t auf ganz fett geihan lange. — Hollunder« t, Citronen« ’te Semmel )a« Ganze, einen Eß, razu geben, oller abge« bekommen, jett, 2 bis st. An dß ti sie sammt Masse kalt iste in dar a g e n. Aus ja» ganzen iett Stielen zu dünnem e zugedeckt t dick ein, inige Male er in de» man den :, dickt ihn wüchsen gründ auf« schleimung, )e voll ge- t ein Liter ) laßt sie zuckert sie ineren Ab- ein Gefö§ 6 sich dar j t man gut, )0 Gramm ! )0 Gramm ) bis 800 chdem da« ander ein- h aufgelöst ogen Der ic „Witr-ee Mgcn gratis zige deutsche ) auf feinem efert jährlich »andarbeiten, Sratisbeilsz« in von jeder per OuarÄ mit in dem te illustririe ht dec uns heit prophe- ite sich nur rf „Heimchen rückhaltlofen den obenge- ogen habens pro Wochen- gslectüre zu ausgcstaiiet sagte vollauf : Ansicht er: n textlichen Gießen. Ihr Vermächtniß. Roma» Mn «agieilien Steegclie. Heyd fuhr nach einer kleinen Weile fort: „Mag Ihr Neffe nun ruhig seine Wege gehen, die Wege, die zur Er« kenntniß führen. Böse Tage werden schnell kommen und er wird dar Leben von einer Seite kennen lernen, von der man ihm an seiner Wiege nichts gesungen hat. Wenn ein Mensch, der etwas gelernt hat und der die Welt versteht, sein ganzes Vermögen verliert, so wird er nicht so leicht untergehen. Wenn aber ein Mensch aus Ihre« Neffen Kreis von der Höhe fällt und ohne Mittel dasteht, so wird es ihm doppelt schwer, denn er fängt von vorn an, als hätte er eben erst die Schule verlassen und so wird es Ihrem Neffen nun wohl auch ergehen. Aber nach vielen Kämpfen und bitteren Erfahrungen kann er siegreich hervorgehen, denn die Nothwendig- feit stellt sich zwingend Allen in den Weg, die nicht in den Abgrund stürzen wollen; und nach überstandenem Ringen wird ihm dann die Welt eine andere Erscheinung fein. So traurig nun auch dieser Vorfall für Sie und Ihre Fräulein Tochter ist, so müssen Sie sich zu trösten suchen, Herr Oberförster. Blicken Sie nicht so trauernd hinüber nach dem Walde, denken Sie daran, daß geschehene Dinge sich nicht ändern lassen und daß Ihr Schmerz noch viel größer hätte sein können, als er ohnehin schon ist." Allmälig lenkte nun der Baumeister das Gespräch in andere Bahnen, um den Oberförster wieder ruhiger zu stimmen. Heyd überbrachte ihm die Grüße des Bauraths Wiebe, der sich gern bereit erklärte, des Oberförster» Einladung zur Jagd im kommenden Herbst wieder anzunehmen. Fünf Jahre lang hatte der Baurath diese Einladung stet» ablehnen müssen wegen Rheumatismus, den er sich bei einer Entenjagd im Graudenzer Revier geholt haben will. Von dem großen Zimmer herauf ertönte Clavierfpiel. Hertha spielte ihr gewohntes Lied und heute sang sie auch. Bald stiegen die Männer hinab und Hertha eilte ihnen entgegen. Donnerstag dm 3. Oktober. 1^5. smiliesiMMt- ul“ MU HntechaMlgMM zum Gießener Anzeiger (General-Anzeiger). Mit Befriedigung sah sie die trüben Wolken von ihre» Vater» Stirn gewichen; dankerfüllt blickte sie auf Heyd. Um den gedeckten Tisch standen schon drei Stühle und Hertha brachte alsbald das Abendessen. Tante Doctor hatte sich schon zur Ruhe begeben, sie fühlte sich angegriffen, denn der Verlust ihres Geldes hatte sie schmerzlich berührt. Auch aller Zuspruch von Seiten ihres Vetters, daß er immer für sie sorgen würde, hatte nichts gefruchtet. Bei Tisch drehte sich die Unterhaltung um die Verlobung auf Wildenau. „Das war uns mal eine recht freudige Ueberraschung," sagte