zt wird, dM »erursacht, tritt ! sterben solche Temperaturen nicht in ein en Temperatur itzen mit recht rerwärmung. ahr schmackhaft ott einer jeden de Säst dring! Kartoffel Der itter verwende! leide die Hecke« sondern konisch toben 50 Cent!' i 35 Centmiete, lange Jahre in intersten Zweige entstehen keine iselben verjüngt nenhecken, dieser UiitcrhaUungsblaU zum Gießener Anzeiger (Ornrrnl-Anzeiger). N«. 3» ä 4 ige Frau meldete Philippus Neri ihr auf, ihm t, es unterwegs n zu lasten. ® egehrte. Als Ri i zu ihr: „N«i Zedern zusammen, ^lich," antwortete )t!" — „Genau Reden. Du et- weißt nicht, wai durch die ganze uß und Unehre Stutzer lernt auf men und knüpft g naht, steigt er ch er ein Bille! über, mein Herr, Klasse niedriger ibige, tun Ihrer Viehwagen nicht chusterjunge giH en Wagen einer den bediente, f erjunge, welch m Kathl, IS' le haben Ka«ej vor sich haben? Aber sagen Iren?“ — W Student: „M gba) in EießG Unebenbürtig. Roman von H. von Ziegler- (Fortsetzung.) Am nächsten Mittag erzählte Rudolf, er sei Herrn zur Stetten begegnet und habe mit ihm g-sprochen. „Es ist wirklich ein liebenswürdiger, feingebilder Mann; schade, daß er nur ein Sänger ist," berichtete er in seltsamer Weise, seinen Adelsstolz hervorkehrend. Therese sah auf ihren Teller, endlich überwand sie sich, leichthin zu sagen: „Run, vielleicht ist er ganz zufrieden, nur ein Sänger zu sein; solche Stimmen gibt es ganz sicher nicht oft/' „Gewiß, das berühmte Zarenlied sang er meisterhaft und auch auf dem vorüberziehenden Schiffe war er völlig ein ge< borener Herrscher/' »O, ich muß ihn doch auch hören," lächelte die Gräfin, welche sich heute wieder viel wohler fühlte, „wann singt er wohl wieder?" „Morgen, Mama, und zwar den Wolffram von Eschen« bach im Tannhäuser; ich fragte ihn danach, wir haben zu« sammen gefrühstückt." „Hm, so ist also Friedrich sein Bühnenname?" „Sein Vorname, den er dazu benutzt, allerdings." „Nun, Therese, wir müssen ihn morgen hören; jenes Lied an den Abendstern ist ebenso berühmt, als der Zarengesang Lortzings." „Gewiß, Mama," erwiderte das schöne Mädchen, leicht erröthend, „wenn für morgen keine Einladung kommt." Therese verstand es, ihre Bewegung zu verbergen; erst als sie allein war, gab sie derselben Raum. „Friedrich," flüsterte sie, beide Arme ausbreitend, „ich komme, ich lausche Deiner Stimme, Du mein Ideal und mein Traumbild 1 Unter Blitz und Donner grub sich Dein Bild in meine Seele — unauslöschlich, für immer und ewige Zeiten." Gleich nach dem Essen begab sich Therese in die Stadt zum Photographen; sie wollte die Eltern und Rudolf mit einem Silbe zu Weihnachten überraschen unb machte beshalb Welcher, schwarzer Atlas fiel In leichter Schleppe an der schlanken Gestalt zu Boden; Haar unb Brust zierten einige köstliche Theerofen unb zusr eden nickte sie ihrem Spiegel« bllbe zu. Im Atelier bes Photographen mußte sie warten, ei« Herr ließ sich soeben aufnehmen unb ruhig setzte sie sich itt eine Causeuse, ein Album mit Bildern besehend. Es dauerte auch eine ganze Weile, ehe der Photograph die Thür bes Ateliers öffnete unb jenen Herrn hinausbegleitete. „Darf ich bitten, einen Moment zu warten, mein Herr, ich will gleich sehen, ob bie Aufnahme gelungen ist." »Ich hoffe boch. Zweimal habe ich mich noch nie auf« nehmen lassen." Beim Ton bieser Stimme entsank Theresen« Händen bas Buch wie gestern Abenb ber Theaterzettel, ihr