V* r . ! I ^^KSSWMÄH^A^8 ^SSfeS-i^^SfiSÄÜO ffi^BjSS?fefesj iölMiisw "-7MM----- smiliekßlättsr HntrrhMmgsblatt jiint Gießener Anzeiger Wenerni-Anzeiger). Die Tochter des Meeres. Roman »en 8L SUele. (§ortfeta«fl.) XX. »Hüten Sie sich, daß Niemand erfährt, daß Sie mir geholfen haben." Cora sagte zu Frau Aston diese Worte mit spöttischem Stolz. Und vielleicht beruhigte dieser unverhohlene Stolz, der sich auf ihrem schönen Gesicht zeigte, und aus dem Ton, in dem sie die Worte sprach, hervorklang, die alte Haushälterin mehr, als die demüthigsten Versicherungen und Entschuldigungen. »Ja, in Ihren Adern muß etwas edles Blut fließen," sagte diese halb lächelnd. „Das Original jenes Bildes konnte kaum stolzer ausgesehen oder gesprochen haben, als Sie . . . auch damals nicht, als sie Gräfin von Marston wurde." „So war sie Lady Marston, Lady Marian» Mutter?" fragte Cora rasch. „Das habe ich nicht gesagt," erwiderte Frau Aston. „Der Graf, deffen Gemahlin sie werden wollte, war ein anderer, als der jetzige. Aber was kümmert das Sie?" unterbrach sie sich selbst. „Das heißt nur die Zeit in thörichter Neugier vergeuden. Sagen Sie mir lieber, auf welche Weife Sie den mngen Thunichtgut retten wollen, der mehr Unheil angertchtet hat, als er jemals wieder gut machen kann, und um meine simge Herrin vor Kummer und Unehre zu schützen, will ich sehen, ob ich Sie, ohne daß es Jemand merkt, in Ihrem Plane unterstützen kann." Cora schwieg einige Minuten lang, die Augen fest auf da» Bild gerichtet. „Haben Sie alte Kleider im Hause?" fragte sie. „Ich meine solche Sachen, welche diese Dame getragen hat oder die wenigstens aus diesen Tagen herrühren?" Frau Aston schüttelte den Kopf, doch plötzlich schien ihr ein Gedanke zu kommen. „Vielleicht doch," sagte sie sinnend. „Das heißt, wenn sie nicht von Motten zerfressen sind. Kommen Sie, ich will nachsehen, ob sich etwas findet. Ich möchte die alten, längst vergessenen Räume nicht allein betreten. Alte Geschichten und Erinnerungen würden wieder auftauchen, die besser vergessen sind. Aber was wollen Sie mit den Sachen?" fügte sie mit leisem Verdacht hinzu. „Ich brauche sie für meine Pläne zur Flucht," antwortete Cora. „Geht nicht das Gerücht, daß es in diesem Flügel nicht recht geheuer sei? Würde man sich wundern, wenn die Geister Derer, die einst hier lebten, darin umgingen?" Frau Aston nickte. „Ach, jetzt durchschaue ich Ihren Plan," sagte sie. „Und er ist gar nicht Übel. Nur kann ich nicht begreifen, wie dem jungen Lord durch eine solche Verkleidung geholfen werden soll. Er ähnelt keinem Biddulph im Geringsten. Sie allerdings könnten flüchtig, im Dunkel gesehen, ganz gut für Miß..." „Miß .... für welche Miß?" fragte Cora neugierig. „Für die Dame auf jenem Bilde gelten," erwiderte die Haushälterin. „Was kümmert Sie ihr Name? Doch kommen Sie, wenn Ihnen die tollen Pläne mißlingen sollten, nun, dann wäre der ganzen Angelegenheit mit einem Male ein Ende gemacht. Wenn er verhaftet wird ... um so besser! Dann müßte meine junge Herrin ihn doch aufgeben und es wäre nur gut, wenn es geschähe, bevor der Herzog um ihre Hand anhält, welcher gewiß der beste Ehemann für sie ist." Cora folgte stillschweigend der Dame aus dem Zimmer, durch zwei bis drei Räume, in denen es so dumpf roch, als wäre feit langem keine frische Luft eingedrungen. In einem derselben öffnete sie ein Fenster und da» Licht und die Luft, die nun hereinströmten, übten eine wahrhaft magische Wirkung aus. Coras Augen sielen auf ein reizend au» gestattetes Toilettenzimmer, dessen kostbare Gardinen und eichengeschnitzte Schränke, Tische und Spiegel dem Geschmack der Jetztzeit keineswegs fremd waren. Frau Aston seufzte tief auf, als sie sich dem großen Schranke zuwandte, der bequem dis unfangreichen Kleider ge» faßt hatte, welche damals Mode waren. Frau Aston drehte den Schlüssel, der noch im Schlosse steckte, und öffnete die Thüren, während Cora sich mit einer Neugier näherte, die sie sich selbst nicht zu erklären wußte. Der Schrank enthielt unter Anderem ein Costüm, das ganz besonders antik und phantastisch aussah. Mit seiner langen Schleppe, den kurzen Aermeln mit den breiten Spitzen» fälbeln, die ihnen ein gefällige» Ansehen gaben und doch die - 270 - Formen eines schönen Armes freiließen, glich es mehr den l ruhig, während sie das Atlasgewand aufnatim und es mit Kleidern aus der Zeit der Stuarts. Der Rock war von einer gewissen Ehrfurcht betrachtete 5 1 gelbem Atlas mit schwarzem Besatz und die Taille und die „Gewiß I" erwiderte diese. „Und ich will frob sein wen« Schleppe von denselben Farben; ein paar zierliche Schuhe.-mit Alles wieder aus dem Hause und aus der Räbe mener liebe» breiten Schnallen und hohen Absätzen, welche die Trägerin j jungen Herrin ist, damit sie ihn vergißt und Alles was mit derselben um mehrere Zoll größer erscheinen ließen, vollendeten j ihm in Verbindung ist." 9 p ö m t ben Anzug. I „Sie wird ihn wohl kaum jemals Wiedersehen," antwortete Frau Astons Blick ruhte lange sinnend darauf. Cora verächtlich, „wenn sie ihrer Liebe nicht so treu bleibt „Ach," sagte sie, „es war eine traurige Nacht, als dieses \ daß sie in Noth und Elend fest zu ihm hält. . . . Also über Kleid getragen wurde! Es war der Anfang zu dem Monate ! diese Sachen kann ich nach Belieben verfügen? .... Hören und Jahre langen Elend, das darauf folgte. Junge Dame, | Sie mich an, Frau Aston! Ich will Sie nicht weiter in meine wagen Sie es, den Fluch herauszufordern, der vielleicht auf I Pläne einweihen, damit Sie mit gutem Gewissen sagen können diesem Kleide ruht und der auch Jene trifft, die es aus seinem | Sie wüßten nichts von der Flucht, aber wenn Sie irgend eins Versteck hervorziehen?" setzte sie, zu Cora gewendet, mit i Nachricht über die seltsamen Erscheinungen in diesen Räumen ernstem Blicke hinzu. j verbreiten könnten, so wäre mir das eine große Hilfe; es Das Mädchen ertrug diesen Blick mit ruhigem Gleichmuth. | würde mir einen Weg bahnen, das Haus sicherer verlassen zu „Ich fürchte nichts, weil ich nichts zu fürchten habe," können- Sagten Sie mir nicht, daß Wachen rings um dar entgegnete sie. „Darf ich diese werthlosen Sachen mit mir | Hous und auch am Eingang zu diesem Flügel stehen?" nehmen? Die Todte macht sicherlich keine Ansprüche darauf." | n^te* „Und die Lebenden thäten gut, mit solchen unnützen | Geben Kie wovor ich mich zu hüten habe. Reliquien eiligst ihrer Wege zu gehen," entgegnete Frau I , e m r tlur. eine Idee, wie ich am Besten aus dem Aston. „Wenn sie Ihnen zu Ihrer Absicht, uns von der Ä' dannmir. - Gefahr zu befreien, dienen können, so kann man sie meiner Ä „ÄÄh? b e Ss W8ÄS terL” Pr ble sewünschte Aus. Ansicht nach gar nicht besser verwerthen und sie thäten gut, \ $ l10$ ^nmal zu Lady Marian sie