dis Folge» :b auf dem Stiefel aus den unver- enden Blick abreisenden ch glücklich im Bant» cht und dii Declamaiioni- en deutsch« :erfaff«rin bei hrte Auflage. .50. Schw«- nunmehr in rer Vortrags- vollstem Maße je noch mehr ck gesorgt uni . Gesellschaft«» Vortragskunk zu GeschenL d Novellen. Nachfolger in llt, indem sie m der Neuzeit, ;r geschmaekooS rischen Jllustra- llchen Anklanz daß auch die arzer Zeit schon Ion dieser neuer, ortsetzungen bei üllers Lieschen' Lieferungen «■ e Aufwendmij thek zur Zierde k. Es ist auch billigem Preii n Interessen zu äftliche Tüchtig- ibuchhandel am et" ziehen kann, Zieht, in immer tgarter Verleger dchen — dmch se von 50 Pfz ann dies leiste« der Band eint als unerhörte« Einband abje rn druckte aö dreißig Jahr zum mindester ehr kosteten; i«> dingS im erst« Sprachen, * iagu die Ueber- )gar für die Ge- sür gewöhnliche rtion trotz aller guten Auswahl nhr in der Lage i bringen! Da« st so sehr an 1« oohnt, daß M aber kostet's tun ch zehn Zahm verbreitet, st überflüssig »’ HntrrhaUungsMt ?um Girßener Anzeiger (Oenrral-Anzriger). Donnerstag den 28. Februar j\ ümiliskßlsNek i .. f V ... r-1 MM- In der neuen Welt. Roman von P. Olleverio. (Fortsetzung.) Ihr ganzes seltsames Beträgen war damit erklärt, wie auch die mir bisher unbegreifliche Abneigung, welche sie mir immer eingeflößt hatte- Aber Gertraud! Sie hatte sich dem Einflüsse dieses Mannes hingegeben, bis er sie dahin zu bringen vermochte, daß sie die Ihrigen heimlich verließ und ihm folgte, wohin er sie führen wollte. Die kleine Bach war nun schließlich zum mächtigen Strome angewachsen, über den Gertraud nie wieder zurückkommen konnte, und ich stand händeringend am anderen Ufer und schaute ihr Verzweiflung«- voll nach. Richard! Und wie war Richards anderer Name? Und in welchem Verhältniß stand er zu Arthur Ausbach? Jetzt verstand ich es, daß Arthur mit der Antwort zögerte, als ich ihn gerade heraus fragte, ob Magdalene Ausbach seine Schwester wäre. Ich sprang, die Photographie in der Hand haltend, von dem Bett aus, schob mechanisch den Riegel an der Thür zurück und lief aus dem Zimmer. Die Küche war leer, die Hausthür stand offen, die kühle Abendluft strich mir über das glühende Gesicht. Im nächsten Augenblick befand ich mich im Freien und kurz darauf — ohne es zu wissen, wie ich dahin gekommen, — lehnte ich an der Hecke de» Grasgartens, welcher hinter dem Haufe lag. Da näherte sich mir Jemand in der hereinbrechenden Dunkelheit, ein Pferd am Zaume führend. Ich erkannte in der hohen, elastischen Gestalt — Arthur Ausbach. Bevor ich noch recht zur Besinnung kam, stand Arthur an meiner Seite und ich starrte ihn an wie ein Traumgebild. Doch als er mir die Hand entgegenstreckte, was er nur zögernd that, al» ob er fürchtete, ich würde sie nicht ergreifen, da prallte ich erschrocken vor ihm zurück. Er blickte über die Hecke zu mir herüber und eine Weile sprach kein» von uns Beiden ein Wort. Die Dämmerung umhüllte uns und ringsum war Alle- still. Das Pferd entwand Arthurs Hand die Zügel Zünd fing an, das kurze Gras an der Hecke abzufreffen. Al» wir so dastanden und ich seine schöne aristokratische Gestalt und seine männlichen, geistreichen Züge betrachtete, da wußte ich, daß ich ihn über Alles liebte und mein Herz nie« mals einem anderen Manne angehören konnte- Und daß über meiner Liebe eine so finstere Wolke lagerte, war augenblicklich mein größter Kummer, ein weit größerer als der Verlust