MsHSKSk^MLMiliSkblüitSk UnterhaUungsblatt zum Girßrner Anzeiger (General-Anzeiger). T . t * 8« Rn W5 ■rrr-r- WM i-LZ MbW NI ’ Sturmfluth. Roman von Em. Heinrichs. , (Fortsetzung.) ,/Ach natürlich, Elisabeth war ja als kleines Ding schon Deine begeisterte Lobrednerin und Fürsprecherin," erwiderte die Tante mit einem humoristischen Seufzer, „eine Krankheit, die mit den Jahren nur zugenommen hat. Aber daß Ihr Eure Rechnung ohne den Wirth, nämlich den Papa Haupt« mann gemacht habt, scheint Euch gar nicht in den Sinn gekommen zu sein. Mein Himmel, welch' ein Wirrsal von Gefahr und Thorheit!" „Meine einst so muthige Tante Dorothea scheint mit den Jahren recht zaghaft geworden zu sein," bemerkte Willibald nach einer Pause. „Horch, war ist dar?" fuhr die alte Dame erschreckt empor- „Die Thurmglocken läuten — und jetzt — Roth- fignale, großer Gott; dar Wasser wird gekommen sein, die Armen in der unteren Stadt und am Flusse, Melchiors sind in ernster Gefahr und wenn'» hoch steigt, auch das Haus, wo Ehrhard» wohnen. - Ach, da klingelt'-, der Schreck liegt mir in allen Gliedern, rasch in Dein Versteck, Willibald!" Der junge Mann sprang in die Kammer, blieb aber hier lauschend stehen. Tante Dorothea öffnete die Corridor- thür. „Eie find'», lieber Professor! — Beij Ihnen ist doch nicht« passtrt?" Professor Carlsen folgte ihr erregt in's Zimmer- „Das Wasser steigt mit furchtbarer Schnelligkeit," sagte er halblaut, „ich muß sehen, wie es bei Hauptmanns steht. Vor allen Dingen aber, liebe Freundin, ist Willibald hier?" „Ja, in seinem Versteck —" „Gott sei Dank, meine Frau und Tochter sterben vor Angst, sie müssen sich aber gedulden." „Mein Bruder kann doch nichts zu fürchten haben?" «einte Tante Dorothea. „Höchstens kommt's dort in den Keller. Aber die armen Melchiors —" "Ach, die bergen sich wohl oben in ihrem Hause; der Kröte von Bernhardine kann die Abkühlung nicht schaden, eine solch, elende Kreatur —" Er fuhr erschreckt zurück, als die Nebenthür sich öffnete und Willibald im Ueberzieher, den Hut in der Hand, in's Zimmer trat. „Ich begleite Sie, Herr Professor!" sprach er in einem sehr bestimmten Tone. „In derartigen Rettungsarbeiten besitze ich eine gewisse Uebung." „Aber um Gotteswillen, was fällt Ihnen ein?" rief der Professor entsetzt. „Wollen Sie sich durchaus kopfüber in Ihr Verderben stürzen?" „Rein, Willibald, eine solche Unklugheit dulde ich nicht, das hieße Gott versuchen," setzte Tante Dorothea energisch hinzu- „Gott versuchen, indem ich eine Menschenpflicht erfülle», mein Leben einsetzen will für die Rettung meiner Mitgeschöpfe? — Das geht über mein Vsrständniß, Tante! — Vorwärts, Herr Professor, jede Minute Verzug kann ein Verbrechen gegen Menschenleben sein. Die Melchior» wohnen doch noch in ihrem alten Hause?" „Ja," klagte die alte Dame händeringend, „und die arm« Sude ist jetzt ganz gelähmt." „Großer Gott, und wir zaudern hier noch —" „Aber die Melchior hat Sie denundrt, Willibald!" rief der Professor, mit dem Fuße stampfend. „Als ob das einen Mann von Ihrer Gesinnung, «ein treuer, väterlicher Freund, von der Rettung eine» Menschen- leben» abhalten