Athem flog unb tief brinnen im Herzen erklang heller, jauchzenber bie wunderbare Melodie der wahren, edlen Liebe. Friedrich zur Stetten war's ja, der jetzt mit einem Laut der Ueber« raschung sie erkannte und auf sie zueilte. „Eomteß Wildenstein, Sie hier, welch' ein Glück, welch' eine Freude für mich I" rief er. Ihre Hände fanden sich, ihre Augen senkten sich Ineinander, einen Moment schien ihnen bie Welt still zu stehen vor Seligkeit unb erst nach einer Pause trat ber stattliche Man» ernst einen Schritt zurück. „Verzeihen Sie mir, gnädigste Gräfin, daß Ich mich hin« relßen ließ," sagte er verlegen. „Herr zur Stetten," stammelte das schöne Mädchen, „wie freue ich mich über unser Wiedersehen; schon gestern Abend —" „Ich habe Sie gesehen," sprach er tief bewegt, „Ihre Augen leuchteten und Sie schämten sich nicht, mich wiederzuerkennen." „Nein, wir hatten uns ja auf Wiedersehen gesagt," entgegnete sie, aber sie senkte das Köpfchen vor seinem glühenden Blicke. „Und dennoch wagte ich nicht, an ein solches zu denken; die chinesische Mauer der Welt trennt uns." „Sie sehen, daß ich dieselbe niederreiße, indem ich Ihnen herzlich bie Hanb reiche." Er hielt bie schlanken Finger wie damals in bett seinen, bann zog er sie langsam an bie heißen Lippen unb flüsterte: 164 - „Ich danke Ihne», Gräfin, auf den Kaisen danke ich Ihnen für diese Güte. Und nun noch eins unbescheidene Frage: Haben Sie mitunter — an jene Gewitterstunde in der Berg» schänke gedacht — an meine indiscrete Frage nach dem Leuchten und Schimmern Ihrer Augen?" Sie blickte befangen zu ihm auf — und er sah, daß eben diese Augen seitdem gelernt hatten, so zu glänzen. „Ich habe viel — o, sehr viel an — jene Stunde gedacht — und ich weiß, daß ich Unrecht that —" Weiter kam sie nicht, der Photograph erschien, um sich zu bedanken und zu erklären, die Bilder wären brillant gelungen. „Ich darf wohl nur eine Minute um Geduld bitten, meine gnädigste Gräfin," wandte er sich sodann an Therese, „dar Arrangement int Atelier muß nur etwas geändert werden." „Sehr gern," erwiderte die junge Dame und beugte sich über ein Bild, um ihr Vergnügen über diesen Aufschub zu verbergen; da, im selben Moment, als die Thür sich hinter dem Manne schloß, fiel die Theerose von dem Gürtel des Kleides und ehe sie noch nach derselben zu greifen vermochte, hatte zur Stetten sie aufgehoben. „Lassen Sie mir die Rose, Comteß," bat er halblaut mit bebenden Tönen, „sie soll mich stets an diese Stunde des Wiedersehens erinnern. Ich bin tollkühn, Gräfin, nicht wahr, aber Sie find der Engel, dessen blaue Augen mein einsames Dasein für Minuten erleuchteten." „Herr zur Stetten —" „Werden Sie morgen wieder im Theater sein? Dann sollen Sie meinen Talisman an meiner Brust sehen. — O, zürnen Sie mir nicht, Gräfin, sagen Sie anir, welches Unrecht Sie thaten." „Daß ich Baron Hohenthal mein Wort gab." Der Photograph erschien, schweigend verneigten sich die beiden jungen Leute vor einander und Therese schritt hinüber nach dem Atelier. Aber auf der letzten Stufe wandte sie sich noch einmal um und neigte lächelnd das Haupt zum Gruße. „Auf Wiedersehen" schienen die rothen Lippen zu murmeln und zur Stetten verbeugte sich huldigend, die Hand auf's Herz pressend. Diese eine Stunde hatte für Therese entschieden, denn wenn sie auch sich selbst nicht gestand, daß sie zur Stetten liebe, so fühlte sie doch