Kj KWI MMiuMMi äulein $iei, Jahrmarkt rd Richarden Fräulein inder. Die ter Artisten- spielen und wenigstens Zierre bleibt nzelne schon Dienen'1, an >inder jeden gdleins von iensjahr er- rr „Kindcr- r dem Tisch ndig sagen, saft wörtlich gieße meine )ie er seine elallt. Die zählt schon tet sich auch seiner Bude Affen, der ine Charles, - er werden denn Dein h ist", zirpt ;tzt geht die ein kleines der Schul- die Anderen schleicht sich mit einem wahrschein- nückgehalten er und bald schon nach- :6en, fliegen mnefois hat Engelskopf hres kleinen halb Jahre!" ken auf dem Pantomime, rolle in der zurechtgelegt ihren Rollen n Studieren ■ine Blanche luftreten der ;on seit drei r Schulklasse t ein kleiner, .chten. Das es Böbö, in n schimmern Hat es Eten Füßchen " Das zer- . Doch die und Faraud Lpaß in die hat sich die -lacht, Der h wirklich so Lines: er ist : die Kinder ms, die mit itstadt Paris i Bonnefois, tes in ihrer i vom lieben t Lehren der an muß die ür ihr gutes end die edle sich bemüht, n bewahren, aß der liebe z Leben zum Nr. 140 1894. Donnerstag, dm 29. November. ! letzten Male sah. Ich war achtzehn I ft als wir von einander schieden. Vor drei Jahren I hpmClL ^ te6teit Brief. Damals liebte ich ihn mit I noch!^^".^" meine5 Herzens, und - ich liebe ihn , stimme Ät «"», ■*'.‘**> N ta* SS I Uk r •' ft er mir antwortete: „Sie thun recht ; I Dem treu zu bleiben, der Ihres Wissens | Ihre Liebe nicht verscherzt hat. Ich will hoffen, daß bie Rett ! solche Treue ihren verdienten Lohn fiko? I Argessen e>ie, was ich heute zu Ihnen sprach, und lassen I m Freunde bleiben, wie bisher. Darf ich um das | Recht Akten, Sie als meine Schwester zu betrachten?" I in. s dürfen Sie, entgegnete ich mit Wärme ffs | gl bi Ntemanden in der Welt, den ich höher schätzte als Sie &«“ 14 i0*is »»* *«»£ Schwester, lassen Sie die Freundschaft, die wir | Zander geloben, unser ganzes Leben hindurch eine ungestörte I ft?. ^"9ftubtesein. Das Band treuer Freundschaft ist ein | heiliges, dessen Werth man, ryie ich glaube, in der Höbe und dem Kampfe des Lebens selten ganz versteht" W I m,,,^ ^ner Zeit erhielt ich von Edith einen Brief mit der I J £ Lady Ponsonby den ganzen Winter hindurch | 'N Paris zu bleiben gedenke. v w I ^er diese Nachricht schon enttäuscht, so be- I ru^rte mich eine andere Stelle des Briefes ganz seltsam. „Apropos, mit wem, meinst Du, traf ich neuliL Abends | (ftnen ?' i^neb sie. „Mit keinem Andern, als Guido von Berry, demselben, der uns so oft besuchte, als die aute M-m- noch tote. 3» einer bU BwhÄ ! §rettag gab, plauderte ich mit einigen Herren, als Graf Konrki i ihn mir vorstellte. Der Name kam mir bekannt vor, aber w«°auch q ihm"ftMd4 * mi “IS .ft verwundertes Gesicht er machte, al« ich ihm sagte dast ich Theodors Liebling von ehedem sei. Er erkundigte sich angelegentlich nach Dir. Vorläufig scheint er keine Absichten zu haben, nach Deutschland zurückzukehren; das stotte Leben hier ln Parts scheint ihm viel besser zu gefallen." , , Wie gewöhnlich gab ich Walter auch diesen Brief zu Rlick J?Uhmm re ftft ft ft ^rück, aber der forschende Blick, mit dem er mrch ansah, sagte mir genug. __ ®et Wüster verstrich in seiner gewohnten Weise. Eines Verworrene Wege. Roman von A. Nicola. (Fortsetzung.) Winter ging vorüber wie die