könnte. Kommen Sie, Herr Professor!" Er schritt voran, worauf dem alten Herrn nicht» anderes übrig blieb, als ihm zu folgen und Tante Dorothea mit ihrer Herzensangst allein zurückzulassen. VI. Draußen goß es noch immer in Strömen herab. Von den Thürmen scholl der Glockenruf laut mahnend an Pflicht und Menschenliebe- Soldaten und Feuerwehr eilten den bedrohten Punkten zu, wo Hilfe- und Angstgeschrei jammernd die dunkle Nacht durchtönten. Die Wogen strömten und rauschten unheimlich vorwärts, Alle», was in ihren Bereich kam, mit sich fortreißend. Höher und höher schwollen fi« an, I selbst hochgelegene Straßen schon gierig angreifend. Dazu der immer stärker heulende Wind und der Regen, welche mit höhnendem Spott die Fackeln verlöschten. Aathks« stand di« Xetterschaar da, da sie mit ihren Kähne» Gefahr lief, von den im Strome dahinwirbelnden Bretter«, Balken und allem möglichen Hmsgeräth, das die gierig, Fluth auf ihrem vernichtenden Pfade mit sich gerissen, zertrümmert zu werden und selber den Untergang zu finden. Da erschien Willibald, welcher den Professor, der ihm doch nur im Wege war, nach der Wohnung de» Hauptmanns gesandt hatte, am Platze. „Wir müssen große Laternen anstatt der Fackeln haben, meine Herren!" ertönte plötzlich eine feste, klare Stimme durch den Wirrwar. „Aber rasch, bevor unsere Hilfe zu spät kommt. Die Tavallerie wird Stalllaternen in genügender Anzahl entbehren können." Die Nothlage war zu einer so drohenden gestiegen, daß man fich den Fremden, der seinen Vorschlag kurz, ja fast ge- bieterisch geltend machte, gar nicht genauer ansah, sondern die Zweckmäßigkeit sofort begriff und Soldaten zur schnellsten Ausführung nach den Ställen commandirte. Mittlerweile wurden die Kähne in Bereitschaft gesetzt, die Pechfackeln immer wieder entzündet, um wenigsten» keine Zeit mehr unnütz zu verlieren und die Fahrzeuge vor der Zertrümmerung zu bewahren. Daß es ein äußerst Wfahr- »oller Versuch werden mußte, sah Jeder ein und den Familien' vätern, besonder» unter der Feuerwehr, mochte e» schwül genug dabei werden. „Ich erlaube mir den ferneren Vorschlag, meine Herren," nahm Willibald jetzt wieder da» Wort, „für diese vorau»' sichtlich lebensgefährliche Fahrt Freiwillige aufzurufen und diese unter mein Commando zu stellen, da ich kein Neuling in derartigen Rettungsversuchen bin."! „Da» habe» wir bereit» bemerkt," sagte ein Offizier, „also Freiwillige vor!" „Auch ich gebe meine Einwilligung dazu," rief der Feuerwehr-Hauptmann, „ich werde aber mitfahren." „Ich ebenfalls," setzte der Offizier hinzu und nun dräng« ten fich genug Freiwillige vor, au» denen Willibald, al» die Soldaten mit den große» Stalllaternen, welche zweckmäßig in die Fahrzeuge vertheilt werden sollten, zurückkehrten, eine Au»lese hielt. Al« die Zurückbleibenden murrten, rief er mit heiterer Zuverficht: „Bleiben Sie nur hier zur Ablösung, wir werden später noch neue Kräfte nöthig haben." Vorwärts ging'« jetzt mit vier Kähnen, von welchen Willibald mit einigen handfesten Leuten der Feuerwehr die Spitze genommen, in die wild dahinbrausende Fluth hinaus. Der junge Mann, welcher da« Steuer mit