meiner Schwester. Endlich brach ich das Schweigen, indem ich in kaltem, gleichgiltigem Tone wie zu einem Fremden zu reden versuchte und sagte: „Guten Abend, Herr Ausbach. Ich bin überrascht, Sie hier zu sehen." A Er antwortete nicht und ich hörte nur, wie er leise vor sich hinmurmelte: „Wie blaß sie aussieht und wie schmal sie geworden ist — meine kleine Christa!" Dann setzte er laut, das Wort an mich gerichtet, hinzu: «Hassen Sie uns nicht Beide, Christa, — meinen Bruder und mich? Wollen Sie mir wenigstens so weit vergebe«, daß Sie anhören, was ich Ihnen zu sagen habe." Ich öffnete die Hand und zeigte ihm das Bild, welche« ich die ganze Zeit über darin festgehalten hatte- „Ist das Ihr Bruder?" fragte ich. „Mein Halbbruder — Richard," antwortete er. „Und welches ist Ihr wahrer Name?" Ein Gefühl tiefer Verachtung stieg in mir auf bei der Erinnerung an den Betrug, den man an uns verübt hatte, und ich glaube, da« prägte sich in meiner Stimme au». „Bevor ich Ihnen darauf antworte," entgegnete er, „muß ich wissen, ob Sie mir gestatten wollen, Ihnen etwas zu erzählen. Nicht nur eine halbe Geschichte, sondern die ganze volle Wahrheit, von Anfang bis zu Ende." „Die Wahrheit!" wiederholte ich in noch verächtlicherem Tone als bisher. „Wer bürgt mir dafür, daß es auch wirklich die Wahrheit ist?" Ausbach zuckte zusammen, als ob ich ihm eine« Schlag versetzt hätte. Er nahm ein dickes, versiegelte« Couvert aus der Tasche und reichte es mir. „Lesen Sie da» heute Abend," sprach er dabei, „und dann fällen Sie mein Urtheil, aber nicht eher, als bi« Sie meine Vertheidigung gehört haben." 162 - Wenn Sie diese Zeilen lesen, Christa, die ich eigens nur für Sie niederschreibe, werden Sie stcher genug von der Wahrheit erfahren, um gegen mich und meinen Bruder sehr bitter zu empfinden. ,, _ Ich nenne ihn meinen Halbbruder um seiner Mutter willen. In Wirklichkeit ist er überhaupt kein naher Blutsverwandter von mir und ein Mensch, auf den ich nicht gerade stolz fein kann; aber ich versprach seiner Mutter, an ihm zu handeln, als ob er mein Bruder wäre, und habe versucht, mein Wort zu halten. , Ä . Er ist zehn JahreZ jünger als ich. Er war noch ein Knabe, als mein Vater die Mittwe seines Vetters Werner Braunsdorf von Felfenegg heirathete und sie ihren Sohn 5 Richard mit auf das alte Stammschloß der Familie brachte. I Ich stand an Jahren Eleonoren nur so viel nach, wie Richard mir, und sie war eine sehr schöne, eine entzückende Frau. Leider kann ich nur in der Vergangenheit von ihr reden! Sie ist tobt und Richards Thun und Treiben kann ihr kemen Kummer mehr bereiten- , Meine schöne Stiefmutter war das Ideal meines Herzens. Ich bin überzeugt, daß ich sie viel mehr liebte, als ihr eigener Sohn. Richard ist nach seinem Vater gerathen, der kein guter Mensch war, und hat ihr manche schwere Stunde bereitet und um ihretwillen auch mir. Um ihretwillen! Ja, um ihretwillen habe ich viel erduldet, aber ich bin meinem Ver prechen treu geblieben und denke, Eleonore würde mit mir zufrieden sein. Das kleine Vermögen, welches Richard von seinem Vater geerbt hatte, war bald verbracht. Er wollte keinen Beruf ergreifen, sich keiner ernsteren Thätigkeit widmen, so daß er, nachdem er die letzte Münze verbraucht hatte, von seiner Mutter und mir abhängig wurde. , Mein Vater war zu der Zeit schon tobt und ich hatte meine Herrschaft auf Braunegg angetreten. Wir lebten hauptsächlich bort; zuweilen gingen wir zwar