Taille mit seine seidene bezeichnete r von Boet» Schleppe auf silberspitzen' on Schrader len schönem I mit Zobel« Blumen ver« it mit einer Unterkleide en garniert, rße brünette sugendfrische onssecretärs atnnterkleide Taille und Fremdwörter ^on manchen : „Wie sagt Und eine he Ausdruck ) wie heißt Schwester!" )ame fragt n al» sehr worden ist: rrn S- gut rl, als ich ich neulich mor bemalt, wie ächter ich gestern steht, da» Grad unter mein letzte« jt, daß e» 8 Comptoir — Commi«: im Geschäft daß er auf lver» statt: II rau, das ist der Garten mnnen." — u n Berliner): giebt's keine a doch keene I't I I Herzenswege. Novelle von F. Stöckert. (Fortsetzung.) „Die das verstehen und durchführen, sind wohl nur selten bevorzugte Menschen, Lieblinge der Götter!" rief Emmy. „Ja, das meine ich auch," mischte sich ein altes Fräulein in'» Gespräch. „Das Schicksal mit seinen Härten, seinen Schicksalen zerstört doch sehr bald alle Jugendträume." „Das ist eben Lebenskunst, mein Fräulein, trotz allen Schicksalen den Kopf oben behalten, nicht träumen, sondern leben, leben und jung bleiben in allem seinem Fühlen und Empfinden." „Jedenfalls haben Sie noch keine herben Schicksale gehabt," erwiderte das alte Fräulein, ihn sehr überlegen anschauend. • „So, meinen Sie! Glauben Sie, daß ich stets auf Rosen gewandelt, nicht auch an Abgründen gestanden, an dunklen Tiefen vorüber ging, und das öde Alltagsgesicht des Lebens mich nie hohnlächelnd angeschaut hat, wenn ich auf der Höhe stand, nach den Sternen greifen wollte?" „Wenn Ihnen das Alles erspart geblieben, wäre Ihre gepriesene Lebeurkunst nicht allzu groß," fiel Emmy ein. „Mir war das Schicksal bi» jetzt so gnädig: Meine Eltern verlor ich als kleines Kind, wo ich eines tieferen Schmerzempstndens noch nicht fähig, und liebreiche Verwandte erzogen mich. Als mir das Leben aufging, da war Alles schön und licht und so ist es geblieben bis aus den heutigen Tag." „Und möchte es noch lange, lange so bleiben!" setzte Schmit mit einem warmen Blick hinzu. Emmy sah ihm sinnend nach, als er jetzt zu einigen Herren herantrat, und blieb eine ganze Weile sehr nachdenklich. Plötzlich zuckte sie zusammen. Ein herrliches Lied drang an ihre Ohren- Fluthenreicher Ebro, blühendes Ufer, All' Ihr grünen Matten, Schatten des Waldes, Fraget die Geliebte, die unter Euch ruhet, Ob in ihrem Glücke sie meiner gedenket! klang es durch den Salon. Schmit saß am Flügel und Emmy lauschte wie im Traum seiner sympathischen Baritonstimme. Warum mußte nur während dieses Gesanges Sidoniens Bild plötzlich vor ihre Seele treten? War nicht der Geliebte, von dem ihr ganzes Tagebuch handelte, eine ähnliche Erscheinung gewesen, wie der intereflante Mann, der dort am Flügel saß, hatte er nicht auch mit Vorliebe Schumann'sche Lieder gesungen und das Herz Sidoniens damit bethört? Gott im Himmel, wenn er es wäre! Nein, nein, das ist nicht möglich, so glücklich, so sorglos und unbekümmert kann ein Mensch nicht auftreten, der ein solches Unrecht auf dem Gewiffen hat. Hinweg mit diesen dummen Gedanken, schließlich kam sie noch dahin, daß sie jeden einigermaßen intereffanten Mann, der in ihren Lebenskreis trat, für denjenigen hielt, dessen Sünden jenes Tagebuch enthüllte. Die Gäste hatten schon längst die Wohnung des Professors verlassen, überall waren die Lichter erloschen, nur Emmys Stube war noch erleuchtet- Das