fester Hand regierte, schien in seiner Stimme eine Zaubergewalt zu besitzen, da seine Anordnungen, welche besonders das Vermeiden der daher« schießenden Gegenstände betrafen, von dem nachfolgenden Kahne aufgefangen und weiter nach rückwärts gegeben wurden. Nur wenige Minuten und gellende Hilferufe drangen zu ihnen aus einem zweistöckigen Hause, wo das Wasser beinahe die oberen Fenster schon erreicht hatte. Willibald stemmte sich mit seiner ganzen Kraft gegen das Steuer, um seinen Kahn näher an'» Ufer zu bringen, was ihm glücklich gelang, worauf die übrigen Fahrzeuge seinem Beispiele folgten. E« war eine ungeheure Aufgabe, welche fich diese todesmuthigen Männer in dunkler Nacht, nur vom unbestimmten Laternenlicht geleitet, gestellt hatten, aber die Zuversicht des kühnen Führers, den Niemand kannte, seine Kaltblütigkeit und Umsicht, sowie die richtigen und bestimmten Anordnungen desselben erfüllte» Alle mit gleich ruhiger Un« rrschrockenheit und Zuversicht. Während einige Männer die Ruder einstemmten, um die Fahrzeuge festzuhalten, schwang sich Willibald mit beispielloser Kühnheit und Gewandtheit in eins der offenen Fenster und leitete von hier aus die Rettung der Unglücklichen, von denen eins kranke Greisin und ihr halb blödsinniger Gatte ihm die größte Mühe machten. Al» die Bewohner sämmtlich untergebracht waren, mahnte er, sich rasch wieder in seinen Kahn schwingend, daß Eile noth thue da einige Häuser der Niederung, besonder» de« Candidaten Melchior Hau«, in «och größerer Gefahr schweb« ten. Er werde den Weg dorthin allein nehmen, um nicht zu spät zu kommen und überlasse sein»» tapferen Mitkämpfern die nächsten Hilfsbedürftigen. Ein Hoch erscholl plötzlich wie auf Commando und weh« müthig lächelnd ließ Willibald seinen Kahn vorwärts schießen. Nicht alle Bewohner waren in Lebensgefahr, nur die derjenigen Häuser, welche au» einem Erdgeschoß und ersten Stock bestanden, waren der immer höher wachsenden Fluth gänzlich preisgegeben; denn wer noch außerdem einen Giebel besaß, durfte sich einigermaßen für gesichert halten. Da» Melchior'sche Haus bestand aber nur au» Erdgeschoß und einem Stockwerk, mit flachem Dach versehen, weshalb seine Bewohner in unmittelbarster Lebensgefahr schwebten. Wollte Gott, der dieses elementare Unheil gesandt, die Herzen seiner Menschenkinder prüfen ob ihre» Inhalts an Barmherzigkeit und Liebe? — Dann wurden diese kühnen Retter sicherlich nicht zu leicht erfunden! Das Melchiorffche Hau« war jetzt erreicht; nur ein trübe« Licht schien int oberen Stock an der Decke zu schweben, sonst war Alles hier dunkel und ruhig. „Scheint schon zu spät zu sein," bemerkte einer der Männer im Kahn, als sie an der Mauer lagen und ihre Ruder gegen den Strom stemmten. „Werden dar Haus schon früher verlassen und sich bei Zeiten in Sicherheit gebracht haben," meinte der zweite zu» verfichtltch. „Gott gebe es," sagte Willibald, „denn sonst fürchte ich das Schlimmste. Das Wasser hat die Fenster hier oben schon eingedrückt, wie ich sehe. Holla, ist noch Jemand drinnen?" schrie er mit starker Stimme. „Was mag da« Licht da oben an der Decke —" Er verstummte