I und doch läßt llionen Mensche« Kleidung). — wird, sauge man alt geladen und tter war gölte», ibe Eltern! Ich leben und hoffe che pflanzen sich ter ernährte sich Innen). — Nach sich Maximilian rod, Erdäpfeln, — Nebst dem hsene) Personen eine Ohren (er t matten Wiese, r unabschreiblich. Umarmung ge* Im Rathhause Der Apfelbaum igen. (Aus der ,Wiener Mode", n. Aus bei der Schule im der Stelle: Unt ger mehr, frägl hter damit?" - :hler. Mehrere iefahr den Zopf, eine Herrschaften, »eckung Amerika» Andenken?" —. einen Toast aus rnn, die Frau ’ — Herr (zu er eben gesagt?" nen heim schaffe» e, Herr Profeffox !t? Meine Fm dann rathe ich •rne Annonce öffnet; der erst! •r. Ernst Pauxerl, raverl (auf einett nen tranrportirt esetzlich geschützt!' >er reiche Banktet Schulden?" - thun Sie aber tschnappt. 3« oieder verpachte! Stadt, findet di )ch. „Was«, bat „Das fang' ich Empfehlung, rer besorgt hat)' dt?" - Wirth: schon abgestürzh m Restaurant. Herr Assessor?" kann man nicht men, kann matt nn?" - „Ml - Gemüthlich^ ad): „WlffenSie stnander; — ich Untechaltungsblatt zum Mchener Anzeiger (Oeiirral-Anzekger). 1895 '•'V* V os V V L» ÄzchMi AWW SW WW In der neuen Welt. Roman von P. Olleverio. (Schtuß.) 17. Capitel. Es war ein stürmischer Tag, an dem Gertraud zur letzten Ruhe gebracht wurde. Die ganze Rauhheit und Trostlostgkeit des Winters hatte sich endlich Bahn gebrochen. In kurzen Unterbrechungen fielen heftige Regengüsse; es war, als ob das Wasser eimerweise über dem Dache ausgeschüttet würde und die feuchte Luft drang uns bis in die Knochen. Fanny bestand darauf, trotz des schlechten Wetters dem Begräbniß beizuwohnen, so daß Oscar keinen Einspruch da- gegen erheben konnte. Die Frage aber war nun, wgs mit mir werden sollte. Ich war für die lange Fahrt nicht wohl genug und allein wollten sie mich nicht lassen. So wurde denn endlich beschlossen, Frau Mc- Leod, die Frau von Oscars Schafhirten, eine brave, ehrliche Person, >?aie für^ den einen Tag zu mir herüberkommen und mir Gesellschaft leisten, bis Oscar und Fanny zurück fein würden. Der kleine Fritz wurde in dicke Tücher gehüllt und von feiner Mama mitgenommen. Ich war von den Ereignissen der letzten Zeit so an* gegriffen, daß ich den ganzen Tag über in einem halb be« wußtlosen Zustande auf dem Sopha lag und die Fran nichts weiter zu thun hatte, als das Feuer zu unterhalten und mir einmal eine Taffe Thes und bann etwas Bouillon m bringen. Ich erhob mich nicht ein einziges Mal, um aus dem Fenster zu sehen; hätte ich es gethan, so würde ich wohl unruhig geworden sein, denn am Nachmittag fing das Wafler in der Bucht an, mit rasender Schnelligkeit anzuschwellen Mit der hereinbrechenden Abenddämmerung begann Frau Mc. Leod sich nach ihrem Kinde zu sehnen, welches sie in- rwischen der Obhut ihres Mannes überlasten hatte, und da Oscar und Fanny meiner Meinung nach nicht mehr lange ausbleiben konnten, ließ ich sie bereitwillig gehen. So befand ich mich ganz allein im Hause. Das Bewußt* ^ein und in Allem und Jedem nur von mir leibft abhängig war, ließ mich meins Apathie ein wenig ab* schütteln. Ich stand auf, trat an das Fenster und blickte hinaus. Das Bild, welches sich dort meinen Augen bot, war sehr entmuthigend. Am Himmel jagten schwere, finstere Wolken dahin und das Wasser in der Bucht stand sehr hoch. Da kam mir plötzlich der Gedanke: Wie, wenn Oscar und Fanny durch das