dem Falle M iere au» Bor. ünden gequält :n, welche die durch unzweck« Strafe stellen, re auf Eisen« en, möge auch nität erfüllen, sniflen opfern, de» zu sterben, , marteroollen seinem achtzigsten on F. Fontane knapper Forin echt patriotischem H für Haus und schon durch den stagsseste Seiner d. Commissioni- dresben-Altst. — t Arten zum dies nicht mangeln, oesene Lücke aui. s keine besondere dürste sich aljo r gelegentlich der t eignen. herausge- r Pasch, Berlin), bezeichneten Theil auch im übrigen er Anordnung ji ergründ stellen! ihr Recht. H> ür die Gediegen rtikel in Heft 1: istrt das Ziel der ebungen auf dem müder verkehrten Hauses, der na- Wir können die bestehenden Haus- Angelegentlichste auch für jeden nig. Jährlich er- des Wortes stellt erscheinenden be- I den Blicken bei rteressanten litera- enthält jedes Hist er Illustrationen m Familienblatte mb Kunstbeilagen mich? von Max ersen-Lundby und is des Heftes de- zahlreicher Schiff« imkeit in erhöhtes Bergung" gerichtet W. 57, Deutsche isheftes 4u Psg,' en, nachzukommen ■ Alle Welt" eine« h illustrirt ist und Iftänbig erschöpft rl — nicht mindel mzow. Auch d-f 3 in einem Artikel sinb bie Romane o — Erst komm« von I. Comvay. i«) in Gieße«. IHM Donnerstag den 21. März M.M. ümiliskrMsist' iskeksr Die Nemesis. Novelle von W a l t e r H o g a r t h. „Nun, würfeln Sie nur, statt mich mit überflüssigen Worten aufzuhalten," sagte der Fremde fast in gebieterischem Tone und Eggonsberg ergriff den Würfelbecher. Er warf 666 und der seltsame Mann stieß einen Freudenschrei au». „Sie haben Luise gewonnen," schrie er wie närrisch vor Freude. „Morgen werde ich sie Ihnen bringen, da» heißt vorstellen. Sie haben heute enorme» Glück, junger Herr, und wir müssen deshalb auch noch heute an'» Werk gehen, um das zu vollbringen, was ich eigentlich mit Ihnen vorhabe." Bei den letzten Worten des Fremden glänzten seine «'Augen in so unheimlichem Feuer, daß Eggonsberg entschieden wiederum glaubte, einen Wahnsinnigen oder einen Gauner * wt sich zu haben. Aergerlich sagte er deshalb: „Ich -wünsche msit Ihnen ferner nicht» zu schaffen zu haben, ich kenne Sie p auch gar nicht und weiß nicht, was Sie eigentlich mit mir vorhaben." „ „ „ „O, gestatten Sie, daß ich mich Ihnen vorstelle," er« widerte darauf der Fremde lebhaft, „ich heiße Luigo del Basso, stamme aus italienischem Pstriziergeschlechte, unsere Familie wohnt aber schon lange in Triest." „Und ich heiße Rupprecht von Eggonsberg und stamme aus Bayern," erwiderte der junge Mann und lüstete seinen Hut. „Nun kennen wir un» wenigstens und können uns ver» abschieden?" „Verabschieden? Nein, das geht nicht I" bemerkte Luigo del Baffo erregt. „Ich meine es sehr gut mit Ihnen, Herr von Eggonsberg. Wir sind jetzt zwei Unglückliche, denn Sie haben sich, wie ich Ihnen gleich ansah, in der Spielhölle zu Monaco ruinirt und ich mich auch, aber heute können wir Revanche nehmen, denn Sie haben ja heute fabelhaftes Glück. Wir begeben un» sofort nach Monaco und sprengen die Bank." „Das ist ein wahnwitziger Vorhaben, Herr del Basso," entgegnete Eggonsberg. „Außerdem spiele ich in Monaco nicht mehr." „Sie müssen spielen, junger Mann, um wieder glücklich zu werden und um mich alten, verlorenen Spieler von einem furchtbaren Fluche zu erretten," erklärte in beschwörendem Tone del Basso. „Bedenken Sie doch, daß Sie gar