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Schätzler-Perasini. (Fortsetzung.) Mit weltmünnischer Gewandtheit verbeugte stch der Eindringling leicht und trat noch einen kurzen Schritt näher. Nicht im Geringsten genirt, klang seine Anrede mehr scherzend: „Meine Damen, ich habe die Eire, Ihnen einen Guten Morgen zu wünschen! Ich bitte unterthäntgst um Verzeihung, wenn ich Sie erschreckie; meine Absichten sind nicht schlimm." „Er will uns morden!" flüsterte leise Ella. „Sieh' nur den Dolch!" „Und da« nennt er gute Abstchten!" Der Fremde lächelte bedauernd. „Ich bemerke zu meinem Schmerze, daß die Damen aus förmlicher Furcht vor mir zittern —" „Wünschen Sie vielleicht, daß wir Ihnen einen Galopp vortanzen?" fragte zitternd Ella über die Schultern der Schwester. „Was wollen Sie?" Martha hatte stch von dem Schreck erholt und scharf fiel ihre Frage. „Da« ist nicht so leicht gesagt," bekam ste zur Antwort. „Wie heißen Sie?" ließ stch da« Backfischchen vernehmen. „Diese Frage ist einfacher, mein Fräulein. Doch so einfach auch meine Antwort sein könnte, so ziehe ich e« dennoch vor, noch inkognito zu bleiben. Für jetzt sage ich nur: Spanischer Ritter." „Martha," schnellte Ella aus, „der Ball Die Schwester nahm keine Notiz davon. „Sie haben stch wohl in der Wohnung geirrt, mein Herr?" „Sie haben wahrscheinlich in den Taubenschlag gewollt!" Der spanische Ritter schien diese Worte nicht recht zu verstehen. „Wie meinen Sie?" fragte er. „Wohin?" „O, wir haben sehr schöne Tauben," gab ihm Ella einigermaßen bisstg zurück. „Ja — ich verstehe zwar nicht, aber die beiden schönsten Täubchen stnd jedenfalls Sie selbst, meine Damen " „Bitte, sparen Sie Ihre Worte," sagte Martha urgeduldig. „So sonderbar ich Ihr Eindringen auch finde, so will ich dach versuchen, e« zu vergessen, wenn Sie stch möglichst schnell entfernen. Sie haben sich, wie gesagt, geirrt!" „Meinen Sie?' erwiderte er stcher. „Ich glaube nicht! Al« Beweis diene Ihnen das Folgende: Ich befinde mich im Laudhause des Herrn von Birkendorf, Hauptmanns außer Dienst, Vater zweier Töchter, die ich mit blühenden Rosen vergleichen möchtet" „Ah!" machte Martha überrascht. „Jetzt bin ich eine Rose," dachte sich Ella, „auf dem Balle war ich nur ein Spatz." „Ich kann noch weiter dienen. Ihr Herr Papa bewohnt den linken Flügel parterre; Sie, meine Damen, wohnen hier im ersten Stock. Dort," — er deutete nach link«, — „befindet sich — Ihr Schlascabinett; hier," — er zeigte auf die andere Seite, — „gelangt man zunächst in ein Vorzimmer, sodann auf die Haupttreppe." Im höchsten Grade überrascht (schauten die Damen den Sprecher an. „Ich erstaune!" sagte die ältere. „Sie haben also die» Alles ausgeforscht?" „Ja — wenn Sie gestatten! Hier die Fenstergardinen sind an die fünfzehn Jahre alt — ein solider, dauerhafter Stoff — da« Rebgeländer an der Mauer herauf noch älter. Dieses Geländer gestattete mir, hier einzudringen, denn ich kletterte — verzeihen Sie den Ausdruck, aber er allein ist bezeichnend — ich kletterte wie ein Affe!" „Sie haben, wie ich voraussetze, schon öfter solche Exkursionen gemacht!" entgegnete Martha malitiö«. Ein feines Lächeln war seine Antwort. „Manchmal — aber ich glaube, diesmal ist es das letzte Mal. Noch eine« erlauben Sie mir zu bemerken: Sie