f dem Fach. «er ten ier schreiben, tiern, Sach, :r I- ,! >chen, schuld. m glauben, mm, hen, hen -bei; laffen nicht! icht. ele, oll! mnt. rechen, tern gut. >rgern, Uh? 1’3 Amt!" ;en rdammt. M, schreien: die Ehr'!" eigen, bester, dabei! icheyda) in «'N T& Sh. 3«. «egMgOgSgSTMHESSSgS* 1 . , j.. ' ' ß®» »v*- v ®e vv ammeoldw zekeRer KterhaltungsblaU zum Gießener Anzeiger (General-Anzeiger). 8HB Die Nemesis. Novelle von W alt e r H o g a rt h. sSchluß.) „Ich spiele nicht wieder! Ich bin ruinktl". stöhnte der Rittmeister. „Warum folgten Sie meinem Rathe nicht," erwiderte del Basso ruhig. „Ich kann Sie nicht bedauern. Sie sahen doch auch Ihr Unglück vor Augen und hörten nicht auf den Rath eines alten Spieler«, der sich aus denselben Gründen ruinirte wie Sie!" Raben starrte den Sprecher ungläubig an und sagte dann: „Nun, Sie haben doch jetzt die Bank sprengen helfen, Baron Eggonsberg schwimmt infolge Ihrer Rathschläge im Golde und wird Ihnen dankbar sein." „Baron Eggonsberg ist mir nichts schuldig," erwiderte del Basso. „Außerdem brauche ich nichts, denn ich gedenke bald zu sterben." „Was sind dies für Worte, mein Freund?" rief jetzt Eggonsberg. „Wir theilen den Gewinn, lieber del Basso, denn Ihnen verdanke ich ja Alles. Wäre ich heute Morgen Ihnen nicht im Gebirge begegnet, sch glaube, ich läge jetzt todt in dem Gebirgssee, so verzweifelt war ich und so zer- fallen mit meinem Schicksale. Die Hälfte des Geldes gehört unbedingt Ihnen, mein lieber del Basso." „Ich kann es nicht annehmen," erwiderte del Basso. „Sie müssen es nehmen, bei meiner Cavaliersehre!" er» klärte Baron Eggonsberg. „Und wenn Sie das Geld nicht für sich verwenden wollen, so nehmen Sie es zu einem guten Zwecke!" Da verklärte sich plötzlich das bleiche Antlitz del Bassos, er umarmte und küßte den jungen Baron und rief ganz entzückt au«: „Ja, zu einem guten Zwecke will ich das Geld Nehmen, mein lieber Baron. Sie sollen davon noch hören-" „Ich kann heute keinen Menschen und noch weniger einen Freund unglücklich sehen, ohne den Versuch, zu helfen, gemacht haben," sagte jetzt Eggonsberg zu Raben. „Hier, lieber Rtttmeister, nehmen Sie zehntausend Francs! Sie haben Unglück gehabt, Sie erklären sich sogar für ruinirt. Ich leihe Ihnen diese Summe aber gern und gebe Ihnen mein Ehrenwort, daß ich, so lange Sie sich nicht in guten Verhältnissen befinden, weder Zinsen noch Capital von Ihnen fordern werde. Wenden Sie das Geld gut an I Für heute Adieu! Ich wünsche den Rest des Abend» mit meinem Freunde del Basso allein zu verbringen." Nachdem Eggonsberg und del Basso ihren großen Gewinn bei einem soliden Bankier deponirt hatten, begaben sie sich in Eggonsbergs Hotel, um zu soupiren. Bald saßen die beiden Männer vertraulich zusammen und als das Souper beendet war und sie zufrieden lächelnd ihre Cigarren rauchten, begann Eggonsberg: „Lieber del Basso, Sie verzeihen, wenn ich Sie jetzt ernsthaft frage, wie es eigentlich mit unserer Angelegenheit wegen der jungen Dame steht, die ich im Spiel gewonnen haben soll." „Darüber kann ich Ihnen jetzt keine Auskunft geben," erwiderte del Basso sehr ernst und sein Antlitz nahm einen düsteren Ausdruck an. „Morgen Nachmittag sollen Sie Alles erfahren und können dann entscheiden, ob Sie die junge Dame heirathen wollen oder nicht. Ich lasse Sie früh neun Uhr in einer Kutsche abholen." „Fahren Sie nicht mit mir?" frug Eggonsberg. „Nein, nein," erwiderte del Basso, „ich