nicht» rirkiren, wenn Sie noch weiter spielen, denn Sie haben ja (Fortsetzung.) Eggoneberg gewann auch den Hund und der Fremde sagte mit leuchtenden Augen: „Ihr Glück ist heute groß, junger Mann, aber noch müssen wir e» weiter erproben. Jetzt spielen wir um ein schöner, tugendhaftes Mädchen von guter Familie." „Was reden Sie da für Unsinn I" fuhr jetzt Eggonsberg auf. „Ich kann doch mit Ihnen im Ernst nicht um eine junge Dame spielen! Was soll ich mit ihr anfangen, wenn ich sie gewinne?" „Sie sollen sie heirathen!" platzte der Fremde heraus. »Ich — sie heirathen? Ich heiraths keine Unbekannte, ich bin ein deutscher Freiherr und darf mich auf diese Meise nicht vermählen." „O, warum nicht? Da» Mädchen ist au» alter adeliger Patrizierfamtlis und stammt aus Triest. Sie wird Ihnen sicher gefallen. Außerdem haben Sie das Recht, eine Ver« mählung mit der jungen Dame abzulehnen, wenn sie Ihnen nicht gefallen sollte." „Aber wie kommen Sie dazu, mit mir um die junge Dame spielen zu wollen. Ist dieselbe Ihre Tochter?" „Das Räthsel werde ich Ihnen später lösen, jetzt hätte e» keinen Zweck, ich muß erst m inen Plan vollständig aus» führen. Spielen wir also um die junge Dame» welche mit dem Vornamen Luise heißt. Es muß sein, ich dulde keinen Widerspruch mehr!" Mit finsteren Augen blickte der Fremde den jungen Edelmann drohend an und hob den Würfelbecher. Er warf 654. „Ja, wa» ist denn der Einsatz meinerseits?" frug Eggonsberg. „Das ist mir gleich. Die junge Dame ist natürlich nicht mit Geld zu bezahlen. Setzen Sie dagegen, was Sie wollen, tausend Francs oder zweitausend Francs, mir ist es gleich." „Sagen wir zweitausend Francs," erwiderte Eggonsberg lächelnd, „ich will mich nicht mit Ihrem Golde bereichern, Sie haben mir das Spiel aufgedrungen." UntrchaltmgsblaN jnm Kirbenrr Aiizeiger (Grncral-Aiimger). -I__—1-.? ' ,,, .... its) [t viel entbehre»' aber wenn Sie es durchaus wünsche, so gebe ich Ihnen noch rwanzigtausend Francs." ’ „Nein, ich danke, lieber Baron. Ich weiß le», Sie wollen auf den Rath Ihres Freundes del Baffo, eines alten gewiegten Spielers, Ihr Geld nicht zersplittern. Sk haben Recht, Sie sitzen im Glücke und dürfen risktren, dis Bank zu sprengen, wenn Sie so weiter glücklich spielen- Auf Wiedersehen, meine Herren! Ich fahre nur in mein Hotel, um mir Geld zu holen, in einer halben Stunde bin ich wieder da. Eggonsberg spielte inzwischen weiter und gewann neue Summen. Bald trat auch der Rittmeister von Raben wieder rin, legte eine mit Banknoten wohlgefWte Brieftasche neben sich und setzte eine Tausend-Francsnote nach der andern, gewann manchmal, verlor aber meistens, sodaß seine Banknoten bedenklich zusammenschmolzen, während der Gewinn Eggons- berg» immer mehr wuchs. Sehr ärgerlich blickte Raben zuweilen auf Eggonsberg und dessen unheimlichen Begleiter. „Setzen Sie sich doch einmal her zu mir und bringen Sie mir auch Glück, Herr del Baffo," raunte der Rittmeister diesem zu. „Es wird Ihnen nichts nützen," erwiderte del Baffo, „denn der Herr Baron hat heute das größte Glück, er gewann mir schon heute Morgen Alles ab, was ich besaß, selbst meinen schönen Hund und meinen kostbaren Revolver." „Was Sie sagen," entgegnete Raben und riß die Augen auf. „Also hat der Baron heute schon ein Vermögen gewonnen ?" „Es scheint so," gab del Baffo lächelnd zurück, „aber die Hauptsache soll noch kommen, er