der Oberförster. „Und wie vergnügt es herging," ergänzte Hertha. „Da hätten Sie nur den alten Thielemann sehen müssen, wie ausgelassen er noch getanzt hat, in seinem Alter mögen es nur noch wenige fertig bringen," bemerkte bet Oberförster. „Aber Sie, Herr Baumeister, wurden schmerzlich vermißt," sagte Hertha und eine Röthe flog über ihr ernste» Gesicht. „Wie gern wäre ich auch dort gewesen," erwiderte Heyd, „aber ich mußte schon der Einladung meine» Vorgesetzten folgen." „Und was für ein Paar I Wenn der Himmel jemals zwei Menschen für einander bestimmt hat, so isi es wohl hier der Fall. Bei Beiden das gleiche heitere Temperament, als wäre ewig klarer Himmel und froher Sonnenschein." „Das ist auch meine Meinung, Fräulein Steuer." Er unterhielt dann Vater und Tochter auf das Beste und war bestrebt, auch die letzten Schatten von ihnen zu nehmen, er wollte diese Menschen wieder heiterer sehen und zufrieden verlassen. Verdankte er ihnen doch sein Leben und ohnehin waren die Stunden gezählt, die er noch bei ihnen verweilen konnte. Er blickte auf Hertha, die ihm in ihrer Trauerkleidung mit diesem ernsten Gesicht besonders schön erschien und ihm zu denken Anlaß gab: Wohl dasselbe Bild, wenn ich in jener glücklichen Zeit dahingegangen wäre. — Er sah auf den Oberförster, der in den wenigen Tagen merklich gealtert hatte; dann stand Heyd auf, schritt zu dem geöffneten Clavier und spielte ein norwegisches Volkslied und „Alpenros und Edelweiß". Der Oberförster fetzte sich in die Sopha-Ecke, feine lange Pfeife rauchend, die ihm Hertha gebracht und die er anfangs 466 Fgelehnt hatte. Er lauschte den Klängen dieser Lieder und die schweren Wolken schienen nach und nach von seiner Stirn zu schwinden. Bald blickte wieder der gewohnte freundliche Zug aus den Augen dieses Greises im besten Mannesalter. Auch feine Tochter fand er nun ganz ander», fie schien ihm nicht mehr so theilnahmslos, wie noch vor wenigen Tagen, und dies war ihm eine große Beruhigung. Hertha, die nicht unbescheiden sein wollte, nahm dann am Clavier Platz und spielte die „Heimathsklänge". Glocken- rein und gefühlvoll klangen sie wie aus Tiroler Bergen, er- hebend und wohlthuend auf die Anwesenden wirkend. „Es war ein Vortrag, der zum Herzen ging," sprach der Baumeister zu Hertha gewendet, die sich erröthend leicht ver- neigte. Eine innige Freude waren ihr diese Worte, denn obgleich sie nicht so egoistisch war, nach Lob zu Haschen, so hörte sie diese Anerkennung doch recht gern, die er ihr heute zu Theil werden ließ und die sie damals so gern vernommen. „Ach, diese Heimathsklänge, wie habe ich sie immer so gern gehört. Wenn wir an langen Sommerabenden an den Mnen Ufern des Zürichsees saßen, dann spielten sie oft die Tiroler und Schweizer unserer Verbindung auf ihren Zithern und die ganze Korona sang dann mit. Wenn dann die Abendsonne ihre purpurnen Strahlen hinter die schnee- und eisbedeckten Bergesspitzen sandte und die Wasserfläche de» großen Sees jene wiedergab, dann war es ein erhabenes Gefühl, die Natur so prachtvoll in ihrem Abendglanze zu sehen." „O, wie schön müssen jene Länder fein, welche die Natur so reich bedacht hat," nahm Hertha das Wort; „als Sie uns damals in Ribolds Garten Südtirol und Italien so herrlich Mderten, hatte ich mich so hineinversenkt, daß mir die Wirk- lichkeit kaum anders erschienen wäre." m. »rÄ dennoch, Fräulein, dürfte Ihre