Nr. 72. Donnerstag -en 29. Amt 1895 ♦ VV ee VV ammeoldkF teketrek ,zlnterhaU«ngsdlatt jum Gießener Aniriger (Gcnrral Anreiger). fei Die Tochter des Meeres. Stemmt Mn X. Steele. Tora lief rasch den steilen Berg hinab. „ .«Lord Belfort, hier ist Wein und Brod!« rief sie, als sie die Höhl« erreicht hatte. Der Lord aber war fast außer Stande, ihren frohen Gruß zu erwidern. Schmerz und Angst hatten ihn völlig erschöpft. War er nur geflohen, um hier in dieser traurigen Ein- öde zu sterben? Aber Cora durfte nicht dulden, daß er sich so traurigen, entmuthigenden Gedanken hingab. ,, «Sehen Sie," sagte sie, „hier ist Wein, der vermuthltch seiner hübschen Flasche entspricht und diese feinen Brödchen könnten einer Prinzessin Appetit erregen." Lord Belfort lächelte matt. .. danke Ihnen von ganzem Herzen für die viele Mühe, die ich Ihnen verursache." Er führte die Flasche an die Lippen und der feurige Wein belebte wunderbar den erschöpften Körper. Ernst betrachtete nun erst genau die Flasche und die Schachtel. . «Wissen Sie denn, daß dieses Wappen eine Herzogskrone trägt? Wie sind Sie zu der Flasche und der Schachtel gekommen?" fragte er fast ängstlich. .. Sora zögerte mit der Antwort, aber sie wagte nicht, ihm °ie Wahrheit vorzuenthalten, um so mehr, als Lord Belfort augenblicklich an jebet ihrer Handlungen betheiligt war. Sie gab einen kurzen Bericht ihrer Abenteuer, jedoch ohne von Rupert Falkner» Anwesenheit in dem Häuschen zu erzählen. Lord Belfort hörte ihr mit Verwunderung zu. «. allerdings ein sonderbarer Abenteuer!" sagte nä^tcL0?®?68 Wappen kennen, doch bin ich so lange ES S? ^wesen, daß ich dergleichen schon wieder x* freut wich nur, daß Ihnen weitere Mühe ^"d Angst dadurch erspart worden ist, edles Mädchen. Ach, bin-r^-^^bklage manchmal, daß ich Sie mit in mein Elend hineingezogen habe! Cs wäre bester gewesen, wenn ich mich gleich in das mir bestimmte Loo» ergeben und das Schlimmste ertragen hätte." „Und allerhand Unangenehmes an's Licht gebracht!" fügte sie ruhig hinzu. „Nein, Lord Belfort, dar hätte mir unendliches Elend verursacht... doch jetzt ist es jedenfalls vorüber und wir müssen tapfer fein und, wenn möglich, widerwärtiges Mißgeschick abzuwenden suchen. Meinen Sie, daß er mit Ihrem Fuße besser geht?" „Ich weiß er selbst kaum," antwortete er niedergeschlagen. „Ich glaube, er schmerzt weniger und ist nicht mehr so geschwollen, aber der Fuß hat keine Kraft und ich weiß er nicht, wie wir über die nächsten Tage hinwegkommen werden. Wer weiß, ob Ihr Leben nicht meiner Selbstsucht zum Opfer fällt!" setzte er hinzu. „Nein, nein! Diese Angst ist grundlos!" sagte sie beruhigend. „Das Wetter ist — Gott sei Dank — warm und schön. So lange er so bleibt, können wir getrost hier im Freien campiren. In einem Tag kann der Fuß viel besser werden und ich will sehen, ob es nicht einen bequemeren Aufgang aus dem Steinbruch gibt." Ueber seinen Kummer vergaß sie ihren eigenen; sie hatte ein wunderbares Talent, Andere in ihrem Unglück zu trösten. Aber in den einsamen Stunden der Nacht, die dem aufregenden Tage folgten, trat ihr Rupert Falkners Bild mit seinem Zorn und seiner Eifersucht wieder lebhaft vor