Hnungen zu thun, ce aufzu- Mutter htig wie t befugt, heftigste» Köpfend- für die Er war ußreichen ard, dem itler und spaßen, agt. mehr an Studien geffenheit s- folgt.) >es Univer- imen Zeit- n Romane sich abge- „Die 6hv Richter ge- , L. Stabp, >es Riesw : „Fallew Liefen des r die Insel dschau des oon Teresa Abbildung ro. Vm tger ,,2)er überrtitjm jede Bch. ' liefert- die j von Rich, lustrations- nd im Text chen Reizen int in dem dem Mün> fchen Dreher orzurusen mtung an- en Formen tav Freytag gewidmet, die „Grober glänzen- I. AillegÄ oen muster- tiegen; fq M. M . Dienstag den 28. Juni. . 18W. T| ümilisMsNek W MW 9 UH, sicher'zu sein, daß Miß Cora mehr für mich empfindet, als ein freundliches Mitleid, obgleich sie sich in so edler Weise meiner Rettung geopfert hat. Unmöglich kennen Sie sie auch nur im Geringsten, wenn Sie wagen, solche Beschuldigungen auf sie zu schleudern; und wenn ich auf gleichem Fuß mit Ihnen stände, würde ich wissen, wo ich dieselbe an Ihnen strafte." „So ziehen Sie Vortheil aus Ihrem Titel und meiner niedrigen gesellschaftlichen Stellung?" entgegnete Rupert düster. Lord Belfort lachte. „Wenn Sie nicht blind sind, müssen Sie sehen, daß ich sowohl durch mein Unglück als meine klägliche Lage Ihnen nur als Opfer Ihrer Barmherzigkeit gegenübertreten könnte," versetzte er mit einem Blick auf seinen kranken Fuß, „und ich sage Ihnen offen, ich hätte kein Wort von Ihnen mit an« gehört, das Sie wagten, an dieses edle Mädchen zu richten, wenn ich nicht machtlos Ihnen gegenüberstände." Rupert Falkner schwieg einen Augenblick. Die Gegenwart Coras und die Verachtung, die er in ihren Mienen zu lesen glaubte, reizte ihn. „Mylord, Sie sagten soeben," erwiderte er, „daß Sie weder mich noch meine Beziehungen zu Miß Cora kennen. Wenn ich Ihnen nun sage, daß ich ihr Retter, ihr Vormund bin und ein entschiedenes Recht habe, über ihr Betragen und ihre Handlungsweise zu wachen, was dann?" „Ist dem so, Cora? Sie haben sicherlich keine solche Verpflichtung? Sie waren Lord Faros Mündel," sagte Lord Belfort bittend. _ "Nein!" erwiderte sie stolz. „Nein, es ist nicht wahr! Jedes Recht, das Herr Falkner jemals über mich hatte, ist erloschen. Ich bin frei und meine eigene Herrin in all' meinem Thun. Ich erkenne kein solches Band mehr an." „Und auch keine Verpflichtung, Cora?" fragte der junge Mann innig. „Nein! Ihre Mutter trieb mich aus Ihrem Hause, indem sie sagte, daß meine Entfernung der größte Dienst sei, den ich Ihnen erweisen könne, und Sie selbst haben mich be- leidigt und sich einer anderen Macht ergeben," erwiderte sie •W, ".^beklage mich nicht, Herr Falkner, ich erkenne aber auch kein Band zwischen uns an. Ich wende mich an Ihre edleren Gefühle und beschwöre Sie bei Allem, war Ihnen Jtoman wn X, Steel*. (tzortfetzUUg.) verlor jedoch ihre Geistesgegenwart nicht. . Hastig trat sie einen Schritt vor und zwischen die beiden jungen Männer, die einander voll Haß und Eifersucht und mit Blicken ansahen, die beredter waren, als alle Worte. „Rupert, Sie sind von Sinnen ... sind ungerecht so- wohl gegen mich wie gegen Lord Belfort. Er ist frei von der Schuld, die Sie ihm beimessen." „Wagen Sie, gegen den Beweis meiner eigenen Augen hA6re£enJL entgegnete Rupert bitter. „Wagen Sie zu leugnen, daß er Sie soeben küßte, wie ein ehrenwerther Mann nur ÄÄVbe£ Verlobte küßt? Cora, Sie sprechen die Unwahrheit und Sie wissen es." -'N/ede die Wahrheit, Rupert .... Gott ist mein Kgte sie fest. „Wenn Sie nicht für jedes gute, edle ÄS«* T8 einfi an Ihnen so hoch