W ■ft 'EMMEW WIW E Ws GMLiW^WKMd WMSWMD M^^WMMKEP Evr!r"^L-^*£S:" «■/ «W> ^r ^MWWWWM inge, jäten ab- ifeln, täten laten, ipetn, und satter haten ittene n Sie Faden leben.“ in für Frau: neinem etwas u dem rhaftig meines n dem besten», un ein r Rock reizende Piffle: Kmffle: ■. Kauf- n Ihnen ißt bin! noch a meinem aus den mir da» en." — eine auf- mit der pa, sollte bringen, tn da im ine selige Xitel“ — r ■ 1894 Äs. Nr. 37. e^Ä und hetabgewirthschaftete Familiengut wieder zu heben und wie die Mutter wünschte, durch eine „reiche Heirath" vor gänzlichem Verfall zu retten — aber er hatte sich noch zu rechter Zeit wiedergefunden. Und nun nahm er sich vor, seine Sohnespflichten und auch die seiner Staudesehre zu erfüllen mit Aufopferung seiner selbst, sie sollten ihm über Aller gehen, über aller Lieben und Leiden. Et wollte tragen, war dar Schicksal über ihn vet. hängt, bis er sich daran gewöhnt oder bi» er darüber zusammenbrach. Und wenn er unter diesen Gedanken auch manchmal verzweifeln wollte, so tauchte dann Jadwiga» reine» Bild, umwoben vom Glorienschein der Entsagung, Beherrschung und der Opfermuthe», vor ihm auf und wurde ihm zum leuchtenden Leitstern. Allmälig milderte sich auch der wilde, leidenschaftliche Schmerz um die verlorene Geliebte und wandelte sich in sanfte Trauer um. Frau von Btelinska wußte Romans resignirte Gemüthsstimmung vortrefflich für ihre Zwecke zu benutzen. So gelang es ihr endlich, ihn mit Bitten und Schmeicheleien, Zürnen und Thränen dahin zu bringen, daß er bei dem Grafen Kwilecki um die Hand seiner Tochter Spiridia anhielt. Die Comteffe war, wie die meisten vornehmen Polinnen, nach französischem Muster erzogen worden. Sie war voll- kommen mit dem Gedanken vertraut, daß sie den einstmaligen Gatten nur au» der Hand ihrer Eltern empfangen durfte. Die Herzensgeschichte — der kleine Roman, wie Gräfin An- tonia sagte, — war vergeflen. Freilich — sie hatte sich eine lange Zeit furchtbar deshalb gegrämt und nur allmälig war das schwärmerische Verlangen, in ein Kloster zu gehen, von ihr gewichen. Run sollte sie Roman heirathen, es war Mama- sehnlichster Wunsch, es blieb ihr nichts weiter übrig, al« gehorsam zu sein. Keine junge Dame vom Stande hätte anders ß h Und war der ihr von den Eltern bestimmte Bräutigam nicht jung, schön und liebenswürdig? Sie kannte ihn von klein auf, er besaß ihre Achtung und ihr volles Vertrauen, er gefiel ihr viel besser, al» andere Herren ihrer Bekanntschaft. Da wäre e» doch eine rechte Thorheit, nein zu sagen. Aber Spiridia liebte Roman nicht und sie hatte der Mama daraus kein Hehl gemacht. Doch diese lachte sie aus und erklärte ihr, daß Liebe zu einer glücklichen Ehe nicht un- bedingt nöthig wäre; sie znm Beispiel fände e» im höchsten Grade nndeltcat, wenn vornehme Leute verliebt ineinander wären und sich schnäbelten wie die Turteltauben. - Und die kluge und erfahrene Mama mußte dies besser wissen, denn sie war schon so lange glücklich verheirathet, und auch Spiridia würde gewiß auch ohne Liebe eine glückliche Frau werden. (Fortsetzung.) Die Glorie de» Feste» war aber der Tanz, da zeigte sich Alle» von der glänzendsten Seite. Während die jungen Edelleute dabei da» volle Feuer, die stürmische Gluth de» polnischen Nationalcharakters entwickelten, entfalteten die Damen die graciöse Schönheit ihrer Gestalten, den verführerischen