vergangenen und der |og rmeder sein frischgrünes Gewand an. Die kleinen Gänse» d ?'g?a"ös"e"wild"e en bie Köpfchen in die Höhe, ore graciöse wilde Rose schmückte die maigrünen Lecken über die purpurnen Hügel erklang das Glockengeläut dor -iw« Äw S Ä b e roatne? Sonnenstrahlen hauchten den glänzen- wieder das" “» F "» «h « ’Äl J*6 ft ft $re Rückkehr angekündigt. Voll Beaei- sübrken ft ^b sie von bem großen Leben, das sie in Paris i führten. Sie schrieb mir oft, aber bie Briefe hie Jähen ft*08 ®Qten und ihre eigenen Gedanken wieder- tMiAofftn $ meftunb mehr mit den Ereignissen, die ihr tägliches Leben ausmachten. Sie war mit ibrer Krokmaml oder° warft» ?per ftroefen' W eine Gräfin N. besucht ft einem Diner auf der Gesandtschaft gewesen. I « r'fti beschränkten sich nur noch auf wenige Stunden l »e, flefoSe ihr «bN° Mund» ^ne Zeit fiel ein Ereigniß, das mich betraf. Walter I nta$te nur einen Herrathsantrag; ich las innige Liebe in I ÖS»** üb-' «** « Akä “jü «..L?, dl-,«r»; mb flnÜD« Siebe meine! Leben-, uoeietne, sprach er, „ich habe nie zuvor geliebt. Als ick I Mm“® ü°«i« ich mich, ob hinter diesem stehen schSnen I «ÄÄ el”, ®ra« °-r»°. bi d-«L« mU) ’S' itnb bald erkannte ich, daß sich in diesen klaren I fe” Ä!?? eb[eS H/rz wiederspiegele und die Anmuth Ihres Lächelns der angeborenen Güte Ihres Innern enP I ftünge. Ich bin überzeugt, daß Sie Ihre Hand nur da 030 SJe, aU($ Ihr Herz geben können. Es ist ein UN- I 1 schätzbares Kleinod — wollen Sie es mir anvertrauenI in ftte ’bm Alles — Alles, was ich seit Jahren tief | tn meinem Herzen verborgen gehalten hatte. ' l < »W Jahre sind es her," schloß ich meine Erzählung, I ' '-'S lUtmgeMatt jtim - 581 Abends hatte ich einen Besuch bei der Familie des Ärzte« gemacht und Walter begleitete mich nach Hause. „Ich erhielt heute Morgen Nachricht von Lady Pon- sonby," sagte er plötzlich, als ich, an meiner Wohnung angelangt, ihm Gute Nacht sagen wollte. „Der Brief enthält auch Grüße von Edith für Sie." „Das freut mich; ich habe seit längerer Zeit nichts von ihr gehört. Schreibt sie etwas über ihre Rückkehr ?" fragte ich noch« „Nein, aber ich soll Sie, mein Fräulein, sinladen, Lady Ponsonby zu besuchen." „ , ,, , „Ich sie besuchen? Und Sie können glauben, ich ginge nach Paris? — Ich hatte fest gehofft, sie würde bald zurück- kommen. Sie ist nun volle zwei Jahre fortl" „Nicht nach Paris sind Sie eingeladen, sondern nach dem Bergschloß, einem schönen, stattlichen Gebäude in geringer Entfernung von hier, das lange leer gestanden hatte und, wie wir auf unserem neulichen Spaziergange bemerkten, neu hergerichtet wurde, ohne daß wir eine Ahnung davon hatten, wer seine künftigen Bewohner sein würden. „Die Vorbereitungen, die in dem Schlöffe getroffen werden," fuhr mein Begleiter fort, „sind für Lady Ponsonby und eine große Zahl von Gästen berechnet, denn der steinreichen und die ewige Abwechselung liebenden Dame hat, als sie hier war, die hiesige romantische Gegend so gut gefallen, daß sie sich hier angekauft hat. Am Tage nach ihrer Ankunft soll ein großer Ball auf dem Bergschloß stattfinden, zu dem Sie geladen find und auch ich." Ich war sprachlos vor Erstaunen. „Unter den Gästen befindet sich ein Mann, welchen ich Ihnen wohl nennen muß, Madeleine," setzte der Rector in herzlichem, leisem Tone hinzu. „Guido von Berry wird auch da sein." Ich weiß nicht, wie ich in das Hau» gelangte, der Kopf schwindelte mir; ich taumelte in mein Zimmer und sank da halb ohnmächtig auf einen Stuhl- Tausenderlei Gedanken und Vermuthungen schwirrten mir durch den Kopf- Also Edith kam endlich wieder — aber wie plötzlich kam diese lang verschobene Rückkehr I Und unter den Freunden» die Lady Ponsonby und ihre Enkelin begleiteten, befand sich auch Guido — mein Guido, mein Geliebter, der Held meiner Jugend! — Wie kam er zu Jenen? fragte ich mich. Warum verweilte er in Paris, wo er doch gleich hätte zu mir kommen sollen? Hatte er den Schwur der Treue gebrochen, den er mir geleistet an jenem Abend, al» wir das letzte Mal zusammen am Fenster standen? Hatte er den Ring vergeffen, den er uns an unserem Verlobmigstage an den Finger steckte? Jene letzte innige Umarmung, das klopfende Herz, das gegen das meine schlug, und die Stimme, die bei dem leidenschaftlichen Lebewohl erzitterte — gehörte das Alles einer tobten, begrabenen Vergangenheit an? Eine unerträgliche Last schien sich auf meine Brust herabzusenken. Dann sprang ich auf, von einem plötzlichen Impuls getrieben, und trat vor den Spiegel. Hatte ich mich, seit wir einander zum letzten Male gesehen, äußerlich sehr verändert? — Er war stets ein Verehrer großer Schönheit gewesen. Ich betrachtete mich genau. Meine Haut war so zart und weich, wie vor neun Jahren, nur die Wangen waren ein klein wenig blaffer; meine Augen waren noch so blau, mein Haar so golden wie einst- Ja, ich hatte mich nicht merklich verändert; ich fühlte, daß es nur der nöthigen Toilette bedurfte, um so hübsch auszusehen wie früher. Der nächste Morgen brachte mir eine gedruckte Einladung und einen herzlichen Brief von Edith. Sie schrieb mir, sie würden erst am Abend vor dem Ball auf dem Bergschloß eintreffen, da wäre es bei der Unruhe im Hause wohl bester, wir sähen uns erst am nächsten Tage. Der Wagen würde mir aber sehr zeitig geschickt werden, damit wir noch eine Stunde gemüthlich plaudern könnten, bevor die übrigen Gäste kämen. — An demselben Tage fuhr ich zur Stadt, um meine Einkäufe für die bevorstehende Gesellschaft zu machen. Dieses eine Mal wollte ich verschwenderisch sein- Der Schmuck und die Edelsteine, die viele Jahre unberührt in ihren Sammetetuis gelegen hatten, sollten wieder bei Hellem Kerzenschein blitzen und funkeln. Mein kleines Haus sollte mich gar nicht wieder erkennen, wohl aber ein Anderer! Er mit der hohen Stirn, den stolz blickenden Augen und dem unbeständigen Herzen, er, mein Guido! Ich konnte die Zeit kaum erwarten, nirgends fand ich Ruhe, bis ich endlich den ebenso gefürchteten wie erwarteten .Tag begrüßen konnte! Das weiße Atlaskleid mit langer Schleppe und einer duftigen Wolke von Tüll und Spitzen lag bereit. Um sieben Uhr sollte der Wagen da sein- Es war Zeit, Toilette zu machen. Eine zarte Rose im Haar und an der Brust vollendeten den Anzug. Guidos Verlobung», ring streifte ich an dem Abend zum ersten Male ab. Da hörte ich den Wagen herbeirollen und schnell nach Fächer und Handschuh greifend, eilte ich die Treppe hinab in das Wohnzimmer. Als ich eintrat, machte Hanna, meine alte Dienerin, große Augen und schlug verwundert die Hände zusammen. „Aber Fräulein!" rief