord Faro wieder gesund wird. Andernfalls thäten Sie besser, aus dem Wege zu gehen. Darum thun Sie, was ich Ihnen sage." Coras Wangen bedeckte eine dunkle Gluth bei den Worten des alten Mannes, aber allmälig nahmen sie eine Todtenbläffe an. „Vielleicht haben Sie Recht, Mitchell," sagte sie bebend. „Wenn ich zu Grunde gehe . . . was thut's? Aber meine Ehre kann nicht sterben und auf Ihr Haupt fällt es zurück, wenn meine Unschuld verleumdet werden sollte. Leben Sie wohl! Ich werde nicht fern sein, so lange Ihr Herr in Gefahr schwebt." Und mit einem stolzen Neigen ihre» Kopfe», da» mehr Die Tochter des Meeres Roman von A. Niro la. für eine Prinzessin als sür eine Flüchtige paßte, verließ sie das Zimmer. Da» Medaillon war noch in ihrem Besitz.... nicht durch Diebstahl, sondern nur in Aufbewahrung für Den, dem es, wie sie glaubte, theuer war, und sür den sie e» bewahren wollte, auch mit Gefahr ihres Lebens und ihrer Ehre. Sie hatte keine Zeit zum Ueberlegen- Rasch entschlossen eilte sie nach ihrem Zimmer und traf die Vorbereitungen für die Flucht. Und dann schlich sie sich mit einem stummen Lebewohl aus dem Hause, in dem sie Freude und Kummer, Stolz und Demüthigung zu gleicher Zeit kennen gelernt hatte. Sie wußte nicht, welche Richtung sie einschlagen sollte, noch wie weit sie zu gehen hatte, ehe sie ein Obdach finden würde. Aber sie verließ Schloß Faro mit schwerem Herzen, als daß sie die Müdigkeit ihrer Glieder gespürt hätte und eilte rasch die Straße hinab, auf der sie, wie sie glaubte, nach Lady Marians Wohnort gelangen mußte. ♦ * e Die junge Erbin von Btddulph war im Schutze ihres eigenen Zimmers wieder vor Beobachtung sicher und sie bedurfte Zeit und Ruhe, um über die Aufgabe, die sie übernommen hatte, nachzudenken. „Ernst, Ernst, soll ich denn wirklich für Deine Sicherheit Alles auf'» Spiel setzen, wo doch Dein eigenes Wagniß einer Anderen galt?" klang es unwillkürlich von ihren Lippen, al» sie auf dem weichen Teppich hin und her ging. Da ward sie durch ein leises Klopfen an der Thür aus ihren Träumereien aufgeschreckt und Frau Aston trat mit bestürzter, angstvoller Miene ein, die neues Unheil verkündete. „Frau Aston, reden Sie . . . was ist geschehen?" stieß Lady Marian athemlos hervor. „O, Mylady, es scheint, als dürfe man nicht von der Vergangenheit sprechen, noch die Asche der Tobten stören," sagte die Eintretende schaudernd. „Erst vor wenigen Stunden erzählte ich Ihnen von Miß Ida und jetzt erscheint mir ihr leibhaftiges Ebenbild- Aber nicht wahr, Sie leiden es nicht — Sie schicken sie fort, nicht wahr, Mylady?" setzte sie bittend hinzu. „Frau Aston, Sie verlieren bei dem seltenen Gemisch 254 - „Warum sollte Sie das zur Flucht veranlassen?' fragte Lady Marian spöttisch. Cora machte eine ungeduldige Bewegung. „Wenn Sie nur die Wahrheit von mir wissen wollen," sprach sie, „so thäten Sie besser, mir gleich zu sagen, daß Sie Ihr Anerbieten bereuen und lassen Sie mich in Frieden von hier gehen. Ich habe nichts weiter zu sagen . . . nichts, als daß ich in Schloß Faro nicht mehr bleiben kann, nicht mehr bleiben darf. ... Gott ist mein Zeuge, ich habe nichts Unrechtes gethan. Mein Gewissen ist so rein wie das Ihrige." „Also Sie wollen mir nicht vertrauen? Und doch ver- langen Sie Hilfe und Schutz von mir?" erwiderte des Lords „Frau Aston, das ist Wahnsinn," sagte Lady Marian Z