soll die Bank sprengen I" „Ein schöner Gedanke, wenn er nur glücklich zur Ausführung kommt," bemerkte Raben. „Bei diesem Plane hat schon mancher Spieler den Hals gebrochen." „Sie haben recht, Herr Rittmeister," erwiderte del Baffo, „aber Baron Eggonsberg ist kein Spieler, er spielt eigentlich wider Willen, nur auf mein Drängen, weil ich wünsche, daß er sich und mich an der trügerischen Spielbank rächen und mich von einem schweren Fluche befreien soll." „Sie sprechen zum Theil in Räthseln, Herr del Baffo." „Sie «erden hoffentlich die Lösung dieses Räthsels noch erfahren und wie ich wünsche, nicht zu Ihrem Schaden. Heute rathe ich Ihnen nur: Spielen Sie nicht mehr, Herr Rittmeister I" „Warum?" frug dieser scharf. „Weil Sie kein Glück haben und Alle» verlieren können!" „Ah bah, kein Glück haben! Einem Spieler kann jeden Augenblick das Glück blühen." „Nun, so versuchen Sie er, Ihr Glück zum Blühen zu bringen," bemerkte del Baffo sarkastisch. Der Rittmeister nahm diese Bemerkung als eine höhnische Herausforderung auf und setzte wie ein Wahnsinniger seine letzten Banknoten. In wenigen Augenblicken hatte er sie sämmtlich verloren und stand mit leeren Taschen da „Nun, hatte ich Recht?" frug del Baffo trocken. „Noch nicht," erwiderte der Rittmeister, „ich spiele weiter, ich habe noch ein Guthaben von siebzigtausend Franc« an Baron Eggonsberg, er wird mir Geld leihen." „Sparen Sie sich dieses Geld, Herr Rittmeister, ich rathe es Ihnen," mahnte del Baffo wieder. „O, gehen Sie mit Ihren ewigen Warnungen, wenn man gewinnen will, muß man auch wetten und wagen. — Bitte, lieber Baron, geben Sie mir die siebzigtausend Francs zurück, die ich noch von Ihnen bekomme, hier ist der Schuld- schein zurück. Natürlich soll es Sie nicht genieren!" „Sie sollen Ihr Geld haben," erwiderte Eggonsberg kurz und zählte seine Banknoten. Er hatte fortwährend und ^tzt auch immer größere Gewinns gemacht, so daß er seine Schuld an Raben bezahlen konnte, ohne seine eigenen Baar- mittel ganz zu verlieren. Aber freilich, es blieben Eggonsberg nur noch achtzehntausend Francs und einige Goldstücke, als er seine Schulden an Raben bezahlt hatte. Das Resultat seines heutigen Spielens war aber immerhin recht befriedigend, er war seine eslsffale Schuldenlast lo» und hatte «och eine stattlich« Summe übrig. „Ich möchte mit dem Spielen aufhöran," sagt« deshalb Eggonsberg zu del Baffo, „ich habe e» überdrüssig und könnte den Rest wieder verlieren." „Nein, nein, Sie müffen noch spielen, nur noch heute, nur noch eine Stunde, lieber Baron," bat del Baffo. „Sie haben ja heute ein ausgemachtes Glück und diesen Tag müffen Sie zu Ihrem Heil und zu meiner Erlösung benutzen. E« ist sehr recht, wenn Sie von morgen ab nie mehr eine Spielbank besuchen, aber heute müffen Sie noch spielen. Ich bitte Sie, probiren Sie nur ferner Ihr Glück und Sie werden sehen, daß ich Recht habe." Zögernd setzte Eggonsberg einen Tausendfrancsschein und — gewann. Er ließ den Einsatz mit dem Gewinn stehen und gewann wieder. Er ließ wieder die ganze Summe stehen und gewann abermals. Die Augen der Mitspieler und diejenigen der Bankhalter und ihrer Gehilfen, der Croupiers, richteten sich jetzt gespannt auf den glücklichen Spieler. Würde er verwegen genug sein, und dieses Spiel mit den coloflal anwachsenden Einsätzen fortsetzen? Eggonsberg blickte wie verlegen