die Augen und schwere Thränen rollten über ihre Wangen herab, als nur das Auge des Allmächtigen die stumme Klage lesen konnte, die sie verriethen. XXVIII. „Du siehst, Hugh, wie besorgt ich war, den Wünschen unseres armen verstorbenen Bruders nachzukommen. Ich habe seine hübsche Netta ohne Aufschub unter den Schutz gestellt, den er besonders für sie ausgewählt hat." Und Lady Emily richtete ihre hohe Gestalt stolz auf, als sie ihre schöne junge Nichte Graf Trevilles prüfendem Auge vorstellte. Das junge Mädchen hielt mit selbstbewußterer Miene als die Dame die Prüfung ihres unbekannten alten Onkel» aus. Vielleicht gefiel ihr der Ausdruck seiner noch schönen, aber abgezehrten Züge nicht recht. Es lag zu wenig Bewun- derung und zu großer Ernst auf seinem Gesicht, als daß sie 286 sich den Einfluß, den sie überall ausgeübt hatte, auch hier versprechen konnte. Und ihr Gesicht nahm allmälig einen düsteren, trotzigen Ausdruck an . . . da» war vielleicht die unvorsichtigste Herausforderung, die sie dem einsam lebenden Mann hätte bieten können. „Ich fürchte, es war ein großer Fehler," entgegnete der Graf kalt. „Mein Bruder hätte kaum einen ungeeigneteren Vormund wählen können." „Deine Worte überraschen mich, -Bruder," erwiderte Lady Emily. „Als Haupt unseres Hauses mußtest Du die Vormundschaft annehmen und Netta hat als Erbin und Waise einen besonderen Anspruch auf Deinen Schutz." „Hm! Du stellst die Sache gewissermaßen in das rechte Licht," unterbrach sie Graf Treville. „Es ist sowohl für Netta als für Dich selbst gut, wenn Ihr von vornherein wißt, daß mir nichts daran gelegen ist, sie unter meiner Obhut zu haben. Ich nehme Netta nur unter der Bedingung in meinem Hause auf, daß sie sich, so lange sie hier ist, unbedingt meiner Autorität fügt. Du verstehst mich, Nichte, und auch Du, Schwester," fügte er ernst hinzu. „Gewiß! Netta ist sanft und nachgiebig, und wird sich gewiß stets gern Deinen Wünschen unterordnen," erwiderte Lady Emily. „Doch, liebe Netta, Du bist sicherlich sehr müde," setzte >ie schnell hinzu, als sie auf dem Gesicht der jungen Dame einen ziemlich beunruhigenden Ausdruck vernahm. „Es wäre wohl besser, wenn Du Dich jetzt auf Dein Zimmer zurückzögest ... bei Tische sehen wir uns wieder." Kaum hatte sich die Thür hinter Netta geschloffen, so nahm Lady Emily die Unterhaltung mit ihrem Bruder auf. „Ist sie nicht ein schönes Mädchen?" fragte sie. „Das weiß ich wirklich nicht," erwiderte er zerstreut. „Du weißt es nicht? Wahrhaftig, Du bist wunderlicher denn je!" bemerkte Lady Emily ärgerlich. „Meine liebe Schwester," entgegnete der Graf, „wenn Du es wünschest, will ich erklären, daß Netta ein Engel ist, aber ein Engel, von dem ich mich in meinem eigenen Hause nicht gern belästigen lassen will Aber lassen wir dieses Thema fallen und sprechen wir von etwas Wichtigerem! Sage mir," fuhr er nach einer kleinen Weile fort, „was war die Ursache des unglückseligen Duells?" „Nun, ich sollte meinen, daß Du das recht gut wüßtest," antwortete sie nach kurzem Schweigen. „Du wirst unserem armen Bruder freilich eine solche Thorheit nicht zugetraut haben, doch leider ist es nur zu wahr, was Du ohne