Htt Mann mag wilde ach Berlin and ganze if gut an« Frau kann l sie macht ien Buben, inder und in zugleich 3 Mädchen Item Stoff an — ihr Mode".) :ift (Verlag liebten Znt- >ß Hubertu». ch. Novelle. Krogh: Die Winternacht. ) Lehmann: Jiit Original- arting. Eine . Bergmann: m Veteranen französischen - Büchertisch, cationen sind d Vollbilder: racklager im „Universum" 50 Pfg.) be- is Wesen der lchtige Mode- bestellt wird. « Mysterium naturgetreu zeigt, welche e Illustration ging, sondern )als-Costüme, ten schmücken -chnittmuster- jecte sind in eben. Dabei ie Redaciion Preis von Ir die beiden rgeschlagenen tragenden rbene Dichter Bedingungen: ndschrtst deS nur auf eine :. Sie sollen literar-schm überschrerten. ) Motto ver- to tragenden, t des AutorS a literarischen i literarischen je 48. .MterhaltMsöM MM Gießener AnMiger (General AnMiger). LNMeMLMk MM. w MSZUM A Dienstag den 19. Fevruar NW .^5^*5 In der neuen Welt. Roman von P. Olleverio- (Fortsetzung.) „Zürnen Sie mir nicht, Fräulein Christa," sagte ich, während ich ihr mit lobenswerther Ernsthaftigkeit die Hand schüttelte; „ich wollte zu der Hausthür hinaus gehen und irrte mich, wie mir scheint. Doch nun ich einmal da bin, bitte, laffen Sie mich Ihnen helfen." „Sie können die Rosinen auskernen, Herr Ausbach," entgegnete Christa; „die sollen in unfern Pudding kommen. Ich will Sie nicht bitten, hier zu bleiben und ihn mit zu essen, aus Rücksicht für Ihren Gaumen." Dabei tanzten ihre Augen vor verhaltenem Lachen. „O, das war eine ganz heimtückische Bemerkung," sagte ich; „und nun bleibe ich erst recht, es sei denn, Sie weisen mir die Thür." „Das hängt ganz davon ab, wie Sie sich verhalten," gab sie zurück; und das Leuchten ihrer braunen Augen verrieth mir deutlich, wie gut sie wußte, daß ich nicht durch Zufall, sondern absichtlich in die Küche gekommen war. Inzwischen war ich bis zu einer weißen Porzellanschüffel vorgedrungen, obgleich ich nicht die entfernteste Ahnung hatte, was ich mit den darin liegenden Rosinen vornehmen sollte. Marie hatte endlich die Lage der Dinge erfaßt und ging wieder an die Arbeit, bei der sie nur hin und wieder in sich hinein kicherte. Auch Christa that sehr geschäftig. Sie formte kleine Kuchen, schob sie in den Ofen, zog sie wieder heraus, — das Alles mit großer Gewandtheit, — und lachte dabei über den ungeschickten Mann in der Ecke, den sie so völlig erobert hatte. Rach einer Weile brachte sie mir ein kleines Erdbeer« Örtchen, und während ich dasselbe aß, sagte ich: „Wie soll ich Fräulein Gertraud wieder gegenübertreten? Ich habe mich von ihr verabschiedet und sie meint nun, ich sei fortgegangen." „Dafür gibt es einen Ausweg," antwortete Christa ruhig. „Und der wäre?" „Daß Sie auch wirklich gehen." ! „Nun, das nenne ich schlecht," rief ich. „Sie machen sich meine unschuldige Bemerkung zu Nutze, um mir zu verstehen zu geben, daß Sie mich los sein wollen." „Ich bin eben fertig mit meiner Arbeit und gehe selbst," sagte sie. Ich freute mich über ihre ausweichende Antwort, bei der sie die Aermel herabstreifte und die Schürze abband. Als auch ich mich erhob, erschien Frau Leonhard in der Thür und machte im ersten Moment ein beinahe ebenso erstauntes Gesicht, wie zuvor ihre Köchin Marie. Doch sie besann sich schnell, daß wir in Neuseeland und nicht in Deutschland waren. Sie ließ meine Entschuldigung gelten und lachte ebenso freundlich wie Christa. Frau Leonhard gefällt mir