habe vorher noch wichtige Geschäfte zu erledigen und werde überhaupt in einer halben Stunde abreisen." „Wie, Sie wollen heute Abend noch fort?" „Jawohl, es muß sein. Ich reise lieber gleich jetzt ab. Auf Wiedersehen morgen Nachmittag, Herr Baron! ' Del Basso nahm Hut und Mantel und verschwand. Eggonsberg blieb kopfschüttelnd zurück und streichelte Nero, den großen, schwarzen Hund, den er von del Basso heute Morgen gewonnen hatte. „Wie soll das Räthsel gelöst werden?" rief Eggonsberg ein über das andere Mal halblaut aus und ging unruhig in seinem Zimmer auf und ab. „Ich werde doch keinem Gauner in die Hände gefallen sein! Aber nein, nein, dazu ist del Basso zu anständig, zu nobel. Nun, wr werden ja sehen, was der morgende Tag bringt und auf die Bekanntschaft der jungen Dame bin ich jetzt wirklich gespannt." Darauf begab sich Eggonsberg zur Ruhe. Der andere Lag brachte den Baron Eggonsberg in ziem- liche Aufregung in Erwartung der Dinge, die da kommen sollten und ungeduldig wartete er auf das Erscheinen der Kutsche, die ihn dahin führen sollte, wo er die Aufklärung über del Bassos gehstmnißvolles Thun erwartete. Es war schon Nachmittags drei Uhr und die Kutsche war noch nicht erschienen. Eggonsberg wurde unruhig und hielt sich sür gefoppt, zumal er vor einer Stunde auch von dem Bankier erfahren hatte, daß del Basso sein ganzes Guthaben, bestehend in der Hälfte des gestrigen riesigen Gewinnes, heute Morgen sehr zeitig durch einen bevollmächtigten Notar hatte abholen lassen. Da auf einmal fuhr eine herrschaftliche Equipage vor dem Hotel vor, ein Diener sprang vom Kutschersitze herab und fragte im Hotel nach dem Baron Eggonsberg. Bald stand der Diener vor dem Baron und überreichte diesem ein Billet von del Basso. Wenige Minuten später saß Eggonsberg in dem Wagen und im scharfen Trabe fuhr derselbe davon. Der junge Baron merkte bald, daß der Wagen der Meeresküste entlang fuhr. Wetter, immer weiter ging es durch die liebliche Landschaft, bis nach etwa zweistündiger Fahrt der Wagen vor einer stattlichen Villa hielt. Schon am Thore erwartete del Basso den Baron u d begrüßte ihn sehr freundlich. „Wo bin ich? Wem gehört diese schöne Villa?" frug Eggonsberg nach der Begrüßung. „Das erfahren Sie später, jetzt ist es gut, daß Sie nicht wissen, wem da« herrliche Landhaus gehört. Sie bleiben doch zum Diner hier, lieber Baron, wir dtniren hier gewöhnlich erst um sechs Uhr. Bitte, sehen Sie sich ein wenig den hübschen Garten an, inzwischen werde ich Sie den Herrschaften anmelden." Del Basso trat in die Villa und Eggonsberg ging in dem Garten umher. Er bewunderte die prachtvollen Rosen und südländischen Blumen und blieb dann erstaunt vor einer herrlichen Epheulaube stehen, in welcher eine junge Dame saß. Eggonsberg grüßte die Dame freundlich und bat um Entschuldigung, wenn er störe, er sei von seinem Freunde del Basso eingeladen worden, sich den Garten anzusehen. Die junge Dame antwortete ihn unbefangen und natürlich wie ein Kind und zu Eggonsberg Erstaunen statt in französischer Sprache, wie er nach der Landessitte erwartet hätte, in wohlklingender deutscher Sprache. „Ah, ich habe wohl die Ehre, eine Landsmännin hier zu sehen!" rief Eggonsberg freudig und stellte sich der jungen Dame vor. „Ich bin nicht aus Deutschland, sondern aus Oesterreich und zwar aus Triest," erwiderte die junge Dame leicht er- röthend, „aber in unserem Hause wurde viel Deutsch gesprochen, obwohl