Wern, «eich itb lasse b, ent« Hühner, $ Stück außer Kalbs« er ihrer Flaschen betreibt ibe" die Speisen ttb zwar : Gräfin rniuppe, i Reich« chertrifft. Zeisen zu Kegenden Buenos« itre unb he Küche en wußte Einleitung »asatty Es fehlt ein ganz lelommen, man es aen Koch« Inder echt gemischte ne feinge« t. Dann Fischstücke läßt fie auf eine k Butter, t fie noch j folgt.) st und Keder Autoren 3. Band, irt. — Don !s Bestehen» it, liegt un» ihrem Ziele, Ansprüchen gleicher Zeit kommen zu wall ist mit tragen und d Geist der ja auch gar er Rosegger, ge geliefert überaus gelfeile Preis ,ollere Gabe r„Mädchen- elbe in recht und Wid- Gedichte für enken, Tifch- erfe für eine Aufschriften, cvorragender n Franken, eiten 8°. — Eichen- WZ UW fr »■|e£^v*TT»‘V I W ■’4 WKN MM WK kW^ LV ÄwIbII ’rlSL n.te Dichterfrühling. Historische Original-Novelle von Earl kassau. (Fortsetzung.) Am nächsten Tage flüsterte über Tafel Wolfgang seinem Weyland zu: „Besuche mich noch heute, Herzensbruder, ich muß mit Dir über Sesenheim reden I" Weyland drückte ihm die Hand und nickte. Er fand Nachmittags den Freund am Tische und vor ihm ein breite», rosafarbenes Setdenband, wie fie damals Mode waren. Wolfgang, der in der Malkunst ein kleiner Künstler war, beschäftigte stch eifrig damit, dieses Band mit schönen Blumenstücken zu verzieren. „Ah," machte nun Weyland, „jetzt steht man'« und braucht nicht mehr zu fragen, wie es um Eure Herzen steht I Wie steht es in Sesenheim aus?" Wolfgang blickte auf. „Guten Tag, Bruder; ich habe es eilig, wie Du siehst I In Sesenheim ist Alle» wohlauf! Bruderherz, ich sage Dir, dar war ein Tag in dem alten Pfarrhause, den ich nie vergessen werde! Alle lassen Dich grüßen! Du bist der Held de» Tage», denn Du hast mich diesen Diamanten finden lassen! Dieses Stillleben aber wird nun durch meinen unruhigen Geist durchkreuzt werden!" Weyland lächelte. „Ich hoffe, man hat Dich gut auf» genommen?" „Gut?" gab Wolfgang zurück. „Weich' ein kalte» Wort! Sagen wir, mit wahrhafter Freundschaft, Bruder, wie man einen lieben Verwandten de» Hauses aufnimmt I" „Was nicht ist, kann werden!" Wolfgang nickte. „Der Himmel möge es geben! Diese» Mädchen ist die liebe himmlische Anmuth, an deren Altäre ich ewig beten möchte!" „Schwärmer," lachte dagegen Weyland, „heirathet man denn die Herzallerliebste, um fie anzubeten?" Goethe aber entgegnete: „Werde nicht prosaisch platt, Mensch, ich kann da« nicht ertragen I Höre lieber, welche Verse ich ihr-bei diese« Bande senden will!" „Laß hören!" Goethe hatte schon da« Blatt in der Hand und beeid# mitte: „Keine Blumen, keine Blätter Streuen wir mit leichter Hand, Gute junge Siebelgötter Tändeln aus ein duftig Band. Zephyr, nimm's auf Deine Flügel, Gchling's um meiner Liebsten Kleid; So tritt sie dann vor den Spiegel Frisch in vollster Munterkeit! Sieht mit Rosen sich umgeben, Selber einer Rose gleich; Schon ein Blick, geliebtes Leben, Mich belohnet überreich! Fühle, was mein Herz empfindet. Reiche frei mir deine Hand; Und ein Band, das uns verbindet, Sei kein schwaches Rosenband!" Weylanb hatte gespannt zugehört unb rief jetzt begeistert au«: „Wolfgang, Bruber, biese Verse werben noch leben, wenn Du längst gestorben bist! Glaube mir, poeta laureatui, Dir hat Frau Poesie selbst bett Lorbeerkranz auf die Stirn gedrückt!" Aber Goethe erwiderte: „Laß gut