Keulen, Gesicht«- stelS mit bestem Wunden, Wundschnell Linderung atr ist, daß es oird, sondern sich und in Wäsche Malle, sondern rat wie „Creme durch rationelle rorgebeugt. r ihr befindlichen Körpers vor der e; sie reguliert finisse, indem sie :dunstung deffen sowie auch ein i selbst erzeugten erläßt. I) Erhitzung sehr z- B- Zugluft, ehen Erkältungen, rum von hoher chon die ältesten mgen die Haut önheitssinn ent« uch bei uns, von fmerksamkeit ge- ieht sehr wenig. Zusammensetzung s Präparat als die Pflege der rfrischt sie nach ch anstrengenden rch der Jagd rc. dem Schlafen« me Iris“ eivzu« )ofe betgesügten inkauf verlange lpotheker Weiß arantie für ihre fine Empfehlung id 'mal wieder Ihrer Baarichast äglicheS Geschäft ld net so schlecht, ab' ich bis heute ur ein einziger ?" — Mann: rn, als daß ich u Unter den Ge- h eine Marmor- furchtbar theuer. anfangen sollte, ich würde sie heurer!" UnterßalluiigslilM ;um Gießener An?eigrr Deneral-AMiger). *V* V •• W M D-MH 3.. ■fe '•"'h/f. Herzenswege. Novelle von F. Stockerl. lSchluß.) Emmy blieb jedoch unerbittlich. Nur keinem Schmerz nachhängen, nicht grübeln über geschehene Dinge, nie bereuen! So hatte Schmit einst voll heiterer Lebensphilosophie zu ihr gesprochen und sie dabei so fröhlich und glücksgewiß angeschaut, als könnten ihnen Beiden solche Stunden der Reue und Schmerzen nie kommen. Und nun, nun — war nicht Alles über sie gekommen, der Schmerz, die Reue und die grübelnden Gedanken über geschehene Dinge? »Ich würde wahnsinnig werden, blieb ich hier," sagte sie sich und packte mit fiebernden Händen ihren Koffer, und so heiß es in der Residenz war, sie athmete doch auf, als der Pulsschlag der Großstadt wieder an ihr Ohr schlug, als sie die bekannten Straßen und Plätze sah, ach, über Allem wehte der Zauber der Erinnerung an glückliche Stunden. Es war ihr, als seien lange Jahre vergangen, seitdem sie diese Stätten zum letzten Mal gesehen, als wäre sie eine ganz Andere, die da jetzt voll Sorgen, voll trüber Gedanken hier vorüberschritt. Das Glück schien ihr nicht zur Seite zu gehen auf ihren Wegen; alle ihre Bemühungen um irgend eine lohnende Thätig« kett blieben erfolglos und wenn sie in dem für ihre schönheitsgewohnten Augen so entsetzlich geschmacklosen Chambregarnie saß, stiegen oft recht trübe Bilder vor ihr auf; die Wellen des socialen Elends rauschten näher und näher zu ihr heran, hörte sie diese» Rauschen, fühlte sie, wie ihre Fußspitzen schon davon berührt wurden? Vor längerer Zeit hatte sie einmal den Vortrag eines Geistlichen der Stadtmission mit angehört, der besonders über das Elend arbeitsloser Framn und Mädchen gesprochen. Welche trostlosen Lagen und Verhältniffe waren da enthüllt worden, in ihrem sorglosen, glücklichen Dasein hatte sie von dergleichen kaum eine Ahnung gehabt, und jetzt, Gott im Himmel, sollte ?"