man sich in Triest mit Vorliebe der italienischen Sprache bedient." Eggonsberg verneigte sich dankend sür diese Antwort, war aber etwas betroffen, daß die junge Dame ihren Mamen nicht sagte, obwohl er sich ihr vorgestellt hatte. Aergerlich hätte er sich sicherlich von ihr abgewandt, wenn sie in ihrer lieblichen Erscheinung, mit ihrem sanften Antlitz, ihren dunklen Augen und braunem Haar ihm nicht so gut gefallen hätte und er doch auch gern wissen wollte, ob die junge Dame die ge- heimnißvolle „Luise" war, die del Basso an ihn verspielt hatte und die er heirathen sollte, wenn sie ihm gefiele. „Wohnen Sie schon lange hier in dieser schönen Villa, gnädiges Fräulein?" frug Eggonsberg dann. „Drei Jahre, sind es nun, daß ich mit meinem kranken Vater hier etntraf. Mein Vater starb vor zwei Jahren und vertraute mich dann seinem Freunde Herrn del Basso an, der mein Vormund ist." Ein heißer Blutstrom schoß jetzt dem jungen Baron nach dem Kopfe. Das Räthsel war gelöst, die junge Dame war unstreitig die geheimnißvolle „Luise" und del Basso hatte für sie, als ihr Vormund, auf originelle Weise einen Gatten gesucht. „Leben Sie allem mit Ihrem Herrn Vormund in L Villa?" frug Eggonsberg. „Meine Gouvernante Fräulein Gutta und meine & zieherin Madame Berg wohnen noch hier. Ich mußte bi vor Kurzem noch viel lernen, sie waren alle sehr streng mich. Doch vor einigen Monaten wurde ich siebzehn Ich alt und da hat das ewige Studiren endlich aufgehört." „Sie besuchen und geben nun viele Gesellschaften, A und Concerte?" frug Eggonsberg weiter. „O nein," erwiderte lachend die junge Dame. „Ach halb der Tanzstunde habe ich noch nie einen Ball bete Herr bei Basso meinte, das hätte Zeit. Ich liebe auch tz Natur und das reizende Landleben so seht, daß ich Bälle k Gesellschaften nicht gerade vermisse." „So ein einfach und natürlich empfindendes Mich wäre mir als Frau schon recht," dachte der LandedeluU s Baron Eggonsberg, „denn eine verwöhnte Weltdame wt I nicht nach meinem Geschmack." „Darf ich Ihnen den Garten zeigen?" frug jetzt' junge Dame und trat anmuthig neben den jungen Baron „Wenn Sie die Güte haben wollen, gnädiges Fräulei, erwiderte Eggonsberg, „aber darf ich nun auch um Iß werthen Namen bitten?" „O, verzeihen Sie, ich vergaß vorhin, Ihnen meint Namen zu sagen, ich heiße Luise von Vechta," erwiderte di junge Dame und wurde hochroth im Gesicht vor Verlegschi! denn Eggonsberg- große, treuherzige Augen schienen d/e M Mädchengestalt allmälig verschlingen zu wollen. „Ich danke Ihnen," sagte er freudig und wie eine Eik eilte sie vor ihm hin und zeigte ihm die Schönheiten te Gartens. Eggonsberg war ganz entzückt von der natürlichen L muth und Liebenswürdigkeit der jungen Dame und er daß er müßte sie für sich gewinnen, auch wenn er sie nachd: Bassos Worten nicht schon gewonnen hätte. Plötzlich faßte Eggonsberg die zarte Hand Luisens ui sagte mit bebender Stimme: „Fräulein, es ist eine W Kühnheit von mir, aber ich gedenke bald nach DeulM« zurückzukehren und werde wohl so bald nicht wieder hich kommen. Ich wünsche mir von Herzen eine so liebenswüch Braut, wie Sie eine sein könnten, wenn ich Ihre Liebe t: werben könnte. Darf ich vielleicht wiederkommen, darf it Ihnen schreiben?" Das junge Mädchen stand ganz verwirrt, in holder L legenheit und mit niedergeschlagenen Augen vor ihm und saz dann leise: „Sie dürfen wiederkommen, wenn es mein Br mund erlaubt." Verbindlich zog Eggonsberg