junge Mädchen faß noch in vollständiger Gesellschaftstoilette, mit glühenden Wangen bei der Lampe, ganz versunken in die Seetüre des Tagebuchs ihrer Freundin. Noch nie hatte sie dieselbe so gefesselt wie heute, so oft sie auch schon das Buch durchblättert und einzelne Stellen darin gelesen, es war, als ginge ihr erst heute ein Verständniß auf für die Sprache dieses jungen leidenschaftlichen Herzens- Welch' eine Liebe und welch' ein Elend, das darauf gefolgt! — Ob das arme Herz nun Ruhe und Frieden gefunden? Emmy hatte nichts wieder von der Freundin gehört. Nach Berlin war sie jedenfalls nicht zurückgekehrt, sonst hätte sie doch wohl ein Lebenszeichen von ihr erhalten. Vielleicht war sie im fernen Süden, wohin sie noch von dem Nordfeebade aus hatte gehen wollen, einsam und unbeweint gestorben. Nähere Verwandte besaß sie ja nicht, ihr Tod konnte ja nirgends eine unausfüllbare Lücke verursacht haben. Wie traurig aber mußte solch' ein Sterbebett fein, welches keine sorgende Liebe umgab, wo fremde Hände walteten und keine Seufzer und keine Gebete zum Himmel stiegen, die um Erhaltung des geliebten Lebens baten und flehten! Fröstelnd begab sich das junge Mädchen zur Ruhe, aber fo traurig die Gedanken, mit denen sie eingeschlafen, so hell und licht waren ihre Träume. Der Refrain des Schumann- schen Liedes: Ob sie in ihrem Glücke Auch meiner gedenket? - 66 - die Liebe sich ihr zu nahen. sang und klang hindurch und ein geistvolles Männerantlitz sah - „Nun, was hat denn unser Salon sür besondere Borste lachend an und ries: Die Jugend allein ist des Lebens I züge vor denen anderer Leute?" fragte die Frau Professor, werth! | „Sehr, sehr viele!" erwiderte Schmit. „Da gibt es Und als sie am Morgen erwachte, da empfand sie es als I Salons, welche so mit Prunk überladen sind, daß es mir dort etwas unsagbar Schönes, daß sie jung war und berechtigt zu | vorkommt wie in einem modernen Ausstattungsstück, wo auch allen Lebensfreuden. j der Glanz, die Pracht oft über die innere Leere Hinweghelfen * e * i soll Soll man sich da wohl fühlen, wo die Gedankenarmuth Do-tor Schmit war seit jenem Gesellschaftsabend ein sehr Lr? Mffem In" anderm häufiger Gast im Hause seines Jugendfreundes und dieser Jo* | ^der wird eine geniale Unordnung förmlich zur Schau ge* wohl wie seine Frau waren baldnicht mehr im Zweifel, daß | trQgen $ie Damen des Hauses sind zu großen Geistes, um Emmy allein bie^® 93efu<|e QaUen, vofl ^eUna^me I $$ um pro^e Haushaltungsgegenstände zu kümmern. Da und Interesse beobachteten st^ den Verkehr der beiden liebens | tau$en benn |n der Regel alle Lampen, der Thee ist un- würdrgen, heiteren Menschen. I genießbar, das Bier schal, der Schönheitssinn wird durch Un- „Ein Paar, wie für einander geschaffen," meinte der Pro- | orbnun8 durch geschmacklose Toiletten verletzt, dazu ist die fessor eines Tages lächelnd zu seiner Frau, während Emmy | partout geistreich sein sollende Unterhaltung fürchterlich. Bei und der Doetor am Flügel saßen und mit großem Eifer eine | c$nett h^gegen, da herrscht wirkliche Harmonie, jene un- Symphonie von Beethoven übten. definirbare, anheimelnde Behaglichkeit, und welch' ein Schön- „Ein wenig Sturm, etwas Hangen und Bangen hätte I h^sstnn! Der Hermeskops dort zum Beispiel steht so auf dem ich den Beiden, besonders meiner Schwägerin, wohl gewünscht, | Platz, als hätte Praxiteles denselben selbst für ihn es geht mir Alles zu glatt ab bei dieser Liebe, Alles macht | ausgewählt." sich da ganz von selbst, sie spielen Clavier, laufen Schlittschuh I Das kommt allein auf Rechnung meiner Schwägerin!" zusammen, Beide haben Vermögen, auch nicht das geringste I riec ber Professor. „Derartige Anordnungen trifft sie stet« Wölkchen will aufsteigen an diesem Liebeshimmel." | Min, da darf Niemand hineinreden. Du solltest nur einmal „Ja, ob sie sich denn wirklich lieben?" erwiderte Frau I einen Blick in ihr Allerheiligstes thun, das ist wahrhaft künst- Elifs etwas zweifelnd. | lerisch ausgestattet." „Daran zweifelst Du noch? Es fehlen dieser Liebe nur „Vielleicht würde dasselbe auch nur den Eindruck eine« die Hindernisse, die leidenschaftlichen Aufregungen, um in modernen Ausstattungsstücks auf den Herrn Doctor machen I hellen Flammen emporzulodern. Man müßte wirklich der« j rief Emmy lachend. „Großen Gedankenreichthum« kann ich gleichen einmal gewaltsam herbeiführen I" I mich doch kaum rühmen, sonst hätte ich wohl auch schon zur „O, um Alles in der Welt nicht!" rief Elise. „Es wäre Feder gegriffen und mich wenigstens zu einem Tagebuch ver- unverantwortlich, hier störend einzugreifen. Mögen sie sich I stiegen, wie meine arme Freundin Sidonie." nun lieben oder nicht, glücklich sind sie jedenfalls in diesem I „Sidonie? Sie haben eine Freundin dieses Namens? SBctfebt tttitcinonbct" I ftciQtc Sdjinit. Elise hatte recht, glücklich waren di- Beiden, deren kunst. "3°, «ir lernten uns im --widerte Emmy, geübte Finger dem Flügel die wunderbaren Harmonien eines I mnr"o« hie5 Sidonie eine bnsterische Beethoven entlockten Glücklich in ihrer ungestandenen Liede. ''Nun. 'denfalls war esdiese D«-Z°«b--w°ch da« »°ch ">* 6- Ä ÄTto-TÄÄ äS s xFE -ÄBirÄäSBÄ gleichgiltig auf den Worten, die zweier Herzen höchste Selig- | diese '°-/os giuanye. aelauien?" sraate er kett nun v->Iü»d-,-n. dann »t doch de, erfe ,°,I« «üch-n- W, ’ÄBÄ Ä« Ichmch ihrer Liebe dahin und di- Prdia d-« Seb« maeitte ®‘6Sn ifl «°> Mm ihre Rechte geltend. Dann kam die Rede auf Ausstattung der ätzten ^age. „ . . und dergleichen; eine passende Wohnung mußte gesucht werden, I noch ganz der t, 4$ Tll °>°« imL-chl« eine Sch-lettMm hatte. 91.1», di.,, z-il, lich«. -uh-n-^nd dich W, I«°, -6t. sch-ch-ttm «den, I- lange x'-i-d, Ld-V°" ' Md »m„ SM- fie di- W-g-u d-r 81.6. «un doch ***&&** SR 'ätatoVwi über sich zusammenschlagen? Klang der alte, urewige Gesang I m“t8' b . , crEi'nosiLein aetauckt" ' der Frau Minne lockend und berauschend an ihre Ohren? - mir die Welt wie in Fruhlingsschein getaucht. Wohl vernahm sie ihn, aber er war von einem anderen Klang, I „Vielleicht erscheint sie Dw, wenn der Lenz ins Land als wie ihn ihre arme Freundin Sidonie vernommen. Da I gezogen, in Etseshauch gehüllt. Solche Stimmungen verfliegen, war nichts von jener leidenschaftlichen Ruhelosigkeit, nichts von I die lassen sich unmöglich sesthalten. jenen eifersüchtigen Zweifeln, von welchen da« Tagebuch er- I „Und warum nicht, ich gedenke sie festzuhalten, wills zählte. Harmonisch, wie ihr ganzes Wesen war, so schien auch I Gott für mein ganzes Leben l" Ein Blick glückstrahlender Zu- ------- - verficht fiel auf Emmy, die unter demselben heiß erglühte. Die Beethoven'sche Symphonie war jetzt beendet; die I Frau Elise lächelte ein wenig und ihr