tSöfen dem H zu stehen isenzeitung" 100 Cubik« , um eine . 1 Cubik- >t also per sg. Rechnet man heizen M. 80 Pfg. t eine viel zwei Drittel ausmachen, ^M.54Psg- Behandlung e „Lustigen stzier: „Sie, wir Befehl it behandeln, meester I" — liier: „Wat! andle ick den j* iS er man . Bakelmann, m würde ick m zusammen, mit Ihrem ntl" — So drei Stunden ieda: „Onkel, Varum nicht, n den Füßen jedenfalls gut § geht an — i ist ja recht rthshaus." Sie kannst Du m ausgehen?" mfere Spazier- ine ganz zu- ;n diesem Con« da gar nicht t gpeculation: !e kein Applaus um die Hände it Essen, welcher m inspizirenden elmaier. Unter [getragen, von Knödelmaier fragenden Blick Stuck komm'» Unterhaltungsvlatt pim Gießener AnMger (GeneraL AnMger). 1895 smilienßlüttsk Herzenswege. Novelle von F. Stöckert. (Fortsetzung.) Doctor Schmit trat herein. Sein sonst blasses Gestcht war gerölhet vor innerer Erregung. „Emmy, Fräulein Emmy!« rief er. „Sie ahnen, Sie wissen, warum ich hier eindrtnge. Schon draußen auf dem Eise wollte ich es aussprechen, da» — das schwergefundene Zauberwort. — Doch wozu noch viele Morte, wir wissen es ja längst, daß wir un« lieben und da Ihr Schwager neulich auch meinte, es wäre nun endlich an der Z;it, daß die Welt davon Kunde bekäme, da denke ich, wir zögern nun nicht länger mehr, uns unfern lieben Mitmenschen als Brautpaar zu präsentiren." Das war nun die endliche Erklärung des geistvollen Mannes. Elise hätte gewiß gelacht, wenn Re dieselbe mit an. gehört, und Emmy benahm sich nach dieser Erklärung durch, au» nicht wie eine hold erröthende, selige Braut, es blitzte sogar in rhren braunen Augen. „Mein Schwager veranlaßte Sie?" stieß ste mit bebenden Lippen hervor; und es war ihr, als hätten rauhe, harte Hände in dem Blumengarten ihrer Liebe herumgetastet. „Nun ja, Ihr Schwager, was ist da weiter dabei, es ist deben nur der erste fremde Ton, der da hineingedrungen in unser Glück. Einmal müssen wir die träumenden Augen doch öffnen und uns besinnen, daß die Welt, in der wir leben, Rechte an uns hat!" Während er noch sprach, fiel sein Blick auf das Bild Srdoniens. „Sidonie Welten! Mein Gott, wie kommt das Bild hier, her?« rief er erstaunt. „ . »Sie kennen Re ? Sie kennen Sidonie Welten?" Blaß und tief erschrocken starrte Emmy ihn an. V'S '4 sie kenne, diese Sidonie, o gewiß,' Re war sogar ?ie Heldin einer kurzen Episode meine» Leben», ich will Dir später einmal davon erzählen, Kind.« ,,p nein, das ist nicht nöthig, ich glaube diese Episode ziemlich genau zu kennen. Waren Sie nicht einmal zusammen auf einem Maskenball? Sidonie als Gretchen, Sie als Faust costümirt?" „Ja, dieses Maskenballes entstnne ich mich noch ganz gut, doch wozu alle diese alten Geschichten jetzt zu dieser Stunde, Emmy? Haben wir uns nichts Anderes zu sagen? Darf ich nicht in die Rechte Deines Verlobten eintreten?" Er trat näher zu ihr heran und wollte ihre Hand er- fassen, Emmy aber entzog ihm dieselbe; mit bebender Stimme fuhr Re fort, ihn zu inquiriren: „Auf diesem Maskenball haben Sie Sidonie Ihre Liebe erklärt? ' „Gott ja, es ist schon möglich, daß ich an jenem Abend, fang wie ich war, und in der Champagnerlaune einige un* bedachte Worte gesprochen habe, ohne mir weiter etwa» dabei zu denken. Sidonie wird Re längst vergessen haben.« „Sie hat sie nh vergessen. Sie ist an diesem Spiel, da« Sie mit ihr getrieben, zu Grunde gegangen. Sterbens- krank traf ich Re letzten Sommer in Langooge und jetzt ist sie gewiß tobt, sonst hätte ich sicher ein Lebenszeichen von ihr erhalten." „Und ich, ich soll Schuld Ende?" tragen an diesem traurigen „Allerdings!" kam es kalt, fast rauh von den Lippen des jungen Mädchens. „Emmy! ft mb! Geliebte! Besinne Dich! Soll unser Beiber Lebensglück daran zu Grunde gehen, weil ich einmal in bet Champagnerlaune einem schwärmerischen jungen Mäbchen thörichte Worte gesagt?" „Sie hat an Ihre Liebe geglaubt," etroiberte Emmy feierlich, „bis Sie ihr an einem Abend mit einer anderen Dame am Arm begegnet, mit welcher Sie jedenfalls dasselbe Spiel getrieben.« „Großer Gott, Sie machen ja einen wahren Don Juan aus mir! Jene Dame war eine Cousine von mir, und zu solchen Vorwürfen, wie sie mir Ihre Freundin denselben Abend noch machte, dazu wat durchaus kein Grund vorhanden- Ich sagte ihr das natürlich, vielleicht war ich etwas zu heftig bei diesen Auseinandersetzungen." „Grausam waren Sie!« fiel Emmy ein. „Nun meinetwegen auch grausam. Der Sache mußte eben durchaus ein Ende gemacht werden- Es war ein Spiel, eine Tändelei- Dich aber, Emmy, liebe ich mit der ganzen Es gteti Manne» Existenz Wort öi hie» Wo daß ich „N „D rief jetzt Eni „D stehen I" daß ich ihn zurii unmöglic „N. Profeffoi dernd ui vor ihm sich zu n Seil kein Vor kam übei ständniß wußte er Alltagsie einer foli ihre eigei loseste D hatte. 1 die zartei diese Sch an, als gegenübei wahren i „Re leise auf, da» Bild «Ich kan Wenn sie wenn ihr ich müßte an ihr gi verächtlici lichen Ha Berechn»» über änd, berechnen! Sie ihrer näi und Sehr Mit des Profe mögensvei in keiner hätten, da verstand f Luflhauch, „O j idealen J Nur etwc mehr Leid — nein, i Unru her, schlte die Spraä dafür, ihr Lied von < Jc Jc 3d 3d — fo - 6-.it meue, «,,r. Du kannst und wirst dieser Jugendthor« köpfen, die sich an dem Strand der Nordsee zusammengefunden beit wegen unser Beider Lebensglück nicht zerstören wollen!" | und sich wahrscheinlich beim Wellenrauschen fvnnlich eingesponnen ' Ätfe M ^u ibt berabgebeugt, fast anastvoll schaute hatten in diesen herzbrechenden Roman! Das Tagebuch der er auf ihr blasses Gesicht mit den herbe geschloffenen Lippen. I exaltirte« Sidonie hatte dar seinige dazu gethan, und daß er Ist e» denn möglich, Du bleibst unerbittlich und läßt nun schließlich der Held die es Tagebuchs, das muhte ja diese Liebe die ?o groß und schön au» all' der Alltäglichkeit Emmy für den ersten Augenblick ganz außer Fassung bringen, de» Dasein» emvoraeblüht, zu Grunde gehen? Sagt Dir denn 1 Wenn sie nachdachte Über Alle», mußte sie ja zur Besinnung nicht Dein Herz, welch' bittere» Unrecht Du damit begehst?" I kommen und sich selbst foge«, daß ihr Senebmen ihm gegen« Sin leise» Beben ging durch ihre Gestalt. O, warum I über doch ein recht unüberlegtes, kindisches gewesen- si ging