für einige Wochen nach der Stabt, aber Geonore war eine Wiesenblume, bie in ber Stabt hinwelkte, so baß wir nie lange dort blieben. - ~ In unserer Nähe wohnte eine Pächterstochter, für bie sich Richard interesstrte. Sie war eine derbe Landschönheit, die unverhohlen nach einem Manne angelte, der einer höheren Stufe als sie angehörte- Welche Versprechungen Richard ihr gemacht haben mochte, das weiß ich nicht, jedenfalls aber war er eines Tages mit ihr auf und davon «ach Paris, wo sie auf großem Fuße zusammen lebten. Woher er da» Geld >azu nahm, das war Eleonore sowohl als mir ein Räthsel. Von ihr hatte er es so wenig bekommen wie von mir. Wir sollten jedoch nicht lange darüber im Zweifel sein, denn eines Abends trat Richard plötzlich in das Wohnzimmer, wo seine Mutter lesend auf dem Sopha lag, und sagte ihr rund heraus, er habe auf den Namen seines reichen Oheims hohe Wechsel gefälscht, der Betrug sei entdeckt, fein Oheim recht wüthend und die Polizei ihm, dem Thäter, auf der Spur. Ich befand mich nebenan im Bibliothekzimmer und war mit der Durchsicht von Papieren und Rechnungen beschäftigt, als ich Eleonore einen lauten Schrei ausstoßen hörte. Ich stürzte herbei, fand sie ohnmächtig auf dem Sopha liegen und Richard mit trotziger Miene vor ihr stehen, ohne ihr hilfreiche Hand zu leisten. Ich stieß ihn zur Seite, kniete vor Eleonore nieder und schloß sie in meine Arme. Zum ersten Mal kam mir der Gedanke, daß die Trennung nahe fei. Was Wunder auch! Er hatte ihr das Herz gebrochen. Später, als sie sich wieder etwa« erholt hatte, trafen wir so schnell wie möglich die nöthigen Vorkehrungen, um Richard in Sicherheit zu bringen. Er sollte Deutschland sofort mit mir verlasien und zwar in Verkleidung. Sein kleiner, bartloses Gesicht, seine zierliche Gestalt brachten uns auf ber Gebanken, ihn als Dame reifen zu laflen. Wir wählten M einfachsten Kleider aus Eleonorens Garderobe und fanden ste so zweckentsprechend, daß wir sofort entschlossen waren, unseren Plan auszuführen. Er sollte für meine Schwester gelten und mein Name Ausbach sein. Die nächste Frage war nun: Wohin sich wenden? mr Europa mußten wir fort, die Polizei war Richard zu eifrig auf der Spur und fo entschieden wir uns für Australien. Ich hatte längst eine Reise nach dort in’» Auge gefaßt und Eleonore bat mich, ihn hinzubringen. t Darauf nahm sie mir das Versprechen ab, über ihn zu wachen, als ob er mein Bruder wäre- Während ihre Arme meinen Hals umschlangen, that ich es um ihretwillen. Drei Jahre sollte ich, wenn es nöthig war, bie Maske tragen und in bieser Zeit auf keinen Fall Jemanben bas Geheimniß ver' rathen- Bis bahin würbe bet Zorn von Richards Oheim verrauscht sein und man mit ihm unterhandeln können. Natürlich war ich nicht gezwungen, so lange im Ausland zu bleiben. Wir verabredeten, daß ich in ungesähr einem Jahre zurückkommen sollte, nachdem ich Richard in rrgend einem fernen Fleck auf den Colonien sicher untergebracht habe« Er entfernte sich, doch nur wenige Schritte, dann blieb er stehen und sah mir voll in's Gesicht. „Sie find so bleich," sagte er. „Und wann kam der sorgenvolle Blick in Ihre Augen, Christa ? Er wird mich nicht mehr verlassen." „Meine Blicke find sür keinen Menschen mehr von Belang," entgegnete ich. „Machen Sie sich darüber keine Gedanken. Aber bevor Sie gehen, möchte ich Ihres Bruders wahren Namen wissen, da er es vermuthlich nicht länger versuchen wird, für Magdalene Ausbach zu