Gatte erklärte den beiden Spieler verließen ihren Platz am Flügel und nahmen I Freund für einen Idealisten. an dem runden Sophatisch Platz. I Es ist eine unsagbar schöne, herrliche Zeit, dachte Emmy, Behaglich lehnte Doctor Schmit in dem weichen Fauteuil. I al» sie sich am Abend zur Ruhe begab, unv sie träumte von „Das nenne ich doch die Quintessenz des Daseins, so mit I dem morgenden Tag, der sie wieder mit dem Geliebten zugleichgesinnten guten Menschen an solchem Winterabend zu- sammensührte auf der Eisbahn. Hand in Hand flogen sie b sammenzusitzen, noch umrauscht von den hehren Melodien eine» I den Klängen der Mtlitärmufik über die glatte Fläche. Z Beethoven, und in einem Salon wie der Ihre, Frau Pro- I ungemein glückliche Menschenkinder, die da fest glaubten den fessor!" rief er mit leuchtenden Augen, das Glas Ananas- I thörichten Traum, daß es ewig, ewig so bliebe. punsch, das ihm Emmy soeben credenzt, an die Lippen führend. I * • endlich zu En in we! II sorglos Solche Mtßve artige« Sache. Wir rr sein is daß e< auf ke stoßen. II Heeren! S Ihre i taucht, lingsst hast 3 drängt über s 3 wurde auch » S andere seiner fie sich möchte H Emmy fessor« er etw -- nur, £ Du ni 8 Du do Verdri Frauei lassen, Ausspi selben. und @ n ganze i Frau II gereizt digen ich mti gehe g n Dein । einer ! Präses einand Frau ben, b 67 idere Vor- Professor. a gibt es $ mir dort I, wo auch lnweghelfen akenarmuth Bilder, die )n anderen Schau ge« Seistes, um rmern. Da hee ist un« > durch Un« iftgit ist die erlich. Bei , jene un« ein Schön« so auf dem löst für ihn chwägerin!" fft sie stets nur einmal rhaft künst« tdruck eines ir machen!" 18 kann ich ch schon zur agebuch ver- i Namens?" verte Emmy. e hysterische, wohl nicht," ar Gespräch tot, aber die a, schwanden ihren begeg« »gnomie, als ?" sragte er i dem Regen der Professor vollen Zügen einen Augen, li rthe als da« r ist, scheint uz in's Land iett verfliegen, halten, will'» cahlender Zu« 3 erglühte. t erklärte den dachte Emmy, ! träumte von Geliebten zu« flogen sie bet äche. - Zwei : glaubten den „Ich wundere mich nur, daß der Doctor Schmit sich nicht endlich einmal erklärt," sagte die Frau Professor eines Tages zu Emmy, als sie sich Beide zu einer Gesellschaft schmückten, in welcher der Genannte auch erscheinen sollte. „Warum erklären, es ist ja so so schön," erwiderte Emmy sorglos. „Ja, aber so kann es doch nicht ewig bleiben, Kind! Solcher ungestandenen Liebe drohen überall Gefahren durch Mißverständnisse, Klatschereien; steht man aber vereint derartigen Irrungen gegenüber, so ist das eine ganz andere Sache." „Mein Gott, was sollen uns denn für Gefahren drohen? Wir wissen Beide, daß wir uns lieben, ach, und dies Bewußtsein ist so süß, so beseligend, ich kann mir gar nicht denken, daß es noch schöner werden könnte." „Solche Liebe, so beseligend sie auch sein mag, sie steht auf keinem festen Fundament, ein Windhauch kann sie umstoßen." „Ein Windhauch? O nein, Elise, da müßten schon verheerende Stürme Hausen!" Lächelnd steckte sie eine Rose in die glänzenden Flechten. Ihre und seine Welt war ja in Frühlingsglanz und Licht getaucht, und wenn ihnen Stürme nahten, so waren es Frühlingsstürme, die waren selten verheerend und zerstörend. „Run, vielleicht erklärt er sich heute," neckte Elise- „Du hast Dich ja überaus reizend geschmückt, das Liebesgeständniß drängt sich vielleicht angesichts Deiner Schönheit ganz von selbst über seine Lippen." Die Frau Professor aber irrte sich leider, das Wort wurde nicht gesprochen, heute nicht und die folgenden Tage auch nicht. Auch der Professor wurde endlich ungeduldig. „Er hält andere Bewerber um Emmy zurück," meinte er ärgerlich zu seiner Frau, „und es wäre doch sehr wünschenSwerth, wenn sie sich bald verheirathete." „Warum so sehr wünschenSwerth, Emmy ist ja noch jung, möchtest Du sie gern los sein?" „Das nicht — aber — Schmit hat Vermögen — und Emmy —" Eine hilflose Verlegenheit malte sich in des Professors Zügen. Er holte ein paar Mal tief Athem, als hätte er etwas auf dem Herzen, was er sich scheute, auszuspreche«. Seine Frau sah ihn verwundert an. „Was hast Du nur, Otto, schon seit einiger Zeit bist Du so sonderbar. Bist Du nicht wohl?" Er lachte etwa» gezwungen. „Nicht wohl! Wie kommst Du darauf, sehe ich etwa leidend aus? Es gibt eben kleine Verdrießlichkeiten für uns Männer, die nicht gerade für Frauenohren taugen. Sie werden sich ja wohl alle beseitigen lassen, ohne daß Du damit beunruhigt wirst." „Ich wollte doch, Du verschwiegst mir nichts. Jedes Aussprechen erleichtert, und gerade Deine Natur bedarf desselben." „Nein, Kind, ich kann mich jetzt nicht darüber aussprechen, und Gott mag es verhüten, daß es je geschehen muß." „Mit solchen Reden ängstigst Du mich mehr, als die ganze Geschichte vielleicht werth ist," klagte Frau Elise. „Eine Frau kann das volle Vertrauen ihres Mannes beanspruchen!" „Quäle mich jetzt nicht, Kind," erwiderte ihr Mann etwas gereizt. „Ich habe den Kopf so voll jetzt, auch mit den leidigen Schulgeschichten, Du weißt ja, mit dem Director stehe ich mich schlecht genug, ich glaube, das beste wird sein, ich gehe ganz fort von hier." „Fort von hier?" rief seine Frau erschrocken. „Das kann Dein Ernst nicht sein! Die Residenz verlassen, vielleicht nach einer kleinen Stadt gehen, das wäre schrecklich." „Das Schrecklichste wäre es noch nicht," murmelte der Professor und stahl sich aus dem Zimmer, weiteren Auseinandersetzungen zu entgehen. Kopfschüttelnd blickte die junge Frau ihm nach. Was kann das nur sein? fragte sie sich und griff zerstreut nach der Zeitung, in welcher ihr Mann gelesen; den Börsenartikel aber, der seine Laune so gründlich verdorben, beachtete sie in keiner Weise. Ein leichter Schritt ließ sich jetzt draußen vernehmen und Emmy, mit rosig angehauchtem Gesicht, die Schlittschuhe am Arm, trat in das Zimmer. „Ach, war das schön heute!" rief sie, indem sie sich ihrer winterlichen Umhüllungen entledigte. „Das Eis wird nur leider schon zu weich, die Februarsonne hat zu viel Kraft." „Ja, das Vergnügen hat wohl nun die längste Zeit gedauert," erwiderte die Frau Professor. „Ich hoffte immer, es würde beim Schlittschuhlaufen nun endlich das schwergefundene Zauberwort von einem gewissen Jemand gesprochen werden," fuhr sie lächelnd fort. „Heute dachte ich es selbst," sagte Emmy und blickte sinnend auf ein Veilchensträußchen, das sie in der Hand hielt. „Es war, als ob Lenzeslüfte wehten, Veilchensträußchen wurden feilgeboten, und Schmit führte so verwirrte, wunderbare Reden, die mir vorkame«, wie die Einleitung zu einer endlichen Erklärung. Ich glaube, geistvollen Männern wird solche Erklärung schwerer als andern; die gewöhnlichen banalen Redensarten wollen sie nicht machen." Elise lachte hell auf bei diesen letzten Worten ihrer Schwester. „Ich bin wirklich gespannt, wie die Worte schließlich lauten werden, mit welchen dieser große Geist seiner Liebe noch Ausdruck geben wird. Vielleicht thut er es schriftlich, wie Otto, der mir, nachdem er mir acht Wochen lang die Cour gemacht, kurz und bündig schrieb, er liebe mich und so weiter." „Ja, Otto!" Emmy verschluckte noch rechtzeitig die etwa» geringschätzige Bemerkung, die auf ihren Lippen schwebte. Hier einen Vergleich zu machen, da» war Unsinn. In seiner Art mochte ihr Schwager seine Frau gewiß lieb haben und diese ihn auch. Solche Liebe aber, wie sie ihr aufgegangen, so voll Poesie, so reich an Seligkeit und Glück, nein, da» war denn doch etwa» ganz anderes. Ihre Schwester mochte ihre Gedanken errathen. „Du denkst natürlich, Eure Liebe ist einzig in ihrer Art, da sind keine Vergleiche möglich; aber tritt nur erst ein in die Prosa des Ehestands, da ändert sich Manches." „Run, vorläufig find wir noch gar nicht verlobt und von Prosa ist noch lange keine Rede." Fröhlich ein Liedchen trällernd, suchte sie ihr Zimmer auf und warf sich dort, müde vom Schlittschuhlaufen, auf das Sopha. Die vergangenen Stunden zogen noch enmal an ihrem Geist vorüber, alle Worte, die Schmit zu ihr gesprochen und die ihr seinen erregten Seelenzustand genugsam verrathen, tönten wieder an ihre Ohren, wie leidenschaftlich, wie bestrickend hatte seine Stimme geklungen, dazu die Herzenslust, die Veilchendüste, der blaue Himmel, der warme Sonnnenschein. Jetzt war die Sonne, die ihnen in diesen seligen Stunden geleuchtet, im Untergehen, und, als wollte sie das junge Mädchen noch einmal grüßen, sandte sie ihre letzten, verglühenden Strahlen in da« trauliche, blumendurchduftete Gemach, dieselben fielen grade auf das Bild Sidonien», und unwillkürlich richtete Emmy ihre Blicke darauf. Wie interessant war dieser Kopf, mit den großen dunklen Augen, der schmalen Stirn, und um den Mund jener feine Leidenszug! Daß fie auch all ihr reiches Lieben an einen Unwürdigen verschwenden mußte; und wie lächerlich, daß sie jemals hatte denken können, Schmit sei dieser Unwürdige gewesen. Die Personalien jenes Tagebuchhelden stimmten ja allerdings so ziemlich mit denen Schmit's, und Fritz hießen sie auch Beide, aber sie kannte jetzt den. noblen, vornehmen Character des Doctors viel zu gut, um ihm eine derartige Schlechtigkeit zuzutrauen. Später wollte sie ihm einmal Alle» erzählen, wie sie durch dieses Tagebuch so unendlich mißtrauisch gegen alle Männer geworden. Sie hörte schon im Geiste sein fröhliches Gelächter, womit er diese Eröffnungen aufnehmen würde; und es geschah ihr auch ganz recht, wenn sie ausgelacht würde, warum hatte fie solchen kindischen, thörichten Gedanken Raum gegeben in ihrem Herzen, erst neulich wieder, wo er gesagt, daß auch er einst eine Sidonie gekannt. Dünste sie ihr Glück zu groß, zu übermächtig, daß sie er selbst ver- Ileöer Keizöfm - Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. LHr. Pietsch) in G'-ßm. Redaction: A. S ch e h d a. wie Oefen mit Kohlenfeuer, und daß diese Gasöfen dem Käufer unverhältnißmäßtg theurer, im Gasverbrauch zu stehen kommen. In No. 50 des Fachblattes «Die Eisenzeitung vom 14. Dec. 1893 heißt es: Ein Zimmer von 100 Cubik- meter braucht per Stunde 1 Cubikmeter Gas, um eine Wärme von 14 bis 15 Grad R. zu erreichen. 1 Eubik- meter Gas kostet heute etwa 12 Pfennige, macht also per Tag zu 14 Heizstunden gerechnet 1 M. 68 Pfg. Rechnet man nun im Jahre sieben Monate, in welchen man> HAm muß, so sind dies 210 Heiztage oder an Geld 342 M. 80 Pfg. für einen einzigen Gasheizofen. Kohlen haben eine viel größere Heizkraft wie Gas und stellen sich stark zwei Drittel billiger, würden also nur 114 M. 27 mmatfe«, mithin ergiebt sich eine Ersparniß bei Kohlen von 228 M. 54 Pfg. — Diese Zahlen sprechen für sich selbst. suchen mußte, daran zu rütteln? Sie war so in ihr Sinnen verloren, daß sie ganz überhörte, wie draußen an die Thür geklopft und diese jetzt leise geöffnet wurde. (Fortsetzung folgt.) 5D> war ge „G wissen, Eise wc Zauber, ja längs auch me davon j länger i zu präsi Dc Mannes gehört, aus ntd sogar ir „A Lippen Hände i »N .Weben nu unser G öffnen u Rechte o M Sidonier r „S her?" r „S und tief ,/O die Held später ei „O ziemlich VervÄehtes. Kasernenhofblüthen. Zur Frage der Behandlung der Volksschullehrer beim Militär steuerten die „Lustigen Blätter" seiner Zeit Folgendes bei. Unteroffizier: „Sie, Füsilier Müller, es is en Jlück for Sie, daß wir Befehl jekrtegt haben, die Schulmeester anständiger .zu behandeln. Sonst könnten Sie wat erleben, Sie — Schulmeester! — „Zu Befehl, aber ich bin Assessor." - Unteroffizier : „Wat! Nich Lehrer? Himmeldonnerwetter — nu behandle ick den Kerl schon drei Tage lang wie'n Jrafen und jetz' is er man blos Assessor I"--Unteroffizier: „Sehen Sie, Bakelmann, wenn Sie nu nich zufällig Lehrer wären, dann würde ick Ihnen sagen: „Nehmen Sie die krummen Knochen zusammen, elendiger Hund, und verschimpfiren Sie mir mit Ihrem ochstgen Känguruh-Rüssel nicht die janze Front!" — So aber sage ick Ihnen blos: „Heute Nachmittag drei Stunden nachexerziren, Herr Lehrer Bakelmann!" • ♦ Kindliche Auffassung. Die kleine Frieda: „Onkel, ich spiele nicht mehr mit Deiner Katze." - „Warum n cht, Friedchm?" - „Weil Sie Stecknadeln rn den Füßen hat-" . . ♦ Der gute Sohn- „Ihre Kinder sind jedenfalls gut erzogen; sie folgen wohl alle?" — „Nun — es geht an — am liebsten folgt mir mein Aeltester." - "Das ist la recht erfreulich." — „Ja, er folgt mir immer ins Wirthshaus. • • Ein vorsichtiger Ehegatte. A.: „Wie kannst Du nur bei solch' grimmiger Kälte mit Deiner Frau ausgehen ? — B: „Ich wähle just die kältesten Tage für unsere Spaziergänge, denn da sind die Fenster der Modemagazine ganz zu- ! gefroren!" , Herbe Kritik- A.: „Zum Teufel! In diesem Con- zertsaal ist es aber schrecklich kalt! Wird denn da gar nicht geheizt?" — B-: „Die mangelhafte Heizung ist Speculatton: Da vämlich den schlechten Leistungen der Capelle kein Applaus gespendet wird, so klatscht das Publikum - um die Hände zu erwärmen!" * , Verrathene» Geheimniß. Bei einem Essen, welcher das OsfiziercorpS einer kleinen Garnisonstadt dem inspizirenden General gibt, bedient der Offiziersbursche Knödelmaier. Unter anderem werden auch Faschingskrapfen aufgetragen, vo denen der General zwei herausnimmt. Knödelmaier aber hält die Platte noch immer hin. Auf den fragenden Blick des Generals flüstert er diesem zu: „Drei Stuck kommn auf'n Mann, Herr General!" schreibt das „Gothaische Tageblatt": „Während man in früheren Zeiten nur die kleinsten Räume und auch drese sogar sehr nothdürstig Heizen konnte, verstehen wir es