schätzte, Jhtt^GrausEkeftE^" totirbe * Ungerechtigkeit, 'M Sie wollen mich glauben machen, daß dieser Mann Sie nicht liebt, daß er sich Ihre schwache, eitle Thorheit nicht zu Nutze gemacht hat, sich zu retten?" unterbrach sie der junge Mann, wüthend vor Zorn und Leidenschaft. S.,5at i-d-- Ma n'N kenne Sie zwar nicht, noch weiß ich, welches Röcht ®?.e Faben, zwischen Miß Cora und mich zu treten," sprach er Ed» Miene schuldloser Würde, „aber ich habe,' wo es sie m-2^keine Geheimnisse und ich bekenne offen und voll Stolz Dankbarkeit gegen sie, ja und auch meine We $e bie friste bei Weitem zu über- mi «Ä sagen Sie mir in's Gesicht! Sie wagen, mir das Kuverts« "SS?«' ® u biefes Mädchen gesagt hat," rief Blick!" a“6' bo$ s'hnn mit etwas weniger zornigem Ton und «Ja," versetzte Belfort ruhig, „denn ich bin.nicht so glück- - 294 - theuer ist: Lasten Sie uns in Frieden oder noch mehr, helfen Sie uns aus unserer Noth." „Uns?" wiederholte Rupert entrüstet. „Uns? So be» trachten Sie sich bereits als Eins mit diesem Manne, Cora?" „Ja, denn ich bin verpflichtet, ihn zu retten," lautete die feste Antwort. „Und keine Macht auf Erden soll mich zwingen, ihn zu verlaflen, so lange er in Gefahr ist." Lord Belfort ergriff ehrerbietig ihre Hand. „Theures, edles Mädchen," sagte er. „Sie dürfen keine solche Verpflichtung auf sich nehmen- Der Himmel weiß, daß es für mich schlimmer wäre als der Tod, wenn ich Sie ver- lasten müßte, aber ich habe vielleicht ein wenig von Ihrer Großmuth gelernt und würde lieber sterben, als Sie in mein Unglück hineinziehen." „Das ist Alles recht schön, Mylord," rief Rupert ungeduldig, „aber Thaten beweisen mehr al» Worte. Ich habe Jemandem, der die Sachlage besser kennt als Einer von uns, bereits versprochen, daß ich Sie unter gewissen Bedingungen retten werde, wenn es möglich ist. Sie «erden wohl einsehen, daß es Ihnen unmöglich ist, ohne andere Hilfe als den Beistand dieses Mädchens zu entfliehen. Und wenn sie es aufrichtig meint, wird sie die Bedingungen nicht zurückweisen, unter welchen ich meinen Beistand anbtete." „Nennen Sie dieselben!" unterbrach ihn Cora rasch. „Wenn Sie Lord Belforts Rettung mir anvertrauen wollen," erwiderte Rupert, „so habe ich mich bereits verpflichtet, ihn sicher über das Meer in ein Land zu bringen, wo das englische Gesetz ihn nicht erreichen kann. Wenn Sie sich aber weigern, fordere ich Sie auf, es ohne meine Hilfe zu versuchen, und wenn ich auch nichts gegen ihn unternehme, kann er doch sicher sein, daß er verhaftet wird. Wenn Sie ihn nicht lieben, können Sie nicht zögern." „Und was soll ich dann thun, Rupert?" sragte Cora ruhig. „Rach Hause zurückkehren ... zu meiner Mutter . . . oder unter Lady Marians Schutz," sagte er, unwillkürlich ihrem ernsten, fragenden Blick ausweichend. „Das werde ich nie thun," versetzte sie fest. „Ich bitt frei und werde frei bleiben. Doch ehe ich Lord Belfort» Leben in Gefahr bringe, will ich lieber Ihre Bedingungen annehmen, Rupert- Nehmen Sie ihn unter Ihren Schutz . . . ich werde schon eine Heimath finden . . . aber bedenken Sie wohl, daß de» Himmels Fluch Sie treffen wird, wenn Sie Ihr Gelübde brechen und daß das Blut dessen, den Sie in Gefahr bringen, auf Ihr Haupt fallen wird." „Beruhigen Sie sich," erwiderte Rupert. „Mein Wort bürgt Ihnen dafür, daß ich Lord Belfort in Sicherheit bringen werde." Sie ergriff rasch des Lords Hand, und sie herzlich drückend, sagte sie: „Leben Sie wohl! Möge der Himmel Sie vor jedem serneren Unfall bewahren!" Und ohne Rupert eines Blickes zu würdigen, eilte