er nur nicht. Dem Wohllaut dieser bestrickenden Stimme, | würde bereuen und au» diesem ersten, kleinen sturm würde durch wL der volle He^enston der Leidenschaft klang, war ihre Liebe- strah^nder -mp°rblüh-n denn zuvor rn ... tniherfteben dock Re mußte stark bleiben und UN« 1 An sein Glück glaubend und an die Macht seiner Liebe, erbittlich, hatte sie doch der sterbenskranken Freundin per« I begab er sich endlich zur Ruhe. Jn seinen Trumen a er ,, ... «ornpRpn daß dieser Mann, der da jetzt I erschien ihm nicht Emmy, sondern Sidonie Welten, blaß, halb sinnlos vor ^Erregung, 'Schmerz und Trauer vor ihr I nervös und interessant Hie flüsterte ihm leise in'» Ohr, wie geroml,t Ä »« -In -annlu«. Emm, hatte-In- °kch^denke Du wirst Dich besinnen, Sind, und wirst I schlaflose Nacht gehabt und lag müde und abgespannt in ihrem e» einsehen lernen, daß wahre Liebe solche Schatten der Ber« Schaukelstuhl. Wie war die Welt doch verwandelt seit gestern! rtntm#nheit tilat" saate er Rüster und verließ dann das trau« I Wohl schien die Sonne eben noch so srühlingswarm und der lich? Gemach 8 in welchem er gehofft hatte, eine holde Braut Himmel blaute so verheißungsvoll, ihre sonnige Frühlings^lt zu umarme?. Draußen auf dem Corridor begegnete ihm der aber, in der sie gelebt und gel.ebt die schien versunken nut «Brnfeffnr ihrem Glück, ihrer Jugend und ihrer Liebe. V 1 Nun Du kommst von Emmy? Seid Ihr endlich einig „Bist Dugzu sprechen, Emmy?" ertönte letzt die Stimme -Wy«'***ÄÄSX ei»ÄÄÄUÄäÄZÄÄtt* * ihr *«™**tj*' s'4m1' „Dachte ich es doch, daß diese Sidonie mit ihrem Tage« gegenüber mit harten Worten vorhaltend. . buch uns noch Unheil bringen würde, daß Du der H-ld der Emmy hörte ihn zlemlichgelaffenamEr war entschieden famosen Tagebuchs bist, ahnte ich ja längst, sah ich sie doch der Letzte, der Einfluß auf sie gehabt hätte WaS verstand Luft »rrüthen hei Nennuna Deines Namens und bann, I er von der Siebe eines Mädchenherzens, wie das ihre Wae MM » W«ÄÄtSÄ MÄMäääwS Bester wäre es allerdings, Ihr wäret verlobt, ,dann könntest lich und hoffte die Unterredung damit zu beenden. d-r tf'Ä «U W L. -- M Me woBe Se nl4t «M«, »ieleW M ft° °»! bie auf einen @tünbe „„„ «7 Sä' U"b ,l,BM “ b“ Adem eine eibm“ Sm*' Sie Inge, lange hatte er ihrer ni« etmaa verlegene Mih- in fein HÜdfchea @efi» ft,--. SZMMZDW MM «-«Z Oeldruckbilder, den fadenscheinigen Teppich, Alles so trödelhaft, I ihrem Geliebten stehm. . h miliar i»ht ihr so geschmacklos wie möglich; die beiden Damen stets in etwas Trocken und geschäftsmäßig. begann b« ^0^00 ie^t tbt aSffallenden Toiletten Wie hatte er sich nur jemals dort auseinanderzusetzen, daß ihr und ihrer Schwester Vermögen S fühten seine Abende dort verbringen können ; in Gesell« durch unglückliche Speculattonen, die er auf den Rath simer schäft dieser' Domen ^unb noch einiger Freunde Gesellschaft-« BanquierS unternommen, größtentheils verloren, was noch ge- NL«ASh-tt°E-L'N^dft-h.DL5KchL?L^«h«N'L ««ß.mttiteti Manier in hart aeßraft werdenI Was konnte er I Dich den taufend und abertausend armen Mädchen anzuschli ß , schließlich basür, baß bie etwas überspannte Sidonie ihn zum I die da mit ihren schwachen Sräften den Sampf um» ase Helden ihre« Tagebuchs gemacht; und bie paar unbedachten I kämpfen müssen, das denkbar traurigste Loo«. „ Lort- an jemm Maskenball^wo er geglalbt hatte, seiner „Ich habe genug gelernt, um mir eine eigene ären nun er« r. sor, indem eine t stieg. wieder in ihren nst; da» blaffe oischen ihr und cofeflor jetzt ihr lester Vermögen »en Rath seine» n, wa» noch ge« ie rettende Hand ang — nur um nmy erregt her« ähnlich! Nein, !lbst verdienen!" >rig bleiben, al» >en anzuschließen, pf um'» Dasein e eigene Existenz streite ich nicht, fache. Hunderte er Arbeit haben, Anspruch nähme. Gs grenzt ja wirklich an Wahnsinn, Emmy, die Hand eines Manne» auszuschlagen, den Du liebst, der Dir eine sichere Existenz bietet, und diese dornenvolle Laufbahn zu wählen. Ein Wort von Dir genügt, ihn zu Dir zurückzuführen, Du wirst die« Wort nicht ungesprochen laffen, nicht wahr, Du gestattest, daß ich ihn aufsuche, ihm sage —" „Rein, nein," unterbrach ihn Emmy. „Du willst nicht! Du beharrst auf Deinem Eigensinn!" rief jetzt der Profeffor, dunkelroth vor Zorn. Emmy hatte sich erhoben. „Du verstehst mich nicht, wirst mich überhaupt nie verstehen!" sagte sie mit bebenden Lippen. „Jetzt, nun ich weiß, daß ich arm bin, mich mit ihm verloben, nachdem ich gestern ihn zurückgewiesen! O, stehst Du e» denn nicht ein, daß da» unmöglich ist?" „Nein, da» sehe ich durchaus nicht ein," erwiderte der Profeffor. Seine großen blauen Augen ruhten halb bewundernd und halb staunend auf dem jungen Mädchen, wie es so vor ihm stand, so stolz und so entschloffen, ein Schicksal auf sich zu nehmen, dem zu entrinnen ihr so leicht gewesen wäre. Kein Wort der Klage über den Verlust ihres Vermögens, kein Vorwurf gegen ihn, der dasselbe so schlecht verwaltet, kam über ihre Lippen. Sie hatte recht, er besaß kein Ver« ständniß jür ihre durchaus noble, ideal angelegte Natur, er wußte es auch nicht zu schätzen, wie es in dem Dunst des Alltagslebens gleich einem erfrischenden Lufthauch uns anweht, einer solchen Ausnahmenatur zu begegnen, die da wie Emmy ihre eigenen Wege gtng, unbekümmert, ob diese in die trostloseste Oede führten, wenn sie nur dieselben für recht erkannt hatte. Um solche Erscheinungen da weben und wallen noch die zarten Schleier der Romantik und der Poesie, und durch diese Schleier sehen sie die Welt mit so ganz anderen Augen an, al» ihre Mitmenschen, die dem Leben mit klarem Blick gegenüberstchen und ihre Vortheile in jeder Lebenslage zu wahren wiflen. „Rein, ich kann nicht, ich kann nicht," stöhnte Emmy leise auf, als der Profeffor sie verlaffen und an seiner Stelle das Bild de« Beliebten wieder vor ihr geistiges Auge trat. „Ich kann e» nicht, meinetwegen und Sidonten» wegen nicht. Wenn sie doch noch lebte, wenn sie mir noch einmal begegnen, wenn ihre dunklen Augen mich fragend anschauen sollten und ich müßte ihr gestehen, daß ich Dem angehöre, der so schlecht an ihr gehandelt! Und er! O, ich kenne es so genau, das verächtliche Zucken seiner Lippen, wenn von irgend einer kleinlichen Handlung die Rede ist, und müßte er mich nicht der Berechnung zeihen, wenn ich jetzt meine Gesinnung ihm gegen- über änderte? Nein, lieber Alles ertragen, al« kleinlich und berechnend in seinen Augen dastehen!" Sie ahnte nicht, daß Doctor Schmit in dieser Stunde in ihrer nächsten Nähe weilte. Unruhe, Ungewißheit, Hoffen und Sehnen hatten ihn hergetrieben. Mit stummer Resignation vernahm er die Eröffnungen öc« Professors. Als auch von Emmy'» veränderten Ver« mögensverhältniffen die Rede war, wie diese ihre Entschlüsse in keiner Weise beeinflußt, sondern dieselben eher gefestigt hätten, da ging ein eigene« Leuchten Über sein Gesicht. Er verstand sie und athmete tief auf, al« fühle er den frischen Lufihauch, von dem sein Freund nicht« empfunden. .. ,"0 Kind, Kind! ‘ rief er, „wie willst Du mit diesen meaien Ansichten den Kampf mit dem Leben aufnehmen! Nur etwa» weniger Idealismus und Schwärmerei; etwas mehr Leidenschaft, dann wäre vielleicht alles gut — und doch — nein, ich möchte Dich nicht anders!" A^hig und tief erregt lief er im Zimmer hin und er M °n den Flügel. Vielleicht daß ^ Spwche der Gesanges, sie hatte ja so inniges Verständniß dafür, ihr Herz wendete. Er stimmte da» wundersam traurige «ied von Schuman an: Ich sende einen Gruß, wie Duft der Rosen, Ich send' ihn an ein Rosenangesicht. ien?,e e*nen Gruß wie Frühlingskosen, ^ch send ihn an — ein Rüg' voll Frühlingslicht. z Aus Schmerzmsstürmen, di« mein Herz durchtosen, Send' ich den Hauch, Dich unsanft rühr' er nicht! Wenn Du gedenkest an den Freudelosen, So wird der Himmel meiner Nächte licht. Jeder Ton diese« herzbewegenden Liede« drang zu Emmy herüber und trieb ihr die heißen Thränen in die Augen. Tief, tief sang er sich in ihr Herz hinein und liefe sie Alle«, Alles vergessen, nur das Eine nicht, daß sie ihn liebte. Sollte sie hinüber nach dem. Salon, ihm danken für sein Lied, ihm sagen, daß dasselbe ihr Herz bezwungen? Schon hatte sie sich erhoben, da fiel ihr Blick auf da« Bild Sidonien«. Auch sie hatte e-nst dieser bestrickenden Stimme gelauscht. Zögernd blieb sie an der Thür stehen und nun war der ützte Ton verklungen, sie stand nicht mehr im Banne seiner Stimme und die Vergessenheit aller Dinge, die über sie gekommen während seines Gesanges, wich allmälig von ihr. Wohl be« gann ihr Herz heftig zu klopfen, als sie jetzt hörte, wie er das Hau« verließ, aber sie ließ ihn gehen, sie rief ihn nicht zurück. Ist es die Macht de» Schicksals, die uns zu solchen Handlungen bestimmt? Over sind wir es selbst, die unser Schicksal bestimmen ? Ein einziges Wort hätte genügt, die Zukunft Emmys glücklich und sorgenfrei zu gestalten, aber sie sprach es nicht aus und nahm gelassen ein Schicksal auf sich, das sie mit dem traurigsten Alltagsgesicht des Lebens höhnisch anschaute. Heiß lag die Junisonne Über der Residenz, ihre glühen- den Strahlen brannten sich ein in die Mauern der Häuser, in die Bürgersteige, Alle«, jeder Pflasterstein schien Gluthen auszuströmen. Wer irgend flüchten konnte aus dieser beängstigenden Schwüle, der vertraute sich dem Dampfroß an, das ihn mit Windeseile davontrug in kühlere Regionen, wo Wälder erquickend