auf del Baffo, doch dieser flüsterte ihm ganz leise zu: „Risktren Sie Alle», lieber Baron; da» Glück ist Ihnen treu!" „Nun, ich riskire nur die Tausendfrancsnote, die ich ursprünglich gesetzt habe," gab dieser kübelnd zurück. „Verliere ich, so höre ich eben auf, unwiderruflich auf. Also weiter, meine Herren, um meinen Einsatz und den ganzen Gewinn!" Wieder drehte sich da» Roulette, eine unheimliche Stille trat ein und Eggonsberg hatte wieder gewonnen. Ein allgemeine» Staunen ging durch den Saal und eins Menge Spieler au» den Nachbarsälen drängten sich heran, denn blitzschnell hatte sich da» Gerücht verbreitet, die Bank sei von einem jungen deutschen Baron gesprengt worden. Aber e» war noch nicht so weit, die Bankhalter hatten noch genug Geld und die Croupier» schoben dem Baron Eggonsberg ganze Haufen Geldrollen und ganze Hände voll Taufend- francsbillets hin. Eggonsberg wurde es ganz unheimlich vor dem vielen Gelbe und er rückte unruhig auf seinem Stuhle hin und her. „Wagen Sie es noch einmal, lieber Baron, nur noch ein einziges Mal, und wir sind gerächt," flüsterte del Baffo. Eggonsberg erhob sich ruhig und sagte mit lauter, deutlicher Stimme: „Va banque!“ Dabei schob er das ganze Geld den Bankhaltern zu. Eine unbeschreibliche Aufregung ging jetzt durch den Spielsaal, Kopf an Kopf drängte man sich nach dem Spel- tische, um da» so seltene Wagniß zu sehen und die Bankhalter und Croupier» zitterten förmlich, al« sich das Roulette in Bewegung setzte. Nur Eggonsberg war so ruhig, al» wenn er um Nüsse mit einem Kmde spielte, denn er spielte ja gar nicht aus Geldgier und Spielsucht, sondern auf Geheiß de» seltsamen Mannes, der wie ein Gespenst neben ihm saß. Das Roulette drehte sich seltsam langsam und al« es stehen blieb, hatte Eggonsberg — gewonnen. Wie ein Tumult ging es jetzt durch den Saal und man schrie wild durcheinander: „Die Bank ist gesprengt! Die Bank ist gesprengt!" Leichenblaß und leicht die Hüte lüftend, hatten sich die Bankhalter entfernt und die Croupier» schoben dem glücklichen Spieler alles Geld zu, über welches die Bank noch verfügte. Eggonsberg hatte weit über eine Million Francs gewonnen und war der unfreiwillige Held des Tages geworden. Während Eggonsberg und del Baffo, deffen bleiches Antlitz jetzt vor Freude glänzte, bemüht waren, die gewaltigen Geldsummen zu bergen und dieserhalb auch nach einem Bankier schickten, trat zitternd und gebeugt der Rittmeister von Raben heran. (Schluß folgt.) Klagelied eines Kikgemeißers auf dem Lantzr. Schwarzwurzel« mit Käse. Die in Salzwaffer abgekochten Schwarzwurzeln läßt man abtropfen und schwenkt fi« in einer Mischung von geschmolzener Butter, geriebenem Parmesankäse, Pfeffer und etwas Liebig» Fleischextract so lange über dem Feuer, bi» sie wie glasirt erscheinen. Literarisches. Wie ein Kaiserdenkmal geschaffen wird, erläutert die #1Rl>6ertt< Kunst* (Verlag von Rich. Bong, Berlin, ä Heft 60 Pfg.) in einer dem soeben erschienenen Heft 14 beigegebenen Kunstbeilage. Meister R. Begas ist mit seinen Gehülfen im Atelier mit der Ausführung seines reifsten Werkes, des für den Schloßplatz bestimmten Monuments, beschäftigt. Der Jdealkunst im eigentlichen Sinne des Wortes, der Sculptur, ist auch das Eingangsbild der prächtig ausgestatteten Nummer, eine Reproduction der „Fridthjof-Statue" von E. Hübner gewidmet. Ein besonderes Verdienst