entsetzt und war dann mit kräftigen Händen bemüht, den Fensterflügel vollend« einzustoßen, da er ein angstvolle« Stöhnen gehört hatte. Nach wenigen Minuten war es ihm gelungen. Er rief den Männern zu, den Kahn festzuhalten und war dann mit einem Schwünge im Zimmer, wo ihm, der eine sehr hohe Gestalt besaß, das Wasser bereit» bis hoch über'» Knie ging. Jetzt sah er, daß man eine Laterne oben an einen Haken, der einen kleinen Kronleuchter getragen, befestigt hatte, jedenfalls al« eine Art Nothsignal, und da — war das ein Mensch, der auf einer in der Ecke lehnenden Leiter stand und mit Aufbietung aller Kräfte eine weibliche Gestalt, die ihn im nächsten Augenblicke herabzuziehen drohte, hochzuhalten suchte? Willibald war bereits neben der Leiter und fing die Gestalt mit feinen starken Armen auf. „Herr Candidat!" rief er erschüttert. „Sie find'»? Kommen Sie, ich bringe Rettung!" „Retten Sie meine arme kranke Schwester, fie ist ohnmächtig," stieß Melchior keuchend hervor. „Ihre arme Schwester ist's ? — Gott im Himmel, kommen Sie rasch, da» Wasser steigt noch immer. Wo find die anderen Bewohner, Sie haben noch eine Schwester —" „Ich hole sie," sprach der Candidat, seine Erschöpfung überwindend und von der Leiter herabsteigend. „Sie sitzt mit den Anderen, vier Personen im Ganzen, auf dem Plateau de« Daches, wohin ich die arme Lucie nicht mehr zu bringen vermochte." „Das werde ich allein schon machen, Sie sind ja vollständig entkräftet, — vorwärts, Herr Candidat, der alte Gott lebt noch und läßt die Seinen nicht untergehen." Melchior ließ sich von seinem Retter, den er gar nicht erkannte, mechanisch fortziehen, da dieser die leichte Gestalt der Ohnmächtigen ohne Anstrengung mit dem einen Arme festzuhalten vermochte. Dem kleinen Candidaten kostete es große Mühe, durch da» Wasser zu kommen, doch waren e» ja nur wenige Schritte bis zum Fenster und so gelang es dem treff- chen Willibald, sowohl die arme Ohnmächtige wie Melchior lücklich in den Kahn zu bringen. „Droben aus dem Dache find auch noch Leute!" riefe» is **■ di« Männer im Kahns ihm zu. „Gis habe« uns bemerkt g sanft, „bald sollst Du ein warmes Bett und Pflege habe«. un° "7 besessen. i Du weißt doch, daß da» Waffer übermäßig hoch gestiegen ist Willibald ließ stch eine Laterne reichen und kehrte zurück, I und wir nahe daran waren, zu ertrinken. Brave Menschen um die ihm nur zu wohl bekannte Dachtreppe, welche er al« I haben uns gerettet. Gott segne sie dafür!" Knabe so oft erklettert hatte, zu erreichen. I Und wieder brach ein Schluchzen über ihre Lippen, da« „Eine lange Gestalt ist zu Zeiten doch ganz nützlich," I au» der Tiefe ihres aufgerüttelten selbstsüchtigen Herzen« auf. brummte er mit einem Anflug von Humor, „das Waffer geht I stieg und es wie ein reinigender Sturm durchbrauste. Einem nicht so rasch an den Hal»." I „Weine nicht, Schwester," bat Lucie, „es erschreckt mich Man hatte den Jammernden auf dem Dache bereit» zu. I so sehr, da Du Thränen nie leiden konntest." gerufen, daß sie Hilfe bekämen, worauf sich diese um die I Bernhardine trocknete sich hastig die Augen, sie schämte Platte drängten, welche