rauschten oder Meereswogen ihn grüßten mit ihren urewigen, herzerfrischenden Gesängen. Za diesen glücklichen, bevorzugten Menschenkindern zählte der Doctor Schmit. Die Ferien hatten begonnen, und ohne Pflichten, ohne Fesseln, wie er war, durfte er hinauseilen aus dem Häuser« meer, hinaus in die weite, schöne Gotteswelt. Sein Reiseziel ging nicht allzu sehr in'« Weite; nur in den Thüringer Wald hinein, und von dort aus wollte er nach einer kleinen entlegenen Stadt, in welcher fein Freund, der Professor, seit Anfang Juli am Gymnasium angestellt war. Dort hoffte er auch sicher Emmy wieoerzusehen und ihr Trotz« köpfchen endlich zu besiegen. Schließlich mußte sie ja doch trotz aller idealen Ansichten einsehen, daß die Liebe hier Siegerin bleiben mußte. So bestieg er denn voll Sehnen und Hoffen die Droschke, die ihn nach dem Bahnhof bringen sollte Vorüber ging es an Häusern, an öffentlichen Plätzen, an Hunderten von Menschen, die da blaß und müde in der MlttagSgluth durch die Straßen eilten. Unter diesen wenig Beneidenswerthen befand sich auch Emmy. Sie hatte den neuen Wohnort ihres Schwagers sehr bald wieder verlassen. Da« trostlose Einerlei der kleinen Stadt, das unthätige, ereignißlose Leben, dazu die gereizte üble Laune ihres Schwager«, die Verstimmung ihrer Schwester, alles das war ihr unerträglich vorgekommen. Ihre gesunde, energisch; Natur bedurfte der Bewegung, des Handelns, des Schwimmen« im vollen Lebensstiom. So erklärte sie denn eine« Tage«, daß sie den Ihrigen nicht länger wollte zur Lust fallen und nach der Residenz zurückzukehren gedenke, wo sie schon irgend einen Erwerbszweia für sich finden würde. ö Ihr Schwager hatte nur ein höhnisches Lächeln dieser Erklärung gegenüber, während Elise sie himmelhoch bat, doch zu bleiben, mit der Zeit würde sie sich ja schon an das Leben in der kleinen Stadt gewöhnen. Es sei doch ganz undenkbar daß sie in Berlin allein wohnen könne, dazu sei sie viel zu jung und hübsch. (Schluß folgt.) — U — Iris- i Bei einem Familienfeste wurde ich unlängst befragt, 1 was ich mir wohl unter dem oft so häufig empfohlenen Iris Creme (Teintmittel) vorstelle; die fragende Dame er« zählte, daß ihr dieses Präparat vom Geheimrath P. als vorzüglich für den Teint und die Körperhaut empfohlen sei, sie hätte aber nach der Bedeutung des lateinischen oder grie- gischen Wortes „Iris“ nicht fragen mögen, um nicht zu ungebildet zu erscheinen. Bevor ich selbst antworten konnte, beeilten sich sechs bis acht Damen, möglichst gleichzeitig der Fragestellerin Auskunft zu ertheilen. Die erste verwechselte Iris mit der ägyptischen Göttin Isis, wurde aber sofort belehrt, daß auch Iris eine Göttin war, und zwar die Botin der Here, und daß ihr Weg vom Olymp zur Erde jedesmal durch den Regenbogen bezeichnet wurde, als deffen Göttin man sie demzufolge verehrte. Dar« gestillt wird sie als eine schöne geflügelte Jungfrau und es solle die Bezeichnung „Iris Creme“ wahrscheinlich andeuten, daß dieses Präparat den Menschen ein götterähnliches Aussehen verleihe, wie man in ähnlicher Weise „Ambrosia" und „Nectar" zur Benennung besonders köstlicher Speisen