ungemein. Sie ist eine wahre, echte deutsche Hausfrau, und obgleich sie kaum die Dreißig Überschritten hat, ist sie ihren jungen Schwägerinnen gegenüber fast wie eine Mutter. Ich blieb zu Tisch da, duldete Gertrauds Geschwätz und plauderte mit Christa Über ihre Bücher. Innerlich beschloß ich, ihr nächster Tage ein ganzes Packet voll zu bringen, aber ohne Titelblätter, welche einer geschickten Manipulation bedürfen. H * Es sind acht Tage her, seit ich zuletzt schrieb. Heute bin ich mit Christa und Gertraud Leonhard zusammen geritten. Sie wollten eben nach der Stadt reiten, als ich zu ihnen kam und da ihr Bruder viel zu thun hatte, wurde beschlossen, daß ich sie statt seiner begleiten sollte. Es war ein köstlicher Tag, ich vergaß für einige Zeit Alles und fühlte mich wie im Paradies. Christa sitzt prächtig zu Pferde. Wäre ich ihr Verlobter, wie stolz wollte ich auf sie fein. Ihr Verlobter! Wir wollen fehen, was die Zeit bringt. Ich muß es abwarten und darf nicht weiter darüber nachdenken. Vorläufig stehe ich viel zu tief im Schatten, als daß ich an das Licht hervor- treten und ehrlich mit ihr reden könnte. Gertraud war wie immer: hübsch, etwas geziert und ganz von ihrer eigenen Person erfüllt. Was Magdalene nur an ihr findet? Und mehr noch, was Martha an Magdalene findet? Doch trotz all' meiner Bemühungen ist diese seltsame Freundschaft in vollstem Flor. 86 ich heute so schreiben. Eine sage ich Dir," fuhr ich daher fort, „wenn Du Gertraud durch die Freundschaft für Dich in irgend welches Unheil stürzest, ziehe ich meine Hand gänzlich von Dir zuruck und Du magst dann zusehen, wie Du ohne mich werter kommst. Ich warne Dich hiermit ernstlich. Ueberlege wohl, was Du thust oder sei darauf gefaßt, Deinen letzten Freund Sie sah mir voll Wuth und Haß in's Gesicht. Weny, ein Wunsch zu tödten vermöchte, würde ich dann noch leben? Ich bezweifle es., Aber sie war die Maus unter der Tatze der Löwen und mußte still halten. „Beruhige Dich, Arthur," sagte sie daher höhnisch. - Ma« könnte ich Deinem Protsgs — vielleicht Deiner zukünf. tigen Schwägerin - zu Leide thun?" Und mit diesem letzten giftigen Pfeil, den sie über die Schulter zurück nach mir abfchoß, verließ sie das Zimmer und ließ mich allein und in Frieden. 6. Kapitel. Christas Erzählung. Gertraud hatte den Bach überschritten, der mit jedem Tage höher anschwellen und uns immer weiter von einander entfernen sollte- „ „ , , „ .... Eines Tages fand ich sie in Thränen und der Anblick erfüllte mich mit Schrecken, denn ich konnte mich kaum erinnern, sie jemals weinen gesehen zu haben. Sie hatte nie eine wirkliche Sorge kennen gelernt und war stets der verwöhnte Liebling von uns Allen gewesen- Was mochte ihr jetzt Thränen entlocken? , . Vergebens bat und drang ich in sie, mir ihr Vertrauen zu schenken und den Grund ihres Kummers mitzutheilen; ich erhielt nur eine ausweichende Antwort. „Es ist nichts," sagte sie, sich hastig Augen und Wangen trocknend, „ich habe nur Kopfschmerzen und fühle mich etwa« gedrückt. Sage Fanny nichts davon." ; Darauf gab sie mir einen Kuß und ich versprach, nichts ^Jn dieselbe Zeit ungefähr fielen zwei wichtige Ereignisse unseres etwas einförmigen Lebens. Gertraud und ich erhielten, an ein und demselben Tag einen Heirathsantrag. Es war bei einer Landparthie, welche die Junggesellen | der ganzen Nachbarschaft veranstaltet hatten und bei der wir, mit zwei Ausnahmen, die einzigen unverheiratheten