gelten." „Sein wahrer Name ist Felsing von Braunegg." „So ist also Arthur Felsing von Braunegg der Name des Mannes, welcher niemals aufhören wird, Sie zu lieben, fo tief sie ihn auch verachten mögen," fügte er hinzu, während er die Zügel ergriff, bett Hut lüftete wnb sich in bett Sattel fchwang. Gleichzeitig sah ich einen Mann über bett Hof kommen uttb wußte, was unserer Unterrebung ein so rasches Ende gemacht hatte. „Thorpe," rief ich, „seien Sielso gut, Herrn Ausbach bas Heckenthor zu öffnen." , Wenn Thorpe ihn auf die Lanbstraße hinäuSreiten sah, konnte er nicht gut wieder umkehren, das wußte ich. Doch kaum war er außer Sicht, als ich bitterlich zu weinen begann. Es war mir zu Muthe, als fei die dunkelste Stunde meines Lebens gekommen. Als ich mich am Abend allein in meinem Zimmer sah, erbrach ich Arthurs Brief. 13. Capitel. Arthurs Geschichte. würde. , , , . Ich sehe Eleonorens blaue Augen heute noch vor nut, wie sie mich damitansah, um sich zu überzeugen, daß ich auch ernstlich meinte, was ich versprach, und höre deutlich den To« ihrer Stimme, wie sie mir zuflüsterte: „Ich setze volles Vertrauen in Dich, Arthur. Ich weiß, daß Dein Wort so viel gilt wie ein Schwur." „ t M , Ich küßte ihre Hand, als ich ihr das Versprechen ga- Sie war mir Mutter, Schwester und Freundin in einer Person und ihr Glück stand mir höher, als da» meine. So schieden wir von einander, — nicht sür lange, m wir glaubten; doch während wir uns immer weiter von w Heimath entfernten, lag Eleonore tobt auf Braunegg; Kummer unb Sorge um Richard hatten ihren schnellen Tod herber- Die Nachricht erreichte uns, als wir in Melbourne la«- beten und nun lag mir nichts mehr an meiner Heimkehr Wir kamen nach Neuseeland und ließen uns in FernyhuT wo Sie uns kennen lernten, nieder. Welchen Zweck hat' mein Leben nun weiter, als daß ich das Versprechen, weW ich der theuren Dahingeschiebenen «geben hatte, nach KräM erfüllte ? Ich wußte bamals freilich nicht, was es mich mürbe. . Machen Sie hier eine kleine Pause, Christa, und w — los — lls aber war Saris, wo Re er dar Geld ein Räthsel. in mir. Zweifel sein, Wohnzimmer, »nd sagte ihr sichen Oheim , sein Oheim tter, auf der iner und war en beschäftigt, t hörte. Ich ha liegen und ! ihr hilfreiche re nieder und kam mir der Wunder auch! hatte, trafen ehrungen, um >eutschland so» Sein kleiner, i UNS auf te ir wählten bV and fanden sie varen, unseren Rer gelten und wenden? Anr Hard zu eifrig lustralien. Ich t und Eleonore i, über ihn zu end ihre Arme etwillen. Brei Ske tragen und Seheimniß ver» iichards Oheim n können. ige im Ausland angefähr einem Hard in irgend rgebracht haben noch vor mir, rn, daß ich auch gütlich den Ton fetze volles Vsr- n Wort so viel Versprechen goi n in einer Per meine. t für lange, wie weiter von bei unegg; Kummer len Tod herbid Melbourne to aeiner Heimkehr i in Fernyhursl hen Zweck W sprechen, welcher tte, nach KrLB i8 es mich koste" lhrista, und suchen Sie in Gedanken, Arthur von Richard zu unterscheiden. Machen Sie mich nicht für Alles verantwortlich, was er ge- than hat; da« einzige Bindemittel, welches uns zusammenhielt, war Eleonore und über ihrem Grabe blühen jetzt die Rosen, — ihre Lieblingsblumen. Wenn ich doch Ihr Gesicht sehen könnte, Christa, wäh- rend Sie diese Zellen lesen; dann würde ich wissen, ob ich noch hoffen darf. Selbst jetzt bin ich nicht im Stande, Alles aufzuklären. Ich weiß wohl, daß Ihre Schwester von dem