plötzliche Hochwasser überhaupt verhindert fein füllten, heute noch nach Hause zu kommen? Das Herz klopfte mir heftig; der Gedanke, bei solchem Wetter ganz allein im Hause zu sein, war nicht gerade ein angenehmer. Ich versuchte, ihn aus dem Kopfe zu bringen und schritt langsam im Zimmer auf und nieder. Ich hätte von ftdem Stück darin Abschied nehmen können, denn ich sah Alles zum letzten Mal, wenn ich es zu der Zeit auch nicht wußte. Dis Zimmer alle sollte kein menschlicher Fuß mehr durchwandern. Vor Gertrauds Clavier blieb ich stehen und wischte den Staub davon ab. Es waren so viele Gegenstände im Hause, die mich an sie erinnerten. Ihr Zimmer betrat ich nicht, es fehlte mir in dem Moment der Muth dazu; und so sah ich es niemals wieder. Es verschwand von dieser Erde gleich* zeitig mit ihr, der es angehört hatte. Aber in mein Zimmer ging ich und in dasjenige Fannys, wo ich mich zum letzten Mal in dem großen Toilettenspiegel betrachtete, der mir ein bleiches Gesicht zeigte, das über dem schwarzen Trauerkleide noch weißer erscheinen mochte, und ein Paar matte Augen, die vom Weinen geröthet waren. Ich wendete von mir selbst den Blick ab wie von einer Fremden und sah mir, wie ich mich später erinnerte, all' die Kleinigkeiten an, welche sich auf dem Toilettentifch befanden: Ein paar Glasflaschen, ein Nadelkissen, eine Korallenkette und daneben eine Photographie von Gertraud aus ihrer Kinderzeit, als sie noch kurze Röcke trug und das blonde Haar ihr offen Über die Schultern herabfiel. Fanny hatte am Morgen über dem Bilde geweint und es erst aus der Hand gelegt, als sie das Haus verließ. Ich griff darnach und behielt es in der Hand. Ich be* sitze es noch. Das und noch ein anderer Schatz waren das Einzige, was ich aus dem Haufe rettete. Es war dies die kleine Bibel, welche meine Mutter Gertraud und mir hinter* lasten und auf deren Titelblatt sie unsere Namen und den 110 - wir i mir ' keine brach fein Dach Brud ich ai Füße: zuvor nach, hinzu Gebe: UNd i Heult Das war Rückt der f zuseh! seine Schei höher Mass hörte in eb Felst, mafle gehül Schei daß s Haus sein, vorde Daß mich und : stein Datu wahr wolle miede ment' nicht habe werd« Chris bei I unser Ohre sprack ich se ihren mit zitternder Hand geschrieben hatte. Zwischen die = vergilbten Blätter hatte ich eine Locke von Gertrauds Haar gelegt, die ich ihr abgeschnitten, als sie so sriedlich und im Tode wieder so schön dalag. m , Ich legte das Bild neben die Locke, schloß das Buch und steckte es in die Tasche. Auf diese Weise reitete ich diese meine Schätze unbewußt, während alles Andere zu Grunde ging. Plötzlich glaubte ich von der Rückseite des Hauses her ein Geräusch zu vernehmen und an das Fenster eilend, hoffte ich, Oscar und Fanny seien da. Aber ich vermochte Niemand zu entdecken, ich sah nichts weiter, als die immer wachsende Waffermafle und hörte nichts, als das maufhörliche Ausschlagen des Regens auf dem Dache. In der Küche brannte das Feuer und ich K ssel kochte das Wasser. Unsere Lieblingskatze lag vor dem Herd und schnurrte. Sie war mir in dieser Stunde eine wohlthuende Gefährtin, sie war doch ein lebendes Wesen, und nachdem ich mir eine Tasse Thee aufgegoflen hatte, trank ich ihn an ihrer Seite. x Dann zündete ich die Lampe an und legte mich im Wohn» zimmer auf das Sopha nieder, um so geduldig wie mir möglich weiter zu warten und meine Furcht zu