Zweifel schon gehört hast. Ein unwürdiges, aber sehr hübsches Mädchen verleitete den Armen dazu, sie unter dem Vorwand, sie sei eine Gesellschafterin für Netta und solle diese bei ihren Studien aneifern, mit sich zu bringen. Aber sie war schlau genug, aus ihrem hübschen Gesicht auf die verschiedenste Weise Vortheile zu ziehen. Sie bestrickte nicht nur unfern Bruder, sondern wußte auch Lord Belfort in ihre Netze zu locken. Was den eifersüchtigen Streit zwischen den Beiden herbeiführte, vermag ich Dir nicht zu sagen. Das Uebrige wirst Du ja wissen." Bei den letzten Worten zitterte Lady Emily» Stimme sehr merklich und da» Taschentuch wurde rasch an die Augen geführt. Lord Treville schien jedoch die Rührung seiner Schwester nicht zu bemerken. Seine Augen waren in tiefem Nachsinnen auf den Fußboden gerichtet. Plötzlich hob er rasch den Kopf. „Wie hieß das Mädchen, Emily? Jemand sagte mir, sie heiße ... laß mich nachsinnen ... ja ... sie heiße Falkner." „Weich' sonderbare Idee! Nein, Cora vom Meere wird sie genannt, weil sie al» kleines Kind aus einem Schiffbruch gerettet wurde und eigentlich gar keinen Namen besitzt. Doch entschuldige, jetzt fällt mir ein, daß die Leute, bei denen sie aufgezogen wurde, vielleicht doch Falkner heißen." „Du hast keine Ahnung, wo das Mädchen jetzt ist?" „Gott sei Dank, nein," erwiderte Lady Emily. „Sie kam, wie sie ging, ohne sich um meine Wünsche und Befehle zu kümmern. Es sollte mich nicht wundern, wenn sie in schlechte Gesellschaft und auf schlechte Wege gerathen ist. Viel- leicht hat sie Lord Belfort ausfindig gemacht. Das wäre ein der ganzen elenden Angelegenheit würdiger Ende." Des Grafen Gesicht verfinsterte sich und er sagte: „Emily, halte Deine Zunge im Zaum I Wenn Deine Verdäch, tigungen nur bloße Vorurtheile sind, schleuderst Du schändliche Verleumdung aus ein armes, unglückliches Mädchen. Wenn sie schuldig ist, wird sie die gerechte Strafe für ihren Fehltritt ohne Dich erhalten." Lady Emily richtete sich mit stolzer Miene auf, aber sie hatte nicht den Muth, sich in einen Wortkampf mit ihrem ihr unverständlichen Bruder einzulaffen und mürrisch begab sie sich in ihr Zimmer, in dem Netta sie erwartete. „Tante Emily, mir ist es ganz unmöglich, hier in diesem düsteren Gefängniß zu bleiben!" rief ihr da» Mädchen entrüstet entgegen. „Und wenn Onkel Treville meint, mich auf so schändliche Weise behandeln zu dürfen, so kann ich ihm sagen, daß er sehr im Jrrthume ist. Lieber laufe ich davon!" „Beruhige Dich, Netta! Du weißt, e» ist ja nur für kurze Zeit. In tiefer Trauer müßtest Du doch jetzt überall in völliger Abgeschlossenheit leben und Netta, wenn Du klug und gehorsam bist, kann sich Dein Vermögen, wenn der Graf stirbt, nahezu verdoppeln." Netta gab keine Antwort. Sie war außer sich vor Aerger und wollte nichts von ihrer Tante Trostesworten hören. Glücklicherweise machte das Eintreten der Dienerin btttt Zwiegespräch ein Ende und die Totlettevorbereitungen für du Mittagseflen stillten den Zorn, der in Nettas Brust kochte. Und als sie in den Salon trat, erschien ihre schlanke Gestalt in dem schwarzen Krepkleid so anmuthig und das Haar war so geschmackvoll in