setzt, selbst durch die größten Gebäude und Hallen, durch Kirchen und Theater eine gleichmäßige angenehme Wärme zu verbreiten, ohne Rauch und andere Mißstände mit in den Kauf nehmen zu müssen. Schon die einfachste Zimmer fetzt aber Kenntnisse voraus, me sie leider den Meisten auch heute noch zum grüßten Theile abgehen. Vor allem kommt es beim Heizen darauf an, unseren Zimmern mit möglichst geringem Aufwand an Brennmaterial die nö hige Wärme zu verschaffen, ohne dabei die Zimmerluft zu verunreinigen oder sie in bedenklichem Grade auszu« trocknen. Eine Erwärmung unserer Zimmer kann auf zwe Arten zustande kommen, entweder durch unmittelbare Wärme- ausstrahlung des Feuers, wie mittelst der Kamine, oder zugleich durch Wärmeleitung, wie mittelst der Oefen. Dort strahlt das Feuer feine Wärme, wie etwa die Sonne ihr Licht, rasch in gerader Linie aus, hier theilt es seine Wärme einem anderen Körper mit, welcher mit ihm in Berührung kommt und dieser erwärmt letzt um so schneller, I« besser er die Wärme leitet. Von diesen beiden Hauptmethoden ist die Kaminheizung die unvollkommenste, denn der Kamin verbreitet nur in seiner allernächsten Umgebung eine genügende Wärme, sie ist demgemäß auch unserer Gesundheit Rhr wenig dienlich, denn wenn man sich zu dem Zwecke, eine größere Erwärmung zu genießen, dicht vor den Kamin setzt, wird doch immer nur die eine Körperseite erwärmt, während die andere unerwärmt bleibt. Ungleich wirksamer ist bahn auch die Heizung mittelst der Oefen, wie sie in kälteren Ländern allgemein üblich ist. Indessen entsprechen auch unter den verschiedenen Osenconstructionen nur sehr wenige den Ansprüchen, die in Bezug auf bestmöglichste Ausnutzung des Heizmaterials gestellt werden müssen, noch derl hygien schm Anforderungen. - Die „Leipziger Zeitung schreibt- Richard Knorr nahm eine Prüfung der neuerd ngs in Aufnahm kommenen Gasheizungsapparate vom sanitären Standpunkte aus vor und berichtet zunächst über zwei Fälle von Ver- aiitunaen, die auf ausströmende Gase von Gasöfen, welche zur Heizung von Badezimmern benutzt wurden, zurückzuführen L. Knorr untersuchte die Luft in einem Bade' Zimmer, das durch einen „Wafferstromheiz-Apparat mittelst Gas (deutsches Reichspatent No. 27,876) geheizt wurde Es stellte sich heraus, daß der Kohlensäuregehalt der Luft de„ betreffenden Zimmers bedeutend vermehrt und der Sauerstoff auffallend vermindert wurde- Kohlensäuregehalt und Wasser, stoffverminderung standen in keinem bestimmten Verhältnisse zu einander. Da weder die Kohlensäurevermehrung, noch die Wafferstoffoerminderung an sich mcht imstande sind, die be obachteten Erscheinungen zu erklären, so schließt Knorr, daß die erwähnten Vergiftungsfälle auf eine combrnirte Wirkung der Kohlensäureanhäufung und des Sauerstoffmangels zurück- Mitüfirm seien Die Gasheizung rst, wie Knorr sich tm ^Arch. f. Hr>g." und in der „Chemiker-Zeitung" äußert, gefahrlos, nur müssen alle größeren Gasherzungsapparate mit !»ut liebenden Abzügen für die Verbrennungsgase versehen sein. In größeren Städten, wo öfter derartige Gasheizungsapparate Auffstellung finden, wird leider, wie Schreiber dieser Äen sand, nach letzterer Richtung hin wenig gethan. $ Der „Rhein. Kurier" in Wiesbaden bemerkt des Weiteren zu dem Hetzen mit Gasöfen: Von Fachleuten ist nun längst festgestellt, daß Gasheizöfen lange nicht den Heizeffect haben,