sie den schmalen Pfad empor und war bald den Augen der beiden jungen Männer entschwunden. XXXII. „Wünschen Sie einen Wagen, Miß?" fragte der höfliche Beamte auf dem Nordwestbahnhof, als der Zug gegen zehn Uhr Abends eintraf. Cora war es, an welche diese Frage gerichtet wurde. „Ja . . . nein . . . ich weiß es selbst kaum," erwiderte sie auf seine Frage mit einem Blick auf ihre Reisetasche, die ihr ganzes Vermögen enthielt, und erwog dabei den Inhalt ihrer Börse und ihre Lage zu so später Stunde in einer fremde« Stadt. „Nehmen Sie lieber einen Wagen, Miß. Es ist für eine Dame wie Sie jetzt unsicher in den Straßen. Wo soll er Sie hinfahren?" fragte der Beamte weiter, während er einem Kutscher einen Wink gab. Cora zögerte. „Ich weiß es nicht .... ich bin noch nicht entschlossen . . . ich werde wohl in ein Hotel gehen, bi» ich eine Wohnung gefunden habe," versetzte sie erröthend. „So ist Niemand hier, der Sie erwartet?" fragte der Beamte. „Nein, ich bin fremd hier .... ich bin hergekomme», mir eine Stellung zu suchen." „Armes Mädchen! Und ohne Empfehlung, wie mir scheint!" dachte der mitleidige Beamte- „Wenn ich Zeit hätte, Miß, glaube ich, könnte ich Ihnen behilflich sein," sagte er darauf laut. „Leider fahre ich morgen mit dem ersten Zuge fort. Doch wenn es Ihnen recht ist, will ich Ihnen die Adresse einer Verwandten meiner Frau geben, die eine Privatschule hat und auch Zimmer vermiethet. Dieselbe wird Sie mir zu Gefallen aufnehmen und kann Ihnen vielleicht auch für später von einigem Nutzen sein." Der gute Mann schrieb einige Zeilen auf ein Blatt Papier, reichte es Cora und verabschiedete sich dann rasch, da ihn seine Pflicht abrief. Nach einer Fahrt von kaum einer halben Stunde hielt der Wagen, den Cora gemiethet, vor einem kleinen, aber sauber gehaltenen Hause, das mitten in einem Gärtchen stand und aus dessen einem Fenster ein Licht schimmerte ... ein Beweis, daß die Bewohner noch wach waren. Der Kutscher zog die Klingel und eine Frau öffnete bald darauf die Thür. „Wer ist da?" fragte sie etwas verwundert. Der Kutscher war inzwischen bezahlt worden und weit«- gefahren, und Cora stand im Gaslicht allein vor Miß Ä chins kaltem, forschendem Blick. „Mit wem habe ich das Vergnügen, zu sprechen?" fragte diese. „Ich habe Ihnen dieses Blatt zu überbringen." Mit diesen Worten reichte ihr Cora den Brief des Beamten. „Ah! Sie suchen Wohnung?" versetzte die Angeredete tu einem Tone, der zwischen Mißtrauen und Höflichkeit schwankte. „Allerdings nehme ich ungern Jemand zu so später ©tunte aus, doch bin ich Jedem, den Herr Dakins mir schickt, M gefällig und kann Ihnen auch eine Stube einräumen." „So darf ich bleiben?" warf Cora rasch ein- „Ja .... das heißt vorläufig für diese Nacht. Ihr längeres Bleiben wird von unserem Uebereinkommen abhängen. Kommen Sie hier herein," fügte ste, auf eine Thür am Ende des Corridors deutend, hinzu. Cora trat ein und hatte, während Miß Minchin die Hausthür schloß, volle Muße, sich im Zimmer umzusehen. Es war klein, aber außerordentlich schmuck und sauber, allerdings auffallend verschieden von den eleganten Räumen in Villa Faro und Schloß Biddulph. Aber Cora gedachte des Aufenthalts in dem Steinbruch und ihrer einsamen Lage, und sie war dankbar für den Zufluchtsort und bevor Miß Minchin eintrat, war sie bereit, jede Frage derselben mit lobenswerthsr Geduld und Bescheidenheit zu beantworten. „Kennen Sie Herrn Dakins?" Hub diese an. „Nein, gar nicht," lautete die Antwort- „So waren Sie wohl seiner Obhut anvertraut?" spm l die Dame