künstliche Flechten arrangirt, daß sie In der That eine Erscheinung war, wie sie sich ein jugendlicher Lieb- Haber, ein schwärmerischer Künstler oder Maler nur wünschen konnte. Aber Gras Trevilles Auge glitt weniger mit bewunderndem, als mit kritischem Blick über des jungen Mädchens Gestalt hin. „Es ist schade darum, daß so viel Mühe an einem blinden Onkel verschwendet wird," sagte er spöttisch, „an Deinen Onkel, der wenigstens blind für solche Künste ist, wie Du sie entfaltest . . - aber merke wohl, Netta: nicht blind für andere Dinge!" fuhr er ernst fort. „Und laß Dir ein für allemal sagen, daß Du jede Freiheit und jedes Vergnügen, das mein Haus und mein Park Dir bieten kann, genießen darfst, daß ich Dir aber verbiete, denselben ohne Deine Tante oder mich zu verlassen. Ebenso verbiete ich, daß ohne meine besondere Erlaubniß irgend ein Gast meinen Grund und Boden betrete. Das soll kein Vorwurf noch Mißtrauen gegen Dich sein, Emily," fetzte er, sich seiner Schwester zuwendend, hinzu, „aber nach dem, was geschehen ist, muß ich auf strenger Befolgung meiner Befehle bestehen." XXIX. «Ich hoffe, Sie haben mir meine späte Ankunft und dir Verzögerung des Mittagsessens vergeben, Lady Marian," W der Herzog von Dunbar, während er der jungen Erbin i» dar Gartenzimmer folgte, das nach der besonderen Angabt des Mädchens eingerichtet worden war- M „Ist es ein so surchtbare« Verbrechen, daß Sie deshalb eine besondere Entschuldigung für nöthig halten?" entgegnet« Lady Marian mit einem Anflug von Muthwillen, der ihr seit längerer Zeit fremd gewesen war. Die Stimmung Marians schien in der That während der letzten Stunden einen seltsamen Wechsel erfahren zu haben- Entweder au» Höflichkeit oder au» Aerger oder irgend einer anderen weiblichen Empfindung war Lady Marian in ihrem Wesen wie in ihrer Toilette außergewöhnlich blendend und anziehend, und, wie ihr Vater gehofft hatte, ihr hoher Gast war offenbar sehr entzückt von dem stolzen Mädchen, da» zu gewinnen er herangekommen war. „ Er war während der Saison in London öfter mit tyr zusammengetroffen und hatte sie sich al» paffende Braut aus- 287 er. M u «Zu einer handelt sich gewählt, ungefähr wie er sich ein Bild oder eins Statue für i uns, wenn es sich um unser Geschlecht handelt, sstet« schlechte seine Galler e ausgesucht hätte. Vorerst aber wollte er ste Motive unter. Und wenn ich Ihnen die Wahrheit sagte, bin noch als Wirthin in ihrem eigenen Hause fern von der her- I ich überzeugt, daß Sie mich für eifersüchtig und ungerecht teren Menge und dem Glanze der Londoner Lebens kennen I halten würden." s w lerne«, und dieser erste Abend war sicher ein befriedigende» I „Eifersüchtig . . . auf ein armer, heimathloser Mädchen I« Resultat der noch bevorstehenden Probe. I rief der Herzog ungläubig aus. „Lady Marian, Sie müssen Lady Marian verband mit dem besten Geschmack ür Ihre Vorzüge sehr gering schätzen, wenn Sie das für möglch Toilette, mit einer unvergleichlichen Anmuth und Würde eine I halten." a elegante, wohlthuende Herzlichkeit. Gleichviel, ob er sie liebte I „Nein," antwortete sie mit fester Stimme, „durchaus oder nicht, sicherlich paßte sie wunderbar zu