Einbildung die Wirklichkeit ganz anders finden. Ich erinnere mich noch unseres Ordinarius in Quarta, der uns ganz begeistert die Natur- schönheiten Italiens und Griechenlands schilderte. Jahrelang sah ich diese Länder vor meinem geistigen Auge, wie ich sie mir damals ausgemalt, und wie überrascht war ich dann, als ich die Wirklichkeit doch so ganz anders fand, wie ich sie so lange gesehen." „Und aus jener Zeit stammen auch wohl all' die schönen Lieder, die Sie so begeistert für die Natur, für alles Schöne und Edle in sich ausgenommen haben?" fragte Hertha. „Meist aus jener Zeit," erwiderte Heyd. „Und sangen Sie damals auch schon so wunderbar, wie jetzt?" fragte Hertha weiter. „Wie jetzt? — Nun, so habe ich wohl auch damals schon gesungen, aber wunderbar?" sagte Heyd lächelnd. „O ja, Herr Baumeister," fiel der Oberförster ein. „Ihre Lieder waren uns Allen und besonders mir eine große Freude und ich wünschte nur, sie noch recht oft zu hören. Möchte doch die Regierung endlich einmal die Bahn bauen, die sie aus strategischen Rücksichten schon lange geplant hat und die mitten durch meinen Wald gehen soll, nur damit Sie hier bleiben und die Mittwochabende so fröhlich weiter gehen." „Auch ich werde mich sehr nach diesen Abenden sehnen," entgegnete Heyd, „doch der schönste Traum nimmt einmal ein Ende, dagegen läßt sich doch nicht kämpfen; aber wenn es Ihnen recht ist, will ich Ihnen gern noch ein Lied singen — vielleicht das letzte, — denn am nächsten Mittwoch bin ich ledenfalls wieder in Dirschau und wer weiß, was dann kommt." Der Baumeister stand auf. Hertha dachte jetzt nur an seine letzten Worte, die fie viel lieber nicht gehört hätte. Seitlich an's Fenster hatte sich Heyd gestellt, der nun Lortzings Zarenlied anstimmte. Aber wer jemals diesen Vortrag des Baumeisters gehört, wer jemals diese hohe, kräftige Gestalt gesehen, aus deren schönem, fast stolz erscheinendem Gesicht ein friedlicher Blick und ein fester Wille sprach, der konnte fühlen, was der Zimmermann von Saardam für ein hochherziger Fürst gewesen, der seinem Volke, seinen Russen, in Liebe die Cultur des Abendlandes bringen wollte. * . * Acht Tage später saß der Oberförster in seiner Kanzlei und öffnete wie gewöhnlich des Morgen« die Posttasche mit dem zweiten Schlüssel — den ersten hatte der Postvorsteher in der Stadt. Er entnahm die eingegangenen Postsachen und fand zu seinem nicht geringen Erstaunen einen großen Brief, den er von beiden Seiten aufmerksam betrachtete. Wieder drehte er ihn um und las: Absender: John Stonferry, notary, Chicago, River Street No. 21, United States of America. Vorsichtig öffnete der Oberförster die Briefumhülle und entnahm ein Schreiben in der Form eines Aktenstückes, in dem ein wohlversiegelter Brief lag. Dann nahm er auch diesen Brief und la» ihn hastig durch. Er las ihn abermals und ging erregt im Zimmer auf und ab. „Was mache ich da?" fragte er sich nach einer Weile und blieb am Fenster stehen. , "9$ möchte zu Wildenau hinüber," dachte er und sann ein Weilchen nach. — „Nein," sagte er dann, „ich werde zum alten Thielemann fahren, der weiß Bescheid und hat immer die richtige Meinung — oder ob ich nicht lieber selbst nach Graudenz fahre, um mich dort nach ihm zu erkundigen? Denn schreiben? — Das gibt nur Weitläufigkeiten und hier heißt es, schnell handeln." Mit dem Brief in der Hand sah der Oberförster nach seinen stillen Vertrauten — den alten Buchen und Eichen. Dann öffnete er den Schubkasten seines Schreibtisches, legte behutsam diese Briefe hinein, nahm einen Briefbogen, schrieb eiligst einige Zeilen darauf und schloß ihn in die Briefhülle. „Er wird mir gern den Gefallen thun, das weiß ich, und da er ohnehin in diesen Tagen dorthin reist, so wird e» ihm ein Leichte» sein, sich nach diesem Manne zu erkundigen," sagte sich der Oberförster und eilte die Treppe hinunter. Er ließ schnell anspannen und rief seinem Secretär zu, der soeben mit Nimrod, dem braungefleckten Jagdhunde, au» dem Walde kam: „Fahren Sie, bitte, doch schnell zur Stadt, Herr Herrmann, und geben Sie diesen Brief dem Herrn Baumeister Heyd. Sollte der Herr dort sein, so wird er sogleich mit zurückkommen. Ist er aber abwesend, so möchte der Wirth ihm den Brief sogleich übergeben, sobald er zurück- kehrt." * Gewissenhaft führte der Secretär diesen Auftrag au», er fand aber den Baumeister nicht im Hotel. Auf seine Anfrage beim Wirth erfuhr er dann, daß der Baumeister gestern früh vier Uhr das Haus verlassen habe und die Nacht gar nicht dagewesen sei. Wohin er gehe und wo er bleibe, das sage er, der Baumeister, niemals, denn es komme sehr ost vor, daß er wegbleibe. „Aber sowie er kommt, soll er sofort diesen Brief erhalten." Diese Mittheilung machte der Secretär dann auch seinem Vorgesetzten, der ihn am Eingänge von Lindenheim empfing. In Gedanken schritt der Oberförster in den Garten, hinter ihm her die beiden Teckel. „Es war schon das Beste, daß ich an Heyd geschrieben, nun werde ich auch warten, bis er kommt." — Als am nächsten Morgen der Oberförster wieder die Posttasche leerte, sah er einen Wagen vom Berge herunterjagen. Er eilte sogleich, den Baumeister zu empfangen, vor die Thür. „Guten Morgen, Herr Oberförster," ging ihm Heyd entgegen. „Ich bitte um Entschuldigung, daß ich erst jetzt zu Ihnen komme. Ich empfing Ihre werthen Zeilen erst heute Nacht zwei Uhr, als ich nach Hause kam; hätte ich ahnen können, daß Ihnen meine schwachen Kräfte nützen, so wäre ich schon längst zu Ihnen geeilt." „Aber ich bitte recht sehr, Herr Baumeister, entschuldigen - 467 „Chicago, den 25. December 1886. Mein lieber Schwager! denn ich störte Ne gewiß in Ihrer besten . Vorsichtig zog ich sie aus dem leichten Leben der großen ?rAe“‘ ,2war ist es eine wichtige Sache, die ich zu erledigen I Stadt und baute mir ein Häuschen mitten im schönsten nebmen" Mächte At0J ? SC”^r.uJ I Walde, den ich bei meiner Ankunft in Amerika preiswerth S or ?1’ inÄ' °Aes uns überhaupt gelingen wird, I kaufte. Tüchtig habe ich dort geschafft - es war eine «eit "Obigen, das wird erst die I mühevolle Arbeit, aber Segen war der Mühe Preis. Frohe Zeit lehren. Nun, so lassen Sie uns nach oben gehen, Herr I Stunden sollten mir auch wtederkehren, als ich einen jungen ro r Secretär ist I Mann in mein Geschäft aufnahm, der einen festen Willen und nach Birk^im hinüber, um mit dem Förster Rudow den Fisch» I einen edlen Character besaß. ottern nachzu^püren « I Mit Leichtigkeit verstand er er, die schwierigsten Geschäfte b" Oberförster, als er an I und die verwickeltsten Angelegenheiten zu ordnen. Ich merkte A ? genommen. „Ich habe den Auftrag | bald, daß dieser Mann meiner Tochter nicht gleichgiltig war htTfa ri! Herrn zu erkundigen, I und lange Zeit stellte ich ihn auf die Probe. Ich habe ihn mh?E bestimmten Sache von größter I