sie ganz entzückt. „Wer hätte gedacht, daß ein weißes Kleid einen Menschen so verändern könnte! Wahrhaftig, Sie sehen so schön au», wie ich noch nie einen Menschen gesehen habe!" Ich lachte vergnügt, "benn ich wollte ja an diesem wichtigen Abende auch noch in anderen als der alten Hanna Augen schön sein. Wie langsam kam der Wagen vorwärts im Vergleich mit meiner Ungeduld! Es erschien mir eine halbe Ewigkeit, ehe ich die hellen Fenster des Schlaffes erblickte. Die Flügel- thüren wurden diensteifrig geöffnet, ich schritt zwischen einer Anzahl Diener in steifer Livree durch und ließ mich gleich in Fräulein Ponsonby» Boudoir führen. Mit vor Aufregung hochgeröthetem Gesicht trat ich ein- Mitten in einem kleinen, elegant ausgestatteten Zimmer stand ein junges Mädchen in Balltoilette, eben damit beschäftigt, ein kostbares Armband um den schönen runden Arm zu schließen. Ihr braunes Haar war au» der Stirn zurückgestrichen und fiel in schweren Locken auf einen blendend weißen Nacken herab. Neben ihr, auf einer kleinen Console, lag ein herrliches Bouquet von köstlichen Treibhaueblumen. Es war Edith. Bei meinem Eintreten hob sie den Kopf und sah mich einen Moment erstaunt an. In der nächsten Minute lag sie in meinen Armen und küßte mich herzlich. „Du bist'«, Madeleine! Meine theure, meine geliebte Schwester!" rief sie. „Ich ahnte gar nicht, daß es schon so spät sei- Wie geht es, Madeleine? Wie gefalle ich Dir? Findest Du mich gewachsen?" „Viel größer bist Du nicht geworden, aber zehn Mal hübscher!" Edith schien sich über mein Compliment zu freuen, schaute mich aber halb neugierig, halb bewundernd an. „Madeleine," sagte sie, „Du hast Dich in diesen zwei Jahren viel mehr verschönert, als ich." „Kleider machen Leute, wie Du weißt," versetzte ich lächelnd. „Streife mir mein schönes Gefieder ab, und ich bin ein ganz gewöhnlicher Vogel." Plötzlich wurde das lebhafte Gesicht ernst. „Madeleine," sagte sie, „erinnerst Du Dich an Guido? Er ist heute Abend hier." „O, gewiß erinnere ich mich seiner," erwiderte ich; „ob er sich auch meiner noch entsinnt?" fuhr ich ruhig fort. # „Anfangs, als wir uns sahen, sprach er öfter von Dir, versetzte Edith; „in der letzten Zeit hat er Deiner aber wohl kaum erwähnt. — Er hat keine Ahnung, daß Du heute Abend hier bist. Ich bin begierig, ob er Dich erkennen wird — wohl schwerlich. Er ist, wie er mir erzählte, neun Jahre lang in Indien gewesen-" . Warum entstand so plötzlich ein bekümmerter Blick m 559 bett großen grauen Augen und das kaum merkliche Zusammen- ziehen der schöngeformten Brauen? D, ich las Alles in einer Minute — Edith empfand ein tieferes Interesse für Guido. Bei dieser Wahrnehmung erblaßten meine "Wangen nicht, sie färbten sich vielmehr mit einem höheren Roth. Jetzt verlangte es mich mehr beritt je darnach, ihn zu sehen. Nur diesen einen Abend, wenn nicht wieder, wollte ich trtumphiren. Er sollte wählen zwischen uns, zwischen Edith und mir, diesen einen Abend wenigstens standen wir einander gleich. Ueber eine Stunde verbrachte ich allein mit Edith; dann begaben wir uns zu Lady Ponsonby in die bereits sich füllenden Gesellschaftsräume. Wir standen mit einigen Gästen plaudernd am Fenster, das Gesicht der Thüre zugekehrt. Ich freilich hörte wenig von der Unterhaltung, denn