Schurken, der sich Richard Felsing von Braunegg nennt, nach Melbourne ge« lockt worden ist, wie aber ihr Medaillon an die Bucht gekommen und wie dieser Schmuckgegenstand mit dem ertrunkenen Polizisten in Verbindung zu bringen, das ist mehr, als ich Ihnen sagen kann. Ich vermuthe nur, daß die Polizei, die wir, als wir hierher kamen, hintergangen zu haben glaubten, Richard dennoch auf die Spur gekommen fein muß. Er war stet» vorsätzlich unklug und bisweilen nur mit Mühe dahin zu bringen, daß er seine Rolle weiterspielte. Vielleicht ist er mit dem Polizisten in Streit gerathen, der sür einen der Betheiligten schlecht ablief. Ich denke, es ist besser, wenn ich nicht zu tief in das Geheimntß eindringe. Wie dem auch fein mag, jedenfalls fürchte ich, ist es nur zu wahr, daß er mit Ihrer Schwester Gertraud in Melbourne lebt. An einen größeren Schurken hätte sie sich kaum binden können; aber die Schuld muß ich auf mich nehmen, ich hätte Aller voraussehen und verhindern sollen. Der Fehler liegt darin, daß ich einen Verkehr zwischen unseren Familien nicht von Anfang an abschnitt. Wir hätten, wenn es nöthig war, die Gegend hier sofort verlassen sollen. Ich hatte diese gerade gewählt, weil hier so wenig Damen leben und Richard diese wenigen nicht leiden mochte und beharrlich mied. Aber wir waren hier ansässig geworden, und ich wußte Nicht, wo wir sonst hätte« hingehen sollen. Richard war der Polizei, wie ich meinte, glücklich entkommen, und endlich — wa« nicht zu gering in die Wagschale fiel — verlor ich mein Herz an Sie, Christa. Wenn Sie diese Worte lesen, bin ich fort. Ich gehe nach Melbourne, um Richard zur Vernunft zu bringen. Und wenn ich Ihnen Ihre Schwester zurückhole und Alles thue, um dar Geschehene wieder gut zu machen, wollen Sie mich dann auhören, Christa? Ihre Züge treten zwischen mich und dar Papier; ich kann Ihrem traurigen Blick nicht begegnen, bis ich etwas ge- than habe, das Ihre lieben Augen wieder Heller macht. Sagen Sie Ihrem Bruder von dem, was ich Ihnen durch diese Zeilen mittheile, so viel Sie für gut befinden. Ich denke, es ist besser, wenn er gleich die ganze Wahrheit erfährt, nachdem er so lange betrogen worden ist. Und Richard hat seine Verpflichtungen so gänzlich außer Acht gelassen, daß selbst Eleonore mich jetzt meine» Versprechens entbinden würde. Richard mag nun allein sehen, wie er durch die Welt kommt. Ich frage von jetzt an nichts mehr darnach. Und nun leben Sie wohl, bis ich von Melbourne zurück« kehr«. Gott schütze Siel 14. Capitel. Christas Erzählung. Der Winter wurde kälter und trauriger. Wir hatten viel nasses Wetter und die Wege wurden stellenweise un- pasfirbar, so daß ich da» Reiten aufgab. Da» Wasser in der Bucht stieg nie so hoch, daß es uns beunruhigte, trotzdem aber waren wir darüber einig, daß Oscar'» neue» Hau» — wenn es gebaut wurde — viel höher liegen mußte. „Wenn es gebaut würde", — dafür schien vor der Hand allerdings keine Aussicht zu sein. Ich wußte, daß Oscar zu jener Zeit Geldsorgen hatte und e» erschien mir grausam, zu diesen auch noch andere hin- zuzusügen, indem ich ihm mittheilte, was ich über Gertraud erfahren hatte; außerdem Hatteer uns streng verboten, ihren Namen je wieder zu erwähnen. Ich erzählte daher Alles erst Fanny allein und sie wiederholte ihm die g nze Geschichte in meinem Beisein. Er schritt ungeduldig im Zimmer auf und ab, während er sprach, und seine Miene war so finster und so hart, wie ich sie an unferm