erwirbt sich die „Moderne Kunst" durch die Vorführung deutscher Städtebilder. Dieses Mal ist es die alte Hansestadt Lübeck, die von A. Westphalen in charakteristischen Illustrationen, von Ludwig Ewers in begeisterten Worten geschildert wird. Dem Jagdfreunde und vor Allem dem eifrigen Sammler weidmännischer Trophäen bietet die vorliegende Nummer der „Modernen Kunst" einen werthvollen Beitrag mit den Prachtexemplaren von Geweihen, die auf der sensationellen Geweihausstellung im ehemaligen Reichstagshause in Berlin mit Preisen ausgezeichnet worden sind. lieber Frauen - Sparsamkeit. Gegen den stets steigenden Luxus in der Frauen-Toilette macht sich eine mächtige Bewegung geltend. Wohl ist keine Frau im Stande, sich den Strömungen der Mode gänzlich zu entziehen, aber jede vernünftig denkende bemüht sich, das bischen Luxus, das sie sich vergönnt, nach Möglichkeit billig zu erhalten. Dieses Bestreben der Damen wird von einer Seite unterstützt, voll der man es am wenigsten erwartete. Die »SBiettee Mod«*, die schon seit einigen Monaten die Einfachheit in der Toilette propagirt, bringt mit ihrem Heft 12 außer vielem Anderen über 30 einfache Toiletten, die bei aller Eleganz der Erscheinung um eine Bagatelle herzustellen sind. Unterstützt werden die Abonnentinnen der „Wiener Mode" in ihrem Sparsamkeitsprincip dadurch, daß sie den Schnitt zu jedem beliebigen Ggrderobestück genau nach Maß gratis erhalten, eine Einrichtung, die Nicht mit den sogenannten Normalschnitten zu verwechseln sind. SngelhornS Allgemeine Romanbibliothek. Es ist auch in Deutschland möglich, dem Publikum gute Bücher zu billigem Preis zu bieten und dabei weder die Autoren noch die eigenen Interessen zu kurz kommen zu lassen, nur gehört Wagemuth und geschäftliche Tüchtigkeit dazu — das ist die Lehre, die der deutsche Verlagsbuchhandel aus dem Erfolg von „Engelhorns Allgemeiner Romanbibliothek" ziehen kann, und hoffentlich auch, sosern er sich auf seinen Vortheil versteht, in immer größerer Auswahl ziehen wird. Als der rührige Stuttgarter Verleger vor zehn Jahren zuerst die bekannten ziegelrothen Bändchen — durchschnittlich zehn Bogen guter Ausstattung — zum Preise von 50 Pfg. in die Welt sandte, begriff man gar nicht, wie der Mann dies leisten könne; schon die „Collection Spemann", von welcher der Band eine Mark kostete, war dem Publikum, wie den Verlegern als unerhörtes Wagniß erschienen, und nun gar dasselbe — nur den E nband abgerechnet — für die Hälfte! Aber noch mehr: Spemann druckte auch viele Werke, an denen, da die Verfasser seit mehr als 30 Jahren tobt waren, keine Autorrechte mehr bestanden, die also zum mindesten nur den Druck und das Papier, aber kein Honorar mehr kosteten; für Engelhorn fiel diese Erleichterung weg; er brachte allerdings im ersten Jahrgang ausnahmslos Uebersetzungen aus fremden Sprachen, aber auch da mußte das Autorisationsrecht bezahlt sein, dazu die Uebersetzung. Nun aber begab sich das Merkwürdige und zwar für die Gelehrten der Leipziger Buchhändl.-rmesse, geschweige denn für gewöhnliche Sterbliche geradezu Unfaßbare, daß Spemanns Collection trotz aller Rührigkeit ihres Verlegers und der im ganzen sehr guten Auswahl nicht einschlug, während Engelhorn schon im zweiten Jahr in der Lage war, auch Werke hervorragender deutscher Autoren zu bringen! Das Räthsel erklärte sich wohl sehr einfach: der Deutsche ist so sehr an die Leihbibliothek gewöhnt und des Bücherkaufens ungewohnt, daß ihm auch noch die Ausgabe von einer Mark schwer fällt, aber kostet's nur die Hälfte, so thut er's schließlich doch. — Heute, nach zehn Jahren, ist die „Allgemeine Romanbibliothek" so bekannt und verbreitet, daß eine Empfehlung des vortrefflichen Unternehmens fast überflüssig erscheint. Redation: «. Gcheyba. - Druck und Verlag der Brühl'schen Universitätr.Buch- und «teindruckerei (Pietsch & «ch-tzda) in «M* GeMsZnnÄtziges. Wie kann der Gärtner Korke Verwertyen ? Man durchbohrt Flaschenkorke der Länge nach und zieht sie fest auf einem Zinkdraht auf. Mit diesen so gefertigten Bändern bindet man die Bäume an. Da» Verfahren ist billig, sehr haltbar und schont die Baumrinde, deshalb für Privatgärten und kleine Betriebe empfehlenswerth. Ein Bürgermeister auf dem Lande Ist wahrlich zu beneiden nicht; Stets and're Sorgen, and'ren Aerger An jedem Tag, der neu anbricht. Den Bürgermeistern von den Städten Fällt, glaube ich, nicht halb so schwer Der Dienst; — sie thun nur unterschreiben, Das And're macht der Secretair. Hier muß man sich um Alles kümmern, Um Feld und Wald, um Straße, Bach, Um Krankenkassen, Invaliden; — Soll Kenner sein in jedem Fach. Was machen nur die vielen Arten Von Steuern eine Schreiberei; Ganz abgesehn vom Reclamiren, Vom Klagen, von der Krätscherei. Die Militär- und Armensachen, Die schätze Niemand zu gering; Das Impfen und davon die Gegner Sind auch noch so ein heikles Ding. Ob Milzbrand oder Klauenseuche, Und ob die Schafe alle rein, Dies Alles muß man constatiren, Man soll auch halber Thierarzt sein! Die Fasel-Eber und die Süllen, Die sind dem Einen viel zu groß, Der And're will sie kleiner haben, Und so ist stets der Teufel los. Auch bei den Schornsteinrevisionen Da soll man haben viel Geduld; — Doch wenn ein Brand ist ausgebrochen, Gewiß, dann war der Schornstein schuld. Beim Standesamt, man soll's kaum glauben, Darf man sich stellen gar nicht dumm, Denn beim geringsten Schreibversehen, Gibt es sofort ein Monitum. Bei Schul- und auch in Kirchensachen Muß stets man thun den Kopf herbei; Auch macht nicht wenig mir zu schaffen Das Schiedsamt und die Polizei. Und die Gesetze zu verstehen Ist gar zu schwer! — oft möglich nicht I Sie werden desto mehr verworren, Je mehr man sich den Kopf zerbricht. Ja, wenn's nicht wären gar zu viele, Die man jetzt alle kennen soll Mit ihren vielen Paragraphen--- Wenn das so fortgeht, werd' ich toll! Man soll jetzt gar Latein verstehen Als Bürgermeister auf dem Land. Zum Beispiel: Brevi manu, cito, Und wie das Zeug all' wird genannt. Auch von den Wahlen noch zu sprechen, Die immer schweben ohne Zahl, Sie machen heut' den Bürgermeistern Sehr viele Mühe, viele Qual. Das unaushörl'che Räsonniren, Trotzdem man's meint mit Jedem gut, Das thut mich noch am meisten ärgern, Ja, wer verliert da nicht den Muth? Bei den geringsten Kleinigkeiten Heißt's gleich: „Ich geh' sofort an's Amt!" Doch wollt' man alle Mängel rügen Im Dorf — man wäre gleich verdammt. Dies ließ ich mir noch all' gefallen, Wär' der Gehalt nur etwas mehr. Doch hört, wie gleich die Meisten schreien: „Schweig' still! Du hast ja auch die Ehr'!" Nun gut, ich will dann stille schweigen. Was hilft die ganze Klagerei? Denn davon wird's ja doch nicht besser, D'rum ist es gut — man läßt's dabei!