der Stellung, die I nicht! Ich weiß, daß ich Rang und Reichthum besitze, die mich er ihr bestimmte. I vielleicht irre führen, wenn ich mich für bewundert und geliebt Zu Lord Marston» Freude drängte der Herzog sehr zum I halte, aber wenn ich mich in der geheimnißvollen Dame nicht Aufheben der Tafel und folgte seiner schönen Wirthin in deren I täusche, so ist sie schöner al» ich und besitzt einen gefährlichen blumenreiche» Boudoir, al» er ihr Kleid zwischen den Blumen I Reiz für Jene, denen sie gefallen will." hatte schimmern gesehen. I (Fortsetzung folgt.) „Wenn e» auch kein Verbrechen ist, so ist e» doch sicher I _____________ eine Rücksichtslosigkeit," erwiderte der Herzog, „und doch bin I £*'**♦» ich überzeugt, daß Sie meine Entschuldigung werden gelten 1(10(11116 SONS GM6. lasten, Lady Marian." I Roman nach Bictori«« Sardou und F. Morr«««. „Sagten Sie mir nicht, Sie hätten auf der Reise den I Deutsch von «drl, »«rger. Weg verloren," erwiderte diese. I ------ „Allerdings und da» war auch die Wahrheit, aber doch I (Fortsetzung.) vielleicht nicht die volle Wahrheit- Mein Abenteuer war zu I „Ein anbere-mal würde ich Dir keinen Korb geben, romantischer Art, um e» ganz geheim zu halten. Eine geheim- I mein guter Brisoe, aber heute ist e» unmöglich — ich reife uißvolle schöne Dame war mit dabei im Spiele, Lady Marian. I ab und werde ziemlich lange ausbleiben." Ich wünschte, Sie hätten sie so sehen können, wie ich. Sie I Brisoe machte eine traurige Geberde. würden sich ebenso über sie gewundert haben." | „O, Monseigneur verläßt uns!" sagte das in dem Boudoir herrschte, verbarg I solchen Zeit! Was wird au« uns werden ?" glücklicherweise den Schrecken, der sich bei seinen Worten auf I «Ich komme wieder, mein guter Brisöe, Marians Antlitz malte. I nur um eine - bloße Vergnügungsreise." . . rief sie. „Wie sah sie au»? . . . Ich meine, I „Monseigneur steht es frei, zu gehen oder zu bleiben, ob sie iung oder alt war.' I sagte der Forstwart resignirt. „Aber hat der Herr Graf ^..."Sie war höchstens achtzehn Jähre alt," erwiderte er. I mir für die Zeit seiner Abwesenheit Befehle zu ertheilen?" ,@i6t Martan ?" fügte er in seinem gewöhnlichen Ton eine» ergebenen Diener, „Nein, versetzte diese. „Bettelte da« Mädchen?" I hinzu- „Richtig serathen!" antwortete er lächelnd. „Das that I „O, nichts Besonderes, Brifss. Das Jagdrecht ist jetzt mte hÜm**'«ia? f«at (iS ruf um etwas zu essen und wie | abgeschafft, und so werden Sie freie Zeit genug haben." *1”^ /ürsich selbst, sonst würde sie ohne Zögern | Brisöe machte ein traurige» Gesicht und murmelte: das Wenige, das ich ihr geben konnte, sofort verzehrt haben." I „Das sind Greuel! Hätte man sich lieber begnügt, die.. " "Wo ist sie . . . wo war sie?" I Er hielt, sich der Gegenwart feines Lerrn erinnernd f<68»f,@S bü^eter (ti.e ein junges Ge- I inne- Der alte Wächter war ein geheimer Anhänger aller war^kein Haus in^Sich?" ' W° Wt einander sprachen, I ^ormen^der Revolution, mit Ausnahme derjenigen, die sich *”te ^i hübsch?" fragte Lab, Marian I „Das^Wild^ freigeben," murrte er. „So etwa» ist noch 9°nt0’sn I nicht erlebt worben!" fort.« .