und Getränke anwendet. Noch bekannter war den Damen, daß der breite farbige Ring in dem Augapfel „Iris" genannt wird (Regenbogenhaut) und eine Dame wußte sogar, daß einer der kleinsten Planeten „Iris" heißt. Nicht wenig aber erstaunte man, als ich erklärte, daß es sich im vorliegendem Falle nur um die allbekannte Veilchenwurzel handelt, welche die meisten Menschen schon als Säugling schätzen lernen; diese führt ihren Namen nur wegen ihres Verlchengeruchs, ist aber in Wahrheit der Wurzelstock einer in den Mittelmeerländern häufigen Art der Schwertlilie (lateinisch Iris.) Aus pulverisierter Veilchenwurzel werden besonders in Italien schon lange Parfümerien hergestellt, z. B. das bekannte „Polvere d’lreos“ aus dem Kloster Santa Maria Novell« in Florenz und verschiedene Iris-Spezialitäten einer in Sesto befindlichen großen Fabrik; bis jetzt hat man aber diese Wurzel noch nie zur Herstellung von Toilette-Creme benutzt, und es ist erfreulich, daß diese Erfindung einem deutschen Chemiker gelungen ist, dem technischen Dirigenten der Fabrik pharmaceutischer und kosmetischer Präparate von Apotheker Weiß u. Co. in Gießen. Diese Firma hat mit deutscher Gewiffenhaftigkeit ihre Erfindung so lange vervollkommt, daß, als „Crdme Iris“ dem Verkehr übergeben wurde, das neue Präparat sofort allseitigen Beifall fand. Die bisher vielfach vom Auslande bezogenen Toilette- Cremes sind oft geradezu gesundheitsschävlich durch ihre giftigen Ingredienzen, wie jeder Arzt bestätigen wird; — auch enthalten sie Fett, ruiniren die Wäsche und werden leicht ranzig. Alle diese Uebelstände sind bei „Crdme Iris“ ausgeschlossen, denn hierin sind außer dem Jcisextract nur solche Zuthaten enthalten, die sich als besondeiS vortrefflich für die Haut bewährt haben und für deren Unschädlichkeit die Firma Apotheker Weiß u. Co. volle Garantie übernehmen kann. „Creme Iris“ erzielt also vor allem einen tadellos reinen Teint und ist darum das Interesse durchaus gerechtfertigt, welches alle Damen an diesem neuen Kosmetikum finden, und schon aus diesem Grunde sollte es auf keinem Toilettentische fehlen. Außerdem sind aber der Fälle gar viele, in denen man die für das körperliche Wohlbefinden so wichtige Thättgkeit der Haut durch geeignete Mittel unterstützen muß, so z. B. das bet kalter Witterung häufige Ausspringen der Haut im Gesicht, an Händen und Lippen, ferner Frostbeulen, Gesichtr- röihe rc. re.; hiergegen wird „Creme Iris“ stets mit bestem Erfolg angewandt werden, ebenso bei Brandwunden, Wundreibung und Hautreizungen jeder Art immer schnell Linderung schaffen. Ein besonderer Vorzug dieses Präparats ist, daß es völlig öl- und fettfrei ist, daher nie ranzig wird, sondern sich unbegrenzte Zeit in bestem Zustande erhält und in Wäsche und Kleidung keine Flecken verursacht. Aber nicht allein im eigentlichen Bedarfsfälle, sondern immer ist es rathsam, ein so gutes Präparat wie „Creme Iris“ zu benutzen, denn bekanntlich wird durch rationelle H a utp fl ege am besten vielen Krankheiten vorgebeugt. Die Haut schützt nämlich mit der unter ihr befindlichen Fettschicht die lebenswichtigen Gebilde des