bemeistern. Als ich so dalag, vernahm ich deutlich, daß ein anderes Geräusch als das des Regens die Stille unterbrach, ob es aber aus dem Hause selbst ober von draußen kam, konnte ich nicht unterscheiden. Ich wurde unruhiger un-- plötzlich ver- rieth mir ein abermaliges Geräusch mit entsetzenerregender Gewißheit, daß ich mich nicht allein im Hause befand; und während ich noch athemlos lauschte, tauchte aus dem Dunkel des Corridorö eine Männergestalt auf und blieb einen Moment im Rahmen der Thür stehen. , Ich erkannte das Gesicht sofort, obgleich es, als ich es zum letzten Male sah, einen ganz anderen Anblick bot, als jetzt. Aber es waren dennoch dieselben Züge wie damals, — dreister und härter und trotziger noch als je, nun sie durcy die weibliche Verkleidung nicht gemildert waren — die Züge des einzigen Menschen auf der Welt, den ich haßte und gleichzeitig fürchtete, die Züge meines größten, vielleicht meines ein- vor dem Kamin lag und murmelte einen Fluch vor sich hi«. Ich glaube nicht, daß derselbe für meine Ohren bestimmt war; er besaß noch etwas von dem Firniß, mit welchem seine En zieher ihn zu übertünchen vermocht hatten. „Da bin ich nun den ganzen Weg von Melbour«« herübergekommen in diese verwünschte Gegend und setzte mei« Leben auf's Spiel, um sie zu finden und nun sagen Sie mir, ste ist nicht hier!" Und heftig schritt er im Zimmer aus und ab. Plötzlich blieb er stehen, warf den Kopf zurück und horchte; doch es ließ sich nichts weiter vernehmen, als da« Klatschen des Regens auf dem Dache. Draußen war es i«. komme zu spät l" , Er schien meine Anwesenheit völlig vergessen zu Ham bis ich die Hand auf seinen Arm legte, denn es war furP bar, seine Verzweiflung mit anzusehen. Er richtete sich auf und blickte verstört um sich, w sank er zu meinen Füßen nieder und vergrub das Gesicht >' den Falten meines Kleides. „Christa," schluchzte er, „ich habe Gertraud geliebt - habe sie namenlos geliebt! Sie ist die einzige Frau, die ! den Weg zu meinem Herzen gefunden hat. Ich komme F her, stecke meinen Kopf in des Löwen Rachen, um sie i finden, und komme zu spät!" , , n Ich fühlte in diesem Moment das innigste W* ^Richard," tröstete ich, ihn zum ersten Male mit W zwischen völlig dunkel geworden. „Es ist ein abscheulicher Abend," sagte er, seinen Gang durch das Zimmer wieder ausnehmend. „Ich wünschte fast, ich wäre überhaupt nicht hierher gekommen." „Das Wasser in der Bucht ist sehr hoch," warf ich ein, mich beinahe an seiner Unruhe weidend. Er wurde merklich bleicher, und an das Fenster tretend, gab er sich Mühe, den Stand der Dinge draußen zu ergrün- den. Doch die Dunkelheit ließ es nicht zu und so kam er wieder zurück. , t „Wissen Sie, wo meine Frau ist?" fragte er, indem et dichter an mich herantrat als zuvor. Ich hatte die Frage jeden Moment erwartet, — ich m darauf vorbereitet und antwortete so kurz und schroff wie ir irgend möglich: „Ja". < „Dann werden Sie die Güte haben, es mir zu sagen, fuhr er fort. „Verweigern Sie mir es nicht und bericht«, Sie mich nicht falsch. Ich weiß, daß wir allein hier im Hach sind und schwöre Ihnen, daß ich die Wahrheit erfahren werde.' „Sie hätten sich die Mühe ersparen können, mir zu drohen," entgegnete ich, „es war das gänzlich überflüssig. Ihre Frau ist Ihnen für alle Zeit unerreichbar - sie ß heimgegangen." , r „Heim?" wiederholte er mit einem besremdendenMiL „Nach