sein, wenn ich die Lorbeeren einst verdienen werde, will ich mich Deiner Worte erinnern!" Weyland schlug nun wieder den leichteren, scherzhasten Ton an, als er bett Rath gab: „Ganz prosaisch bebacht, wird e« doch wohl besser sein, Dein Band nicht dem Zephyr, der ein rauher Boreas sein wird, sondern wohleingepackt in eine Pappenschachtel der Post anzuvertrauen; ich stehe sonst für die richtige Ueberkunft nicht ein. Ade, Schwärmer!" „Ade, Spötter!" lachte nun auch der Dichter. „Ich werde Deinen Rath wörtlich befolgen!" Er that's und fügte folgendes Sonett bei: „Warum ich wieder zum Papier mich wende? Das mußt Du, Liebste, so bestimmt nicht fragen, Denn eigentlich hab' ich Dir nichts zu sagen; Doch kommt's zuletzt in Deine lieben Hände. Weil ich nicht kommen kann, soll, was ich sende, Mein ungeteiltes Herz hinübertragen Mit Wonnen, Hoffnungen, Entzücken, Plagen, »a« Alle» hat nicht Anfang, hat nicht »nde, L7») Ich we§ v»m tzmt'zen Lag Dir nicht« v«üe«uen, Wie sich iw 6ixn*t, Wünsch«,, Wähnen, Wollen Main treu«« Herz zu Dir hinüber Wendet: So stand ich einst vor Dir, Dich anzuschauen, Und sagte nichts. Was hätt' ich sagen sollen? Mein ganzes Wesen war in sich vollendet!" Vtn neuer Geist war über den Studenten Goethe gekommen- Salzmann schüttelte dazu den Kopf, denn so hatte Goethe nie studirt, al« jetzt. Und nun Herder gar! Er begriff den „spatzenhaften Schüler" kaum, deffen geringer Enthustatmu» plötzlich einer wahren Gluth der Begeisterung Platz gemacht, sodaß er sich immer tiefer in den Geist William Shakespeare» versenkte. Von seiner Liebe aber wagte Wolfgang dem strengen Tadler Herder nicht« mehr zu sagen. V. Dichters Liebeslenz. „Frühling ift'S!" jauchzet die Welt und Lenz ist's auch in den Herzen; Wte's drinnen grünet und sproßt; schon kommt die Blüthe hervor! Der Winter war dahin und goldig blitzte die Sonne vom blauen Himmel über Feld und Au de« schönen Elsaß. Mit den singenden Vögeln wetteiferte da« Herz Wolfgang Goethe», in welchem der schönste Dichterlenz aufgegangen war; Friederike Brio» durfte al« die Muse gelten, welche an diesen Felsen geklopft, so daß nun ein Sprudel echter Poesie darau« hervorstürzte. Da waren alle die Lieder erwacht und der srühere schüchterne Poet fühlte sich stärker und stärker al« echter, geborener Dichter. Heute, kurz vor Pfingsten, fühlte sich Wolfgang in besonder» gehobener Stimmung, denn in der Hand trug er ein Brieslein von der blonden Pfarrerrtochter, da« ihm viel zu tatftn gab. Sie schrieb ihm: „Lieber Freund! Seit Ihrem letzten Besuch fühlen wir un» doppelt vereinsamt, da Allen der liebe Freund fehlt. Wie ost gedenke ich der schönen Christ- und Ostertage, in welcher Zeit Sie alle Herzen im Sesenheimer Pfarrhause an sich zu ziehen wußten. Der Papa fragt oft: „Kommt Herr Goethe noch nicht bald wieder? Ich vermisse seine Weise doch recht sehr! ' Die Mutter meint zuweilen: „Wie sinnig er doch für Alle» Einsicht, für Jeden ein freundliche« Wort und einen Scherz hat!" Selbst meine schulmeisternde Salo- mea singt Ihr Loblied in allen Tonarten, geschweige denn Sophie und Georg, die Sie vergöttern! Von mir will ich schweigen, denn e« wäre thöricht, Ihnen zu gestehen, was Sie längst wissen: daß ich Sie nicht am wenigsten willkommen hieße. Ich lese sehr viel in Ihren Büchern, einmal, weil ich recht klug und Ihrer würdig werden möchte, sodann auch, «eil Sie es gern sehen, dritten«, weil e« Ihre Bücher find und vierten«, weil ich dabei an Sie denken kann. Die Uebersetzung des Vicar thut mir beim Original gute Dienste, doch verstehe ich noch nicht jede Stelle darin; ebenso geht e« mit der deutschen Ilias; meine Helden, fürchte ich, fallen nach meiner Vorstellung gar nicht homerisch au«, denn sie tragen alle ein und dasselbe Gesicht mit zwei dunklen, prächtigen Augen. Aber wessen Züge es sind, darf ich nicht sagen; sein Spiegel wird e» ihm schon verrathen! Auch habe ich alle Volkslieder, die Sie für mich gesammelt und gesendet haben, einstudirt, so daß ich Sie bei Ihrer Wiederkunft damit erfreuen kann- Der Zweck meine« heutigen Schreiben», welche» Über die Gebühr lang geworden ist, besteht darin, daß ich Sie im Auftrage meiner guten Eltern hiermit zu einem kleinen Familienfeste, welcher wir überrheinischen Verwandten geben, einlade in der Hoffnung, daß Sie dieser Invitation Folge leisten. Bi« auf Wiedersehen begrüße« wir Sie Alle herzlich, am meisten aber Ihre Friederike Brion." Wolfgang drückte den Brief entzückt an seine Rippen und warf dann folgende Verse Ms'» Papier: „Bald seh' ich mein Riekchen wieder, Bald, ja bald umarm' ich sie; Munter tanzen meine Lieder Rach der schönsten Melodie. O, wie schön hat eS geklungen, Wenn sie meine Lieder sang; Lange hab' ich nicht gesungen, Viel« lange Wochen lang. Denn mich ängsten tiefe Schmerz«», Daß mein Mädchen mir entflieht; Dieser tiefe Gram im Herzen Geht auch über in mein Sieb. Doch jetzt fing' ich und ich habe Volle Freude, süß und rein; Sa, ich gäbe diese Gabe Nicht für aller Klöster Wein!" Noch hatte Wolfgang dem theuren Mädchen nicht« gesagt, wa« bindend gewesen wäre; noch hatte e« ihm nicht« gestan« den, was ihn verpflichtet hätte. Gehörte ihm ihr Herz oder scherzte sie nur mit ihm, wie sie gegen Jedermann freundlich war? — Dieses Mädchen war entweder eine Sphinx oder man beeinflußte es von anderer Seite! Die stahlgrauen Augen der Pfarrerin waren dem eapri- eiösen Wolfgang doch manchmal unbequem und Mademoiselle Salomeae Mißtrauen fühlte er au« so manchem spitzen Worte heran«. Sinnend wanderte Wolfgang in seinem Logt« auf und ab; dann ward der Besuch beschlossene Sache. Schon am zweiten Tage darnach reiste Goethe mit dem ebenfall« geladenen Weyland ab. Die Freunde wurden warm empfangen, wär um so weniger auffiel, al« es sich bereit» unruhig im Psarrhause regte, da schon Verwandte au« Saarbrücken, au« Fort Loutr und jenseits de» Rheine« eingetroffen waren, darunter junge», muthwillige», lebensfroher Volk. Friederike Brion entzückte Goethen diese» Mal noch mehr als sonst durch ihre zauberische Persönlichkeit; sie schien die gute Fee de» Pfarrhauses zu sein, die Jedem seinen Platz anwie», Allen zurechthalf, den Zaghaften Muth eiusprach, die Zerstreuten sammelte, die Vergessenen herbetrief; sie war dar zusammenhaltende, belebende Element dieser großen Gesell« schäft; sie schlug Unterhaltungsspiele vor und überwachte dar Arrangement der Tafel, bei welch' letzterem Geschäfte ihr übrigens Wolfgang al» wohlerfahrener Cavalier und matte« de plaisir zur Seite stand. Man hatte den langen Tisch mit blüthenweißem Linnen unter den beiden zusammengewachsenen Buchen, „die Schwestern" genannt, im Nachtigallenwäldchen gedeckt und wohl mit gutem Landwein und Speisen aller Art besetzt. Wr» an der Nur- wähl derselben fehlte, da« ersetzte die Qualität und Quantität vollständig, abgesehen davon, daß in einem solchen Speisesaal unter strahlendem, blauen Himmel und grünen Laubdächern wohl noch Niemand von der Gesellschaft gespeist hatte. Lore, die elsässische Magd, mußte zur Handreichung Friederiken» dort sein; da dieses simple Geschöpf aber äußerst langsam war, so lief die Mamsell selbst schnell wie ein Reh zwischen dem Hause und dem Wäldchen hin und her, um Vergessene» zu holen und Fehlendes zu ergänzen. Wolfgang sah ihr dann lächelnd nach, zeigte sich doch ihre Anmuth hier im hellsten Lichte. In einer solchen Pause fragte Wolfgang die Lore: „Sag', Mädchen, warum nennt Ihr denn das Wäldchen Nachtigallen- wäldle?" Lore sah den Stadtherrn groß an und meinte: „Weil einmal die Nachtigallen drin so viel plärren, daß man kaum davor schlafen kann!' Wolfgang lachte laut auf und fragte dann weiter: „Ist Deine Herrin gütig und lieb?" Lore sah den monsieur l’etutiant schief von der Erste an und erwiderte: „Meint Monsieur die Frau Pfarrern oder Mamsell Salomea?" laut die geth Aus über aber also! eine Hein noch in d zufü nur haus leit 1 Or „ein „Rc Ihn Schr Ich i und an s selbf Stir über ist g gut Kinr und sang Gips und sich Alle dazr @efel Wolf mani Wäl! W schon des G schief welch aufs« traf Freu, groß, wohn Grur ander nicht, enger Ricke „M gött 671 „Mademoiselle Friederike meineZich, Du liebe Einfalt!" lautete die Antwort. m Da» Mädchen lachte und zeigte die weiße« Zähne. „Mamsell Rieke? Ja, die ist beinah so gut wie unser Herr» göttle!" Da» war bezeichnend und wärmer empfing Wolfgang die zurückkehrende Geliebte. Endlich war die Tafel fertig, Friederike sandte Lore heim und klatschte voll Entzücken in die Hände. Dann wandte sie H antJ®°Jfaan9: "Nun schauen Eie, Wolfgang, ist nicht Alle« hübsch vorbereitet? Nun vorwärt«, mein Ritter, denn dazu ernenne ich Sie heute!" Wolfgang küßte ihre Hand. .Ich werde mich der zu- gethellten Rolle würdig zeigen!" Friederike sah ihn unwillig an. „Zugethellte Rolle? O pfui, mein Freund! Ich dächte, Sie wüßten, daß meine .einzige Rolle" die Natürlichkeit ist! An die Zutheilung einer „Rolle" habe ich nicht gedacht, glaubte vielmehr, daß er Ihnen lieb wäre, an meiner Seite zu weilen!" Der Moment war gekommen, überraschend wie ein Dieb in der Nacht, ungesucht, so oft ihn sonst Wolfgang herbei- zuführen bemüht gewesen «ar. „Friederike," sagte er weich, „verzeihen Sie, er war ein Ausdruck der Galanterie, wie ihn die Gewohnheit unbewußt über die Lippen gleiten ließ!" Dabei griff er nach ihrer Hand und zog da« Mädchen an sich. Sie ließ er geschehen und lehnte einen Moment selbstvergessen an seiner Schulter; dabei küßte er sie auf die Stirn und fühlte sie in seinen Armen zittern. Da rief er überquellend au«: „Friederike, theure« Mädchen, diese Stunde ist geweiht und heilig! Liebst Du mich, wie ich Dir auf ewig gut bin?" Sie drängte sich dichter an ihn. Da hob er sanft ihr Kinn in die Höhe, sah ihr in die feucht schimmernden Augen und küßte sie auf den blühenden Mund. Die Nachtigallen sangen da« Brautlied dazu und ein Eichkätzchen kam au« dem Gipfel der beiden Buchen und sah den Liebenden neugierig zu. Jetzt riß Friederike sich Io« und wollte fliehen, Wolfgang aber holte sie schnell ein und sagte: „Geliebtes Mädchen, nicht also! Lassen Sie uns das Glück dieser Stunde nicht durch eine Mittheilung an die Welt verkümmern! Süß ist der Liebe Heimlichkeit! Lassen Sie uns unser Geheimniß vor Anderen noch einige Zeit bewahren!" Friederike hatte seinen Arm genommen und sagte, den Schritt heimwärts lenkend: „Wie Sie es wollen, Wolfgang! Ich glaubte nur, Diejenigen, welche uns zunächst stehen, Vater und Mutter, müßten an unserem Glücke thetlnehmen!" „Gewiß," entgegnete Wolfgang herzlich, „das sollen sie; nur der große Haufen soll sich erst verlaufen und das Pfarrhaus wieder still werden, wie es sich zu unserer stillen Seligkeit schickt!' Er küßte sie und sie ließ es hingebend geschehen. So gelangten sie endlich in's Hau», wo sie die ganze Gesellschaft zu Tiscke riefen. Diese ordnete sich paarweise, Wolfgang aber ließ Friederike nicht lo», so daß Beide von manchem bedeutsamen Blicke getroffen wurden, ehe man da« Wäldchen und die Tafel erreichte. Bald hatte die ganze Gesellschaft Platz genommen, that den Speisen alle Ehre an und schonte auch de» Weines nicht. Die älteren Herren thaten des Guten bald allzuviel, so daß die Perrücken recht verdächtig schief faßen und Papa Brion ein gewaltig große« Wort führte, welchem die Frau Pfarrer gelegentlich einen kleinen Dämpfer aussetzte, indem sie verdächtig hustete. Den Hausherrn übertraf aber noch der Amts-Schulz von Räschwoog, ein guter Freund des Pfarrhauses, der offenbar auf dem Grunde de« großen Kelchglases die Frau Veritas suchte, welche im Wein wohnen soll und den Crystallbecher deshalb so oft bi« auf den Grund leerte. Er hielt Reden über Reden, welchen Ansprachen anderer aufgeheiterter Gemüther folgten; nur Einer redete nicht, dar war der sonst so witzige Goethe; er schmiegte sich enger an Friederike, worauf die Pfarrerin mit bedeutsamem Nicken Galomea aufmerksam machte. Nur einmal «ar Wolf- i gang, einem plötzlichen Impulse folgend, aufgestanden. Gr hatte den Dorfschreiner aufgesucht und bei ihm eine große weiße Tafel bestellt, welche jetzt gebracht wurde. Man war eben beim Kaffee angelangt, al« Goethe erklärte, daß dieser herrliche Tag auf folgende Weise verewigt werden solle: Et» jeglicher der Anwesenden wolle auf diese weiße Tafel feinen Namen schreiben; so möge dieselbe zum ewigen Gedächtniß an den beiden Buchen aufgehangen werden. Der Gedanke fand Beifall und unter großem Lärm und viel Heiterkeit schrieb Jeder seinen Namen auf die Tafel, Goethe den feinigen zuletzt und darunter folgende Verse: „Dem Himmel wachs' entgegen Du Baum, der Erde Stolz! Ihr Wetter, Stürme, Regen, Verschont das heil'ge Holz! Und soll ein Name verderben, I So nehmt die obern in Acht; Es mag der Dichter sterben, Der diesen Reim gemacht!" । Nun folgten Gesellschaftsspiele des junge» Volke», wäh- | rend die Alten noch dem Bacchus huldigten. Wolfgang war I stets Friederiken» Partner und so durften sich Beide unauffällig dem berauschenden Genüsse eine« Kusse« hingeben. Damals jubelte Wolfgangs Seele laut auf: '"„Jetzt fühlt der Engel, was ich fühle, Ihr Herz gewann ich mir beim Spiele Und ist es von Herzen mein; Du gabst mir, Schicksal, diese Freude, Nun laß auch morgen sein wie heute Und lehr' mich seiner würdig sein!" (Fortsetzung folgt.) Kn neues Kochbuch. (Schluß.) Da» Gericht brennt wohl ein wenig auf der Zunge, doch dem ist mit einem Glase Wein bald abgeholsen. E« kann auch darauf etwa« sehr Sanfter folgen, wie beispielsweise da« fricassirte Kalbrbrie« auf Seite 71: „Da« in Stücke geschnittene Brie« dünstet man mit Butter, fein geschnittenen Schalotten und Limonensaft, legt e« heraus, stäubt Mehl in da» Fett, läßt es anlaufen, vergießt es mit Suppe, rührt die Sauce mit Dottern ab und säuert sie mit Limonensaft " Ich würde jetzt nichts mehr essen; mit den beiden Gerichten ist es vollkommen genug; aber ich möchte herzlich gern zusehen, wie meine Freunde das Roastbeef auf Seite 514 verzehren, von dem es heißt, daß es mindesten» drei Kilo wiegen müsse. „ . . . Der Braten muß außen eine braune Rinde bekommen und innen saftig bleiben und der beim An- stechen ausfließende Saft röthltch fein. Während des Schneiden« läßt man das in der Pfanne Angelegte mit etwas Suppe und Rothwein aufkochen und gibt diesen Bratensaft dann über da« Fleisch, welche« man au» den Beinen herauslöst, in Scheiben schneidet und mit Kartoffeln oder Rohscheiben garnirt." Wenn da» Roastbeef al» ganzes Stück auf den Tisch kommt und dort angeschnitten wird, so daß man den herrlichen Saft rieseln sieht, ist e« mir lieber, doch da» macht mir nicht». Jetzt sollen meine lieben Freunde den gefüllten Kapaun von Seite 247 bekommen. „Man vermengt mit au-gestreifter Geflügelleber gleichviel geschälte, kleingeschnittene Trüffeln und frischen Speck, etwa» Salz und Pfeffer. Zu Austernfülle bereitet man feine Fasch von Geflügelleber Speck, Pfeffer, Salz, Petersilie, Sardellen und mischt die Austern darunter." Ja Austern! Hier gibt sich da» Kochbuch auch ein wenig splendid. Mit der Auster ist es jetzt schlimm bestellt; sie ist bei u»» eigentlich nur den Reichen zugänglich. Und nun Austern zur Fülle eine« Kapauns! I» Hamburg habe ich Austernsupps bekommen; aber wann war das? Die Nordamerikaner haben e» besser; bei ihnen ist die Auster noch Nolksnahrung; in England, Holland und S72 - Rorddeutschland ist fle e« schon lange nicht mehr. Doch halten wir uns nicht bei der Sache auf; man ärgert sich nur darüber. Man muß sich Austern einfach abgewöhnen und sich lieber anderen Dingen zuwenden. Ich schwärme für den Plumpudding mit blau brennendem Rum. Ich halte ihn seine» edlen, festen Character«, seiner würdevollen Erscheinung und seine« majestätischen Auftreten« halber für den König der Mehlspeisen- Wie oft habe ich ihn gesehen in flammender Gestalt I Und welche süße Erinnerungen knüpfen sich an seine Rosinen I Die Anweisung zu seiner Bereitung nach echt englischer Art befindet fich unter den Mehlspeisen, die da« neue Kochbuch in der Zahl von mehr al« 500 bietet, neben 200 Bäckereien und mehr al« 100 Torten. Aehn- liche« von einem Kochbuch ist mir noch nicht vorgekommen. Auch al« etwa« ganz Neue«, da« man anderswo so ausführlich und gewissenhaft kaum finden wird, ist dem neuen Buche ein Abschnitt beigegebdn, in welchem die Krankenkost behandelt wird. Die Gräfin Münster gibt nur einige Anweisungen für die Bereitung von Erfrischungsmitteln für Kranke, hier dagegen — der Abschnitt scheint von einem Arzte versaßt zu sein — sind die Nahrungsmittel ausdrücklich angegeben, die bei bestimmten Krankheiten zu nehmen und zu vermeiden sind, ja man findet förmliche Tagesordnungen und Menu« für AbdominaltyphU«, Cholera asiatica, Diph- theriti«, Gehirnaffectionen, Magengeschwüre, Gicht. »Hören Sie auf! . . .* Nun ja, meinetwegen. Ich möchte nur noch sagen, daß der Nutzen diese« Abschnittte« für die Kranken und ihre Pfleger einleuchtend ist und daß er einem g es und en Egoisten beim Durchlesen zwei Freuden bietet: die eine, weil er von diesen Krankheiten verschont geblieben, die andere, well er die schwächlich zarten, vorsichtigen Dinge nicht zu verzehren braucht und sich wieder dem feineren Thetle de« Buches zuwenden kann- Al« ich diesen Theil zuerst flüchtig durchblätterte, vermißte ich darin ein Menu für Seekranke und war über diesen Mangel recht betrübt. Bei längerem Nachdenken fand ich jedoch, daß der Verfafier ganz recht ge- than hat, er wegzulaffen, da der Seekranke doch Alles wieder von fich gibt, es also wirklich schade wäre um so ein Menu. Leider habe ich bisher noch keine Gelegenheit gehabt, zu Köchinnen in nähere Beziehungen zu treten. Mit den Damen, die mich ihre» Umgangs« würdigen, find so viele andere Dinge zu erörtern, daß man auf die Angelegenheiten de« häuslichen Herdes und deffen Literatur nicht leicht kommt. Die einzigen Personen nun aus meinem Bekanntschrfttkreise, welche Kochbücher besitzen, sind Schiffscapitäne und Marineoffiziere. Vielleicht holen sie sich noch heute bei diesen Büchern Rath, aber es kann auch sein, daß die Uebermacht, welche die Dampfschifffahrt über die Segelschifffahrt allmälig gewonnen, auch darin Manche» geändert hat. Die Dampfer machen kürzere Reffen, deshalb ist die Verpflegung auf ihnen eine befferr. Die großen Paffagterdampfer haben sogar vorzügliche Restaurant«. Was soll man da mit einem Kochbuch machen? Auf den Seglern ist e« ander»; eine Reise nach Östafien, nach Peru oder Australien nimmt unter Leinwand hübsche Zeit in Anspruch. Wenn nicht schlechte» Wetter und sehr bewegte See die volle Aufmerksamkeit de» Capitänr und der Mannschaft fordern, sind die Tage oft endlos in ihrer Langweiligkeit und «erden durch die Mahlzeiten nur einförmig unterbrochen. Was Wunder, wenn wenigstens der Eapitän seinen eulinarrzchen Neigungen ein wenig Spielraum gibt I Er nimmt sein Kochbuch her und blättert darin- Bald ist auch war gesundem Er läßt den Schlffskoch rufen- Das kann freilich schön werden, denn was versteht der, der während der ganzen langen Reise einen Tag Pökelfleisch mit Erbsen und den nächsten Tag Erbsen mit Pökelfleisch kocht, von der höheren Kochkunst! Aber er kommt- „Jan Möller, hewt de Heuhner «ter leggt?" „Ja, Srptain." „So? Denn kvnt wi hüüe «ol «n Ghoeoladenauflaus maken?!i „Eaptein, so'n Aaskram hsw ick miin Lewdag «ich makt. Schoklar hewt wi wol, aber en ... wo het dat?. - . en Auflauf, dar weet ick nix af." „Jä, Jan Möller, hier fielt dat in dat nüe Wiener Kaakbok (Kochbuch): Man treibt 7 Deka Butter mit 4 Dottern — dat is dat Seele in dat Eie — 7 Deka Zucker mit Vanille . . ." „Fanülle hewt wi nich an Board, Eaptein " „Da könnt «t ja wol en beten Peper (Pfeffer) nehmen, Jan Möller... und 10 Deka geriebener Ehocolade ab, mischt den Schnee von 4 Eiklar — dat is dat Witte (Weiße) in dat Ei — und backt es in einer Schüffel, nachdem man e» gut mit Zucker bestreut hat." „Nachdem man e» gut mit Sucker bestreut hat. Ja wol, Captein, dat will ick maken." Zum Mittagessen kommt der Chocoladenauflauf in die Cajüte zur großen Freude des Kaottän» und der beiden Steuerleute. An anderen Tagen werden wieder andere Gerichte zusammengerührt, so weit die bescheidenen Bordmittel reichen. Natürlich, wenn die See hochgeht, vorne überdampst und über da» Deck wäscht, daß Allen Hören und Sehen vergeht, ist es mit der feinen Kocherei nichts. Dann bleibt das Kochbuch ruhig in der Schublade und träumt dort, leise vor sich hinschmorend, vom Backen und Braten, bi» der Himmel wieder klar und die See wieder glatt ist. So verbreitet da« neueste Erzeugniß der cultnarischen Literatur Vergnügen auf den Schiffen, schweift hinaus über den Oeean fernen Welttheilen zu und macht auch dort dis Menschen glücklicher und zufriedener- Johanne» Ziegler. Literarische» Weg zum Glück. Sin Rathgeber und Führer durch da« Leben von Friedrich Kirchner. Stuttgart, Berlag von Levy L Müller. 300 S. Großoctav. Geh. Mk 8.60, in geschmackvollem Orig -Leinen band Mk. 4.50 Eine der vielen Krankheiten, an denen unsere Zeit leidet, und die die Zufriedenheit aus dem Herzen verbannt hat, ist die pessimistische Lebensanschauung. Die unerquicklichen politischen und sozialen Zustände, die zunehmende Heftigkeit des Kampfes ums Dasein und der daraus entspringende practisch-nüchterne Zug der Zeit — die« alles und noch manches andere sind die Ursache, daß die meisten Menschen trübe in die Zukunft blicken und zu keinem richtigen Genuß des Lebens kommen können. Und doch ist vom reichen Millionär bis hinab in die ärmlichen Hütten unseres Proletariats alles von dem einen Wunsche beseelt, glücklich zu werden. Die Wege, die gewöhnlich zur Verwirklichung dieses Strebens eingeschlagen werden, sind recht mannigfaltig, aber wenn man am Ziele angelangt ist, merkt man, daß das vermeintliche Glück nur ein Phantom gewesen ist, und die Leere im Herzen wird nur noch bitterer als vordem empfunden- Da scheint es uns denn ein löbliches, mit Beifall zu begrüßendes Unternehmen, wenn der bekannte Philosoph Friedrich Kirchner ein Buch unter dem Titel „Der Weg zum Glück" erscheinen läßt. In klarer, gewählter und packender Darstellung werden hier alle Lebensfragen behandelt, welche das Wesen des Glückes und den Weg, es zu erreichen, betreffen. Die Abschnitte „Erkenne dich selbst!", „Vom Tacte", „Selbsterziehung", „Lob der Einsamkeit", „Gemüthsruhe", „Freundschaft", „Die goldene Mittelstraße," „Arbeit und Erholung", „Der Umgang mit der Natur", „Die Kunst im Hause", „Religion im Leben" u. a. sind wahre Cabinett- stücke und enthalten eine Fülle überaus werthvoller praktischer Winke fürs Leben, so daß jeder, der sie befolgt, sicher sein kann, sich aus dem richtigen Wege nach den Gefilden des wahren Glückes zu befinden. Frei von aller Pedanterie und philisterhafter Moral, sind sämmtlich« Capitel überaus geistreich und doch in edler populärer Darstellung geschrieben und mit treffenden Stellen aus unfern Klassikern illustrirt, so daß sie nicht nur gründlich belehren, sondern auch vortrefflich unterhalten und das Interesse des Lesers bis zum Ende wach zu erhalten vermögen. Jedenfalls ist das Buch das sinnigste und fürs ganze Leben nützlichste Festgeschenk, das Eltern ihren Söhnen und Töchtern, der Bruder dem Bruder, der Gatte der Gattin widmen können, und verdient die weiteste Verbreitung, fiir die ihm unsere beste Empfehlung zur Seit« steht. jRtfcattien: «. Tcheyb«. — HmS tu* 9wl9f bw »rLhllchM wtb pietsch * •*<*6*) ** *****