alsdann an den Höchstbietenden zu verkaufen. Das ist ,.UJJ S, ! ihren Wünschen zu erkun. meine Meinung." I Dipen und dann verlasse rch für immer diese Gegend, in der „Wenn möglich, sollen sie von Niemand weiter getragen mtr nut Äummer unb Schmerz beschieden war." werden," versetzte Cora ruhig. „Aber ist das Alles? Haben i XXT Sie keine anderen Costüme mehr, die als Verkleidung dienen > ' ,„ t könnten . . . für ihn?" i „Marian, was soll drese unglückselige Geschichte bedeuten?" Frau Aston sah sich um, als wollte sie sich versichern, Ä be£ ®r?f Marston heftig, als er das Boudoir seiner daß sie von Niemand außer Cora gehört werde. j betrat. „Kind, wie sind Sie auf solche Ideen gekommen?" sagte ,,1M J'3866 ba6e bamit J“ thun, Papa?" versetzte diese sie. „Was wissen Sie von diesen Costümen und von der I U9t9‘«^x. »x ... . , . , ... Nacht, in welcher sie getragen wurden ... ach, in welcher 9 Enler §au.sl ,s®ir tha - meinem Lord das Herz brach I Es ist ein trauriger Spott, S bie^r ble. uns ouf Schritt diese Sachen wieder an's Tageslicht zu bringen, während es LbDckt beobachte» und nach Belieben in meinem Haufe besser wäre, wenn sie für immer begraben blieben wie Jene, I Ma^an, hast Du Kunde von dem Angeklagten? welche die Sünde und den Kummer veranlaßten." I ~ meine Tochter - noch dar „Und wer waren Jene," fragte Cora, „die diese seltsamen s JAerche für einen Menschen heg est, gegen den dar Kleider trugen? Waren es Freunde dieses Hauses?" I J ,benn E diese Entehrung „Vielleicht," antwortete Frau Aston, während sie einen I S Bulben, als ich muß, und ich habe noch so anderen Schrank öffnete- „Ich selbst hing diese Kleider hier. und auch vor dem guten her, um sie vor den Blicken jedes menschlichen Wesens zu ver- I be,f Brddulphs, um wenn möglich jeden Scandal zu ver- bergen, dem schon ihr Anblick eine Qual wäre." I meiDen^ArA„t . lL „ „Wollen Sie mir wenigstens das Hauptsächlichste der ! Jr!rf Begebenheit mittheilen?" fragte Cora gespannt. „Ich verlange I Belforts Aufenthalt nicht. Die Leute behaupten keine Namen, keine Einzelheiten .... ich möchte nur etwas hatten ihn in unsere Besitzung gehen gesehen und er hören, wonach ich mein Verhalten richten kann. Sie können & ^.A.^^der verlassen. Aber wenn sie das Haus mir vertrauen," fügte sie mit stolzer, fast gebieterischer Stimme NÄ untersuchen dürfen, begreife ich nicht, unter welchem ÄS rofabe 166 LS wenn"ich feine Slimen nenne und wenn Sie gegen Niemand I ÄMaSelnen"»i>e72«i«a?^>EtKiFh? ”Ä' dnnm Wen,“ entgegnete Fran Aston, „Die gn«,e Ge- M^ÄT^ntÄ^tS wie tu lehr einfach. E° fnnb hier im Saufe der Bldinlph, Ä baFÄÄbee ™ S ein Ball statt, zu welchem die junge Dame, die Sie hier auf | Marian b U dem Bilde sehen, dieses Kleid tragen wollte, und ihr Geliebter j bedeckt sein ' Xrh? ia Schande und Unehre oder vielmehr der Nebenbuhler ihres Geliebten sann auf ein j eine geeignete VormundsLatt aeüellt m ü 'b?n ? S Ä Costüm, das ihm gestattete, ihr den ganzen Abend nahe zu ! JJJ die Besibtbümer Deiner iSL™ ht D-in- sein. Und er wählte den Anzug eines Pagen und rasirte sich I «Ä« Vorfahren n Deine schwachen den Bart weg, um jünger auszusehen. Sie sahen beide reizend I Aufblitzen in den Auaen seiner ^ToLte?», St?»8 ’Ä aus und amüstrten sich vortrefflich in der verhängnißvollen l "bttm? Nacht. Aber das Ende davon war Blutvergießen, Elend und I fetilennefinrA^ «»h «ia^a* 6