wie eine Fallthür von der Treppe I sich und suchte den alten Trotz wieder hervor, — aber die au» auf'« Dach führte. I innere Stimme, welche wir da» Gewissen nennen, ließ sich „Hallo! rief Willibald, die Platte hebend. „Nur ruhig, I nicht so leicht zum Schweigen bringen und erpreßte ihr immer meine Herrschaften, Sie werden Alle nach der Reihe gerettet. I und immer wieder glühende Tropfen der Scham und Reue. Der Aelteste zuerst!" I „Ich bin der Aelteste freilich," tönte eine zitternde I VII. Männerstimme, „nehmen Sie aber, bitte, meine arme Frau." | Als Professor Carlsen nach der Steinstraße, wo der alte „Recht so, aber nun so schnell wie möglich, es gibt noch I Hauplmann Ehrhard wohnte, sich begab, fand er dieselbe schon "'bhr zu retten. I f° hoch überschwemmt, daß er seine Beinkleider bi» an'» Knie r 1 x b die Frau auf den Arm und brachte sie I auskrempeln mußte, um das Haus zu erreichen. Ec wollte m Sicherheit ' I sich nur von der völligen Sicherheit des alten Freundes über« e „ r",it^« Segen über Sie! rief der alte Herr. „Nun I zeugen. Das Haus war neu und nach der modernen Bau« Fraulein Melchior. I art, die überall für Miethskafernen von ziemlich leichtem Zu» ~ n?enn!orb ,n.e Men ihren ganzen Trotz eingebüßt zu haben, | schnitt ist, auf dem Flur mit einer steinernen Treppe versehen, sie ließ sich ruhig von dem fremden Manne retten. Er hatte I Bis hierher hatte da» Wasser sich auch bereit» Eingang ver. Lk,^"gebrachte Laterne an einen Nagel befestigt und da alle schafft und drohte bald die Parterre-Räume zu überfluthen. Thüren offen standen, gab sie seinem Wege genug Helligkeit, I „Ach, Herr Professor! Sie sind'«?" rief ihm der Hau», um sicher zurück bi» an das rettende Fenster zu kommen. wirth, seine Corrtdorthür öffnend, mit kläglicher Stimme ent. »Ä T?;“6et S seinen Schein auf Willibald« gegen. „Wir sind schon dabei, unsere besten Sachen nach Gesicht, al» er mit seiner nicht allzu leichten Bürde die Treppe I oben zu bringen; ist das eine Roth!" ytnabstieg. Bernhardine starrte ihn wie eine Geistererschetnung I „Dann will ich Ihnen dabei helfen," erwiderte der Pro- "''„ihre Augen trafen sich secundenlang und wie ein leiser feffor gutmüthig, „das Waffer steigt furchtbar schnell, in einer Aufschtti ging» von ihren Lippen. I Stunde sind Sie hier unten überfluthet, Sie hätten früher ^»Fürchten Sie nicht»," sagte er ruhig, „Sie werden bald I damit beginnen müssen." n Sicherheit sein." I Hal» über Kopf ging jetzt da» Schleppen der Mobilien 6 w $ Xn hutt ^ilöin bi» zum I los, bei welchem bald alle Bewohner hilfreiche Hand leisteten Fenster durchkommen, stieß sie mit rauher Stimme hervor, und Jeder seine Räumlichkeiten zur Unterbringung derselben „Nein, Sie sind zu klein dazu," erwiderte Willibald kurz, I zur Verfügung stellte. gewaltsam den Gedanken niederkämpfend, daß die Denuncian« „Hauptmann, da bin ich, stelle mich zum Dienste bereit!" H 9j lJ ent h°be, ihrem Sch'ckial überlassen zu bleiben. rief der Professor, durch die gegenüber befindliche Corridor. s. ^achdem er sie in den Kahn geschafft und schließlich auch I thür, welche die alte Trtna öffnete, hastig