Damen waren. Magdalene Ausbach hatte, wie man uns sagte, me “SÄ »V *-*“ * Herren zu einem andern sagen, „vielleicht ist es bet rhr rm Oberstübchen" — dabei deutete er aus seine Strrn — „nicht ganz J^j3mCine auch," entgegnete der Andere. „Ist angenehm für Ausbach." . .. O, sie ist nicht gefährlich, nur aufgeregt und burschikos und bedarf einiger Aufsicht, deshalb läßt er sie nicht in Ge- fritt ’ Sie sah mich einen Augenblick erschrocken an „Pst!" machte sie, unruhig um haben Ohren, sagst Du ja selbst^ * Doch mein Blut war in Wallung und ich entschlossen, die Gelegenheit zu ergreifen, um meinem Zorn Luft zu Fai ihrem i entschied noch eti Werbung „G den Hof heit sprc Ich kicher nc als Sch Sache n Zu eine Unti war. C Monate, hatte da unruhige noch leit in den eten Damen s sagte, die ich einen der bei ihr im r« — „nicht re. ad burschikor nicht in <3e< Damen hier recher hinzu. keine." urze Gespräch tiger Gesund- ihr dar Blut tt>, welche sie waren Land' von unserem Familie und der hübschere, ick, sich einen n aurtheilten, ab, während zt, daß Max llliches Benetz- gen vermocht, :uht, er wollte idem sie Hugo wie sie hätte isung vor der och berechtigt, in. Nach dem, t erfuhr, kann Fanny sowohl al« ich waren überzeugt, daß Gertraud in ihrem innersten Herzen den ehrenhaften, treuherzigen Hugo entschieden lieb hatte, und nur der Wunsch, sich der Freiheit noch etwas länger zu erfreuen, sie verhindert hatte, seine Werbung sofort anzunehmen. „Gertraud weiß, daß sie hübsch ist und läßt sich gern den Hof machen," meinte Fanny, als wir über die Angelegen« heit sprachen. Ich stimmte ihr bei und begegnete Herrn Bergen freundlicher noch als zuvor in dem Gefühl, daß ich ihn eines Tages als Schwager begrüßen würde. Er selbst betrachtete die Sache nur als eine Frage der Zeit. Zu jener Zeit ungefähr hörte ich, ohne es zu wollen, eine Unterredung mit an, die nicht für meine Ohren bestimmt war. Es war eines Abends im Dunkeln, ungefähr zwei Monate, nachdem Fannys kleines Söhnchen geboren war. Ich hatte das Kind auf dem Schooß und es eben nach einem sehr unruhigen Nachmittag — denn es kränkelte und Fanny hatte noch keine Erfahrung in der Behandlung kleiner Kinder — in den Schlaf gewiegt. Ich saß im Eßzimmer vor dem Kaminfeuer und ibagte nicht, mich zu rühren, aus Angst, ich könnte das Kind auf« wecken. Fanny lag nebenan in ihrem Schlafzimmer, welches eine Verbindungsthür zu dem Eßzimmer chatte- Die Thür vermuthete man jedenfalls geschlossen, leider aber war sie es nicht. Sie stand halb offen, Niemand bemerkte es und daraus kam manches Unheil. Ich hörte Oscor kommen. Er ging wie immer zuerst zu seiner Frau. Er war in ein heftiges Regenwelter gekommen und tüchtig naß geworden; und während er die Kleider wechselte, unterhielt er sich mit Fanny. Ohne horchen zu wollen, entging mir doch keines ihrer Worte und hätte ich es des Kindes wegen nicht gethan, so würde ich keinesfalls sitzen geblieben fein, ohne mich bemerkbar zu machen. Die ersten Worte, welche meine Aufmerksamkeit erregten, verriethen mir, daß Oscar bei Herrn Ausbach zu Mittag gegessen hatte. „Hast Du feine Schwester gesehen?" fragte Fanny. „Nein," lautete die Antwort. Darauf entstand eine Pause und, ich weiß nicht, warum, aber das Herz fing mir heftig an zu pochen. Endlich hob Fanny leise, fast flüsternd wieder an: „Oscar, ich glaube nicht an diese Geschwisterschaft." „Ich ebensowenig," stimmte er rasch bei. „Die Frage ist nur," fuhr Fanny fort, „wer ist sie sonst, wenn nicht feine Schwester?" Oscar wußte die Frage vermuthlich nicht zu beantworten, wenigstens that er es nicht. „Mir ist schon der Gedanke gekommen," sprach Fanny weiter, „ob sie nicht vielleicht geisteskrank und Ausbach ihr Wärter ist." „Dafür, meine ich, läßt er sie zu oft allein ausreiten, laßt er ihr überhaupt zu viel Freiheit," entgegnete Oscar- „Irgend welches Geheimniß steckt aber sicher dahinter, — irgend ein Familiengeheimniß," beharrte Fanny. „Ueberlege Dir doch einmal, wie wenig wir von Ausbachs wissen. Wir wissen nicht, woher sie gekommen, wer ihre Verwandten sind, noch sonst etwas. All' die anderen Leute, mit denen wir hier verkehren, reden frei und offen von ihren Verwandten und Freunden, und zeigen uns Bilder von ihrem Heimathsort, Ausbachs dagegen schweigen über alles dergleichen wie das Grab." „Ja, es ist sonderbar," stimmte Oscar bei, „auch mir ist e« ausgefallen." . . "Und es ist um fo sonderbarer," nahm Fanny wieder da« Wort, „da sie — wie ich fest überzeugt bin — sehr reiche Seute sind und Arthur Ausbach hat sicher eine vorzügliche Blldung genossen und sich gewiß auch nicht in den einfachen Kreisen bewegt." „Magdalene ist ungehobelt und derb genug für Beide," warf oscar ein. Hier entstand abermals eine Pause und ich hoffte, das 87 "• Thema würde erschöpft sein. Doch nach einer Weile nahm Fanny den Faden wieder auf, wo sie ihn hatte fallen lassen. „Wenn sie kein ehrenwerthes Mädchen wäre," meinte sie, »glaube ich kaum, daß Ausbach sie so hier aus» und eingehen lassen würde, wie sie es thut; doch das Eine steht bei mir fest, Oscar, — wir müssen dieser Freundschaft so viel wie möglich Einhalt thun und die Mädchen von Ausbach sowohl als von seiner Schwester zurückzuhalten suchen." „Ausbach intereffirt sich für Christa," entgegnete Oscar. „Das weiß ich," sagte Fanny. „Und er gefällt mir," fuhr Oscar fort. „Er hat das Herz auf dem rechten Flecke. Wir machen vielleicht Berge aus Maulwurfshügel«; wir wissen ja doch nichts Nachtheiliges über sie, — Alles nur Vermuthung; und da denke ich, wir lassen die Dinge vorderhand, wie sie nun einmal liegen." Fanny seufzte- „Es bleibt uns fchließlich nichts weiter übrig, umsomehr, da Arthur Ausbach zu denen gehört, welche ihren Willen doch durchsetzen. Wenn er Christa sehen will, so findet er ganz gewiß Mittel und Wege dazu, so lange sie selbst ihn nicht fortschickt." Ich vermochte es nicht länger zu ertragen. Ich sprang auf, nahm das kranke Kind in die Arme und fing an, im Zimmer auf« und abzugehen, damit sie merke« sollte«, daß Jemand in der Nähe war; dabei erwachte der Kleine und begann heftig zu schreien. Im nächste« Moment stand Fanny an seiner Seite und war nun von der Sorge um ihn viel zu sehr erfüllt, als daß sie noch an etwas Anderes gedacht hätte. Ich glaube, es ist ihr nie in den Sinn gekommen, daß ich die ganze Unterhaltung mit angehört haben mußte, und ebenso glaube ich, ist es ihr nicht in de« Sin« gekommen, daß man zuweilen die Stallthür schließt, wenn das Pferd bereits gestohlen ist. Nach dem, was ich über Magdalene Ausbach erlauscht hatte, vergrößerte sich meine Abneigung gegen sie noch mehr. Als sie eines Tages von uns ging, beugte sie sich zu mir herab — sie war größer, als ich — und küßte mich auf die Backe. Mir war dabei zu Muths, als ob mich eine Schlange ober irgend ein widerwärtiges Jusect berührt hätte, es schwindelte mir ein paar Augenblicke und ich mußte in die frische Lust hinausgehen. Gertraud würde jedenfalls anders empfunden haben. Sie muficirte viel mit Magdalene zusammen, sie promenirten Arm in Arm durch den Garten und schrieben sich kurze Billets, wenn sie getrennt waren. Magdalenens Briefe verriethen durchaus Mne geistige Schwäche ober Aufgeregtheit, sie waren vollkommen klar und richtig ausgedrückt, doch die Handschrift war etwas steif und beinahe unnatürlich eckig. Plötzlich hörten ihre Besuche vollständig auf. Später erfuhr ich, daß ihr Bruder sie ihr mit einer Strenge unter« sagt hatte, die keinen Ungehorsam duldete. Zu jener Zeit indessen befremdete uns Alle ihr plötzliches Wegbleibe« — uns Alle bis auf Gertraud. Diese blieb trotz des Verbotes mit ihr in heimlicher Correfpondenz, wovon weder Fanny noch ich die geringste Ahnung hatten. Hugo Berge« kam häufig und schien feinem Ziele immer näher zu rücken. Gertrauds Stimmung, welche eine Zeit lang sehr schwankend gewesen, wurde plötzlich fo munter und froh« liaj rote nur denkbar. Sie erklärte, die Colonien seien unserer Heimath bei Weitem vorzuziehen und sie wünschte nur, wir wäre« schon ein paar Jahre früher ausgeroanbert. Arthur Ausbach sah ich gerade zu der Zeit sehr viel und was ich von ihm sah, gefiel mir auch. So erschien auf der Oberfläche Alle« glatt und gut; aber die Wasser wurden tiefer, die Strömung mächtiger und als ich am wenigsten darauf vorbereitet war, zerschellte mein kleine« Boot an einer verborgenen Scholle. Eines schönen Sommermorgens machte ich mich fertig, um mit Oscar in die Stadt zu reiten. Fanny hatte mir verschiedene Besorgungen aufgetragen und Oscar hatte geschäftlich darin zu thun. Zu Tisch gedachte ich bei einer befreundeten Familie zu bleiben, die Gertraud und mich ein für alle Mal eingeladen hatte, ihr Gast zu fein. (Forts, folgt.) 88 Rebaction: A. Tcheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Lhr. Pietsch) in Meßen. wtn Fenster hinaussprangen, weil ihnen ihr Gemüthszustand nicht einmal mehr die Ueberlegung gestattete, daß man durch die Thür tu gehen habe. Westphal selbst verwahrte sich noch sehr energisch dagegen, daß man diese Zustände mit den bei geistigen Erkrankungen aller Art vorkommenden „Zwangsvorstellungen" zusammen- werfe. Heute jedoch scheint unter den Neuropathologen im Allgemeinen Uebereinstimmung darüber zu herrschen, daß man die Agoraphobie und Klautrophobie mit einer ganzen Anzahl anderer -phobien, so weit sie bei Individuen erscheinen, die nicht Symptome schwerer Nervenkrankheiten aufzeigen, als Theilerscheinungen einer der verbreitetsten Nervenaffectionen auszufassen hat, nämlich der Neurasthenie. Lange vor Beard, der den ausgezeichneten Namen erfand, war die eigenthümliche Krankheit von namhaften Klinikern gesehen und geschildert worden. Jedenfalls ist aber jetzt diese Neurasthenie neben der Hysterie die eigentlich Signatur gebende, die Modekrankheit unseres Jahrhundert-Endes. Die Krankheit ist characterisirt zunächst durch eine auffallende Ermüdbarkeit der willkürlichen und unwillkürlrchen Muskeln, starke Schweiße und Herzklopfen selbst bei leichter körperlicher Bewegung, durch Empsindungsstörungen in allen Theilen des Körpers; und in geistiger Beziehung durch eine außerordentlich leichte Erregbarkeit und einen Mangel an seelischem Gleichgewicht, der die Stimmung in kürzester Zeit, unter verhältnißmäßig unbedeutenden Erregungen des Ge- müthes, vom „Himmelhoch jauchzend" zum „Zum Tode betrübt schwanken läßt. Auf kleine Anlässe hin lassen sich solche Menschen bis zu Thränen begeistern und rühren, gerathen in die freudigste Ekstase, in das gesteigertste Seligkeits- und Kraftgefühl: aber ebenso leicht geben sie sich auch Ausbrüchen von Zorn, Schmerz, Kummer hin; versinken in Trübsal, spinnen sich in Gedanken ein, „fangen Grillen", und find Beängstigungen ausgesetzt bei Gelegenheiten, welche dem normalen Menschen keine Vermehrung der Pulszahl eintragen. Zu diesen Beängstigungen gehört in hochgradig gesteigerten Fällen auch die Platzangst, die wohl immer mit anderen Symptomen der Neurasthenie einhergeht, namentlich mit der berüchtigten Spinal - Irritation, einem höchst unangenehmen und belästigenden schmerzhaften Ermüdungsgefühl im Verlauf der Wirbelsäule. ,, Wohin man solche Kranke, überhaupt die Neurastheniker, rechnen soll, ist eine schwierige Frage. Eine eigentliche Geistes krankheit liegt gewiß nicht vor. Nicht nur, daß sich der den oft außergewöhnlich begabten Kranken keine Spur einer Störung der höheren geistigen Kräfte zeigt, so scheint rm Gegcntheü | das mit der Neurasthenie verbundene Uebelbefinden der Tribut i zu sein, den fast alle groben Denker und Künstler der Menschlich' | feit zu zollen haben. Ob die Organisation des Säugethier, leides die sozusagen parasitische Herrschaft eines bis ins Feinste veredelten, unmäßig arbeitenden Gehirnes nicht verträgt; ob die soziale Belastung neben der geistigen die Schuld trägt, ob hier vielleicht, wie einige kühne Naturphilosophen meinen, die Natur in der naiven Grausamkeit der Schöpferin die« jenigen Wesen auszuschalten bemüht ist, die für den immer schwerer werdenden Kampf ums Dasein nicht die geeignet Organisation aufweisen, um eine Rasse von Uebermenschen zu gebären, darüber wird unsere Generation wohl reine Klarheit mehr gewinnen. Literarisches *1 Wir entnehmen diesen Artikel der bekannten vorzüglich ge- leiteten ft attulienaeitfdbrif t „Zur Guten Stunde" (Berlin W, Deutsches XH h». Preis des Vierzehntag-Heftes M. 0,40). Die rreitschriit zeichnet sich dadurch vor allen deutschen illustrrrten Familien - blättern aus, daß sie neben spannenden Romanen und Novellen erster Autoren stets gründliche, klare Artikel über Alles bringt, was das Interesse der Zeit hervorragend in Anspruch nimmt. Wir empfehlen das Blatt unfern Lesern aus's Wärmste. Von Dr. Fr. Ranzow. ----— (Nachdruck verboten.) Unter den Namen: Agoraphobie (L70PL, der Markt, der Platz) beschrieb der seither verstorbene berühmte Nerven- arzt Professor Westphal im Jahre 1871 eine nervöse Krankheit, die bis dahin sich der ausdrücklichen Kennzeichnung durch die Aerzte entzogen hatte, die aber seitdem als eine sehr häufige Bealeiterscheinung allgemeiner nervöser Erkrankungen oft beobachtet wird. Sie ist als Platzangst, Platzsurcht, unzutreffender auch al« Platzschwindel, heute auch in Laienkreisen sehr bekannt. In den ausgesprochensten Fällen tritt bei den Kranken ein schwerer, nervöser Zustand in dem Augenblicke ein, wo sie einen freien Platz überschreiten wollen. Sie werden plötzlich mitten im besten Wohlbefinden von einer unerklärlichen Angst befallen, und zwar von einer tödtlichen Angst, als ständen sie vor einer, das Leben unmittelbar bedrohenden, entsetzlichen Gefahr. Die Kranken beben am ganzen Leibe, die Brust ist ihnen zugeschnürt, das Herz klopft zum