^innere mich nicht, das gesagt zu | „Sie werden, dar heißt, wir werden noch ganz andere fnMoL’X ' toar ß? ledenfM eine auffallende Erscheinung," I Dinge erleben, Brisöe! Aber sprechen wir von dem war -W« Sie, daß Sie ihr in mich herführt. Wo ist Renöe?" ' W «SS? StESSÄ In RmSe I, mit meiner grau auf dem »er. Sb W Re' als jie mich um I boisschen Hof, ganz nahe von hier. O, sie kommen bald !mb Ähnliche» Mäd- zurück, ich erwarte sie schon seit einer Viertelstunde.« St&ttat i x. I ’ Eann sie nicht erwarten, denn ich muß noch heute iuf»ür'e« 8" Q»f.nW£n b!cfer verkleideten Prinzessin nach. I in Renne» übernachten. Grüßen Sie also Renöe von mir. ä Marian fast bitter. „Leider besitzen Adieu, guter Brisöe, bleiben Sie gesund ich komme L»^e die Felsen nach Be- wieder, ich komme wieder!" 81 * 6 .Ich würde si? ae n L«" wenn « «ia, n *. t Lai fP™9 mit einem wohlwollenden Ab. dabei zum Berrätber A LlÄ SELä Airchtete, | schiedsgruß frisch und munter in den Sattel- Der Gedanke m WCtDCtt/ (HlttoOttCtC 6t Cttlfl- „Eö I ölt CUtC tÜbtCHbc SCCHC tttit Slßtteß * *• • b« be» fiMJfl6 n«x f , t I diesen Sprößling einer längst erkalteten Leidenschaft bloß konnte er ein unAmmtÄ I e6ne "^ßige Zuneigung. Freilich hatte er für sie gesorgt, nicht ergründen tes Lt as tn i6$em "Iiä und Wesen I aber nur au» der Ferne, und wenn er Geld und Geschenke ''Verzeihen Sie, Lady Marian ... ich glaube, daß Sie Äu** s° war er mit Liebkosungen sehr sparsam verrathen" wollen"" ^imnißvollen Mädchen wissen, al» Sie I Gleich nach ihrer Geburt, die glücklicher Weise erfolgt »Und wenn dem so wäre bätte Mi«rr«iAt h«A I « während der Marquis sich auf einer Versammlung von Recht, m »erretten, ma» Kein " etäitam »S? I bet P-rch- in Sinne« Befand, war D»»» Wr Ile in fünfter«: Sinne fort: ,35r Smm fegt I »X. ‘ *B‘ ”** “"b ,ei”™ $tau ««»«i'«t *■ 288 wie Wissenschaften an den Tag. (Fortsetzung folgt.) sein der gehen. Ihre Gedanken weilten anderswo, und Buch Wild interesfirten sie bloß als Vorwand. RenLe war damals siebzehn, Marcel trat in zwanzigstes Jahr- Als Sohn eines wohlhabenden Bauern und Neffe Pfarrers hatte Marcel etwas Latein gelernt und man hatte gedacht, daß er Priester werden würde; aber die Kirche lockte ihn nicht. Er liebte die Reize der Natur, die Wälder, die Wiesen, die Blumen, bemühte sich, das Geheimniß der Lebens zu studiren und hoffte es zu ergründen, kurz, er legte von früher Jugend an lebhafte Neigung für die Natur» gglettim: M, Gchetzd«. — »rat in* Sotag tet «rL-l'schm «»»«KiLrr-Bsch- mrd S^indrockerei (Pi-tsch * Echeyd«) « Schlingbäumen, Farrenkraut und Epheu befand, die sich zu einem grünen Dickicht verbanden und verschlangen- Richt bloß die Frische dieses schönen Verstecks, nicht nur dar Rieseln des Wassers über die Kiesel, nicht nut die tiefe Stille im Schatten zogen sie an. Das ruhige Ufer des Baches schien auch für Marcel, den Sohn des Müllers, eine gleiche Anziehungskraft zu haben. So oft al» nur möglich trafen die beiden jungen Leute dort zusammen. Kaum sah der junge Mann Reuse auf die Jagd gehen, so kam « ihr, ein Buch in der Hand, langsamen Schrittes entgegen. Er stellte sich lesend, sowie sie vorgab, auf die Jagd zu Das Kind wurde im Geheimen