eintretend und dem ^ ^beiden Letzten in Sicherheit gebracht hatte, befahl Willi« I au« dem Wohnzimmer stolpernden Freund die Hand entgegen« d m Strome zu folgen um durch eine Quergasse nach streckend. „Rasch mit Ihnen nach oben, damit Sie uns nicht Lfl&n„en letS;a6e ,\U U~b \Ort bie®e' Wege stehen. Ich begreife Ihre Saumseligkeit bei dem "Mieten zu landen. Er schien also doch kein Fremder zu sein, I rapiden Steigen des Waffer» gar nicht- Schläft denn Fräu° wie die Männer geglaubt hatten, da er genaue Localkenntniß I lein Elisabeth?" ° bsast' . I „Nein, Onkel, ich habe das Unheil längst kommen sehen," «.«jcn"®« armen Gärtnersleute dort weiter unten sind in | erwiderte das junge Mädchen, zitternd vor Aufregung aber höchster Gefahr!" bemerkte der Candidat im flehenden Tone. Papa will nicht« davon hören " f 8 Ö' " 5 müssend ^acrSJL tie^ Willibald. „Ja, die I „Bis es zu spät und Ihrs ganze Wohnung überfluthet wackeren Freunde, ist. - Rasch, rasch, Hauptmann, mit den Elementen ist nicht wir dürfen die armen Menschen nicht umkommen lassen!" I Krieg zu führen" ^,,/Und meine kranke Schwester wird darüber sterben!" „Ach, Unsinn, Ihr übertreibt," murrte Ehrhard, „so £ h? ?lne' xroe ihren Mantel abgerissen und ihn hoch kann'» hier gar nicht kommen. Und wenn auch, wohin rum schwachen Bewußtsein zurückgekehrte Lucie, deren sollen wir mit unseren Sachen? - Droben liebt man mich Haupt sie zetzt an ihre Brust nahm, sorgfältig ausgebrettet nicht und wird sich den Kuckuck um uns und unseren Kram 9 . - r , I scheren. Gehen Sie mir mit der Nachbarschaft der Mieth». Lommt .^er unserer Kähne, rief Willibald, I kasernen, die hilft au« Liebedienerei dem Hauswirth, über "ieiieicht kann ich mit dem hinunter, I mein Unglück stimmt sie sicherlich eine Höllenmusik an." We?vlr,‘ 2 » »Herr Hauptmann," rief eine Stimme durch die offene ^^r," versetzte ein Feuerwehr« Thür, „dürfen wir helfen? Bitte, kommen Sie herauf zu un», ntlshpr ®teuer be6en m .. . , r I e» ist die höchste Zeit, wir wollen oben schon Raum schaffen." der 'mrpf mit Geretteten besetzt, I Es war ein junger Mann aus dem ersten Stock, der „^Fllhrer hatte ebenfalls die glückliche Idee mit der Quer, diese Bitte und Mahnung aussprach. Der Hauptmann machte na» ? f0S notb Personen aufnehmen und ein wunderliches Gesicht dazu, Uamuth, Verlegenheit und eine sJLr! .Augenblicken war Bernhardine mit der kranken I Art Beschämung malten sich in seinen Zügen. Als aber der kus k-? wbu er6e^acbL n®cfte*e ^nen Seufzer Professor ihn ohne Wettere» hinausschob, ergab er sich in S’ihä sL?1 rÄJSS ?ucie L ein Kind sein Schicksal und ließ sich schweigend von dem freundlichen schluch-itef?KfiJÄ XX n ^-N Schulter und I Nachbar hinaufgeleiten, der ihn zu seinem Vater in ein berichtete unk die Kranke sich erschrocken auf« I haglich durchwärmtes Wohnzimmer brachte, wo er sich nach $ Sei aaxu S n m | stummem Gruß seufzend in einen bequemen Lehnsessel Niedtrließ. „Sei ganz ruhig, liebe Schwester, sagte Bernhardine | (Fortsetzung folgt.) 