alten, gutmüthigen Orcar nie gesehen hatte. Gertraud hatte ihn — das war klar — fast zu tief gekränkt, als daß er ihr hätte vergeben können; aber seine ersten Worte waren nicht, wie ich erwartet hatte, ein gegen sie gerichteter Zornesausbruch; er trat statt dessen vor mich hin, sah scharf zu mir nieder und sagte: „Christa, wenn dieser Ausbach ober Felsing von Braunegg zurückkommt und Dich zur Fcau haben will, wirst Du dann, nach Allem, was vorgefallen ist, „ja" sagen?" Die Frage war nicht leicht zu beantworten, in dem Moment aber wagte ich nicht, ihm da» zu sagen. Fanny indessen warf einen Blick in mein Gesicht und antwortete dann: „Darüber ist doch kein Zweifel, Oscar." Er murmelte etwas in sich hinein und trat an da» Fenster, wo er mit den Händen in den Taschen lange hinaus« starrte. So viel war klar, — wenn ich mich mit Arthur verlobte, so geschah e» nicht mit seiner Zustimmung. Fanny sprach mir jedoch das Wort — dis Gute, sie that es immer — und dann brachte sie die Unterhaltung auf andere Dinge. Oscar wollte es gar nicht glücken, wie er erwartet hatte; er besaß zu wenig Erfahrung in dem, was er unternommen, und leider hatte er keinen Freund, an den er sich in seiner Roth hätte wenden können. Fanny und ich sahen die Sache von unserem Standpunkte aus und wußten eigentlich nicht recht, wo es fehlte. Eins nur war uns Allen klar, — wir wurden mit jedem Tage ärmer. Einmal fand ich Fanny in Thränen. Sie trocknete sich hastig die Augen, als ich in das Zimmer trat, und wollte sich den Anschein geben, als sei Alles in Ordnung. Doch ich ließ mich nicht täuschen. Die Arme um sie schlingend, drang ich in sie, mir ihren Kummer zu gestehen, und unter Schluchzen theilte sie mir nun mit, daß sie nicht im Stande war, dem Kinde einige nöthtge Dinge zu kaufen, da ihr das Geld dazu fehle. Sofort lief ich in mein Zimmer und holte bett letzten Rest meines Taschengeldes herbei, das ich ihr in die Hand drückte. Fanny dankte mir herzlich und meinte, sie werde es mir ja bald zurückzahlen können. Hatten wir doch !zu der Zeit die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Von dem Tage an befaß ich keinen Heller mehr. Gertraud und ich waren auch in Geldangelegenheiten von Oscar jederzeit abhängig gewesen und er hatte sich uns stets als freigebiger Bruder gezeigt. Nun natürlich konnte er es nicht mehr und ich erwartete es nicht. Ich hatte noch zwei Briefmarken in meinem Geldtäschchen und als diese verbraucht waren, gab ich e» auf, Briefe nach der Heimath zu schreiben. Mochten mich meine Freunde dort für schreibfaul, unfreundlich, vergeßlich ober sonst etwas halten; ich selbst wußte ja, daß es nur die bittere Nothwendigkeit war, welche meiner Korrespondenz ein schnelles Ende machte. Orcar entließ alle seine Arbeiter bis auf Thorpe und noch einen; er konnte sie nicht mehr bezahlen und arbeitete selbst fast übermenschlich; Fanny schickte Marie» Nachfolgerin — Marie selbst hatte sich inzwischen verheirathet — weg und wir versorgten unseren Haushalt allein. Da Fanny nicht kräftig war und nur wenig thun konnte, obgleich es ihr an gutem Willen nicht fehlte, blieb da» Meiste mir überlassen und ich fühlte mich oft sehr erschöpft. Aber ich ließ mich das nicht anfechten und wir Alle sahen muthig der Zukunft entgegen und versuchten, geduldig auszuharren. Eines Tages stand ich in der Küche — den kleinen Fritz hatte ich ans seinem Stuhle neben mir angebunden, damit er nicht herunterfallen konnte, — und bügelte Wäsche, al» Oscar hereintrat. (Fortsetzung folgt.) 