nicht geschont und ihn mehr arbeiten laffen, als jeden Anderen, ton« &ätte unJix8 ^eilich auch selbst thun I Mit großen Summen sandte ich ihn Hunderte von Meilen q "Arbeiten derartig über» I weit monatelang weg, aber rein wie Gold kam er zurück und Or«me ^er n<. Sicht ist, daß ich I auf sein Wort konnte man jederzeit bauen. Ec war ein Mann, ^iu"möglch abkommen kann und von den vielen Schreibe» | wie man vielleicht unter tausend nur einen findet. Diesen k:@c° ® ®ie, benn bitten, Herr | Mann liebte meine Tochter, er liebte fie ebenfalls und gern äefem 6"en?u "kundigen und zwar I gab ich meinen Segen zu einem Bunde, von dem ich mir nur “* Gaudenz, rote ich schon erwähnte, wohin Sie ja ziemlich I Gutes versprechen konnte. häufig kommen. Aber es sollte nicht sein, es war anders bestimmt, ich Ich erhielt nämlich ein Schreiben von einem Notar aus I hatte noch nicht genug gelitten. ^teago in einer wichtigen Angelegenheit; doch bevor ich Ihnen I Eines Abends erwarteten wir ihn - er war tief in den bavon Mtttheilung mache, muß ich Sie erst mit den näheren I Wäldern thätig, wo zu jener Zeit mehr denn hundert Leute Umständen vertraut machen. beschäftigt waren, - meine Tochter fuhr ihm entgegen, um q. , Wie Sie schon wissen, Herr Baumeister, war ich vor I nach zwei Stunden sterbend zurückzukehren. Mein alter, treuer Jahren in Amerika zu einer Zett, als ich dort noch keine Ver» I Kutscher, mit dem ich oft in finsterer Nacht diesen Weg durchwandten hatte, was jedoch bald der Fall war. I jagt, fuhr gegen einen Baumstumpf und mit schweren inneren Zu jener Zeit war die Zwillingsschwester meiner seligen I Verletzungen hob er sie vom Boden auf. Bald war sie dahin Frau Gouvernante bei einem reichen Kaufmann in London. I und mit ihr starb auch meine Lust, mein Muth und meine »ort lernte sie den Disponenten dieses Hauses kennen und I Kraft zum Weiterarbeiten — zum Weiterleben. Untröstlich ""en- I wie ich ging auch er umher, der bestimmt war, mein bischen Dieser Mann war ein sehr ehrenwerther und tüchtiger I Glück voll zu machen. SÄ?", nx a£u& fstcht unbemittelt von Hause an» war. I Schon nach einigen Tagen verließ er mich und den Oct, Sie liebten sich aufrichtig, heiratheten und gingen bald darauf I wo sein Glück und feine Ruhe begraben. ”0<*u ; , m , I D, wie gern hätte ich ihm Alles gegeben, was ich be» ®on London aus erhielten wir einen Brief von meiner I feffen, wäre er nur bei mir geblieben, aber es war ihm nicht SrSSk "» bem sie uns ihr junges Glück in den schönsten I möglich und eine innere Unruhe trieb ihn fort. Bitter habe gorben fätlberte. Dieses Glück konnten wir wohl begreifen, I ich fein Scheiden empfunden, aber er hat recht gethan, denn denn wir waren auch erst kurze Zeit verheirathet. an seiner Stelle hätte ich es ebenso gemacht. e nem pa^re "hielt ich eine Nachricht von I Was ich besaß, habe ich dann verkauft und mich in ein mirr?