tief im Herzen ein neues, wunderbar beseligendes Glück. Um sie her war'» hell und frühlingsfrisch, trotzdem draußen dis welken Blätter im Herbstwinde wirbelten. * « Am nächsten Abend faßen Wilbensteins, doch ohne Graf Rudolf, in der Loge, um den zaubervollen Tannhäusermelodien zu lauschen, Therese voll fieberischer Erregung da» Opernglas an die Augen drückend. Endlich trat zur Stetten als Wolfram auf, nur ein heißer, kurzer Blick gelangte von ihm hinauf zu der gräflichen Loge, dann widmete er sich ganz seiner Rolle. „Eine vornehme Erscheinung," flüsterte die Gräfin ihrem Gemahl zu, „tadellos von Kopf bis zu Fuß. Man sollte meinen, er habe eine ganz vorzügliche Erziehung genossen." „Ja, Du hast Recht. Manch' junger Mann aus der vornehmen Gesellschaft könnte froh sein, besäße er diese Tour« nüre- Schade, daß er nur ein Sänger ist." Da war sie wieder, diese chinesische Mauer, kein Stein derselben fehlte, sie erhob sich himmelhoch drohend und Therese bebte in sich hinein, während Stettens wunderbarer Gesang erscholl: „O, Du mein holder Abendstern, Wohl grüßt' ich immer Dich so gern Vom Herzen, daß sie nie verirrt, Grüß' sie, wenn sie vorbei Dir zieht." Die Töne drangen herauf zu Der, welcher sie heute in erster Linie geweiht waren; heiße Thränen rannen aus Theresens Augen hinab in den indischen CrSpe ihres Fichüs. Niemand sollte die Thränen sehen, nur Gott allein. Wußte doch auch Niemand in dem ganzen großen Opernhaus, w dis zarte Theerose an Wolfram von Eschsnbachs Brust bie, selbe war, welche sie ihm gegeben! „Friedrich!" murmelte sie leise und unhörbar vor fi* hin. Kein einziger Gedanke flog zu dem treuen Manne j, der Ferne, dessen Braut sie war, dessen Ring sie trug und der sie so unsäglich liebte; hatte sie denn gar nicht» für ihn übrig, nicht einmal Mitleid, Theilnahme, als sie im Begriff! stand, sein Lebensglück auf immer zu vernichten? Da riß der Schleier plötzlich. Wie in goldener Klar- heit stand die eine Gewißheit vor ihrer Seele, sie liebte Stetten voll und ganz und unsäglich, trotzdem sie die Grafen- kröne trug und er nur ein Sänger war. Aber war fragt ein junges, he ßes Herz nach Namen und Wappenschild! Therese vergaß zum ersten Male, zu fragen, wa» der angebetete Bruder in dem Falle denken werde. Eines Tages — es fielen schon die ersten Schneeflocke« — erzählte Theresens Gesanglehrerin sehr stolz, der Oper«, sänger Herr Friedrich wünsche sich in Duetten etwas zu übet und bitte um die Ehre, Somteß Wildenstein einige Mc fecundirsn zu dürfen. Sie wurde roth, denn sie durchschaut, die Absicht Stettens, doch sie sagte nicht nein und schon in der nächsten Stunde fand er sich ein, erneuerte ehrfurchtsvoll die alte Bekanntschaft mit Therese und bat um ihre Befehle in Betreff der zu wählenden Lieder. „O, ich habe hier eine sehr schöne Composition," rief die Lehrerin begeistert, „die sollten wir doch zuerst wählen; es ist nämlich das variirte Lied: Ich schnitt es gern in alle Rinden ein." „Ich bin sogleich dazu bereit," antwortete zur Stetten und fügte noch etgenthümlich betonend hinzu: „Wenn es Com- teß recht ist." „Gewiß, o, sehr gern," stammelte Therese, den Tex! überfliegend; sie war einer Ohnmacht nahe, denn diese glühenden Worte erschienen ihr wie eine Liebeserklärung. Aber dennoch war'» eine wundervolle Stunde, in bir ihrer beider Stimmen cmporjubelten in unaussprechlicher Sch keit; bewundernd