MmMZ Sm 22. Oktober 1895. s WMMM ^WW MWWss VVWW KWEsMWMWEMM^ MAMMMM^MM ,N»techaltungsblM jum Gießener Anzeiger (General-AMiger). Trug-Glück. Roman von Thekla Hempel. (Fortsetzung.) Trotz de« Bedürfnisses, auszuruhen, saßen die Drei noch lange beisammen. Elisabeth sehnte sich, alle ihre erregenden Erlebnisse mitzutheilen. „Gott sei Dank, daß ich wieder bei Euch bin, nun erst weiß ich den Segen der Heimath zu würdigen. Glühend sehnte ich mich in der Fremde nach Euch und nach ihr. Gewiß will ich streben, nun eine Andere zu werden." EM Die Mutter geleitete ihr Kind in ihr kleines Stübchen. Die Einrichtung desselben stach grell ab gegen ihre sonstige Gewöhnung, allein an allem und jedem erkannte man die treue Hand der sorgenden Mutterliebe. Noch einmal ließ Elisabeth alle Erlebnisse und alle Hoffnungen an ihrem Geiste vorüberziehen. Gleich dem leichten Bau aus Kartenblättern, vom Kinde errichtet, um nur zu schnell zusammenzustürzen, waren auch ihre stolzen Luftschlösser in Trümmer zerfallen. Aber jeder überwundene Schmerz birgt ein Glück, ein ganzes, volles Glück der inneren Befreiung. Erfuhr sie dies nicht ebenfalls? Der goldene trügerische Glanz erlosch, aber sie fühlte sich geborgen in der Heimath, in der Liebe der Ihrigen; jetzt erst empfand sie klar, haß dies Glück mehr werth war, als aller Schimmer. Sehr ernst lag bie Zukunft vor Elisabeth, ste war doch nicht ganz verlassen; sie hoffte, daß Gott auch ihren Pfad ebnen werde und sanft schlief ste ein. • • ♦ Kaum schien es möglich, daß ein Mensch sich so vollständig verwandeln konnte, wie es bei dem General von Kronau der Fall war. Vor wenigen Wochen noch ein frischer, blühender Mann, sah er jetzt wie ein Greis aus, mit weißem Haar und gelähmten Gliedern, nicht im Stande, seinem Liebling Elisabeth auch nur eine Hand zum Willkommen entgegen* Drecken. Weinend sank Elisabeth vor dem unglückseligen Vater in die Knies, sie streichelte die wachsgelben Hänoe,des- selben und bedeckte sie mit Küssen. »Gott sei gelobt, Du lieber Vater, daß es Dir wieder besser geht, ich will nun der Mutter recht helfen, Dich zu pflegen," rang sie dann mühsam hervor. Schwere Stunden gab es noch für Elisabeth, Stunden, in denen sie meinte, sie habe zu viel zu ertragen. Die Eti- guette verlangte, daß sie der Landesherrin persönlich ihre Rückkehr melde. Gesenkten Hauptes schritt sie durch die Straßen, voll Furcht, Bekannten zu begegnen- Diese Furcht zeigte sich sehr unbegründet, denn Elisabeth mußte gar bald in Erfahrung bringen, daß man ihr auswich oder verlege« da» Gesicht abwendete und sie scheinbar nicht bemerkte. Sie, bis vor Kurzem da» verwöhnte Kind des Glücke», hatte noch nicht geahnt, wie schnell man vergessen wird im Unglück; wie wenig treue Freunde nur fest zu uns stehen, wenn wir herab* stürzen von der stolzen Höhe. Zagend stieg Elisabeth, im Schlosse angekommen, die breiten, teppichbelegten Stufen empor zu den Gemächern der Fürstin. Eine Anzahl Damen, auch einige Herren harrten des Augenblickes, zur Audienz berufen zu werden. Schüchtern blickten die Neulinge in den glänzenden Räumen nach der Thür, durch welche Eines nach dem Andern verschwand, um mit mehr oder weniger befriedigter Miene zurückzukehren. Mit klopfendem Herzen berechneten sie, wie bald die Reihe an ihnen sei, vor der höchsten Frau des Landes zu erscheinen, überlegten immer von Neuem, was sie sagen und wie sie ihre Angelegenheiten am besten vertreten würden. Andere dagegen bewegten sich mjt großer Sicherheit auf dem fürstlichen Parket, begrüßten Bekannte, plauderten halblaut, musterten ihre Gs* führten und bemühten sich, zu erforschen, was Diese ober Jene hierherführe. Elisabeth sah viele bekannte Gesichter. Vor Kurzem noch hätte sie sich mit großer Unbefangenheit unter ihnen bewegt; jetzt aber ward ihrem Gruß ein steifes, ablehnendes Neigen des Hauptes zu Theil. Nicht einmal die Herren wagten sich der sonst so gefeierten Schönheit am Hofe zu nahen und ihr Wiedererscheinen zu begrüßen. General von Kronau hatte plötzlich den Abschied genommen, wie es hieß au» Gesundheitsrücksichten, allein eine Menge von Gerüchten knüpfte sich an seinen Abschied. Nicht die geringste Auszeichnung sei dabei dem verdienten Offizier zu Theil geworden, seine Pension von den Gläubigern in Beschlag genommen und die Dienerschaft entlassen worden. Damit war er und seine Familie aus- 498 Schnell eilte ste heim. noch so hoch gehen, sie legen sich und Wetter toben, das Unwetter schwersten Wolken theilen sich und g Ob auch die Wogen doch wieder. Ob Sturm zieht doch vorüber. Die sein. So Viele mußten auf eigenen Füßen stehen, sollte ste es nicht auch vermögen? ließ E! zu rech Haupte Salon» Welt zi Ui daß sie die folg Prinzes einen ü entzieht längere Verwan Gemahl ihrer H Landest weites £ auf ihr, Beförder Da ahnt ut dort, we Me Sommer in den x der Fahi unter la unbekanr Da! Aehren fruchtbar Obstbäuu man dm Seite de ein kühle keuchte bi durch ein Knaben z Fruchtbor für Elisa End! man am schweifen, dem Brie Wagen sc auf dem Zwecke u ihr nur i Gepäckträ selbst ver wenig, all Berg hino Höhe da» entfernteste Inne diesen Um wurde, tr Mittagssoi anstatt zu erschien di Ungewohnt angenehmst ster Weise feffel. Un Füßen voi r°nn, hieß kunst und auf steilem, Plätzchen z! an ! Wegen un eigenem Gi ein goldenes Sternlein bricht sich Bahn. So ist es auch im Menschenleben, dem Regen folgt Sonnenschein. Monate gingen an der Familie Kronau in Sorgen und Kummer dahin. Es war unendlich schwer, die Verhältnisse einigermaßen zu ordnen, viele Entbehrungen nöthig, wollte man allen Verpflichtungen gerecht werden. Um so freudiger begrüßte man des beauftragten Rechtsanwalts Nachricht, daß Alles geordnet sei; wie das möglich, verstanden die Betheiltg» ten selbst nicht, um so mehr, als er sich in tiefes Schweigen hüllte. Daß ein edler Wohlthäter ein gegriffen, jedenfalls der Landesherr selbst, ließ kaum einen Zweifel, es schien seine Bestätigung zu finden, als Paul unter der Hand anheim gegeben ward, bei seinem Regiment wieder etnzutreten. Er war sehr glücklich, denn nun thürmte sich keine Scheidewand mehr auf zwischen ihm und seiner geliebten Braut. Auf seine Bitte entschlossen sich die Eitern, mit nach seiner freundlich und gesund gelegenen, überdies durch billige» Leben bevorzugten Garnisonstadt überzusiedeln. Elisabeth hatte nach langem Suchen, vieler Mühe und schroffen Abweisungen endlich einen Beruf gefunden, ste sollte einer älteren, kränklichen Dame in einer entfernten Gebirgs- stadt Gesellschaft leisten. Zwar hatte ihre Freundin Gretchen in unveränderter Theilnayme ste auch im Namen ihrer Eltern gebeten, auf recht lange Zeit al» lieber Gast zu ihnen zu kommen, eine fleißige Hand mehr sei bei Anfertigung der Aussteuer viel werth, auch werde es ihr eine Beruhigung sein, wenn nach ihrer Verheirathung der Mutter ein Ersatz in der Freundin bleibe. Elisabeth dankte von Herzen für alle Liebe, allein ste hielt es für besser, nicht zu verschieben, war doch dereinst ihr Loos sein werde. An einem heißen Sommermorgen nahm ste Abschied von den Eltern, muthig kämpfte sie den Schmerz nieder, ging sie doch diesmal von ihren besten Segenswünschen begleitet den Weg, den die Pflicht ihr anwies; war es auch ein Weg, der in die Fremde führte, vielleicht ein Dornenpfad, Gott werde mit ihr fein, diese Hoffnung trocknete ihre Thränen. So weit hatte ihr Stolz sich beugen muffen, daß sie ihren Adel ablegte, da es ihr nicht gelingen wollte, als Fräulein von Kronau ein Unterkommen zu finden. Bescheiden in einem Eisenbahnwagen dritter Klasse oer- nur zu schnell unter den tausenderlei schmerzenden Nadelstichen, welche sie täglich und stündlich empfand. Ste fürchtete fich davor, nach Hause zu gehen und von den Erfahrungen am Hof zu berichten. Planlos schritt sie ein Stück Weges, ermüdet sank sie auf einer Bank im Schatten einer Kastanie zusammen, zu ihren Füßen rauschte der Fluß, es klang hinein in ihre trüben Gedanken, ihre Sorgen für die Zukunft. Den Eltern durfte sie nicht zur Last fallen, sie mußte sich selbst ihr Brod verdienen; aber wodurch? Die leise Hoffnung, daß die Fürstin ste freundlich empfangen, ihr eine Stellung geben werde, war kläglich gescheitert. War blieb ihr übrig, al» Gesellschafterin zu werden, die verschiedenen Stimmungen und Launen einer vornehmen Dame zu ertragen und stets daran erinnert zu werden, daß sie nichts sei, als eine Dienerin? Vielleicht von Monat zu Monat entlassen, weil, wie man ihr achselzuckend bemerkte, ste ihren Pflichten nicht gewachsen sei, welche sie übernommen habe. Wenn sie sich dann genöthigt sah, Eltern und Bruder zur Last zu fallen, ein Leben voller Entbehrungen und Demüthi- gungen vor sich, bis ihr Haar ergraut, bis endlich Gott sagte: „Nun darfst Du zur Ruhe gehen I" Gab es keinen Ausweg? Keinen? Mahnten nicht die rauschenden Wellen daran, wie Viele allem Leid schnell ein Ende zu machen wußten? Sie erhob sich, nein, dahin sollte e« nicht kommen, sie wollte den Kampf aufnehmen mit dem Dageschloffen aus den vornehmen Kreisen, man kannte sie einfach nicht mehr; Niemand von allen Anwesenden hätte Muth gehabt zu einer Ausnahme. Zwei Damen hatten ganz nahe bei Elisabeth Platz genommen, sich das Warten durch den Austausch von Neuigkeiten verkürzend. „Haben Sie gehört," begann halblaut die eine Dame, „daß Rittmeister von Löwen vom Militär austreten wird, um seine*großen Befitzthümer selbst zu verwalten? ' „Noch hörte ich nichts davon, man wird es sehr bedauern, ihn dadurch mehr oder weniger aus der Gesellschaft zu verlieren," erhielt sie von der anderen Dame zur Antwort. „Er wird sich allem Anschein nach nächstens mit einer Verwandten verloben, die junge Frau wird ihn sicher bald in seinen früheren Kreis zurückführen. Das hofft man allgemein." „Noch kürzlich sprach man von einer anderen Verbindung des Herrn von Löwen," begann die erste Dame wieder und dies war ein nur zu bezeichnender Wink nach Elisabeths Versteck und auf sie direct gemünzt. Es erschien daher Elisabeth wie eine Erlösung, als eine Hofdame der Fürstin sich ihr näherte. Es war eine ältere Dame. Sie hatte dar schüchterne junge Mädchen beim ersten Auftreten am Hofe liebenswürdig errnuthigt und war ihr auch später mit der größten Freundlichkeit begegnet. Allein auch von ihr fand sie nur kalte Ablehnung. Nachdem sie durch steifes Neigen des Hauptes den ehrerbietigen Gruß Elisabeths erwidert, begann ste in förmlichem Tone: „Königliche Hoheit lassen Fräulein von Kronau ihr Bedauern aussprechen, deren Besuch wegen verschiedener Angelegenheiten, welche schneller Erledigung harren, nicht annehmen zu können." Nochmals wurde ein förmlicher Gruß gewechselt und die Dame entfernte sich rasch. Elisabeth stand einen Augenblick tödtltch erschrocken, dann eilte sie, dem Raum zu entfliehen, von welchem man sie verbannt hatte und ihr zeigte, daß sie nicht mehr zu den bevorzugten Damen des Landes gehörte. Ja, es ward ihr zur Gewißheit, daß ihr Vater und mit ihm auch die ganze Familie bei Hofe in Ungnade gefallen war. Schnell wollte sie die Treppe hinabsteigen, aber wie ein dichter Nebel legte sich es über ihre Augen. Ihre Füße zitterten, schwer und schwerer fühlte sie ihre Glieder werden; ste umklammerte eine Marmorsäule; nur hier wollte ste nicht vor Schmerz und Scham umstnken, nicht einer Ohnmacht erliegen, um auf'» Neue Anlaß zu hämischen Bemerkungen zu geben. Wie tief sie es verletzte, ausgestoßen zu fein, kann nicht geschildert werden. Schritte ertönten von unten zusammen mit dem Klirren eines Säbels und ein Herr sagte: „Fräulein von Kronau, Sie find krank, erlauben Sie mir, daß ich Sie zu einem Wagen begleite." Auch da» noch! Diese Stimme! Er" selbst war er, Herr von Löwen! Ihr Stolz gab ihr jetzt neue Kraft, sie richtete sich fest auf. „Ich danke, mir fehlt nichts," sagte sie in hastigen Worten, eilte an ihm vorüber, die Stufen herab und verließ das stolze Fürstenschloß, in welchem sie die schönsten und nun die bittersten Erfahrungen in ihrem Jugendleben kennen gelernt; um nun von stolzer Höhe hinabzusteigen zu Denen, welche unbemerkt ihres Weges gehen, oft einen Weg der Sorgen und der Entbehrungen. Sie ahnte nicht, daß dort oben Einer ihr nachblickte, bis sie entschwand. „Armes Kind," flüsterte er, „warum weisest Du mich immer wieder schroff zurück?" Erst nachdem sie aus dem Gesichtskreis des Schlosses verschwunden, blieb Elisabeth aufathmend stehen. „Nun wird er eintreten in den Kreis, welchem er angehört, wird mit allgemeiner Freude begrüßt werden, wird unter anderen Neuigkeiten erfahren, daß ich von dort verwiesen bin und sehr in der Ordnung finden, daß ich seine Begleitung zurückwies," sagte sie zu sich selbst. Eine unendliche Bitter- feit bedrückte sie zum Ersticken. Anfangs erfreut, die Ihrigen wiederzusehen, unter ihrem Schutz zu stehen, des Vaters besseres Befinden, gaben ihr Muth, sie hielt es nicht für zu schwer, fich den umgewandelten Verhältnissen anzupassen, allein er sank adelfticheri, t und von itt sie ein i Schatten der Fluß, orgen für fallen, sie «ch? Die angen, ihr irt. Was ! verschie« Dams zu sie nichts llonat ent« sie ihren uen habe, iruder zur Demüthi- >lich Gott nicht die schnell ein i sollte er : dem Da« , sollte sie legen sich > Unwetter sich und r auch im orgen und ierhältnisse itg, wollte freudiger glicht, daß Betheilig» Schweigen mfalls der Hien seine inheim ge» . Er war fand mehr Auf seine freundlich en bevor» Mühe und , sie sollte ; Gebirgs» i Gretchen rer Eltern ihnen zu igung der »eruhigung i Ersatz in n für alle eben, war fchied von c, ging sie ileitet den Weg, der iott werde So weit Adel ab« ulein von klasse oer- 4N - Eine mittlere Provinzialstadt, im Gebirge gelegen, mit etwas altmodischen Häusern, höchstens ein oder zwei Stoa hoch, ward wenig genannt trotz des Gewerbesieißes lein®r Bewohner, bis der nie ruhende Menschsngetst es ermög- n 6fluen- Es war ein schwieriges “rLe n enges Thal, bald machte es sich nöchig, erne Brücke zu schlagen, sodann durch Felsen mitten hindurch. sEe Gegend wieder von Spreng' schüffen, bis nach saurer Arbeit der Weg tief in de/Erde S AM nrrT ^9^, sie an des Bräu« te ^"?bn Weg zurück vom Elternhaus zu der mit. Blumen geschmückten Dorfkirche. Die Dorfbewohner hatten dem von Allen geliebten Töchterchen des S2rr"(Xen r?8 reS mit ben Insten Sommerblumen m™ äer von Gästen folgte dem jungen Paare. Das Kleid von weißem Seidenstoff schien beinah xu Ker für dis schlanke Gestalt der Braut Den kostbaren Schmuck zu tragen bedrückte sie. Eitelkeit lag ihr allzufern es galt, des Bräutigams Wunsch zu erfüllen Die siltenen Brillanten, von Alters her ein Schmuck in seiner Familie, trugen die Bestimmung, an hohen Ehrentagen von MriUÄ.™ Tlft i« w-rd-n; s° blteb i^r nichts übrig, als sich feiner Biite zu fügen. Als erM-nch dunkette, führte der junge Ehemann seine Gemahlin n das stolze Schloß seiner Väter. Durch Ehrenpforten ae- langte man in den Hof. Bunte Laternen leuchteten, bengalische Flammen verbreiteten Tageshelle, in die Musik mischte sich Zubel der Dienerschaft und der Dorfbewohne^ Alll d>.r? ™ rlunae Rettin zu begrüßen, welche durch ihr freundliches Wesen sich schnell alle Herzen gewann. ?bnn - was ihren schönen Festtag trübte, so war es das Löm-n?« . ihrer lieben Elisabeth, ebenso Rittmeister von Löwens tiefer Ernst und seins Ablehnung, sobald sie die SÄ, s’“‘e ’e l6n Z-'mst-M»- >« näml’elLblL®etaÄ 'U 58t? f* lmai müff-n, 6aw?”'erMtR»™ 6lÄ b”?le' ”!= »°l> u k" hochfliegenden Plänen im fürstlichen ble welte «Ä1Ä41 *S» STWSS Vrimesll?sä?s"^nachricht gelesen: „Der Aufenthalt der Prinzessin Lora hat nach einem Besuch ihres hoben Gemabl« einen überraschend schnellen Abschluß gefunden. Das Rädere entztsht sich der Oeffentlichkeit. Die hohe Dame ist für togere Zeit nach ihrer Heimath zum Besuch ihrer erlauchten Verwandten gereist. Herr Hofmarschall von Feldern und seine Gemahlin, die Oberhofmeisterin der Prinzessin, haben bei ihrer Heimkehr die huldvollste Begrüßung von Seiten des mSl?« ?n Kunden. Ein ihnen dringend angebotenes ander- wertes Hofamt anzunehmen, haben sie aber abgelehnt, um sich au hre Güter zurückzuziehen. Graf Bretow ist öhüe jede Abforderung in den activen Militärstand zurückgekehrt." Das Schicksal hatte sie freundlicher geleitet, als sie ae« do?t mnbn^°nL f$?re Demüthigungen blieben ihr erspart, dort, wo sie von Triumphen geträumt hatte. Som^r^^^bhr machten die heißen Sonnenstrahlen des i“ ”«Me»en, tomüdte sich Ihi, beföeibene Freundin Gretchen von Lossnitz als Braut. Dahin flog der Zug durch das stäche Land. Woaende s --------- S?6ateSL8^^f”eren 5äupter °uf weiten Strecken für 9etbe begraben? ^°ubes, Wiesen prangten in bunter Blumenpracht, ^^böume ne gten ihre Früchte in der Ueberfülle. Run fuhr man durch dichten Wald, ein enges Thal entlang, an der l“1.6 be8 rauschenden^ Flusses. Die Gegend ward gebirgig, qSu iUM er!ri^te bie erhitzten Reisenden, mühsam keuchte die Locomotive bergan, bald auf schmalem Pfade bald Knäben r$UtnneI'cy bis ^infterni6 veranlaßte einen kleinen ?"Qbe" lautem Jammergeschrei, welches erst durch einige fü/KST'keht-.Werrf ihres Bruders zur Erfrischung für Elisabeth, beruhigt ward. ' 0 schon hatte die Mittagsstunde geschlagen war i ' c 2 ""7. «i --«eg ner in oer Erde Seife? 3äp @U?enb "eß Elisabeth ihre Bück? umher« dem Berkebr eröffn^ M * unb hitziger Hände Köroeifen „Sie werden an der Station abgeholt," stand in | bem Verkehr eröffnet. u ^künftigen Herrin; sie hatte gehofft, ein _ Nun ging ein neues Leben auf an dem weltfremd-» ÄL re bete t ^^en, vergebens war ihr Suchen. Die Ort. Man erbaute Fabriken, auswärtige Geldl?ute roaen ?i» /roed uS äL roahtf n ?lrfone,t verfolgten alle andere ste beschäftigten die müßigen Hände. Feine Gasthä/ser ent« ih? nur Übri? >u Dünsten. Es blieb standen, die Vergnügungsreisenden fanden daß man von hier Geväckträ/?nn?M Bahnarbeiter aufzufordern, daß er als 6u8 herrliche Gebirgspartien unternehmen konnte. Villen selbst vermn^?s^ 8^?er mit ihr gehe. Von der Stadt erstanden außerhalb der Stadt, theils von wohlhabenden Be? w nia M r» entdecken und erschrack nicht wohnern erbaut, welche in den engen Straßen nur "hr? Ge' Be?g'btnan? beschrieb steil den nächsten Msräume behielten, für ihre Farmlien aber sowie für sich Löbe h/i ihm h! i? ?e$en Qnbe”r Seite liege auf selber I stlbst nach gethaner Arbeit den Aufenthalt in der schönen entferntMem ^"bleHaus, außerhalb der Stadt anderen Natur, in frischer Luft dem Stadtleben vorzogen Auch er" sä* I ersten die Ersteigung des Beraes der folck-r ginftrpmunn I 8^ß/n Veranda, sogar einem Thurms, dessen Fenster Ungewohnten. Hatten doch einst^ stets bei der Pcmreistn di? I b“Jtem ?Iaa zusammengefügt waren, ganz ab« angenehmsten Mittel zur Versüauna aestanden »m I ^sondert von allen andern. Rings war es von einem fora- ßer Weise das Ziel zu erreichen ^ “T ^pflegten Garten umgeben. Daran stieß an be? Rück« stsiel. Und jetzt? Keine Hilfsmittel aab ! ?le ein lang sich ausdehnender Park; zwischen den verschte- Füßen vorwärts, ob^^auch d^Schweißt iht LB-umgruppen schlängelten sich 'verMdene W?ae hin r°un, hieß es nur vorwätts. War dies ein B ld ÄL*«? S** fa"b »/r Spaziergänger jederzeit auch an heißesten kunft und ihr Leben nur ein Wandern in bvpnnpnh/ I Sommertagen, erfrischende Kühle, während der Springbrunnen ? ®°6 68 nlr8enb8‘ein schattiges J'X? RoseWs %nem Gutdünken. ’ 0 8 ? na* vom dunkelsten Roth und Gelb bis zum zartesten Weiß, nur um so mehr hervor. Man pflegte an dem Ort noch die alte S0O - Gitte, den Häusern Namen^zu gebe». Meist waren es Vornamen von Gliedern der Familie. Dieses Haus bewahrte auch hierin seine Eigenart. „Villa Glück" stand über der reichgeschnitzten eichenen Hausthür, allerdings in fast erblindeten, einstmals goldenen Buchstaben. Hierher lenkte Elisabeth» Begleiter seine Schritte. An dem Eingang zum Garten blieb fie einen Augenblick auf- athmend stehen und trocknete den Schweiß von der Stirn. (Fortsetzung folgt.) Das Waöy des Zarenpaares. In Paris sind, wie das „Neue Wiener Tageblatt" mit* theilt, vor Kurzem zwei Layetten, Ausstattungen für Ne.ugeborene, fertiggestellt und nach Petersburg an den Zarenhof abgesandt worden. Ob nun das Kind des Zarenpaares ein Großfürst'Thronfolger oder eine Großfürstin werden wird — dank den in Paris gemachten Bestellungen wird die kaiserliche Mutter nicht einen Moment in Verlegenheit sein, wie sie den Säugling anziehen soll. Denn die eine der Kinderausstattungen ist für einen Knaben, die andere für ein Mädchen bestimmt und je nach Bedarf wird die eine oder die andere in Verwendung genommen werden. Am Zaren* Hofe besitzen, wie bekannt, die englische Mode und die englische Sprache die Vorherrschaft und so ist e» auch nicht zu verwundern, wenn die momentan wichtige Toilettefrage von der Zarin im englischen Sinne entschieden wurde und die in Paris bestellten Ausstattungsstücke alle nach englischem Muster gearbeitet wurden. Die Bändchen sind sämmtlich aus englischem Battist mit Valenciennesspitzen geziert, die Jäckchen aus Flanell mit Spitzenüberzügen, Blümchen und Sterne darstellend. Sie erscheinen in dreierlei Größen, von jeder Gattung z w ö l f D u tz e n d. Die Wäsche für den Knaben ist mit purpurrothen Bändern, jene des Mädchens mit blauen Bändern gebunden. Die Windeln wurden aus in hollän* bischen Fabriken bestellter Leinwand hergestellt; sie sind so zart, daß man jede in einer Nußschale unterbringen könnte. Während alle anderen Wäschestücke eine überaus zierlich ein* gestickte Kaiserkrone tragen» sind die Windeln ohne jedes Merkzeichen. Die „Bavettes" find klein, rund, aus gesticktem Battist, gefüttert mit einer gesteppten Unterlage aus Pique. Einige Dutzend derselben zeigen Volant» aus feinen Guipure* Spitzen. Die Bademäntel aus weißem Flanell werden doppelt genommen, mit Capuchons und seidenen Schnüren, mit der gleichen Unterscheidung der Farben wie oben erwähnt für den Prinzen oder die Prinzessin. Weiters gibt es eine Reihe weißer Leder schuhe mit Atlas gefüttert, mit Spitzen verziert und mit Schwanenflaumen verbrämt. Die für den Prinzen bestimmten haben die Form kleiner niedlicher Reiter* stiefel. Die Tragmäntel sind Prachtstücke in ihrer Art- Da sieht man solche aus weißer Ottomane mit Eider* dunen gefüllt, darüber große Pelerinen aus Ttbetziegenfell. Weiße Cachemirmäntelmit großen Maiglöckchengutrlanden bringen einen reizenden Effect hervor, fie ruhen auf einem Grund von Valenciennes-Spitzen. Weise Atlasmäntel mit Hermelin verbrämt und gefüttert, wieder auf speziellen Wunsch der Kaiserin verfertigt, dazu kleine Capotehütchen mit Straußfedern geschmückt. Schließlich bekommt das Zaren* kind auch kurze Mäntelchen mit Kutscherkragen au» Tibet* ziegensell mit Verbrämung von Chinchilla, Zobel und Sealskin. Eine Unzahl langer Kleidchen aus weißem Sammt, vorne offen wie die rusfischen Bauernblousen, mit Pelz verbrämt und bauschigen Unterhemdchen, zeugen von echt französischem Chic. Tragkleider aus Battist mit Valencienne», viele Kleider aus Pique mit irischen Spitzen, Guipurespitzen-Kleidchen mit Atlas gefüttert vervollständigen den Troufleau. Entzückend find die taillenlosen amerikanischen Kleider au» englischen Webstoffen, leicht wie Flaumeufedern mit Satteleinsätzen und Krägelchen aus Stickereien. Die beiden Layetten ruhen in drei großen Spiegelschränken, die mit weißem Atlas aus* tapezirt find. Obenauf liegen viele Dutzende von M i n i a t u r - Handschuhen aus weißem Sammt, mit Eiderdunen gefüttert. Da man vermuthet, daß Königin Victoria für ihr Urenkelkind eine englische „nurse“ schicken dürste, die statt der Wickelbänder Sicherheitsnadeln verwendet, hat man in einer Kassette viele Dutzende goldener Sicherheitsnadeln beigefügt. Zum Festhalten der Bärtchen wurden vier Dutzend Brachen angefertigt, die in Perlen das Wort „Baby“ zeigen. Die Perlen wurden vom russischen Hofe geliefert. In einem eigenen Kasten, der in zwei Abtheilungen gesondert, ruhen die Taufgewänder für den Großfürsten oder die Großfürstin. Gemeinnütziges. Alte Oelgernälde wieder aufzufrischen. Vor allen Dingen ist zu diesem Verfahren ein Kasten erforderlich, welcher groß genug ist, das betreffende Bild aufzunehmen, etwa 10 bi» 15 Zentimeter Höhe besitzt und vollständig wasserdicht und mit einem gut passenden Deckel versehen ist. Man gießt auf den Boden ve» Kasten« etwa ein Zentimeter hoch eine Schicht des stärksten Weingeistes und legt das auf* zufrischende Bild mit der bemalten Seite nach unten auf mehrere in dem Kasten angebrachte Stützen so auf, daß e» etwas über dem Spiegel der Flüssigkeit liegt, und deckt schließlich den Deckel darauf. Der auf dem Bilde befindliche Firniß wird durch die aufsteigenden Alkoholdämpfe so erweicht, daß binnen 1 bis 2 Tagen die zahllosen Sprünge aus dem Bilde verschwunden sind und dasselbe wieder ein frische» Aussehen zeigt. Literarisches Ei« «etter Roma« von Georg Eber». Im Laufe des November, also noch rechtzeitig für den Weihnachtstisch, wird in der Deutschen Verlags-Anstalt in Stuttgart ein neuer Ebers'scher Roman erscheinen, betitelt: „Im blauen Hecht." Ein einfacher Titel, der weit von denen der früheren Dichtungen des berühmten Verfassers der „Aegyptischen Königstochter" abweicht; auch die Heldin und ihre Umgebung gehören einem Lebenskreise an, von dem Georg Ebers sich sonst fernhält, und doch wird dieser Roman die Theilnahme des Lesers nicht weniger in Anspruch nehmen, als die frühern Werke, die über den ganzen Erdkreis verbreitet sind. Die Handlung spielt im sechzehnten Jahrhundert, in der Zeit des Humanismus, der die Geister der Gebildeten damals so mächtig ergriff. » * * Vor uns liegt die erste Nummer des neuen, 32. Jahrgangs des „Daheim.* Derselbe beginnt mit einem großangelegten Roman von Hanns von Zobeltitz „Senior und Junior," der in der Gegenwart spielt, und einer zweiten größeren historischen Erzählung „Frieden auf Erden!" von Rud. Stratz. Die Nummer enthält außerdem einen reich illustrirten Artikel, der sich mit der Erhaltung der Halligen an der Nordseeküste beschäftigt und einen der besten Kenner der einsamen Inselwelt, Ehr. Jensen in Oevenum auf Föhr, zum Verfasser hat, sowie eine spannende Kriegserinnerung „Die Batterie der Toten" von O. Elster. Von Romanen und Erzählungen sind für den neuen Jahrgang ferner angezeigt Werke von E. Remin, Fr. Jacobsen, Heinr. Seidel, Hans Arnold, Hans Hoffmann, Ilse Frapan rc. Eine Eigenart des Daheim sind seine wöchentlichen Beilagen, von denen die uns vorliegende Nummer nicht weniger als fünf bringt: „Aus der Zeit — für die Zeit," eine kleine illustrirte Zeitung, „Das Frauendaheim," der „Hausgarten," das „Kinderdaheim" und die „Hausmusik." An Vielseitigkeit, aber auch an Gediegenheit des Textes wie der künstlerischen Ausstattung, wird das Daheim sicher von keiner unserer anderen illustrirten Zeitschriften erreicht. * » » Das Raffen des modernen Frauenkleides. Die gegenwärtige Mode, die kleidsamste seit Jahrzehnten, ist auch seit Langem die erste, die durch den malerischen Reiz der Stofffalten bestechend wirkt. Die bauschigen, weitfaltigen Röcke bieten jedoch den Nachtheil, daß es schwer ist, sie correct hoch zu raffen. Im Heft Nr. 2 der „Wiener Mode* finden wir vier hübsche Zeichnungen, die sehr graeiöse Formen des Emporraffens illustriren. Dasselbe Heft bringt vornehme Trauertoiletten, zahlreiche Confectionsstücke, originelle Roben und practische Hauskleider. Die farbige Beilage, sowie die farbigen Umschlagbilder sind künstlerisch, sowie in Bezug auf Mode äußerst gelungen. Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen UniverfitätS-Buch- und Steindruckerei lPietsch & Scheyda) in Si-tzeN.