Deutschland?" „Nein," erwiderte ich. „Sie ist gestorben. Richard von Braunegg sprang auf, als ob ein Pfeil ihi getroffen hätte. „Gertraud ist nicht tobt!" stieß er hervor, währendrr mich bei ber Schulter packte unb schüttelte. „Sagen Sie, daß es nicht wahr ist!" n L u „Es ist wahr," sagte ich, „sie ist tobt. Die Stimme versagte mir unb eine Weile konnte ich not Thränen, welche meine Augen füllten, nichts sehen. Als mein Blick wieder klarer wurde, hatte Rlchni meine Schulter losgelassen und ich sah, daß er sich abgeweMi und das Gesicht mit beiden Händen bedeckt hatte. Jetzt stich zigen Feindes. t m , .. j Wenn man bedenkt, was ich Alles von der Vergangenheit | dieses Mannes wußte, so wird man es erklärlich finden, daß es keine beneidenswerthe Lage für mich war, mich zur Nachtzeit in einem einsamen Hause mit Richard Felstng von Braunegg allein zu wissen. Ich erhob mich und trat Richard gegenüber, ©tuen Augenblick sahen wir uns schweigend an; es war die unheimliche Stille, welche dem Sturm vorausgeht. Er stand noch immer auf der Schwelle der Thür. Das Licht der Lampe, welche ich auf das Kaminsims gestellt hatte, fiel voll auf fein Gesicht, so daß es sich grell von der hinter ihm lagernden Dunkelheit abhob. Seine Züge trugen einen wilden Ausdruck. , ,, Doch als wir uns gegenseitig scharf in die Augen sahen, fühlte ick alle Furcht allmälig von mir weichen und tiefste Verachtung an deren Stelle treten. Ich war nur ein schwaches Mädchen und er ein schlechter, verzweifelter Mann; aber im Grunde war er doch ein Feigling unb an Seelenstärke war tete ich mich nicht mehr vor ihm. „Sie ist heute begraben worden," sprach ich milder all bisher. „Christa sagte stets die Wahrheit," murmelte er vor ß hin unb seine Stimme bebte heftig. Im nächsten Moment warf er sich, das Gesicht noch im« I in den Händen vergraben, zu Boden und schluchzte laut. „Todt!" rief er wieder und wieder. „Todt! Uno H ich ihm ganz gewiß überlegen. Endltch trat er näher. „Sie freuen sich, mich zu sehen, nicht wahr? begann er. „Ich bin ein angenehmer Gast in einer solchen Nacht und auf dem Lande, meinen Sie?" lachte er. Ich entgegnete nichts. Ich war nicht sicher, ob er wußte, daß weder Jemand im Hause noch in der Nähe desselben war und wenn er es nicht wußte, so sollte er es durch mich nicht erfahren. , , „Nun," fuhr er fort, „wenn Sie sich nicht freuen, mich wiederzuschen, so wird es doch eine Andere thun. Christa, sagen Sie mir, wo ist meine Frau?" „Nicht hier," entgegnete ich. Er stieß mit dem Fuße ein Stück Holz bei.Seite, das 11 i - ich tior sich hi«, in bestimmt war; >elchem seine Er- von Melbournr ) und setzte mein n sagen Sie mir, im Zimmer aus itopf zurück und nehmen, als da« ußen war es inet, seinen Gang Zch wünschte fast, V warf ich ein, -Fenster tretend, außen zu ergrün- und so kam et >gte er, indem et rrtet, — ich m » schroff wie w 8 mir zu sagen', cht und bericht«, ■in hier im Hach t erfahren werde.' können, mir zn nzlich überflüssig, ichbar — sie ist efremdenden^Blick. ben." i ob ein Pfeil ihr rvor, währende „Sagen Sie, dch u eile konnte ich not s sehen. , >e, hatte Richard er sich abgewendr! hatte. Jetzt für- ach ich milder ad nrmelte er vor K Gesicht noch tmS chluchzte laut. „Todt I Und i'i rergeffen zu haben un er war furchb ;t um sich. Da« rub das Gesicht >> ertraud geliebt - nzige Frau, die l« Ich komme hie«' lachen, um sie i innigste n Male mit fein«« wahren Namen nennend, „verzweifeln Sie nicht, wenn Sie wollen und darnach leben, werden Sie Gertraud dereinst Wiedersehen." , v „Christa," entgegnete er, sich noch immer an mich klammernd, „ich bin ein schlechter Mensch gewesen, Sie wtffen nicht die Hälfte von dem, was ich gethan habe. Das Beten habe ich verlernt. Und wenn ich mich nicht in Acht nehme, werde ich sie niemals Wiedersehen. Erbarmen Sie sich meiner, Christa, und beten Sie für mich, — jetzt, während ich hier bei Ihnen bin." Ich zögerte. Es war eine seltsame Wendung, welche unsere Unterredung genommen hatte. Ich traute meinen Ohren kaum und konnte noch nicht glauben, daß er im Ernst sprach. Doch da hob er flehend den Blick zu mir und als ich seine Augen voll Thränen sah, zögerte ich nicht länger. * $ ♦ Ich bin jetzt aus der Tiefe meines Herzens froh, wenn ich an das Gebet denke. Richard wand sich mehr zu meinen Füßen, als er dort kniete, während er das Gesicht noch wie zuvor verborgen hielt; aber er sprach jedes meiner Worte nach. Und als ich schwieg, fügte er selbst noch einige Worte hinzu- Obgleich wir Beide es nicht wußten, war es doch das Gebet eines am Rande des Grabes Stehenden; und ich hoffe und glaube, daß es Erhörung fand. Es folgte ein langes Schweigen, während dessen das Heulen des Sturmes uns wieder in die Gegenwart zurückrief. Das Feuer im Kamin war niedergebrannt und im Zimmer war es kalt geworden. Richard erhob sich. „Reichen Sie mir die Hand, Christa, zum Zeichen, daß wir endlich Freunde geworden sind," sagte er, während er mir seine Rechte entgegenstreckte. Wir drückten uns fest die Hände und waren nun gewiß keine Feinde mehr. Ich hatte die Hoffnung auf Oscars und Fannys heutige Rückkehr noch nicht aufgegeben und ging durch die Küche nach der Hinterthür, welche ich öffnete, um in das Freie hinauszusehen. Dabei löschte mir ein Windstoß das Licht aus. Gleichzeitig kam Jemand hereingestürzt, nahm mich in seine Arme und lief mit mir, als gälte es das Leben, der Scheune zu, einem festen Steingebäude, welches bedeutend höher lag, als das Haus. Einen Moment lang hörte ich das Wasser rauschen und dann schwanden mir die Sinne — ich hörte und sah nichts mehr- Das Wasser in der Bucht war um zehn Fuß gestiegen in ebensoviel Minuten, und das Haus, in dem sich Richard Felsing von Braunegg befand, wurde von den tosenden Waffer- maflen fortgeschwemmt wie ein Strohhalm. Als ich wieder zu mir kam, lag ich in eine Pelzdecke gehüllt auf mehreren übereinandergehäuften Säcken in der Scheune. Arthur und einer seiner Leute waren bei mir. Sobald ich im Stande war, zu reden, sagte ich Arthur, daß sich gleichzeitig mit mir auch sein Bruder in unserem Hause befand; doch Richards Schicksal mußte längst entschieden sein. Da er sich in dem verhängnißvollen Augenblick in dem vorderen Theile des Hauses aufhielt, gab es keine Rettung. Daß ich gerade in dem Moment die Thür öffnete, erhielt mich am Leben. Einige Stunden später wurde Richards Leiche aufgefunden und man begrub sie an Gertrauds Seite. Auf den Grabstein aber ließ Arthur nur die Anfangsbuchstaben und das Datum fetzen, an dem fein Stiefbruder gestorben war. 18. Capitel. Aus Arthurs Tagebuch. Als die Wassermassen sich genügend verlaufen hatten, brachte ich Christa nach Fernyhurst. Das arme Kind hatte kein Heim mehr — und es stand fest bei mir, daß kein anderes Dach ihr liebes Haupt schützen sollte, als das meine. Ihr Bruder und ihre Schwägerin zogen zu uns, sobald das Wasser der Buchten, welche zwischen uns und der Stadt lagen, es gestattete. Christa war jedoch so krank, daß sie von der Ankunft der Ihrigen kaum etwas merkte. Wochenlang lag sie theil- nahmslos da, aber ihr Zustand war nicht lebensgefährlich und trotz Allem galt mir die Zeit als eine sehr glückliche, da ich meine Christa täglich sah. Leonhard war der Verzweiflung nahe über den Verlust seines Hauses und über den Schaden, welchen sein Grund und Boden erlitten hatte. Er sagte mir, er fei zuvor schon in Verlegenheit gewesen, nun aber könne er sich als ruinirten Mann betrachten. Aus dieser Sorge konnte ich ihn befreien. Ich war im Stande, ihm Geld zu leihen und forderte das mit dem Recht eines Bruders, das er mir schließlich zugestand, worauf er meinen Vorschlag annahm. t? Ich hatte Christa so oft gebeten, die Meine zu werden, daß es kaum nöthig war, es nochmals zu wiederholen. Doch sie hatte mir nie eine entschiedene Antwort gegeben und eines Tages, als sie sich bedeutend wohler fühlte, gelang es mir, ihr Jawort zu erhalten. Am nächsten Morgen steckte ich ihr den Verlobungsring an den Finger und gleichzeitig brachte ich ihr ein Medaillon, welches in Brillanten die Buchstaben C. F. B. mit der Aselskrone darüber zeigte. Ihre Wangen überzog ein liebliches Roth, als sie es betrachtete; dann schaute sie zu mir auf und fragte: „Bist Du ein reicher Mann, Arthur?" Ich mußte gerade herauslachen. „Arm kann ich mich allerdings nicht nennen," antwortete ich. „Wenn Du erst meine Frau bist, Christa, brauchst Du Deine Wünsche nur zu nennen und den Grafentitel bekommst Du auch noch mit in den Kauf." Sie riß die Augen wett auf vor Erstaunen. „Wie, Du willst damit doch nicht sagen —" begann sie und hielt dann plötzlich inne. „Du bist das unschuldigste Ding von der Welt," siel ich ein. „Du hast mich nie gefragt und ich habe es Dir nie gesagt; aber ich habe die Ehre, meinen Freunden in Deutschland als Graf Arthur Felsing von Braunegg bekannt zu fein." Christa zog gelassen den Ring vom Finger, drückte ihn mir in die Hand und schob diese von sich. „Lebewohl," sprach sie dabei. „Der Mann, welchem ich mein Herz schenkte, hieß Arthur Ausvach. Als Grafen Arthur Felsing von Braunegg kenne ich ihn nicht." Aber ich umschlang sie mit meinen Armen und steckte den Ring wieder an seinen Platz zurück, wobei ich rief: „Ich habe Dein Wort und Du bist doch viel zu stolz, als daß Du es brechen könntest." Sie hielt es. Wir wurden getraut und gingen nach Deutschland — in die Heimath — zurück. Orcar und Fanny geht es gut- Nächstes Jahr erwarten wir sie für einige Monate auf Schloß Braunegg, wohin sie nicht allein Fritz, fondern auch eine kleine Gertrauo mitbringen werden, deren Bekanntschaft wir noch machen sollen. GsMeinnÄtziges. Der Unart mancher Hühner, ihre Eier nicht in die Legenester, sondern an irgend einen anderen Ort zu legen, kann auf folgende Weise gesteuert werden: Entdeckt man eine Henne, welche diese Untugend an sich hat, so taste oder befühle man, ob sie ein Ei bei sich hat, und sperr« sie dann in den Raum ein, wo die Legenester sich befinden. Sie wird sich schließlich bequemen, in eins der Nester zu legen. Sodann wird sie in Freiheit gesetzt, am nächsten Morgen wiederum getastet und fühlt man ent Ei, ebenfalls wieder ein« * gesperrt. Hal man diese Procedur einige Tage fortgesetzt und 112 bie Henne dadurch gezwungen, in ein Nest zu legen, so hat sie fich daran gewöhnt und es fällt ihr nun nicht mehr ein, die Eier an ungehörige Orte zu legen. ♦ * Bruteier sollten nur in ganz frischem Zustande, höchstens acht Tage alt, versendet werden; bei älteren Eiern ist das Dotter loser. Auch ist bei der Verpackung der Eier darauf zu achten, daß dieselben fest verpackt sind, damit sich das Dotter durch Rütteln nicht stark lösen kann. Bei Ankunft müssen sie einen Tag liegen bleiben, ehe man sie der Brut« Henne untergibt, damit das, Dotter sich setzt- Hühnerfutter. Bei den jetzigen hohen Preisen des Hafers ist es zweckmäßiger, an die Hühner neben Weichfutter hauptsächlich Mais zu füttern. Daß die Thiere aber dabei nicht zu fett werden, ist es anzuratheu, Weizen, etwa des Gefammt-Körnergewichtes, beizugeben. $ € Wer junge Jtattenergäufe ziehen will, der soll die Eier durch schwere, gutbrülende Hühner bedecken lassen. Man kann solchen Hühnern etwa *6 bis 7 Eier unterlegen. Der früheste Gartenfalat ist der Schnittsalat, denn er bildet keine Köpfe und braucht man zu seiner Verwendung für den Tisch rc. nicht so lange wie beim Kopfsalat auf eine vollständige Entwickelung der Pflanzen zu warten, sondern kann ihn wenige Wochen nach seinen Aufgehen schon verwenden. Man säet den Samen Ausgang Winters, sobald die Erde trocken ist, ins freie Land, am Besten in Reihen. Man macht hierzu kleine, 2 Centimeter tiefe Furchen und hält die Furchen 8 bis 10 Centimeter weit von einander. Die zu dicht stehenden Pflanzen sticht man mit einem Messer aus, benutzt sie zu Salat, die stehenbleibenden werden später ein bis zwei Mal geschnitten und muß man bei dem Schneiden darauf sehen, daß die Herzen der Pflanzen nicht mit wegge- schnitten werden, weil sonst ein Nachtreiben der Blätter vereitelt würde. ♦ ♦ Die Vermehrung der Haselnuß geschieht durch Ausläufer, Senker, Therlen der Pflanzen, Samen und durch Veredeln auf Corylus Avellana. Die Samen werden, nachdem sie vorher im Keller stratisizirt, d. h. in feuchten Sand ein- geschichtet waren, im nächsten Frühjahr ausgesäet. Durch Senker vermehrt man den Pflanzenbestand in der Weise, daß man einige schlanke Ruthen niederbiegt, sie durch feste Haken , am Boden befestigt, und auf diese Anfechtungsstellen guten Boden schüttet. Von Vortheil ist es noch, wenn man an der Biegung die Ruthe mit einem scharfen Messer leicht verwundet, da sich an diesen Stellen leichter Wurzeln bilden. Die Ver- edelung wird, wie bereits oben angeführt, auf einer ge- wöhnlichen Strauchhasel (Corylus Avellana) vorgenommen. Und zwar wählt man zu diesem Zwecke auch minder schlanke Ruthen, die man bei 1,50 bis 2 Meter Höhe mit den gewünschten Sorten pfropft. * # Von den vielen Serviettenhaltern, wie sie in letzter Zeck vor übergehend in immer anveren Constructionen erschienen, hat sich keiner auf dir Dauer erhalten und einführen können, was wohl seinen Grund darin halte, daß ein solcher Halter noch ein besonderes Tafelgeräth mehr darstellte. Eine französische Erfindung benutzt nun in recht gefälliger und sinnreicher Weife den Serviettenring als Halter; zu dem Zwecke ist der Rmg aus zwei Hälften zusammengesetzt, die durch Gelenke miteinander verbunden sind. Oben auf dem einen Gelenk ist eine zierliche Knopfrosette aufgeschraubt, deren Druck die ringförmige Gestalt der beiden Hälften sichert, d. h. die Gelenke klemmt, wenn der Ring als solcher benutzt werden soll. Lüftet man die Rosette, so läßt sich die eine Hälfte um die andere drehen und beide so ineinanderlegen, daß ein halbkreisförmiger Haken entsteht, der oben im Kragen eingehangen wird, während man einen Zipfel der Serviette unter die etwas hochgeschraubte Rosette schiebt, diese wieder festschraubt und dadurch sowohl die beiden Riughälfteu i, ihrer gegenseitigen Stellung sichert, als auch gleichzeitig die Serviette festhält. — (Mitgetheilt vom Internationalen Patent' bureau Carl Fr. Reichelt, Berlin N.W.) VermMhtes. Bienenfleiß. Obgleich die Biene allgemein als Sim- bild des Gewerbefleißes gilt, so muß man doch fhmneti, welche ganz unglaubliche Menge von Honig und Wachs jährlih in Europa allein von diesen fleißigen Tierchen produciert werden. Nach einer Mittheilung vom Internationalen Patent' bureau CarlFr. Reichelt, Berlin N.W. nämlich probucierl Europa resp. seine fleißigen Bienen 15,000 Tonnen (u 1000 Kilo) Wachs, die einen Werth von 33 Millionen Mar! darstellen, wogegen an Honig 80,000 Tonnen, gegen 50 Mil' Honen Mark werth, erzeugt wurden. Die einzelnen Länder betheiligen sich an der Production wie folgt: Oben»» steht Deutschland mit 1,910,000 Stück Bienenkörben und 20,000 Tonnen Honig; nach Deutschland kommt Spanien mit 1,690,000 Bienenkörben und 19,000 Tonnen Honig; Oestei' reich besitzt 1,550,000 Körbe und liefert 18,000 Toim Honig; Frankreich hat 950,000 Stöcke und producL 10,000 Tonnen, Holland mit 240,000 Stöcken 2500 Tonner. Belgien kommt alsdann mit 200,000 Körben und 2000 Tonn« Honig, hierauf erst Griechenland mit nur 30,000 Stöcke» und der geringen Ausbeute von 1400 Tonnen; Rußland hst 110,000 Stände, liefert aber nur 900 Tonnen Honig, dasselbe Quantum Dänemark mit nur 90,000 Stöcken. Gutmüthig. Frau (ihrem Mann zum Geburtstag gratulierend): „Nicht wahr, Männchen, heute bleibst Du ad» zu HausI" — Mann (Arzt): „Hm, eigentlich hätte ich einig! Patrenten zu besuchen." — Frau: „Ach, bleib doch; laß bie armen Kranken diesen Tag auch feiern!" * Zu starke Wirkung. Frau (zu ihrem (Satten, Chemiker): „Du sagtest mir gestern, ich solle das Tischtuch die Nacht im Freien lassen, damit die Obstflecke verschwinden. Nun gut, das that ich!" — Mann: „Und sind die Flecke» mcht fort?" — Frau: „Sie sind fort, aber das Tischtuch auch!" * ♦ ♦ Das lebendige Coursblatt. Bankier (von der Börse kommend, zu seiner jungen Frau): „Warum blickst d« mir denn so aufmerksam in das Gesicht, Meta?" — Jung! Frau: „Ich studiere die Comsel" Mißverständen. A. (seineFrau vorstellend): „Hin — meine gute alte Haut." — B. (heimlich zu dem Man») „Eine ganz charmante Alte, nur schade, daß sie haut." • » ♦ Depla cirtes Compliment. Dame (in einer Mi' nagerie): „Mir gefällt in der ganzen Menagerie doch dieser reizende Aeffchen hier am Besten . . . Und Ihnen?" - Herr: „Und mir? . . . Sie, Fräulein Emrlie!" * * Kurz abgefertigt. Geschäftsreisender: „Ich komm — geehrter Herr, um mich zu empfehlen —" Chef: „Bitte, da ist die Thür." * * ♦ Ein zweifelhafter Besucher. Spitzbube, (dereben freigesprochen worden ist, zu seinem Vertheidiger): „Ich weck Sie demnächst auf Ihrem Bureau besuchen, Herr Doctoc!' — Vertheidiger: „Schon gut . . . aber ich bitte am W' Redaktion: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei Er. Ehr. Pietsch) tu