schlug die alte Lehrerin in die Hände. »Ich sage," rief sie aus, „so gut haben Sie noch ck gesungen, Comteß Wildenstein; ja freilich, solch' ein geschulter Partner!" Und als sie dann zusammen fortgingen, war's so natürlich, daß der stattliche Mann des Mädchens Hand schützend ergriff, damit sie keine Stufe verfehle; unten im Hanse aber standen sie noch eine ganze Weile nebeneinander, Hand iti Hand, und konnten keine einzige Silbe hervorbringen." ^Unb nun müssen wir scheiden," hauchte endlich Therese befangen, „kommen Sie das nächste Mal wieder hierher, um zu singen?" „Wenn Sie befehlen, Gräfin." „O nein, ich befehle nicht, aber ich — ich würde sehr — froh sein — wenn —" „Dann komme ich, Comteß," murmelte er, ihre Hand küssend, „und zwar mit tausend Freuden. Haben Sie neulich die Rose wiedererkannt im Tannhäuser?" „Ja," stammelte sie erglühend, „es war so — freundlich von Ihnen —" „Nicht doch, es war sogar sehr anmaßend, denn ich hatte den ganzen Tag vorher mich nur mit dem Blümchen beschäs- tigt, mit ihm geplaudert und es — aber still davon; Gräfi« Therese, sagen Sie nur wie damals in der Bergschänke: M Wiedersehen 1" Und sie sagte es mit dem Mund und den Augen, und der starke Mann kämpfte schwer mit sich, daß er die Geliebte nicht in die Arme zog. Therese lebte wie in einem Rausche, rückhaltsloj gab sie sich ihrem Empfinden hin und nur der Gedanke an Hohenthal, an die Zukunft verursachte ihr heißen Schmerz; noch war das entscheidende Wort nicht gefallen, aber bet jedem erneuten Zusammentreffen konnte Friedrich zur Stetten er aussprechen — und dann begann des Leben» Srnst, der Kampf um ihre Liebe. ernhaus, dtz Hs Brust bie> rbar vor sich ;en Manne tu sie trug unb nicht» für ihn e im Begriff, l? jolbetter Klar, le, sie liebt, le die Grafen» er was fragt Wappenschild? der angebetet! Schneeflocke« der Ope» twas zu üb« einige Mc e durchschau,, und schon li ehrfurchtsvoll l ihre Befehle ion," rief die vählen; es ist i in alle Rin- i zur Stetten Senn es Com» efe, den Text i diese glühen» ng. tunde, in btr chlicher SH ! Hände. Sie noch ck ein geschulter rr's so netto -and schützend n Hause aber der, Hand in ingen." ndlich Therese e hierher, um ch würde sehr r, ihre Hand n Sie neulich so — freund» »ernt ich hatte mchen beschäs- avon; Gräff« gschänke: Ai Augen, und r die Geliebte ltsloi gab sie !e an Hohen» »chmerz; noch er bet jedem r Stetten er » Ernst, der Latz es dazu kommen werde, kommen müsse, verhehlte sich Therese keineswegs, sie kannte den edlen Stolz der Eltern nnd des Bruders, die keinen Fleck auf dem uralten Wappen« schilde der Wildensteins dulden würben. Sie wußte, was ihrer harrte, aber dennoch hielt sie fest an ihrer Liebe. Mit verdoppelter Innigkeit schloß sie sich an die Eltern, den Bruder in dem unbestimmten Gefühle: wer weiß, wie lange Du sie noch hast; was sie ihnen nur an den Augen absehen konnte, that sie und doch war'» ihr, als sähe sie sich bereits hinausgestoßen, verdammt um des Geliebten willen. „Therese," lächelte eines Tages die Gräfin, „Du bist in letzter Zeit ganz verändert, bald himmelhoch aufjauchzend, bald zum Tode betrübt; man merkt, daß die kleine Braut die Tage bis zum Feste zählt, an welchem Hohenthal hierher kommen foll." Hellauf schluchzte da das arme, gefolterte Mädchen, verzweifelnd sank sie vor der Mutter zu Boden, um ihr zuckendes Antlitz in deren Kleid zu verbergen. „Sprich nicht so, Ma na, nenne ihn nicht," murmelte sie außer sich, „er ist zu gut für mich, ich verdiene seine Liebe gar nicht, denn — denn ich werde wohl niemals lernen, ihn auch zu lieben." „Still davon, Kleine." Liebevoll tröstend strich die Gräfin über der Tochter blonde Flechten. „Er wird'» Dich schon lehren. Seit ich ihn näher kennen lernte, zweifelte ich nicht mehr an Deinem Glück." — Und endlich kam der gefürchtete und doch auch wieder herbeigesehnte Tag, da Friedrich zur Stetten jenes eine, so kurze und doch so inhaltsschwere Wort aussprach, welches sein und Theresens Schicksal entschied. Es war auf der Eisbahn, die junge Gräfin tummelte sich mit ihren Bekannten, aber erröthend und herzklopfend bemerkte sie, wie der Sänger in immer kleineren Kreisen um sie her glitt. Endlich — sie saß einen Augenblick allein auf der Bank, um auszuruhen, — hielt er vor ihr an, grüßte ehrerbietig und bat um die Ehre, sie einmal beim Laufen führen zu dürfen. Es war das erste Mal, daß zur Stetten im Beisein von anderen Menschen sich Therese näherte; ein ahnungsvolles Empfinden sagte ihr, irgend etwas müsse sich ereignet haben. „Weshalb sind Sie noch nie vorher hier gewesen?" fragte die Comteß schüchtern, denn er verhielt sich merkwürdig schweigsam. „Ich muß mich meiner Stimme wegen sehr in acht nehmen, gnädige Gräfin; heute jedoch wollte ich Sie sprechen, um Ihnen mitzutheilen, daß — ich ein Engagement nach Moskau erhalten habe." „Nach — Moskau," flüsterte sie entsetzt und die Stimme versagte ihr beinahe, „so weit fort und vielleicht — für lange Jahre." „Ich kämpfe schwer mit mir — aber allein gehe ich nicht hin, obwohl die Bedingungen glänzend sind." „Ich möchte Ihnen da wohl zureden, Herr zur Stetten," bemerkte Therese, ein wenig gesammelter, „es ist ja nur purer Egoismus von mir, wenn ich zuerst ander» dachte — man will nicht gern liebe Freunde verlieren." GEn Therese, wäre nicht Ihr vornehmer Name, Ihr Wappenschild, weiß Gott, ich spräche anders zu Ihnen; keine Macht der Welt sollte mich abhalten." „Und doch ist es ein leerer Klang, ein falscher Begriff, der schon manches Lebenrglück zerstörte," erwiderte Therese, welche schon tausend Mal gewünscht hatte, kein Grafenkind, sondern ein einfaches bürgerliches Mädchen zu sein, um den Mann ihrer Liebe heirathen zu können. „Therese, beim ewigen Gott, spielen Sie nicht mit mir, ermutigen Sie mich nicht zu der einen Frage, auf die ich doch ein „Nein" bekommen müßte." „Kennen Sie ein Frauenherz? Halten Sie e» für feiger, als dasjenige des Mannes?" *r,efe, ifi’s denn möglich, darf ich Sie fragen - ob Sie mich lieben?" Sie waren ziemlich «eit ab von der übrigen Gesellschaft, Niemand sah den schimmernden Blick der wunderschönen blauen Augen, Niemand außer Stetten hörte ihre bebende Stimme flüstern: „Sie dürfen — und ich antworte, daß ich Sie liebe und daß ich Hohenthal mein Wort zurückgebe, um nicht meineidig zu werden." „O, Geliebte, wenn ich Dir danken dürfte, wie ich es möchte! Aber wir sind inmitten einer neugierigen Gesellschaft! Wollen Sie aber noch weiter gehen, Therese, wollen Sie mein Weib werden und mich nach Moskau begleiten?" Tief und flehend sah er ihr in die Augen, seine Hand umschloß innig die ihre — sein Lebensglück hing an ihren Lippen; doch sie überlegte nicht lange, treu und beseligend erfüllte ja die Liebe dieses Frauenherz — und die Liebe kann Alle» und duldet Alles. Sie gedachte nicht all' der furchtbaren Kämpfe und Schmerzen, die ihr bevorstanden, dachte nicht an den Bruch mit Eltern und Bruder, sie wußte nur Eines: daß sie nicht leben könne ohne diesen Mann!" „Ich will's!" sprach sie feierlich. „Gott helfe un« Beiden I Von Stund' an bin ich die Ihre!" „Und Hohenthal? Nein, Therese, ehe er nicht Alles weiß, darf ich an mein Glück und meine Zukunft nicht glauben." „Ich schreibe ihm noch heute, daß er kommt, ich will'« ihm mündlich sagen und ihn mit Ihnen bekannt machen, Friedrich, denn Eduard muß und wird uns helfen und rathen — wenn die Eltern sich von mir wenden." „Das werden sie nicht, Geliebte! Das kann nicht fein!" „O doch, ich kenne meine Eltern und Rudolf," sagte sie wehmüthig, „sie werden meinen Namen aus dem Stammbaum streichen wie den einer Tobten, denn ein Fleck auf dem Wappenschild gilt ihnen als schwerste» Verbrechen!" „Und Du willst dies Alles auf Dich nehmen, Geliebte, für mich?" fragte zur Stetten bewegt. »Ja," sagte sie einfach, „denn ich liebe Dich und werde nie aufhören, es zu thun." „Habe Dank, mein Lieb, meine süße Braut. Ich will's Dir danken bis zum Tode!" * „Aber nun müssen wir scheiden," bat sie hastig; !„dort steht Rudolf und wartet auf mich; der Arme ist jetzt sehr unglücklich, denn Melanie von Roden zieht den Fürsten Porscu ihm bedeutend vor. Wenn ich von Hohenthal höre, schreibe ich — Dir sogleich." „Mein Kleinod," murmelte er, leidenschaftlich ihre Hand drückend, „nun ich Dich mein eigen nenne, soll da» Leben und da» Glück erst beginnen. Auf Wiedersehen!" Er ließ ihre Hand los und zog, sich ehrerbietig verneigend, den Hut, dann glitt er davon, während Therese, mächtig mit ihrer Erregung kämpfend, auf einem unbedeutenden Umwege die Bank erreichte, um dort die Schlittschuhe abschnallen zu lassen. Graf Rudolf trat sogleich zu ihr und forderte sie in kurzem Tone auf, nach Hause zu kommen. Therese versagte beinahe der Athem, nun kam eine Scene mit ihm und sie haßte dergleichen. Kaum befanden sie sich auf dem Wege, als ihr Bruder sich auch schon zu ihr wandte und streng fragte: „Wie kommst Du dazu, mit dem Sänger Schlittschuhe zu laufen? Hast Du da» schon öfters gethan?" „Nein," gab sie offen zurück, „heute zum ersten Male; Herr zur Stetten forderte mich auf und ich sah keinen Grund, e» ihm abzuschlagen." „Aber Du wirst es nicht wieder thun, Therese, hörst Du? Es paßt sich nicht für Dich unb Deinen Namen; wir haben nun einmal bestimmte Grenzen gezogen zwischen ben Klassen der Menschen, wenn ich auch gar nicht leugne, baß der Sänger ein ganz besonders liebenswürdiger Mann ist." „O, Rudolf, wie engherzig sind Deine Ansichten, der Mensch fängt bei Dir also erst mit dem Wappenschilde an?" „Wir wollen nicht philosophiren, Schwester, aber gerade in diesem Falle gilt es, eine Klippe zu vermeiden und ich möchte nicht, daß man sich erlaubte, zu sagen, Comteß Wilden- stein interessire sich für einen Sänger!" Sie wurde sehr bleich, aber dennoch entgegnete sie fest: „Allerdings thue ich da». Ich interessire mich bedeutend für Herrn zur Stetten und unterhalte mich gern mit ihm, wenn Du auch sagst, daß er nur ein Sänger sei? „Unselige," fuhr der Graf auf, „nimm Dich in Acht, denn Du bist Hohenthals Braut; wie darfst Du's wagen, an einem anderen Manne Interesse zu finden!" „Mein Verhältniß zu Hohenthal, lieber Rudolf, überlaß mir; er