24 G-m-rnMtziges. Stachelbeersträucher, welche im vergangenen Gommer van Stachelbeerraupen befallen waren, müssen im Winter öfters behackt und mit Jauche oder Seifenlauge begossen werden, wodurch man die vielen vorhandenen Puppen tötet. • ♦ Verwendung der Kerzenabfälle. Man hebt die kurz abgebrannten Kerzenstümpfchen gut auf und schmilzt sie in einem alten Gefäß auf der Seite des Herdfeuers, gießt die Masse in kleine Töpfchen, die gewiß in jeder Haushaltung vorräthig sind. Für jedes Töpfchen benutzt man ein seiner Höhe gut entsprechendes Stück Paspelschnur, taucht diese in die geschmolzene Masse, zieht sie wieder heraus und legt sie wieder beiseite. Wenn sie kalt geworden, wird sie ganz steif fein, dann steckt man sie in die etwas fest gewordene Masse und benützt sie als Docht- Ist die Masse ganz fest geworden, klopft man sie aus der Form, steckt das gegossene Licht zum Gebrauch auf einen Kerzensparer oder setzt es auf irgend ein Porzellantellerchen. * * Gelb gewordene Klaviertasten. Diese werden durch Abreiben mit Spiritus mittelst eines weißwollenen Lappen» wieder vollständig weiß. * Vorzüglicher Lederlack wird hergestellt, indem man Steinkohlenlheer in einem Kochgefäß über Kohlenfeuer bringt und gelinde erhitzt, worauf man ihn in noch warmen Zustande mit Terpentinöl nach und nach vermischt. Dieser Lack eignet sich sür Thürbeschläge, eiserne Güter rc. und auch, da er nicht spröde ist, sehr gut für Leder- • Wildpretpastetchen. Beliebige Reste von gebratenem Wildfleisch.hacke man sehr fein, ebenso etwas gerauchten Speck, gebe etwas Salz und Pfeffer dazu und zerklopstes Et, doch nur so viel, bis dis Masse sich bindet, aber sich noch zu Knödel formen läßt. Ein nußgroßes Stück von dieser Masse wickelt man in ein kleines Traubenblatt und taucht dies in einen seinen Tropfteig und badet sie in heißer Butter. Gut ist es, wenn man den Teig anstatt mit Milch mit Bier anmacht. • e Milchreis zu Obst. Man kocht einen guten Milchreis und mengt darunter zwei zu Schnee geschlagene Eiweiß und etwas Cüronenschale, so lange er noch heiß. Dann spült man eine Puddingform mit Wasser aus, füllt die Masse in die Form und stellt sie kalt, am besten in ein Geschirr mit Wasser. Wenn der Pudding gestürzt, sieht er mit gekochtem Obst garniert recht hübsch aus und braucht wenig Zeit zur Zubereitung. ♦ Kartoffelgelee. Da jetzt die Eier rar find, dient als Ersatz zum Backen und Kochen Kartoffelgelee. Man legt dis Kartoffeln Stunde in Wasser, wäscht sie mit einer scharfen Bürste rein, beseitigt dadurch auch die Schale, reibt sie auf einem freien Reibeisen, übergießt die geriebene Masse 3 bis 4 Mal mit snschern Wasser, rührt sie gut durcheinander und gießt nach jedesmaligem Setzen der Kartoffel- mässe das schmutzigbraune Wasser ab; es darf aber das Stärkemehl nicht abgegossen werde». Run gießt man siedendes Wasser darüber, rührt fleißig um und setzt sie so lange an's Feuer, bis sie beinahe siedet, und sich möglichst verdichtet hat. Hat sich die Masse etwas abgekühlt, wird sie durch ein Säckchen von ganz dünner Leinwand gepreßt. Da» durchgeseihte Kartoffelgelee dient zur Benutzung von Mehlspeisen, namentlich der Nudeln und Pfannkuchen. Der Teig wird wie gewöhnlich gemacht, aber statt der Eier soviel