erzogen und sah nur aus der Ferne, auf zufälligen Spaziergängen, seinen Vater und noch seltener die Marquise von Lougvign«, seine Mutter, die sich, da stets Zeugen, Knechte oder neugierige Bauern in Gehörweite waren, beide größerer Beweise von Interesse ent» hielten. Sie kannte daher ihre Geburt nicht und hielt sich für die Tochter Brisses und seiner würdigen, aber wenig aristokratische« Gefährtin. IMer der Graf noch die MSrquise, die Eine eine große Dame der Nachbarschaft, der Andere der Herr des Gute«, auf dem Brisse als Wächter diente, ließen sie durch ihre seltenen Besuche da« natürliche Band vermuthen, das sie mit ihnen verband. Dank der Freigebigkeit des Grafen erhielt Rense eine gute Erziehung und wuchs in der Unabhängigkeit eines Mädchen» aus gutem Haufe auf- Sie hatte reiten gelernt und galoppirte ohne Furcht und ohne Zagen auf einer kleinen Stute, die au» den Ställen de» Schlosse» stammte, allein über Wiese» und Felder. Vater Brisse nahm sie auf seinen Waldgängen mit und aus einer Forstkennerin entwickelte sich das kleine Mädchen plötzlich zu einer Jägerin. Eine» Tages, während Briesse nach seiner im Walde eingenommenen Mahlzeit gleich einem Hirten Virgil« im Schatten einer Buche schlummerte, hatte sie ihm leise seine Flinte weggenommen und war mit geräuschlosen Schritten, da« Krachen de« trockenen Holzes und da» Knistern der dürren Blätter unter ihren Füßen möglichst vermeidend, davongeschlichen. Auf einer Lichtung angelangt, wo der Jagdhund, der sich, weil er die Flinte nehmen sah, ohne sich zu kümmern, wer sie trug, auf die Fährte gemacht hätte, einen Fasan auftrieb, legte Rense aufgeregt da» Gewehr an, zielte und schoß ... Mit schweren Flügelschlägen fiel der Vogel herab. Rense blieb einen Augenblick verblüfft stehen: wie von der Detonation betäubt, sah sie mit Ueberraschuug und nicht ohne eine Regung von Stolz, mit dem Blick eine» Sieger», wie dar Wild um sich schlug und plötzlich lang ausgestreckt, mit gesträubten Federn und offenem Schnabel unbeweglich in dem feuchten Grase liegen blieb. Der Hund war auf die Beute losgestürzt und apportirte sie mit freudigen Sprüngen. Renöe belohnte das Thier mit einer Liebkosung, nahm ihm den Fang ab und dann verbarg sie das Wild wie ein Geiziger seinen Schatz in die Tasche des Männerrockes, den sie bei ihren Waldgängen anzulegen pflegte, und kehrte zu dem durch den Schuß erschreckt aufwächenden Brisse zurück. Er suchte seine Flinte, und da er sie nicht an seiner Seite sah, glaubte er, sie sei ihm von Wilddieben gchaubt worden. Anfangs schalt er Renöe, dann aber ward er milder, al» er sah, daß die junge Jägerin nicht mit leeren Händen zurückkam. Er ärgerte sich über seine Entwaffnung während des Schlafes, aber er war auch stolz über den guten Gebrauch, den feine Schülerin von der entliehenen Waffe gemacht hatte. Seither begleitete ste ihn, so oft Zeit und Wetter e« er» laubten, auf seinen Rundgängen und schoß gelegentlich einen Hasen oder ein Reh. Auf diese Weise gewöhnte sich Reuse an lange Märsche, Mühsal, Pulver und Waffen. Auf diesen Gängen entfernte sie sich ost, die Flinte unterm Arm, vom Vater Brisse, der damit beschäftigt