meine Gedanken waren anderwärts. Da fiel mein Blick auf die Thüre: Guido trat ein, mit der Liebenswürdigkeit und dem stolzen Selbstbewußtsein, die ihm von jeher eigen waren- Ich erkannte ihn sofort, obwohl die Jahre, das Klima und die Gesellschaft ihn äußerlich verändert hatten. Er kam direct "auf Edith zu, die ihm allerdings mit dem Fächer kokett einen Wink gegeben hatte. Nachdem er sie mit ein paar schmeichelhaften Worten begrüßt hatte, wandte er den Kopf zu mir — und zum ersten Male begegneten sich unsere Blicke. Er schrak fichtlich zusammen, aber er verzog keine Miene. Er glitt mit der Hand über die Augen und biß sich auf die Lippen; dann, sich schnell zu Edith wendend, bat er sie, die Vorstellung zu übernehmen. „Das ist wohl nicht nöthig, Herr von Berry, wir kennen uns ja von früher," nahm ich da das Wort und reichte ihm ruhig die Hand- Er ergriff sie, ohne den Blick von mir zu wenden; aber seine Finger umklammerten dis meinen so fest, daß es mich fast schmerzte. „Der Tanz beginnt, gnädiges Fräulein," sagte er zu mir. „Darf ich um das Vergnügen zu dieser Quadrille bitten?" Ich verneigte mich leicht und nahm seinen mir gebotenen Arm. Während des Tanzes sprach er wenig, aber ich bemerkte, daß er den Blick nicht von mir wandte. Nachdem der Tanz zu Ende, führte er mich in das kühle Gartenzimmer. „Nun sehen wir uns nach neun langen Jahren wieder, Madeleine," sagte er, indem er mir in die Augen blickte und meine Hand ergriff. „Ihre Schuld ist's, daß es so lange Zeit geworden ist, nicht die meine," versetzte ich ruhig. „Was hat sich Alles ereignet, seit wir uns nicht gesehen haben I" sagte er ohne näher auf meine Worte einzugehen. „Theodor'- Liebling hat Verwandte gefunden, die ihre Rechte geltend machen — und Sie?" «Ich? Ich lebe einsam und verlassen," erwiderte ich mit einem Anflug von Bitterkeit. „Die eine Schwester ist auf Rosen gebettet, die andere —" „ ... Ist in diesem Augenblicke die Königin dieses Festes," fiel Guido mir in's Wort. „Er giebt wohl keine Dame hier im Saale, die Sie nicht mit Neid betrachtete, Madeleine. Wie sind Sie zu dieser wunderbaren Schönheit gelangt?" Bei diesen Worten legte sich sein Arm um mich, und bevor ich es mir recht bewußt war, preßte er mich an sich, als wollte er mich nie wieder von sich lassen. O, wie süß war diese lange, innige Umarmung I Alles irdische Leid und alle Bitterkeit schienen mir zu schwinden, während er mich fest an sein Herz drückte- Endlich hob er mein Gesicht empor und schaute mir forschend in die Augen. „Du bist zwanzig Mal schöner als vor neun Jahren, Madeleine," sprach er, „liebst Du mich aber noch so wie einst?" „Wie können Sie Ihr langes Schweigen rechtfertigen?" sagte ich, seiner Frage ausweichend. ® Er sah mich eine volle Minute an, bevor er antwortete. - „Warum nennst Du mich nicht „Du" und „Guido"?« sprach er dann, und wie einem neuen plötzlichen Gedanken nachgebend, ließ er meine Hand los und setzte mit einem Blick auf meine Linke leiser hinzu: „Ziehe den Handschuh aus." Ich gehorchte. Er nahm meine Finger in die seinen, blickte sie einen Moment an, dann ließ er meine Hand langsam sinken. „Wo ist der Ring, den ich Dir gab?^ fragte er. «Ich zog ihn heute zum ersten Male ab, Guido," erwiderte ich mit zitternder Stimme. „Ich wußte, daß ich Dich heute hier treffen würde, und ich wußte auch, daß Du ein Anderer geworden." „In vielen Dingen ja," entgegnete er fast traurig; „aber nicht, wie Du es meinst. Wann darf ich den Ring wieder an Deinen Finger stecken, Geliebte?" | «O, Guido," versetzte ich, „angenommen, daß Du mich I heute liebst — glaubst Du aber auch, daß Deine Empfin- I düngen dieselben bleiben werden, wenn Du mich morgen in ganz anderer Umgebung, in ganz anderen Verhältnissen siehst?" „Ich werde Dich immer lieben, Madeleine, so lange ich lebe," antwortete er; „darf ich Dich morgen besuchen?' „Ja, Guido." In dem kurzen Taumel des Augenblicks gab ich mich ganz dem Genüsse feiner Gesellschaft hin. Ich vergaß die traurige, qualvolle Vergangenheit und lebte nur in der glücklichen, wonnigen Gegenwart. Als wir wieder in den Ballsaal traten, sahen wir uns Walter gegenüber. Ich blieb stehen und sprach mit ihm, ohne Guidos Arm loszulaffen. Einen Moment schaute er in mein glückliches, erregtes Gesicht und wandte sich dann mit einer leichten Verbeugung zu Guido- „Wollen Sie mir die junge Dame jetzt überlassen?" sagte er. „Ich versprach, sie Fräulein Ponsonby.zuzuführen." Eine Secunde drückte Guido meine Hand herzlich, ehe et jte losließ; dann sagte er: „Sie erlauben mir Ihre Tanzkarte eine Minute, Fräulein? — Ich bringe sie Ihnen gleich zurück." Ich gab sie ihm und ging dann mit Walter weiter. „Wie freue ich mich, Sie glücklich zu sehen," sagte dieser. „Aber was meinen Sie zu der kleinen Edith? Ist sie in den zwei Jahren nicht ein reizendes Geschöpf geworden?" „Sie ist entzückend," erwiderte ich- „Ach, da kommt sie eben auf uns zu!" «Jetzt geht der Walzer an," sagte Ediths muntere Stimme, „wo ist denn Dein Tänzer, Madeleine?" „Vorläufig habe ich noch gar keinen," versetzte ich lachend; „ich bin eben erst wieder in den Saal getreten. Mit wem tanzest Du jetzt, Edith?" „Mit Herrn von Berry," gab sie zur Antwort, während sie sich, die Stirn in leichte Falten ziehend, nach dem Betreffenden im Saale rings umschaute. Da trat ein Herr heran, bat um den Tanz und tanzte mit mir davon. Als wir wieder zu tanzen aufhörten, kam Guido mit Edith am Arme auf mich zu. „Hier, Ihre Tanzkarke," sagte er mit einer höflichen Verbeugung und ging weiter. Ich.warf einen Blick auf die Karte und wurde dunkel« roth, als ich sah, daß er mich gegen alle Sitte zu fast allen Tänzen engagirt hatte. Jene unvergeßlichen Stunden verstrichen nur zu schnell. Als sich im fernen Osten das erste Morgendämmern zeigte, hing Guido mir meinen Mantel um die Schultern und begleitete mich die breite Treppe hinunter an den Wagen. Als ich bereits eingestiegen war, bog er sich über mich und nahm mir ohne Erlaubniß die Rose von der Brust. „Gute Nacht, Geliebte," flüsterte er und seine Lippen begegneten den meinen in einem langen zärtlichen Kuß. (Fortsetzung folgt.) — 566 — Der fleißigen Hausfrau Tagewerk. Ge. | Nutung oder Versendung noch lange bei ihrer Zäheledia- kei nach Allem Knappen und sich noch zwischen ihren Zähnen I ?:rroelut8ff begriffene Beuterests befinden, so L , ichr A beim Erfassen eines menschlichen Gliedes eine rOiuiv8ryi[iuny ßltt. Tirttcnflecken verschwinden aus bunten Wall- und Baumwollenstoffen durch Einreiben mit Glycerin und Nach» Wasser mit etwas Seife. Tintenflecken ?^bißen Stoffen behandelt man mit Citronensäure, indem E" bieselben einige Zeit darin weichen läßt und eventuell das Verfahren wAerholt. Der zurückbleibende gelbe Flecken wird in gleicher Weise mit Kleesalz präparirt. att8 selbstgewonnenem Vor- tatfye von Obst- oder Beerenobstwein Champagner bereiten, so fülle man den Wein in feste Champagner« flaschen, gebe pro Flasche einen gehäuften Eßlöffel grauen Zucker und ein Spitzgläschen guten Cognäc, verkorke dicht und verbinde den Kork gut. Durch den Zucker kommt der W-in etwas in Gährung und entwickelt durch die entweichende Kohlensäure ein prächtiges Mousseux. „{tt ZU reinigen, daß es wie neu wird. Ist ein Gefäß von E senblech lange auf dem Feuer gebraucht so verwandelt sich seine weiße Farbe in eine schwarze. Um es r» reinigen, mische man Holzasche mit gewöhnlichem Oele, so do« ßL™6 ^r.et bildet. Mit diesem bedeckt man nun on Nß und reibt es sodann mit einem wollenen Lappen Es wird hierdurch wie neu. (Sollte bie schwarze Farbe ni^t sogleich verschwinden, so wiederhole man dieses Verfahren. GememttNtzLges» Eiskaltes Master ist für das Vieh gefährlich; doch isi auch das Ueberschlagenlassen im Stall fehlerhaft und zwar aus dem Grunde, weil das Wasser während der Zeit Ammoniak und Fäulnißstoffe aus der Luft aufnimmt. Zu kaltes Wasser soll durch einen entsprechenden Zusatz von heißem LSaffer auf den nöthigen Temperaturgrad erwärmt werden. Beim Schlachten der Hechte ist größte Vorsicht zu beachten. Da die meisten Raubfische beim Schlachten behufs Freilcch meuit manche Frau: die und die haben es doch so schön- die brauchen nicht zu arbeiten, die können den ganzen Tag am Fenster sitzen, oder Visiten machen. Jawohl, es gibt solche FraUen. Doch nein ea sind nicht Frauen, sondern Zierpuppen, die nur auf der Welt ,u se:n scheinen, um zu sehen und gesehen zu werden. Aber dafür fiett'ä «och 'n 'hrem Hause, m Hof und Stall danach aus: Alles in Un- o >>nung, von Behaglichkeit ist keine Rede; die Kinder laufen in rer- 'ebenen und ichmutzigen Kleidern umher; das Essen ist^meist ungenieß- t:at; Der Mann war unzufrieden, er geht in's Wirthshaus, wo man un-.s Geld alles haben kann und noch ein freundliches Wort dazu be- icmmt; - der H-amilienzwist ist da. Und wer trägt die Schuld daran« Dre unhäusliche, trage Hausfrau. Eine Frau, die nicht arbeiten mag, verabsäumt ihre Bllicbt nnh untergräbt den Wohlstand beS, Hauses. Ein chinesischer Kaiser hat den Ausspruch gethan: „Gibt es einen Mann, der nicht arbeitet, oder eine UU'’nuM geht, so muß irgend Jemand in meinem Reiche Kälte oder Hunger eiden." Die Arbeit ist das Gesetz des Lebens. Wir alle Ä"ch ihm müssen wir im Schweiße unseres An- vchchts uiffer Brod essen. Wo eine fleißige Hausfrau waltet, da ist g:oß der Segen. 1 » * Fleischballchen. Rohes Kalbfleisch wird ge» hackt, mit Pfeffer, Salz, einigen Eiern und in Bouillon ein» genMtem Weißbrod vermischt und kleine Fleischbällchen von M°sse geformt. Man wendet sie in Ei und Semmel, brät st - in Butter gar und kocht dann den Bratensatz mit Lem Buttermehl zwei Taffen Bouillon, einigen gewiegten Zwiebeln, Salz, Pfeffer und etwas saurer Sahne zu sämiaer Sauce, bte über den Bällchen angerichtet wird. . Kaunr hat der Mann am Morgen das Haus verlassen, um sein $u ^bMuen, so fängt auch für. die