^^^?Eicht zu diesen Beklagenswerthen zählen? Sie, der da» Glück bisher Alle» gewährt, wa» nur da« Leben reich und lebenswerth macht. Sollte Me«, Alles ihr verloren sein, | nichts davon bleiben, auch nicht einmal ihre Kunst? Sie hatte so sicher darauf gerechnet, durch diese sich eine Existenz gründen zu können, aber es wollte sich keine einzige Clavierschülerin für sie finden. Ein alter Professor der Musik, bei welchem sie früher Unterricht gehabt und den sie jetzt aufgesucht, hatte sehr bedenklich den Kops geschüttelt, al» sie ihm ihr Vorhaben eröffnet, und ihr gerathen, lieber in einer kleinen Stadt damit einen Versuch zu machen, al« in der Residenz, wo alle künstlerischen und geistigen Kräfte sich zusammendrängten und oft die Begabtesten ihre Talente nicht verwerthen könnten. Nach einer kleinen Stadt gehen! Vielleicht wieder nach N. zurückkehren. Ein schrecklicher Gedanke; lieber wollte sie doch ihre Kunst aufgeben und irgend einen anderen Erwerbs- "zweig suchen. Ach, sie gestand er sich selbst kaum, warum e» ihr so unmöglich dünkte, die Residenz zu verlassen. Sie hatte noch nicht völlig abgeschlossen mit der Vergangenheit, leuchtend wie sie niedergegangen, stieg sie wieder auf in all' den einsamen, sorgenschweren Stunden, da vernahm sie eine Stimme wie fernen Loreleigesang: „Wenn Du gedenkest an den Freudelosen, So wird der Himmel meiner Nächte licht." Da sah sie ein zürnendes, erregte« Antlitz sich zu ihr herabbeugen in dem kleinen, traulichen Zimmer, wo sie so glücklich gewesen, und dann all' die frohen Stunden in dem Salon ihrer Schwester, auf der Eisbahn, nein, zu vergessen war das Alles nie und wenn auch solche Zeiten niemals wiederkehren konnten, hier hatte sich das Alle» abgespielt, da» volle reiche Leben sie umrauscht; ach, und die Erinnerungen, sie haben doch auch reichen Werth! Eines Tages, al» Emmy wieder von einem ihrer vergeblichen Ausgänge heimgekehrt, fand sie einen Brief von ihrer Schwester vor, der sie in nicht geringe Aufregung versetzte. Elise schrieb ihr, daß der Doctor Schmit bei ihnen gewesen, natürlich ihretwegen. Sie habe ihm ihre Adresse mit- theilen müssen und er werde ja wohl nun nächstens bei ihr auftreten. Um Alles in der Welt möchte sie ihn nicht noch einmal zurückweisen der albernen Sidonie wegen, möge die nun leben oder tobt sein Hoffentlich habe Emmy sich jetzt schon zu einer etwas reelleren Lebensanficht bekehrt! — Hatte sie das wirklich? Sinnend sah sie sich in ihrem geschmacklosen Zimmer um. Wie demüthig für fie, wenn er hier hereinträte! Dürste sie ihm wenigstens entgegentreten unabhängig, auf eigenen Füßen stehend, aber so, Alles, Alles von ihm anneh« wend? — Ein heißes Roth stieg in ihr Gesicht, nein, das ging nicht, er durste sie hier nicht finden. Wie eine niedere Magd, wie es so schön int Liede heißt, wollte ste denn auch Nicht vor ihm stehen. Mit zitternden Fingern griff sie nach einem Packet Zeitungen, die sie sich unterwegs gekauft, um sich die Annoncen, in welchen Gesellschafterinnen, Bonnen, Vorleserinnen und dergleichen gesucht wurden, zu notiren. Sie war zu Allem bereit und wenn man ihr zumuthen sollte, mit dem Kinderwagen durch die Straßen zu fahren. Nur irgend eine Thätig- keit, nur nicht länger hier sitzen und die geschmacklosen Tapeten, diese entsetzlichen Oeldruckbilder Tag für Tag anstarren und denken und sinnen, bis dann vielleicht eine Stunde käme, wo er hier etnträte, ein Befreier, ein Erlöser, der sie wieder zurückgeleitete in das verlassene Paradies. Nicht als ein Bittender würde er dann vor ihr stehen, nein, wie einer, der ein Recht hatte zu fordern, ein Recht, ihr ihre Thorheiten und verkehrten Lebensansichtm