Zauber und die natürliche, liebreizende Koketterie ihre» Wesen», Eigenschaften, die den Polinnen den eigenthümlichen, fast sinn- berückenden Reiz verleihen. Beim letzten Mazurek wurde der bi» an den Rand mit perlendem Champagner gefüllte Atlasschuh der Braut herumgereicht. Die Herren tranken begeistert daraus, während die jungen Mädchen ein Hochzeitslied dazu sangen. Es war ein überaus glanzvolles, fröhliches Familienfest, welches am St. Michaelstage in dem alten Herrenhause von Lygotta gefeiert wurde, aber nicht unter dessen Dache allein, sondern auch draußen unter den im Herbstgewande trauernden Bäumen, unter dem sternenbesäeten Nachthimmel. Nur einem wollte die echte und rechte Hochzeitsstimmung nicht kommen trotz allen Glanzes, aller lauten Lust ringsum. Es war Roman v. Bielinska, der junge Ehemann. Er saß ernst und still an der Seite seine» lieblichen, ihm eben erst angetrauten Weibe» und au» dem Licht und Dust, der Freude flogen seine Gedanken in eine hoffnungsarme Zukunft hinaus. Er sah bleich und leidend aus und eine tiefe Melancholie war über sein ganze« Wesen verbreitet, welche selbst heute an seinem Ehrentage nicht gewichen war. Nach der stirchtbaren Nacht, in der die Geliebte ihn verlassen hatte, da war er erst nach Stunden au« der schweren Ohnmacht erwacht, die ihn hülflo« zu Boden warf, Landleute fanden ihn auf, ganz verstört, mit gelähmten Gliedern im feuchten Morgenthau und brachten ihn mühsam nach Lygotta zurück. Dann hatte er viele Tage und Wochen im hitzigen Fieber gelegen, in dumpfer Geistesnacht, und der Arzt und Die trostlose, fast verzweifelnde Mutter fürchteten lange für sein Leben. Aber von dieser Krankheit erstand Roman al» ein anderer Mensch. Die heiße, schrankenlos begehrende Leidenschaft hatte der Vernunft und einem ernsten, festen Wollen Platz gemacht. Sie hatte ihn wohl auf Stunden vergessen lassen, daß vor der Thüre seine« Hanse« bereits der Untergang, da« Elend und die Noth des Lebens lauerten — daß er feine ganze Kraft daran setzen mußte, das verschuldete Die Wallfahrt nach Czenstochan Roman von Johanna Berger. Unterhaltnngsblatt sum Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger) Samstag, den 31. März. - 146 Auch Roman empfand nur Freundschaft für Lomtefse I Gräfin, indem sie ihre Lectüre unterbrach. „Ich denke, wir Spiridia. Sein Herz trug keine neuen Blüthen mehr und haben vorläufig hier unsere Aufgabe gelöst und sind zu ent- seine Braut vermochte trotz ihres Liebreizes, ihrer Anmuth behren. Ein frischer Geist ist in Lygotta eingekehrt und unsere keine wärmere Empfindung in ihm zu wecken. Er vermied Mühen sind von den herrlichsten Erfolgen gekrönt worden, jeder Alleinsein, jede Vertraulichkeit mit ihr, wenn er auch nie* Der Verwalter ist zuverlässig und verrichtet seine Geschäfte malr versäumte, mit vollkommenster Aufmerksamkeit auf ihre tadellos. Roman und Spiridia werden bei ihrer Heimkehr Wünsche zu achten und ihr mit den tausendfachen Galanterien ein schönes, entzückendes Dahe m vorfinden, an dem sie sich erden Brautstand zu versüßen, ohne welche eine Polin demselben freuen können, und es ist wünschenswerth wenn sie längere gar keinen Reiz abgewinnen kann. Zeit in hrem häuslichen Behagen ungestört bleiben. Sie leben Und Spiridia war mit Roman zufrieden, es fiel ihr gar I sich miteinander ein und probiren dabei, ob sie eines Anderen nicht ein, mehr von ihm zu verlangen. Das ruhige Freund- zu ihrem Glücke bedürfen/ schaftsqefühl, welches sie für ihn hegte und das er erwiderte, I „Auch ich habe bereits an die Abreise gedacht, erwiderte war sehr angenehm und genügte ihr. — Und so war das I der Graf. „Unsere verehrte Casimrra braucht nur noch zu sonderbare Brautpaar mit stillem Gleichmuth vor den Trau- bestimmen, wann die Koffer gepackt werden sollen, dann bin altar getreten, als wenn niemals die Seligkeit und Wonne I ich bereit !" einer heißen Liebe und Leidenschaft ihre Herzen berührt hatte „Ich, warum ich?' fragte diese erschreckt. und der Bund für das Leben wurde geschloffen. „Sie sollen mit uns nach Jutroschin kommen, Mirka," Schon gleich nach der Verlobung hatte der Graf Kwilecki I fiel rasch Gräfin Antonia ein. „Es ist unser herzlicher Wunsch, Schritte gethan, um die mißlichen Vermögensverhältniffe seines I Sie einige Wochen bei uns zu sehen I" Schwiegersohnes zu ordnen und auf's Beste zu arrangiren- I „Ach, liebste Antonia, ich — ich komme ja gern, aber —" Schmul wurde bezahlt und erhielt den Abschied- Ein ersah- I stotterte die Edelfrau, denn ihr Herz rebellirte bei dem Ge- rener und zuverlässiger Verwalter war engagirt worden, unter I danken, den Edelhof zu verlaffen, der ihr nach all' den Sturm« dessen Obhut und umsichtiger Bewirthschaftung die vernach- I und Drangperioden der vergangenen Jahre zum Eldorado, zum lässtgten Aecker und Felder schon nach kurzer Zeit ein anderes I Schauplatz des sorglosesten und wohlthuendsten Lebens ge* Ansehen erhielten und recht gute Ernte versprachen. Prächtige I worden war. Pferde, schöne Milchkühe, sowie eine Menge Rinder und Klein* „Kein Aber, Sie müssen mit," lachte die Gräfin, vieh wieherten, brüllten, blökten und grunzten in den Ställen I Frau von Bielinska senkte den Kopf. „Die Kinder brau* und das alte Herrenhaus war einige Wochen lang der Tummel- I $en mich hier," flüsterte sie, „mein Roman kann mich nicht platz einer Menge Bauhandwerker und Künstler, welche dasselbe I entbehren. Ec braucht meine Fürsorge, meine Zärtlichkeit, von innen und außen einer gründlichen Reparatur unterwarfen I ^lbst meine kleinen Capricen und Extravaganzen. — Lachen und in ganz neuem Glanze erstehen ließen. x I Sie nicht, Antolka, es ist so, mein Sohn wird mich bei seiner So waren alle materiellen Sorgen und scheinbar auch I H^mkehr schmerzlich vermissen!" alle inneren Conflicte auf's Beste beseitigt und nun konnte man I Ach was, Roman hat seine Frau, denken Sie doch nach, von der Verbindung der einzigen Sprößlinge zweier hoch- I er ist verheirathet!" angesehenen Familien nur Glück und Freude erwarten. Gräfin I ga doch, ja! — Aber er hat mir eine elegante Troika Antonia hatte wirklich sehr schön und richtig combinirt, sie war I versprochen mit einem Trakehner-Dreigespann — ich will täg- befriedigt. Ohne große Mühe hatte sie ihre lebhaften Wünsche ^ch darin spazieren fahren, ich will —" erreicht. — Und Frau von Bielinska? Ach, die dicke Pani I „Himmel, hören Sie auf!" rief die Gräfin, während sie schwamm förmlich in Wonne und Entzücken. Der Traum poch lustiger lachte. „Sie können auf unseren Gütern über ihres Lebens war erfüllt. Roman hatte eine reiche, vornehme I e|n Dutzend Equipagen verfügen und spazieren fahren, so oft Frau — und sie Confitüren aus dem Orient und Toiletten I unb viel Sie wollen. Schütteln Sie nicht den Kopf, Liebe, aus Paris. Was wollte sie noch mehr? | Ihr Sträuben hilft nichts. Sie reisen mit uns und damit Eine Woche nach der Hochzeit des jungen Herrn von Bie- I linska lag das Herrenhaus von Lygotta wieder still und ruhig I Die Edelfrau versuchte noch einmal mit der Miene einer da, wie verschlafen. Sämmtliche Gäste hatten den Edelhof Märtyrerin Protest einzulegen, aber es gelang ihr nicht, verlassen und das junge Ehepaar war nach dem Süden ab- „Sie werden sehr bald davon überzeugt sein, daß Sie gereist, nach der schönen, sonnigen Riviera. In Nizza, Monaco I te$t unb klug handeln, wenn Sie das junge Ehepaar eine und Montecarlo, den Sammelplätzen der reichen polnischen öeit ^ng allein in Lygotta wirthschaften lassen." Mit diesen Aristokratie, sollte es auf Wunsch der Gräfin Antonia die I Worten brachte die Gräfin die Sache zu Ende. Flitterwochen verleben. , , I Die arme Pani Casimir« seufzte recht schmerzlich, aber Rach all'dem blendenden Sonnenschein und der dreitägigen I „ [ätmeE nroar rotir rte keineswegs Über* Sommerwärme war gleichsam Über Nacht der strenge nordische Winter in'S Land gezogen. Schwarzgraue, dunstige Nebel- betrachten, versprach sie, auch diesmal den Wunsch massen wälzten sich über die Fluren, die Temperatur war kalt S erfüllen und unbehaglich und drohende Wolken zogen am Himmel hin m braufeen tönten plötzlich heftige Stimmen in's Zimmer und her, bis sie sich in ein unablässiges Schneegewirbel auf- I Dann folgte ein lebhafter Wortwechsel vor dem Hause, lösten, langsam auf die arme, aller Schönheit entkleidete Erde 9 ' Mickalinas hoher Discant sehr breit machte. Tyras herniederrieselten und sie in ein weiße» Leichentuch einhüllten. b LbenddaMischen Im großen Eckzimmer des Schlößchens saßen die Kwileckis Was ist das?" fragte aufhorchend die Gräfin. und Pani Casimirs vor dem breiten Marmorkamm, in dem " ' . H LA. . J hl. »6ür neRffnet unb m, ein großer Berg Birkenholz loderte, der mit seiner flammenden Är «ckwelle und sprühenden Gluth den ganzen Raum behaglich erwärmte, alte Köchin erschien aufgeregt und puterroth auf ch • Der Samowar mit dem dampfenden Gebräu stand auf dem I „Jesus, rief ärgerlich Frau von Bielinska aus, »roQ8 Tische und Jascha, das hübsche, neue Stubenmädchen, servirte fällt Dir ein, was hast Du vor ? Warum reißt Du so um mit großer Zierlichkeit den Morgenthee. anständig die Thür auf und weshalb machst Du schon in aller Die Edelfrau wippte im bequemen Schaukelstuhl gemäch- Frühe solchen schrecklichen Lärm?" sich hin und her. Ihre Augen strahlten vor Glück und über „Ach, liebes Herrgottchen, der alte Wytek ist draußen dem kugelrunden Gesicht lag der Ausdruck heiterer Zufrieden- und will partout in's Haus Und da» geht doch nicht an heit. Gräfin Antonia blätterte in französischen Journalen, Der mfame Trunkenbold! Mit solcher Package geben wir uns während ihr Gatte, eine Cigarette rauchend, mit langsamen nicht ab, nicht wahr? - Die halten wir uns vom W* Schritten das Zimmer durchmaß. „Wir können ja anhören, was er von uns wlll, sagt „Wann wollen wir abretsen, Stanislaw?" fragte die I ruhig der Graf. „Er hat vielleicht etwas über feine Pflege* - 147] — I Bruder Zahlmeister behielt es noch eine Weile prü* pflegen soll." Die Stimme des alten Mannes zitterte stark und er fuhr mit der Hand nach den Augen, um ein paar Thränen fort« zuwischen, die langsam hervorquollen. „Haben Sie das Schmuckstück zurück erhalten? fragte tochter erfahren und will uns Mittheilung davon machen. — I Lasten Sie den Mann hereinkommen." „Ach so, das ist etwas Anderes. Na, soll mich doch wun- I dern, was wir hören werden," brummte Michalina und rannte I hinaus. Nach einigen Minuten kam ste wieder. Sie hielt den I Kopf stolz erhoben und indem ste den Alten in den Salon I führte, musterte sie ihn mit geringfchätzenden, hochfahrenden I Blicken. Der Lieutenant hatte sich furchtbar verändert. Seine I Haltung war hinfällig und gebeugt, das Gesicht blaß und ab- I gezehrt. Der graue Mantel schlotterte faltig und unordentlich I um den hageren Leib herum und der offenbar lange nicht ge< I reinigte Schaschka hing ihm falopp und verrostet von der Hüfte I herab. Er brachte eine unangenehme Kälte und einen starken I Juchten-Geruch in das köstlich parfümirte und behaglich durch- I wärmte Zimmer hinein. ... Nachdem er sich auf dem weichen Smyrnateppich den I Schnee von den schweren Stiefeln abgetrampelt hatte, legte er j die in Pelzfäustlingen steckenden Finger militärisch grüßend an I dm alten Lammfellbaschlik, den er über den struppigen Kopf I gezogen hatte, sank aber gleich darauf wie erschöpft in einen I Fauteuil, der nahe der Thür stand. m I „Gut, daß ich Sie noch in Lygotta antreffe, Herr Graf," I sagte er matt, „denn ich habe Ihnen ein Kleinod zu übergeben, I das vermuthlich Eigenthum Ihrer Familie ist. — Es kam I durch Zufall in meine Hände" — er seufzte — „Sie wissen I doch, daß die Jadwiga, die hier auf dem Edelhofe erzogen I wurde, mein Adoptivkind ist. Jetzt ist ste fort, weit fort, denn I das niederträchtige Menschengestndel von Czenstochau that ihr I weh, so weh, daß sie in purer Verzweiflung auf und davon I lief. Ja, es war eine große Ungerechtigkeit von unserer I schwarzen Madonna, daß sie gerade an ihrem Ehrentage dem I armen Mädchen das schreckliche Leid widerfahren ließ — und I das Beten wollte mir seitdem auch gar nicht mehr gefallen; ich haderte mit Maria, mit Gott und allen Heiligen und zuletzt kam eine böse Stunde über mich, wo ich den Rosenkranz in Stücke schlug, einen Strick hervorsuchte und ein Ende machen wollte mit allem Erdenleid. Schon hörte ich die Engel im Himmel pfeifen, da kam die alte Mascha angelaufen und schnitt den Strick zum Teufel. Sie zeterte und jammerte laut und redete mir meine schwere Sünde in die Seele hinein, daß ich vor Reue zusammenknickte wie ein schwaches Rohr. Und gleich darauf kam auch die Strafe, denn ich wurde sterbenskrank. Nun wäre mir wirklich nichts daran gelegen gewesen, wenn das elende bischen Leben flöten ging und ich hätte mich gefreut, meine Bona da oben wiederzusehen, aber Gott hatte es nicht gewollt und die treue Mascha auch nicht, denn sie pflegte mich Tag und Nacht, bis ich wieder auf die Beine kam. — Als ich gesund war, kam ein Brief von der Jadwiluschka an. s>te erinnerte mich darin an mein Versprechen, ihr das goldene Herz wieder zu schaffen, das sie am Wallfahrtstage der Jungfrau Maria geopfert hatte." _ 1. „ „Sie haben Nachricht von Jadwiga, Pan Wytek? rief Frau von Bielinska erfreut. „Wie geht es ihr? Hat ste eine gute Unterkunft gefunden?" „Ja, sie hat an mich geschrieben, da» arme Kind. — Er suchte in allen Taschen umher und hob endlich nut triumphirender Miene ein zerknittertes, beschmutztes Papier in die Höhe. „Die Jadwiga vergißt ihren alten Vater nicht und es geht ihr gut, obgleich sie unter den Nremkis lebt. In Posen, bei einer alten Wittwe, wohnt sie und näht und plättet für die vornehmen Herrschaften. Sie verdient ein hübsches Stück Geld, denn sie schickte mir drei Rubel, damit ich mich hinauf, was mir sauer genug wurde, denn die lange Krankheit hat mich um alle Kraft gebracht. So mußte ich denn auch beim Denkmal de» Jan Grodiecki erst eine gute Weile verschnaufen, ehe ich mich mühsam weiter schleppen konnte. Oben angelangt, stieg ich sogleich die Leitern hinan, welche zu dem Oberstock führen, in dem sich die Mönchszellen befinden- Doch hier war kein einziger Pater zu sehen und zu hören, denn eilt Theil derselben spazierte im Garten, Andere kegelten in den Klosterlauben, die meisten aber saßen müßig im Refeetorium und langweilten sich. Sie müssen wissen, Väterchen, wir haben jetzt auf unserm Jasnagora lauter alte, mürrische und griesgrämige Priester. Eigentlich könnten sie ganz vergnügt und guter Dinge sein, denn sie haben Essen und Trinken in Hülle und Fülle, einen großen Weinkeller und im Winter einen warmen Ofen und eine gute Pfeife Tabak. Mit einem Wort, sie haben weder Roth noch Sorge, dafür aber alle Tage etwas Schönes zu beißen und zu brocken und nur das bischen Seelsorge und Beten. Sie werden feist, fett und faul bei solchem Leben I — Als ich zu ihnen in das Reflectorlum trat, da glotzten sie mich an wie ein Wunder und lachten und höhnten. „Kommst auch einmal auf den heiligen Berg gekraxelt, Du alter Sünder, Du I" tief mir ein dicker Schmeerbauch entgegen. , Willst wohl Buße thun, denn der Branntwein schmeckt gewiß nicht mehr, seitdem das Mädchen fortgegangen ist!" — Und nun brachen die Andern in ein lautes Spottgelächter aus. Mir schwoll der Kamm, ich biß mir beinahe die Zunge ab, um nicht mit unehrerbietigen Reden ihren Hohn zu erwidern, und schluckte den Aerger herunter. Als der Lärm zu Ende war, sagte ich ganz ruhig: „Ehr- würdige Herren, ich bin kein frommer Klosterbruder wie Ihr, und darum jeder weltlichen Anfechtung ausgesetzt, ich bitte, laßt Euern Spott- Thut mir lieber die Gnade an und führt mich zu Hochwürden, dem Prior, ich habe ein wichtiges An- liegen^an machten große Augen und der Pater Eusebius mußte mich zum Abte führen. Himmel, wie elend sah die I Zelle des frommen Vaters aus, meine J;ba ist em Prunk- I zimmer dagegen. Nichts war vorhanden, als ein eisernes Bett mit Strohsack und rauher Decke, ein Stuhl und ein geschnitztes Betpult mit einem Cruzlfix darüber. Ja, unser Herr Prior vorn Kloster ist ein rechter Christ, ein wahrer Diener der Kirche, der in Frömmigkeit und Entsagung alle Mönchs über* I trifft. Und ihm kann man schon sagen, was man auf dem Herzen hat, ohne kleinlaut zu werden, denn er verdammt d e sündigen Menschen nicht gleich, sondern verweist sie auf die | Barmherzigkeit Gottes. I So fiel ich auch gleich mit der Thür ins Haus und brachte mein Anliegen vor. Der geistliche Herr machte ein ernstes Gesicht und zog die Stirn in krause Falten- „Es ist wohl zum ersten Mal, mein Sohn," sagte er, „daß eine der Madonna von Czenstochau geweihte Opfergabe zurückverlangt I worden ist. Da aber besondere Umstände dazu Veranlassung