104 einen Litevavisches kostenlos. JL Berlaj Nr. 1 £ ich sät erst ei wirst gebrad (2 es ihr tf Dich 1 daß ei 3 blicke »Ich" L n meinte Nur s bist, d 9 legte i was i Ich n harter denn werbe c mehre etwas Wette unwol 3 Ecke v Er weiß Hilfe. Fräulein: »Herr Doctor! ich bst reich, aber mein Herz fühlt sich unglücklich; wiflen Sie mst einen Rath?" — Doctor: „Einen Rath nicht, aber einen mir befreundeten Aff es fori" Gemeinnütziges. I *ttt Butter- und Margarinefrage. DerRü^ I gang der Butterpreis- hat einen erheblichen Minderverbrauch der Margarine zur Folge gehabt , der wiederum eine P I ermäßiaung der Margarine bewirkt hat- Da immer meyr i neue Molkereien in denjenigen senden Deutschlands ent- I stehen, wo die Molkereien noch nicht eingesührt waren, und | ferner auch in vielen Landwirthschaften eine Vermehrung der I Milchkühe eingetreten ist, so ist zu hoffen, daß durch d | Lieferung vreiswerther guter Butter die im Grund genommen I wenig bettedte und auch minderwerthige Kunstbutter oder I Margarine in ihre Schranken zurückgetrieben wird. In dem I Kampf zwischen echter Butter und Kunstbutter (Magarine) I kommt übrigens der ersteren der größere Nährwerth und die I leichtere Verdaulichkeit zu Hülfe- Dre Frage, w e sich die Verdaulichkeit der Margarine gegenüber der^ Butter stellt, I veranlaßte A- Mayer in Wageningen Ernährungsversuche I mit zwei Männern anzustellen, die neben dm ^eren be- stimmten Nahrungsmitteln abwechselnd bestimmte Mengen 1 reiner Naturbutter und Margarine aus einer holländischen I Fabrik verzehren mußten. Es wurde dabei festgestellt, daß I von der Margarine int Mittel ungefähr 2 Procent weniger I verdaut werden, als von Butter. * Neues Verfahren, Rindfleisch zu räuchern. I Da es manchen Landwirthen erwünscht sein dürfte.zuwiffen I tote man Rindfleisch räuchert und als Rauchfleisch aufhebt, I io fei folgendes bewährte Verfahren erwähnt- Man bringt da« Rindsieisch von frisch geschlachtetem Vieh, wenn es noch I warm ist, in eine Mischung von einem Theil gepulvertem I Salpeter und 32 Theilen Kochsalz, durcharbeitet die Mischung I Sbötig mit dem Fleische und bestreut schließlich das Fleisch I mit soviel Roggenkleie, als daran hängen bleibt- Hierauf I Kgt man das Fleisch entweder ohne oder mit Papierumfchlag I in den Rauch. Die Kleie hält die brenzlichen Bestandtheile I des R°uch?s ab und mäßigt so die zu starke Austrocknung des Fleisches, wodurch dasselbe einen guten, reinen Geschma | und das Ansehen stark geräucherten Lachses enthält. nm den Häringsgeruch an den Messer« zu | beseitige«, rühre man einen dünnen Brei aus Lauge und I Holzasche, reibe mit diesem und einem wollenen Tuche die Messer I Md Gabeln ab, und spülest lauwarmem Master nach. Alte Handschuhe lasten sich folgendermaßen ver» 1 wenden: MM schneidet sie in Streifen von 3 Ctm. Länge Md VI, Ctm. Breite und schnürt dieselben an einen festen Bindfaden, indem man die Streifen einmal in der Mitte durchsticht- Nun drückt man das Ganze in einen länglich runden Schwamm zusammen, welchen man zum Reinigen der Thüren, Möbel und Möbe^ vortrefflich verwenden kann. itm Schuhe recht haltbar und wafferdicht zu mL7n, re?be man die Sohlen 3 bis 4 Mal gründlich mit warmem Leinöl und das Oberleder einmal mit etme Salatöl ein- Hierauf laste man sie trocknen und bte Schuhe find gegen jedes Master unempfänglich. Nove« der Bügeleise« zu verhüte«. Nach dem Gebrauch wüsten die Bügeleisen in einem mäßig warmen Raum langsam erkalten. Wenn sie ganz kalt find, »W man sie mit einem trockenen Tuch ab und HM sie bi« zu späterem Gebrauch in ein mit Oel getränktes Stück Flanell. Um Trinkgläser, »Wasserflasche« re. z« reinige«, setze man dem Master etwas Salzsäure z - Die Salzsäure löst den kohlensauren Kalk auf, welcher sich aus dem Brunnenwaffer abscheidet. Mit reinem Master muß dann nachgespült werden. 