ernst. „Wer es auch sei, der Zutritt zu mir wünscht, der- selbe soll ihm zu einer Zeit wie die jetzige nicht versagt i werden." _ t Aber ehe Frau Aston gehorchen konnte, wurde schon in der halboffenen Thür die Gestalt Coras sichtbar. XIV. Es wäre eine Studie für einen Künstler gewesen, die Begegnung der beiden jungen Damen zu beobachten, die bis in jede Einzelheit so verschieden waren, nur daß sie Schönheit und Kummer gemeinsam hatten. Lady Marian schrack unwillkürlich vor der Erscheinung zurück, die sie so lebhaft an Alles das erinnerte, was sie gefürchtet und gelitten hatte. Auch der geringe Unterschied zwischen dieser kaum der Kindhdit entwichenen Jugendsrtsche und ihrer eigenen reiferen Schönheit übte in diesem Augenblick einen erkältenden Einfluß auf ihre eifersüchtige Niedergeschlagenheit aus. In der Unerfahrenheit des jungen, schönen, fremden \ Mädchens lag ein Reiz, gegen den ihr eigener feiner Taet ihr i langweilig und uninteressant vorkam. Sogar ihre hohe Stellung, ihr Reichthum und feine Bildung erschien ihr werthlos im Vergleich mit diesem seltsamen Zauber, den die Flüchtige aus Schloß Faro um sich verbreitete. Cora hielt sich ruhig und würdevoll, wie nur die Verzweiflung es in einer solchen Lage sein kann. Stolz und doch bescheiden stand sie da und wartete auf eine Aufforderung, näher treten zu dürfen. rr"^ . k , Dieselbe ward ihr für den Augenblick iedoch nicht zu Theil, weil Lady Marian momentan zu bestürzt war. „Lady Marian, darf ich einige wenige Worte mit Ihnen sprechen?" sragte die sanfte, klare Stimme endlich. Da war der Zauber gebrochen und des stolzen Lords Tochter raffte sich auf. „ „Frau Aston, lassen Sie uns allein," sagte sie in be- fehlendem Tone. Die Haushälterin gehorchte nur widerwillig und nicht ohne einen mißtrauischen Blick auf die Fremde zu werfen. Als die Thür sich geschlossen hatte, lud Lady Marian durch eine Handbewegung ihren Gast ein, auf einem Stuhl in ihrer Nähe Platz zu nehmen. e Aber Cora trat nur etwas näher und behielt dieselbe unterwürfige, aber würdige Stellung bei. „Lady Marian, Sie forderten mich auf, in der Zeit der Noth zu Ihnen zu kommen," sagte sie einfach. „Ich weiß nicht, wie viel derartige Versprechungen sagen wollen. Sie können mich von sich weisen, wenn es nichts weiter war, als eine vorübergehende Laune. Nur, bitte, ersparen Sie mir weitere Ungewißheit!" Diese stolzen Worte gaben Marian ihre ruhige Besonnen- ^Jch täusche nie Jemanden!" versetzte sie ruhig. „Ihr plötzliches Erscheinen überraschte mich nur einigermaßen und ich möchte wissen, was Sie zur Flucht aus dem Schlosse ver- anlaßte." Cora machte eine ungeduldige, halb verächtliche Bewegung. „Sie sagten soeben, daß Sie nie Jemanden täuschen," bemerkte sie, „und Sie geben sich doch den Anschein, als Tochter unruhig. „Allerdings!" lautete die ruhige Antwort. „Ich bitte darum, weil Sie ein Mädchen sind wie ich, jung und dem Kummer ausgesetzt ... ach, und auch dem Verdacht, weil Sie Hilfe und Beistand boten. Warum zögern Sie jetzt?" „Weil ich meinerseits Vertrauen wünsche," erwiderte Lady Marian kalt. „Sie verlangen Alles und geben nichts. . . . Sind Sie die Ursache von Lord Faros gefährlichem Zustand und von seines Gegners Gewissensbissen, Unglückliche?" Coras Wangen bedeckten sich mit einem tiefen Roth. „Ich sehe ... ich sehe Alles!" antwortete sie erreg! „Wohin ich komme, überall bin ich die Veranlassung zu Kummer und Elend. . . . Beruhigen Sie sich, Lady Marian ... | ich habe meine Antwort und will Sie nicht länger belästigen." Sie wandte sich bei diesen Worten rasch ab und hatte die Thür erreicht, ehe Marian ihre Absicht gewahrte. Coras Hand lag schon auf dem Thürschloß — noch ein i Moment und der Lauf von mehr als einem Menschenleben wäre ein ganz anderer geworden, als Marian an ihre Seite foW"2öalt! Halt!" sagte sie in fast befehlendem Tone. „Sie sollen nicht fort. Und wäre es nur um seinetwillen, den Sir in eine so gefährliche Lage gebracht haben. Sie müssen bleiben, gleichviel, ob Sie schuldig oder unschuldig sind. Er soll nicht geopfert werden!" „ Ein spöttisches Lächeln spielte jetzt um Coras schönen Mund. ,, . ,, „Das heißt, daß ich eine Gefangene bin und kein will- kommener Gast," sagte sie stolz. „Nun, das hätte ich ja er- warten sollen. Gut! Wie Sie wollen, Lady Marian! Bis diese Gefahr vorüber ist, werde ich hier unter Ihrer Aussicht bleiben. Darf ich dagegen auf Schutz von Ihnen rechnen?' „Schutz? Vor was? Vor wem?" fragte Lady Marian streng. „Sie sind doch nicht mit in das entsetzliche Drama verwickelt? Sie haben doch nicht die Strafe des Gerichtes ebenso zu fürchten, wie Ihre eigenen Gewissensbisse?" „Eines so wenig wie das Andere," erwiderte Cora stolz „Lady Marian, wie können Sie gegen eine einsame Verbannte so grausam sein! Sie sagten soeben noch, daß Lord Belfor! meinetwegen nicht geopfert werden solle und ich sage Ihne« dagegen, daß ich mit Freuden mein eigenes Leben hingeben würde, wenn ich dadurch ihn und Lord Faro aus der Gefahr retten könnte. Ja, ich würde gern sterben, wenn ich Lord Faro dadurch Gesundheit und seinem unglücklichen Mörder Sicherheit und Unschuld wiedergeben könnte." „Wie können Sie wagen, von Ernst Belfort solche Worte zu gebrauchen?" rief Lady Marian. „Er ist kein Mörder, sein Leben stand ebenso auf dem Spiel, er war demselben Schicksal ausgesetzt, wie Lord Faro und Beide sind gleich verantwortlich, wenn es ein Unrecht ist, seine Ehre zu verthet- digen. Aber ich spreche von etwas, das Sie nicht verstehen können," fuhr sie fort und verbesserte sich durch ein verächtliches Lächeln über ihre eigene Thorheit, mit einem namenlosen Findelkind über solche Dinge gesprochen zu haben. „Es genügt, Sie davor zu warnen, daß Sie nicht Jenebeleidigen, die Sie nicht zu schützen wissen. Sonst sehe ich mich 9*' von Vergangenem und Gegenwärtigen den Kopf," sagte Lady i wüßten Sie nicht, was mich zu Ihnen führt. Haben Sie Marian, bemüht, ihre Ruhe zu bewahren, obgleich sie sich einer z nichts von dem Schrecklichen gehört, das geschehen ist? . . ungewöhnlichen Aufregung ihrer eigenen Nerven bewußt war. i Daß Lord Faro verwundet ist . . . daß er fast ermordet „Was meinen Sie? Wer ist denn da? . . . .Jemand von | wordenwäre? fl.^ Schloß Faro?" setzte sie, ein Unglück ahnend, hinzu. „Der Himmel weiß, woher sie gekommen ist und wer sie geschickt hat," sagte die Haushälterin düster. „Ich weiß nichts weiter, als daß es mir ist, als wäre Miß Ida Merrick wieder aus ihrem Grabe auferstanden, und es ist ein böses Omen, daß sie gerade hierher gekommen ist. Empfangen Sie sie gar nicht, Lady Marian, wenn Sie dem Fluch entgehen wollen, und befehlen Sie ihr, nie wieder in die Nähe dieses Ortes zwunge schützen C abgewa abgeme exerzir! sicher i ir Sie! A Schritt U S schaftli dachte, dieses Ander« der Hi stand i schlich das I jungen 6 wurde sich!"" und d Lords Alles Ich hl entferi ( die ft« den A sofort rasch: I aufrec und 3 „Mus nicht' leidig« nach i Haus junger alle 2 sie Le „Hier wenig Habe s und S gewin erthei! „Bitt' nich t und k i sich il halb zitter, hier? — ei die H Augei - 85b Sinnen! O, Cora, vergeben Sie mir, denn ich bin unglücklich und habe Niemanden, der mir beistände." „Lady Marian, Sie lieben ihn und müffen deshalb Han. dein, wenn er in Gefahr ist!" sagte Cora vorwurfsvoll. „Schnell! Die Augenblicke stnd kostbar. Sagen Sie, wo er ist. Ich kann ihn warnen, während Sie durch irgend eine List die Männer so lange als möglich hier in Ihrem Zimmer aushalten." Marian schüttelte den Kopf. „Nein, nein! Es ist unmöglich! Sie kennen die Gänge nicht. Doch wenn Sie seinen Zufluchtsort jetzt fänden, könnten Sie ihn warnen und ihm sagen, daß er sich in eine große Nische zurückziehen soll, die neben dem Zimmer ist, in welchem er sich befindet und in welcher ich mich als Kind manches Mal versteckt habe! Ein Feld in dem Wandgetäfel läßt sich zurückschieben und Niemand, der es nicht kennt, kann ent* decken, daß dort sich ein Versteck befindet. - - . Sie werden es leicht finden, da es ein wenig dunkler ist, als die anderen Felder. Es ist gerade der Thür gegenüber," fügte sie hastig hinzu. „Eilen Sie! Warum zögern Sie, wenn Sie ihn retten wollen?" _ ,, „ _ . .. „Sie haben mir noch nicht gesagt, wo ich ihn finde, versetzte das Mädchen ruhig, denn ihre Selbstbeherrschung schien sich mit der Aufregung zu vergrößern, die ihrer Ge* fährtin alle Ruhe raubte. (Fortsetzung folgt.) Madame Sans Göne. Roman nach Victorien Sardou und F. Morreau. Deutsch von Adele Berger. (Fortsetzung.) Ueberrascht, unruhig, blieb Lefebvre stehen, und ein un» klares Mißtrauen prägte sich in seinem Gesichte ans. „Catherine," sagte er, „warum ist diese Thüre veo schloffen?" „Weil . . . weil es mir so paßt," antwortete Catherine mit sichtlicher Verlegenheit. „Das ist kein Grund ... gib mir den Schlüffel!" - „Nein, den bekommst Du nicht!" „Catherine," rief Lefebvre, vor Zorn todtenbleich, „Du hintergehst mich - in dem Zimmer befindet sich Jemand — ohne Zweifel ein Liebhaber — ich will den Schlüffel haben!" „Ich habe Dir schon gesagt, daß Du ihn nicht bekommen wirst." „Nun, dann werde ich ihn mir nehmen!" Und mit der Hand in die offenstehende Schürzentasche Catherinens fahrend, ergriff Lefebvre den Schlüffel, ging zur Thür des Zimmers und schloß sie auf. „Lefebvre," schrie Catherine, „ich habe es Dir vorausgesagt, nur mein Gatte darf diefe Schwelle überschreiten. Gehst Du mit Gewalt hinein, so ist es zwischen uns aus." Von Neuem wurde an die Ladenthür geklopft. Catherine ging öffnen. Mehrere Nationalgardisten in Waffen zeigten sich auf der Schwelle. „Wo ist der Sergeant Lefebvre?" fragten sie. „Man braucht ihn in der Sektion — es heißt, er soll zum Lieutenant ernannt werden." Bleich, ernst und bewegt trat Lefebvre aus dem Zimmer Catherinens hervor. Er schloß sorgfältig die Thür, zog den Schlüffel heraus und reichte ihn Catherine, indem er leise zu ihr sagte: „Warum hast Du mir nicht gesagt, daß ein Todter in Deinem Zimmer ist?" „Er ist tobt! Armer Junge!" sprach Catherine sehr traurig. „Nein — er lebt! Aber ist es auch wahr? Ist es kein Liebhaber gewesen?" „Dummkopf," antwortete Catherine. „Hätte ich ihn dort versteckt, wenn er gesund gewesen wäre? Aber Du wirst ihn doch nicht ausliefern?" setzte sie ruhig hinzu. „Er ist zwungen, mein Versprechen, Ihnen zu helfen und Sie zu schütz^rMüSzuziehen^orte hatte den Kopf halb abgewandt und lauschte auf das ferne Geräusch rascher, fester, abgemessener Schritte, wie man sie gewöhnlich nur von ein* mW» Soldaten hört; die Schritte wurden allmälig deut- licher und näherten sich offenbar dem Hause- „Hören Sie!" flüsterte sie leise, aber deutlich. „Hören Sie!"Was bedeutet das?" Auch Lady Marian war erblaßt, als sie die nahenden Schritte vernahm. Und sie kamen näher und näher! Diese sesten, raschen Schritte verkündeten feinen freund* schastlichm Besuch und als Lady Marian der Aufgabe ge* dachte, die sie übernommen hatte, des geliebten Menschen, den dieses Haus barg, da hatte sie außer ihrer Todesangst alles Andere vergessen. Im nächsten Augenblick lag ihre Hand in der Hand Coras und ihre Augen baten schweigend um Beistand und Vergebung. „Das sind Gerichtsbeamte!" hauchte sie. „O, wie entsetzlich! Cora, ich werde wahnsinnig, wenn sie ihn finden!" „Still!" sagte Cora. „Still! Beruhigen Sie sich! Ist das Ihre Liebe ... Ihr Muth, Lady Marian?" So standen sich die beiden auf's Höchste erschrockenen jungen Mädchen gegenüber, als die Thür plötzlich geöffnet • wurde und Frau Aston eintrat. .,£), Mylady, meine liebe junge Lady ... wie schrecklich!" drang es von ihren zitternden Lippen. „Er ist tobt und die Gerichtsbeamten sind hier wegen des armen jungen Lords. Er sei hierhergekommen, sagen sie- Aber das ist ja Alles Thorheit. Da müßte doch Jemand etwas davon wiffen. Ich hoffe im Gegentheil, daß er jetzt sehr, sehr weit von hier entfernt ist." Cora fühlte den krampshasten Druck von Marians Hand, die sie hielt, und sah den Blick angstvollen Bewußtseins in den Augen, dis sich immer hilfesuchend zu ihr wandten. Und sofort errieth sie instinktmäßig die Wahrheit und gerade so rasch hatte sie ihren Entschluß gefaßt. „Lady Marian wird ohnmächtig, wenn man sie noch mehr aufregt. Es ist zu viel für sie 1" sprach sie mit einer Hoheit und Würde, der sogar Frau Aston nicht widerstehen konnte. „Muß sie denn in diesem Zustande belästigt werden?" „Allerdings! Die Arme hat den ersten Schrecken noch nicht überwunden!" sagte die Haushälterin mit einem mitleidigen Blick auf das farblose Gesicht ihrer Herrin. „Aber nach dem, was ich gehört habe, fürchte ich, daß sie das ganze Haus durchsuchen werden, denn sie behaupten, man habe den jungen Lord in den Park gehen sehen. Denken Sie nur ... alle Thore sind besetzt." „Nun, Lord Marston wird wohl verlangen dürfen, daß sie Lady Marians Zimmer respectiren," versetzte Cora ruhig. „Hier kann Niemand sein, den sie nicht gesehen hätte . . . . wenigstens wird ihnen ein Blick in das Zimmer genügen. Habe ich nicht Recht, Lady Marian?" Während sie sprach, drückte sie dieser bedeutsam die Hand und Marian schien ihre Selbstbeherrschung so weit wieder zu gewinnen, daß sie sprechen und die nöthigen Befehle im Hause ertheilen konnte. „Miß Cora hat Recht," sagte sie zu Frau Aston gewandt. „Bitte, gehen Sie zu meinem Vater, er soll, wenn möglich, nich dulden, daß ich verhört werde. Sagen Sie, ich sei krank und könne keine Aufregung ertragen." Kaum hatte die Haushälterin das Zimmer verlassen, um sich ihres Auftrages zu erledigen, so machte Cora mit rascher, halb vorwurfsvoller Bewegung ihre Hand aus Lady Marians zitternder Rechten frei. „Es ist kein Augenblick zu verlieren!" rief sie. „Ist er hier? Haben Sie ihn verborgen, Lady Marian?" „Ja, ja! Ach und vergebens! Sie werden ihn entdecken ™ er kann nicht entkommen," sagte sie hoffnungslos und schlug die Hände zusammen. „Und sie werden ihn hier vor meinen Augen fortschleppen. Das tödtet mich! Das bringt mich von _ Bnrf mA Bttto tarifarflWW» w»m>OtS«^«h- Md Skindr-ck-r« (Putsch * Gch.yd.) i° «*«• 256 ”*** wohl ein Oesterreicher, aber ein Freund des Fräulein Blanche | will in Ihre Geheimnisse nicht eindringen," fügte Catherine de Lavaline meiner Wobltbäterin." ! lebhaft hinzu, als sie einen unruhigen Ausdruck auf dem Ge« 2 „(Sin Verwundeter ist heilig!" sagte Lefebvre. „Dein I sichte des Verwundeten bemerkte. „Uebrigens geht das mich Zimmer, meine Catherine ist eine Ambulanz geworden, darauf j nichts an, und Fräulein Blanche verdient wirklich, geliebt zu zielt Niemand. Pflege den armen Teufel, rette ihn; ich will I werden." Dir gerne helfen Deine Dankesschuld an das Fräulein, j Der Graf Neipperg richtete sich halb in bie Höhe auf d-m Du io viel schuldest, abzuzahlen, aber sieh' zu, daß I und rief mit Begeisterung: „Ja, ste ist schön und gut, Niemand davon erfährt — es würde mir vielleicht in meiner | meine geliebte Blanche I O, Madame, wenn der Tod^ mich Section fchaden" I hinwegrafft, sagen Sie ihr, daß ich mit meinem letzten Athem« O Du bist ein wackeres Herz — ebenso gut wie I zuge ihren Namen ausgesprochen habe, sagen Sie ihr, daß alle tapfer! Lefebvre, hier ist meine Hand: wenn Du willst, I meine Gedanken, ehe das Leben mich verließ, ihr und — werde ich Deine Frau!" | „Sie werden nicht sterben!" sagte Catherine, bemüht, „Das wird schnell geschehen sein — aber die Freunde I ihn zu trösten. „Stirbt man denn in Ihrem Alter und werden ungeduldig, ich muß ihnen folgen." I wenn man verliebt ist? Sie müffen leben, mein Herr, füt „Sergeant Lefebvre, Sie werden erwartet, die Wahl i Fräulein Blanche, die Sie lieben und Sie gewiß wieder fängt an," sagte einer der Gardisten. | liebt, und auch für jene andere Person, die Sie eben nennen „Es ist gut, ich folge Euch. Vorwärts, Kameraden." I wollten — ohne Zweifel ihren Vater, Herrn von Lavaline? Und während der Sergeant sich zur Wahl in die Section I Ein sehr schöner Herr — ich habe ihn einige Male gesehen, begab, trat Catherine auf den Fußspitzen in das Zimmer, I den Herrn Marquis; er trug ein prächtiges blaues Sammt- wo in einem leichten, von Fieberschauer unterbrochenen I gewand, mit Gold gestickt und schnupfte seinen Tabak Schlummer der junge österreichische Offizier ruhte, der, weil I aus einer Büchse, die mit lauter glänzenden Steinen besetzt er den Namen Blanche von Lavalines genannt hatte, ein I war." , o für ste heiliger Gast geworden war. I Als Neipperg den Namen de» Marquis von Lavaline I hörte, ließ er eine Geste entschlüpfen, die für ein Zeichen VI. I der Verachtung und Zorn gelten konnte. Der kleine Henriot. I „Wie es scheint, sind sie keine guten Freunde," dachte Der Verwundete war bei dem leichten Geräusch von I Catherine bei sich. „Gut, das zu wissen, ich werde ihn ntif Catherinens Tritten erwacht. Sie brachte ihm Bouillon I mehr erwähnen. Ohne Zweifel widersetzt sich der Vater bet und etwas Wein, indem ste sagte: „Da, Sie müffen sich I Heirath - armer Fräulein! Also darum wollte der junge stärken, Sie brauchen alle ihre Kräfte, denn Sie können nicht I Mann sich tödten lassen!" (Fortsetzung folgt.) lange in diesem Zimmer bleiben. Nicht ich schicke Sie fort, I o nein — Sie sind hier der Gast des Fräuleins Blanche, g sie hat Sie in meine Wohnung geführt, sie ist's, die Sie hier I aufnimmt und beschützt. Aber, sehen Sie, es kommen sehr I tö €ln €11111 Uriges» Neipperg machte eine Bewegung und sprach langsam: I städtischen Krankenhause zu Lyon eine Auflösung von Paraffin Wir bab^?den König vertheidigt/' in Petroleum oder Benzin angewandt und es wird von dem " AL wo!" rief Catherine achselzuckend. „Er hatte sich I Verfahren behauptet, daß durch dasselbe der Fußboden un« ia in die Nationalversammlung geflüchtet, dort suchte ihn j durchdringlich für jede Flüssigkeit, Pilze rc. werde. Um den Niemand — er war in Sicherheit und ließ Euch, Egoist, I Fußboden zu reinigen, wird derselbe einfach mit einem Lappen wie er ist, abschlachten, ohne mehr an Euch zu denken, als I abgewischt, der mit sehr verbünntet GatfcoUöf^ cm die rothe Mütze, die er sich am 20. Juni, kaum dah I Da Schmutz und Feuchtigkeit an dem so behandelten Hche die Patrioten fort waren, vom Kopfe riß, trotzdem et sich I nicht hasten oder eindringen können, ist ein Scheuern nicht ( vor unseren Kameraden vom Faubourg Antoine gestellt hatte, I nöthig und bleiben trotzdem die Dielen stets weiß und rein, als fttze e? sie fteiwillig auf! Aber," fügte si? nach einem Die Lyoner Aerzte sind von den Erfolgen sehr eingenommen kurzen Stillschweigen hinzu, „warum haben Sie sich denn in I und empfehlen die Behandlung der Fußböden in dieser Weise dieses Getümmel hineinreißen lassen, Sie, ein Fremder! Denn I für Schulen, Kasernen und Privathäuser. Sie sind ja Oesterreicher, wie Sie mir sagten." I * . „Lieutenant der Leibwache Sr. Majestät — ich war mit I Kerzen trifft Brandt in Schönborn eine Ein« einer Mission an die Königin beauftragt." I Mtung, welche die Benutzung von Glascylindern möglich „Also für die Königin haben Sie sich geschlagen, I Ru dem Zwecke wird oben auf die Kerze eine doppel« Sie, den unsere Kämpfe gar nichts angingen!" murrte Ca« I roatt^de unten mit Luftlöchern versehene Hülse aufgeschoben, therine. c . . ..I welche sich mit einigen Klauen oben aus die Kerze ausstützt „Ich wollte sterben!" antwortete der junge Offizier mit I un?) ben trägt, der entsprechend der stattfindenden großer Einfachheit. Verbrennung der Kerze beständig mit der Hülse allmälig nach „Sterben! In Ihrem Alter? Für den König? Für I t «nkt. die Königin? Na, dahinter steckt etwas anderes, mein junger | ' • • Herr!" sprach Catherine mit gutmüthiger Schelmerei. „Ver- I der Dam«' zeihen Sie, wenn ich indiskret bin, aber wenn man zwanzig j Für die kleidsamen bm iR *“ eben ”etIiebtl BÄÄ SÄ 8'sLrGeschmeM ® ' Sie baden es errätben meine gute Wirthin!" I keit doch der Beweglichkeit der Aermel keinen Abbruch thut. " Ei, daswar au? nicht schwer? Und wollen Sie, daß I Gewiß sind die amerikanischen Ladys um diesenVortheihda ich Ihnen sage, in wen Sie verliebt sind? In Fräulein I durch den Aermeln unbeschränkte Dimensionen geben zu könne, Blanche von Lavaline, darauf könnte ich wetten. O, ich sehr zu beneiden.