‘e Geburt einer Tochter stilles Landhaus am Michigan zurückgezogen. Ich fühlte meine uw 10 ben Sob ^iner lieben unvergeßlichen Frau I Kräfte schwinden und merkte, daß meine Lebensuhr bald ab» mtttyeute. I gelaufen war. Wenn ich mich des Abends niederlegte, sah ... . Seit dieser Zeit habe ich nie wieder etwas von ihm ge» I ich den Sensenmann gleich einer Schildwache an meinem Bette hört und alle meine Briefe kamen unbestellbar zurück. I auf» und abgehen und er war mir herzlich willkommen. Ich Aber ich konnte den Schmerz meine» Schwagers, den ich | machte mein Testament. nie im Leben gesehen, wohl verstehen, denn zwei Monate früher | Alle Menschen, die mir im Leben lieb und theuer waren, bettete auch ich mein treues Weib in die kühle Gruft; auch I habe ich bedacht. Meine Leute erhielten den Grund und sie starb, al» meine Tochter geboren wurde. I Boden mit den Häusern, die sie bewohnten und die ich vor Nach vielen Jahren erhielt ich nun gestern endlich eine I Jahren gebaut. Ihnen, mein lieber Schwager, vermachte ich Nachricht von ihm seine Todesanzeige." I die Hälfte meines Vermögens im Betrage von zwelmalhundert» Aus einem verschloffenen Schubfache nahm nun der Ober» I tausend Dollars, die Sie durch den Notar erhalten werden, förster den Brief und las ihn dem Baumeister vor: | der Ihnen diesen Brief sendet. Die andere Hälfte habe ich jenem Manne zugedacht, der einst bestimmt war, mein Sohn u werden. Wohl dürfte er wieder in unserer lieben Heimath - , „ ., , n r „ , sein und ich bitte Sie, lieber Schwager, nach ihm Erkundigungen Empfangen Sie die besten Grüße äus einer befferen I einzuziehen. Sein Name ist: Baron Dietrich Arthur von der Welt, denn wenn diese Zeilen in Ihre Hände gelangen, habe I Heyd, geboren am 10. Mai 1855 zu ©taubem in West» '4 ausgelitten, dann bin ich nicht mehr unter den Lebenden. I preußen. Als meine theure Frau dahingegangen, gab es eine Zeit I Sollte es jedoch nicht gelingen, denselben innerhalb fünf für mich, in der ich nicht wußte, ob ich leben oder sterben I Jahren aufzufinden, so ist die Hälfte jener Summe den Armen sollte, denn alle Kraft und alle Lust zum Leben schien in mir I und Verwaisten Marienwerders, meiner Geburtsstadt, bestimmt versiegt. Und dennoch mußte ich weiter leben und weiter | und die andere Hälfte den Hospitälern Chicago; und den schaffen meiner Tochter wegen. Um mein Kind zu schützen, I Armen Milwaukees. wollte ich arbeiten, damit sie einst vor aller Noth in Zukunft | Und nun, mein lieber Schwager, leben Sie wohl. Mögen gefichert sei, denn sie war mein einziger Trost und meine I Ihnen bessere Tage beschieden sein, als sie mir vergönnt waren, Hoffnung. Sie wuchs heran zu meiner Freude und zu | und möge Ihre Tochter glücklicher werden als die meine hier meinem Stolz, denn sie war begabt wie ihre Mutter und | auf Erden Ihr Schwager hatte auch ein edle» Gemüth. I Richard Sandow." 3n ganz St. Louis und weit im Umkreise war kein I (Fortsetzung folgt.) Mädchen so schön wie sie, denn sie Überstrahlte alle. I 468 Jer Kochzeits-Hutschein. „Was haben Sie zur Hochzeit bekommen?" — „Nichts, als was ich mir wünschte, lauter praktische und meinem Geschmack durchaus entsprechende Sachen". — „Wie ist das möglich? Hat man Ihnen nicht ein oder zwei Dutzend Lampen, fünf oder zehn Theeservice», so und fo viel Bettvorleger u. s. w. verehrt, so daß Sie sich vor dem Embarres de richesse nicht zu retten totff en und gut einen Verkaufsbazar ausmachen könnten?" — „Keineswegs, ich habe nichts doppelt, nichts dreifach, habe nichts Ueberflüssiges und besonders gerade das Nothwendige bekommen". — „Wie geht das zu? Das müssen Sie mir erklären, es hört sich ja gerade wie ein Wunder an". „Und ist doch so einfach wie möglich. Die Familienmitglieder, die Eingeladenen haben uns als Angebinde nur Anweisungen auf Präsente, nur Gutscheine geschenkt. Diese lauten wohl oft auf einen, bestimmten Gegenstand und geben die Höhe der dafür aufzuwendenden Summe an; doch ohne daß wir gezwungen sind, gerade das Bezeichnete zu kaufen, und doch sicher, daß wir es unserem Geschmack entsprechend erhalten, wenn wir dabei bleiben. Diese Sitte des Schenkens zur Hohzeit bürgert sich neuerdings in vielen Kreisen ein, und es läßt sich in der That wenig dagegen einwenden". In diesem oder ähnlichem Zwiegespräch hörten wir jüngst, heißt es im „B. T.", eine moderne Einrichtung rühmen, der man wohl das Wort reden kann- Höchstens ließe sich das Eine dagegen, daß sie den poetischen Zauber des Gabentisches, auf welchem alle die dem jungen Paare zugedachten Herrlichkeiten aufgereiht sind, etwas zerstört, da an Stelle der Prunk- und nützlichen Gegenstände nur Zettel mit Summenziffern und Unterschriften sich befinden. Aber dieser Verlust wird ausgewogen besonders dadurch, daß den Beschenkten mancherlei Verdruß und den Schenkenden manches Kopfzerbrechen erspart bleibt. Die Wünsche und Bedürfnisse eines jungen Paares find schwer im Voraus zu ermitteln, und wenn sie von verschiedenen Seiten gleichzeitig in der nämlichen Weise befriedigt werden, dann ist das nicht viel besser, als wären sie überhaupt unberücksichtigt geblieben. Man mag weiter entgegnen, daß in der Preisgabe der aufgewendeten Summe eine gewisse Pression auf den Geschenkgeber ausgeübt werde, über das ursprünglich Beabsichtigte hinauszugehen, womöglich über seine Verhältnisse hinaus sich anzustrengen. Nun thut das bei Hochzeitsgeschenken aber mehr oder weniger schon Jeder, und die Beschauer taxiren ja doch die Gegenstände auf ihren realen Werth, wobei meist gerade die kleinen, aber gediegenen Sachen unterschätzt werden. Auch ist ja nicht nöthig, die Gutscheine offen auszulegen, es läßt sich ja später von dem selbst Ausgesuchten erzählen: das hat mir der und der geschenkt. Und bei dem ost unumgänglichen Umtausch der Maaren erfährt das junge Paar ja doch, was die Maaren gekostet haben, und hat obendrein unnütze Mühe, ohne sich doch der vollen Freiheit der Wahl innerhalb bestimmter Werthgrenzen zu erfreuen. Man muß zunächst abwarten, ob der „Hochzeits- Gutschein" sich weiter sein Feld erobern wird. Jedenfalls verspricht er das und die Neuerung im Präsentwesen ist wohl auch eine genügend interessante Erscheinung, um unsere Leser darauf aufmerksam zu machen. GEHsnnRtziges. Sehr gute Kürbitzfpeise. 3 Kilo geschälter und in Stückchen geschnittener Kürbiß wird mit wenig Wasser weich gekocht; wenn erkaltet, wird das dünnflüssige weggegossen und der dicke Kürbißbrei durch ein Sieb getrieben. 500 Gramm Reis werden mit 1 Liter Milch derb gekocht. 125 Gramm Butter werden schaumig gerührt, 6 Dotter, 250 Gramm Zucker, eine gute Prise gestoßener Zlmmt, die feingewiegte Schale von einer Citrone, 50 Gramm bittere, abgezogene feingewiegte Mandeln, dann der erkaltete Reis und Kürbißbrei und zuletzt der Schnee der 6 Eiweiß hin» zugefügt. Eine Pfanne oder Form wird dick mit Butter gestrichen, die Masse eingefüllt und schön braun gebacken. Man kann dieselbe kalt oder warm verzehren, * » Pfarmenkucherr von Buchweizenmehl. 3 gestrichene große Obertassen feines Buchweizenmehl, 3 Taffen heißes Waffer, 2 Tassen dicke sauere Sahne und Salz. Die« alles wird gut gerührt und sogleich, ohne den Teig hinzu- stellen, in recht heiß gewordener Butter gelbbraun gebacken. Gebratenes Kaninchen. Man spickt das Kaninchen mit Speck und Sardellen, legt es in die Pfanne, bestreut es mit einem Eßlöffel Salz, übergießt es mit 100 Gramm Butter, beträufelt es mit Citronensaft und brät es auf starkem Feuer unter fleißigem Begießen eine halbe Stunde. Ist der Braten fertig, so nimmt man ihn heraus, rührt die Sauce zusammen, giebt sie durch ein Sieb, zieht sie mit einem halben Kaffeelöffel Kartoffelmehl ab, legt den Braten wieder in die Pfanne, gießt die Sauce darüber, läß Alle» recht heiß werden und richtet an. • * * Kartoffelsuppe mit saurer Sahne. Geschälte, gut gewässerte Kartosseln werden mit etwas Sellerie, Petersilien- wurzeln und Mohrrüben gut weich gekocht, durch ein Sieb gedrückt (das Wurzelwerk bleibt zurück) und, mit dem nöthigen Wasser verdünnt, nochmals aufgekocht. Unterdessen rührt man ein Stück Butter zu Schaum, fügt eine Tasse dicke Sahne und 1 bis 2 Eidotter hinzu und schlägt die» mit der allmälig hinzugefüllten Suppe schaumig. O • Lebersuppe. Hierzu nehme man eine Kalbsleber und koche diese in siedendem Wasser 1/2 Stunde ab. Nun nimmt man. sie heraus, legt sie zum schnellen Abkühlen in kalte« Wasser und reibt sie dann auf einem Reibeisen; hierauf nimmt man entsprechend kochende Fleischbrühe, thut eine derbe Portion geschnittene Petersilie hinzu, nach Belieben ein wenig Majoran und läßt dies zusammen aufkochen. Man richtet nun die Suppe über geröstete Semmel- oder Brotschnitten und etwas Pfeffer an. Literarisches Eine Wiener Kunst. Echt wienerisch ist die Kunst des Kleider- machens und selbst tüchtige Fachkräfte können von österreichischen Kleider- künstlern manchen Handgriff erlernen. Um diese Kenntniß zu verbreiten, beginnt die Mode" in ihrem Heft 1 einen „Lehrcurs des Kleidermachens", auf den wir alle Interessenten aufmerksam machen. Heft 1 der „Wiener Mode", mit der Gratisbeilage „Wiener Kinder- Mode" und einem Schnittmusterbogen wird in allen Buchhandlungen als Probeheft gratis ausgegeben. Wir empfehlen das Abonnement der „Wiener Mode", denn sie bietet für Mk. 2,50 per Quartal mehr und Befferes als die meisten Modeblätter. Das dritte Quartal der in Stuttgart bei Carl Grüninger erscheinenden M«st» 3eitu«g" enthält Erzählungen von P. Rosegger, Hans Wachenhusen, M. Janitschek, Liebscher und Otto Anthes, kritische Aufsätze über die Violinvirtuosen der Gegenwart von Hofkapellmeister A. Schultze (mit einem Bildnißtableau), über die tonmalerischen Momente in Schuberts Liederbegleitung von Karl Zuschneid, Über den Operngesang von H. Abel, über das englische Lied von A. Schreiber, über die Harmonien der Klassiker, über R. Wagner und die Wagnerianer von Cyrill Kistler, eine Reihe von Biographien mit Bildnissen, Briefe über musikalische Novitäten aus allen Großstädten Europas, Besprechungen neuerschienener Musikalien, musikgeschichtliche Anekdoten, Texte für Liedercomponisten von namhaften Dichtern, ein Gruppenbild mit den Mitgliedern der comischen Oper in Paris, musikpädagogische Artikel, eine Auswahl melodisch reizvoller und fein har- monisirter Klavierstücke, Lieder und Duos für Geige und Pianoforte und heitere Anekdoten aus dem Musikleben der Gegenwart. (Der Abonnementspreis beträgt nur 1 Mark vierteljäbrlich.) Probenummern versendet die Verlagsbuchhandlung von Karl Grüninger in Stuttgart kostenfrei. Redaction: A. Echehda. — Druck und Verlag der Brühl'schen UniverstMS-Buch- und Stcindruckcrci (Pietsch & Scheyda) in Gießen.