von dem Gelee genommen al» nöthig ist, um de« Leig bilde« zu können. Es läßt sich in einer gut verkorkten Flasche an einem kühlen Orte lange aufbewahren. Gespickte Ochsenzunge. Eine frische Ochsenzunge, welche eine halbe Stunde im frischen Wasser gelegen, übergießt man mit siedendem Wasser und läßt sie zwei Minuten darin liegen- Dann bringt man sie in eine Kasserolle, übergießt sie wieder mit kochendem Wasser, setzt sie mit diesem auf» Feuer, fügt nach dem Abschäumen Salz, einige Pfefferkörner, eine gelbe Rübe, eine Zwiebel und ein Lorbeerblatt hinzu und läßt die Zunge langsam 2l/2 Stunden kochen. Run zieht man die Haut ab, spickt die obere Haut recht schön mit Speck und Trüffelstreischen, legt sie in eine Pfanne und bedeckt sie mit einem Theil der durchgesiebten Zungenbrühe, fügt etwas Citronenschale, eine Prise Pfeffer, 14 in Butter gedünstete Schalotten hinzu und dämpft die Zunge noch eine halbe Stunde. Beim Anrichten legt man die Schalotten ring» um die Zunge herum. Die Sauce kocht man mit einem Glas Wein und einem braunen Mehlröstchen durch und schärft sie noch mit dem Saft einer halben Ei» trone. Zwei bis drei Löffel von der Sauce giebt man über die Zunge und das andere reicht man in der Sauciere und gebackene Kartöffelchen dazu- Dem Mht-s. Ein ökonomischer Studirender: „Wenn man bedenkt, wie wenig man verhältnißmäßig arbeitet- Man spart doch eine ungeheure Arbeitskraft für da» spätere Alter!" * * Entweder — oder. Richel theilt in der römischen „Tribuna" folgendes Gespräch mit: Erne sehr geschwätzige Dame zu einem Herrn: „Was würden Sie mir sür einen Posten geben, wenn ich ein Mann wäre?" — Der Herr: „Ich würde Sie zum Director einer Taubstummenanstalt machen." — Die Dame: „Warum denn?" — Der Herr: „Weil entweder diese Unglücklichen da« Sprechen oder Sie — da» Schweigen lernen würden!" * « Stoßseufzer. Frau: „Denlt Dir, u.isere Nachbarin , die immer so vornehm thut, soll früher Köchin gewesen sein!" — Mann: „Ich wollt, Du auch!" • • ♦ Kasernenhofblüthe. Jnstructions • Unteroffizier: „Einjähriger Huber, Sie machen ein Gesicht wie ein Regenwurm, wenn'» blitzt I" * * ♦ Buchbinderlogik. Hausfrau: „Schämen Sie sich, als Bräutigam so den Hof zu machen! Sie sind doch schon gebunden!" — Bräutigam: „Gebunden noch nicht, erst brochirt!" In der Hitze des Gefecht». Frau: „Ja, ich sage Ihnen, bei dem Pumpsky's ist alle» geborgt, was Sie zu sehen bekommen. Selbst das Silberzeug entnehmen Sie bei Festgelegenheiten au« dem Leihmagazin!" — Frau Director: „Was Sie sagen! Ich glaubte immer, die herrlichen Besteck« seien ihr Eigenthum!" — Frau Jnspector: „Aber ich bitte Sie — wir haben Sie zu uvser'm letzten Souper ja selbst gehabt!" • * • Ein Buchhändler hatte die Gedichte eines jungen Schriftstellers in Verlag genommen und ihm al« Honorar eine goldene Taschenuhr gegeben. Nach einiger Zeit kommt der Dichter und klagt feinem Verleger, daß dis Uhr nicht gehe. — „Da geht es Ihnen wie mir", entgegnete Dieser, „Ihre Gedichte gehen ja auch nicht!" 8i«iastion: 91. Gcheyds. — Druck und Verlag bet Brühl'schm Druckern (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen,