die bald • gehört 1 letzten )rief an lltas bei deutsche inleitete. >en nicht Verleger in seine :gnliren. :r alten llrichten, ^esignirt. er seine „meine -N Feind terliegt, mehrere : „Der , aber l langen. Briefen teil des > schrieb ind aus Wochen ^anzosen hoffen, oll." mmtheit t dieser öchillers Apfängt hicksalen iib der Es ist ger und laroline crespon- ier hat größten md die nvaltige Philo- mtischer Slusein- Schon ler als n Ende achteten seltenen "chlands eenplatz nickende >er und ,er Geir weiß ind ge- eündlich uns in sse und erehren itleiden i Nntevhaltrrngsblatt zunr GZetzenev Anzeigev sGenevcrl-Anzeigev) Dienstag, den 29. Mai. Nr. 61. 1894. Kändedruck. Den Händedruck im Weltenall Millionen Herzen theilen, Sein guter Geist lebt überall, Wo edle Menschen weilen. — Dich preise ich als hohes Gut, Du Quell der reinsten Triebe, In Deinen heil'gen Tiefen ruht Versöhnung, Freundschaft, Liebe! Der Händedruck, ein froher Gruß Vom Freunde, treu und bieder, Kehrt er nach der Geschicke Schluß Zur lieben Heimath wieder; Vom Drang der Zeit das Haar gebleicht, In Falten Stirn und Wangen, Er uns die Hand, die treue, reicht, Im Auge Zähren hangen! Der Händedruck, ein süßer Lohn Für edle Frauenherzen, Die wohl durch Menschenliebe schon Gelindert manche Schmerzen! O Frauenherz, im schönsten Schmuck Strahlst du, wo Thränen fließen, Dir sei der wärmste Händedruck, Sei laut, sei hoch gepriesen! Der Händedruck, ein schöner Drang, Will Herz an Herz sich pressen, Und so bei frohem Liederklang Vergeben und vergessen! Erhab'ne» Bild, wenn sich vereint, Was Groll und Haß geschieden, Das Auge eine Thräne weint, — Im Bunde Eintracht, Frieden. Der Händedruck, ein stummer Schwur, Der Liebe heil'ger Siegel, Läßt sie uns schau'n auf trauter Flur In ihrer Seele Spiegel! — O, welch' ein überselig Glück, Welch' seltsam Wonnebeben, Läßt solch ein hoher Augenblick Das Menschenherz durchschweben! Der Händedruck, der treu und wahr, Ein Born der Hochgefühle, Dringt in die Herzen wunderbar, Führt zum erwünschten Ziele! O, könnte er die ganze Welt Beglücken und versöhnen, Daß jeder Haß in sich zerfällt, Was alle Menschen sehnen! — Ja, Händedruck im großen All Kann wohl am schönsten lohnen, Sein Genius herrscht überall, In allen Erdenzonen! — Ist er doch stets ein Ehren-Pfand, — Kommt er au» gutem Herzen; Knüpft oft so manches süße Band, Heilt Kummer oft und Schmerzen! Th. Loos. Die Hexe von Bingenheim. Von Gg. Schäfer. (Fortsetzung.) „Jetzt streckt er seine Hand aus," meinte Schulpräceptor Fischer, „greift in die leere Luft und sofort faßt er zehn Lügen, womit er die Gesellschaft unterhalten kann." „Er kann stärker lügen, als zwei Pferde laufen," bemerkte halblaut ein Dritter. So schwirrte es hin und her, bis Quaffel einen Schluck aus dem dargereichten Humpen gethan und sich niedergelassen hatte. „Ihr Männer und verehrten Freunde!" begann Quaffel. 242 Teufel- . „Zwei Schinken, einen großen Schwartenmagen und neun Würste verschiedener Art. Eine Wurst, welche bereits an dar Teilchen gebunden war, ist mit Euch den Rauchfang hinabgestürzt. Wie kam es, daß Ihr hinunterfielet? „Die Stange, auf welcher ich stand, zerbrach, antwortete Kaminfeger Eckert, denn dieser war der vermeintliche Teufel, „und ich stürzte mit fürchterlichem Getöse hinab auf den Feuer- „Aber wie brachtet Ihr es fertig, daß Euch Quassel und sein Weib mit größter Ehrerbietung Thür und Thor öffneten und Euch, ohne Lärm zu machen, hinwegziehen ließen? srag- ten Büchsenmacher Breitenbach und Bauer Burkard, welche mit Eckert die Commission für Abstrafung des ausschneide' rischen, filzigen Postschreibers bildeten- „Ruhig, Ihr Männer," antwortete Eckert; „morgen_ fottt I Ihr Alles erfahren, jetzt gilt es, unbeirrt nach Haufe zu tomra$rei sp^er, auf einen Samstagabend, war der gemeinschaftliche Imbiß im „Darmstädter Hofe" ange agt worden Der erste Gast, welcher erschien, war Postschreiber QuaM. Seine Augen glänzten, als er die saftigen Scherben Schinken, die Räder aus den dicken Würsten und Schwartenmagen g - I schnitten sah und er konnte sich nicht enthalten, eine Schmm von jeder Schüffel zu versuchen, ehe sich die Ge ellscha t zu I Tische setzte. Als der Wirth aber noch einige Schüsseln treff I lichen Sauerkrautes nebst Erbsenbrei hinzustellte, da konnte srch Quaffel nicht länger halten; er drängte, daß gegessen wurde, noch ehe die Gesellschaft vollzählig roar. Nun laute er aut I zwei Backen, gab seinen Nachbarn zur Rechten und Mr Ernten nur durch unartikulirtes Brummen Antwort, wenn sie eine Frage an ihn richteten und ließ nicht eher nach, al» bis sämnn- liche Schüffeln, die für ihn erreichbar waren, keine Spur von I Speisen mehr auswiesen. _ h I „Ein treffliches Mahl!" sagte er, nachdem er Meffer-und Gabel weggelegt, einen starken Zug aus dem Humpen gethan I und darnach einen scharfen Schnaufer von sitz gestoßen ha , I „Schinken und Würste sind genau rote die meinigen hergenchm I und auch im Gewürze so gehalten." | „Dar stimmt!" antwortete Bauer Burkhard trocken. „Dann laus' an's Fenster und rufe Feuer! Mordio! Hexenjagd I Tod und Teufel!" -S„Jch gehe nicht von der Stelle, Mann, es wurde ntetn Tod sein!" rief die geängstete Ehehälfte. , „Eurer Qual soll ein Ende gemacht werden," ertönte eine hohle Stimme aus der Küche. „Ich sehe, daß Du Postschreiber ein gewaltiger Banner bist. Ich war gekommen, Dein Buch, die Teufels Geissel, zu holen, kann Dir es aber nicht entreißen. D'rum werde ich weggehen und Dir nichts zu leide thun, das verspreche ich Dir auf Teufelswort und in Teufelsnamen. Oeffne die Küchen-, Haus- und Hosthure, halte Dich ruhig, Du und Dein Weib. Geschieht dies, so wird Euch kein Härchen gekrümmt. Erhebt Ihr Geschrei oder muß ich zum Schornsteine hinausfahren, dann fliegt das Haus und Ihr Beide mitsammen in die Luft. Nun wählet!' Quassel schlich an die Hausthüre und riegelte sie auf, dann das Hofthor; darnach kam er zur Küchenthüre. „Deine Kraft werde zu Nichte: Tohuwabohu! Tohuwabohu. murmelte er unaufhörlich. Die Küchenthüre öffnete sich, eine Schornsteinfegergestalt, mit einem schwarzen Federbusche aus i dem Kopse, die Augen rollend, die Zähne fletschend, trat her- vor und schritt stolz zur Thüre hinaus. „Tohuwabohu! declamirte Quassel, und sein zitterndes Weib, das sich hinter dem Teufelsbanner verkrochen, rief mit zitternder, ängstlicher Stimme fortwährend: „Tohuwabohu!" Als der Teufel auch das Hofthor pafsirt Hatte, warf Quassel die Hausthüre in's Schloß, riegelte ab und eilte in s Schlafzimmer. Auch dieses wurde sorgfältig geschlossen und nicht versäumt, überall drei Kreuze anzubringen. — — Die schwarze Gestalt schritt einige Häuser weiter; hier I sprangen zwei sonderbare Gesellen aus einem Winkel heraus. „Wieviele Schinken und Würste haben wir?" fragte der $ „Wenn Ihr Euch so benehmet, dann sind wir zufrieden, versetzte Meister Eckhart. „Ihr sollet dann auch zu einem I gemeinschaftlichen Abendimbisse eingeladen werden, wachen wir demnächst hier im Brauhause veranstalten. Die Festsetzung dieses Abends bleibt noch vorbehalten." Quassel schmunzelte; er hatte sich gut aus der Verlegenheit gezogen und ein billiger Abendimbiß stand in Aussicht- I Das begeisterte ihn so, daß er zwei Humpen mehr als gewöhnlich zu sich nahm und ein klein wenig beim Nachhausegehen mQnE(Sine Stunde nach Mitternacht that es in der Küche plötzlich einen fürchterlichen Schlag. Quassel machte Licht und I schritt vorsichtig nach der Küche. Hier bot sich ihm em ent» | etzlicher Anblick dar. Auf dem Feuerherde stand eine große, chwarze Gestalt, mit einem Federbusche auf dem Kopfe und einer schwarzen Keule in der Faust. Blitzschnell schlug Quaffel I die Küchenthüre zu und drehte den Schluss^ um. Darauf eilte er in's Zimmer zurück, holte das Büchlein „Die Teufels Geissel und fing an, Beschwörungssormeln vorzulesen. Alsbald fing die schreckliche Gestalt aut dem Feuerheerde an zu grunzen, brummen und johlen. Quassels Frau erschien, zitternd an Arm und Bein. , m ,< „Was ist geschehen?" fragte das geängstigte Weib. । „Beruhige Dich," versetzte Quassel, „erlist ein Unhold einqedrungen,er kann aber nicht von dannen, weil ich ihn mit der „Teufels Geissel" festgebannt habe. Höre, wie er grunzt, wenn ich die Beschwörungsformel ausspreche: Feuergeist: spiritus igmsl Wassergeist: spiritus aquae! Erdgeist: spiritus terrae! Wer Du auch seist: spiritus nemims! Deine Kraft werde zu Nichte: Tohuwabolm. Es grunzte und brummte unheimlich in der Küche nach Ahe Dich rasch an, Frau!" ries Quassel triumphirend, „eile zum Hosprediger und zum Hexenrichter, sie möchten hierher kommen mit Häschern und Wächtern." „Nicht um die ganze Welt!" ries das zitternde Weib. ,Nehmet nicht ungtttig, daß ich meiner Pflicht noch nicht nach- kam, Eure Einladungen zu erwidern. Doch aufgeschoben ist I nicht aufgehoben. Wisset, daß ich in den letzten Wochen schwer zu arbeiten hatte. Fürst Thurn und Taxis, der Reichsgeneralpostmeister, plant eine ganz vollständige Umgestaltung des | RetchrMwesens. mQ^e§ Wort," flüsterte Präeeptor Fischer; „das lügt der Mann in einer Geschwindigkeit zu- sammAiese großartige Umgestaltung fordert alle Kräfte des Postwesens in die Schranken; wir müssen Gutachten und Berichte vorlegen, wir müssen schreiben und denken, daß man nicht zu sich selber kommt." , , „Mit Verlaub, Herr Posteommissarius!' fiel Kaminfeger Eckert dazwischen, „Eure Aussage stimmt ganz und gar nicht mit derjenigen des Steckenreuters und Postläusers Hemz Raben- holt; er sagte noch gestern Abend: im Winter hättet Ihr Beide nichts zu thun. Selten kämen einige Poststücke, darum würde er stets weggeschickt und Ihr läget den ganzen Tag auf dem Schrägen und pflegtet Eures Leibes." , „Meister Eckert," antwortete Quassel, ohne in Verlegenheit zu kommen, „ich sage Euch: Wenn der Heinz Rabenhott so groß wäre, als er dumm ist, müßte er sich Dicken, sobald er durch Euer Scheuerthor, das doch gewiß hoch ist, m die Tenne eintreten wollte. Ich schicke den HeiM blos um deswillen fort, weil ich sein dummes Gerede nicht hören kann und er so heftig nach Tabakjauche riecht, daß mir Übel wird und ich am tiefen, anhaltenden Denken gehindert bin- — In etwa acht bis zehn Tagen ist die Hauptsache gemacht, fuhr Quassel fort; „bis dorthin weiß ich auch, was aus den gro^rttgen P.änen werden wird und ich werde nicht ermangeln, Euch in mein gastlich Haus einzuladen und Euch mitzutheilen, was ich darf Also verzeiht, Ihr Männer, es gilt jetzt Eure Gesund- - 243 - Aus deut Tagebuche eines verliebten Gelehrten dem „Jll. Wr. Extrabl.".) Mus Ich liebe: rum befahl der Landgraf, daß in diesem Jahre das Frühlings« fest, welches alljährlich auf Christi Himmelfahrt im Echzeller Walde, nahe bei Bisses, gefeiert zu werden pflegt, aber mehrere Jahre der Landestrauer und Hexenprocesie wegen unter- ilieb, diesmal sollte abgehalten und gefeiert werden. Von allen Seiten kamen an jenem Himmelfahrtstage, nachdem der Nachmittagsgottesdienst vorüber, die Unterthanen )er Fuldischen Mark, welches eine ältere Bezeichnung für die Landgrafschaft Hessen-Bingenheim ist, nach dem Festplatze gezogen. Es ist ein herrlicher Hain, von Eichen und Buchen iberschattet, unter denen der süß duftende Waldmeister seine ternartigen weißen Blüthenköpfchen emportreibt. Kuckuck, Amsel, Drossel, Fink und Turteltaube lassen ihre lieblichen Stimmen erschallen, an Wild und allerlei Gethier ist kein Mangel. Ein Kranz von reichen Dörfern und Gehöften, als da sind: Bisses, Grundschwalheim, Echzell, Bingenheim und viele andere liegen in der Nähe, deren Bewohner, Groß und Klein, Alt und Jung, heute festlich geputzt erschienen, denn es hieß: die Herrschaft wolle selber kommen und sich mit den Unterthanen des lieblichen Frühlings freuen. Auf dem Festplatze waren Tische und Bänke aufgeschlagen, Zelte errichtet, Schaubuden zur Kurzweil und Unterhaltung hingestellt worden. Geigen, Pfeifen, Zinken und Trompeten erfüllten den Wald mit jubelnden Klängen, wozu die Jugend fröhlich den Reigen tanzte. Nun kam die Herrschaft herangeritten. Das gab ein Rufen und Hüieschwenken, daß es wie Donner in die gewaltigen Baumkronen hinaufschallte. Das Volk freute sich, daß es ein so gütiges, prächtiges Fürstenpaar besaß, welches an Freud und Leid der Unterthanen theilnahm. Das landgräfliche Paar war längst wieder nach Hause gezogen, da ertönten noch Hochrufe und gute Wünsche aus dem Volke für das Fürstenpaar. (Fortsetzung folgt.) Diese 78V2 Kilogramm heißen Marie. Ich wurde diesen Winter Marie in einer Gesellschaft vorgestellt. Ich habe ihr gestern meine Liebe gestanden. Sie sagte, sie sei mir gut. Ich werde um ihre Hand anhalten.* Ich war heute bei ihren Eltern zum Speisen geladen. Wir küßten uns oft und leidenschaftlich. Sie fragte, warum ich meine Hände immer auf ihren Kopf lege. Ich sagte, das sei meine Gewohnheit. Ich wollte aber nur ihre Schädel- capacität annährungsweise ermittel«. ♦ Wir fuhren heute in den Prater, die Schwiegereltern in spe, Marie und ich. Auf meine dringenden Bitten'«hin machten wir dann einen Abstecher zum „Watschenaffen". Hier gelang es mir, unauffällig die Dynamometrie ihrer Hände festzustellen. Marie setzte mit beiden Händen 43.7 Kilogramm in Bewegung, mit der rechten Hand 24.7 Kilogramm, mit der linken 19 Kilogramm. Ich war sehr befriedigt, da diese Ergebnisse mit den Aufzeichnungen von Regnier übereinstimmten. „Wo habt Ihr die guten Sachen her, Meister Eckert?" fragte Quassel überlaut den am oberen Ende der Tafel sitzenden Kaminfegermeister. „Schinken und Würste stammen aus Eurem Rauchfange." „Seid Ihr toll, Meister!" rief Quassel und schnellte, trotz seiner Dicke und seines gefüllten Magens, empor wie eine Uhrfeder. „Nicht im Geringsten, Herr Postmeister. Ich selbst habe sie vor drei Tagen nächtlicher Weile aus Eurem Rauchfange abgehängt, wobei mir das Mißgeschick passirte, wegen einer brechenden Stange auf Euren Herd herab zu stürzen und einen Höllenlärm zu verursachen. Das lockte Euch mit Eurer „Teufels Geissel" herbei, Ihr ließet fürchterliche Beschwörungsformeln los —" „So haltet doch Euer Lügenmaul!" rief Quassel und schlug mit der Faust auf den Tisch. aber sie übten keinen Eindruck auf mich aus," fuhr Eckert fort. „Zuletzt habt Ihr mir noch selber Thür und Thor geöffnet, damit ich ungehindert wegspazieren konnte und bedauere nur, daß wir die schöne, dicke Leberwurst, die schon angeseilt war, im Stiche lassen mußten. Habt sie wohl am anderen Morgen auf dem Feuerherde gefunden?" „Allerdings, aber sie war in den mit Wasser gefüllten Kroppen gefallen!" rief Quassel zornig. „Und dann?" „Dann ging ich zwei Häuser weiter, fand meine beiden Gesellen Breitenbach und Burkhard mit den stibitzten Sachen, die uns so unvergleichlich geschmeckt haben. Ihr Geizhals seid heute zu Eurem eigenen Fleisch und Blut eingeladen worden. Mit Eurer „Teufels Geissel" und Bannerei ist es eitel Unsinn und Dummheit. Wir hoffen, daß Euch dieser Denkzettel nicht so bald aus dem Gedächtnisse schwinden wird." Großes Gelächter erscholl. Quassel versuchte mitzulachen und gute Miene zum bösen Spiele zu machen, es wollte aber nicht recht gelingen. Nach einer halben Stunde, als alle Theilnehmer recht lustig waren und den tollen Streich zum dritten Male hören wollten, schob Quassel unversehens durch die Thüre und eilte nach Hause. Mehrere Wochen ließ er sich nicht blicken, er hieß, er litte an Kolik und Magenkrämpfen. Im darauffolgenden Jahre versetzte ihn der Fürst Thum und Taxis in die Churpfalz. Dort versuchte Quassel seine Aufschneidereien ebenfalls anzubringen. Die weintrinkenden Pfälzer, die viel hitziger und bei weitem nicht so langmüthig sind, wie die Wetterauer, dabei auch noch eine sehr lebhafte Phantasie besitzen, merkten dem Postmann bald seine Schnacken und Sputzen ab- Wenn er anfing, aufzuschneiden, übertrumpften sie ihn gewaltig, machten ihm solchen blauen Dunst vor, daß es ihm ganz einfältig und unbehaglich wurde und er sich, als er mehrere Schoppen neuen Weines zu sich genommen, eines Tages nicht anders zu helfen wußte, als daß er grob wurde. Da kam er bei den Pfälzern sehr übel an; sie gerbten ihm weidlich das Fell, warfen ihn zur Herberge hinaus und verhießen ihm noch viel saftigere Prügel, wenn er sich je wieder unterstünde, den Leuten Bären aufzubinden. Was zuletzt noch aus ihm geworden, ist nicht ausfindig zu machen gewesen. Siebentes Kapitel. Am 6. Mai 1658 verkündeten Karthaunenschüffe den Bewohnern der Landgrafschaft Hessen-Bingenheim, daß der Herrschaft wieder ein Prinzlein geboren worden, welches in der heiligen Taufe den Namen Karl Wilhelm erhielt und ein gesundes, starkes Knäblein war. Dessen freuten sich die Herrschaft und Unterthanen, denn das noch lebende Knäblein Leopold Georg, geboren am 15. October 1654, war nicht fest in der Gesundheit. Da nun der Wonnemonat Mai desselbigen Jahres fein und lieblich sich erwies, die Angst und heimliche Furcht der Menschen: durch rachsüchtige Denunciation als Zauberer und Hexen in Elend, Banden, Noth und Tod gerathen zu können, fast geschwunden war, fühlten sich die Bewohner froh und zufrieden, wie sie e» lange nicht gewesen. Die Trauer wegen Ablebens der fürstlichen Kinder war auch vorüber, da44 Kilogramm Sauerstoff, 22 II Kohlenstoss, 7 II Wasserstoff, 1.75 Calcium, 1.72 II Stickstoff, 0.80 II Phosphor, 0.80 II Chlor, 0.10 II Schwefel, 0.08 II Potassium, 0.07 ii Sodium, 0.05 ii Magnesium, 0.04 ii Eisen- 244 Ich bin sehr niedergeschlagen. Ich sagte heute mindesten« zehnmal zu Marie: „Bemerkst Du nichts, mein Kind? — Bemerkst Du gar nichts?" Sie schaute mich verwundert an und schüttelte den Kopf. Nach den Untersuchungen Roncoronis aber hätte sie als normales Weib unbedingt etwas bemerken muffen. Ich trug nämlich in einem kleinen Fläschchen eine Vs-tooofad) verdünnte Nelkenöl-Lösung bei mir. * Gott sei Dank, es hat sich Alles aufgeklärt. Marie war neulich ein bischen verschnupft. Ich hatte heute das Fläschchen wieder bei mir. Marie aber sagte, kaum daß ich fünf Minuten int Zimmer war: „Was stinkt denn so fürchterlich?" Ich prüfte heute ihre Geschmacksempfindung. Ich mischte eine ^/siEfach verdünnte Strychninsuphatlösung in ihren Kaffee. Sie erbrach fürchterlich, sie bekam Bauchkrämpfe und mußte sich in's Bett legen. Das übertrifft die von Francis Galton angestellten Beobachtungen. O, wie liebe ich meine süße, kleine Brauti ♦ Ich überraschte heute Marie, wie sie sich den Strumpf anzog. Sie hatte einen Greiffuß. Ich machte mir aber nichts daraus, nachdem die neuesten Forstungen von Ottolenghi und Carrara dargethan haben, daß das seitliche Abstehen der großen Zehe bei normalen Frauen fast dreimal so häufig vorhanden ist, als bei normalen Männern. * Marie fragte mich heute, ob ich sie auch wirklich liebe. Ich verwies sie auf die von Bourget verfaßte Tabelle der Liebhaber. Nach der kommen: Beamte (Richter, Advocate», Notare rc.) 5 Liebhaber auf 100 Mediciner 10 II Schulmänne i Lehrer r | Professoren 25 5 II 11 II II II II 1 AUA bis zum Hauptmanns 90 11 II n Mutete j vom Hauptmanns an 5 ii II u Maler 80 n II n Bildhauer 50 ii II ii Musiker 10 n II ii Architecten 50 ii II ii I tragische 20 ii II ii Schauspieler Tenöre 60 ii II ii f Komiker 99 ii II i Commis 90 ii II Handelsbeflissene Reisende 20 ii II n f Geschäftseigenthümer 5 ii II ii Journalisten 50 ii II n Literaten Dramatiker 10 Romanschriftsteller 15 ii II n Dichter 30 n n ii Gelehrte 1 ii ii ii Warum soll nun gerade rch nicht der Eine unter den Hundert sein! Sie sah das auch nach * langem Zureden ein. Heute war ich wieder zum Speisen geladen. Marie hatte ein neues Kleid an. Sie sah entzückend aus. Nach Tisch kosten wir heimlich, während Mama ihr Nachmittagsschläfchen hielt und Papa die Zeitung las. Wir standen beim Fenster. Marie lehnte ihren Kopf an meine Schulter und blickte mich zärtlich an. Ich bat sie leise, den Kopf ein wenig weiter zurückzubiegen und ein „A" zu sagen. Sie lachte, aber dann sagte sie doch „A"! Ich schaute ihr in den Schlund. Ihre Stimmbänder sind normal. Die Breite der Schtldknorpelflügel aber und die Weite des Schildknorpelwinkels sind bemerkenswerth. ♦ Marie hat sich schon wieder ein neues Kleid machen laffen! Ich warf ihr Eitelkeit vor. Sie weinte. Ich sagte, die Eitelkeit sei die instinctive Neigung, alle Eigenschaften, die I bei der Zuchtwahl nützlich sind, in's hellste Licht zu rücken: eine Neigung, die durch da« soziale Leben entwickelt und — I weil vortheilhaft für das Individuum — erblich übertragen worden ist! Marie weinte noch heftiger. ♦ Meine Braut ist gestern mit ihren Eltern auf drei Wochen nach Meran gefahren. Ich schrieb ihr heute einen zärtlichen, zehn Seiten langen Brief und bat sie, mir umgehend folgende Daten anzugeben: 1) Die Klafterweite ihrer Arme, 2) die Scheitelhöhe über der Sitzfläche, 3) den Brustumfang, 4) die Schulterbreite zwischen den Akromien und 5) die Differenz zwischen der dorsalen Länge ihres Mittelfingers und der Hohlhandlänge. * Seit acht Tagen keine Antwort! ♦ Seit vierzehn Tagen keine Antwort! * Ich bat heute neuerdings um die betreffenden Daten. * Ich erhielt heute vom Vater eine ungemein beleidigende Correspondenzkarte mit dem Poststempel Wien. Was ist denn vorgefallen? Ich muß den Papa noch heute in seinem Bureau aufsuchen. * Und das nennt sich ein gebildeter Mensch! Die Partie ist zurückgegangen. Ich bin sehr unglücklich. Für die richtige Abschrift: Ernst L. M. Berger. Vermischtes. Doppelsinnig. „Na, ich gratulire, Herr Affeffor, endlich 'mal nach sauren Mühen einen Hasen! Ob man's Ihnen aber auch glauben wird?" — „Leider, Herr Förster, hab' ich nur Sie zum Zeugen!" ♦ * Boshaft. Gigerl: „Wie lange, Herr Profeffor, kann eigentlich der Mensch ohne Gehirn leben?" — Profeffor: „Das kommt darauf an! Wie alt sind Sie denn?" ♦ * ♦ Aus einem Examen. Profeffor: „Herr Candidat, welche Pflanze hat den größten Eiweißgehalt?" — Candidat: „Spinat mit Spiegeleiern." ♦ ♦ ♦ Im Gegentheil. Braut: „Mamameint, Du heirathest mich nur, weil ich später noch Vermögen zu bekommen habe." — Bräutigam: „Ganz im Gegentheil, Schatz; wär' mir sogar lieber, wenn Du's jetzt gleich hättest!" * * * Verschnappt. Baron: „Die Cigarren, die Du gestern geholt hast, sind nicht so gut als die vorigen." — Diener: „Ja, sie beißen etwas auf der Zunge." G e m ü t h l i ch. Schneider (auf der Bude des Studenten): „Ich gehe jetzt nicht eher, als bis ich mein Geld habe!" — Student: „Ja, mein Bester, da müssen Sie mit meiner Wirthin sprechen. Ich ziehe in acht Tagen aus." • * ♦ Aus der Jnstructionsstunde. -Unteroffhier: „Nur der Höchstcommandirende hat im Felde ein vollstänviges Bett zu verlangen — da kannst Du Dir 'mal ausrechnen, Schulze, was auf Dich kommt!" Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.