vorzuhalten, wie es ja schon ihr Schwager ge- than, all' ihr Stolz, ihr Selbstbewußtsein, ihr Vertrauen auf die eigene Kraft, sollte Alles zu Schanden werden? — Mit solchen Gedanken durchblätterte Emmy die Zeitungen, notirte sich einzelne Annoncen und am Nachmittag durchwanderte ste wieder die Straßen der Residenz. Zunächst lenkte sie ihre Schritte nach dem Hause eines Bankiers, wo eine Gesellschafterin und Reisebegleiterin gesucht wurde. Etwas zaghaft stieg sie die tcppichbelegten Treppen hinauf und ließ sich der Dame des Hauses melden. Welch' ein Luxus hier überall, kostbare Kunstwerke zierten die Wände des Zimmers, in das man sie geführt hatte, die Möbeln, die Teppiche waren von den schwersten modernen Stoffen. Ein prachtvoller Flügel stand in der Mrtte de» kleinen Salons und Emmy erfaßte es wie heißes Sehnen, nur Hnmal die Tasten unter ihren Fingern erklingen zu lassen, eine der süßen Melodiken von Chopin zu spielen, und die ganze häßliche sorgenvolle Welt, in welcher sie jetzt stand, um ihre Existenz kämpfen mußte, auf Augenblicke wenigstens zu vergessen. Aber wie hätte sie das wagen dürfen, in ihrer Stellung jetzt! Und da wurden auch schon die schweren Portieren auseinander geschoben; eine Dame in cremefarbener Spitze, totlette schwebte auf sie zu und Emmy starrte wie geistesabwesend in da» feine Gesicht vor ihr. War das Sidonie Welten? Nein, unmöglich, es konnte nur eine frappirende Aehnlichkeit fein, wie sollte sie hierherkommen in diese luxuriöse Umgebung, und daß sie nicht Gouvernante oder Gesellschafterin war, sah man zur Genüge an der eleganten Toilette. „Mein Goit, Emmy, Du! Du willst doch nicht etwa meine Gesellschafterin werden?" Diese Anrede riß sie aus allen ihren Zweifeln. Sie stand wirklich vor Sidonie Welten und diese war nicht gestorben an gebrochenem Herzen, wie ste vermuthet, nein, die junge Dame schien sich sogar ganz wohl und glücklich zu befinden, und all' die Schuld, die sie dem Geliebten zur Last gelegt, mußte sie nicht in nichts zerrinnen. — O Welt, o Menschen! „Du bist verheirathet? Du bist Frau Bankier Fernau?" Fragend schaute Emmy in das Gesicht der einstigen Freundin. „Allerdings, hast Du etwas dagegen?" „Und er, Schmit — Fritz Schmit?" „Erinnere mich doch nicht an diese größte Albernheit meines Lebens; die achtzehn Jahre, sie wollen einmal ihr Recht haben am Schwärmen und Lieben, aber alle solche Liebesschwärmeret beruht nur auf Einbildung; nimmt uns die Wirklichkeit, das reelle Leben erst in die Schule, dann ist's vorbei damit." „Warum konntest Du nicht schon in Langeroge so verständig sprechen, warum gabst Du mir Dein Tagebuch, fordertest mich auf, Dich zu rächen?" „Und Du hast mich wirklich gerächt?" fragte Sidonie 14 - j interessirt. „Hast ihn tüchtig ablaufen lassen? O, da« freut mich, das kann ihm gar nicht schaden." „Aber ich — ich habe ihn geliebt —" „Und liebe ihn noch, Und fiele die Welt zusammen, Aus ihren Trümmern schlügen doch Hervor meiner Liebe Flammen!" fiel Sidonie lachend ein. „So singt der Dichter, und thörichte, verliebte Seelen stimmen mit ein. Kind, Kind, mache es wie ich, vergiß ihn und steh' zu, daß Du einen reichen Mann er- oberst. Wenn man das ernstlich will, dann setzt man es auch durch. In Langeroge, an dem einsamen Meeresstrand, neigte ich auch roch etwas zur Schwärmerei, aber dann ging ich mit dem letzten Rest meiner paar hundert Thaler, die mir meine Mutter hinterlassen, nach Wiesbaden, lebte auf großem Fuß, machte interessante Bekanntschaften und eroberte mir schließ, lich meinen Mann, der steinreich ist und mich vergöttert; was will ich mehr!" Emmy schwindelte der Kopf bei -diesen Reden. War das wirklich dieselbe Sidonie Welten, die einst Fritz Schmit mit solcher Schwärmerei geliebt und beinahe an dieser Liebe zu Grunde gegangen war? „Und Du bist nun ganz gesund wieder?" fragte sie jetzt, um nur etwas zu sagen. „Nur noch ein wenig nervös bin ich," erwiderte die junge Frau, „wir wollen darum nach Scheveningen und wenn Du meine Gesellschafterin wirst, kannst Du mich ja begleiten. Aber sag' doch, wie kommt es eigentlich, daß Du eine derartige Stelle suchst? Du hattest doch Vermögen!" Emmy wurde der Antwort überhoben. Ein kleiner, dicker Mann mit sehr spärlichem Haarwuchs und nichtssagenden gewöhnlichen Zügen trat plötzlich in das Zimmer und wurde ihr von Sidonie als deren Gemahl vorgestellt. Tie junge Frau erröthete ein wenig, als ste in Emmys verblüfftes Gesicht blickte, worin deutlich die Frage stand: Wie ist es nur möglich? Wie kann man seine Jugendideale so mit Füßen treten? Sie gewann jedoch vollständig ihre Haltung wieder, als ihr Mann sie fragte, ob sie in dem Landauer zu fahren wünsche. Sie war die reiche, beneidenswerthe Frau, die im Landauer spazieren fuhr, während hier die schwärmerische Freundin es glücklich so weit gebracht, eine Stelle als Gesellschaft terin zu suchen. „Herr Doctor Schmit," meldete der Diener jetzt. „Er sucht, glaube ich, die Fräulein Gesellschafterin," setzte er mit einem verschmitzten Lächeln hinzu. Emmy wurde dmkelroth und Sidonien» Gesicht verfärbte sich etwas. '„Sehr angenehm," stotterte sie und dann stürmte er auch schon herein, leidenschaftlich erregt, mit strahlenden Augen, erhitztem Gesicht. Er sah nichts von all' dem Luxus des eleganten Salons, schien weder den Bankier noch dessen Gattin zu bemerken. Seine Blicke suchten nur das geliebte Mädchen. „Emmy! Gott sei gelobt, daß ich Dich gefunden!" rief er, ihre beiden Hände ergreifend. „Ich betrat Deine Wohnung, als Du ste eben verlassen. Zum Glück konnte mir Deine Wirthtn die Straße nennen, wohin Du gewandert. Ich folgte Dir von weitem, sah Dich dann hier verschwinden. — Sie verzeihen, daß ich hier so hineingestürmt," wendete er sich endlich an Herrn und Frau Fernau, und al» er letztere ernannte, zuckte es gar eigen über sein erregtes Gesicht. „Sidonie! Sie! Sie leben also, sind nicht gestorben vor Li besleid, wie eine gewisse junge Dame behaupten wollte? Nun wird mir großem Sünder ja wohl gnädig Absolution ertheilt werden?" Schalkhaft lächelnd sah er Emmy an. „Ich möchte aber doch um einige Aufklärung bitten!" rief da Herr Fernau etwas gereizt und blickte mit seinen runden Augen von Einem zum Andern. Die Art und Weise, wie der ihm gänzlich fremde Herr Doctor Schmit seine an- gebetete Gemahlin begrüßte, hatte ihn doch etwa» frappirt. „Es ist nur der Schlußact einer kleinen Liebescomödie, den der widerte „8 glücklich „8 gern di um Bei mich bi Emmy, „S wollen, Sidonie das Db meinem