weiter und ihr Blick fiel auf den eleganten SN I und Schnitt von Cora» Kleid. „Nein ... er war auf der Fahrt sehr gütig gegen mich und schickte mich dann hierher," war die offenherzige Antwort. „Und Sie haben keine Freunde, keine Verwandten w London? Weshalb find Sie hierher gekommen?" fragte Miß Minchin. „Ich kenne hier Niemanden. Ich will hier eine Stellung suchen." „Welcher Art?" „Gleichviel ... ich bin zu Allem bereit, was ich leisten kann." £ ... „Können Sie in irgend etwas unterrichten?" fragte die Dame zweifelnd. „O doch! Ich bin erst vor mehreren Monaten aus DeuM land gekommen. Da ich eine gute Erziehung genossen yao., 295 - kann ich in der deutschen Sprache und Musik unterrichten," erwiderte Cora schnell. Miß Minchins AugeG leuchteten auf, aber sie behielt ihr förmliches Wesen bei, als sie erwiderte: „Bei Ihrer Jugend wird sich schwer irgend eine Beschäftigung finden lassen, besonders ohne Empfehlung. Sie machen doch jedenfalls keine großen Ansprüche?" „Ich muß zufrieden sein mit dem, was man mir gibt," erwiderte Cora. „Ich glaube nicht, daß Ihnen für den Anfang Jemand mehr als Wohnung und freie Kost bieten wird .... mehr würde auch ich Ihnen nicht geben können." „Sie mögen recht haben," sagte Cora. „Ich verstehe dergleichen Dinge nicht." Die Stirn der Schulvorsteherin erhellte fich. „Wenn ich selbst Sie beschäftigen wollte, würden Sie er mir danken?" fragte ste dann freundlich. „Ich würde Ihnen unendlich dankbar sein!" versetzte Cora. „Und Sie würden mit Wohnung, Kost und einem kleinen Gehalte zufrieden sein?" „Ich muß so viel haben, um mich kleiden zu können — mehr verlange ich für den Anfang nicht," sagte Cora. „Gewiß! Da» müssen Sie erhalten! . . . Aber mehr als zwölf Pfund jährlich kann ich unmöglich geben." „Und was habe ich dafür zu thun?" fragte Cora ruhig. „Sie sagen, daß Sie in der deutschen Sprache unterrichten können, aber das ist natürlich nicht genug ... Sie werden in einer Klaffe auch den Unterricht im Englischen übernehmen und sich int Allgemeinen nützlich machen, zum Beispiel mit den Kindern spazieren gehen, was nöthig ist und mir oft lästig wird," setzte sie rasch hinzu, als fühlte ste, daß die Liste ihrer Anforderungen etwas ungebührlich lang fei. Doch Cora hatte ein ziemlich richtiges Urtheil über derartige Dinge im Leben und sie fühlte bei Miß Minchins Worten eins gewisse Verachtung, die sich fast in ihrem Tone verrieth, als sie das Anerbieten annahm. „Ich glaube Sie zu verstehen, Madame," erwiderte sie stolz.. „Sie haben vollständig recht, für etwas, dessen Werth Sie noch nicht kennen, die niedrigste Summe zu geben- Dieselben Gründe veranlassen mich vielleicht, die Stelle anzunehmen." „Mein Gott, wie Sie reden!" versetzte Miß Minchin. „Ich kann Ihnen versichern, daß Hunderte froh über eine solche Aussicht wären, besonders wenn sie wie Sie ohne alle und jede Empfehlung sind." „Ich habe Ihnen ja gesagt, daß ich zufrieden bin," antwortete Cora. „Gut denn! So wollen wir Sie prüfen," sprach Miß Minchin heiterer. „Sie werden nicht so lange unterrichten - von neun bis eins und dann wieder von drei bi» fünf — inzwischen unternehmen Sie vielleicht einen kleinen Spaziergang und am Abend können Sie ja die Bücher der Kinder corrigiren." Cora neigte den Kopf. Sie wollte nicht über die Arbeit klagen, so groß dieselbe auch sein mochte, da sie ja Schutz in diesem einfachen Hause finden sollte. Und wenn ein bitteres Lächeln um ihre Lippen spielte bei dem Gedanken an den Unterschied zwischen einer solchen Lebensweise und jener, die sie bisher geführt hatte, so blich er doch unbemerkt von Miß Minchin, die durch die Aus- fichten auf eine ausländische Lehrerin und auf eine große Erleichterung ihrer Arbeit durch das getroffene Arrangement freudig erregt war. „Vielleicht würden Sie noch etwas genießen?" fragte ste S" ® ibb^Edigstön Ton. „Das Dienstmädchen ist allerdings schon schlafen gegangen, aber ich will nachsehen, ob tch Ihnen etwas geben kann." RikatbkmltJ?^d, Fleisch und einem Kruge dünnen zurück, das der Adoptivtochter Lord Faros ein fremdes .^rank war. Aber Cora war geistig und körperlich erschöpft und sie sprach der einfachen Kost tapfer zu. Feine Damen effen sehr wenig, war immer Miß Minchins Lehre und ste nahm sich im Stillen vor, die« der neuen Lehrerin recht bald einzuprägen. Ihre nächste Sorge war, Cora nach dem einzigen Zimmer zu geleiten, in dem ein Bett bereit stand. „Sie werden natürlich nicht erwarten, daß die» auch in Zukunft Ihr Zimmer bleibe," sagte sie mit triumphireudem Blick auf das kleine, einfach möblirte Zimmer, in welchem eine eiserne Bettstelle, eine Commode, einige Stühle und ein Filzteppich die ganze Einrichtung bildeten. „Unmöglich könnte ich Ihnen ein Zimmer überlaffen, da» mir fünfzehn Schillinge wöchentlich einbringt. Oben im Hause ist ein anderes kleine» Zimmer, das ganz gut für Sie paßt." Cora dachte an den Smyrnaer Teppich, an die seidene« Gardinen und an die Möbel von Rosenholz in ihrem Zimmer in Villa Faro, und sie lächelte bitter. Aber sie blieb tapfer und fest. Sie war mehr stolz auf ihre Unschuld und Treue» al» auf die Leidenschaften, die sie erweckt hatte und die Siege, die ste hätte erringen können. Und Cora schlief in ihrem einfachen Bett so ruhig wie in den Eiderdaunen der früheren Heimath. (Fortsetzung folgt.) Madame Sans Göne. Roman nach Victorien Sardou und F. Morr««». Deutsch von Adele Berger. (Fortsetzung.) Der junge Liebende schüttelte den Kopf und entfernte sich sehr nachdenklich, ohne seiner Mutter zu antworten. Er wollte weder Vergessenheit noch Ruhe, und er wußte wohl, daß er fern von Rense, kein Glück finden würde. Er würde im Dorfe bleiben und Rense dem verhaßten Notar entreißen oder auch auswandern, übers Meer gehen, nach jenem Amerika, für dessen Unabhängigkeit Frankreich gekämpft hatte; dort würde er arbeiten, studiren, ein fleißiger und nützlicher Bürger werden, fern von dem Lärm der Schlachtfelder, von allem kriegerischen Tumult des alten Europa. Selbstverständlich machte in diesen Auswanderungsplänen Rense die Reife mit. Am Abend nach diesem entscheidenden Gespräch mit seiner Mutter suchte Marcel Rense am Bache auf, dessen Rauschen in der Dämmerstunde noch melancholischer und trauriger zu sein schien. Ein röthlicher Streifen im Westen deutete den Tod der Sonne an, eingehüllt in ihre Totenlaken aus großen grauen Wolken. Aber im Osten stieg der Mond auf, langsam die Wolken zerstreuend, und seine friedliche Scheibe glänzte zwischen den hohen, zarten Zweigen der Pappeln. Rense und Marcel, am Rande des kleinen Gewässer» im Grase sitzend, hielten sich bei den Händen und sahen zu, wie das weiße, sanfte Gestirn gleich einem silbernen Rade in dem Raume dahinrollte. E; war ein feierlicher Augenblick und die Stunde hochzeitlich. Wie zwei Vogelstimmen im Monat Mai nach verliebtem Schweigen sich antworten, so wechselten die Stimmen der beiden jungen Leute einander ab. „Ich liebe Dich, Renöe, und werde nie eine andere lieben als Dich!" „Marcel, Du allein besitzest mein Herz, und meine Gedanken gehören nur Dir allein!" „Wir werden uns nie verlassen!" „Nichts wird uns trennen." „Du wirst mir überall folgen, meine Rense?" „Ich schwöre Dir, Dich zu begleiten, wohin Du gehst, Marcel." „Wir werden uns immer lieben." „Immer, ich schwöre es!" „Mögen diese Zweige, Sinnbilder der Freiheit, mögen diese Bäume, die Säulen des Tempels der Natur, meine Schwüre hören, und deren Zeugen sein," sprach Marcel —. 296 ittlt dem Pathos, der sich damals in der Sprache wie in den Geberden ausdrückte, und streckte die Hand wie zum Schwur gegen die Bäume aus, welche die Revolution als Symbol der Nation ehrte. RenLe ahmte Marcel nach und schwur gleich ihm unter den von dem wohlwollenden Monde verstlberten Pappeln, den, dem fie fich freiwillig anverlobte, stets zu lieben und ihm überall zu folgen. X. Die unfreiwillige Anwerbung. Als die beiden jungen Leute mit einem reinen Kuß ihren Schwur besiegelt hatten, glaubten fie hinter sich etwas wie das Rauschen von Blättern zu hören, gefolgt von einem Schrei, der dem Krächzen eines Uhus glich. Dieser Unglück weissagende Bogel störte ihre Wonne. Sie sprangen erschrocken auf und eine geheime Angst preßte ihre Herzen zusammen. Marcel ergriff einen Stein und warf ihn nach der Richtung des Gebüsches, woher der Schrei gedrungen war, um das lästige Thier zu verscheuchen. „Willst Du wohl fort, häßliche Eule!" rief er, zornig das dunkle Laub betrachtend, in dem der eifersüchtige Zeuge ihrer Zärtlichkeit ohne Zweifel in einem hohlen Baume hockte. Aber kein Bogel flog auf. Statt Flügelrauschen hörten die Liebenden etwas wie das Geräusch eiliger Schritte, und fie glaubten aus dem Blätterdickicht ein menschliche» Hohngelächter zu hören. Man chatte sie also überrascht, ausspionirt, behorcht? Traurig, schweigsam und unruhig kehrten sie in das Dorf zurück. „Ich fürchte mich vor diesem bösen Omen," sagte Rense beim Abschied neben dem Zaun, der die Garderie umgab. „Pah," antwortete Marcel, bemüht, das junge Mädchen zu beruhigen, „er war nur ein alberner Spaßvogel, der sich auf unsere Kosten lustig machen wollte, ein Neidhans, den unser Glück in Wuth brachte — denken wir nicht mehr daran, Herzchen. Wir lieben uns, wir haben uns ewige Treue geschworen und nichts kann uns trennen." Aber sie trennten sich doch in großer Besorgniß. Ein Feind überwachte sie. Wer wollte sie hindern, glücklich zu sein? Wer konnte sie verfolgen und bedrohen? Wem schadete ihr Glück? Marcel erinnerte sich sogleich an die Worte seiner Mutter und an Bertrand von Go8z, der Renöe besitzen wollte. Gewaltsam wollte er sich gegen die unklare Angst wehren, die in sein Herz schlich. „Bertrand Le Go8z ist ein böser und eifersüchtiger Mensch," sägte er sich; „aber war vermag er gegen uns, da Rense mich liebt und geschworen hat, nur mir anzugehören." Er gelobte fich trotzdem, auf der Hut zu sein und die Manöver de» Notar» zu überwachen. Seine Furcht war nicht ohne Begründung. Le Go8z verdoppelte seine Besuche in der Mühle. Er theilte dem Vater Marcel ein zweites Mal mit, daß sein Pacht demnächst ablaufe und daß er auf keine Erneuerung zu rechnen habe. Kraft der Vollmacht des Grafen Surgöres bedeutete Le Go8z den Müller, daß er feine Grundstücke abzutreten habe; eine Terminverlängerung würde ihm nicht zugestanden werden. Nichtsdestoweniger machte der Notar den Vater Marcels darauf aufmerksam, daß er in eine Erneuerung des Pachtvertrages willigen werde, wenn er seinen Sohn nach Renne- schicken und ihm erklären wollte, daß er auf Rense gänzlich verzichten müsse. Der Müller befand fich in großer Verlegenheit: sein Sohn beharrte bei seiner Abstcht und schwur, Renöe trotz Le Go8z zu heirathen; da» junge Mädchen hatte ihrerseits den Liebesanträgen des Verwalters ein categorische« Nein entgegengesetzt. Bertrand Le Go8z beschloß, die jungen Leute gewaltsam zu trennen. G Ganz Frankreich eilte damals zu den Massen. Von allen Seiten boten sich Freiwillige den Gemeindebehörden an, forderten Gewehre, Piken und erklärten sich bereit, für dar Vaterland zu sterben. An einem Sonntagmorgen berief der Notar in seiner Eigenschaft als Prokurator der Gemeinde alle jungen Männer des Dorfes und richtete einen feurigen Aufruf än fie: nach Rennes zu gehen, um das Bataillon von Jlle-et-Vileine zu verstärken. Mehrere Freiwillige meldeten sich, ließen sich anwerben und gingen schon am nächsten Tage ab. Le Go8z beeilte sich, überall die Feigheit und dar schlechte Beispiel Derjenigen zu verkünden, die jung, kräftig, waffenfähig, sich der Ehre, da» Vaterland zu vertheidigen, entschlugen und es vorzogen, in Gesellschaft alter Leute und junger Mädchen ein weichliches Leben zu führen. Diese Hetzerei zielte direct auf Marcel. Und der begriff, welches Capital Le Go8z aus feiner Unthätigkeit schlagen wollte und begab sich in die Garderie. Er traff Brisoe, beim Putzen der Gewehre, ein Jagdlied vor sich hinpfeifend, während Renee an der Seite der Försterin nähte. Als sie Marcel erblickte, stieß sie einen Schrei des Schreckens und der Aeberraschung aus und ihre Blicke flehten ihn an, sie zu beruhigen. „Vater Brif8e," sprach der junge Mann mit bewegt« Stimme, „ich komme von Ihnen und von Renee Abschied zu nehmen — ich gehe fort." „O Gott!" rief das junge Mädchen, mit der Hand nach dem Herzen greifend, warum wollen Sie uns verlassen, Marcel? Will dieser schlechte Le Go8z Ihrem Vater noch immer die Grundstücke fortnehmen?" „Das ist nicht der einzige Grund, warum ich fortgehen will." „Und wohin gehst Du, Junge?" fragte Brisse rchz, indem er fortfuhr, da» Schloß seines Gewehres zu reiben. „Ich weiß es noch nicht. Man hat mir vor dem ganzen Dorfe meine sogenannte Feigheit vorgeworfen und doch hindert mich Furcht, das Gewehr zu ergreifen, obwohl ich den Krieg für eine Geisel halte und die Völker, die man gleich Schafen zur Schlachtbank dazu führt, für große Narren, wie Jean Jacques, mein Meister bewiesen hat. Doch der jetzige Krieg ist gerecht, er ist der von Sklaven, die ihre Ketten zerbrachen, der Krieg der Freiheit gegen die Tyrannei und diesen hätte selbst Jean Jacques Rouffeau gebilligt!" (Fortsetzung folgt.) V-rmMcht-s. Bitter. Aeltliches Fräulein: „Wie alt bist Du, Kleiner?" — Kind: „Vier Jahre." — Fräulein: „Und weißt Du, wie alt ich bin?" — Kind: „Nein; ich kann erst bis vierzig zählen!" ♦ ♦ Grob. A.: „Wenn ich Sie sehe, muß ich immer ® das Sprichwort denken: Wern Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand." — B.: „Aber ich habe ja gar kein Amt!" — A.: „Nun sehen Sie, wie das zutrifft!" * * ♦ Gewagte Einwendung. Käuferin: „Diesen Stoss kann ich nicht brauchen; er hat nicht das richtige Himmelblau." — Verkäufer: „Aber meine Gnädige, wer sagt Ihnen denn, daß der Himmel das richtige Blau hat?" e e e Der verkannte Kamerad. Lehrer: „Wer kann mir einen verwandten Ausdruck für Freund sagen?" (Die Schüler schweigen.) „Nun, wie heißt ei« Mensch, der Alles für einen Andern thut, ohne etwas dafür zu verlangen? Ein Kam. nun?" — Der kleine Max: „Ein Karneel!" Redaktion: A. Scheyba. — Druck und Verlag der Brühl'schcn UnivcrfiMI-Buch- und Steindrnckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen.