- it". F. M. war gut, Isa«!" ') diesen Morgen nl" au (hocherfreut). erinnert haben, hrjähriger Reise « ausgezeichnete» nir's nicht Übel, >tzter Zeit wenig nur daran, daß S.: „Das schon, er mehr!" Zimmer tretend): . Hast Du G- aber die HM Doctor! ich bi« wissen Sie mit licht, aber einen rfenfammler. Berlq o. in Leipzig. Nr. 1 — Rußlands Sriei Der Postanweisung» Hungen. — Stimm« tibab. — Briefkasten ie brei Beiblätter bet ie philatel. Litteratm (eit unb Zuverlässig , baß kein Sammln ,eitung zu abonnieren- >r correct auSgesühn ung ber eingelaufenes ntuell ein illustriert« • in ben Stand W halten. — Der billig« n jeder Buchhändler >S jedem Philatelisten rsenden die SSerleger u. smMkßlüiisk M i - 1, A WM« In der neuen Welt. Roman von P. Ollsverio. (Fortsetzung.) Oscar strich mir über die erhitzte Wange und meinte, ich sähe angegriffen aus. „Du arbeitest zu viel, Crista," sagte er. „Wenn Du erst eine reiche Frau bist und auf die jetzige Zeit zurückblickst, wirst Du gar nicht begreifen, wie Du da» Aller hast fertig gebracht." Er warf die Worte leicht hin und ich verstand ihn, wollte es ihm aber nicht zeigen. „Wenn Ausbach zurückkommt," fuhr er fort, „wird er Dich nicht mehr so arbeiten lassen. Du weißt doch, Christa, daß er nichts weniger als arm ist?" Auch hierauf antwortete ich nicht und ein paar Augenblicke blieb er schweigend neben mir stehen. „Geh' hinein zu Fanny," sagte ich nach einer Weile. „Ich habe jetzt wirklich nicht Zeit zum Plaudern." Er fuhr aus seinem Sinnen auf und seufzte. „Ich werde Dich ihm schließlich doch geben müssen," meinte er, „und es wird trotz Allem das Beste für Dich sein. Nur sage Deinem Manne nicht, wenn Du erst verheirathet bist, daß Dein Bruder Dich wie eine Sclavin arbeiten ließ I" Das war zu viel. Ich stellte da» Bügeleisen nieder, legte meine Hand auf seinen Arm und sagte: „Oscar, Alles, was ich thue, thue ich gern um Fanny» wie um Deinetwillen. Ich will nicht die feine Dame sein, so lange Ihr Euch mit harter Arbeit quälen müßt. Und sprich nicht vom Heirathen, denn es ist nicht wahrscheinlich, daß ich e» jemals thun werde." Ich dachte wirklich so, wie ich sprach. Arthur war schon mehrere Wochen fort, ohne daß wir von ihm oder Gertraud etwas gehört hätten. Der Winter schritt vorwärts; da» Wetter wurde immer feuchter und trostloser. Ich fühlte mich unwohl und nach allen Seiten hin sah es mehr al« traurig aus. Als Oscar mich verlassen hatte, setzte ich mich in eine Sck« und weinte bitterlich. 15. Capitel. Au» Arthurs Tagebuch. Ich bin in Melbourne gewesen und unverrichteter Sache wieder zurückgekommen. Ich schreibe diese Zeilen in Ferny- hurst, am Abend meiner Heimkehr, und habe noch nicht Zeit gehabt, in Erfahrung zu bringen, was während meiner Abwesenheit vorgefallen ist. Von Richard und Gertraud habe ich nichts entdecken können. Nachdem ich sie mehrere Wochen lang allenthalben gesucht und nach ihnen geforscht habe, bin ich überzeugt, daß sie augenblicklich überhaupt nicht in Melbourne sind. Irgendwo in Australien mögen sie sich aufhalten, — sogar sehr wahrscheinlich; aber es hat keinen Zweck, noch weiter nach ihnen zu suchen. So bin ich denn wieder nach Fernyhurst gekommen, um die nächsten Ereigniffe ruhig abzuwarten. Meine alten Erfahrungen laffen mich nicht daran zweifeln, daß Richard nur so lange wegbleibt, wie sein Geld langt. Wenn das verjubelt ist, dann kommt er ganz gewiß wieder zu mir. Ich begriff anfangs nicht, wo er die Mittel zu seinem neuesten Streiche hergenommen hatte, bis ich entdeckte, daß er das Schloß meiner Cassette erbrochen und sich auf diese Weise zu einigen Hundertpfundnoten verholfen hatte. Wenn das in- deffen das einzige Unheil wäre, welches er angerichtet hat, so ließe es sich verwinden; aber der Mensch ist ein Schurke und stistet Böses, wohin er kommt. Ich habe in der ganzen Zeit von Christa nichts gehört u..d da ich sie heute Abend nicht gut aufsuchen kann, werde ich Mrs. Barton auffordern, mir eine halbe Stunde Gesellschaft zu leisten. Vielleicht erfahre ich durch sie, ob sich während meiner Abwesenheit etwa» Wichtiges ereignet hat. ♦ * e Mrs. Barton war hier. Sie erzählte mir, daß es bei Leonhards schlecht gehen müffe, daß sie ihr Mädchen entlaffen haben und Christa sich mit der vielen Arbeit, die sie übernommen hat, fast zu Grunde gerichtet hat. „Das liebe Fräulein ist so blaß und schmal geworden, daß ich es kaum wiedererkannt habe," sagte sie, „nur die Züge waren noch so lieb und herzig wie immer. Aber st« ist nur 106 »och der Schatten von dem, was sie gewesen, als sie vor zwei oder drei Monaten hier war." „Hier?" wiederholte ich erstaunt. Und darauf erzählte sie mir, daß Christa ihr im Herbst einen Besuch gemacht hatte, um ihr für die Blumen und Früchte zu danken. Wenn ich doch an dem Tage zu Hause gewesen wäre! Seit mich Mrs. Barton verlassen hat, bin ich in rastloser Bitterkeit über diese verkehrte Welt im Zimmer auf und ab gelaufen. Hier sitze ich nun mit meinem täglich sich vergrößernden Reichthum und dort, nicht weit von mir, ist Christa und arbeitet sich krank; und ich bin überzeugt, daß sie nicht ein« mal ein Paar Handschuhe von mir nehmen würde, wenn ich sie ihr anböte. Sie sprach mit eisiger Kälte zu mir, als ich sie das letzte Mal sah. Doch Geduld, ich muß abwarien, was die Zeit mir bringt. • » ♦ Es ist gut, daß Richard mir heute Abend nicht in den Wurf kommen kann- Es würde ganz gewiß heiße Worte zwischen uns geben, vielleicht noch mehr als Worte. Wenn ich bedenke, was er durch seine schändliche Schurkerei Aller angerichtet hat, könnte ich wahnsinnig werden. Ein Glück, daß er nicht da ist! Noch etwas Anderes macht mich sehr besorgt und un- ruhig. Leonhard hat sein Haus viel zu tief und der Bucht viel zu nahe gebaut. Der Winter ist so weit, wenn auch kalt, doch ungewöhnlich trocken gewesen. Sollte das Wetter aber umschlagen und wir plötzlich Hochwasser bekommen, so schaudert er mich bei dem Gedanken an dar, was geschehen könnte. Jedenfalls darf ich augenblicklich die Gegend hier nicht verlassen. Ich muß hier bleiben, den Lauf der Dinge beobachten und bereit sein, zu helfen, sobald es Roth thut- Was Christa anbetrifft, so muß und werde ich sie mir früher oder später gewinnen. Trotz Allem, was vorgefallen ist, nehme ich kein „Nein" an; über kurz oder lang führe ich Dich doch al» mein geliebte» Weib heim. 16. Capitel. Christas Erzählung. Mitten im traurigsten Winter erfüllte sich endlich, worauf ich so lange gehofft, was ich vom Himmel so inbrünstig erfleht hatte. An einem stürmischen Nachmittag, al» ich eben die Lampe anzündete und das Essen für Oscar, welcher noch nicht nach Hause gekommen war, vorrichtete, da that sich leise die Küchen- thür auf und Gertraud trat auf die Schwelle. Ich war nicht überrascht — nur im höchsten Grade aufgeregt. Ich glaube, ich hatte es stets erwartet. Ich nahm sie ruhig bei der Hand und führte sie wie ein Kind in ihr Zimmer, drückte sie sanft auf das Bett nieder und küßte sie. Es war, als wären die alten Zeiten wiedergekehrt, wo ich stets für Gertraud gesorgt hatte. Sie hob die Hand und strich mir liebkosend die Wange. „Christa," sprach sie weich, „freust Du Dich, mich wiederzusehen ?" An ihrem Finger glänzte der Trauring, ein dicker, goldener Reif. Sie war genau so gekleidet, wie an dem Tage, an welchem sie verschwunden war, — dasselbe schwarz und weiße Wollenkleid, denselben langen, grauen Regenmantel. Einen Augenblick lang konnte ich mir einbilden, die ganze trostlose Zeit, welche zwischen damals und jetzt lag, sei nur ein böser Traum gewesen; aber der Trauring und der Umstand, daß alle ihre Sachen feucht und beschmutzt, von der Reise verdorben waren, vertrieben schnell solche Illusionen. Sie trug keine zierlichen Kleinigkeiten an sich, mit denen sie sonst ihre Toilette zu vollenden pflegte und eine jede, mochte sie noch so einfach sein, nett zu machen verstand; ihr schönes Haar war nicht wie sonst künstlich frisirt, sondern glatt zurückgestrichen und in ein dichtes, schwarzes Netz gesteckt. Das Alles sah ich mit einem Blick und dann erwachte ich plötzlich zu dem Bewußtsein, daß ich Fanny von Gertrauds Rückkehr unterrichten mußte, ehe Oscar nach Haufe kam. Ich eilte in da» Wohnzimmer, schlang die Arme um Fanny» Hal« und flüsterte ihr die Neuigkeit in das Ohr. Sie fuhr mit einem Schrei in die Höhe und rief: ,,W- ist sie?" Nachdem ich er ihr gesagt hatte, lief sie in mein Zimmer und umschlang Gertraud mit ihren Armen, worauf wir Alle weinten, daß es einen Uneingeweihten ernstlich hätte beunruhi» “gen können. Dann zündete ich Licht an und nun sahen wir erst, wie sehr sich Gertraud verändert hatte, wie schmal und elend sie geworden war. Ihre blauen Augen waren noch so schön wie immer, die tiefen Schatten darunter boten aber einen trau« rigen Anblick. Deine Schönheit, Gertraud, war dahin. Sie mußte einen großen Theil zu Fuß gegangen fein, denn ihre Stiefel waren zerrissen und ihre Füße wund ge> laufen. Ich holte warmes Wasser herbei und badete sie ihr, worauf ich sie mit weichem Leinen umwickelte. Dann brachte ich Thee und Butterbrod herbei, das sie wie eine Halbverhungerte verschlang, und darauf legte sie sich wieder auf das Bett nieder und schloß die Augen. Sie hatte sehr wenig gesprochen, nur ein paar alltäg« liche Fragen über ihre Reise beantwortet, welche sie, wie fte sagte, zuletzt zu Fuß zurückgelegt hatte. Sie war sichtlich völlig erschöpft. Ich bat sie, sich vott mir auskleiden und zu Bett bringe« zu lassen, und geduldig unterwarf sie sich allen meinen Ä«> ordnungen; sie war zu matt, um einen eigenen Willen >■ haben, und ach, wie glücklich war ich, wieder für sie sorge zu können! Indessen hörten wir Oscar kommen und Fanny eilte ihm, den kleinen Fritz auf dem Arm, entgegen, um ihm die Neuigkeiten mitzutheilen. Ich weiß nicht, auf welche Weise sie es that, noch war er zuerst dazu sagte; doch al« Gertraud endlich still in ihrem Bette lag und ihr goldene» Haar über die weißen Kissen fiel, trat Fanny an die Thür, um zu fragen, ob Oscar herein« kommen dürfte. „Ja, ja!" rief Gertraud eifrig und streckte beide Hände aus. Im nächsten Moment küßte Oscar sie, als ob nie etwas zwischen sie Beide getreten wäre und sein Gelöbniß, daß sie seine Schwelle nie wieder überschreiten solle, gänzlich ver« geffend. Sein Zorn war verschwunden, wie ein Traum lit der Nacht. Aber dennoch kam mir sein Benehmen etwa» sonderbar vor. Er sprach ein paar freundliche Worte zu ihr, fragte aber nach nichts und nach wenigen Minuten ging er wieder aus dem Zimmer- Eine kleine Weile darauf vernahm ich von der Verandü her ein leises Geräusch und als ich hinaustrat, fand ich Oscar in Thränen. Er ergriff meine Hand und drückte sie krampfhaft. „Christa," sprach er dabei, „sei stark. Gertraud ist heimgekommen, um zu sterben!" Seine Worte verloren sich in lautem Schluchzen. Er ließ meine Hand sinken und ging hinan» in die dunkle Nacht, während ich wie angewurzelt stehen blieb und mich der Hoff« nung hinzugeben suchte, er werde sich täuschen. Gertraud — so sagte ich mir — war jetzt überangestrengt; am Morgen, nachdem sie die ganze Nacht geruht, würden wir sie weit besser finden; und ich wollte Alles thun, was in meinen Kräften stand, um sie wieder gesund zu machen. Doch der Morgen zeigte uns die Veränderung, welche mit ihr vorgegangen war, nur noch deutlicher. War das wirklich Gertraud ober nur ihr Geist, welcher zu uns zurück« gekehrt war? Am Tage nach seiner Rückkehr von Melbourne kam Arthur zu uns herübergeritten. Ich sah ihn in Famwi I Gegenwart nur wenige Minuten und wir sagten ihm, daß Gertraud wieder da sei. Al» er sich erhoben hatte, um zu gehen, zögerte er noch eine Weile und sah mich innig an, doch plötzlich erscholl aur dem Nebenzimmer ein matte» „Christa" und ich eilte, dem ' Rufe nachzukommen. So groß die Versuchung auch w»r, 10? im Kan nys Hal« und rief: „Alin mein Zimmer vorauf wir All« hätte beunruhi» ,sn wir erst, wie ,al und elend sie och so schön wie iber einen trau« war dahin. ! gegangen fein, Füße wund ge> d badete sie ihr, herbei, das sie auf legte sie sich lugen. ein paar alltäg« welche sie, wie sie >ie war sichtlich zu Bett bringen llen meinen A» jetten Willen r w für sie sorge und Fanny eilte zen, um ihm die > that, noch war ch still in ihrem eißen Kiffen fiel, >b Oscar herein« beide Hände aus. Is ob nie etwas lelöbniß, daß si- e, gänzlich ver« e ein Traum lit etwas sonderbar e zu ihr, fragte ging er wieder ton der Veranda , fand ich Oscar te sie krampfhaft. !. Gertraud ist Schluchzen. Er Die dunkle Nacht, d mich der Hoff« t. überangestrengt; uht, würden wir !8 thun, was in zu machen. inderung, welche cher. War das c zu uns zurück« Melbourne kam ihn in Fannys fagten ihm, daß zögerte er noch zlich erscholl aus ö ich eilte, dem jung auch war, hätte ich meine Gertraud in ihrer Hilflosigkeit sollen warten lassen? Arthur ließ sich täglich nach ihrem Befinden erkundigen, wenn er nicht selbst kam. Er schrieb häufig kurze Billets — sehr sörm.ich und höflich — worin er uns bat, diese ober jene Erquickung für die Kranke anzunehmen, man könnte ihm, meinte er, das Recht, ihr jede Erleichterung, die in seinen Kräften stände, zu bieten, gar nicht versagen. Und diese Erleichterungen fanden kein Ende. Noten, Bilder, Geflügel, Weine, Marmeladen, — was schloffen sie nicht Alles in sich? Gertraud pflegte zu lächeln, wenn sie all' die Dinge sah. „Er hat Dich sehr lieb, Christa," äußerte sie, „Richard sagte es mir." Gertraud wurde nicht kräftiger. Die R che vermochte nicht, sie wieder gesund zu machen, denn Schwäche und Mattigkeit waren ihr bis auf den Grund ihres Lebens gedrungen. Hin und wieder aber fühlte sie sich wohl genug, mit mir zu reden, und so konnte ich Stück für Stück ihrer traurigen Geschichte aneinander reihen. Der Mann, welcher sie zu lieben behauptete, hatte ihren Lebensfaden durchschnitten. Er liebte sie wirklich, wie ich mich später selbst überzeugte ; aber es mar nicht die Liebe, welche eine Blume pflückt, um sie innig und sorgfältig am Herzen zu tragen, sondern welche sie mit rauher, unbarmherziger Hand an der Wurzel abreißt. Er hatte sie zu überreden vermocht, daß sie sich heimlich mit ihm entfernte; von Melbourne aus — so hatte er ihr gesagt — könnte sie uns dann schreiben und über ihr Verbleiben uns beruhigen. Dort angelangt, untersagte er ihr aber jede Mittheilung nach Hause und leugnete, ihr obiges Zu- geständniß je gemacht zu haben. Die Polizei war ihm auf der Spur und das wußte er. Der Mann, deffen Leichnam später in dem Waffer gefunden worden war, hatte an der Bucht auf ihn gewartet, da dort der einzige Weg vorüber führte, welchen er mit Gertraud einschlagen konnte, wenn er unbemerkt entkommen wollte. Es kam zum Ringkampf zwischen den beiden Männern und ob der Polizist in das Wasser hinuntergestoßen wurde oder ausglitt und hineinfiel, das wußte Gertraud nicht. Sie schauderte sichtlich, als sie von dieser Scene sprach. „Richard versicherte mir, der Mann könnte schwimmen und befände sich durchaus nicht in Gefahr," fuhr sie fort. „Er meinte, zögern hieße unsere einzige Chance verlieren und damit zog er mich nach der Stelle mit sich fort, wo die Pferde, für die er gesorgt hatte, unserer warteten. In der Hast und Verwirrung mußte ich mein Medaillon verloren haben, ich vermißte es indessen erst später. Unser Geheimniß verfolgte mich auf Schritt und Tritt; ich kam mir vor wie eine Mörderin, weil ich nicht nach H lfe gerufen hatte, als ich das Waffer über dem Kopfe des Mannes zusammenschlagen sah, Richard aber wollte davon nichts hören. Es schien sein Gewiffen nicht im Geringsten zu beläsiigen und mir blieb schließlich nichts weiter übrig, als die ganze Sache zu vergeffen. Mir war zu der Zeit noch nicht Alles bekannt, was Richard gezwungen hatte, Deutschland zu verlaffen und die Rolle einer Dame zu spielen, in der ich ihn zuerst kennen lernte. Er erzählte mir die verschiedensten Geschichten, schließlich aber reimte ich mir aus denselben die Wahrheit zusammen und kannte nur noch den einen Wunsch, wieder daheim bei Euch zu sein. Ach, Christa, ich glaubte glücklich zu sein, als ich mit ihm ging, und statt deffen ward ich so namenlos elend. Wir wurden getraut, bevor wir uns nach Melbourne einschifften, — daran habt Ihr doch nicht gezweifelt? Er hatte mir alle Freuden und Vergnügungen versprochen, die ich mir wünsche» würde und Du weißt ja, ich war immer ein thörichtes Mädchen und sehnte mich »ach schöneren Kleidern und kostbareren Schmucksachen, als Oscar sie mir zu geben vermochte. Jetzt aber habe ich empfunden, daß derartige Schätze Keinen glücklich machen können- Motten und Rost können fie zerstören, Diebe sie stehlen. Du bist von jeher klüger gewesen al» ich, Christa, und hast es viel eher gewußt, als ich. Richard überschüttete mich mit Allem, aber trotz alledem fühlte ich mich unendlich unglücklich und dann auch wurde meine Gesundheit schwankend. Ich wurde ernstlich krank und Richard fing an, mich viel mir selbst zu überlaffen- Als ich nun so allein dalag und mich Niemand in meiner Noth tröstete, da fragte ich mich, wie ich es ermöglichen könnte, zu Euch zurückzukommen. Du, Christa, würdest mich nicht so verlassen haben. Es hat mich Niemand so lieb wie Du und ich glaube, ich kann niemals ohne Dich sein. In jenen Tagen träumte ich oft von Dir. Ich stand am Rande der Bucht und hörte Dich meinen Namen rufen; ich versuchte zu antworten, aber immer zeigte fich dann ein Gesicht auf dem Waffer und machte mich verstummen. Oft erwachte ich unter bitteren Thräaen. Endlich stand mein Plan fest. Richard wagte ich nicht davon etwas merken zu lassen. Ich nahm alle die Kleider und schönen Dinge, die er mir geschenkt hatte, verkaufte fie der Reihe nach und verbarg das dafür gelöste Geld, und eines Tages, als er ausgegangen war, ließ ich ihm ein kurzes Billet zurück und lief davon. Möglich, daß er mir nachkommt, aber ich hoffe es nicht. Ich denke, er wird sich in diese Gegend nicht wagen; außer der Polizei fürchtet er auch Arthur; und wenn es einen Menschen in der Welt gibt, vor dem er Achtung hat, so ist es sein Bruder. Und nun gib mir einen Kuß, Christa. Jetzt, wo ich wieder bei Dir bin und Du Dich meiner annirnmsi, gerade so wie in alten Zeiten, frage ich nach nichts weiter. Ich bin Dir damals eine gute Schwester gewesen, aber ich denke, ich werde Dir nicht länger mehr zur Lasi fallen und Du wirst Deiner Gertraud Alles verzeihen." Sanft und weich sprach sie dann von Zeit zu Zeit von der Reise, welche vor ihr lag, — einer anderen als der nach Melbourne, — selten nur von ihrem Gatte». Auf ihren Wunsch las ich ihr zuweilen aus der Bibel vor, einem theure» Andenken unserer seligen Mutter, welche sie ihren „beiden kleinen Töchtern" gemeinschaftlich hinterließ. Es war, als wären die alten Tage unserer Kindheit wiedergekehrt. Damals waren wir Zwei uns Alle? in Allem gewesen und auch jetzt war es wieder so. Die Welt außerhalb Gertrauds Krankenzimmer trat uns fern und verschwand uns allmälig in schattenhaftem Dunkel. Endlich kam ein Morgen, der uns Alle an Gertrauds Lager versammelte — Oscar, Fanny und mich. Die Trennung war nahe und diesmal wußten wir, wohin sie ging. Ich h-elt sie in meinem Arm und gedämpft tauschten wir die letzten Liebesworte aus. „Vergiß mich nicht, Christa — versprich es." Ich versprach es. „Sage Oscar, daß er mir vergeben möge und auch Fanny bitte darum." Sie vergaß, daß sie an ihrer Seite standen. Nienand war ihren Gedanken so nahe, wie ich. An mich klammerte sie sich bis zum Ende. „Wir werden glücklich fein, wenn Du kommst. Ich weiß es jetzt. Weine nicht. Der Himmel will es, daß ich vorangebe." Das waren ihre letzten Worte. In meinen Armen schlummerte sie sanft in die Ewigkeit hinüber. Leise trat Jemand an meine Seite und legte den Arm um mich. Es war Arthur- Oscar kam von der anderen Seite, legte Gertraud behutsam in dis Kiffen zurück und da wußte ich, daß sie von uns gegangen war. Gertraud, meine vor Kurzem noch so blühende Schwester, hatte ausgelitten! (Schluß folgt.) - LW - K-ineinnütziges. Die Krankenstube muß oft plötzlich und unerwartet im Hause eingerichtet werden, und nicht immer ist aller dazu Nötige gleich vorhanden, so z. B. ein practischer und gute, Nachtlicht. Ein solches ist leicht und schnell in folgender Weise herzurichten. Man nehme irgend ein beliebiges Licht» endchen, etwa einen halben Finger lang, und ein kleines Wasserglas, das man ungefähr zu s/4 seiner Höhe mit Wasser füllt. Alsdann beschwert man das Lichtende, indem man einen Nagel von unten hineintreibt, der den Stumps in gerader Haltung ausrecht stehend erhält, wenn man ihn in das Wasser taucht, natürlich muß das Lichtende stets etwa 1 Een« timeter hoch über das Wasser hinausragen. Hat man das Glas, also die eigentliche Lampe fertig, so nimmt man vielleicht eine runde Kragenschachtel aus Pappe, groß genug, um das Glas bequem aufzunehmen, und befestigt daran vorn ein Blatt farbiges Papier, das höher stehen muß als das Glas und so einen breiten Schatten wirft, besonders auf das Krankenlager, während das dahinter brennende Licht den übrigen Theil der Stube so genügend erhellt, daß die Wachenden dabei lesen oder arbeiten können, was das Munterbleiben sehr erleichtert- Wer in seiner Kinderstube beständig ein Nachtlicht liebt, sollte alle Lichtstümpfchen zu diesem Zwecke sammeln. Die „früheste Frühkartoffel." Wie im vorigen Jahre ein vom „Praktischen Rathgeber im Obst« und Gartenbau" angestellte, „Preisausschreiben" erwiesen hat, und wie auch andere Versuche gezeigt haben, hat sich die „Sechswochenkartoffel" oder „Sechswochennierenkartoffel" am besten als Frühkartoffel bewährt, weil sie schon Ende Mai oder Anfang Juni zur Reife gelangt und trotzdem einen vorzüglichen Geschmack besitzt. Nun wird zwar diese Kartoffelsorte wohl angebaut, aber sie findet stch nur selten noch rein vor. So ließ vor drei Jahren der „Practische Rathgeber" von 26 verschiedenen Quellen, darunter auch 18 größere Handelrgärtnereien, Saaten kommen, aber nur drei hatten noch ganz rein die echte Sechswochenkartoffel. Es empfiehlt stch daher, diese Frühkartoffel echt zu kaufen- Den Centner echtes Saatgut der Sechswochenkartoffel verkauft z. B. der „Practtsche Rathgeber" in Frankfurt a. O. mit 20 Maik. Ein 5 Kilopacket kostet, einschließlich Verpackung und Porto, 3 Mark. Hervor« gehoben muß aber werden, daß die Sechiwochenkartoffel sich nicht zum Feldbau, sondern nur zum Gartenbau eignet. * * * Billige Speckeierkuchen. Zwei ganze Eier quirlt man gehörig, und fügt nach und nach 1 Liter Flüssigkeit hinzu, welche aus einer Mischung von Milch, Rahm, Dünnbier und Wasser besteht; alle Reste kommen dabei zur Verwendung. Zu diesem gibt man, immer quirlend, 12 btr 15 Eßlöffel Weizenmehl, Zucker und Salz. Würflig geschnittener Speck wird in etwas Schweineschmalz angebraten, von diesem Fett nimmt man zum Backen jedes Eierkuchens ein Löffelchen in die Pfanne. Ein wenig Teig wird nun aufgefüllt, welcher von beiden Seiten schön kroß gebacken wird. Die Eierkuchen werden mit Zucker bestreut und warm verzehrt. V-riimchtes. Aus den Aufsatzheften der Schüler. ßZDer Löwe schwedelte mit dem Schweife. — Unter den Hühnereiern einer Bruthenne hatte eine Bäuerin auch ein Entenei gelegt. — Ich könnte noch vieles Schöne vom Herbst sagen, aber der Winter ist schon da. — Man that den Löwen in einen Kafich; dieser wüthend, zerbrach die Stäbe. — Die Uhren bildeten stch in Frankreich und England aus. — Ein Kirschkern scheint nur ein werthlose» Ding und doch läßt sich ein großer Aussatz daraus machen. — Millionen Mensche« nähren sich von Kleidung (Anfertigung der Kleidung). - Wenn Jemand von einer Kreuzotter gebissen wird, sauge man dieselbe aus. — Zur Hochzeit war jung und alt geladen und wurde gekocht und gebraten. — Seine Mutter war gottesfürchterlich. — Brief eines Mädchens. Liebe Eltern! Ich bin noch nicht verheirathet und lebe in Frieden und Hoffs es wird bei Euch auch so sein. — Die Frösche pflanzen stch durch ihre Leichen fort (Laich). — Eine Mutter ernährte sich und ihren Sohn mit Spinnen (durch da» Spinnen). — Nach mehrjährigem Friedensstande verheirathets sich Maximilian wieder. — Der Hahn nährt sich von Brod, Erdäpfeln, Würmern und anderer menschlicher Nahrung. — Nebst dem Kinde sind auch zwei ausgewachsene (erwachsene) Personen auf dem Bilde zu sehen. — Da stutzte er seine Ohren (er spitzte die Ohren, er stutzte). — Auf einer matten Wiese. (Auf Wiesen und Matten). — Die Gefahr war unabschreiblich. — Die giftfreien Schlangen werden durch Umarmung ge- fährlich. — Der Sockel borstete (barst). — Im Rathhause verrathen (berathen) stch die Menschen. — Der Apfelbaum wird jetzt in vielen Spielkarten (Arten) gezogen. (Aus der „Wiener Kinder-Mode." Gratisbeilage der „Wiener Mode", Heft 11). , Aus den Fliegenden Blättern. Aus bei Literaturstunde. Ein Lehrer läßt in der Schule d« Gedicht „Ritter Toggenburg" lesen. Bei der Stelle: Uni ein Jahr hat er's getragen, Trägt'» nicht länger mehr, frägi er den kleinen Moritz: „Was meint der Dichter damit?" — Moritz: „E'HemdI" — Fataler Druckfehler. Mehrers Damen verloren AngeflchtS der drohenden Gefahr den Zop/, — A n t i c i p i r t. Führer: „Dieser Baum, meine Herrschaften, wurde gerade hundert Jahre vor der Entdeckung Amerika» gepflanzt!" — Dame: „Ach, wohl zum Andenken?" - Kleines Mißverständnis Gast (der einen Toast aus die Damen ausbringt): „ . . Ja, meine Herren, die Frau allein ist es, die ein Heim schaffen kann!" — Herr (zu seinem schwerhörigen Nachbarn): „Was hat er eben gesagt?" — Nachbar: „Nur die Frau wär' es, die Einen heim schaffe« könnt'!" — Au» Erfahrung. A.: Bitte, Herr Professor wie sagt man richtig: bekommt oder bekömmt? Meine FM sagt immer bekömmt!" — Professor: „Na, dann rathe ich Ihnen, ebenfalls bekömmt zu sagen!" — Moderne Annonce. Habe heute meine ärztliche Praxis hier eröffnet; der erste Patient erhält eine goldene Uhr mit Kette. Dr. Ernst Pauxerl, pract- Arzt. — Schusterbuben-Witz. Taverl (auf eine« Sträfling zeigend, der von einem Gendarmen tranrportiri wird): „Sieh 'mal, August, das Muster ist gesetzlich geschützt!' — Ueberflüssig. A.: „ . . - So, so, der reiche Bankier ist Ihr Onkel! Da haben Sie gewiß viel Schulden?" - B.: „Nein — gar keine!" — A.: „Was thun Sie aber dann mit einem so reichen Onkel?" — Verschnappt. 3« einer Landgemeinde wird ein Fischwa sser wieder verpachte! Der frühere Pächter, ein Herr aus der Stadt, findet di bisherige Summe von zwanzig Mark zu hoch. „Was* bti soll zu viel sein?" ruft der Bürgermeister. „Da» fang' ich ja alle Jahr' heraus und zahl' gar nichts!" — Empfehlung, Alpentourist (zum Wirth, der ihm einen Führer besorgt haft „Ist der Mann auch umsichtig und gewandt?" — Wirth: „Dees glaub i! Zwölf Touristen fan ihm schon abgestürzh und imma is' er guat davon'koma." — Im Restaurant. „Warum können Sie nur mehr so selten, Herr Assessor? — Ja, wissen Sie, Herr Wirth, bei Ihnen kann man nicht speisen! Sobald man einen Bissen genommen, kann maii nicht weiter essen!" — „Aber warum denn?" — „Weil dann nichts mehr auf dem Teller ist!" — Gemüthlich- Gerichtsvollzieher (eine Pfändung vornehmend): „Wessen Sie was, ich denk' wir sagen jetzt „Du" zu einander; — W komm doch schon lang genug ins Haus l" Redaktion: A. Gcheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Lhr. Pietsch) in Gießen.