zählen i Landam W als wär umgab, mit üei wollte st aus ihr wuchert, keinen u, die im Lan- rmerische Freun- als Gesellschaf- ener jetzt. „Er setzte er mit Zesicht verfärbte zd dann stürmte mit strahlenden eganten Salons, n zu bemerken. !N. gefunden!" rief cat Deine Woh- lück konnte mir Du gewandert, er verschwinden, mt," wendete er a al« er letztere erregte« Gesicht, t gestorben vor haupten wollte? lädig Absolution Emmy an- klärung bitten!" täte mit seinen Art und Weise, -chmit seine an- was frappirt. ; Liebescoinödie, ? 5 Wie aber, wenn die Eltern oder deren Stellvertreter "icht °m Arbeitsorte wohnen, die Beschaffenheit der Arbeits- Verhältnisse also gar nicht beurteilen, die Gründe, welche für ,°,bet 9e8e” einen Wechsel der Stellung sprechen, gar nicht auf ihre Richtigkeit controlliren können? Für junge Leute dieser Kategorie muß in jeder Gemeinde eine Vermittelungsinstanz urschen chnen und ihren Eitern oder Vormündern geschaffen werden. Neben den Armenpflegern müssen I n g e n d p f l e g e r thätlg fein. Bei diesen hat sich jeder in die Gemeinde ziehende junge Mar.n, rede« anziehende junge Mädchen zu melden. Der Jugendpfleger hat alle junge Leute, deren Eltern und Vormünder nicht in der Gemeinde wohnen, im Auge zu be» galten unb ihr sittliches Verhalten durch Verbindung mit ihren Hausvorständen zu beobachten, lieber Zugang und Ab- gang, sowie über die Gründe des letzteren hat er eine genaue Was braucht unsere Heranwachsende Jugend? ^/^t A ietzt wohl allseitig anerkannter schwerer Schaden lSI.6 Bolksleben«, daß es unserem Heranwachsenden Ge« Mechte, besonders soweit es mit dem 14. Lebensjahre die iSr11 Q ran ber. Erziehung fehlt. An denen, welche 5* das 14. Lebensjahr hinaus noch die Schule ober sonst ^.nieMQUarbl»beu«e 2ln^a[t besuchen, arbeiten ja noch sittliche Fac.oren, Autoritäten, welche bie jungen Leute zu refpectiren 9ejtoungen finb. Jfür biejenigen aber, welche mit bem 14. Lebensjahre in irgenb ein Arbeitsverhältniß treten, hört so gut wie ganz auf. Werden auch bie Lehr- ber Sri ?,a in einer gewissen Disciplin gehalten, £ Fabrikarbeiter ober bie Fabrikarbeiterin wie sobald si?tu- oder die 14jährige Magd betrachten sich, wbald ,te die von der Schule noch mitgebrachte natürliche melftVS ären ^'toriläten abgelegt haben, und das geht ffefrnns als völlig freie Leute, bie sich von Nieman- e« iS“8 S9 iu ia^n brauchen. Unb wie Wenige wagen er, ihnen bie gegentheiüge Wahrheit klar zu machen! So den ber große Weltenordner da droben hierher verlegte “ erwiderte dieser, „Fräulein Sidonie —" meine Gemahlin, Frau Bankier Ferna»," fiel der glückliche Gatte ein. „Ah, um so besser, die gnädige Frau wird Ihnen gewiß gern die gewünschte Aufklärung geben. Ich bitte noch einmal um Verzeihung." Er griff nach seinem Hut. „Sie begleiten mich doch, gnädiges Fräulein?" wandte er sich dann an Emmy, jetzt erst die richtige Anrede ihr gegenüber findend. „Aber Sie werden doch nicht so wieder fortstürmen wollen, wie Sie gekommen sind, Herr Doctor!" nahm Frau Sidonie jetzt das Wort. „Ich bitte sehr, daß Sie und Emmy das Diner bei uns einnehmen; beim Sect können wir ja meinem Gatten die Geschichte in aller Gemüthlickkeit er» zahlen und nachher machen wir vielleicht eine Spazierfahrt im Landauer." v Wie sie es verstand, die reiche, vornehme Dame zu spielen, als wäre sie ausgewachsen in solchem Luxus, wie er sie hier umgab, als hätte sie nie einen dürftig ausgestatteten Salon verblichenen grünen Möbelbezügen bewohnt. Natürlich wollte sie dem einstigen Geliebten imponiren, ihm zeigen, was aus ihr geworden, wie klug sie mit ihren paar Pfunden ge- wuchert. Es war wirklich zu beklagen, daß dieser so gar ?inge jetzt hatte. Er empfand nur, e,r esmSxe hier nicht mehr zu athmen vermochte, u, wie Emmy und er nicht hierher gehörten m diese Welt des Luxus, des Reichthums und der inneren Als sie gegangen, da sah sich Frau Sidonie betroffen in tßrem Salon um, wie öde, wie nüchtern erschien ihr derselbe ÄS* seiner Pracht, etwas fehlte darin, was diese beiden Glücklichen, hinter denen sich soeben die Thüren schlossen, überall hin trugen, mochte ihr Lebensweg über Klippen und Abgründe oder blumige Pfade führen, die Poesie des Daseins. ° Noch betroffener war Herr Fernau. „Das ist ja eine sonderbare Geschichte! ' meinte er. „Warum bleiben solche ^ute nicht hier, wenn man sie zum Diner einladtt, das möchte ich wissen I Uebrigen« werde ich den Wagen nun bestellen, ich Essen" mr bnnen "vH eine Spazierfahrt machen vor dem "HmSSjÄL3?? herablassend ihre Zustimmung und manch' hiS lv1 1° 9 £ hncn, 0 8 sie in dem eleganten Landauer durch die Straßen fuhren. , Doctor Schmit hingegen folgte kein ein. z 0er solcher Blicke, als sie Arm in Arm nach dem Thiergarten eilten, um dort auf irgend einem lauschigen Plätzchen sich immer wieder von neuem zu versichern, daß sie sich liebten, immer geliebt hätten und nie aufhören würden, sich zu lieben. überhand* S8etn’ö^rfö*un0 unsere» Heranwachsenden Geschlechtes ,„r. Was ist zu thun und auch unter unseren heutigen Ver- hältnissen noch zu thun möglich, um hier helfend einzugreifen? Aller noch so rührige Vereinswesen kann allein l itten wesent- lichen Wandel schaffen. Zunächst ist aus den noch schulpflichtigen Kindern der Gedanke zu bannen, daß sie in dem Maße, in dem sie selbst für ihre Existenzmittel sorgen lernen, der Autorität ihrer Eltern entwachsen. Dieser Gedanke wird jetzt dadurch genährt, daß man den Kindern die von ihnen verdienten Tage- und Halbtagelöhne selbst auszahlt und sich nicht darum kümmert was sie damit thun. Darüber ist schon oft und mit Recht Klage geführt. Das von den Kindern verdiente Geld gekört den Eltern und darum auch ausschließlich in deren Hände. Sind die Kinder verwaist, so gehören die von ihnen erworbenen Söhne in die Hand des Vormundes ober, wenn dieser mdjt am Orte wohnt, in die Hand des Waisenrathes. Nach 8 53 ber Vormundschaftsordnung vom 5. Juli 1875 hat der Waisenrath auch „die Aufsicht über das persönliche Wohl des Mündels und über dessen Erziehung zu führen". Wir be« fesseln nach unserer Erfahrung, daß dies allen Waisenräthen be,ra"r!t ist- Man sollte sie zu dieser ihrer stttlichen Arbeit anleiten. Waisenroth und Vormund sind ja gesetzlich dann zu gewissenhafter Anlegung des Geldes verpflichtet. Unter den ©Itern kann es allerdings solche geben, die dazu nicht hin« neigen; indessen nach Ausnahmen kann man keine Gesetze machen. Mag man dann seitens der sittlichen Faetoren der Gemeinde solchen Eltern da« Gewissen schärfen. Aus alle Fälle ist der Gedanke durchzudrücken: Die Kinder gehören mit Allem, was sie sind und haben, bezw. erwerben, den Eltern ""d die Eltern sind für ihre Erziehung verantwortlich. Darum ?Ecksi e " Gesetz, welches die Auszahlung von Löhnen an schulpflrchtige Kinder verbietet. ., t bie Erziehung auch bei Denen noch dicht' die mit 14 J'hren aus der Schule entlassen werden. Wer w'll das bestreiten! Es hört für sie allerdings nun die ?,r schule auf, aber um fo nothwendiger ist es, daß ihnen die Autorität der Eltern ober bereu Stellvertreter galten bleibt. So gebührt zunächst den Eltern bie Bestimmung des Arbeitsverhältniffes ihrer Kinber; bei Waisen muß wMnShS™ h8 V berc Bestimmung haben; ist ber Vor« munb die Mutter, so muß dem Gegenvormund oder dem Waisenrath das Recht ber Mitbestimmung zustehen. Im Handwerk mürbe man sich das auch noch nicht bieten lassen, d°« der Lehrling ganz nach eigenem Wunsch einen Lehrcontract schließen oder lösen bars; baß aber in ben sonstigen Arbeit«« Verhältnissen bie jungen, unreifen Leute ganz selbstänbia ihre Bestimmungen treffen, babei findet man merkwürdiger Weise gar nicht«. Nein, mindestens bis zum 18. Lebensjahre, besser b 8 Mündigkeit, sollte ein jugendlicher Arbeiter, eine jugenbli^e Arbeiterin bie Arbeitsstelle, den Dienst nicht ohne Zustimmung hrer Eltern ober bereu Stellvertreter wechseln tönnen. Wohl wirb bannt biefer Dienstwechsel erschwert, aber da» wird von allen Seiten bald als eine Wohlthat empfunden werben. Aus was für Gründen wechseln jetzt viele junge Leute ihre Arbeitsstellen! 1 u u Liste zu führe«. AnP.den Jugendpfleger werden sich nun Arbeitgeber und jugendliche Arbeiter, auch zunächst wenn er sich um Begleichung von Differenzen handelt, wenden. Kann der Jugendpfleger verfahrene Verhältniffe nicht wieder in Ordnung bringen, wozu allerdings eine durch und durch autori« tative Persönlichkeit gehört, so unterrichtet er Eltern oder Vormünder von den Dingen und ersucht diese um Entscheidung. Dem Jugendpfleger muß zu seiner Arbeit natürlich das Recht der Citation der jugendlichen Arbeiter verliehen werden. Aber wenn er dann das Herz auf dem rechten Flecke hat, dann wird er viel für das Wohlergehen der Gemeinde wirken. ____________ Ileöer chasheizöfen. Die Nummer 17 der „Gießener Familienblätter" enthält einen Aufsatz über „Heizöfen". Die in demselben gemachten Angaben über Zimmerheizung, insbesondere Gasheizung, enthalten Richtiges und Unrichtiger vermischt. Es ist selbstverständlich, daß eine unzweckmäßige Ofenconstruction, oder Verwendung solcher ohne jeden oder ohne genügenden Abzug, schädlich auf die Gesundheit wirkt- Wie z. B- das hiestge Gaswerk grundsätzlich gegen die Aufstellung von Gasöfen ohne Abzug der Verbrennungsproducte in bewohnten Räumen ist, so schenkt es auch den Gasöfen-Constructionen selbst die größte Aufmerksamkeit. Erst in der letzten Zeit hat dasselbe eine Ofenconstruction zurückgewiesen, welche den Anforderungen nicht ganz entsprach und wurden dabet auf Grund angestellter Versuche von ihm VerbefferungSvorschläge gemacht, um den im Uebrigen zweckdienlichen Gasofen verwendbar machen zu können. Was die aus der „Etfenzeitung" entnommene Angabe de» Aufsatzes bezüglich des Gasverbrauchs betrifft, so muß dieselbe dahin berichtigt werden, daß, wenn die gewünschte Zimmertemperatur erreicht ist, der Gashahn klein zu stellen ist, damit die erforderliche Temperatur nicht überschritten wird, sondern auf dem gewünschten Grade erhalten bleibt. Hierdurch wird natürlich der Gasverbrauch ganz bedeutend und häufig weit unter die Hälfte des anscknglichen Verbrauchs beschränkt, wodurch sich gleichsalls die Kosten erheblich ver. mindern. Theurer wie Kohlen- oder Cokesheizung wird die Gasheizung allerdings bleiben, aber die sonstigen großen Vorzüge der Gasheizung gegenüber jeder anderen Ofenheizung gleichen diesen Unterschied in vielen Fällen au«. Ganz besonders eignet sich jedoch die Gasheizung zur vorüber- gehenden Beheizung besonderer Räume, wie Schlafzimmer, Besuchzimmer, Speisezimmer, Badezimmer u. s- w. und hierin wird sie auch in Bezug auf Billigkeit kaum von einer anderen Hetzungsart übertroffen. Die bedeutendsten Vorzüge der Gasheizung — zweck- mäßige Construction und Abführung der Verbrennungsgase vorausgesetzt — sind folgende: 1) Ist vor Allem die Bequemlichkeit der Bedienung namhaft zu machen. In einem Augenblick ist das volle Feuer erzeugt oder wieder gelöscht, sowie auf der gewünschten Wärmeentwicklung gehalten. Das Herbeischaffen von Feuerungsmaterial ist nicht nöthig. 2) Die Gasheizung ist durchaus reinlich; bte festen Brennstoffe bilden zum Theil an sich schon Staub, jedenfalls ist bei dem Schüren und der Entfernung der Asche Staub nicht M vermeiden. Rauch und Ruß wird ferner nicht ge- blldet, die Heizapparate bleiben sauber- 3) Entspricht die Gasheizung in gesundheitlicher Beziehung allen nur geforderten Ansprüchen. Aus allen diesen Gründen wird die Garheizung besonders in verkehrsreichen Räumen und wo es gilt, eine immer gleichmäßige Temperatur zu erhalten, angewandt. So kommt dieselbe in Kirchen, Schulen, Krankenhäusern u. s- w. immer mehr in Aufnahme, nicht ohne daß die zuständigen Behörden sich nach genauer Prüfung und Untersuchung aller einschlägige» Verhältniffe und Heizungssysteme sür die Gasheizung ausgesprochen hätten. Rach der Ansicht bedeutender Fachmänner, ^wie William Siemen«, Profeffor Meidinger u. a. wird sich gerade die Gasheizung allmälig als die „Heizung der Zukunft" herausbtlden. Auch in Gießen nimmt dis Gasheizung einen erfreulichen Aufschwung, in der alten Klinik ist man z. B. sehr zufrieden damit, und in der am 7. d. M. stattzehabten Stadtverordnetenfitzung nahm Herr Oberbürgermeister G na u t h gerne Veranlaffung, der hierorts immer zunehmenden Verwendung des Gase» zum Heizen und Kochen Ausdruck zu verleihen. Litevari sches Wer den Erfolg für sich hat, der hat die Zukunft! Dieser Satz findet wieder. einmal volle Bestätigung in dem raschen Aufstreben eines Zeitschriften-Unternehmens, welches in dem kurzen Zeiträume von noch nicht drei Jahren zu einer dominirenden Weltstellung gelangt ist. Wir sprechen von der in dem bekannten Verlags von John Henry Schwerin, Berlin W., zweimal monatlich erscheinenden »Großen Modenwelt-, deren Namen vor drei Jahren in der deutschen Zeitschriftenliteratur noch gänzlich unbekannt war und die jetzt bereits über 100,000 feste Abonnenten allein in Deutschland hat, mit ihren fremdsprachigen Ausgaben aber in c