5 i Md»- I Scheda. - Druck und ««lag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Lhr. Pietsch) in Äi-Heu. Di« Universal-Anzeiger für Briefmarkensammler, des Universal-Briefmarken-Albums Baumbach & Co. Lerpzig. 1895 enthält: Was wird daS neue Jahr bringen? — Su|Ia>A« »tw Umschläge. - Neues aus allen Weltthellen. - Der Postanweisung verkehr im König!. Sächsischen Postbezirk. - Mschung-N. - S m m «, aus Sammlerkreisen. - James I, Fürst von Trmtdad. - Bnefkastm. — Nicht unbemerkt wollen wir lassen, daß folgende drei ^"blätter Post" kostenlos beiliegen: „Vereinsnachnchten , „Die phllatel. Litteratu und „die Briefmarken-Börse." - Die Reichhaltigkeit und ZuveE leit des Inhalts sind so in die Augen springend, daß kem Samm« versäumen sollte, auf diese vorzügliche Briefmarkenzeitung zu ab ° nm «en Die in derselben enthaltenen Zeichnungen stnd sehr correctausgh Auch ist im Briefkasten sehr eingehende Beantwortung der e,ng °u -n Anfragen zu eonstatieren. Dem Blatte wird eventuell em illusttiert- Nachtragsblatt beigegeben, welches leben Sammler in den Stan st? sein Album fortlaufend auf der Höhe der Zeit zu halten. Der t, 9 Preis — 24 Hefte pro Jahr kosten nur 75 Pfg. m geder duchh«" „ oder Postanstait (exel. Bestellgeld) - ermöglicht es ;edem « M sich dieses Blatt zu halten. Probe-Nummer versenden bte Verleg VevnrisehteW. Antwort aus „Häu-tichkeit". (Siehe No. 24 der Famtlienblätter.) Noch gibt's im deutschen Vaterland Manch' Mägdlein, jung und frisch, Das emsig schafft mit fleiß'ger Hand Für Küche, Haus und Tisch, Das ellenlange Strümpfe strickt, Und nähen kann gar fein! Ja, wer ihm nah', nennt es gewiß Des Hauses Sonnenschein. O, wär' ich da ein ganzer Mann, Mein Erstes wäre das: Um Herz und Hand hielt schnell ,ch «n, Doch was geschieht wohl? Was? Man zuckt die Achsel leicht und schweigt, Ob auch das Herz schlägt warm; Gern hätt' ich mich ihr zugenergt, Wär' sie nur nicht so arm! — Darum, Ihr lieben Männer, wißt: Nicht Kochen, Stricken, Waschen ist, WaS Euch so wohl gefällt; — Das ist, damit Ihr es nur wißt, Allein das liebe Geld! ”• Verschnappt. Gust: „Der Goulasch war gut, Jean!" — Kellner: „Na, sehen Sie; wie der Goulasch diesen Morgen noch Braten war, haben Sie ihn stehen kaffen!" VerunglückteSchmeichelei. Hausfrau (hocherfreut) *. „Nein, daß Sie sich meines Geburtstages erinnert h^en, Herr Doctor!" — Doctor (der nach mehrjähriger Reife wieder heimgekehrt ist): „O, ich besitze ein ausgezeichnet« Gedächtniß, selbst sür nebensächliche Dinge- • l • !i.i Zweierlei. Student A.: „Nimm mir's nicht übel, lieber Commiliione, aber Du scheinst in letzter Zeit wenig Werth auf Dein Aeußere« zu legen; denke nur daran, daß die 'Kleider Leute machen!" — Student B-: „Das schon, aber für mich machen biejßeute keine Kleider mehr! FeierlicherMoment- Freund (ins Zimmer tretend): Wie, eine Flasche Wein bei der Arbeit . - - Hast Du ®t- burtstag?" — Schriftsteller: „Das nicht - aber die Heldin i meines Romans verlobt sich eben!"