Hausfrau die eigentliche ^.hätigkert an. Dre Znnmer sind aufzuräumen, die Betten zu ordnen. Da ist, zu kehren und zu scheuern, zu lüften und zu putzen. Da sind die klemen Kinder zu besorgen, da ist nachzusehen in Küche und Keller m Hof und Stall, da sind den Dienstboten Weisungen zu .rtheilen, da grlt es Vorbereitungen zu treffen für das Mittagsmahl. Und nach Tisch geht die Arbeit wieder von Neuem an. Es muß gespult und aufgeräumt werden; hier ist etwas an Wäsche und Kleidung auszubesiern; die Kinder sind zu beaufsichtigen; da ist etwas Neues für das Haus anzufertigen, da müssen Strümpfe gestrickt oder geflickt Hemden genäht und ausgebessert werden. Und so gebt es fort den lieben langen Tag. Das ist jedenfalls eine sonderbare Hausfrau, die jemals sagen kann, sie habe nichts zu thun. Arbeit ist das Gesetz des Lebens. Drum hat ein Dichter in bester Absicht folgende prgctische Haushaltungsregeln zusammengestellt, die jede Hausfrau ihrem dachtmß einprägen sollte, wenn sie dieselben noch nicht kennt: Die Zimmer gelüftet des Morgens gar bald, Bei jeglichem Wetter —, ob's warm oder kalt. Vorsichtig geh' mit der Feuerung um, Brauch' nie dazu Petroleum! Petroleum, vergiß das nicht, Hat schon viel Unheil angericht! Es liegt ein allgewaltiger Zauber In dem kleinen Wörtchen „sauber", Polstermöbel muß man klopfen, Wasserleitung nicht verstopfen! Unsaub're Fenster betrachte als Feind, Doch putze sie nie, wenn die Sonne drauf scheint. Wer unachtsam etwas zerbricht, Sei ehrlich und verhehl es nicht. Das Mittagessen sei bereit Stets pünktlich zur bestimmten Zeit! Das Wasser zum Spülen, sei immerdar So rein wie das Herz, wie die Augen so klar. Durch Messer, die Häring und Zwiebel geschnitten, Hat manches an gutem Geschmack schon gelitten. Kupfernes Geschirr ist herrlich, Grünspahn aber gefährlich. Was immer man thut, auch das Schließen der Thüren, Man soll es womöglich geräuschlos vollsührcn. Die Lampen, die setze am Morgen in Stand, Dann sind sie auch fertig am Abend zur Hand. Wer immer bedacht ist zu schnüren sein Bündel Zahlt nicht zum Gesinde, zählt nur zum Gesindel. Vermischtes. Aus dem Gerichtssaale. Vertheidiaer: „Um den Beweis zu fuhren, daß mein Client nur durch eine, in Be» hr 2»ierpretation des betreffenden Gesetzespara» ^"findende, gänzlich illoyale Coalition des Gerichts» 1 der Staatsanwaltschaft als eines Vergehens schuldig werden konnte, bedarf ich keiner tiefen Gelehrsam» keit,^ sondern nur eines Grans gesunden Menschenverstands ö tr" l Richter. „Innerhalb welcher Zeit können Sie dies fehlende Beweismittel herbeischaffen?" • * . b, Gemüthlich. Gläubiger: „Wissen Sie auch, daß ich - 9M 'S tagtäglich zu Ihnen komme?!" m ¥en Sie - wir könnten eigentlich „L>u zu emander sagen! * * kannte?,"Entrüstung. Herr Meyer (zum Be» Kerl- ’hrä/l ?? s° »Mensch vor, ich sei ein schmutziger Kerl dabei schulde ich der Waschfrau 17 Mark." * • "ß fsV ^mmrer: »^ratulire zum neuen Kennen &.?er finb Sie V - Bummler: ÄÄ:«?’ * * *■ «» "*• 9* Siebaction: A. Schcyda. - Druck und Verlag Nr. Ai SBalt cade Edith ausae stahlb herab' voller lustig. $ die Ho würde gestrig häßlick hast 3 wir gl Berry, seine s worder 3 wollte, H ich läd solchen T haglich elegant nicht n »ich gl daß ich mich zv D wesen, jetzt Hai t »S sprach rüber u „9 Gesellsä