erwarten in den nächsten Tagen Herrn von Sarloui«. Seine Vermählung mit einer der Damen soll beschloffene Sache fein." „Woher wissen denn Sie bas?" ließ sich Ella vernehmen. „Aber ich bitte Sie," — wieder das stereotype Lächeln, — „jener Sarloui» ist doch mein bester Freund, mein zweite» - iis Ich, mein Compiler bei alle« meinen tollen Streichen, ebenso unbesonnen, so waghalsig wie ich selbst in diesem Augenblicke!" Martha konnte sich eine« leichten Schauer» nicht erwehren bei dem Gedanken, daß ihr der eben Genannte zugedacht war. „Aber Sie — war wollen denn Sie hier?" „Ich flehe Sie an um Ihren Schirm, meine Damen!" bat er mit gutgespielter Bewegung. „Es regnet ja gar nicht!" rief ihm Ella zu. „Nehmen Sie mich auf bei sich; ich will Alles eingestehen, ich bin ein Einbrecher." „Ah!" Beide Damen retirirten schleunigst hinter da» Sopha. Der Fremde biß sich auf die Lippe. „Erschrecken Sie doch nicht zu sehr! Ich mußte einbrechen, weil ich verfolgt werde. Ich bin auf der Flucht und hinter mir drein sind die Verfolger." „Entsetzlicher Mensch! ' stotterte Ella. „Sie — sind auf der Flucht?" machte schreckbebend Martha und Beide rückten hinter einen Tisch, der zur Seite stand. Heiter blickte er vor sich hin. „Ja," sagte er, „ich bin aus der Flucht vor — einem Paar Augensterne, das mich verfolgt, wohin ich mich auch wende." Langsam trippelte Ella hervor und hauchte erleichtert: „Ach so!" „Und da» — ist Alle»?" fragte zweifelnd Martha- „Wünschen Sie noch mehr? Wenn Sie mich verstoßen, so werde ich mich zurückziehen." Entschlossen schritt er auf da« Fenster zu und faßte heroisch die Gardine. „Ein Sprung aus diesem Fenster macht mich wieder frei!" „Um Gotteswillen," warnte Ella, „Sie brechen sich sicher die Füße!" „Für Sie würde ich mit Vergnügen selbst den Hal« brechen!" Martha zuckte die Schultern und entgegnete ziemlich spitz: „Ich verstehe immer noch nicht, was Sie hier wollen, da Sie doch, wie Sie sagten, auf der Flucht vor Augensternen sind." „Jawohl, warum haben Sie sich denn nicht fangen lassen von den Augen?" „O, ich bin bereit» gefangen!" rief mit Feuer der Fremde. „Gefesselt mit Ketten! Lassen Sie mich Ihnen gestehen: Ich liebe!" „Wie?" kam e« au« dem Munde beider Damen. „Ich bin, bildlich gesprochen, ein frecher Spatz, der sich sein Weibchen sucht." „Ah „Verzeihung! Ich würde so gerne sagen: Ich liebe Sie Beide, meine Damen; allein da dies mit unseren Strafgesetzen behufs Verehelichung nicht vereinbar ist, so bedauere ich, sagen zu müssen, ich liebe eine der Damen!" „Bei Nacht schlafen die Spatzen!" kicherte Ella vorlaut. Martha dagegen fuhr entrüstet auf: „Sie werden unverschämt!" „aber laß ihn doch, Schwester," drang e« flüsternd an ihr Ohr. „Mr gefällt er sehr!" „Wozu haben Sie diesen Dolch?" Der junge Mann warf rasch einen Blick auf die blinkende, zierliche Waffe in seiner Hand. Er schien diese ganz ver« gessen zu haben. „Ah — Pardon!" entschuldigte er sich. „Ich vergaß, ihn einzustecken. Damit wollte ich da« Fenster aufsprengen, doch war es nicht nöthig. Wollen Sie sehen? Betrachten Sie diese Klinge — echt aus Toledo!" Er hob die kleine Waffe und trat näher; doch wieder, noch erschrockener als früher, wichen die beiden Damen zurück. Martha verfärbte sich. „Sie wollen doch nicht —" „Mir thun Sie