Zerspringen, Hitze und Frost wechseln im Augenblick, der Angstschweiß dringt au» allen Poren, der Fuß klebt am Boden, ein böserAlp lähmt alle Glieder, vor den Augen tanzen farbige Flecken und in den Ohren hämmern die Glocken des jüngsten Gerichts. Jeder Versuch, den der von der klaren Einsicht der Grundlosigkeit dieser entsetzlichen Angst unterstützte Wille macht, den geheimnißvollen Empfindungen Trotz zu bieten, verschlimmert die Erscheinungen — und der Kranke ist gezwungen, umzu- kehren oder den Platz zu umgehen. Aehnliche Angstzustände treten zuweilen, jedoch seltener, auch auf, wenn der betreffende Kranke lange, menschenleere Straßen, lange Corridore zu durchschreiten hat, wenn er eine Kirche, ein Versammlungsgebäude betritt, zuweilen auch beim Passiren einer Brücke. Analoge Erscheinungen befallen wieder andere Kranke, wenn fie ohne Begleitung im offenen Wagen fahren u. s. w. _ Seltsam ist, daß alle diese schweren Symptome auszubleiben pflegen, wenn sich der Kranke in Gesellschaft, sei e» auch nur eines Kindes, befindet, manchmal auch, wenn er einen Gegenstand in der Hand trägt, wenn er den Platz im Laufschritt nimmt, oder fich mit einem Glas Wein Muth ttiUft22enn man die häufig den gebildeten Ständen angehörigen, oft sehr intelligenten Kranken fragt, was denn dieser fürchterlichen Angst zu Grunde liegt, so müssen fie meistens zugeben, daß keine bestimmte Vorstellung den Complex der Symtome auslöst. Die Angst überfällt sie plötzlich, mitten in der harmlosesten Gemüthsstimmung, und verschwindet in dem Augen- blicke, wo sie die Absicht aufgeben, den Platz zu überschreiten. E« begegnet ihnen sogar zuweilen, daß sie, tief in. Gedan en versunken, ohne auf den Weg zu achten, einen solchen Platz überschritten haben, und fie erzählen, daß dabei keine Andeutung de« Leidens aufgetreten ist. - Weniger scharfe und ehrliche Selbstbeobachter construiren fich nach der bekannten Erfahrung, daß der Mensch sich Gründe für seine Handlungsweise zu- rechtmacht, wenn er keine anzugeben weiß, nachträglich eine Vorstellung zusammen, die nach ihrer Ueberzeugung der Angst zu Grunde gelegen habe, z. B. sie hätten gefürchtet, von einem Schlagfluß getroffen zu werden und dergleichen. Eine verwandte Erscheinung ist die Klautrophobie, die Angst vor dem verschlossenen Zimmer. Man hat beobachtet, daß solche Kranke, wenn fie plötzlich bemerkten, daß fie in einem verschlossenen Zimmer allein waren, in ihrer Todesangst DasPagen- undKadettenleben wird in einem ausführlichen und sehr reich illustrirten Artikel der Familienzeitschrift ,3«« GttttN Stunde* (Berlin W., Deutsches Verlagshaus Bong & Co., Preis des Vierzehntagsheftes 40 Pfg.) behandelt. Der Verfasser HanS Nagel von Brawe zeigt sich über das Thema so wohl unterrichtet, daß man »i ihm einen Mann von bevorzugter Stellung annehmen muß, der besonders mit dem deutschen Kaiserhofe oft in Berührung gekommen. Der m- teressante Artikel wird namentlich auch die Frauenwelt lebhaft anzreheu Die Gratisbeilage Jllusttirte Klassikerbibliothek mit Chamifso's Gedichten gereicht jeder Bücherei zur Zierde. Am; schlecht ui es nicht gk schiedene , und ich m zuwenden. „Sei fie mich zi lich um T Ich i sah mich r „Ich meinte Fa sollst ihr ft fie heute i Dami Lelia, den ganz reize meine @iit Roastbeef i Er h und er kai sprechen ui englische SO wegen stell Jchs übersehen Fortescue Tafle dav aber von ■ Endli eilte ihm wie spät t „Ich Abschied >