Körpers vor der unmittelbaren Einwirkung äußerer Einflüsse; sie reguliert zum großen Theil des Körpers Wärmeverbältnisse, indem sie durch directe Wärmeabgabe und durch Verdunstung dessen Temperatur auf einer gleichen Höhe erhält, sowie auch ein' Theil des dem Körper zugeführten und in ihm selbst erzeugten Wassers denselben durch die Haut wieder verläßt. Die Körperoberfläche ist besonders nach Erhitzung sehr empfindlich bei plötzlicher Abkühlung, wie z. B. Zugluft, durchnäßte Fußbekleidung rc., infolgedessen entstehen Erkältungen, die oft schwere Krankheiten verursachen. Eine sorgsame Hauptpflege ist darum von hoher hygienischer Bedeutung und erkannten dies schon die ältesten Culturvölker, indem sie durch häufige Salbungen die Haut widerstandsfähiger machten und ihrem Schönheitssinn entsprechend ansehnlich erhielten. In letzterer Beziehung wird nun zwar auch bei uns, von den Damen wenigstens, der Hautpflege Aufmerksamkeit geschenkt, in hygienischer Hinsicht dagegen geschieht sehr wenig. Im Anschluß auf die oben beschriebene Zusammensetzung der „Creme Iris“ empfehle ich somit dieses Präparat als ein kosmetisches Mittel ersten Ranges für die Pflege der Haut; es conservirt die Haut und erfrischt sie nach jeder Erhitzung und Reizung, rote z. B. nach anstrengenden Märschen, nach dem Tanzen und Reiten, nach der Jagd rc. und bei Männern auch nach dem Rassteren. Für Damen empfiehlt sich, Abends vor dem Schlafengehen Gesicht, Büste und Hände mit „Creme Iris“ einzu- reiben, wofür das Nähere aus der jeder Dose beigesügten Gebrauchsanweisung ersichtlich ist; beim Einkauf verlange Man aber ausdrücklich „Creme Iris“ von Apotheker Weiß u Co. in Gießen, da diese Firma volle Garantie für ihre Fabrikate übernimmt und nur auf sie sich meine Empfehlung bezieht. ______________ VeruMhtes. Bettlerhumor. Richter: „Sie sind 'mal wieder beim Betteln abgefaßt worden; wie sich aus Ihrer Baarichast ergiebt, scheint das für Sie ein ziemlich einttäglicheS Geschäft zu sein." — Landstreicher: „Na, e„ geht g'rad net so schlecht, Herr Richter, aber feuerfesten Geldschrank hab' ich bis heute auch noch keinen nöthig g'habt. * * • Parirt. Frau: „Wenn Du doch nur ein einziges Mal den Hausschlüssel hier lassen könntest?" — Mann: „Ach, Herz, dafür hab' ich Dich viel zu gern, als daß ich Dich jede Nacht so spät herausschellen möchte." * * * Mißverständniß. „Sieh nur mal: Unter den Gewinnen der Ausstellungslotterie findet sich auch eine Marmorbüste im Preise von ö2ö M. Das ist doch furchtbar theuer. Ich wüßte wirklich nicht, was man damit anfangen sollte, wenn man sie wirklich gewönne." — „Nun, ich würde sie versilbern." — „Ader dann würde sie noch theurer!" < Emi nachhäng. So hatte gefprochei als könn Schmerze: über sie । Gedanken sich und : heiß es i Pulsschla die beton der Zaub Es sie diese । ganz And hier vorü Das Wegen; c leit bliebe gewohnter saß, stieg des social hörte sie davon bei Vor Geistlicher das Elend trostlosen in ihrem kaum eine auch sie x da, Glück und leben: Redaktion: A. Schcydg. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckern (Fr. Lhr. Pietsch) in Gießen.