nichts, nicht wahr?" lispelte Ella in größter Angst und streckte beide Hände nach dem Fremden aus. Dieser trat zurück und murmelte eine leise Verwünschung. „Immer noch diese Furcht!" sprach er mit wohltönender Stimme. „Aber ich begreife nicht — mein Eindringen in der Rächt ist mehr al« ungewöhnlich; ich bereue e« jetzt auch — allein da ich in einigen Stunden abzureisen gedenke, s» konnte ich mir nur durch diesen außergewöhnlichen Streich das Vergnügen bereiten, Sie noch zu sehen." Ellas Gesichtchen erhellte sich einigermaßen. „Sie wollten also nicht Tauben stehlen?" „Wie meinen Sie?" Fragend blickte er auf und schlug dann einen anderen Ton an. „Betrachten Sie diesen Dolch, diese Klinge, und das Dunkel, das sich über meine Person breitet, hellt sich auf mit einem Blicke." Der Unbekannte legte nach momentanem Zögern die Waffe auf den Tisch, da er bei den Mädchen wieder eine Be« wegung de« Schreckens bemerkte, und wendete sich dem Hinter« gründe zu- Er schlug die Gardine auseinander und blickte in den dunklen Garten hinab. Während dessen kam Ella, auf den Fußspitzen trippelnd, unter dem Tisch hervor. „Laß uns sehen, Schwester!" flüsterte sie neugierig. „Nicht doch!" antwortete Martha kalt, „'s ist nur eine Finte von ihm; es wird höchste Zeit, daß er geht ober ich rufe um Hilfe!" Mit scharfem Rucke fuhr der junge Mann vom Fenster zurück; die Gardine schloß sofort die Füllung. „Ha — hui!" schrie mit mörderischer Stimme im Garten unten der alte Hauptmann. Eben hatte er die sechste Runde durch den Garten gemacht, unter'm Arm eine selbstgeladene alte Büchse schleppend. Er hatte nicht« Verdächtiges bemerkt, sogar der Nero, da» bum® Vieh, zeigte keinerlei Verständniß für bie Wichtigkeit ber Nacht. Der Hund schlief und legte dabei seinen breiten Mund so recht behaglich auf die Vorderpfoten. Der alte Frank lief um die Gartenmauer und fluchte über die verflixte Schneidig« kett des Herrn Hauptmanns. Da bemerkte Birkendorf einen Lichtschein auf dem Rasen. Was war da»? Seine Kmder mußten doch schlafen; er hob den Blick und sah einen Mann am erhellten Fenster zwischen den Reben. Nun schrie er aus Leibeskräften, als gelte e», ein ganzes Regiment in's Feuer zu jagen: „Da ist der Schuft — er hat eingebrochen — warte, Du vermaledeiter Gauner!" In Sätzen, so groß sie ihm feine steifen Beine gestatteten, rannte er nach dem Hauseingange. Oben stießen die beiden Damen einen Schreckensruf aw. „Der Papa!" „Was soll da», meine Damen?" fragte confiernirt dn junge Mann. „Sie sind verloren, wenn Sie nicht fliehen!" rief ihm Martha zu und Ella sagte: „Papa erschießt Sie!" „Alle Wetter!" Aus der Treppe stolperte der Hauptmann. „Fliehen Sie — ich höre Papa!" hastete Martha. Der Fremde nickte. „Gut; leben Sie wohl! Sie sollen noch von mir hören." Er wollte schleunigst zur Thür recht» hinan», al« Ella davorsprang. „Nicht hier — da kommt eben Papa!" „Also dort!" Er eilte nach dem Schlafzimmer; aber da vertrat ihm hocherrölhend Martha den Weg. „Das ist ja unser —" Rathlos stand er in der Mitte. „Bedauere unendlich, aber durch die Decke ober ben Boben kann ich doch nicht, — durch dieses Fenster könnte mich der Gärtner bemerken." „Gehen Sie nur dort hinein," flüsterte Ella, „es ist ein Fenster dort, das auf die Hinterterrasse führt —" „Aber Nero dort hinten," widersprach Martha. „Der beißt!" „Gleichviel!" rief ber junge Frembe entschlossen. „Ich baute Ihnen, meine Damen! Angeschossen werden ist nicht gerade angenehm. Ich weiche deshalb der Gewalt, doch nicht lange, dann bin ich wieder da. Sie sollen sehen, im Augen« blicke befinde ich mich im Garten und durch einen Pfiff werde ich mir erlauben, Ihnen meine Rettung anzuzeigen" Er ver« beugte st meine St Er ■ An sich wüth. Erm zittern oll Auch „Hei er die Th feiner Bl Da aber sog! erblickte. „3a, Geht Ihr „Wi: laut Ella. Der plötzlich n „3a, da und I Birk „We „Hal Der „Da am Fenste „3a antworten „Dai Grir faßte soda Augenblick „Der aus dem I „Wa sichte Eia „34 ist er mch fein — sc Birk. Spitzen fei da» geriril beherzt ar nicht, dem Wie gegen: „9i Der Augen un fallen. „1 nicht hineii „Das „Ach, fischchen nc Ja di Überlauter Die S „Was „Das ängstlich iti Das l ein Haar i wollte. „Frär merkte nun ist gut, das „Wo - 119 - i gedenke, fo lichen Streich „Sie wollten uf und schluz diesen Dolch, meine Person t Zögern die eder eine Be« ij dem Hinter« und blickte in tzen trippelnd, neugierig. > ist nur eine ;eht oder ich vom Fenster me im Garten irten gemacht, steppend. 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Ihr seid noch hier, warum? Geht Ihr nicht zu Bett?" „Wir fürchten das Knallen so sehr, Papa!" nickte kleinlaut Ella. Der Zipfel der hauptmännlichen Nachtmütze wirbelte plötzlich mir« rapider Schnelligkeit um den erhitzten Kopf. „Ja, was ist da geschehen? Wie ist dies möglich? Er ist da und Ihr seid auch da!" Bilkendorf zog die Augenbraunen in die Höhe- „Wer ist da, Papa?" fragte die Jüngste unschuldig. „Habt Ihr das Zimmer verlasten, seitdem ich fort bin?" „Nein, Papa." Der Z'pfel hüpfte wiederum. „Dann müßt Ihr den Schuft doch gesehen haben; dort am Fenster stand er ja. Ihr habt doch nicht geschlafen?" „Ja — wir schliefen ein, Papa," beeilte sich Martha zu antworten. „Das ist eine schöne Geschichte!" Grimmig schwenkte der Hauptmann seine Büchse und faßte sodann nach dem Drücker. Er sah wirklich in diesem Augenblicke gar nicht so lächerlich aus, der alte H-rr. „Der Kerl ist noch hier!" rief er. „Aber jetzt hat er aus dem letzten Loch geofiffen!" „Was hat er, Papa?" fragte mit undefinirbarem Gesichte E/a. „Ich schieße ihn zusammen wie einen tollen Hund! Hier ist er nicht mehr, also kann er nur in Eurem Schlafzimmer fein — schöne Blamage!" Birkendorf drehte erst mit grimmiger Geberde die beiden Spitzen seines Schnurrbartes hinauf, so 'daß sie aussahen wie das geringelte Schweischen eines Ferkels, — dann ging er beherzt auf die Schlafzimmerthür zu. Allein hinein kam er nicht, denn feine beiden Töchter stellten sich rasch davor. Wie aus einem Munde schlug es ihm von Beiden ent« Wn: „Nein, da darfst Du nicht hinein!" Der Vater warf den Kopf zurück, zwinkerte mit den Augen und ließ den Kolben seiner Büchse auf den Boden fallen. „Mädels, macht mich nicht rabiat! Warum darf ich nicht hinein, he?" „Das — dgs ist ein Geheimniß!" stotterte Martha. CCxV,3l<5, ,roarte "ur ein kleines Weilchen!" bat das Back- fischchen naiv. Ja diesem Augenblicke ertönte aus dem Schlafzimmer ein überlauter Angstschrei des Stubenmädchens. Die Drei wichen erschrocken von der Thür zurück. „Was ist denn das?" rief Nirkendorf. „ war nicht gepfiffen!" rannte Ella der Schwester ängstlich in s Ohr. 1 Das herausstürzende Mädchen hätte den Hauptmann um iS ®e °inen Kegel umgeworfen, da er gerade hinein „Fräulein, Fräulein —" jammerte es athemlos und b>« "un auch Birkendorf. „Ach Gott, gnädiger Herr, das ist gut, daß Sie da sind, da drinnen ist ein Räuber!" „Wo steckt er?" stürzte der alte Herr gegen die Thür. „Zum Fenster ist er wie ein Frosch hinausgesprungen!" erwiderte schaudernd da« Mädchen. „Also entwischt? — Aber nicht für lange!" Der Zipfel wurde mit Vehemenz in den Nacken geschleudert. Birkendorf marschirte auf das Fenster zu, hob die lange Gardine in die Höhe und rief in den Garten hinunter: „Frank, gib wohl acht, der Dieb ist im Garten; lauf' mal um's Thor und die Mauer, daß der Kerl nicht entkommt!" „Zu Befehl!" grölte eine heisere Stimme aus dem Gartendunkel. „Nun wollen wir sehen!" wetterte der Hauptmann, faßte seine Büchse fester und wollte forteilen. Schon an der Thüre, riß ihn losbrechende» Gejammer wieder herum. . „Papa — Papa — gnädiger Herr!" „Na, was foll's denn?" brummte er ungehalten. „Nicht schießen!" riefen gleichzeitig drei Stimmen. Er schnitt ein fürchterliches Gesicht und suchte seinen grimmigsten Ton: „Ach was, todtgeschoffen wird er!" Er stürzte {einem Nachtmützenz pfel nach, der nach vorn geflattert war, und verließ so das Zimmer. Die drei Mädchen drängten sich zusammen — ich bitte um Verzeihung — wie die Schafe, wenn ein Gewitter los« bricht. Sie hielten sich die Ohren zu mit den Fingerspitzen, um nicht das entsetzliche Knallen zu hören. Sie hätten auch ohnedies noch nichts gehört. Ella war die erste, die langsam die Hände von den kleinen Muschelohren nahm. „Ich glaube, es hat noch nicht geknallt!" lispelte sie- Die Anderen folgten ihrem Beispiele; das Stubenmädchen fing an zu jammern: „Ich fürchte mich so sehr, gnädige« Fräulein — ach Gott!" „Geh' zu Bett, Du hinderst nur," erwiderte Martha mißgestimmt, „geh' zu Bett!" „Aber mein Geld verstecke ich doch in einen Strumpf." Damit wollte da« Stubenmädchen gehen, als Ella sie am Arme zupfte. „Sage, wo hast Du ihn denn zuerst bemerkt?" „Den Spitzbuben? Ich war int anderen Flügel, um etwas zu holen und als ich widerkam, stand er mitten im Schlafzimmer und betrachtete Ihr Blld, Fräulein." Ella war befriedigt. „Geh' jetzt," sagte sie, „wir rufen Dich, wenn wir Dich brauchen." Immer noch jammernd über den „Spitzbuben" ging das Mädchen- Die beiden Zurückbleibenden faßte nun roch ein großer Schreck. Wenn Papa die Büchse abschoß! Aengstlich horchte Martha nach dem Hintergründe hin. „Geräusch im Garten — Schritte — Flüstern —" Ella verschränkte in größter Erregung die weißen Händchen und ihr helles Auge irrte zagend und bittend zu der Schwester. „Wie wird das enden? Was sollen wir thun? Hilf, Schwester!" „Ich kann ja nicht!" gab Martha trostlos zurück. Ella fuhr sich mit den Fingern hastig über die Augen. „Nun soll er verbluten und ist vielleicht nicht einmal der rechte!" „Nein, diese entsetzliche Spannung ertrage ich nicht länger!" Damit warf sich die ältere Schwester in die Polster be» Sophas und vergrub das Antlitz darin. Rathlos dastehend, die Hände ringend, bot auch Ella ein Bild der Verzweiflung. „Wenn ich doch helfen könnte!" flüsterte sie unendlich weich. „Papa ist unbarmherzig; gleich wird er ihn gefunden haben, er kann ja nicht hinaus aus dem Garten. Er will entfliehen, P>pa legt an und — da liegt er, mein armer spanischer Ritter, und — Alles ist vorbei, — tobt und —" Sie schluchzte herzbrechend. „Er hatte doch einen solch' hübschen Bart! Ich fühl'», ich könnt' ihm gut sein für'» ganze Leben, denn der stiehlt keine Tauben, höchstens Herzen, und das ist erlaubt!" (Schluß folgt.) 120 - Gemeinnütziges Literarisches Weitzblcchgefchirre wieder neu zu machen. MoN mi)d)t Holzasche mit gewöhnlichem Dele, so daß sich eine Art Brei biloet und mit diesem bedecke man das Gefäß. Dann reibt man «S mit einem wollenen Sappen ab. Sollte die schwarze Farbe nicht gleich verschwinden, so wiederhole man da» Bei fahren. Der Erfolg bleibt nicht au» und die Geschirre werden wie neu. Mittel zur Vertilgung der den Zimmerpflanzen schädlichen Thiere. 1. Gegen Blattläuse Tabakcauch. Man nimmt einen festen Blurnentovs, macht unten an einer Seite ein Loch, legt ordinären Tabak auf Kohlen hinein und treibt dann durch einen Blasebalg, der in dar Loch gestickt wird, den Rauch in die Höhe. Gewöhnlich räuchert man des Abends, im Falle wiederholt man es noch ein oder zwei Mal. 2. Die Schildläuse, welche stch so häufig an Myrthen, Oleandern, Orangen rc. finden, find abzusuchen, darauf die Pflanzen durch Waschen mit ganz reinem Wasser vollends zu reinigen und zwar mit einem recht weichen Schwamme. 3. Um die rothe Milbenspinne zu vertreiben, tauche man die Gewächse in eine mit Wasser verdünnte Schwesellösung, stelle sie von den anderen entfernt und wieder- hole es eoent. noch einige Male. Bespritzen und fleißiges Luftgeben sichern vor diesem Ungeziefer. 4. Ameisen vertreibt man, indem man Salz auf ihre Gänge und an den Ort streut, wo sie sich aufhalten. Haben sie Höhlungen im Wurzcl- ballen gemacht, so versetze man die Pflanze und setze sie nachher eine Zeit lang aus einen Stein, den man in ein Gesäß mit Wasser legt, damit der Tops selbst nicht im Wasser steht- Aus Scherben, Brettchen rc. gest ichener Honig, gemengt mit Pottasche, ist probat- 5. Erdflöhe entfernen sich bald, wenn man den Topf schattig stellt und bisweilen bespritzt. 6. Raupen sind abzusuchen. 7. Ohrwürmer, die einigen Pflanzenarten, wie Nelken, nachstellen, muß man fangen und iö ten. (In Obstgärten sind die Thiere aber erfolgreiche Vertilger der Puppen der Ringelraupe.) 8. Kellerasseln sängt man in ausgehöhlten Kartoffeln ober Kohlrüben. In Gewächshäusern ist das Halten von 1 bis 2 Rothkehlchen ober Schneekönigen zweckbienlrch, auch das Einsetzen großer Frösche. 9. Schnecken können Kochsalz nicht vertragen. Sie kriechen des Nacht», deshalb muß man sie mit einer Laterne auisuchen. 10. Regenwürmer beseitigt man, indem man die Pflanzen öfter» rasch au» den Töpfen nimmt- Kann man ihrer nicht habhaft werden, so versitze man dk Pflanzen- Die ausgeschlüpften Gänschen (nach 27 bi» 30 Tagen) setzt mau in einen mit weichen Tüchern angelegten Kord an einen warmen Ort, und gibt sie bet Gans erst zurück, wenn alle Gänschen ausgeschlüpst sind; bann läßt man sie im Nest, damit sie nestreif werden. Man taucht erst jeder Gan» den Schnabel ins Wasser und füttert sie darauf mit Brod, gehockten Eiern und Brennesseln. Die jungen Gänschen