soll und wird jeden Gedanken »on mir wissen und ich bin sicher, daß er mir recht gibt." (Fortsetzung folgt.) KochzeiLsgebräuche. Dieses nicht uninteressante Thema erörtert ein gründlicher und umfassender Artikel in der soeben erscheinenden fünften Auflage von„MeyersConversationr-Lexikon." Wir entnehmen daraus das Folgende: Hochzeit (mittelhochd. hochgezit), ursprünglich jede hohe oder Festzeit des Jahres, später ein Galatag und Gastgelage bei Hof, zuletzt, wie noch jetzt, vorzugsweise die Vermählung mit den damit verbundenen seterlichen Gebräuchen und Festlichkeiten. Bei den Naturvölkern, bei denen die Frau metft durch Kauf erworben wird (s. Frauenkauf), besteht die Hochzeitscerewonie meist in einer gewaltsamen Entführung der Braut aus dem elterlichen Hause (s. Frauenraub), auf welche ein Gelage folgt. Die feierliche Einsegnung des geschlossenen Bundes durch Priester kam erst auf höher« Cultur- stufen hinzu. Bei den alten Hebräern wurde, nach biblischen Berichten, die Ehe von den Vätern oder den nächsten Verwandten geschloffen, nicht selten in Abwesenheit der Brautleute. Von dem Bräutigam (chatan) wurde für die Braut (kalla) ein Preis (mohar) entrichtet, der bei unvermögenden Bewerbern, z. B. bei Jakob, durch längere Dienstzeit ausgeglichen wurde. Der Ehevertrag ward vor Zeugen mündlich geschloffen; erst nach der Zeit der Babylonischen Gefangenschaft kommen Eheverschreibungen (ketuboth) in Anwendung. Am Tage der Hochzeit (chatunna) begab sich der geschmückte Bräutigam, von Freunden begleitet, in das Brauthaus und führte von dort die tiefverschleierte Braut, von Festgenossinnen umgeben, unter Musik und Gesang in das väterliche Haus. Da» Hochzeitsmahl, vom Bräutigam ausgerüstet, dauerte je nach den Verhältniffen bis zu sieben Tagen. Am Hochzeitstag begleitete man die Brautleute in das Schlafgemach (schuppa, jetzt der Trauhimmel). In nachbiblischer Zeit trat die volle eheliche Gemeinschaft erst ein durch Chuppa und Kid- duschin, d. h. nachdem der Bräutigam der Braut unter dem Trauhimmel einen Ring mit den Worten: „Durch diesen Rmg seiest du mir geheiligt (als Weib) nach dem Gesetz Most» und Israels" übergeben hatte, der Ehecontract von dem Trauenden vollzogen und vorgelesen und die Segenssprüche der Anverlobung und Anvermählung gesprochen worden waren. Bei den alten Griechen wurden die Gattmnen anfangs entweder geraubt oder gekauft, weshalb sie auch ihren Männern leibeigen unterworfen waren. Am Vortrage der Hochzeit wurde den ehefetndltchen Gottheiten, namentlich der Artemis, sodann den Schutzgöltern der Ehe, Zeus, Hera, Aphrodite, Hymen rc., geopfert und ein geweihtes Bad genommen. Die Hochzeit (gamos) selbst fand am häufigsten im Winter, besonders im Januar (Hochzeltsmonat, Gamelion) statt. Am Hochzeitstag schmückte sich das Brautpaar mit bunten Kleidern, Kränzen und Blumen. Abends holte der Bräutigam die verschleierte Braut aus dem Elternhause ab und führte sie, meist auf einem mit Maulthieren oder Ochsen bespannten Wagen, in da» {einige. Ein vertrauter Freund oder ein Verwandter der Braut begleitete sie (paranymphos oder parochos, weil er neben der Braut auf dem Wagen saß). Auch andere Verwandte und Freunde nahmen, bekränzt und festlich gekleidet, vor und hinter dem Wagen schreitend, unter Redactwn: Ä. Schehda. 