I sind und Jadwiga ein von mir stets geschätztes frommes Beichtkind war, so will ich die ungeheure Bitte ausnahmswel e er» füllen; doch nur unter der Bedingung, daß Du das Kleinod | ofort der Eigenthümerln zustellst und Sorge dafür trägst, daß I die heilige Mutter aufs Reichlichste dafür entschädigt wird. Und dies mußt Du mir auf das Cruzifix schwören'" I Ich war sofort bereit und gelobte mit feierlichem Eid, | daß ich thun würde, was der fromme Vater von mir »et* I langte; ich versprach ihm auch außerdem em Paar große, ge- j weihte Wachskerzen für den Gnadenaltar. Und nun gab der Prior dem Bruder Zahlmeister den Auftrag, mir das Kleinod auszuliefern. Ich durfte ihn in die Schatzkammer des Klosters begleiten, in der ein großer Theil der kostbaren Opfergaben aufbewahrt ,st. Es kostete«Mühe, unter den in reicher Menge angehäuften Schätzen von Gold, Silber und edlen Steinen das kleine, unscheinbare Herzchen der Graf. _ , „Ja, gnädiger Herr, und deshalb komme ich her. Doch | ^dttLand.^'üehte'und wendete es nach allen Seiten LSSSSIS LLk»r.»- U Mi. w m « — 148 ■$* V-Eischtes GE-innützrges Ich glaube, es war mehr Clique im n dieser Mischung etwa» Alaun hinzugefügt. Die so erlangte dünnklebrige Masse kann sofort zum Anstrich verwendet «erden. Je nach dem gewünschten Grade der Dichtigkeit wird der An« strich zwei oder drei Mal wiederholt. Pfirflchbäume sind im Frühjahr durch Vorhänge gegen Nachtfröste und im Winter durch Decken mit Rohr, Tannenzweigen u. s. w. gegen Kälte zu schützen. und Strohgeflechte wasserdicht zu vertrauensvoll ihre Offerte unter R. M. auf dem Hauptpost« mache«. In drei Theile frischen, heftig geschlagenen Blutes I amte niederlegen." __ Käseauflauf. Man gebe */4 Liter Mehl in eigroß zerlassene Butter, rühre dann langsam V8 Liter Milch daran und koche es zu ziemlich steifem Brei, den -man erkalten läßt Spiele!" * * Boshaft. A.: „Wie ich hörte, hat das Lustspiel von Windig eine recht freundliche Aufnahme gefunden. Das nenne ich Glück!" B.: ' * --------"" *“ Heirathsgesuch. „Ein gut situirter Mann in den mittleren Jahren mit einem geringen Sprachfehler behaftet sucht eine paffende Lebensgefährtin. Darauf reflektirende junge Damen, in deren Namen kein „s" vorkommt, wollen Ei« gutes Hausbrod mit Honig bestriche«, frommt den Kindern mehr al» ganze Schachteln Kinderbisquits, Au,s der Instructionsstunde. „Mit was hat der Ertracte und andere Kunstproducte. Zieht den Honig selbst Soldat seine Stiefel zu putzen, Gemeiner Schultze? - „M und verbindet das Angenehme mit dem Nützlichen. Wichse und Bürste, Herr Untero fizier!" - „Dummheit! * e • I Mit dem Bewußtsein, daß ste komglicher Eigenthum sind. Krisch gepflanzte Rosen, welche nicht angehen I * « • wollen bewickle man mit feuchtem Waldmoos vom Erdboden Schnell entschlossen. Kaufmänn: „Ich nehme bis in' die Krone^und trage ^>rge, daß das Moor stets feucht I grundsätzlich nur verheirathete Leute." - Stellesuchender: bleibe Durch dieses Umwickeln wird der Stamm in regel» „Haben Sie vielleicht 'ne ledige Tochter?" mäßiger Feuchtigkeit erhalten und der Saftumlauf der Pflanze * • * ist ein bedeutend besserer. Besonders wenn die Sonne scheint, JndenAbruzzen. Herr Goldstein w»rd von Räubern muß noch außerdem um den Stamm eine gute Vertiefung ge- überfallen, denen er sein ganzes Geld, welche» er bei stch macht werden, welche allabendlich mit Wasser gefüllt wird, führt, ausliefern muß. Mit schwerem Herzen überreicht -er und in welche man zum Zwecke des besseren Einziehens des den Bandsten zweitausend Mark und — erbittet stch dann Wassers mit einem Blumenstock Löcher bis zu den Wurzeln hundert Mark zurück mit der Bemerkung, daß ihm bei Baar« macht. Man kann auch über der Rose ein Gefäß anbringen. I zahlung doch fünf Prozent Rabatt zukämen! aus welchem regelmäßig etwas Wasser in das Moos sickert I * • _ , , v . und dieses feucht hält- Es dürfte sich dazu vielleicht ein Schmeichelhaft. Präsident: „Wie sah denn der Blumentopf empfehlen, welchen man vermittelst vier in die Mann aus, der den Raubanfall auf Sie vollführte?" Zeuge: Erde gesteckter Pfähle, die oberhalb der Krone zusammen« I „Ach, er war ein Mensch mit ziemlich dummem Gesicht, klein, laufen und mit einem Drahtring verbunden sind, über die I untersetzt . . . ungefähr wie Sie, Herr Präsident!" Mitte der Pflanze befestigt. In das Abzugsloch des Topfes * * * „ ' . fteöt man ein Stück Holz so, daß noch etwas Raum zum I Einsach: „Glaubst Du wirklich,Männchen, daß dieser Herausfickern des Wasser» bleibt, und hält bett Topf stets I Hut zu meiner Haarfarbe paßt?" — „Gewiß! Und wenn mit Wasser gefüllt. I nicht, dann fetzt Du einfach — andere» Haar auf!" endM da» Herz muß einst den Grafen Kwilrcki» gehört 1 werden vier Theile zu Staub gelöschten Kalke» gethan und Habern Da unter dem blauen Stein, der ein echter Saphir > Die io erlannt. ist, befindet fich da» Wappenschild der Familie. Kann möglich sein, daß die Landstreicherin, Jadwigas Mutter, e» mit Wahrsagen verdiente oder, war noch wahrscheinlicher ist, durch Dieb» stahl in ihren Besttz gebracht hat." Dann reichte er mir kopfschüttelnd das Schmuckstück hin und ich eilte schneller, als ich gekommen, den Jasnagora wreder berab denn die Freude gab mir Kraft. Zu Hause beschaute „ 0„ „ .... —, . auch ich neugierig das glänzende, goldene Ding und den fun- und hierauf vier Eidotter, */2 Kilo geriebenen Käse — am kelnden blauen Stein darauf, ich tastete mit den Fingern daran I besten halb Holländer, halb Schweizer — und zuletzt den herum denn ich verspürte ein eigentümliches Knistern und I Schnee von vier Eiweiß dazu, gibt die Masse in eine gut ge- Knacken Mit einem Mal sprang das Herz auf und aus der I butterte und mit gestoßenem Zwieback bestreute Form und thut Höhlung desselben blickten mich ein Paar große, schwarze Augen I sie eine halbe bi» dreiviertel Stunden lang backen. an, al« wollten sie mir in die innerste Seele hineinsehen. Ich 1 ließ vor Schreck das Kleinod auf die Erde fallen und schlug in der Eile ein Kreuz, weil ich glaubte, der Böse wolle mich äffen, denn die schwarzen, strahlenden Augen schauten aus einem Gesicht, das mir gut bekannt ist - aus dem Ihren, Herr Graf, - nur wa,: es nochJ^e^ Bettler-Freundlichkeit. Hausfrau: „Geld werde KLL-LÄ*ÄLÄÄ Uw Worte: „Seiner geliebten Margarethe, Stanislaw, Graf I Getroffen. A.: „Haben Sie gehört, gestern ist der ZESLTS KW5®5 Da machte rch mich gleich auf ta Btt um Scharfe Kritik. Frau: „Na, Minna, was thäten Ihnen dasselbe wiederzubringen. Und dre Jadwiga? Na, ®*^rg(e fo Klavier spielen könnten, wie ich?" - JStarKÄ f @»Ä W) ,34 *be U«te«l4t »-hm-»!' Redaktion: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Lhr. Pietsch) in Gießen.