müssen lehr oft gefüttert werden, wenigstens alle 1 bis 2 Stunden. Nach einigen Tagen gibt man ihnen gekochte Kartoffeln mit Kleie, feingeh-ckce Rüden und Salatblätter. Nach 4 Wochen können sie schon gequellte Körner, entweder Hafer ober Mais bekommen- Schuhwerk geschmeidig zu machen. Das Leder an Schuhen und Sttesiln macht man weich und erhält e» bei neuem Ansehen, wenn man es anstatt der Schuhwichse mit Glycerin einschmiert. Insbesondere ist dies Mittel bei neuen, druckenden Stieseln zu empsehlen, da da» nicht leicht austrocknende Glycerin sie auch geschmeidig erhält. Bei älteren Stieseln wäscht man zunächst die Wichse von demselben ab und trägt da» Glycerin ans, wenn dar Leder noch seucht ist- Die versteht'-. »Den Stoff zum neuen Kleid ß ich I Nun muß ich mir bloß noch den Besatz und den Mch lohn zusammenweinen!" Auch ein Grund. Richter: „Warum haben Siet Mann geschlagen, der Sie in keiner Weise beleidigt bati — Angeklagter: „Es hat mi halt g'ärgert, baß er bei i, Zeiten a so zusried'nes G'sicht g'macht hat!" Durch die Blume- Commercienrath (zu dem (Somit gewendet): „Hier haben Sie Geld, besorgen Sie ein U zweiter Klasse und ein Billet dritter Klaffe." — Der Corn» kommt mit zwei Billet» dritter Klaffe zurück- — „Ich h Ihnen doch gesagt, ein Billet zweiter und dritter Klass — Commis: „Aber, Herr Commercienrath; ich kann d nicht für mich zweiter Klasse nehmen, wenn Sie brüt fahren." Durch Es krachte Marth schreiend in vor's Gesiö „Jetzt Als m eilte in den auseinander Doch i Sie fi eines Manr Kuß explod Gardine wi vorgefallen, Run e Ueberrafchui „Was »Pst, Schwesterchc Seife t Mund. Marth denn dort h „Ja — weichen; sein zweites , „Schon ist ia eine f „ „Nicht Herrn von i Hebern hast Deine Das $ und lispelte h Redaction: A. Schetzda. — Druck und Berlag der Brühl'scheu Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gieren. Eine Definition. „Du, Vater — wa» ist bt dar: Medicinal-Weinel" — „Ja, mei Bua — bö« weis selber net — aber e» werden halt Weine fein, wo u wenn man» trunken hat, a Medicin darauf nehm mußl" Höchste Frömmigkeit. Andrerl: „Sepp, wan hast denn heut statt 'nen Wurm a Brod an Dei' Sie g'macht? " — Sepp: „Dummer Kerl, weißt nit, daß s Fasttag is.l" ,D»r Deutsche Verlagsgesellschaft. Preis des Heftes 75 Pf.) in ihrem ne (12.) Hefte eine eingehende Schilderung aus der Feder Eugen A die durch die prächtige Farbenproduction Friedrich Stahl'scher Ag« eine ganz besondere Anziehungskraft auf den Leserkreis ausüben c Wird in diesem Aufsatze das zur Zeit so lebhafte gesellschaftliche 1®' verherrlicht, so zeigen andere Beiträge wie Professor Dr. Kleins ErörtB der „Möglichkeit und Folgen des Zusammenstoßes der Erde mit A» Kometen", der interessant illustrirte Aussatz „Die Börsen-Hckl l Hamburg", die Skizze aus der Theatergarderobe „Zur Gofiiim®1 des Falstaff", die Plauderei über die „Familie Crispi" und bie Sf1; skizze „Wintersport in St. Moritz" die Vielseitigkeit der feigen Monatsschrift, deren künstlerischer Schmuck zudem ein so zahlreicher "» gediegener ist, daß auch der verwöhnteste Geschmack befriedigt wird. Da» schöne Haar. Sieh mal, wa« da» MäbäK schöne« Haar hat!" — „Ja ba« hat sie von ihrem i« storbenen Vater." — „Halte ber auch so schöne» Haar?' - „Nee, aber er war Perrückenmacher." i&a