166 — Begleitung von Flöten und Saiteninstrument»« Hochzeitslieder (Hymenäen) singend und Fackeln tragend, welche die Mutter der Braut anzündete, an dem Zuge Theil. Auch Mädchen mit Sieb, Rocken und Spindel, den Symbolen der Häuslichkeit, schritten voraus. Die Braut selbst aber hatte ein Gefäß mit Gerste (phrygetron) in der Hand, um anzudeuten, daß sie Brod mit ins Haus bringe. Wittwer durften die Braut nicht selbst abholen, sondern erhielten sie durch einen Verwandten (nymphagogos) zugeführt. Beim Eintritt in da» bekränzte Haus wurde das Brautpaar mit Feigen und andren Früchten als Symbol de« künftigen Ueberfluffes überschüttet, die Achse de» Brautwagens aber wurde verbrannt, damit die Braut nie an Rückkehr in das väterliche Hauk denken möge. Daraus folgte das Hochzeitsmahl, an dem die nächsten Verwandten und Freunde und, der sonstigen Sitte zuwider, auch die Frauen Anthetl nahmen, und welches später als Beweis und Kundmachung der Verheirathung galt. Rach dem Mahl wurde die Braut, ins Brautgemach geleitet. Im Schlafgemach angelangt, mußte die Braut, von einem Knaben au« der nächsten Verwandtschaft bedient, die Füße waschen und (it Athen) mit ihrem Bräutigam eine Quitte essen. Dann fand eine Opferhandlung statt, und unter Fackelschein wurde nun die Braut von den Müttern zn Bett gebracht. Am Morgen der nächsten Tage« begrüßte die Neuvermählten wieder Gesang, worauf gewöhnlich die Hochzeitsfeier noch einige Tage fortdauerte. Nun schickte auch der Vater der Braut seine Geschenke (meist Hausgeräthe), ebenso die Verwandten und Freunde, und der Mann selbst brachte seiner Frau eine Art Morgengabe bat- Die Geschenke, die die Braut erhielt, hießen Anakalypteüa, weil sie sich jetzt zum ersten Mal ihrem Mann unverschleiert zeigte, und wurden bei Vornehmen in feierlichem Aufzug überreicht. Einfacher blieben die Hochzeitsfeierlichkeiten der Spartaner, die streng darüber wachten, daß der Mann nicht vor dem 30., das Mädchen nicht vor dem 20. Lebensjahre heirathete, und die alte Sitte, die Frau zu raube», wenigstens der Form nach beibehielten. In Plutarchs „Sebs des Lykurgos" finden sich hierüber nähere Nachrichten. Einzck Hochzeitrfcenen stellen auch uns erhaltene Bildwerke btt, namentlich das berühmte Wandgemälde der „Aldobrandischm Hochzeit." (f. d.) im Vatikan. Vgl. Hermann-Blümner Griechische Privatalterthümer (Freiburg 1882); Becke r-G ö ll, Charikles (Berl. 1877.) (Fortsetzung folgt.) Vermmehtes. „Wenn wir den Dieb fangen wollen, so wird e» doch gut sein, noch einen beherzten Mann mitzunehmen!" — „Dann hol' ich den Schuster von drüben. Der hat Muth. Er hat gestern zum dritten Male geheirathet!" Unangenehm. Pferdebahnschaffner: „Welches von den zwei Kindern ist denn noch nicht sechs Jahre alt, bet Knabe ober da» München?" — Mädchen: „Mama laß mich doch diesmal noch nicht sechs Jahre alt fein." Gute Umschreibung. Mutter: „Aber Richard, wie schaut denn Deine Hose auSl Bist wohl in« Gras gi' sollen!" — Knabe: „Ja, wie'« schon die Kuh gefreflen gl' habt hat." Zweierlei Briefe. A>: „Nach ihren Briesen ji urtheilen, scheint Deine Braut ein sehr gebildete« Mädchen zu sein!" — B. (schwärmerisch): „Ach, und ihre Pfandbriefe solltest Du mal sehen." Der Vorsichtige. Notar: „Sie sehen so bleich aist, Ihnen scheint unwohl geworden zu sein. Darf ich 3|ncn ein Glas Wasser kommen lassen?" — Client: „Was berechnen Sie dafür?" — Druck und Verlag der Brühl'schon UniwrMtS-B«h. trat Stainvrmkerei (Pirsch *, Gchehda) in