die kleine Hand Luis« an seine Lippen und heftete einen Kuß darauf. Dann ei floh aber das junge Mädchen wie ein neckischer Kobold ir Eggonsberg blickte ihr klopfenden Herzens nach. Von Fern« näherte sich ihpi auf einem Kieswege je del Basso. „Nun, Herr Baron, wie gefällt Ihnen mein Mündel, I kleine Luise," fragte er, näher tretend. „Können wir i Verlobung proclamiren?" „Von Herzen gern, Sie Zauberkünstler!" sagte freuli Eggonsberg und schüttelte del Basso die Hand. „Das freut mich um des guten Mädchens willen, d' sie einen so braven Mann bekommt. Nun hängt e» aber' Ihrer Großmuth ab, Herr Baron, ob Sie mir verz^ können und mich noch ferner als Freund ansehen wolle fuhr del Basso in seltsamer Erregung fort. „Ich will M und ehrlich sein. Gestern Morgen, als ich Sie traf, w# ich mir eine Kugel durch den Kopf schießen, denn ich * ein ruinirter Spieler und sogar so elend und erbärmlich ^ wesen, und hatte, als mein Vermögen ruinirt war, auch d« mir anvertraute Vermögen Luisens angegriffen. Da W ich in meiner Verzweiflung einen Menschen, der Glück F j und fand einen solchen in Ihrer werthen Person, um » an der verfluchten Spielbank zu rächen und wenn ittogw auch das Verbrechen gegen mein Mündel wieder gut zu w®’ Wie es Mit bei ich meh und übi geachtet einer c testamei That, Sir m fehlte?' berg ge den ver mein G über C gestern hätte, r biee ha c und Si Danken ließ! ; werbe 1 lassen." s ff* frug E kauft u geben, proclan wird, t hat, roi s If* wahr, Hazarb fuhr bi erregt 1 aber w Spieler mein S „< vor bi bewegt Stelle Großer „S mittag n'A AHNUN! mittag Summ- verspiel Ei längere sich nik denn « sich wo Raben jungen da» Hc Ui dichter" ausfühl gegeben sormund in und meine h, Ich mußte 6i sehr streng fle$i h siebzehn Jai- aufgehört." sellschasten, BL Dame. „Stufe ten Ball beseh ch liebe auch tz ich Bälle ® ndendes Mäi>^ ier Landedelmr Weltdame wi " ftug jetzt jungen Baron, ädiges Fräulm auch um Ihr i, Ihnen meint erwiderte di vor Verlegmhei! schienen d/e jur/i en. nb wie eine Eis Schönheiten it ■ natürlichen l ne und er da- n er sie nach k rnd Luisen- ui !S ist eine M. nach DeutM t wieder hich so lrebenswürch h Ihre Liebe t: )mmen, darf li :t, in holder Vc or ihm und saz nn es mein $« e Hand Luis« auf. Dann ei scher Kobold u ach. n Kieswege je mein Mündel, I Können wir i I" sagte freuü nb. >ens willen, d: ingt es aber' e mir oerjt* ansehen wolle „Ich will # Sie traf, «* t, denn ich * id erbärmlich S-' ct war, auch611 iffen. Da ff der Glück H Person, um * ib wenn mW er gut zu lasten. H Aber was soll aus dem schönen Landhause werden?" If Mi- e» geschah, Wissen Sie oder können Sie M doch denken- Mit der Summe, die Sie mir großmüthig überließen, erstattete ich mehr, als ich genommen, an Luisens Vermögen zurück und übergab heute Morgen deren Vermögensverwaltung dem geachteten Notar Nicolo. Zwanzigtausend Francs gab ich einer armen Gemeinde der Umgebung und der Rest ist testamentarisch Ihnen vermacht. Ich poche nicht auf diese That, Herr Baron, sondern frage Sie als Mann: Können Sir mir als künftiger Gatte Luisens verzeihen, was ich fehlte?" „Von Herzen, mein lieber del Baffo," erwiderte Eggons. berg gerührt, „wir sollen ja als Christen selbst unseren Feinden verzeihen und Sie waren ja mein Freund, mein Retter, mein Glücksstifteri Und ich kann ja auch kein strenger Richter über Sie sein, da ich selbst sehr leichtsinnig war und mir gestern früh selbst beinahe eine Kugel vor den Kopf gsschoffen hätte, wenn mich nicht ein guter Engel behütet hätte, lieber« die» haben Sie Ihren Fehler ja längst wieder gut gemacht." „Ich danke für diese Großmuth, lieber Baron! Gott und Sie sind die Zeugen, vor denen ich diese Beichte ablegte. Danken wir Gott, daß er uns kein Opfer des Spiels werden ließ! Ich habe gelobt, nie wieder Hazard zu spielen und werde sobald als möglich Monaco und seine Umgebung »er« Der König der Mode. Hebet den Ende vor. Monats in Paris gestorbenen „Kleiderdichter" Worth und fein Geschäft bringen Pariser Blätter ausführliche Mittheilungen, von denen hier noch Einiges wieder- gegeben sei: Ein Vorwurf hat Worth oft getroffen — man ftug Eggonsberg. „Das gehört Luisen und kann jeder Zeit bequem verkauft werden. Aber jetzt wollen wir uns in das Haus begeben. Die Damen erwarten uns und die Verlobung kann proclamirt werden." „So geschehe es in Gottes Namen I Mein alter Vater wirb, wenn er sieht, welches Glück sein einziger Sohn gemacht hat, wohl seinen Segen bazu geben." „Noch eins, lieber Baron!" sagte noch del Baffo. „Nicht wahr, Sie spielen trotz aller Verlockungen boch auch nie roieber Hazarb? Verzeihen Sie, baß ich biefe Frage an Sie richte," fuhr bei Baffo, als er Eggonsberg erstaunte« Gesicht sah, erregt fort, „verzeihen Sie gütigst diese überflüssige Frage, aber wie ich vorhin erfuhr, hat sich wieder ein ruiutrter Spieler im Park von Monaco heute Nachmittag erschaffen, mein Diener meldete es mir." „Entsetzlich!" rief Baron Eggonsberg und hielt die Hand vor die Stirn. „Auf welchen Abgründen haben wir uns bewegt! Wie leicht konnte auch einer von uns Beiden an der Stelle dieses Unglücklichen fein und als Selbstmörder enden! Großer Gott, Du warst uns gnädig!" „Wissen Sie, wie der Unglückliche, der sich heute Nachmittag etfchoß, heißt?" sagte dann del Baffo. „Wer ist es?" frug Eggonsberg betroffen und eine bange Ahnung stieg in feiner Seele auf. „Der Rittmeister von Raben ist es, der sich heute Nachmittag erschoß," berichtete bei Baffo. „Offenbar hat er die Summe, die Sie ihm gestern großmüthig gegeben, abermals verspielt." Erschüttert stand Baron Eggonsberg da und es kostete längere Zeit, ehe er seine Selbstbeherrschung wieder fand. „Es ist die Nemesis," sagte er dann leise. „Raben ließ sich nicht warnen. Ich werde ihn anständig beerdigen lassen, denn von seinen wenigen Angehörigen in Deutschland wird sich wohl schwerlich Jemand um seine Leiche kümmern, denn Raben war schon seit Jahren etwa» anrüchig." „Gott sei ihm gnädig," sagte del Baffo, und seinem jungen Freunde den Arm bietend, traten sie tief ergriffen in da» Haus. — sagt, die Kundinnen seien ihm gleichgiltig, wenn sie nicht gleich für viele Tausende bestellen ober von hocharistokratischem Titel unb Namen sind. Aber was hatte Worth auch auszu- stehen, welche Wünsche, Klagen, Ausstellungen hatte er nicht anzuhören I Litt die Dame an allzu viel Farbe, an schlechtem Teint, sah das rechte Auge etwas widerspänstig nach dem linken Ellenbogen, verrieth die Nase zu viel bourbonische Majestät, ober überschritt der Mund die klassischen Linien, — Worth, der Mann des sublimen Geschmacks, mußte durch seinen Rath und seine Hilfe Alles verschönern. Eine dicke Figur sollte er schlank machen, eine magere Üppig, Größe sollte reduzirt, Kleinheit vergrößert erscheinen, und Worth fand Rath und That für Alle, seine Clientel betete ihn an. In der Rue de la Paix, wo Mr. Worth sich etablirte, befinden sich seine Salons noch heute in dem großen, fünf Stock hohen Gebäude. Jede Piece hat ihr Atelier, da gibt e» besondere ArbeilSstuben für Taillen, Aermel, Röcke, Schleppen, Draperien, Westen — Staaten im Staat. August, der Friseur und Modist, hat das Entresol inne, auch er ist eine Schöpfung des Herrn Worth, denn nicht nur baß Worth in feinem Königreich diktatorische unb absolute Macht besaß, auch seine Rivalen — so sonderbar es klingt, ist es dennoch wahr — beugten sich vor ihm. Commercielle Kreise und Geschäftsleute jeden Genres sprachen mit Anerkennung von feiner Fähigkeit und Ueberlegenheit und bestätigten, daß er stets zu leben und leben zu lassen verstand. Er nahm unb bezahlte da« Talent, wo er e« fand, und er bezahlte es, wie man ein Talent bezahlt. Dagegen waren seine Preise exorbitant. — Galigmani's „Messenger" in Pari« veröffentlicht ein Interview mit Worth. Hier einige der Eröffnungen de« „König« der Damenschneider." Jene Damen sind am klügsten, die Schnitt und Arrangement der Toiletten ganz un« überlassen. Merkwürdig genug huldigen Persönlichkeiten dieser Maxime, von denen sie glauben könnten, daß ihr Geschmack am schwersten zu befriedigen ist. So z. B. erhielten wir eine» Tage« von der vormaligen Kaiserin von Rußland ein lakonisches Telegramm: „Senden Sie mir eine Diner- Toilette". Weiter nichts. Material, Stil, Schnitt, Alle« blieb un« überlassen. Au« Madrid haben wir einmal während eine« Fasching« etwa 20 telegraphische Bestellungen auf Ballkleider erhalten, die wir ganz nach unferm Gutdünken an- fertigten. Natürlich bietet e« einige Schwierigkeiten, bei so zahlreichen Bestellungen dafür zu sorgen, daß die einzelnen Toiletten einander nicht gleichen. Ich erinnere mich, daß wir von zwei Damen der New Yorker Gesellschaft vorwurfsvolle Briefe erhielten, weil es sich traf, baß wir ihnen für dieselbe Festlichkeit ganz gleiche Roben gesendet hatten. Es war das ein Ball, bei dem vielleicht 600 Damen anwesend waren, und von deren Toiletten stammten mindesten« sechzig au« unseren Atelier«. Ist e» da ein Wunder, daß zwei Damen miteinander übereinstimmten? — Wie lange wir brauchen, um die telegraphischen Bestellungen szu effectuiren? In der Regel brauchen wir eine Woche für ein Costüm, ist e« aber dringend, dann können wir e» auch in 24 Stunden fertig bringen. Nicht selten tanzen Pariser Damen am Abend in Roben, zu denen ihnen am Morgen desselben Tage« da« Maß genommen worden ist. Ich erinnere mich, daß wir einmal eine Toilette für die Kaiserin Engenie in dreieinhalb Stunden fertig stellten. Freilich kann die höchste Vollkommenheit bei folcher Rapldltät nicht erzielt werden. Braucht es ja erst Wochen zur Anfertigung gestickter Roben. Zur Krönung der gewesenen Kaiserin von Rußland arbeitete eine Anzahl Mädchen während sechs Wochen Tag und Nacht in unserem Atelier an einer Galarobe für die Kaiserin, deren Schleppe allein» reichlich mit echtem Silber bestickt, 25,000 Francs kostete. Die kostbare Schleppe wird im russichen Staatsmuseum als eine historische Merkwürdigkeit ausbewahrt. Wenn man mit echten Goldfäden, mit Juwelenausputz und ähnlichem Schmuck zu arbeiten beginnt, bann gibt es kaum eine Grenze für die Kosten. Vor einigen Jahren erst bezahlte eine reiche Erbin au« Peru für ein einziges Kleid 120 000 Franc». Die Spitzen allein kosteten 118,000 Franc». Vor. wenigen Wochen erst - 144 verkauften wir einen Mantel um 45,000 Franc«, dessen Pelzwerk allein 44,000 Francs verschlang Damen aller Höfe der civilisirten Welt gehören, wie erwähnt, zu jenen, die uns ihre Gunst schenken — mit einer einzigen Ausnahme: „Königin Victoria hat uns niemals durch eine Bestellung ausgezeichnet." — Worth hatte eine coloffale Meinung von sich und gab ihr gelegentlich auch entsprechenden Ausdruck. Eine Dame beklagte sich einmal bei ihm über den hohen Preis für ein Kleid aus einfachem Stoffe. „Wie, Madame", rief der »König" entrüstet, „bezahlen Sie denn Meiffonier nur für die Leinwand und die Farben?" ---------------- ch Gemeinnütziges. Die schnellste Vermehrung, um Büsche oder Sträucher zu bekommen, ist die durch Ableger. Durch kurzes Abschneiden am Boden erhält man niedrig verzweigte Sträucher. Im zeitigen Frühjahre werden die einjährigen Ruthen flach unter Boden gelegt, so wird jedes einzelne Auge austreiben und auch Wurzeln machen. Die einzelnen Theile können dann im Herbste abgenommen und verpflanzt werden. ♦ O • Weiße Wollsachen werden gewaschen, indem man venetianische Seife fein zerschneidet, mit kochendem Wasser übergießt und schaumig rührt. Soweit sich das Wasser ab» gekühlt hat, daß man die Hand hineinhalten kann, werden die unsauberen Gegenstände eingetaucht und so lange darin tüchtig gepeitscht (nicht gerieben), bis sie rein sind. Zum Nachspülen nimmt man dieselbe Lösung, nur mit weniger Seife vermischt, lauwarm. Beim Trocknen muß sorgfältig darauf geachtet werden, daß die Wäschegegenüände weder bittet der Sonne noch der starken Ofenhitze ausgesetzt werden, sowie daß man dieselben noch feucht bügelt. Sollte die Taille nur an Stellen beschmutzt sein, so empfiehlt es sich, dteftchmutzigen Stellen mit obiger Setsenlösung vermittelst einer weichen Bürste oder eines sauberen Flanelllappens zu reinigen. ♦ * Einen Kitt, uw Löcher oder Risse in Eisenguß vuszubefsern, erhält man durch Zusammenmischen von gleichen Theilen arabrschen Gummi, gebrannten Gypse» und Eisenfeilspähnen. Man bewahrt das Gemisch trocken auf; zum Gebrauch rührt man es mit wenig Wasser an. Dieser Kitt wird sehr hart und widersteht dem Wasser und Feuer. Zur Bereitung eines guten, der Nässe widerstehenden Holzanstriches schmilzt man 24 Loth Kolophonium, mischt hierzu 48 Pfund Thran und 1 Psund geschmolzenen Schwefel und fügt zuletzt mit Leinöl abgeriebenen Ocker oder eine andere Farbe hinzu. Der Anstrich muß heiß geschehen, und zwar mittels eines Pinsels und einige Mal; der erste Anstrich muß sehr dünn sein. VeviiMehtes. Die „in Gedanken stehen gebliebenen Regenschirme" bilden eine ständige Rubrik im Annoncentheil der Zeitungen und kann man wohl sagen, daß mehr Neu- Anschaffungen von Schirmen durch Stehenlaffen derselben als durch natürliche Abnutzung nothwendig werden; besonders reich illustrtrt wird diese „Gedankenlosigkeit der Schirme" durch da» Fundbureau der Berliner Stadtbahn, wo Tausende von Schirmen vergeblich ihrer Herren harren. Practtsch, wie nun einmal die Engländer sein sollen, hat nun ein Herr Hamilton in London den Schirmen ein recht zweckmäßiges und elegantes Anhängsel gegeben, wodurch sich jeder Schirm sofort legitimirt. Die Neuerung besteht aus einem flachen, schmalen Kästchen, das ungefähr wie das Futteral G Taschenkammes aussieht, dessen Dicke nicht viel mehr wie tz Pappstärke beträgt und welcher fünf (Zentimeter lang t einen Centimeter breit ist. Die eine Seite ist oben at« fenster gestaltet, während der übrige Körper aus dünnem U gebogen und schwarz lackirt ist. Dieses Streifchen wird ■ zwei seitlich angebrachten feinen Drähten an einem der St des Schirmgestelles befestigt, nachdem man in den Hohlri seitlich ein schmale» Kärtchen eingeschoben, welches Name r Wohnung des Schirmbesitzers trägt, welche Adresse unter! Glase sichtbar wird. Ueberall da, wo ehrliche Leute eit derart gekennzeichneten Schirm finden oder verwechseln, * die Neuerung gewiß die vielen bisherigen UnannehmliW der „in Gedanken stehen gebliebenen Schirme" sehr einschrU (Mitgetheilt vom Internationalen Patentbureau Carl Netchelt, Berlin NW.) ♦ * Regen- und Sonnenschirme, die sich von s öffnen, wenn man einen Druck auf einen Knopf am f ausübt, sind jetzt in England zu haben. Dieselben haben Vortheil, zu ihrer Oeffnung des Gebrauch» von nur t Hand zu bedürfen; auch das Schließen läßt sich ganzgziti einer Hand bewirken, wobei die Feder gespannt wird, weil das Aufschnellen de» Schirmes verursacht. (Mitgchi vom Internationalen Patentbureau Carl Fr. Reichel Berlin NW.) ♦ ♦ • Spare! „Wie soll ich sparen können," wird daM cher ausrufen, „bei meinem geringen Gehalt? Wenn ich tach Thaler verdiente, ginge das wohl." Nun, Mancher oeibit taufend Thaler und spart doch nicht. Sparen ist eben ti Kunst und will gelernt sein. Wann soll man anfangen sparen? In der Jugend. Wie gehen heutzutage die Di« mädchen gekleidet? Wie feine Damen sehen sie au»! Wie« bringen junge Burschen heutzutage an einem Sonntag Ä Markstücke für ein Vergnügen. Wie schön könnte da M werden! Wenn man täglich weniger Bier trinkt und M viele Cigarren raucht, kann man nicht nur Pfennige, forte auch Groschen zurücklegen. Wenn man sich nicht sofort« der neuesten Mode kleidet, wenn man gut, aber einfach i und Andere gut, aber einfach bewirthet, wird man bald eilt Thaler übrig haben. Viel könnten wir auch nach der Rich!« für Andere thun. In jedem Hause sollten die Dienstb« veranlaßt werden, sich ein Sparkassenbuch anzulegen und bestimmten Zeiten etwas hineinzulegen. Beachtenswerth fr hier die Worte von Hebel: Wo nicht» ist, kommt nichts hi was nicht ist, das kann werden. Von zwei unbemM Brüdern hatte der eine keine Lust und keinen Muth, et« zu erwerben, weil ihm das Geld nicht zum Fenster hi«! regnete. Er sagte immer: „Wo nichts ist, kommt nicht» hii Und so war es auch. Er blieb sein Lebenlang der ar Bruder Wonichtsist, weil es ihm nie der Mühe werth w mit einer kleinen Ersparniß den Anfang zu machen, um l und nach zu einem größeren Vermögen zu kommen. ! dachte der jüngere Bruder nicht. Der pflegte zu M „Was nicht ist, das kann werden." Er hielt das Wes was ihm von der Verlassenschaft der Eltern zu Theil gewoi' war, zu Rathe und vermehrte es nach und nach durch eie? Ersparniß, indem er fleißig arbeitete und eingezogen I? Anfänglich ging es hart und langsam; aber sein Sprich „Was nicht ist, das kann noch werden", gab ihm Ü Muth und Hoffnung. Mit der Zeit ging es besser. Er B durch unverdroffenen Fleiß und Gottes Segen noch ein w habender Mann und ernährt jetzt die Kinder des armen W" Wonichtsist, der selber nichts zu nagen und zu beißen F Ein Lob. „Papa, heut bin ich vom Herrn director gelobt worden." — Das ist hübsch, mein Aber weshalb denn?" — „Weil ich ihm so frühzeitig""' MhHlWl A. Echsytz«. — Druck tmk Verlag bet Brsihl'schni Universitäts-Buch- und Steindruck,r,i (Pietsch & Vchetzdch in UM® Schulgeld gebracht habe."