war, schlaue Wilddiebe zu überwachen, die auf den Fährten und Pfaden des Wildes Fallen und Netze anbrachten. An solchen Tagen konnten Hasen, Fasane und Rebhühner ruhig streifen, auffliegen oder locken, Renö griff nicht nach ihrer Flinte und achtete nicht auf die Bewegungen ihres Hundes. Sie schritt über die Ebene der Richtung der Mühle zu, wo sich neben dem geschwätzigen Bache, der sie nährte, hinter einem Vorhang von Pappeln eine Art Höhle aus wilden Pflanzen, Gemeinnütziges. Kartoffel« nach Lyoner Art. Die in Salzwaff» abgekochten Kartoffeln schneidet man in Scheiben, bringt f« in eine Kasserole und schüttet ein dünnes Zwiebelpurse darüber. Dann schneidet man einige Zwiebeln in Scheiben, dünstet ste in Butter, fügt ein wenig Mehl, Salz, Pfeffer und etwas Weinessig hinzu, rührt Alle» durcheinander und läßt es aus stillem Feuer kochen. Im Momente de» Anrichten» gießt man etwa» kräftige Auflösung von Liebig« Fleischextract Bei, rW diese Sauce unter die Kartoffeln und servirt sie. Kitt für Marmor erhält man durch Zusammenreiben von einem Theil feinen Glaspulvers und zwei Theilen pul» verisirtern Flußspath mit soviel Wafferglaslösung, daß die nöthige Consistenz erreicht wird. — Wasserglas mit hydrau» lichem Kalk zu einem dicken Brei angerührt, gibt einen treff» lichen Kitt zum Ausstreichen von Riffen oder Bruchfugen in Marmorplatten rc. Literarisches Für junge Damen. ES bildet die stete Sorge jeder Muttes ihre Tochter modern und doch einfach und practifch zu kleiden. Bei der gegenwärtigen, extremen Mode ist eine Vereinfachung derselben filr junge Mädchen sogar eine Nothwendigkeit. Die »Wien«« 8»O6<* hat daher ihr eben erschienenes Heft Nr. 17 fast ausschließlich den jungen Damen gewidmet. Ueber 20 fesche und praktische Mädchentoiletten und viele andere brauchbare Garderobestücke zieren dieses Heft, dem die „Wiener Kinder-Mode" und ein Schnittmusterbogen gratis beiliegen. Die „Wiener Mode" liefert ihren Abonnentinnen nicht nur Schnitte nach Maß gratis, sie veröffentlicht auch eine „Schule bti Schnittzeichnens" nach ihrem bewährten System und ist daher in Anbetracht der Fülle des Gebotenen die billigste Modezeitung der Welt. Der Insel Formosa, dem Siegespreise der Japaner, wird im neuesten Heft der beliebten Familienzeitschrift ,3«« ©utetl CitinM (Berlin W., Deutsches Verlagshaus Bong & Co., Preis des Bierzehn- tagheftcs 40 Pfg.) ein hochinteressanter Artikel gewidmet. Formosa ist von allen Inseln die am wenigsten bekannte, selbst unsere geographischen Reisewcrke geben über sie nur ungenaue Auskunft, so daß der Artikel in „Zur Guten Stunde" um so willkommener ist. Dasselbe Heft der Zeitschrift enthält noch eine Reihe weiter anziehender Artikel, so „W>e ein Schiff entsteht" (reich illustrirt), „Ein Wort über den StoiclSmu» , „Ehrengeschenke für den Fürsten Bismarck" rc. Dazu die beim spannenden Romane „Ecce ego — Erst komme ich!" von Ernst vo Wolzogeu, „Der Fremde" von Robert Kohlrausch; die reizende Humores „Eine eifersüchtige Frau" von E. Otten und die Gratisbeilage „ju ’ ftrirte Klassikerbibliothek" mit Chamissos Gedichten. Der farbige u schwarze Jllustrationsschmuck ist reich und meisterlich.